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Neue jüdische Presse · 1919-06-06 · Heft 22 (6.6.1919) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
17 (1919)
Issue
Heft 22 (6.6.1919)
Date
1919-06-06
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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«Mtz 3. 5lt 22 ArbAdla’i fifliutlenpisle aiä an d _ i Arkadla-DIele KaiawatraBse 69. . Telefon: HanBa 5516. ■ Die apsten Kdnstlarsplela am Platz«, g Form 1, die ein Kapital von 20 000 Frks. für den Ansiedler erfordert, würde eine Massensiedlnng wegen dev unaufbringbaren Geldmittel ausschließen. Sie ist aber wirtschaftlich völlig utopisch, da sie mit einer Kapitalrente von nur l,9o/o rechnet und auf dieser Grundlage Kapital nicht ' zu beschaffen ist. Form 6 verlangt ein Kapital von 5000 Frks. für den Ansiedler. Er wird auf einer Arbeiterheimstätte, die einen Gartenbaubetrieb kleinen Umfangs ermöglicht, angesiedelt. Die Bodenwirtschaft erbringt dabei eine Rentabilität von 1000 Frks. Nach Abzug der Ausgaben fiir Vieh usw. mit 600 Frks. und der Steuern mit 182 Frks. verbleibt ein Reinertrag von 218 Frks. Oettinger hat jedoch hierbei Einnahmen für Vieh, die er mit 1300 Fr. selbst berechnet, bei der Zusammenstellung vergessen. Dein Ansiedler verblieben also nicht nur 200, sondern über 1500 Frks. Da der Verbrauch eines Ansiedlers nur auf etwa 700 Frks. zu bemessen ist, ergibt sich hier eine Organisationsform, die bei ganz geringem Anlagekapital ein reichliches . Auskommen der Ansiedler ermöglicht. Die Beschränkungen der Anfiedlung, die aus dem hohen Kapitalbedarf der Oettingerschen Aufstellung hergeleitet worden sind, sind also wesenlos geworden. Die Masseneinwanderung wird aber, ob man will oder nicht, durch alle Verhältnisse der Außenwelt notwendig gemacht. Die Massen des Ostens lassen sich nicht zurückhalten. Das Versprechen, das uns die Mächte gegeben haben, die Rechte, die sie uns geben werden, lassen sich nicht ohne Erfüllung unserer Aufgaben aufrecht erhalten. Das Verhältnis zu den Arabern, die einer Massensiedlung jetzt bei ihren Zusagen und ihrer eigenen politischen Lage keine Schwierigkeit in den Weg legen werden, wird bei einem Aufschub der Massensiedlung diese ganz unmöglich machen. Der zunehmende arabische Nationalismus wird die Einwanderung, wenn ihr nicht alsbald die sichere Grundlage gegeben wird, ausschließen. Die Getreidewirtschaft kann nicht die Grundlage der Bodenkultur bilden. Für die Getreidewirtschaft alten Stils ist der Jude ungeeignet. Man wird ihn nicht zu ihr erziehen können. Sie wird nicht in erfolgreiche Konkurrenz mit der Getreideerzeugung anderer Gebiete treten können und sie kann keine Massensiedlnng ermöglichen. Pflanzungs¬ und Gartenbau in Verbindung mit Viehwirtschaft sind dagegen der jüdischen Eigenart angemessen. Eine Bodenfläche von 1 du ermöglicht die Erzeugung solcher Ekträge, daß sie den Unterhalt einer Ansiedler-Familie reichlich sicherstellcn. Beispiele aus der ganzen Welt beweisen dies. Die Massensiedlung verlangt die Jnängriffnahme großer Arbeiten für Sanierung des Landes, Be- und Entwässerung, Wasserversorgung, .Wege- und Straßenbau usw. Mit der Masseneinwanderung wird Palästina noch mehr als seither in den Mittelpunkt der jüdischen Interessen treten. Die europäische Einwanderung wirb Kapital und Geist dorthin verpflanzen. Ingenieure werden in so reicher Zahl da sein, daß alle diese Arbeiten in größtem Umfang vorgenommen werden können. In den. Vorbereitungsarbeiten haben alsbald Hunderttausende von Arbeiter n Platz. Die Vorbereitungsarbeiten sind aber nicht derart, daß nach ihrem Abschluß die Arbeiter erwerbslos würden, sondern sie gehen Hand in Hand mit der Besiedlung. Die Arbeiter bereiten die Ansiedlungen und Wohnstätten selbst vor, und sie gehen aus ihrem alten Arbeitsverhältnis sofort Ohne Bewilligung. 8ine Ghettog«schichte von Leopold Kompert. (Fortsetzung.) Mit so vielen Zeugnissen, Bogen und Scheinen sollte man glauben, hätte Jaikew eben, so viele Heiratsbewilligungen erlangt; — aber er bekam nicht eine! Denn das Wichtigste fehlte in dem dicken.Bündel; nämlich der Auszug aus dem Jrldenfamilienbuchie — Jaikew war leider kein „Familiant". Die Zeugnisse wurden eingereicht; ein halbes Jahr . verstrich', während Jaikew schon wähnte, das Gubernium hätte längst sein großes. Amtssiegel auf die Bewilligung gedrückt. Da brachte ihm an einem Sabbat der „Atagistratspolizei" das Lanze Bündel zurück,,- in Begleitung noch einer andern „Zustellung", deren ganzer Inhalt sich auf die wenigen Worte beschränkte, wie: „Da dem Jakob Lederer, Handelsjud', wohnhaft sub N, G 15 wohl bekannt sein solle, daß, man ohne Len Auszug aus dem Juden« familienbuche, wenn man fönst nicht durch die Bestimumngen der Gesetze (die hier nach ihren Paragraphen angeführt waren) befreit sei, um die Hciratsbewilligung . nicht einkommen dürfe, wie also der Jakob Legerer schon wegen Unkenntnis der Gesetze u,rd Unterlassung ihrer Befolgung für diesmal gänzlich abzuweisen sei," .. Unter der Zustellung stand der Name eines Magistratsrates unterfertigt, zum Beweise, daß das dicke Bündel mit Zeugnissen während eines halben Jahres noch'- keinen Fuß überdas Rathaus hinausgcseht hatte. .Jaikew Lederer und seine „Rose" sahen dadurch ihre nächste Zukunft wie mit einem scharfen Messer durchschnitten; es vergingen wieder drei Iahte, ehe sie sich vom der. ersten Abfertigung erholt hatten. Eines aber N«le WdiUe KM. in ihre neue Stellung als Ansiedler, als Pflanzer, als landwirtschaftliche Arbeiter über. So schafft die Vorbereitung immer wieder selbst Raum für neue Ansiedler. -Das ProblemderUnterbringnngderMasseneinwandernng löst-sie insichselbst. Alle diese Erwägungen, die die Möglichkeit der Massensicdlung zeigen, werden durch die politischen Fordernngen des jüdischen Volkes lebendig gemacht. Das jüdische Volk verlangt die schnelle und allgemeine Kolonisation, die Erringung der Bevölkerungsmehrheit in absehbarer Zeit. Erst dann kann sich der jüdische Geist in der neneu Siedlung verwirklichen. . Die alten Ideen sahen eine Einwanderung von 20,000 Personen für die ersten zehn Jahre, 30,000 für die folgenden und 40,000 für die dritten zehn Jahre vor. Dies würde die Durchführung der Siedlung bei den mit der Zeit sich verstärkenden Hindernissen unmöglich machen. Eine Reihe der führenden Männer der Bewegung ist deshalb auch schon zu erheblich höheren Anforderungen an die Einwanderungsarbeit übergegangen und verlangt die Vorbereitung für 40,000 bis 50,000 Siedler jährlich, so Weitzmann, oder sogar für 60,000, so Motzkiu, oder für noch höhere Zahlen, so Sokolow, der erwartet, daß in 25 Jahren Palästina eine jüdische Bevölkerung von 5 Millionen aufweisen wird. Die technischen Möglichkeiten der Ueberführnng auch mehrerer hunderttausend Einwanderer jährlich sind gegeben. Rechnet man zum Beispiel mit 100,000 Einwanderern, so sieht man, daß dies nur die Ueberführung von 2000 Einwanderern wöchentlich erforderlich macht. Dies kann ein Schiff wöchentlich leisten, das auch noch den Jahresgetreidebedarf seiner 2000 Passagiere mit 300 Tonnen verfrachten kann. Da sich.die Einwanderung auf vier Häsen verteilen läßt, ist für jeden Hafen nur mit der Ankunft eines Schiffes in jedem Monat zu rechnen. Für die Unterbringung werden alsbald die von der englischen Armee geschaffenen Zeltlager usw., die für über 100,000 Soldaten vorgesehen waren, zur Verfügung stehen. Neben den unbemittelten hunderttausenden Auswanderern, die die Organisation jährlich befördern, ins Ar-« bektsverhältnis bringen, ans ihm ansiedeln, mit denen sie die Aufbauarbeiten vorbereiten und durchführen kann, wird auch eine Masseneinwanderung bemittelter Kreise nötig sein. Man kann damit rechnen, daß hunderttausend vermögende Juden auf eigene Kosten einwaudern werden, bei denen man ein Durchschnittsvermögen von 20,000 Frks. voraussetzen kann. Dem Lande wird das einen Kavitalzufluß von 2 Milliarden bringen. Die ostjüdischen Massen, die nur über wenig akademisch gebildete Personen verfügen, verlangen die Einwanderung zahlreicher Akademiker, denen die Massensiedlnng den Lebensberuf ermöglichen wird. Die Orgainsation des Landes wird st a t t d e r militärischen die Arbeitsbienstpflicht bringen. Nach den Feststellungen Ballods wird ein Arbeitsjahrgang die Getreideernte des ganzen Volkes einbringen könne». Den Dienstpflichtigen werden nach ihrer Entlassung Heimstätten zugebilligt werden. _Die Ansiedlung des Volkes auf kleinen Arbeiterheimstätten,. die jedem Bodenbesitz und Selbständigkeit verbürgt, wird sozialen Mißstäuden entgegenwirken. Die Ansiedlung soll in Kolonien von 2 bis 3000, später von 5—6000 Personen erfolgen. Nur hier lassen sich die Einrichtungen technischer und kultureller Art durchführen, die dem zu verlangenden Stande des Gemeinwesens entsprechen. Die Ausdehnung der Industrie wird auch ohne eigene Bodenschätze möglich sein. Die Jndüstriegrundlage ist in Wahrheit die Eignung der Bevölkerung, nicht das Jnlands- Dle Seibstbesteuerunjf für den Jüd. Nationalfonds ist die Einkommensteuer des jüdischen Volkes. Misraehi-Spendon erbeten auf Postscheck » Konto Emil Bühler 13,38£ Frankfurt am Mala. Vorkommen von Rohstoffen. Das Beispiel vieler Länder der Welt zeigt dies. Die gesundheitlichen Gefahren werden sich vermeiden lassen. Die Malaria ist zn beseitigen. Die natürlichen gesundheitlichen Verhältnisse Palästinas sind günstig. Die Diskussion drehte sich im wesentlichen um die Frage, in welcher Zeit größere Massen hingebracht werdeit könnten und müßten und mit welchen Zahlen man für das Jahr zn rechnen habe. Dr. Chamitzer wies darauf hin, daß die Schwierigkeiten der Besiedelung sehr schnell beseitigt werden könnten. Das Katasterwesen sei durch europäische Beamte in kurzer Zeit richtigzustellen. Die Besiedelung könne seinen Fortschritten Jausend folgen. Das Gleiche gelte von der Assanierung des Bodens. Das erforderliche Kapital könne nur auf kapitalistischer Grundlage beschafft werden, indem man dem vermögenden Juden die Einwanderung mit angemessener Bermögensverwertung erlaube. Agronom Dyk, Ruppin und Dr. Wunderlich wandten sich gegen die Möglichkeit der Massensiedelung. Haarpuder leitete die Notwendigkeit der schnellen Massensiedelung aus> der Not im Osten ab. Zu einer eindrucksvollen Szene kam es, als Ruppin dann entgegen seinen ersten Ausführungen zugab, daß di<> Berechnungen Oettingers, die Trietsch angegriffen hatte, nicht aufrechterhalten werden könnten. Man sah, wie die Stimmung im L-aal wechselte, ein großer Teil der Anwesenden vom seitherigen Standpunkte abrückte und die Forderungen Trietsch zu unterstützen begann. In der weiteren Erörterung sprachen noch Sternb e r g über die Zusammensetzung der Bevölkerung nach Berussschichten und Trietsch wiederholt über die Begründung des Maximalismus, der Meinung, daß die Einwanderung auf breitester Grundlage, als Massensiedelung. alsbald in die Hand genommen werden müsse. Er wies erneut darauf hin, daß nach Wegfall der Oettingerschen Berechnungen die finanziellen Bedenken gegen eine Massensiedelnng nicht mehr aufrechterhalten werden könnten. Er erörterte im einzelnen die große Ertragsfähigkeit von Pflanzungs- und Gartenanlagen in Palästina. Er betonte, daß die vorgesehenen Arbeitslöhne nicht nur den Unter-« halt der Arbeiter, sondern auch den ihrer Familien sicherstellten, sodaß man die Einwanderer auch in den ersten Jahren nicht von ihren Familien zu trennnen brauche. Auch in anderen Ländern gebe es Volkswirtschaften, die fast ausschließlich auf dem Psianzungs- und Gartenbau beruhen. In der nach Unterbrechung durch andere Referate^ fortgesetzten Debatte wies Ester mann darauf hin, daß wir gegen die Araber keine Gewaltpolitik treiben dürften, da sie das gleiche Recht und einstweilen die Majorität im Lande hätten. Zimberknopf betonte die Bedeutung - der Auswänderungsfrage, die Dringlichkeit, Abhilfe zu schaffen, uni» die Notwendigkeit, deshalb die Massensiedelung alsbald zu ermöglichen. Palästina erlaube dies bei sachgemäßer Ausdehnung der Vorbereitungsarbeiten. Ruppin betonte die Notwendigkeit persönlicher Zusammenarbeit aller Richtungen. Das Ziel sei für alle das Gleiche. Alle wünschten möglichste Beschleunigung und möglichste Ausdehnung der Einwanderungsfürsorge. Man dürfe aber keine unvorbereitete Einwanderung zulassen. sich nicht der Gefahr von.Fehlschlägen aussetzen. Die Auffassung über den richtigen Weg zum gemeinsamen Ziel müsse ie nach der Beurteilung der Möglichkeiten des Landes verschieden bleiben. hatte die Zustellung abzufertigen vergessen, nämlich, daß sie aufhörcn sollten, einander anzugehören, sich zu lieben und zu hoffen, wiewohl das „implicite" ebenfalls verstanden war. Es ist'etwas Rührendes um so ein altgewordeues Brautpaar. Nur ganz schämig tritt da die Liebe auf, sie drückt sich verstohlen die Häch>c und errötet nur, wenn cs die Leute nicht sehen. Sie kennt das Geheimnis, daß sie in den ersten blühenden Jahren erwachen hieß-, beinahe auswendig und kann doch! nicht sagen, wie es nach gänzlicher Lösung aussicht — ihr Sehnen grenzt so nahe an Befriedigung, und ist doch! nur ein peinliches Mittelgefühl zwischen beiden. Die Leute hatten ihren Spaß, daran, wenn sie über das alte Brautpaar spotten konnten. Am Sabbat gingen Jaikew und Resel gewöhnlich ganz allein spazieren, denn sie paßten weder zu den „Jungen" noch zu den Eheleuten. Die Leute meinten dann, warum man denn die zwei so allein gehen lasse? Ob denn das nicht gefährlich sei? , l Jaikew hätte noch einmal „eingereicht", und diesmal ließ die „Zustellung" nur vier Wochen auf sich warten. Dafür war sic diesmal in einem weit weniger zärtlichen Tone abgefaßt, als das erstemal; es stand darin von einer „Nichtmehrbehellignng" des Gerichtes und andern „Zurechtweisungen", wie diese lieblichen Ausdrück lauten. Es war im vierzehnten Jahre ihres Brautstandes, Jaikew war ein alter Jung' mit sechsunddreißig Jahren, Resel zählte mir um drei weniger. Jaikew brachte die Zustellung ins Haus seiner Braut, sie lasen sie zusammen, und der „alte Jung'" und die „alte Mad" weinten zusammen wie Kinder oder etwa wie Jakob und Rahel. als ihnen Laban ebenfalls seine Mfertigung zugeschickt hätte. In Jaikew artete die vierzehnjährige Geduld zuletzt in stille Wut aus. Eines Tages sprach er zu seiner Resel: „Ich seh' schon, mit der .Bewilligung' ist nichts, der Magistrat will nicht, und ich will auch nicht länger warten. Möchtest du nicht Hochzeit machen, Resel?" Resel schwieg dazu und" noch sonderbarer, sie errötete nicht einmal, bei einer so zarten Frage.- War sie denn mit em Klange und dem Begriff der Hochzeit so gar mchk in er langchr Zeit vertraut worden? „Nu, möchtest du?" fragte er noch einmal. „Ich möcht'," sagte sie leise. „Gut," rief Jaikew, „in vierzehn ^-agen machen wir iochzeit und wenn auch ohne Bewilligung." , Kann man nach vierzehn Jahren auch-etwas anderes »fangen? Die Eltern des alten Brautpaares hatten egen diese Selbstbewilligung auch nichts einzuwenden, ach zweimal sieben Jahren läßt man schon die „Famrianten" fahren. Die Hochzeit ward aus den Lag B'omer*) cstgesetzt. . . , . . Die Hochzeit wurde nicht in der Gemeinde, sondern uf einem Dorfe gehalten, weil man jede Oesfeutlichkeit ermeiden mußte. Es wurden nur soviel Gäste dazu geaden, als'man nötig hatte, um ein Minjan (zehn Peronen) herauszubriugen. Es ging überhaupt oh,re alles Gepränge dabei zu. Die Chuppe oder der L-raghrmmel, 0»runter die zwei getraut werden sollten, wurde nicht mter freiem Himmel, sondern in der Stube aufgerichtet» ,nd da sprach! ein armer Rcbbe**), weil der Kreisrabnner als öffentliche Standesperson sie nicht vermählen mrfte, den Segen über den alten Jung' und seine Braut. Bei dem großen Hochzeitsmahl, das darauf folgte, oar die junge Frau besonders traurig. Unter der goldenen Zaube, mit der sie früher zum Zeichen, daß sie nun nicht nehr zu den Mädchen gehörte, bedeckt war und deren *) Die sieben Wochen zwischen dem Pesach (Ostern) und Schebuoth (Wochenfest) haben eine gewisse Aehnlichkeit mit dem „Fasten" nach dem Aschermittwoch. Jede Art Lustbarkeit wird aus Schvu vor der Einwirkung gewisser böser Kräfte, die um diese Zeit walten, unterlassen. Nur der dreiunddreißigste Tag ist davon ausgenommen; da fallen Hochzeiten und sonstige Unterhaltungen vor. Dieser Tag heißt Lag Bomer oder auch! Schülerfest. **) Nach talmudischer Ehegesetzordnung innerhalb des Ghettos vollkommen gültig.

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