Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 17 (2.5.1919)
- Date
- 1919-05-02
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2. f ' wahr istdaßsschdie Tcuppenin. Proskurowgegen . Ueberfälle vdn Bölschcwistxrr, unter denen ffch auch MisD /BMnstx» 'befurchen haöm sollen, - decken mußten, so ist es keinesfalls zn rechtfertigen, daß d/e.Rachß für die UeberfÄle der jüdischen Bolschewisten nicht diese, sondern gerade die ruhige und unschuldige jüdische. Bevölkerung, Greise, Frauen und Kinder, ganz unbarmherzig getroffen hat. Ms ich unlängst in Proskurow war, fand ich fast . sämtliche jüdische Läden und Geschaffte . gesperrt, weil ihre Inhaber und deren v Aamilien abgeschlachtet wurden Bor dieser . Pogromgefahr müssen wir den Westbereich der ukrai- " irischen Republik in der wirksamsten Weise schützen Nicht allein aus Gründen der Humanität, soni^rn einfach aus wohlverstandenem politischen Interesse smd wir verpflichtet, jeder Pogromgefahr entschiedenst vvrzubeugen" " Es war von dem Minister unanständig, das furchtbare Blutbad von Proskurow mit dem Borhandensem von Juden unter den Bolschewisten er- Karen Ul wollen Er benutzte so die bekannte antisemitische Methode, für die Handlungen irgend - welcher entwurzelter Juden, denen das Wohl und Wehe der Judenheit gleichgültig istdie gesamte jüdische/Bevölkerung leiden zu lassen Hätte der Herr Minister nW das größte Interesse, das Wohlwollen dxr Regierung den Juden gegenüber . zuwerkunden — denn noch!'ist das Gebiet LÄnblerg- '/' Przemysl mit.seiner starken jüdischen' Bevölkerung ... stmtig zwischen den Polen ruck den Ukrainern —, . dann hätte er sicherlich die Wuthunde noch stärker ' , in WWltz genommen Auch in der Ukraine sprechen .die Gebote der Menschlichkeit nur, wenn die Gebote der Nützlichkeit sie fordern, — und für; die Ukraine siH. die Juden Vorerst noch ein gar zu nützliches, piteMehrliches Element. ' W 'Gleichfalls vom Nützlichkeitsstandpunüe aus ist Bie stkachricht zu bewerten, daß die Regierung der MachntaMrsammlung ein Gesetz über die jüdische Au-tonvmie vvrlegen willmjrtb die Behörden an- " gewiesen hat, bereits jetzt aMn BestrMimgen der Juden nach politischer Organisation keine Hindervy?.ätiffe $it bereiten Ms Repräsentationskörper der ^Zuden gelten die auf Grund eigener Wahlordnung ' .pevests gewählten oder zu wählenden jüdischen Ortsnationalräte. Ms die höchste autonome jüdische / Behörde'ssn Lande mit Steuerhoheit für die jüdische ' Bevölkerung ist der ostgalizischje jüdische Nationalrat mit-dem Sitze, in Stanislau 'anzusehen. iDoch wag. die Regierung für die Gewährung ■ einer jüdischen Autonomie auch nur materielle , po- < litischc Gründe haben, jur die innerjüdischen Berhältnisse vwird diese Autonomie von größter Be- .deutung sein, denn sie wird eine zukünftige Assimilation Verhindern. Hilfsvereiu der deutschen Jude«. - Am 27. April fand in Berlin die ordentliche Mit- > glichervasamuüung statt. Tr. James Simon, der Vorsitzende, bemerkte einleitend, daß sich seit der letzten Generatverfammluna das millionenfache Leid der Welt noch gesteigert labe, daß Deutschland - schwer davon getroffen worden ■ j sei und die Zukunstsaussichten düster seien, doch dürfe unsere eigene Lage uns nicht abhalten, für die Juden des Ostens und des Orients, deren Schicksal sich einstweilen wesentlich verschlimmert habe, einzutreten. Ihnen vorwiegend habe daher auch im Jahre 1918 die Ar-! beit des 'Hllssvereins wieder gegolten. - Tr. Paul Nathan, Geschäftsführer im Ehrxn- ' amt, erstattete alsdann der zahlreichen Versammlung einen Bericht über die Wirksamkeit des^ilfsvereins im abgclmnmen Jahr und über seine weiteren Aufgaben. - Im Jahre 1918 ist die Tätigkeit, die der Hilfsverein schon bisher während des Krieges ausgeübt hat. im allgemeinen fortgeführt worden. Der Hllfsverein hat seit August 1914 für die weiten Gebiete des Ostens, die Schauplatz .des Krieges waren, bekanntlich ein großes Hllsswerk organisiert und später für das „Jüdische Hilfskomitee für Polen und Litauen zur Verwaltung amerikanischer Unterstützunasgelder" dieses gesamte -Hllschverk nach allen Richtungen systematisch ausge- ' Saut, die Weiterleitnng der Hllssgelder übernommen, ihre zweckmäßige Werteilungx und Verwendung dauernd überwacht und daneben auch aus eigenen Mitteln ergänzend und ausgleichend eine weüverzwergte Hilfstätigleit ausgeübt. Seit dem Jahre 1918 hat alsdann der Hilssverein für diese Zwecke rund eine weitere Vi Million Mark .ausgegeben. AE die Ueberweisung ausländischer Gelder nach dem früheren deutschen Okkupationsgebiet von OberiOst wegen politischer Schwierigkeiten ins Stocken gesäten war,- mußte der Hllssverem im Jahre 1918 ferne "Tätigkeit besonders Liesen Gebieten zmvenden: in erster ' Lin«'zur Linderung unmittelbarer Notstände. zur.Mildttjlya der Not der Mchllinge, die ag§ SowiMübi land zurückströmten, und zur menschenwürdigen Unt«- bringung der zahllosen hllsdsen Waisenkinder, sodann zur'Unterstützung von allgemeinen Wohlsahrts-, kwturellen und religiösm Institutionen. Es wurden u. a. verwandt für Riga 20.000 Mk. für Tünaburg. wo die Flüchtlingsscharen und Rückwanderer sich massierten, 20,000 Mk., für Wilna 102,450 Mk. und für Waisenkinder daselbst 15,000 Mark, zusammen also 117,450 Akk., für das übrige Litauen noch weitere 70,000 Mk. Auch im Berichtsjahr hat der Hilfsverein. soweit es bei den gesperrten Verbindungen -«och angängig war. die Vermittlung von Briesew, und Geldmitteln zwischen den. besetzten Gebieten und denk, neutralen, befreundeten oder feindlichen Ausland übernommen. Es sind noch 1918 rund 625,000 Mk. überwiesen worden. Int Laufe des Krieges wurden auf diese Weise annähernd 10 Millionen Mark in vielen zehntausenden von Leinen Beträgen übermittelt. Es sind — vom Redner .im Vorjahre — auch Unterkandlungen geführt worden, um den Juden im früheren Könrgreich Polen und in Rumänien ihre staatsbürgerlichen Rechte zu sichern. Die nach dem Zusammenbruch der Mittelmächte eingetretene neue Konstellation hat die Ergebnisse, zu denen'die versuchte Einwirkung geführt hatte, hinfällig gemacht,. und über die Juden dieser Länder ist inzwischen schweres Unheil gekommen. Jn Polen und Galizien haben zum Schluß des Jahres 1918 Pogrome aegen die Judenstattgestmden, die die ganze Kulturwelt mit Entsetzen erfüllthaben. (Schluß folgt.) Die Internat. Sozialistische. Kousereuz über die Judeusrage. -Die in Amsterdam tagende Internationale Sozialistische Konferenz erkannte in ihrer Sitzung vom 28. Ilpril einstimmig den internationalen Charallqr der Judenfrage an und forderte ihre internationale Regelung auf folgender Grundlage: 1. Vollständige Gleichberechtigung in allen Ländern, gleiche Behandlung .der jüdischen Bevölkerung bei dem Wiederaufbau, det durch den -Krieg heimgesuchten Gebiete und internationaler Schutz gegen physische Verfolgungen und wirtschaftliche Unterdrückung. 2. Gleichberechtigung bezüglich der Ern- und Auswandcrungsfrclheit nach und aus allen Ländern. 3. Nationale Selbstverwaltung auf der .Grundlage des Notionalitäkenprinzips und der nationalen Gleichberechtigung in den Städten, Provinzen und Gemeinden aller Lander, wohin Juden in Mengen ziehen. 4. Anerkennung des Rechts des jüdischen Volkes, sich in Palästina eine nationale Heimat zu - schaffen und der Schaffung der hierzu notwendigen Bedingungen unter dem «chntze und der Kontrolle des Völkerbundes, der auch die Interessen der übrigen Bevölkerung'des Landes geivährleisten muß. 5. Vertretung des jüdischen Volkes im Völkerbunde. ' 1 Zur jetzigen Lage in Palästina. „Times" und „Morning Post" veröffentlichen Angaben, die General Allenby gegenüber Pressevertretern in Paris gemacht hat. Dem Korrespondenten der „Times" sagte er folgendes: ..In Palästina ist eine Zivilperwaltung eingerichtet worden, die soweit wie möglich sich in den. Bahnen der allen türkischen Verwaltung bewegt und sich bis zu einem gewissen Grade der vorhandenen türkischen Beamten bedient- Sie untersteht der militärischen Kontrolle durch die Alliierten. Das organisierte Gebiet erstreckt sich im Nordens bis Cilicien und ist in drei Distrikte eingeteilt. Der erste oder westliche Bezirk, der den Libanon und den größten Tell von Syrien einschließt, wird durch französische Beamte vergaltet. Der zweite Distrikt im Osten siebt unter der Kontrolle von Hedschas-Arabern, der dritte oder nördliche Distrikt steht noch unter militärischer Verwaltung, indem französische Ossiziere wieder die Kontrolle aüsühcn, die sich aber türkischer Beamter des alten Regimes bedienen. Der Tell der Bagdadbnhn zwischen Konia und Nisibin steht unter der Aussicht des Stabes der Palästina-Armee, während sie zwischen' Koma - und Konstantinopcl unter der^Kontrolle des Generals Milner steht." Ter Korrespondent der „Morning Post" berichtet:' „Seitdem! das Kurd okkupiert worden war, hat man versucht. soweit wie möglich die militärische der zivilen Verwaltung anzupassen. Me leitenden Posten lagen in den Händen von -Offizieren, welche aber das- Land durch zivlle Kräfte verwalteten. In einzelnen Gebieten waren General Ällenbys unmittelbare Untergebene.Engländer, in anderen Franzosen und in wieder anderen Araber. Man folgte den allgemeinen BestiuWMgen internationaler Gesetzgebung .imd das Land' wurde gemäß dem türkischen Gesetz verwaltet. Mit Rücklicht auf die besonderen Schrvieriakeften in einem Lande mit' verschiedenen Religionen, verschiedenen Nationalitäten und -verschichenen politischen Interessen war es verwunderlich, wie wenig' Schwicrigkeften cs gab. Allerdings tauchten zwischen den Atoyammedanern, den Christen und den Armeniern, deren Selbstbcwußtsein. nachdem sie nun von der türkischen Unterdrückung befreit sind, erklärlichekwesse ziemlich gestiegen ist, einige Differenzen auf." Deutsches Reich, Stat der verliner Lütztsche« «emeiude. - - Ter 'Etat - der 'Berlinerjüdischen Gemeinde'Mr iJ-919 balanziert mit 9,656,168 Mk.' An Steuern -sollend 5,514,375 Mk. aufgebracht werden: vor zehn Jahren genügten noch etwas über zwei Millionen Mk, Die 'Gemeinde hat über 400' angestellte Beamte, 'darunter 130 Bürobeamte (789,670 Mk. Gehälter) .und; für ihre 10 Synagogen 16 Rabbiner und Prediger und 15 Kantoren. Für. die hohen Feiertage sind 22 besondere Gottesdienste und. 18 Jugendgottesdienste vorgesehen, die einen Zuschütz von 209,310 Mk. erfordern. Für die Schulen und die Bibliothek ist.ein Aufwand von 644,856 Mk., für die sozialen Aufgaben (Arme, Kranke, Waisen nsw.) ein Aufwand von 1,363,656 Mark nötig. ■ - Schweiz. Bie israeNttfche A«tt»Sgemei«rde Zürich. . Tie Israelitische Kultusgemetnde Zürich zählte-189t 198 Mitglieder, 1909 437 Mitglieder und zählt heute 723 Mitglieder. 1894 betrug das Budget 28,000 .Frcs.- heute beträgt es 106,000 Frcs. In der dieser Tage stattgehabten Generalversammlung wurde Rechtsanwalt Tr. Charles Bollag zum Präsidenten gewählt,- Tschecho-Slovalische Republik. Ohne MckzzauS Trotz den Bemühungen des Jüdischen Nationalratcs und des Entgegenkommens der Behörden sind diesmal zahlreiche Gemeinden obne Mazzaus geblielen.'?>e Häupter dieser Gemeinden, in ihrem Wesen vollkommen assimiliert und er tsudischt, hatten nämlich, wie die „Selbstwehr" terlchtt, aus eigenem Gutdünken beschloss:!,, sür ihre Gemeinde cui£ die Mazzaus zn vernichten. Hoffentlich werden diese Herren bald darüber belehrt, daßder indische Steuerträger seine Gemeindesteuer nicht nur zur Schuldentilgung für prunkvolle, aber lnenschcnleere Svnagoaen heraibt, sondern auch eine Befriediguna seiner rcliaiösen Bedürfnisse erwarten darf. Das Beispiel der Großen -fand bei vielen Kleinen lereitwlllig« Nachahmung. Eine ganze Reihe Anstalten, Waisenhäuser, Freitische jüdischer Gemeinden verzrchtetendiesmal auf die Mazzaus, Pole«. Verbote gege« die jüdische Sprache. Tie Lokalbehörden stellen neuerdings dem Gebrauch her jiddischen Sprache in öffentlichen Bersammlunaen oroße' Schwierigkeiten entgegen. Infolge dieser sich hänfendeii - Willküratt: sah ftch das Ministerium des Innern veranlaßt. eine amtliche Erklärung zu veröffentlichen, daß •e3 lein gesetzliches Verbot gäbe. Jiddisch in öffentlichen- Veisammlungen. zu gebrauchen. Die Vertreter der jüdisches Parteien bei der Sntente- Mission. Tie politische Ententekommission hat vor ihrer Abreise in Warschau Vertreter sämtlicher jüdischer Parteien empfangen. Aus eine Einladung des rtallenischen Ministers Monton-io erschienen als Vertreter der Orthodoxen die Rabbiner Halpern, Leiner» Ratzmann und T avidsobn, für die Ässimilanten Eiger und Berenson. .für die Zionisten Dr, Gottlreb, Dr. Poz« nanski und Abgeordneter Grünbaum, und für die Wolkspartei die Wgeordneten Hirschhorn und Prilutzki. Die Herren konnten ihren Standupnkt in längerer Unterredung zum Ausdruck bringen; sie über« reichten, auch schriftliche. Darlegungen, in-denen sie ihre Forderungen im Zusammenhang mit der jetzigen Lage der Juden im. polnischen. Staate präzisierten. Mraiue. Jüdische Volksuniversität in Kiew. In Kiew wurde Ende 1918 von der jüdischen Kultnrliga eine jüdische Bolksuniversität gegründet. Die Universität zählt heute drei Fakultäten, rnatihematischnatnrwissenschaftliche, soziale und »jüdische, urü> über 400 Hörer. An der sozialm Abteilung werdeir Vorlesungen über Nationalökonomie, Wirtschaftsgeschichte/ " Soziologie, Finanzwissenschaft und praktische Natronalökonvnkie, russische und ukrainische Geschichte, Psychologie und« Logik. usw. abgehallen. An der südisch-wissenschafEcheir Abteilung werden Vorlesungen über jüdische' Philologie und Literatur. HÄräische Sprache und Literatur. Bidck ,und Bibelkritik, jüdische Geschichte, Geschichte dev jüdischen Selbstverwaltung und Geschichte der. jüdischen Kultur gehalten. An allen Abtellungen ist dre Vortragssxrache jiddisch. die Erl die För! Friedendem-Gcs und Al und üb baldige .«ai deinokrlu Schur-! Schurak, begabtest ritöt ui , Ne« Juden i Zionistei die Pet unterzeil dmch Zionisni Von dl sind dr< Aus! r Dü Schach leiti K verstand Turchfü sie Here 3Ü, „Politis rung: „2 smnlen „Wcltko . sätzlicher Gründu Volk r derartig in diesl Orthodr Deimstä esse de Berwirl - der We Verfügr Oberral -Oberral . -. ' Oberral Weltkr »r. i Nm -habe l d . «zu M Primat ^Glaube» ausschlil . Antwor daß. -ma zum. S spricht Monats Orthod, Judentl formger ' Jioniso - Zürich -lies Nc sei,nur willen, ihrer 3 den Zi Kurze poMifch^ RuchrrchkeuL Pose«. Rechtsanwalt Wiic jhnSki, der°.Letter des Jüstizdepartements. sprachsich' fürdie Piio^entnorm in der RechtsamwältschafD-aus-^/da« mit-'-im-Posen«- iLande idiaMechtsanwgltschast. nichrivre in Galizien 4i-,größten' Teile aus Juden oGche-Wer Jüdische Bolk^rckt hat' beim Obersten - Pwlnischen Bolksrat Verwahrung gegen diese-Aeußerung eingelegt?? ' Prags Dr.! Lud-w i-g;-: Spn gier, . Dr. Al-fred Engel und Alexander.Feig spräche«, als V«- tret« des Jüdrschchl'' '"WieMschw Gesckndten Ma«io ' Lirgo vor.'- Der' GesLndtei£ versicherte die uneingeschränllen' SyMpathien' der itaüernjchew- Regiemng^Mvi Le»' -ZioiMmM, .erinnerte, gn -P« «« Deut den il betrüge Anstall