Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 15 (11.4.1919)
- Date
- 1919-04-11
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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iS Kaffee Rühland . 'Kaißeratraaae 56 TfigUch erstklassige Kaißeratraaae 56 UnterhaUangginnslk 1 CtesangB -Einladen. Berthold Feiwel-Zürich> Eisen stad t-Zürich hervorgehoben. Sie qlle betonten die eifrige Tätigkeit des Misrachj nnd wünschten auch fernerhin die Einigkeit und Einheit derselben mit de^ Gesamtorganisation des Zionismus. . ' Die weiteren Verhandlungen waren zunächst dem geschäftlichen Teil gewidmet. Betreffs der neuen Statuten wurde beschlossen, eine fünfgliedrige Kommission zu wählen, welche die Durchberatung der'einzelnen .Details vornehmen soll, um dann bei dem nächsten Delegiertentag die Beschlußfassung über die Statuten zu ermöglichen. Bei Len Neuwahlen des Vorstandes für die Landesorganisation! ergab sich folgendes Resultat: A. I. Rom (Prädent), Dr. David Strauß, H. Reichenbauch, M. Berlowitz, Aktuarius, Rottenberg, Schildberg. Weitere Mitglieder des Zentralkomitees sind Stern u. Weingarten-Basel, -ouis Braun/ünd Dokow- Luzern, Rabbiner Dr. Lauer-Biel und A. Kimche- St. Gallen. Die Nachmittagssitzung war ausgefüllt durch die sehr inhaltsreichen Referate der Herren A. I. Rom und Professor Da Fano. Erstercr sprach! über „Die Aufgaben des Misrachi", letzterer über die „Jugenderziehung". Es würde zu weit sühren, wollten wir die Einzelheiten dieser beiden Vorträge auch nur skizzieren. Sie fanden lebhaften Beifall und führten zu einer'regen Aussprache. Am Schlüsse der Debatte wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: '„1. Der Misrachi steht auf dem Boden der Einheit des jüdischen Volles und weist jeden Versuch der Zersplitterung der jüdischen Bolkskräfte mit Entrüstung zurück. - 2. Einig in den Forderungen ^>er gesamten Judenheit auf Palästina als nationale Heimstätte des jüdischen Volkes erstrebt er deren Ausbau auf Grundlage der Tradition und der sozialen Gerechtigkeit, im Geiste/ der Thora. 3. Der Misrachi tritt ein für die. Forderung der nationalen Autonomie aus religiösem, kulturellem, sozialem und politischen Gebiete für die jüdische Bevölkerung der Länder jüdischer Massensiedlung, sowie aller anderen Länder, falls deren jüdische Bevölkerung Anspruch auf sie erhebt. .. 4. {Der Misrachi fordert die volle bnd tatsächliche Gleichberechtigung 'derjenigen Juden, die auch ferner im Galuth weilen." > Am Donnerstag waren dieMitglieder des Landeskomitees des schweizerischen Zionistenverbandes zu einer eingehenden Aussprache über die gegenwärtigenAufgaben und deu heutigen Stand der Bewegung versammelt. Hochinteressant war der Bericht des Präsidenten des Verbandes, Dr. Bru nschwig-Basel, Über die Londoner Konferenz, derer-mit-Ja cques Marx-Basel beigewohnt hatte. Die Eindrücke, die er während seiner vierwöchentlichen' Reise nach Paris und London von unseren Erfolgen bei den Großmächten gewonnen hatte,' wußte Dr. Brunschwig in sehr anschauicher und 'herzgewinnender Weise darzustellen. Man beschloß zunächst eine Dankresolution an Weizmann und Sokolow. >■ Im weiteren wurde beschlossen, das A.-C. zu ersuchen, daß der kommende Ziouistenkongreß in Basel, der historischen Kongrgßstcwt, abgehalten werden möge, Latz ferner ein Z en t.r a lbüro für die Emigr atio ri in der Schweiz errichtet werde. Das bisher in Zürich domizilierende Jüdische Pressebüro wird nach Basel verlegt werden. .Demnächst soll auch' in der Schwei; eine große zionistische Wochenschrift in verschiedenen Sprachen gegründet werden, um die Propaganda besonders nach dem Osten hin zu verstärken.. Es wird vorgeschlagen, daß das große Äü-C. bei der demnächst stattfindenden Versammlung im Haag beschließen möge, das zionistische Zentralbüro nach der Schweiz zu verlegen. Rach Aufnahme mehrerer neuer zionistischer'Vereine in den Werhand folgte eine große Diskussion, an der besonders über 'den Judentag in der Schweiz, Arber die Petition an ' doch Friedenskongreß, über Gründung einer Liga der Freunde der Zionisten, über Errichtung eines französischen Preßbüros usw. verhandelt wurde. Zum Schlüsse wurde der Delegiertentag für den^29. Mai (Auffahrtstag) nach! Basel festgesetzt. «spectator. 1 mal ist. .^imm.Judech^pMdch'es einfallen, sich jnitchen Ukrainern zu assimilieren; die llkrainer verlangen es. aher auch nicht . : ." - . V > - Ei» Judentag in Her Slovakei. In Pöstyen versammelten sich 103 Delegierte, um die Organisierung der Jaden, der: Slovakei für politische und wirtschaftliche Aufgaben durchzuführen. Es wurde ein Judenrat gewählt, in dem sämtlich^ Gemeinden und große Vereinigungen vertreten sind. Religiöse Fragen Unter- Sn nicht, dem Aufgabenbereich der Organisation. Die „ang' begrüßte die Zionistisch^: Organisation und die Friedenskonferenz..' - .; Deutsches Reich. Zur galizischen Jndeafraae^ Nationalrat Dr. Leon Reich äußerte sich bei seinem . Aufenthalt in Zürich! einem Mitarbeiter des „Jsr. Wochenblattes" gegenüber u. a.: »Mir müssen darauf drängen, daß die von den Ukrainein in Mehrheit bewohnten. Gebiete der Ukraine angehören sollen,, nicht nur im Namen der Gerechtigkeit, sondern auch!, im eigenen Interesse, weil wir in der Ukraine viel ' besser gestellt sein werden als in Polen, da die Ukrainer 'wns brauchen. Speziell in den nächsten 40—50 Jahren wird dies der Fall sein. Die Ukrainer, die wenig Intelligenz besitzen/ werden uns für den Handel, Bankwesen, Be- ^amtenstellen usw. brauchjen. Im eigenen Interesse müssen sie daher die jüdischje Intelligenz protegieren. Währendin Polen der>Boykott die Juden zu verdrängen droht,'so ist in der Ukraine gerade das Gegenteil zu erwarten. Die Juden werden das Land landwirtschaftlich heben; . ' speziell, wenn die Verbindung mit der Großukraine vorhanden sein wird: Dabei kommt auch das.Kulturmoment in Betracht: Die Juden können in Polen' viel leichter der ÄssiMilation verfallen, weil die polnische Kultur immerhin Üark ist. Dies ist aber in der Ukraine nicht der Fall, da vie uLaimschje Kultur im» Verhältnisse zur jüdischen rHM- GehaltSzulage für die Beamte« der Berliner Wische« Gemeiude. Die Repräsentanten der Berliner Jüd. Gemeinde beschlossen, den hauptamtlich bei der Gemeinde beschäftigten Beamten, Lehrpersonen und sonstigen Angestellten, Ivelche die laufende Kriegsteuerungszulage nach Maßgabe des Gemeindepsschlusses vom 3.!April 1318 ''beziehen, vom l. Januar 1919 ab neben den bisherigen Kriegsbeihilfen und Kriegsteuerungsznlagen einen gleichmäßigen pensionseigen Gehaltszuschlag von monatlich 100 M. bis zur aregelung der Besoldungsordnung, längstens jedoch bis zum Ende des laufenden Kalenderjahres zu gewähren. Die nach dem 1. Dezember aus, dem Felde zurückgekehrten Beamten erhalten di« vor kurzem bewilligte Teuerungszulage für die festangestellten Beamten der Gemeinde nachbewilligt. Jüd.-1heolog. Seminar BreSla». Im Svmmersemester werden lesen: Prof. Dr. Braun: 1. Pentateuchi-Exegese, 2 Std. 2. Raschis Pentatench-Kommenitar, 2 Stdi. 3. Jbn Esras und Nachmanis Kommentar zur. Genesis, 2 Std. 4. Auslegung des Propheten Jeremiach 2 Std. 5. Schiulchan aruch.Orach Chajjim, 2 Std. 6. Literaturgeschichte der nordfranz. und deutschen Juden 1040—1250, 2 Std. 7. Histor.-diplom. Hebungen an Handschriften der Seminar-Bibliothek, 1 Std. 8. Methodik und Didaktik des jüd. Religionsunterrichts, 2 Std. Dr. Keinemann: 1. Hebr. Elementar-Grammatik, 2 Std. 2. Kursor. Lektüre des Pentateuchs und der Haftaroth, 2 Std. 3. Talmud statarisch. Traktat'Kidduschin, 6 Std. 4. Die Hellenist. Religions-Philosophie, 2 Std. 5. Hebungen über die Weisheit Salomos" und das „vierte Makkäb Lerbach", 1 Std. 6. Homilet. Lektüre, 1 Std. 7. Homilet. Uebungen, 1 Std. . Dr. Horovitz: 1. Talmud statarisch: Jebanoth, 6 Std. 2. Talmud kursor.: Baba bathra, 2 Std. 3. Tur und Schulchan aruch Joreh Dea, 4 Std. 5. Ev. eine systematische Vorlesung, 2 Std. Dr. Lewkowitz: 1. Einführung in das Gebetbuch, 2 Std. 2. Kursor. Lektüre des Buches Josua, 2 Std. 3. Einführung in Mischnah und Gemara, 6 Std-. 4. Talmud kursor.: Traktat Megillay, 2 Std. 5. Ethik und Religions- Philosophie Spinozas, 2 Std. 6. Lektüre von Spinozas Ethik, 1. Std. Das Seminar stellt es .den Studierenden aller Fakultäten frei, an einzelnen Vorlesungen unentgeltlich teilzunehmen. y Dentsch-veiterreich Die Mazzothversorgu«« in Me«. Ueber die Schwierigkeit der Beschaffung des zur Mazzotherzeugung erforderlichen Mehles äußerte sich Oberrabbiner Dr. Chajes nach seiner Rückkehr aus der Schweiz zu einem Mitarbeiter der »Miener Morgenztg." wie folgt: - 'Auf Grund der seinerzeit von der jüdischen Pressezentrale in 'Zürich eingeleiteten Aktion hatte die interalliierte Kommission zwar die Erlaubnis zur Ausfuhr von 25 Waggons Mehl für die Wiener jüdische Gemeinde erteilt, doch wurde der Versand von der Schweizer Regierung wieder inhibiert, weil diese fürchtete» das Mehl aus eigenen Beständen hergeben zu müssen. Eine Intervention der deutschösterreichischen Gesandschaft in Bern verlies ergebnislos, bis es schließlich persönlichen Bemühuügen gelang, beim Bundesrat Schultheß wie auch beim Ernährungsdirektor soweit ausklärend zu wirken, daß diese den Versand von zunächst 10 Waggons freigaben; restliche 15 Waggons wollte die interalliierte Kommission von Marseilleaus verladen lassen, doch dürfte infolge der beschränkten Zeit dieser Teil der Sendung, nicht mehr rechtzeitig in der Schweiz eintrefferk. Ungarn«. Ei» jüdischer Hel». -Aus- 'Arad wird gemeldet, daß sich! der Hauptvertrauensmann des 46. Regiments Andreas Fellner, ein 21 jähriger jüdischer Arbeiter, vor den Augen der versammelten Mannschaft erschoß. Fellner hatte, öffentlich erllärte, daß er die Disziplin seiner Kameraden mit seinem! Leben verbürge.; Als diese jedoch den Befehl erhielten, sich in ein benachbartes Dorf zu begeben, verweigerte ein Teil. Len Gehorsam mit der- Begründung, daß, ihre Ausrüstung unvollkommen sei. Fellner hielt ihnen vor, wie schwer es jetzt sei, neue Sachen herbeizuschaffen.»„Jm übrigen habe ich mich für euren Gehorsam, mit meinem Leben verbürgt. Ich? müßte euretwegen.wortbrüchig werden, wenn ihr meutert, und würde mich lieber vor euren LyhjMkmslsrviLWissbinäskskdsitea Philipp Trauner ' Textorstrasse 68. Telephon Eömer L778. > Augen erschießen. Ich bftte euch, treibt mich nicht zum Aeußersten." Da sich! doch noch welche fanden, die nicht gehen wollten, zog Fellner seinen Revolver nnd er-' sich. Dem Leichenbegängnis wohnten Kriegsminister B5frnt und der Präsident des Budapester Soldatenrates g a n y bei. Zur Zeit des Begräbnisses wurde in sämtlichen Budapester Ministerien die Arbeit auf fünf Minuten eingestellt. Dem Verstorbenen soll ein Denkmal errichtet werden.! - , Polen. Verbot des hebräische« Sprachunterrichtes 1» LodL Entgegen den „Provisorischen Verordnungen" des Mi?» nisteriums für Kultus und Bildung, wonach die Einführung der hebräischen Sprache als obligater Gegenstand in den jüdischen öffentlichen Schulen angeordnet wurdet ver- ' fügte der Lodzer Schulrat die Einstellung dieses Untere richtes in den jüdischen Volksschulen. , - Diese Verfügung hak in allen jüdischen Kreisen Anregung hervorgerufen, denn abgesehen davon, daß sie die Entlassung sämtliche^ hebräischer Lehrer in den 40 jüdischen Volksschulen zur Folge haben würde, hat sie auch eine prinzipielle Bedeutung für das jüdische Schulwesen überhaupt. Rnmänien. Neue Morttatea. Der bekannte Ingenieur Agronom Frei mann, derdie landwirtschaftliche Schule der Pariser Jkä unweit Sa- ' roki in Beßarabien geleitet hat, wurde ohne jeden 'Grund nach einigen Tagen zur Beerdigung freigegeben. Großbritannien. Der Board of Teputies gegen Lucieu Wolfs Haltuug. Der Board of Deputies tadelte die Haltung -Lucien! Wolss, dessen Memorandum an die Friedenskonferenz die nationalen'Forderungen des jüdisch!en Volkes ignorrerte- - Wegen Wolfs Abwesenheit wurde eine Beschlußfassung aus die nächste Sitzung verschoben. Lionel Rotschild und Lord Swaythling, die das Memorandum mitunter- : zeichnet hatten, traten zurück. An ihrer Stelle wurde« Prag und Henriques gewählt. Die englische« Haudelskreise geg-u Beziehmige» z» Pole». Das Polnische Komitee in London veranstaltete, wie wir dem Jüdischen Preßbüro Stockholm entnehmen, eine Zusammenkunft englischer Kauflente zu dem Zweck, eing polnische Handelskammer in London zu gründen. Graf S zult i v s k y, der spezielle Abgesandte der polnischen Regierung in London» wohnte der Tagung bei.'*Ein englischer ' Kaufmann verwies aus die Judenpogrome in Polen und erllärte, daß die Aufnahme von Handelsbeziehungen -mit Polen aus diesem Grunde zur Zeit unmöglich sei. Graf Szultivsky erllärte namens der polnischen Regierung,' die Geschichte Polens beweise die Toleranz des polnischen Bofr-. kes. Die' Pogrome in Galizien seien zumeist das Werk der Ukrainer. (Dies ist gelogen!) Polen und Inden wwche«: nach dem Kriege ftcuiäschaftlich znsammenleben» und die.' Juden würden alle Freiheiten genießen. /, ~ Amerika. , ' Die amerikanische« Politiker über de» 3i»»is«us. Die Delegation der Zionistischen Organisationin? Ne w hork, die sich zur Zeit in London befindet, gab-- ein Enquetenbuch heraus, das. die Zustimmungserllärungj von- 61'Senatoren aus 44 verschiiedenen Staaten der Ber-' ' einigten. Staaten und. 293 Kongreßmitgliedern zum Zionismus enthält. V Palästina. BULuug eine» sozialistische« Partei. _ I« Pethach-Tikwah fand eine Arbeiterkonserenz. statt, bei? der alle ländliche« und städtische« Organisationen sowie die amerikanischen Legionäre vertreten warem» Anwesend waren 81 Delegierte. Es wurde der BeschchrE gefaßt, eine Vereinigung der jüdischen Arbeiterschaft auf sozialistischer und zionistischer Basis herbeizuführen- Wegen des in Palästina herrschenden Mangels aw Arbeitern wurde beschlossen, daß die Legionäre ünj Lande, bleiben sollen. - . ’f Die Konferenz erllärte sich als jüdische konstituierende Versammlung Palästinas und damit als erster Schritt zur' Verwirklichung der jüdischen Selbstregierung. Sie forderte^ die international garantierte jüdische Freistatt in Palästina^ bis die Juden die Majorität im Lande haben werde«, sowie die internationale Anerkennung des Rechtesdeü. Juden zum Zusammenschluß, um eine juristische und? polh-- tische Einheit zu bilden zwecks Errichtung des nationakriU, Heimes in Palästina und zwecks Verteidigung der jüdischen:' Interessen. . ätjta GoeBvestr. 19. Ihudeum ' Karze -vlMsche Nachrichten. . Pose«. Bei de« Stadtverordneteuwatzbvm erhielt die vom Zentralverein deutscher StaatsbürgerLjüd^ Glaubens aufs heftigste bekämpfte jüdischn »ti'»«ake