Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 11 (14.3.1919)
- Date
- 1919-03-14
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite-2. Neue OreM. Nr. 11 Xel.: Hpasa 6516. IMaanteaase Jks&mg po»L1 SMdr." AHfanfcjpehti 7 Uhr. -sMMa «MtklMsIga JHtrakMons - Awg -Drsanisatiou Amerikas, ferner noch einmak. von« Sa»krr- ,Low und Weidmann namens der Juden PiMstinas? ' -Das Dokument besinnt mit einer historischen Einleitung, »rnchält dann die RrNirrungserÜarungcn über die Errich- (KuM der jüdischen- Heimstätte, die Resolutionen der zio- - nistischen Konyresse unddesamerikanisch-jüdischen Kon- . -gr^sts. ES folgen dann die- VorschWge: Z 1, lautet: „Die 'holtenvertragsschließenden Parteien anerkennen das histouäjcheMeM deLJndenvolkcs auf Palästina ioth das Recht Inden, Palästina, als nationales Heim wieder aufzui bauen." K 2 behandelt die Grenzen Palästinas, § Z.vcr- Myckdaß dja Souveränität über Palästina dem Bvlker- Ämchi übertragen weide und Großbritannien vomPAker- -bund als' Mandatar MM werden soll. § 5 verlangt, in --Palästina müssen derartige politisch, administrative und Monomische Bedingungen getroffen werden, die die Errichtung einet nationalen Heimstätte für das Judenvoll und Me Schaffung eines autonomen Mischen Gemeinwesens ermöglichen, wobei klar verstanden wirddaß nichts gettm.wvdea soll, was den bürgerlichen, und religiösen Rechnender bestehenden nicht-jüdischen Gemeinden oder die -'-Rechte und die politische Stellung der Juden anderer »Micher beeinträchtigen könnte. Der Mandatar soll die 'jüdische Zmmiarationund die! Bildung einer geschlossenen Didffchen Siedlung fördern. Ein Jrchenrat soll den' Mandätar bei der Entwicklung des Planes der jüdischen Heimunterstützen, Konzessionen sollen gewährt werden für - 'Merkliche Arbeiten unter Erschließung der Hilfsquellen 'des Zandes. Ter Mandatar soll die Bildung einer Selbstregierung durch weitestgehende Maßnahmen ermutigen. MeziouMscheKovserenz i« London. Am 24. Februar wurde die zionistische Konferenz in London in Gegenwart von 50 Delegierten ans England, Frankreich, Palästina, Rußland, Polen, Süd-Afrika, Australien, Palästina,' Rußland, Polen, Süd-Afrika Tschechoslovakien, Jngoslavien, Griechenland und Schweiz, Skaichinavien, von Poalezion und von Misrachisten eröffnet. Weizmann nnd Sokolow erstatteten politische Berichte tiber die Lage in Palästina und die Forderungen der Zstiedensstinferenz. Schmarsa Lewin präsi- Werte die Mittwochsitzung, ans welcher Dr. H en r i Ed er Äber die politische, ökonomische und kulturelle Tätigkeit -per Palästiuakommission berichtete. Julius Simon ' referierte über die zukünftige organisatorische Arbeit, Ein- Muderung und Kolonisation. Auf Vorschlag der Agendenkoinmission, die aus Aelilin, Simon^, Herr mann. Schochat, Farbstein, Barondeß, Berlin be- Pcht, Winden sieben Komittees gewäUt: für Politik, Finanzen, Organisation, zukünftiger Arbeit Kolonisation, .Auswanderung, Erziehung, nationale- Rechte, welche von . Donnerstag bis Montag'arbeiten. Tehegramm aus London. -■•v In der Mitttvochssitznng berichtete Weizmann über die zionistische Abordnung vor der Friedens» .konferenz. ' Er sprach sich durchaus befriedigend von dem Empfang - aus und erklärte, Last die Forderung einer jüdischnationalen Heimstätte in PMssina muynehr van deu Mächte« angenommen ist. In der betreffenden Sitzung der Friedenskonferenz vertraten Balfour und MrlmrEnglcuch Pichon und Tardieu Frankreich, Lansing und White Amerika und Svnnino Italien. Die Zionistische Abordnung wurde nach, Schluß der Verhandlung von Balfour und Sonnino für ihr wirkungsvolles Auftreten beglückwünscht. Tardieu tellte der Presse mit, daß Frankreich keinen Einwand gegen ^Englands Sachwalterschaft Aber Palästina erhebt. , ' - . Die Friedenskonferenz überwies die zionistischen Forderungen einer Kommission zur Beratung der Einzelheiten. Der - amerikanische Zionist Professor Frrmkfurter wurde be- -Luftragtdie juristische Seite bei den Verhandlungen zu be- WcheiteNj Weizmann schloß seinen Bernhit mit dem Segensspruch. .„-Schehechejonn" - Die Lmdoner zionistische Konferenz nahm Wekzmaims Bericht, begeistert auf. Die Vertreter der versthjiedenen Län« :btx ^Aachen auf hebräisch, jiddisch und englisch ihre» DanV «uü. - ' - - ] '; . - Die in ihrer MvnbagSsi^x»^ «ach »nd Lem Hevchmin )bm t folgendes: * 1. Der Ausbau; dn:Zionistischeu Organisation iskein wichtiger BostanddM'der MnWen? Astbeit. s .2. W 'M sWellmöglichW eine iKoyserenMsLnWcheü i Wtglieder des: Großen AktirmÄomiteeL stattfindom 3. Dr. Weizmann ist in Las Engere Aktionskomitee zu kooptieren. (Dieser Beschluß ist mit Zustiinmung aller l Mtglieder. des Engermu WörmÄwnte^ gefaßt worden.). 4. Das 'Zcntralbürv der Zionistischen Organisation wird in London errichtet. Ihm ist das Zweigbürv in Kopenhagen untergeordnet: Es wurde-nachdrücklich betont, daß: die Notwendigkeit der Einheit dex Organisation aüfrechtzperhalten ist. In der Menswg-Sitzung berichtete-Motzki n namens der Kommission nationaler Wechte. Die angenommenen Resolutionen fordern nationale Rechte in allen ncugebildeten oder reorganisierten Staaten sowie Entschädigung sür Verluste durch Krieg-odev Pogrom. Tpe Pogromentschädigmrg soll von den betreffenden Staaten getragen werden. Orthodoxie und Zionismus. Et» Briefwechsel. (Schluß.) Hochverehrter Herr Rabbiner! .-'Ich danke Ihnen.bestens-- für. Ihre Äittwort vom- 6. ds- Mts. Ich wul "Ihnen nicht ausführlich, antworten, weil dies eine Erwiderung von Ihnen Hervorrufen würde und die Sache, wie mir scheintschon ziemlich geklärt ist. Einige Bemerkungen seien mir indes doch gestattet. Es ist immer mißlich, wenn man Sem Gegner vorschreiben will, was er -hätte tun müssen, um ihm dann aus der Unterlassung einen Vorwurf zu machen. So, wenn Sie eingangs sagendaß ich auch nicht eine einzige sachliche Widerlegung Ihrer sachlichen Begründung versucht habe. Das war garnicht die Aufgabe meiner Ausführungen vom 2. Januar, die ich mir unter dem frischen Eindrücke Ihrer Rede von 'der. Seele geschrieben Habel Was die Aüfgabe meines Briefes war, gehtAki. E. mit genügender Deutlichkeit ans "ihmselbst her^r. Sie finden selbst, daß im Mittelpunkte meiner Ausführungen der Punkt 1 der Resolution des Verbandes der orthodoxen Rabbiner vom Jahre,1898 steht. Daß diese Resolution von der Protest-Erklärung des allgemeinen Rabbinerverbandes ausgeht, Hab» ich selbst ausgeführt und: dabei auch, gesagtwas damit m. E. getroffen werden sollte. Ich habe aber auch weiterhin dem Wunsche Ausdruck gegeben, das Material darüber zu bekommen, wie der orthodoxe Rabbinerverband gerade zu dieser Fassung gekommen ist. Ich glaube, loyaler konnte ich nicht handeln. Sie haben min dieses: Material, wie aus Ihrem Briefe hervorgeht und wie Sie mir.persönlich sagten, nicht beschaffen können. Sie folgern vielmehr 'die Resolutiondes orthodoxen Rabbinerverbandes aus der Begründung, die Herr Rabbiner Dr. Horowitz im Jahre 1898 für die Erklärung des allgemeinen Rabbinerverbandes gegeben hat. Es ist Ihnen dabei aber das Malheur passiert, zu übersehen, daß die Erllärung des allgemeinen Rabbinerverbandes im Jahre 1897 vor dem ersten Baseler Kongreß abgegeben worden ist. Sie konnte sich also garnicht mit dem Programm und den Theorieen des Zionismus, offenen oder versteckten, beschäftigen und spricht daher auch nur von Bestrebungen sogenannter Zionisten'^. Die Begründung, besser gesagt, die versuchte Rechtfertigung, die- Herr Rabbiner Dr. Horowitz später der Erllärung gegeben hat, mußc daher außer Betracht bleiben. Jedenfalls konnte der orthodoxe Rabbinerverband in seiner Erllärung nicht von offenen Theorieen 'des Zionismus sprechen im Gegensatzzu versteckten 'Theorieen, die die Erllärung des allgemeinen Rabbinerverbaudes treffen will, da bei Abfassung dieser letzteren Erllärung überhaupt noch kein Programm des Zionismus. Vorgelegen hat. Ich glaube, es ist nicht unerlaubt, demgegenüber sich an den einfachen Pschatt zu halten- und dieser ist allerdings so-klardaß man nur-einer Meinung sein-kün«. Wäre: «Pandersdann Wnntsman mit Recht den Herrn vom orthodoxen Rabbiuerverband zurufen: „Chacharniir hifaharu bwdiereichem!^ Es ist natürlnhmöglich, daß der .orthodoxe Rabbinerverband an verhüllte Theorieen des Zionismus gedacht hat. Wie burffeterrhamt aber schweigen und sich mit einer im Vergleich, zu. der schweren. Wveroh so nebensächlichen Frage, wie der Leitung, begnügen! War es dann nicht seine heilige- Pflicht- Strauchelnde vor dem Fall zubewahren und sie auf die. schweren- Urllstricke hinzuweise.», die ihnen der anscheinend st harmlose- Zionismus bot? Aber noch mehr, u n-d^d a.s. i.st de r springe n d.e Punkt, die Nendraritä-t in religiösen Dingen war ja gar-kerne werhüllte THedrre des ZionismuK, sondern« lag-fKr je,denoffen zu S itte; Ich frage noch eimnäl, warum hgt der orthodoxe Rabbinerverband nicht nur-geschwiegen,, sondern sich, sogar, so. wie geschehen, ausgedrückt, wenn, später diese Neutralität Vorführung stet? gmen qjjd herarragenierjEitoe. Kaffee Kaiser garten am Oßernplati TSglioh von 4 Uhr ah . «u. u-i ijli" ■— . . dM ZronrslMl^-uk relrgiöferr Dingen alZ fo schwcre^.Wveroh zur bezeichnen war?! Sie beschäftigen sich nun mtb einer Frage, warum auch, später „niemals" gesagt worden ist, daß das Wülzjp, des- Zionismus der Orthodoxie widersprechen würde, weil der Zionismus in religiösen Dingen eine neutrale Stellung cinnimmt. Zunächst möchte ich bemerken, daß trotz des doppelt unterstrichenen „niemals" ich diese Behauptung nicht aufgestellt habe, wie ich auch an anderer Stelle nicht von der neuen Zeit gesprochen habe. Wie ich dort von der „neueren" Zeit im Gegensatz zum Jahre 1898 gesprockzen habe, so bezog sich mein „niemals" auch immer auf die frühere Zeit. Ich gebe aber trotzdem gern zu, daß rNir der fragliche Einwand erst verhältnismäßig spät bekannt geworden, ist, obgleich ich, wie ich glaube, sür'alle Vorgänge dieser Art von jeher ein wachsames Ohr gehabt habe. Die Artikel des Israelit sind mir nicht gegenwärtig und würden ja bestenfalls auch nur die Meinung eines einzelnen darstcllen. Dagegen bekenne Ich, daß mir die Resolution der orthodoxen Rabbiüerkommission der Freien Bereinigung vom, Jahre.1904 «entschwunden war. Ich befinde «mich da ja in IHM angenehmen Gesellschaft: denn Sie selbst, sagten mir/daß Ihnen diese Erllärung' entweder nie bekannt geworden- oder längst entschwunden war. , In dieser Erklärung, speziell in den Anmerkungen, wird allerdings mit dem- Msrachi soschärf al^ möglich umgegangeir und das: Bekenntnis zu. ihm als „verbrecherisch" bezeichnet. Sie weisenzu meiner Widerlegung darauf hin, daß dies vor 14 Jahren geschehen ist. Ich gestatte mir, demgegenüber darauf aufmerksam zu. machen, daß- ^ie!vom miv augeführt« Resolution des orthodoxen Rabbinerverbandes-bereits vor 20 Jahren erlassen worden ist.' Wenn inan die Anmerkimgen des Verbandes heute liestso kann man sich des Eindruckes nicht,erwehren, daß darin direkte Widerspreche enthalten sind, nnd daß vor. allem innerhalb der deutschen Orthodoxie keineeinheitliche Auffassung. gegenüber dem Zionismus, bestand; Gegendamals ist ünbedülgh ein Wandel eiugetreten. Wenn man die Dinge von. damals mit heute vergleicht,, somutz, man feststellen, daß auch die deutsche Orthodoxie, bis vielleicht auf igetmffe «reife, sich auch Nicht der lebendig sortwirkenden Entwickelung entziehen kann. Ich-darf, also nach wie vor die Hoffnung hegendaß einmal eine gründlich» Revidierung des Stwrdpunktes der Orthodoxie zum. Zionismus stattfinden wird, und ich darf vor «allem hoffe», daß wenigstens eine gemeinsame Arbeit sich in vielen- Fällenermöglichen lassen wird. . . . ' i Berlin. \ Direktor Dckvid. * ' Sehr geehrter Herr Direktor David! - Mit bestem Danke für Ihre werte Zuschrift,. vom 10. ds. Mts. schließe, ich mich -Jhver Meinung an, daßunsere ikvrrespondenz über diesen Gegenstand abgeschlossen werden kann. Ich beschränke mich darum auf das Wlernötigste^und wul auch diests nur in Mrze sagen. Wnn auch zweifellos in bester Meinung, so haben Sie sich doch den Versuch einer Entkräftung meiner, wie mir scheint nnd ich schon sagteeinziggegebenen Mlffassnng der Resolution desorthodoxen Rabbinerverbandes. gar. zu leicht gemacht, «indem Sie unter dem Steinpel -„Malheur" einen Umstand hervorhoben, der für das .thama probandum ohne jegliche Bedeutung ist. Nicht darauf kommt es ack, ob die Erllärung. des allgemeinen- Rabbinervevbandes. vor oder nach dem ersten Baseler Kongreß abgegeben wurde. Sondern darauß 1. ob der Allgemeine Rabbinerverbaud seine Erllärung nach dem «ersten Baseler Kongreß unverändert aufrecht erhalten hat und mib welcher Kommentierung, " 2. äb - dies» Kommentierung der Resolution des orthodoxen Rabbinerverbanöds vorangegangen ist. , Nur wenn Sie däI-Bttnheur^' gehabt hätüürdiese beiden Punkte, oder einen derselben verneinen zu können, dann hätten Siemeinen- —. ich zitier» Sie — „Pschat" (das Wort« in Ihrem Sinne gebraucht) wirklich als gegenstandskoL erwiesen; Sv' aber bleibt meine, Äusfasfung der betr. Resolution von Ihrer Gegenausführung, unberührt. Zu Ihrem-„springenden Punkt"! Sie übersehentrotz meinerausführlichen Darlegungen noch: immerum welchen' Borgqng «allein bei der ResÄutiom desorthodoxen, Rab- , binervsrkanües-es.sichgehandeL hat,.vielcher 'Aylaß.sie. herbeigeführt, wogegen sie sich gewendet hat. Nicht ump'eine Abrechnung mit dem Zionismus hat es sich« gehmidett, son- "vern. um die Stellungnahme deL allgemeinen »Rabbiner- Verbandeszum- Zionismus; Gegen» denmvduL. procedeydi dieses Rabbinerverbaudes. wendet sich, die» Resolution, weil er. das neue Programm des Zionismus' mit. Wgumenten bekämpfen zusollen glaubtiv di»-nurbeß! denen "Mmken« nnng finden.Sonnten,, die: das: ineueProjekt: — Heimstätte -— als einen Deckmantel für-daL,<üte Pr^kt — Judenstaat-— angesehen haben. Diese. Polemikhielt der orthodoxe Rabbiuerverband .für fÄsch vezw. unzureichend. Uuc dieses, sie hervorrufenden- (Anlasses und Zwecken willen-beginnt die Resosutiou ja auch, um deu Wvrteu:. „Die« ErttÄungr.der Protestrabbiner beruht «auf, Irrtum;" Diesen Gedanken fuhrt sie in. 4-Paragraphen-,<ms/Wir scheint, wenn.Lie Verfasser der Resolution den Rat „Chächomm, hasiharu bedivneichem! auch bis- W Wußerste beachtet-, hätten,- wäreihnennie beigefallen, es könnte irgend ein iMreffiertO^JvdeMr WAt ausgerechnet auf den Güumken - kommen,, daß .« die .Orthodoxie. die .im HxuustättenprogsikMM. nicht, rum. Ms- .druirMkrachten Dllwrtheorieen d«S''ZK>mSmuS»chi-l;1.i g'e.