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Neue jüdische Presse · 1919-03-07 · Heft 10 (7.3.1919) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
17 (1919)
Issue
Heft 10 (7.3.1919)
Date
1919-03-07
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 10. NeuvMLnsch« W^se. Seite 5. zerklüftete Jude werde-man dies. Ziel wöhl nur mit Palästina, über bereits im Galuth müssen wir die Vorbereitung zu dieser Erneuerung' schaffen. ‘ "' ' - §rf. M. Wormser berichtete in anschaulicher Weise, :r Jüdische Wanderbund „Blau - Weiß," diesem Ziel mstrebt. Er ist geboren als eine Auflehnung der Jugend gegen die innere Unwahrhaftigkeit und Unnatürlichkeit,, die Nüchternheit' und die Zielhaftigkeit des alten (Geschlechts. Er wifl vor allem eine Rückkehr zu natürlichen Lcbensverhältnissen, zur Begeisterungsfähigkeit, zur Arbeitsfrcudigkeit. Er erstrebt eine Loslösung unserer Jugend von ihrer naturfremden Geistigkeit. Nur einen gesunden Körper kapia ein gesunder , Geist, exfüllen. . /Darum wandertchie Jugend im „Blau-Weiß". Denn der /tagelange .Aufenthalt draußen in Wald und Feld, fern von alten Erleichterungen der Zivilisation machst schlicht: .und bedürfnislos, gesund, aufrecht und stark. Ein neues Gefühl der Gemeinschaft erwachst in den Wanderern. Auf den Heimabenden wird der tiefere Gehalt.der Bewegung vermittelt durch die Pflege des in der Tradition uns ' ' . . das Hebräischen. So wachsen hier junge Menschen heran, die, fern von schaler Genußsucht, und daher heiter und froh, von starkem Idealismus getragen (und be-eit, sich. Mit ihrer ganzen Kraft für. ihr Ideal einzusetzen, „Mensch sein und es jüdisch sein" wollen, und die hoffen, in der jüdischen Jugendbewegung die Gegensätze der Parteien in aufrichtiger Gemeinschaft aller Juden zu überwinden. Verein für jüdische Geschichte und Literatur. In seinem Bortrage „Nietzsche und das Judentum" ging Prof. Dr. Goldstein-Darmstadt davon .aus, daß Nietzsche die Verbindung zwischen den sittlichen und den religiösen Problemen erkannt und eingesehen hatte, daß alle überlieferten sittlichen Ideale nur auf. den Gottesgläuben der Bibel zurürhuführen sind, baß das Judentum die kosmischeErhabenheit der sittlichen Idee in die Welt /gebracht habe. Trotz seines Atheismus empfindet deshalb Nietzsche die Kraft und die Größe der Bibel in stärkster Weise. Ms konsequenter Atheist will er freilich in seiner „Umwertung alter Werte" all diese Grundlagen der Kultürmenschheit vernichiten. Redner zeigte, wie unhaltbar die „naturalistische Philosophie" eines Metzsches ist und besprach dann Nietzsches scharfe Abweisung des Antisemitismus. '! überkommenen AuÜurbesitzes des jüdischen Volkes; durch, Studium der jüdischen Geschichte, durch die Psiege des Berei« Mekor Chajtm. Zu einer'erhebenden Feier gestaltete sich die Sij umfei« rj die der Verein Mekor Chäjim letzten .Sonntag mit einem Festessen beging. Der Dozent des Vereins, Dr. Josef Breuer, hatte mit seinen Hörern zwei Traktate des Talmuds beendet. Der Einladung waren 220 Personen gefolgt, die den zahlreichen Reden lauschten. Eine amerikanische Versteigerung ergab 4500 M. für Palästinazwecke. . / Mo«testore-Berei». Dr. I. H e i n e m a n n behandelte in seinem Bortrage „Politische Tagesfragen und jüd. Lebensa n s ch a u u n g e n" zuerst die Frage: „Monarchie oder Republik?" Das Judentum nimmt zu der Frage, die es offen läßt, nur insofern Stellung, als es auch vom König Unterordnung unter das Gesetz verlangt, das Gottengnadentnm des Königs nicht kennt, ihn vom Volke wählen laßt und verbietet, daß tzr die Priesterwürde innehabe. Der Redner besprach sodann die Frage des „Frauenstimmrechts". Im Mtertum waren Politik und Krieg eng verbunden; nur die Krieger hatten das Wahlrecht. Auch nahm das Haus die Tätigkeit der Fran ganz in Anspruch (Spinnen üsw.). In unserer Zeit läßt das Haus der Frau häufig reichlich! Zeit sür eine andere Beschäftigung, und es Es war abends spät geworden, als dev Richter die -Verhandlung vorläufig schloß und resümierte: Der Verdacht gegen den Lehrer bleibt bestehen, ist aber nicht so zwingend, daß mmt den unbescholtenen Mann nicht aus freiem Fuß belassen könnte, es sei immerbin möglich, daß . er von der Hingabe des Anzuges vorher nichts gewußt habe, aber Riete'habe ihre Tat eingestanden und sei' als frühere Landstreicherin in hohem Grade fluchtverdächtig. Der Verdacht gegen Lichtenstein < habe sich so verdichtet, daß seine Inhaftnahme unumgänglich sei. . „Ich stelle Kaution," schrie Lichtenstein in seiner Erregung .überlaut. 1 „Bitte, nicht schreien, wir können morgen darüber verhandeln, für heute ist es'zu spät." - »Ich stelle 'auch sür Ricke Kaution," entgegnete Lichten- . stein, »der in seiner unangenehmen Lage beurteilen konnte, wie kostbar das Gut der Freiheit ist. ' '„Das'glaube ich" bemerkte der Richter spöttisch, „dieses Angebot kann mir den Verdacht gegen Sie nur vertreten".'; i-' ' ' Lichtenstein uich Riete würden in Haft' abgefuhrt. / Die Mjftegung, welche diese Jnhafüiahme in der jüdischen Meuteinde hervorxief, war ganz ungeheuer. Verschwunden war die heitere Stimmung des halbfeiertäglichen '15. Schwat, es : herrschte eine allgemeine, tiefe Trauer wie. >qmd. Wb, dem Tage der Tempelzerstörung. - Daß die Wrsiegung in den nichtjüdischen Kreisen nichtminder groß war, läßt sich denken, denn diesen war selbst die Tatsache/ daß der Flüchtling im Städtchen war, etwas ' Neues, und hier betrachtete man auch den Standesunterschich. der. Verhasteten in einem andern Lichte. ., - Die ünbewegteste und ruhigste in der Stadt war Riete.. - ’ Elchanan, der /Parnes, beteiligte sich nichD an der^ ' Klagen;- di«' in vteleir Häusern und namentlich im Hause Lichtensteius Mn den zusammensitzenden trauernden Männern- und Frauen seufzend herÄrrgestoßen wurden. Er saß /liegt: kein,Wrund/ vor^dirtzste sich -nicht^Lffentlichürtätige. .Die-Bibel nennt bereits die'Namen bedeutender Frauen. Das dritte- Problemunserer Tage ist die Frage: Kapitalismus oder"Sozialisnms? 'Aber nicht auf das Mehr oder .Weniger an Geld kommt es an, sondern darauf, daß alte.Schichten der Bevölkerung im sozialen senken erzogen find und sich ihrer Verantwortung gegen; einander bewußt sind. Vor allen Dingen müssen die geistigen Güter jedem zuteil werden. Und da sind wir Juden es, die eine Volksbildungsarbeit von jeher geleistet, eine VolÄbildungsorgamsation geschaffen haben wie kein zweites Volk der Welt. Nach dem Vortrag nahmen Tr. Löffler, der Vorsitzende, und Felix Meyer als Mitglied Anlaß, Dr. Heinemanns Verdienste um die ideale jüdische 'Arbeit in Frankfurt -zu feiern und die Hoffnung auszusprechen, daß er auch näch seiner Uebersiedelnng nach Breslau die Verbindung .mit Frankfurt aufrecht erhalte. Eine hebriische Sprachschule- " Die Zion. Vereinigung hat eine hebräische Sprachschule .errichtet, die in vier Abteilungen Kinder und Erwachsene unterrichtet. Näheres siehe Inserat. «üdchenklub. Frau MargaveteSntzmann sprach im Mädchenklub über: „Die Revolution und die Juden". Revolution sei Ummer der Ausdruck einer unterdrückten nach Befreiung drängenden Gerechtigkeit, und in diesem Zu- ' sammenhang nannte' die Rednerin Moses den ersten Revolutionär, weil er jenen Aegypter erschlug. Jede Revolution müsse, auch wenn sie notwendigerweise bald verflache, immer die Keimzelle einer neuen Zeit und einer neuen Gesittung sein. Vvn-!hierjckus lbehandelte die Red Neri n die Frage nach den Aufgaben des Judentums in dieser Zeit. Sie polemisierte hierbei . gegen die ngtionaljüdische Idee im parteipolitischen Sinne, da,^während bei den übrigen Völkern tas Nationale eine Schranke darstelle, bei den Juden gerade das Uebernationale den Sinn ihrer Geschichte bilde. Sie erörterte die Gebundenheit des Individuums durch das Religionsgesetz, mit dem auch der durch Erziehung oder Einzelschicktel Losgelöste ewig in irgend einer Weise verbunden bleÄr. Die wahre Aufgabe des jüd. Volkes sei die messianische. Mlerdings nicht in dem Sinne Hermann 'Cohens, in dessen durchaus abendländischer von Kant und Plato bestimmter Gedankenwelt der jüdische Einschlag das einzige Jncommensurabte darstelle, dessen Messianismus aber im Grunde nichts Anderes sei als der moralische Fortschritt bei Kant. Demgegenüber stellte sie die prophetische Auffassung vom Messias, dessen Reich von dieser Welt ist, von der Aufrichtung des Tempels als Tempel der Menschheit und die Durchdringung alter Menschen- und alten Lebens mit der in den Propheten verkündeten, die Welt vom Leid und vom Bösen befreienden neuen Menschheitsgesinnnng. (Die Propheten, künden die Wiedererrichtung; des jüdischen Staatswesens als Voraussetzung für dos Kommen des Messias, sie sind daher uationaljüdisch „auch ini parteipolitischen Sinne". D. Redakt.) >_ Bunte Chronik. Sie Nervenkranke von Hermann Seckbach Sabbat nachmittag ist es — draußen naßkaltes Winterwetter. Der Sturm heult ums Haus heraum, als ob er uns den stiirmischarr Wellenschlag der Zeit recht eindringlich vorführen möchte. Doppelt wohltuend berührt da die Sabbatruhe ....(, In Gedanken versunken, sitze ich im Zimmer, und überhöre beinahe ein Klopfen an der Türe. Zwei Damen treten ein, — die eine mittelgroß, getetzteu Mters mit ernstem, abgehärmtem Gesichts ausdruck/Die andere schlank gebaut, eine jugendlich schöne Erscheinung, doch der Blick ist tiefallein in seinem Zimmer; auch seiner Frau und seinem Kindern hatte er befohlen, ihn nicht zu stören. „Ich habe 'es längst geahnt," brummte er,, „daß er Jakob einmal anläuft mit seiner Dummheit, immer so stark ans sein Geld zu pochen; er meint, der Reichste-müßte auch in allem die ausschlaggebende Person sein. Wenn er sich nicht so dumm angestellt hätte, hätte er den Verdacht mit zwei Worten vernichten können. Na, er ist ja eigentliche kein Köser Mensch, ich werde die Sache in die Hand nehmen, dafür Jmt ich bcr Parnes." Von einem Reg"! in seinem Laden holte er alle Bücher herunter, die er seit Begründung seines Geschäfts und Haushalts schön numeriert und geordnet stehen hatte. Da saß er die ganze Nacht mit Durchsicht derselben und machte eifrig Notizen. Der. Morgen dämmerte schon herauf, als er mit seinen Zusammenstellungen fertig war. Er klappte auch das letzte der Bücher zu, Holte sich große Päckbogen, schnurrte die Bücher in mehrere Pakete zusammen und numerierte sie. „So," sagte er selbstzufrieden, „damit bin ich fertig. Jetzt das andere." 'Ans seinem! Bücherschrank entnahm er eine deutsche Uebersetzung des Pentateuch und legte sie vor sich hin. Eine Zeitlckng saß er, den Kopf in die Hand gestützt, und überlegte, dann blätterte er an mehreren Stellen und legte zusammengefalzte Papiere zwischen die Blätter. „Es ist gar nicht nötig, daß ich mich länger besinne,, es reicht auch so," sagte er zu sich selbst und sah nach der Uhr. Es war Zeit, zum Morgengottesdienst zu gehen.' ' Nach demselben ging er in die Wohnung des Lehrers, und wie es seine Mt war, fing er ohne den Zweck seines Eintritts zu erklären und -ohne Vorrede gleich an, von denk zu-sprechen, was ihm am Hedn lag. »Hören Sie einmal, Herr Lehrer," begann er, „in, diese Sach können Sie sich nicht mischen, wie. Sie sonst' / immer tun, wenn es sich um das Wrhl der Gemeknm: --traurig'- Ä wirkt/ lös» »irr Wchatte» auf demsomchstn Mrtlitz. ' ’ > > -- - ' Beide sind einfach dunkel gekleidet, jeglicher Schmuck fehlt. Ich bat die Damen Platz zu nehmen. , „Meine Schwester und sch kommen zu Ihnen," begann dann die Aeltere, „weil Uns bekannt ist, daß Stesieh, für die Unterbringung jüdischer Nervenkrarcker interessioren." — Meinen erstaunten Bsick anfsangend» fuhr sie'fort: „Sie wundern sich gewiß, was wir damit zu tun haben. Leider fügte - es düs Schicksal, daß meine Schwester von einer Nervenerkrankung betroffen wurde. Wie Sie dieselbe hier vor sich sehen, werden Ste gewiß nicht ahnen, wieviel Schmerz und Kummer sie in den letzten Jahren erdulden , mußte." ' Lebhaft interessiert sah ich die junge Dame an. ,Zst§ möglich/' fragte ich mich, ,„daß diese gesund aüsseheiche Frau. so Schweres bereits dnrchgemacht, hat?" Und h« Antwort hierauf ward mir. Mit einer melodischen, sanften Stimme erzählte ram die junge Fran ihre Leidensgeschichte: ,Zch war ein glückliches Menschenkind," begann fl»; „vom Elternhaus her in echt jüdischem Sinne -erzogen, hielt ich es nach meiner Verheiratung für meine höchste Aufgabe,'all das Edle und Schöne, das ich im Elternhcmse. in mir anfnahm, in meine eigene Häuslichkeit zu verpflanzen. So lebten wir — mein Gatte und ich — züsrieden dahin, bis der Krieg ausbrach. Mein Mann mußte hinaus, und ich blieb in einem hilfsbedürftigen Zustande- - zurück. Im Anfang ging alles gut, wir schrieben uns täglich, und dieser stete Gedankenaustausch brachte uns die Trennung nicht so sehr zum Bewußtsein. Doch nicht all zu lange währte' diese bescheidene Freude; eines Tages brachte der Postbote den Brief zurück mit dem Vermerk: „vermißt". Ich warf kaum einen Blick auf dies nnglückbringende Wort, da fiel ich bewußtlos hin. — Kurz danach kam unser kleiner Joseph zur- Welt. .Mein durch dte Ereignisse schon vorher geschwächter Körper brach nun vollends zusammen. In heftigem Fiberdelirium kam dte Unstillbare Sehnsucht nach meinem Gatten zum Ausdruck; ich verfiel.schließlich! einer Gemntserkranknng und mußte in eine Irrenanstalt verbracht werden Es ergreift mich Entsetzen, wenn ich heute diese Worte aussprechen muß. Mein Geist war wohl über das auf mich Hereingefiurmte in Verwirrung geraten, aber doch gab es Stunden, entsetzliche Stunden, in denen mir bewußt wurde, wo ich mich befand. Da kam 'der seelische Schmerz hinzu, wenn, ich empfinden mutzte, daß ich mich in einem nichtjüdischpn Hause befand. Vor Scham wollte ich vergehen, alsmir-der Scheitel vom Kopfe entfernt wurde und dev Wahnsinn packte mich beinahe, wenn ich hungernd mich auf die nicht-' rituelle Nahrung stürzen mußtet Kein Angehöriger kannte zu mir, denn ich gehörte zn den Jfolierkranten. Undw^ kann ich Ihnen den unsagbaren Schmerz schildern, den ich an den, Freitagabenden empfand, da gab eS 'Augenblicke, wo mich nur das Gottvertrauen darüber - hinwegbringen konnte. Wie ein Traum kam mir alles vor. Ganz, ins nebelhafte verhüllt, sah ich die Sabbatlichter stehen und mein armer Kopf verlor sich dann. — ■ Als meine Gedanken wieder klarer wurden, sagte , ich mir, Latz ich mich in 'das Unabänderliche fügen müßte." „Wer von all den Menschen, die mich pflegten, terntte -im entferntesten auch.nur ahnen, was «ine WüscheFra« empfindet, wenn ihr die religiöse Weihe genommen wird?" Sichtlich erregt hielt dte Sprechende inne. Und mich erschütterte diese Erzählung derartig, daß mir nicht ein Wort Wer dte Lippen kam. / „Lassen Ste mich Ihnen nun noch das glückliche Ende -'meiner Leidenszeit erzählen: Meiner treufürforgenden Schwester gelang es, nachdem: sie erfuhr, Latz mein Mann in Gefangenschaft geraten war, den Aufenthalt desselben zn ermitteln. Bald hierauf konnte ste mir das erste Lebenszeiten von ihm aushändigen. Aufs Gmistigste hierdurch auf meinen Zustand beeinflußt, war ich bald auf dem Wege vollkommenster Genesung und konnte inmein Heim znrückkehren. Dank der liebevollen». unernnldlichen oder eines einzelnen Mitglieds handelt. Es. geht nicht» weil Sie selbst dummerweise verdächtigt worden-find. Ich brauche Ihnen das nicht, zn. sagen. Sie wissen das besser als ich, der Hohepriester hat am Jom Kippur aach mcht für das Volk führen können, ehe er nicht für sich selbst und die Priester gesühnt hatte. Wie heißt gleich her Spruch? Besser es kommt ein Reiner und sühnt für S@t- Schuldigen, als wenn ein Schuldiger kommt, um den Fürsprech für einen Schuldigen zn machen. — Deshalb gehe ich heute und nicht Ste vors Gericht und mache Len Sachverständigen. Ich hoffe und brings fertig. Dem Jckkob kann ich helfen, aber Ihrer Magd nicht, da laß' ich meine Finger davon. Hat ste ein Unrecht getan, soll ste es auch, büßen; ich habe schon damals dem zugestimmt, was Ste in der Kolnidrenacht entschieden haben und habe awch.- schon bei andern Gelegenheiten betont, daß wir Juden noch mehr und strenger als jeder andere die Landesgesetze hcckten müssen." ,Me Riete ist auch nicht so schuldig, wie es scheint/' warf die Frau Lehrer bekümmert ein. ,/Warum treten Ste denn yicht für sie auf?" . „Ich kann nicht." „Soll das heißen. Sie können nicht oder Sie könnenwohl, aber Ste dürfen nicht?" „Ich kann, aber ich darf nicht, ich hab's versprochrn." Der Parnes lachte spöttisch auf. ,/Das ist echte Weiberweisheit! Wenn ich jemand versprachen habe. Ich will ihn sein Leben lang nicht mte&ec, anrühren, und er fällt ins Wasser, damt<rühr ich chn'doch an trotz meinem Versprechen. Ich-habe auch schon Hunderte, mal gesagt, ich werde Jakobs Dummheiten nie mdjr beachten, weil! et mir Bei affetr^ Verbesserungen widersprochen hat, nur um sich wichtig zu machen, und .Ktzt kümmere ich mich noch um feine Dmnmheiteu nnd-AMe auch, sie wwder gutzumachen." 1 G«tsetzuna tz>lgte>

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