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Neue jüdische Presse · 1919-03-07 · Heft 10 (7.3.1919) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
17 (1919)
Issue
Heft 10 (7.3.1919)
Date
1919-03-07
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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* ■*- v^-*' i*' Nr 10;. ■rt... t„ Neue MUU» Seite 3. Hflffee Bnhland S r; - Kaiaarstraaae 56 . ' Kajaeratraaae 56 Täglldt erstklassige MF*' Unterhaltungsmusik *W> Cteaangs -Einlagen. wemr es sich um einen Protest; gegen den Antisemitismus Handelte: Mo sollen sie es auch fürderhin halten. Ja, sehen denn die liberalen noch immer'nicht ein, daß die Methode des „Bisher uns Juden dem Untergang preisgeben muß, wie sie sedes.Volk.ruinieren mußte, das.-nicht nach seiner seelischen jLebensnot Handelt, sondern nach einem historischen i&xtfafe?" Mtützersmse» zur Jndenfrage. Prof. S o L e r n h e i m, -Dezmnent für jüdische Angelegenheiten hei der Deutschen Regierung, schreibt im „Tag" u. a. : i ,,Jm Laufe dieser Kriegsjahre ist die BÄ»eittung der Mischen Frage zum Bewußtsein der internationalen Oeffentlichkeit gelangt, und durch eine äußerst energische und erfolgreich geführte Politik haben es dm politischen Führer des Judentums, vor Mem der zionistischen Organisation, verstanden^^das Interesse auf die jüdischen Probleme zn'lenken. Nach den Meldungen der letzten Wochen scheint es sestzustehen, daß tatsächlich an der Friedenskonferenz das Ideal der Zionisten verwirklicht utid ein Misches Palästina geschaffen werden wird': in^welchen Formen dies geschehen wird, läßt sich noch nicht übersehen. Neben Palästina verlangen die Juden noch vor der Friedenskonferenz Gewährung der nativlnalen Autonomie für die Judenheit des Ostens und international gesicherte Gleichberechtigung der Juden in 'allen Ländern der Welt. Mit der Aufstellung dieser Forderungen und ihrer Anerkennung durch die Weltmächte ist das Judentum als ein wellpolitischer Fallor anerkannt worden. Aus der Friedenskonferenz wird - sich auch eine Vertretung des Mischen Volkes befinden, und für die Zukunft wird es eine besondere Mische Politik geben, wird ein Mischer Fallor jn der Weltpolitik eytjheien. . ist nötig, daß Deutschland zu den Misch-" pullt,scheu Forderungen Stellung nimmt und sie eben^ Mls anerkennt. Die Juden in Palästina werden für die «Belebung des vorder» Orients ein wichtiger Faktor sem, und durch den Umstand, daß ein großer Teil Zer, Juden die deutsche Sprache und .Kultur be- --Herrscht, werden sie auch besonders für M Aufnahme wirtschaftllcher Bezichungen zwischen Deutschland uiü» Vorder-Asren wertvoll werden." ..^:ie „D eutsche Allgemeine Zeitung", das ^-Möfe Orgun der deutschen.Regierung, schreibt zu dem Thema „Tie Judenfrage vor der Friedenskonferenz^ daß auch die deutsche Oeffentlichkeit sich 'mrt den Mischen Forderungen beschästigen müsse, da naturgemäß auch für Deutschalnd .die Haltung des Judentums von Bedeutung sei. ganz, besonders stir die Wachste Zukunft, wo es die wichtigste. Aufgabe der deutschen Polrtlk sein muß, wieder internationale.Beziehungen herzustellen. Von allen internationalen Verbanden sei die zionistische Weltorganisation die einzige tzcwesen, die im Kriege ihre Einheitlichkeit aufrecht zu erhalten gewußt hat. Deutsch-Oesterreich. «a Mischer Schriftsteller» nntz Aünstlerverein. An Wien hat sich eine „Vereinigung jüd. Forscher, Schriftsteller und Künstler, Harnach (Der Geist)" gebildet. Ihre Organe sind einerseits eine Rechtsschutzabteilnng und andeverseits ein Klubheim, das. gesellschaftlichem Verkehr und kulturellen Aufgaben dienstbar gemacht werden soll. Die Vereinigung gedenkt, ihre Werbearbeit zur Bildung ähnlicher Organisationen auf andere Großstädte jüdischen Lebens wie Prag, Krakau, Berlin usw. auszudehnen. Zum Präsidenten wurde Privat-Dozent Dr. Harry Torczyn er gewähll. (Die Adresse der Vereinigung lautet: Wien, I., Eoncordiaplatz 4, Kaffee Industriellen. Uuguru. »as Schicksal der galizischen Küchtlinge. '' Zu Bminn/dieses Jahres ordnete die ungarische Regierung die. Ausweisung von vielen Tausenden von jüdischen Flüchtlingen an. Mle Hinweise darauf, daß die Austreibung der Juden in der kalten Winterzeit eine ungeheure Gefahr iür die Flüchtlinge bedeute, halfen nichts, ebenso wenig: hie Argumente, daß die Unglücklichen unmöglich nach Galizien transportiert werden können in einer Zeitda täglich Nachrichten über blutige Judenpogrome und Judenverfolgungen eintreffen. Da richtete das Kopeuhagener.Büro der Zionistischen Organisation an den Minister- .Präsidenten Graf Karolyi telegraphisch das Ersuchen, die-. Ausweisung der Flüchtlinge nicht vorzunehmen und gab. der Erwartung Ausdruck, daß die demokratische Regierung^ der--jungen Republik auf die Gefühle der Judenheit dev gesamhemWelt Rücksicht nehmen werde. Auch das Lon- - doner.Zn»nistijche Büro intervenierte. Die Regierung hat daraufhin den Wischen Flüchtlingen das Anfenthaltsrecht bis. zum 15. März verlängert. .. vr«jpsif«tt»»-der Mische» «emelnden. '-Rach -Mtteilung des Preßbivws der pollnscheu Gesandtschaft. iu- Men bestätigte der polnische Ministerrat die neue- Wahkrechtsördmurg für die Mische» Gemeindmr. Ten.Frauen tvird daLWahlrecht nicht gewährt.' Ein ,Kultusrat der Mischen Gemeinden" wird in Warschau seinen Sitz haben. . . . Nach dem „IW. Ball" istben Palen nwsaisttzkr Aonfessionihr Ersuchen nnt eine tzefondmch Organisation uM genehmigt: wordem » ' * be- Die Mische» AbgeorZneten im Laudta». Aus W ar sch L» wird der „Wiener Morgenztg.' richtet:' '- ' Bei der ersten Konseren» der Parteiführer der polniscken Konstituante hat Vorreden Mischen Abgeordneten Dr. Qsias Thon (Krakau) das Wort ergriffen und beantragt, daß den jüdischen Wgeordneten eine Vertretung iu< Seniorenbmvent znerkannt werde. Rabbiner Halpe r n (Lodz) unterstützte diese Forderung. Es wurde jedoch der Antrag des preußisch-polnischen Nationaldemokraten Korfanly angenommen, daß die Mindestzahl der Abgeordneten,. welche einen Klub. Hilden können, zwölf beträgt. Dadurch werderrdie Juden vom Einfluß aufdie Geschäftsführung und wahrscheinlich auch von der Teilnahme an den meisten Debatten ausgeschlossen bleiben; sie werden gezwungen sein, bei einem anderen Klub zu hospitieren, um doch zum Wort zu gelangen. _ Dr. Thon hat au alle jüdischen Wgeordneten die Einladung zu einer Besprechung zwecks Gründung einer Bereinigung gerichtet. Die Wgeordneten der „jüdischen Bolkspartei" (.Bolkisten") sind zu düser Besprechung ohne Entschuldigung nicht erschienen: Rabbiner Perlmutter (Lublin) motivierte sein ^Fernbleiben damit, daß er in ein Parteilokal nicht kommen wolle und eimn neutralen Treffpunkt Vorschläge. Darauf ersuchte Dr. Thon den Rabbiner P e r lm n t t e r, der ohnedies der MterspräfLent der jüdischen Wgeordneten ist, er möge selbst die Besprechung «inberufen und den Vorsitz führen. Zu dieser Konferenz sind die Bolkisten auch nicht erschienen, und ihr Führer Priluzki hat sein Fernbleiben mit „Müdigkeit" entschuldigt. Dr. T hon -ist jedoch auch weiterhin um den Zusammenschluß bemüht. . Es steht nun fest, patz insgesamt 9 Wische Wgeordnetgewählt wurden, und zwar 4 Abgeordnete auf das Programm des. jüdischen Nationalrates : Grünbaum (Warschau), Thon (Krakau), Rosenblatt (Lodz) und Weinzieher (Sosnowice); 2 Dolkisten: Priluzki und Hirschkorn (beide Warschau); 2 Orthodoxe: Halpern (Lodz) und Perlmutter (Lublin); - 1 Poale-Zion: Dr. K i ppe r, der an die Stelle des verstorbenen Dr. Max Rosenseld vorruckt. Karze politische Nachrichten. Berlin. Dr. Paul Nathan, der bekannte Leiter des „Hillsvereins der deutschen Juden", einer der verdienstvollsten Kommunalpolitiker Berlins,, hat an tue Deutsche Demo kratischePiartei ein Berzichtifchreiben gerichtet. Die Partei hat ihn nämlich unter „No. 66" au) ihre Kandidatenliste gesetzt und dmnft kundgetan, daß sie auf ihn verzichtet. , „ _ Weimar. Jn der Nationalversammlung sagte Dr. Cohen (Unabh. Soz.) in einer'Rede: „Es fragt sich, ob nicht auch die. nationalen Minderheitsrechte der Juden in der Verfassung niederzulegen sind." Zürich. ' Pogrome In Bielicka. Dem „IW. Korrefpondenzbüw" wird gedrahtet: Am 4. Februar veranstalteten polnische Rekruten in Wielicka einen Judenpogrom.' Indische Häuser und 'Geschäfte wurden geplündert, Juden mißhandelt. Es wurden 11 Verwundete festaestellt.' ' , Zürich Bor einer tausendköpfigen Lersammlung sprachen hier auf der Reise nach der Londoner Zianisten-Kvnftreitz die jüdischen Nationalräte Dr. Ringel und Dr: Reich aus Lemberg, Dr. Krämer und Dr. Diamant aus Czernowitz, Dr. v. Fuchs aus Prag Wer die jWischen Forderungen zur Friedenskonferenz. Der Eindruck war ein gewaltiger und auf die nichtnationalen streife der hiesigen Judenheit wirkten die stolzen Worte der jüdischen Nationalste aus den früheren österreichischen Provinzen wie ein Erwachen. S-pectator Warschau Der Sekretär des jüdischen Emigranten. Informationsbüros^ Alter, übernimmt im Ministerium für öffentliche Arbeiten eine Abteilung für Misches Emigrationswesen. : . . . . «lew. Dr. MoseS Silbers»rv,,der erstejüdffche Minister in der Ukraine, ist im Mter von 39 Jahren verschieden. London. In Paris, wo er anläßlich der Friedenskonferenz tseilte, verschied — erst 39 Jahre alt — Sir Mark Sykes, eine anerkannte Autorität auf dem Gebiete der englischen Orientpolitik und als solche ein warmer Beffrrworter eines jüdischen Palästinas. — Balsynr empfing eine von Sokolow geführte jüdische Wvrdmrng «ns Palästina, deren Sprecher P ellin war.'Balfonr sagte: „Der Plan der Wiedererrichtung einer Mischen Heimstätte in Palästina ist schwierig, wie jeder große Plan. Aber es ist sicher, daß, die Energie und die Ausdauer der Inden mit Hilfe Großbritanniens, Amerikas und anderer Länder alle Schwierigkeiten überwinden werden und das Ziel erreicht wird." Zionistische Nachrichten. Budupeft. Professor Adolf Strauß mutzte aus Gesundbeitsrücksichteu die Präsid entschaft der Zion. Landesorganisation nieder legen. Tie Zion. Landesorganisation fordert die ungarische Judenheft zur Bildung einer national-knh- Bestenert Euch M de« Milltonensoaos des Jüdischen NationatfondS. Sedäkergaaav SS. SobSksrgaaas M. Modernes Theater Vorführung stets neuer and hervorragender Fürna, sturellcn Föderation auf und bereitet .für.die national-kulturelle Autonomie ein Memorandum. anLie Regierung vor. - Ans der Misrachi-Bewrgna^ Bericht »er OrtSgrUppe Posen. ' . Veranlaßt durch den 'Vortrag Rechtsanwalls- D n B wrl h, Berlin, in der Zionistischen Ortsgruppe; wurde; - . die bereits vor Jahren bHandene Misrachigruppe wieder- -- "Z gegründet. . ' _ . Am 19. Dezember fand die Gründungsversammlung vl statt, welche durch Max Mendelsohn'. Albert 7;^ Nenf.eld und Alfred Freimann eiWerufen warj den war. 30 Damen und 'Herren schrieben fich alL'Mft- «lieber ein. Jn den Vorstand wurden gewählt: Mendelsohn, Hermann Wolkberm, I. llchl- - felder und Hermann GabrieS und die Tomen- Kläre Mamlok und Lucie Mernhard. Die Gründung .einer Jugendgruppe wurde in Aussicht genommen. * Es wurden seitdemvdrei Mitgliederversammlungen' abgehalten, in welchen die Arbeitsziele der M.-G: besprochen, über den Zion. Delegiertentag berichtet-Mb über „Jüdische Sozialgesetzgebung" referiert wurde.? -- Jn drei Vorstandsfitzungen hat der Vorstand ein vorläufiges Arbeits- und Erziehnngsvrogramm entwor-' ' fen. „in verschiedenen Fragen der Zionistischen Ortsgruppe bezüglich der Stellung der Misrachi-Grüppe. zur Ortsgruppe Beschluß gefaßt, — die M.-G. soL in engem Zusammenschluß zur Zionistischen Organisation stehen, bezw. .einen Teil derselben bilden — und das und- " ,, J zugegangene Programm für den Kongreß besprochen^ -Q Bisher sind eingerichtet worden: Ein Kursus zur EinMruncin die Mische Literatur- und ein Bibel-- .. kursiis für die.reifere Jugend. .I- Temnächst wird eröfftiet: Ein Kursus für ^die ' 'i-? Schuljugend: Bibllsche Märchen und Sagen. — PskegS des jüdischen Hausgesangs. i/'. - v D Die Damen der M.-G. werden ArbeitsgrnppewK- 7Ä bllden welche gemeinschaftlich» lesen oder Wer bestimprke Themen referieren und dann in der Mügliederversaimp-^ ' lang berichten sollen. , - - ■% V Zentralkomitee für Grotzbrilnnnien . tlnter dem Vorsitz des Oberrabbiners Hertz fand am "j 15. Januar eine Sitzung statt. Es 'wurden H. I0i-K Nelson als Kaffier und Lazarns Cohn zum Sekretär gewählt. Sodann gelangte ein Brief zur Her- ..1lesung, her von Dr. Keller aus $meriti&'einge* ’ /; laufen war, worin ein längerer Bericht von der Tätig- -> keit der amerikanisihen Mrsrachi-Qrganisativn gegeben^' wurde. .Abgesehen von dem sehr vrfrerKichen Anwachsen des Mftgliederbestandes muß vor Mem einer^ gvotzzügigen Aktion gedacht werden, welche von den amerr- - kanischen Misrachisftn zugunsten religiöser, sozialer-^und kultureller Arbeft in Erez Israel in die Wege geleitet ~ wirrde. Es ist beabsichtigt, für diese Zweckt einen Fond von mehreren tausend Dollars anWlegen. Dr. Keller, .der zur Zeit mft einer medizinischen Kommission rn Palästina weift, gibt zugleich ein -anschauliches -- Mld von her günstigen Entwicklung, deren sich dm" . Misrachibewegung auch in Erez Israel erfreut. Das Komitee nahm für Mftte Februar ein Massen-; . mceting in Aussicht und beschloß, eine Anzahl- Propa^- gandaschristen in hebräischer, indischer-und englischer;- - Svrache erscheinen zu lassen. - ' ' -! - -Ä Bildung einer französischen MiSrachiorganisattonL. , Gelegentlich des Pariser Auftmthalles des HerrrmZi. A-", Goodman» Sekretär der Misrachi-Landesorganksation in der Schweiz, nahm dieser Gelegenheit, mit dem . ' Präsidenten des Vereins' „Ohabe Sion". Ln c ien Per quel, sowie mft dem Herausgeber des „Univers'Jrraelit^. Arme Palliöre, Unterhandlungen zu pflegen. Der Verein „Ohab« Sion" wird sich danach zu gemeinsamer Arbeit an die Misrachi-Organisation Englands angliedern. Ties dürste jedoch nur ein Provisorium sem. da geplant wird, auch im Elsaß Misrächigruppen zu gründen, die dann mit obigem Verein zu einer französischen Misrachiorganisation verbunden werden sollen. - Personrlie« «. Ueine VtttteiknnUen. Berlin. Geb. Justtzrat Prof Dr. Albert Masse hat sein Amt als Stabtrat medergelegt. Geh. Medtzinalrat Prof. Dr. Julius Hrrfchberg wurde zum Ehrenvorsitzenden der Berliner Gesellschaft für GeschnWe der Naturwissenschaften und Medizin gewählt, i ' . - Frankfurt a. M., Proftffor Dr. Oswald Lahn wurde bis zum 1. April 1920 mft der Leitung des Phi- , lanthropin, der Realschule der Jsrl Gemeinde, beauftragt. München. Das Echo" schreibt zum Tode Kurt Eis ner's n. a.: ,^n feinem Tode mag er zu feinem.' Volke,, dem er entfremdet wo^ eingetan werden.^,Lieb ^i jeder Mensch, der im Ebenbilde geschaffen," ist de» Judentums erstes Gebot. Er hat es erfüllt. »Heilig sollt ihr sein, denn heilig bin ist des Judentums letztes- Gst bot. Er lebte das Leben eines HÜligen und starb dest Tod eines HMgen. Er sei stolz darauf» Jude, zu. sest^-? =' ' > •. -d

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