Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 7 (14.2.1919)
- Date
- 1919-02-14
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 6. 3fc. 7 GpMwjfiab»», Sk WG «pf kan *rt*n de» tiOitunS- ÄwUt MrDOffiiftjjUU. KnmaUuig »ob LehrfteSe« Martin MeyerI Königswarterstr. 11, der sich seit Jahren in selbstlosester imb aufopferndster Weise :«n die vntrrbringung junger Leute in Sanistags geschlossenen Geschäften bemüht, sucht für eine Anzahl hiesiger junger Leute mit guter Schulbildung kaufmännische Lehrstellen und bittet um Anmeldung solcher Stellen. Talmud Thora-Verein. Z» einen, erhebenden Me gestaltete' sich am verflossenen Freitagabend der sich gewöhnlich an den Gottesdienst anschließende Vortrag im Talmud - Thora-Verein, der letzte für diese Wintrrsaison. Der Vortragende, Dr. May, nahm am Schlüsse seiner Rede Veranlassung, Dr. Isak Heine mann, der mit kommendem Peßach aus unserer Gemeinde scheiden wird, um nach Breslau übcrzusiedeln, im Namen des Vereins zu danken und seine Verdienste um denselben zu würdigen. Vor mehr als 25 Jahren ist der Talmud - Thora - Verein ins Leben gerufen worden; die beiden unvergeßlichen Meister, Rabbiner Dr. Markus Horowitz und Dr. HeinrichHeinemann, pflegten da nach dem Gottesdienste in begeisterter und begeisternder Rede Worte der Belehrung und Erbauung an die Gemeinde zu richten, und in ihrem Sinne ist der Verein erhalten und weiter ausgebaut worden. Neben dem ehrwürdigen Rabbiner Dr. Nobel hält eine Reihe von bewährten Rednern in dem Verein den größten Teil des Jahres allsaobatlich Vorträxe. T 7. I s a k H c i» c m a n n hat als Vorstandsmitglied und als hervorragender, beliebter Redner seit 20 Jahren für den Verein gewirkt. Dr. May verstand es, dem in trefflichen,Worten Ausdruck zu verleihen. Dr. Hcinem a n n dankte tief ergriffen und gelobte, den Geist des Talmud - Thora - Vereins in seine zukünftige, so verantwortungsvolle Wirkungsstätte mit hinüberzunehmen und echtjüdisches Leben, wie es in Frankfurt gehütet und gepflegt wird, in den Breslauer Kreis, in den er ein tritt, einpflanzen zu helfen. Die spontane Feier niachte auf alle Anwesenden eineu tiefen, unvergeßlichen Eindruck. Literarische Chronik. Eine Schrift über die polnische,» Judenpogrome. Der neugegründete Verlag „Judäa" in Stockholm und Kopenhagen gibt eine Schrift über die polnischen Judenpogrome heraus. Die Schrift, die ein großes Tatsachenmaterial und viele Dokumente für die ungeheuere Schuld der Polen bringt, erscheint in Kürze in schwedischer, dänischer, holländischer, englischer, französischer und deutscher Drache ^mb wird an die führenden Persönlichkeiten aller Länder versendet werden. 3«vr-etistuna. Die Zunz-Stiftung in Berlin unterstützt ungedruckte Arbeiten durch eine Beihilfe zu den Druckkosten, welche in philologisch-historischer Mekhode die Wissenschaft des.Judentums fördern. Die Antragsbriefe, sind in deutsckier Sprache und begleitet von der ganzen Arbeit oder von einem für eine Beurteilung ausreichenden Teile im Monat März dem Schriftführer einzureicheu. Gesuche und Manuskripte sind zu richten an Dr. S u ß n i tz k i, Berlin, Artilleriestr. 14. Für 1319 sind M. 1600.— verfügbar. Jüdische Flieger im Kriege. Ein Blatt der Erinnerung von Dr. Felix Ä. Teilhaber, Berlin. 52 Seiten. .(L 2,50. Berlin, Louis Lamm. Wir setzen den Schluß des interessonleii Büchleins hierher: „Man kann zum Kriege jedwede Stellung einnehmen: Die Tatsache, daß junge Juden als moderne Dädalus und Ikarus ihre eigenen Kreise ziehen wollen, daß sie in sich den Trieb zu Höherem und Weiterem verspüren — das beweist die Trefflichkeit und Lebensfähigkeit einer Rasse, die sich im Kampf ums Dasein durch Jahrtausende erhielt. — Erschüttert lesen wir den Schwanengesang unseres Dichters Hugo Zuckermann, des Verfassers des bekannten österreichischen Reiterliedes, der nach schwerer Verwundung ■' auf seinem Totenbette seine Makkabäergedanken in die wunderbaren Worte kleidete: / ~ ,H>eute darf ich den Genossen Makkabäerlieder singen. Weil ich selbst ein Schlverl getragen Und mein rotes Blut vergossen . . ." Und noch ein anderer jüdischer Dichter hat in seinem Nachlaß ein Bild zurückgelassen, das ergreifend schlicht alles das in wenige Worte zusammenfaßt. Es ist das Bild des jungen 20 jährigen Ludwig Franz Meyer, Sohn eines Sanitätsrats aus Gncsen, der um dieselbe Zeit im Frühjahr 1915, wie,der ältere Walter Heymann und Hugo Zuckermann, vor Sochaczew tödlich verwundet wird und wenige Tage später stirbt. Aber sein Bild lebt und klingt wie die Synthese weichherzigen Judcnschmerzes und kraftvollen Judenstolzes: „Ich weinte lange, eh' ich Lieder saug.. Dann aber legten sich die weißen Tränen,; Und über mich tan, krastbeschwingtcS Sehnen, Und gab mir weicher Worte schönen Klang, •v. Ich weinte lange, eh ich Lieder sang . . . . anzncr^"ch nicht zu singen nur bin ich aus Erden, “ um zu singen weckt ich meine Brüder — Mieve/^ Ein Ziel, daß alle meine Lieder fcwmdjt"■&«! kraftbeschwingten Taten werden. i zu singen nur bin ich aus Erden . . . Neue Mische Presse. Pxp Aalästina-Schriften, Hrst 4 imd o, hrrmO- Wtzeden von dem Deutschen Pro Palästinakomitee, 1918. In der Reihe der von dem Deutschen Komitee zur Förderung der jüdischen Palästina- Siedlung herausgegebenen Schriftcnsammlung ist als viertes Heft: Die wirtschaftliche Bedeutung Palästinas als eines Teiles der Türkei von Major a. D. Franz Carl End res und als fünftes rine Arbeit von Prof. Dr. Max Blanckenhorn über den Boden Palästinas erschienen. Stellt die Schrift Blanckenhorns eine streng wissenschaftliche, oft bis ins Einzelne gehende Untersuchung des palästinensischen Bodens auf seine geologische Beschaffenheit und Ertragfähigkeit dar, so setzt F. 2. EndrcS sich in seiner Arbeit zum Ziel die wirtschaftliche Bedeutung Palästinas innerhalb des türkischen Reiches in klaren knappen Strichen aufzuzeigen und in Helle Beleuchtung zu rücken. Die politische Weltlage hat nun seit der Verösscntlicknng dieser Flugschriften eine tiefgehende Umgestaltung erfahre»; und der politische Aspekt, unter dem die' Palästinafrage bisher in Deutschland betrachtet und behandelt worden ist, und ans den namentlich die Darlegungen Endres eingestellt sind, hat sich seitdem völlig verschoben. Doch, mag manches in der Arbeit Endres durch die Geschehnisse der letzten Seit ein anderes Gesicht erhalten haben und manches csagte gegenstandslos geworden sein, die Ansichten des genaueiö Kenners der Türkei Endres über Palästinas Zukunftsmöglichkcitcn und -Notwendigkeiten haben im großen und ganzen durchaus ihre Gültigkeit behalten. j Dem Deutschen Pro Palästina-Komitee, das heute stur mehr aus ideellen Gründen die jüdischen Palästina-Bestrebungen fördern und begünstigen kann, sei für seine -aufrichtigen und regen Bemühungen, den zionistischen Ideen auch in Deutschland den Weg zur allgemeinen Beachtung und Würdigung zu ebnen, warmer Dank gesagt. —z. Die polnischeJudenfrage, Problem und Lösung. Verfasser: Dr. Max Roscnfeld. 266 Seiten. 8 JL Verlag: R. Löwit, Wien. Der Strom der literarischen Produktion zum Thema: Ostjudenproblem oder genauer: polnische Judenfrage, ist nun schon lange verebbt und verrauscht, nachdem er die erste Zeit des Krieges hindurch, ununterbrocken, reichlich, 'fast überreichlich geflossen war. Heute herrscht aus dem Felde der Ostjudenliteratur, diesem einstigen Tummelplatz für kampflustige, dilettierende Publizisten und Tagespolitiker völlige Ruhe und Stille nach dem Sturm. Denn heute sind die ostjüdischen Probleme schon längst aus dem Bereich der .Erörterungen und Polcmilen, des hin- und herwogenden Meinungsstreites in das Gebiet der klaren Formulierungen und Fragestellungen, in das Reich der greifbaren Realitäten, in die Phase der Entscheidung getreten. So, daß in diesem Moment nur der ernste Wissenschaftler, der Staatsmann und als entscheidende. Instanz, dev Weltfriedenskongreß in dieser Frage das Wort haben. Zu den ernsten Wissenschaftlern, die sich mit dem polnisch - jüdischen Problem besassen, zählen wir Dr. Max Rosenfeld; und dieses Zeugnis stellt ihm auch sein neuestes bereits Ende vorigen Jahves erschienenes Werk: „Die polnische Judenfrage" unleugbar aus. Durch seine früheren Arbeiten als klar und sachlich denkender Beurteiler und Theoretiker legitimiert, hat es Rosenfeld wagen dürfen, zur Veröffentlichung eines größeren Werkes über das polnische Fudenproblem gu schreiten, in einer Zeit, in der dock wahrhaft das Interesse und die Begeisterung für die Ostjudeu in einein hohen Grade geschwunden ■ waren. Man darf sagen: das Wagnis ist gelungen: vorausgesetzt, daß man an die Lektüre des Werkes nicht mit dem Maßstab des Ungewohnten, unerhört Neuen geht. Das Buch, die Fruckt langen, eingehenden Studiums, bringt keine „neuen Ideen zur polnischen Judenfrage, es rückt diese nicht in eine neue Beleuchtung. Solches nach der jahrzehntelangen Behandlung von den verschiedensten Seiten zu verlangen, wäre ja auch töricht und absurd! Was dem Buch seinen Wert verleiht, ist allein die klare, geiswolle Darlegung des Problems und die eindringliche, von allem Beiwerk befreite Formulierung der Notwendigkeiten und der Fordcrungrn, die sich für die Judenheit Polens aus der Anerkennung eines jüdischen Volkstums mit unentrinnbarer Konsequenz ergeben. Reiches Material ist in dem Werk zusammengetragen und gibt den Rosenfewschen Darlegungen ein ftstes, wissenschaftliches Rückgrat. Hat man einmal die Berechtigung der nationalen jüdischen Forderung auf Autonomie für die Juden Polens zugegeben, dann wird man auch alle die Folgerungen bis zum Sckluß ziehen müssen. Und Rose.rscld tut dies, indem er für die Zukunft die Wege aufzuzeigen sucht, auf denen die nationale 2lutonomi? zu verwirkliche», begründen und zu befestigen ist. Doch Rosenfeld vergißt nicht — und das fällt bei der Beurteilung des Werkes sehr zu seinen Gunsten ins Gewicht — das ungemein schwierige jüdisch-polnische Problem bis auf seinen Kern bloßzulcgen, es mit aller Schärfe und Entschiedenheit aufzuwcrsen und auf die einfachste Formel zu bringen: das Entweder — Oder. Als N?ichschlac>ebuch, das informiert, belehrt und in eine der jüdischen Gegenwartsfragen ohne viele Schwierigkeit und Mühe einsührt, darf das Rosenseldsche Werk als eine willkvnnnene und erfreuliche NeuerscheDung gewertet werde». _ —5- Offenbacber Druckluft-Anlage Offenbaoh a. M. Telefon 123. Unübertroffene Tepplch-elnlgnng mittelst Druckluft. Woche»-2ale»j»er. Samstag, 15. Febr. (15. Adar rifchaun). 'Sabbat-Änsang in Frankfurt 5 Uhr 10 Mi». _ . irt fr»tfftsrt « Uhr M «W., in «wlin «Uhr. Wvchrnabschnitt: Tezaweh. — Der goldene Leuchter. Die Priesterkleider. Die Priesterweihe. Wnchenß»ttesdi»nflinWrMnks«rt- MsrgenB « Uhr 50 Minuten in den »reisten tftnftMflfHt (Hanptsynagoge 7V» Uhr, Königfteinarstr»^ 7%R5rj. Abends ä Uhr in Len meisten Synagogen (MnigWnevftrgße 7 Uhr, H«>rptfynag,Ia 4 Uhr). Jüdischer Turnverein Sonntag, den 1*. JSBrc findet in den Listen der Frankfurt-Loge die statt. Abweckslnngarelehos Programm Cabaretft. —=— Ball. Gtste können durch Mitglied, eingeflhit werden. Sintritt: Mk. 5 — Anfragen: Tri. B. M * y, Hananerlscdatr, 50. Veret»»-S»te«0er. „Jüdischer Turnverein". Montag abend 8V- Uhr, Unterlindau 21, Beginn der Einführung in die jüdische Geschichte, Referent Dr. A. Silber. Turnzeiten: Mädchen: Donnerstag 3i/4—43A Uhr Herderschule, Wittelsbacher Allee 6, Knaben: Mittwoch 5y4—6% Uhr Klingev-Oberrealschule, Mauerweg 1, Damen: Sonntag morgen 10—11V- Uhr Herderschule, Wittelsb. Allee 6, Herren: Mittwoch abend 8Vs>—10 Uhr, Klinger-Oberrealschule, Manerweg 1. , Centralverein ijr. Gemeinde m/i tglieder. Samstag, 8 Uhr, Bleichstr. 70: Generalversammlung. - Verein Mikos C h a j i in. Freitag, nach Schluß der Synagoge: Mikro (Herin. Frankenthals. Sonntag, 6 Uhr: Jecheskel (Dr. Jos. Breuer). Freisinn. Verein {. iU5. Gvme?»bbldüen. Sonntag, lOVa Uhr, Vorraum Synagoge Königsteinerstraße: Das Gesetz der Thora (Rabb. Dr. Scligmann). Montcfiore-Berein. Freitag. 8 kihr, Bleichstraße 70: Geselliges Zusammensein. (Ansprache: Studienassessor Simon). Der nächste Vortrag des Herrn Pros. 'Dr Goldstein (Darinstadt) über „Ethische Fragen der Gegenwart" findet nicht, wie festgelegt, am 16. Februar sondern am 23. Februar, nachmittags 4 Uhr statt. Mittwoch, 8Vs Uhr: „Politische Tagesfragen und jüdische Lebensanschaunngen" (Dr. I. Heinemann). Verein Tiscres .Bach urim. Sonntag, 8Vs Uhr, Kaffee Kursaal (Friedb. Anlage): lieber Erziehung zur Religion (Willy Müller). Aa«ilie««»chrrchte*. Geboren. <5. Tochter, Samuel Bambergen (Altmann), Thüringerstr. 19. E. Sohn, Eli Posen (Prins), Fichtestr. 8. VerlobtesEmmy Fricdberg, Bimmweg 39 mit Salomvn Stein. — Rosel Stein, Baumwcg 37a mit Moritz Grüncbaum. — Gutta Brass, Eckeckheimerlandstr., 43 mit Jser Schlanger, Fischerfeldstr. 3a. Gestorben. Joseph Rosenfelder. 56 I., Theobaldstraße 4. — Moritz Lövinger, 60 I., EscherSheimerlandskr. 69. — Rosalie Cahn geb. Kleeberg, 71 I., Sternstr. 28. — 'Adelheid Althof geb. Grünebaum, 70 I.; Merianstr. 34. — Clara Dülken geb. Emanuel. Auswärtige Familieuvachrichte«. Geboren. E- Tochter, Leopold Straußer (Ncnhofi, Soden. E. Sohn, Arthur Baer (Wallerstein), Karlsruhe. — Ernst Baer (Reichenberg), Mannheim. Verlobte. Lici Grünthal, Gleiwitz mit Benno Pinczower, Liegnitz. — Maria Herrmann mit Max Maier, Mannheim. / Gestorben. Moritz Selka, 32 I., Ostrowo. — Sally Klebe, 58 I., Hersseld. — Julius Cosmattn. 45 I. Essen, — Julius Kaufmann, 74 I., Mannheim. — David ©Io» gauer, 58 I., Stettin. — Julius Matzdorf, 63 I., Stadtlehndorf. — Louis Karlebach, 72 I., Bruchsal. — Bertold Knlka, 87 I., Wien. — Amalie Bodenheimcr geb. Bodenhcim, Darmstadt. — Eva Ganzes I., Bünde j. W. — Anna Seelig, 58' I., Hannover. A»e»de». Bei der Nationalfondskommission (I. Heimann, Zeit 21) ainaen ein: Isidor Schloß, 5' (Delbäume im JVL. Goitern- Garten, 30 -«..August Oppenheimer, Scheidswaldstr. 37, im S- Neumann-Garten zum And. an seinen unvergeßl. Freund Sam Neumann 5 Oelbäume Z0 JL Frau Paula Oppenheimer, 2 Oelbäume, 12 -« Max Cohn/Oberer Atzemer, 3 lOclbäüme, s. seinen Schwager Sam. Neumann 18 M David Hamburger z. 5. Adar im I, L. Gvitein- ' Garten je 1 Oelbanm a. Levp. Hamburger und Martha Goldschniidt 12 .d Fritz Selka, Astgsburgerstr. 3, zum