Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 6 (7.2.1919)
- Date
- 1919-02-07
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2692297-2693126-2693132--10606-2705958- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr k SodllDvrgs'», ». SohLkvrg«« W. ttodernea^eator Vorführung stets neuer and hervorragender Filme glauben wir bestimmt, daß alle Gegensätze zum Misrachi schwinden werden und eine gemeinsame segensreiche Arbeit sich von selbst einstellen wird. (Schluß folgt.) Z«r Arieveuskouferenz. Eine veutermelduug. ' Das „Jüd. Korrespondenzbüro Bern-Zürich" gibt folgendes Reutertelegramm wieder: v? ,'pCie Zionistische Organisation Englands stellt fest, daß jüdische Kongresse oder jüdische Nätionalräte, die die Gesamtheit der jüdischen Bevölkerungen in den Bereinigten Staaten von Amerika, Palästina, Polen, Czccho-Slovakien, Toutsch-Oesterreich, Bukowina, Ostgalizien, Rußland, Saloniki und Ukraine darstellen, die Forderung ausstellten, daß die Friedenskonferenz Palästina innerhalb seiner historischen Grenzen unter solche politische, administrative und ökonomische Bedingungen stelle, die seine Entwicklung zu einem jüdischen Gemeinwesen sichern. Die jüdischen Kon- .presse der Bereinigten Staaten' und der Czecho-Slowakei haben zudem den Wunsch ausgesprochen, daß Palästina durchs die Friedenskonferenz unter britische Sachwalterschaft (trusteeship) gestellt werden möge." Ler Vertreter Litaueus auf Irr strirdruskovferenz. -1 „L'Homme Libre", Paris, vom 20. Jan. schreibt: Als Bertreter Litauens füngiert der Unterstaatssekretär Dr. Rosenb aum, der besonders hervorhob, daß im litauischen Staatswesen vier Nationen gleichberechtigt neben einander, leben, daß die Weißrussen, Litauer, Juden und Holen weiteste nationale Autonomie genießen. Auf diesem Gebiete wären keine Konflikte zu befürchten. '.DaS jüdische Volk «ater de« Schatze des Völkerbünde«. In hen politischen Kreisen um die Friedenskonferenz wird der» Plan erwogen, ein internationales Tribunal mit der^ Ausgabe ins Leben zu rufen, darüber zu wachen, daß biß Prinzipien, 'die die Friedenskonferenz inbezug . auf die Jubenfrage proklamieren wird, durchgesührt werben. Tos zu bildende Tribunal soll dem Völkerbund angegliedert werden und unter seiner Kontrolle stehen. Die Stell««« Englands »vr J«de«sra,e. Dem JÜd. Preßbüro Stockholm wird aus London telegraphiert: Tie Führer der amerikanischen Zionisten Chatten eine Besprechung mit Minister Balföur. Balfour erklärte, daß seinebekannte Erklärung vom vorigen Jahre ein Minimum dessen darstellt, was die Juden inbezug auf Palästina von der Friedenskonferenz erwarten können. Lord C e eil erklärte den Herren, er sei sicher, daß die jüdische Nation eine derjenigen sein wird, deren Forderungen von. der Friedenskonferenz anerkannt werden. Die jüdischen Aussichten, fugteer hinzu, haben sich seit dem November 181? bedeutend verbessert. Die rlfii«ilonten'o« der'Arbeit. Dem gleichen Büro wird ferner aus London telegraphiert: Lucien Wolf,- der. Bertreter des Auslandskomitees. des- Board vf DevutieS und der' Änglv Jewish Association. ist in Paris eingetroffen, wo er eine Konferenz der jüdischen Bertreter der alliierten Länder zu organisieren sucht. -; Das Exekutivkomitee des Grand Order Israel in England faßte eine Resolution, die gegen die Machenschaften von Lucien Wolf und seiner politischen Freunde protestieren und erklärt, daß die von Lucien Wolf vertretenen Organisationen fern Recht haben, im Namen der jüdischen Vereine für gegenseitige Unterstützung (feiend ly societies) aufzutreten. Sn«l»nd oder Amerika . ' Das „Jüd. Korresvondenzbüro Zürich" weist auf einen „D'Orient et les EtatS-UniS" betitelten Aufsatz im 2. Heft dirr in Paris erscheinenden Monatsschrift ..La Palestine Nönvelle" hin, der eine neuerdings in englischen Kreisen sich,, geltend mackende Strömung, den Bereinigten S tackten die Rolle des Protektors im Mittleren -Orient, also auch in Palästina znznweisen, charakterisiert. Insbesondere setzt sich der Aufsatz mit einem Artikel der bedeutenden politischen! Revue „Round Table" auseinander, der die Bereinigten Staaten, dank ihrer großes jüdischen Massenbevölkerung, als Schutzmacht für Palästina besonders berufen erachtet. Dieser Strömung halt „La Palestine Rouvelle" die Resolution des amerikanischüüdischen.Kongresses entgegen, die die Errichtung eines jüdischen Gemeinwesens in Palästina unter der Sachwalterschaft (trvsteeship) Englands forderte. Beide aber, der amerikanisch-jüdische Kongreß sowohl als die englische politische Zeitschrift aber verlangen, daß die'Macht, der die Sachwalterschaft Palästinas zufällt, nicht durch das Recht 'der Eroberung,.sondern durch einen Auftrag des BSlkerch ü n d e S hierzu bevollmächtigt werde. . gilt tzanrwrrtschafttrcheS, Gikvljayr. Die ZtriegSzeit mit ihren ungewohnten Anforderungen an die körperliche, und. geistige Leistungsfähigkeit der Frau hat nicht, nur neue Kräfte inihrentwichelt, sondern intenfttnv: aÄje -zuvor de» SÜert-deSiüreiaÄsten-Gebiete». Lee üt,die hMswiMtsttzrstlich^-TütcgÄrt in LixrMwdH» «rund, geriicktund ihre Bedeutung für dte Volkswirtschaft bewiesen: Dringender als je wird deshalb das'Verlangest nach gründlichster, Kauswirtschaftlicher Ausbildung gestellt, und die dazu berufenen Institutionen müssen der Forderung nach einem hauswirtschaftlichen Schuljahr die- Wege ebnen. < Dazu zwingt vor allem die Tatsache, daß viele weibliche Kräfte durch das Zurückslutest der heimkehrenden Krieger in die kaufmännischen Berufe frei werden, und weiterhin der große Mangel an geschulten jüdischen Hausangestellten, wie an gebildeten jüdischen Mädchen, den höheren Hausbeamtinnen, die im frauenlosen Haushalt die Pflichten der Hausfrau und Mutter voll und oanz übernehmen können. Gewiß, erfordert die ungeheure Verantwortung, die auf diesem Mädchen liegt neben der Schulung in Erziehungskunde, die gründlichste Durchbildung in allen Zweigen der Wirtschaftsführung, dann -wird sie fürderhin nicht mehr ängstlich ' die Grenzen ihres- Arbeitsfeldes abstecken und verstehen lernen, daß mit der Kenntnis sachgemäßer-Ernährung und sparsamer Materialienverwendung Werte geschaffen werden, die den geistigen und sittlichen Werten der Erziehung gleichkommen. Die 'Jüdische Haushaltungsschule in Frankfurt a. M. will nun, diesem Bedürfnis entsprechend» ihre Ziele in dem Sinne erweitern und neben, der Berufsausbildung einfacher Mädchen zu Hausangestellten neue hauswirtschaftliche Kurse für Töchter aller Stände einführen. Damit bietet sie in ihrem zweckdienlich ausaestätteten, stteng rituell geführten Heim, das mit einem Internat verbunden ist, den indischen Mädchen jede wirtschaftliche Ausbildiingsmöglichkeit, die längst in anderen Kreisen bestand, sowohl die als notwendig erkannte Grundlage für das svätere eigene Heim, als auch die Ausbildung für den Beruf der'höheren Hansbeamttn. Lehrplan und Prospekte werden von der Anstaltsleiterin der Hanshaltunasschule in Frankfurt a. M., Königswarter« straßä 20, verschickt. Aus alTor WeL Deutsches Reich. Oerli«. v««d jüdischer Frnntsnldate«. Ein Blind jüdischer Frontsoldaten ist die neueste Gründung auf dem Gebiete des jüdischen Bereinslebens in der Reichshauptstadt. Jüdische Soldaten, die in den Kriegsiahren in den Sckützengräben ihre Hingabe an ihr deutsches Vaterland mit Leib und Leben bekundet haben, haben sich zu einem Verband zusammengeschlosscn. Der Verband wird schon, durch sein Bestehen allein dokumentieren, daß die „jüdische Drückebergerei" eine Zweckerfindung jener dunklen Mächte ist, die hoffen, auch im neuen Deutschland durch Volksverhehung und Rassenhaß Einfluß, zu gewinnen. Der Verband wird mir solche deutsche Juden aufnehmen. 'die 'als Frontsoldaten oder 'Anaehörige einer zur See befindlicken Marinedivision längere Zeit au der Front gestanden haben. Es ist in Aussicht genommen, den Verband a"f aanz Deutschland auszstdehnen und in den einzelnen Bezirken bzw. Städten Qrtsqrstvvest zn bilden. Diese Ortsgruppen sollen durch Vorträge und Diskussionsakende ihre Mitalieder zu Kämvfern der jüdischen und Deutschen vaterländischen Gesinming machen. Es ist beabsichtigt,, die Dereinsmitglieder durch snsteniatische Schulung dazu zu i veranlassen, in ihrem Berufe und in ihrem gesellschaftlichen Leben, ebensowohl wie in Volksversammlungen und in volittsch bewegten Zeiten auch ans der Straße den antisemi- .tischen Anwürfen und Gehässigkeiten entgegenzutreten. De«tsch-Veßterie-rch. Me«. Deleoatton des jüdischen Nationalrates für Oktaalizien .Am 18. Dezbr. trat in Stanislan der erste jüdische Nationalratstaq Ostgaliziens znsamncen. Bei den Beratungen, welche bis zum 20. Dezember dauerten, waren 23 Bezirke durch 44 Delegierte vertreten.- Der von der Konferenz gewählte jüdische Nationalratsür Ostaalizien in Stanislaw setzte als seine Repräsentanz in Vsi-n eine Delegation ein, welche aus Adolf Stand (Präsident^, Mäher Henisch, Dr. Moritz Fachtmann. Dr. Mar Rvsenfgld. Hermann Trapp und Leon Wechsler (Sekretär) besteht. Der D-legatton obsiegt die Verck-tuna der Interessen hxs Indischen Nationalraws fiir Ostaalizien gegenüber allen iüd'schgn und nichtjüdischen Körperschaften in Wien und »im Westen.. Alle 'Zuschriften, die in normal-ii Verhältnissen direkt an den'nidischen Nationalrat kur, Oftaalizien in StaniSlan gesandt .worden waren, sind an die Delegatton in Wien. H. Taborstraße 20a, zil schicken. v Mnbebe H. Eine gesprengte An1ise«itenversan«tnl»ng. Die vom anttsemitischen Verein „DaS erwachende Ungarn" (26 l.) veranstaltete Versammlung endete mit einer wüsten Schlägerei. Es waren über 3000 Sozialdemokraten,' Radikale und Kommunisten erschienen. Ms der erste Redner eine Hetzrede schlimmster Art begann, ging der Lärm los. Krimpte. Das altbewährte Norxronpulver .ki-rrlanm Br. TTall der Schw#n0»-*««'l>Pke in Fmnkfnrt am Main, wird ärztlich gerne* ttro'd”et bei Krütnpfga. Pr-f« Mir. 5-—. Zn haben darob die Prlrtl«, Reh wanen .Apotheke In Frankfnrt am Main. Baat.,10%' Haemeglob.84 V Eiaenhrem und 6% EnrianbiHerst 2r Kaffee Ru Irland Kaiaeratrasae 56 Kaiaeratrasaa 56 Täglich erstklassige HP1 UnterfcaltnngsmBBlk' "WM : - Kasan gs -Einladen. :■ ~. und obwohl die Polizei sich ins Mittel legte., entspann sich ein Handgemenge, wobei es Verwundete gab. Die Wsicht des antisemitischen Vereines, einen Protestbummel durch die Stadt zu unternehmen, wurde ebenfalls, vereitelt. . _ ' vodapeft. Vrotellrabbiaer. .Das..Dozentenkollegium des Landes-RabbinerseminarS erläßt eine Erklärung gegen den jüdischen Nationalismus. Daß Judentum fei seit zweitausend Jahren Religion, aber weder Natton noch Nationalität, Pflege der -jüdischen Religion und der Wissenschaft des Judentums sowie Verbreitung der ungarisch-nattonalen Kultur sei die 'Ausgabe des Rabbinerseminarz. - > Na1ian«iifier»«s der J«de» Im Va«at - Ans Budapest wird der .FViener Morgenztg." be»^'- richtet: Durch die Entsendung jüdischer Delegierter in den Banater Bolksrat ist zum .erstenrmrl! die Anerkennung der jüdischen Nattonalität in Ungarn erfolgt. Der Mitarbetter des Zsido Szemle suchte den?Temesvarer Präsidenten der israelitischen. Kultusgemeinde Dr. Adolf Bermes auf, der sich folgendermaßen äußerte: „Das hiesige Judentum identifizierte sich lange Zeit nicht mit den zionistischen Bestrebungen, trotzdejn Pro- ' fessor Marmorek, der hier während des Krieges als Regimrntsarzt weilte, sich bestrebte, die Propaganda hier zu vopularisieren. Infolge der EinMffe der letzten/Zeit, welche eine Gruppierung der anderen Nattonalitächn veranlaüte. drängte sich die Notwendigkeit auf. daß sich auch das Judentum als Natton um seine nattonalen Minckritätsrechte kümmere. Vorläufig ist die Bewequng noch im Anfangsstadium, das wahrhaft demokratische Verhalten der, Serben den Inden gegenüber läßt aber die Folgerung, zu. daß im Banat das Judentum einheitlich vorgehen wirb. Es ist charakteristisch für die freundliche Neigung der Serben, daß bei einem Temesvarer zionistischen Meeting - General Ghorgtievics und auf.seinen Befehl daS ge-, samte serbische Ofsizierskorvs — in dessen Mittd übrigens , viele Juden sind — erschienen ist." Schweiz. «H» Mnftmf ,«r «niatfit. Tr. M. Ascher. Nenchatel, der der von Oberrabbiner Knk Jaffa, jetzt in London, begründeten Jenischolajim- Organisntton angehört, erläßt im „Jsr. Wochenbl. f. d. Schweiz'^ an dir ttadittonell aesinnte Jnbenhett einest 'Aufruf zur Einigkeit. In der Liede zu Zion müßten heute alle Üntersch'ede zwischen Ziomüen und Nichttionisten fallen, „Tos in Strömen gefloistne Blut unserer Brüder hat wn uns alle ein Rand geschlungen, die Leiden haben uns grrinigt. Wir erkennen mehr adrnn je, daß unsere wahre Heimat Zion ist." „Versammeln wir uns, um eine starke Einheit zu bilden, um aeeint die Forderungen zu stell-n. die man zweifelsohne uns als Volk gewähren muß! Weg mit all-m Stolz und vnotzendepc Hochmut, der die andere Partei gern im Staub und sich an der Swtze sübe. Ick besckwö-e e»ck. ihr alle die ihr wahrhaft. Zion liebt: Seid einig! Erhebet aste, eine Fibne, da? Banner deS uns ave einenden Jerusalem-Geistes!" r ö. * Bulgarie«. Sofia. Zur Answandeenni» neck BalöBin». m ' 'M Eine Konferenz der jüdischen Gemeinden Bnlnariens ,- - - beschloß, daß i-der bulgarische Zude. der nach -Rnr^sttna-' /c auswandern will, von s-iner Gemeinde die Reisekosten und eine Summe znm Ankauf von Land erhalte. Ts»ech«-SVovaNsche R-pubM. -M Si« Sckanpstech des Jnde"t«ms. Das „Jüd. DoEsbsirtt" in Mähr.-Ostrau entingkmt, den Präger ..Zidovske Zuravu" sowenden Bericht: Niknlsburaer Ksi-,ckttin"slager befindensich 300»'^ galiziscke Wa'stn und 3l0 ^lnckttiaae ans Palästina. Rachdem Umsturz wurden die dnr^men Vorräte ausgevlrsiibert, ben $flv&lVnnen und Waisen blieb nichts. Die Kistdsk.. siud in sck'dba'wn Barack-n un>eraebrackt. mannelbast 8e-^ £ ,kf->dei und bcscknht: rbre Nabruna besteht aus Rübew st^7- Dörrnemüse. Brot ist nngenügend. svleisck nnd .Milch. nde-launt nickt vnrüanden- Die Zsirssickt unh Pflegender' Puder ist manneEasi. sie sind unrein, verlanst. DÄ-'Barntlen werden nickt aebeizt. Nmi ,7' Uhr abends wird daS Lickt abgedrebt und die Wasserleituna aesverrt. JnrSvikak l'e"en die kranken Kinder in ungeheiztest Zimmern. ' zu dreien n"f einem Bette, im Gange liegen Leichen:. Heil- '»'i; mittel. Milck Änd Krankenkost fehlen. Für diese Zustände uerantworttick ist die jd"> d i scke^- x Knltnsgemeinde Niknssbura und skr Vorsteher-^.^ Deutsch Dieser ist an Liekerunaen für das ivlücktliustslager reick aeworhen. Sbot veranlaßt, daß dsst.Pev-! tre'er jüdischer Kärnersckasien, die das Laaerbesicktias» watsten. verhörter wurde,,. fiphtc di- NehZehenr suvemattich oege» d>'e Flüchttinge a"f. er verek'lte best gute» Elementen in der Gemeinde die Mitarb»it- Die Kinder werden demnächst nach Krakau gebracht jiy? werdqn. Im Laaer bleiben die Flüchtlinge auS Palästina. deren Lage hosinungslöS wäre, wenn sie der RrsirlSburger - ■’* v! Vomsiade auOgckiefaet bl«Le». >. - .Ä 1 "VJ