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Neue jüdische Presse · 1919-01-17 · Heft 3 (17.1.1919) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
17 (1919)
Issue
Heft 3 (17.1.1919)
Date
1919-01-17
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr 3. Neue Jüdische/Presse: flpkadio's Künstler-Spiele Kaiserstrasse 69. Tel.: Hansa 6616. Künstlerische Dlrthtion Lea Nlanti. Anfangpnokt 7 Ubr. Anfang pankt 7Uhr. Stet« erstklassige Attraktion« - Programme. 3. daß ifjti das Bewußtsein beherrsche, daß die G o I u s - z»i t nur eine Episode darstelle vom nationalen Eden her zum nationalen Eden Tjirf; 4. daß er nur einen Lebensberuf anerkenne: Erkenntnis, nnd Verwirklichung des Rechtes Gottes. Daß er die Wahl des Brotberufs nicht nach den Grundsätzen des Mam- -nronismus und 'der Eitelkeit, sondern lediglich nach dem Gesichtspunkte treffe, ob und inwieweit der Brotberuf die Ausübung des wahren Judenberufs gestattet und stützt; 5daß er seinen Wohnsitz dort nimmt, wo er am ehesten Gottes Recht verwirklichen kann, daß er aber, darüber hinaus von heißer Sehnsucht nach dem Lande erfüllt sei, das Gottes'Erscheinen entgegenharrt: daß er nicht ruhe, bis er dort weilt, und daß er dort nicht -xnhe, bis er Gott schaut. Die Verwirklichung dieser Forderungen stellt eine erst allmählich zu erwartende völlig« Umgestaltung des Innenlebens unserer Jugend bar. Sie wird nur erreichbar sein, bei Leistung der folgenden: 41. Gemein s am en Arbeit f ürJüg e ud g rupp en: 1. Jüdische Selbsterkenntnis gründet sich vor allem auf Kenntnis von Tenach. Die Jugendgruppen haben regelmäßige Lehrgänge in Tenach einz'urichten.' In diesen Lehrgängen ist Tenach nicht nur als Geschichte einer vergangenen Zeit, und nicht in vorwiegender Auseinandersetzung mit den Hypothesen der Bibelkritik, sondern als lebensgestaltende Lehre zu behandeln, die bestimmt ist, über das Wesen des Judentums und die Aiufgabe-jedes Inden grund- - legenden Aufschluß zu geben. (Schluß folgt.) . Zur Friedenskonferenz. Das „Jüdische Korrcspvndenzbüro Bern-Zürich" erfährt aus London: Ende Dezember wurden Dr. Weizmann und H e r b e r t S a m u e l zuin Ministerpräsidenten Lloyd Georg« geladen. Der Ministerpräsident ergriff die Gelegenheit, die Vorschläge durchzuberatcn, die die Zionisten der Negierung und der Friedenskonferenz betreffs Palästinas zu machen haben. / Das gleiche Büro meldet aus Paris: r' ' Eine von der „Ligue des Amis du Sionisme" herausgegebene Broschüre „Une Renaissance Juive en Judee" von dein Professor am College de France Silvain Levi, enthält eine Ansprache, die M. F. Georges-Picot, der französische Oberkommissar in Palästina und Syrien, vor dem „Eomitä d'Etudes Sionistes" hielt. Georges- Picot, der als. Mitglied der französischen Gesandtschaft in London die Verhandlungen mit den englischen Zionisten geleitet hat, die — fein halbes Jahr vor der Balfourschen -Erklärung — zu der Erklärnng Cambons (20. April 1917) für eine jüdische Heimstätte in Palästina'führten, sagte: »Ich freue mich, im Namen der französischen Regierung .aussprechen zu können, daß sie sich mit ganzem Herzen den Bemühungen, endgültig und auf praktische Weise die Schaffung einer Heimstätte in Palästina zu sichern, zngcsellt und Sie (die Vertreter der französischen Judenheit) auffordert, sich diesen Bestrebungen nurksani anzuschlicßen." - Lord Reading. Mitglied des Friedenskongresses. Der englische Botschafter bei den Vereinigten Staaten Lord Reading (Sir Rufus Jsaacs) wurde als einer der englischen Delegierten zum Friedenskongreß bestellt. Sine Erklärung der holländischen Regiernng. .Der Minister für Auswärtige Angelegenheiten, Jonkbeer: H. A. van Karlebeeck, empfing Uas Jüdische KoUgreßkomitee in 'Audienz. Die Delegation bestand aus Dr. B. H. As scher (Mianz), H. I. Kisch (Jto) und den Zionisten Henri E d e r s h e i m und I a k o b u s H. Kann. 'Ässcher überreichte namens des Komitees dem Minister die. Petition der holländischen Juden, die 16 378 Unterschriften trägt, und in der die Regierung aufgefordert wird, ihren Einfluß anzuwenden, daß die befugten Vertreter der -organisierten Judenschaft auf der Friedenskonferenz tie jüdischen Wünsche zur Sprache bringen. ' Der Miniskr erklärte, daß-er von diesem Ersuchen mit Interesse Kenntnis nehme. Wenn Holland, was er annehme, auf der Friedenskonferenz zugelassen und die Judensrage dort zur Sprache konnnen sollte, dann würde die Regierung gerne in dem Geiste der Resolution tätig sein. Bewermuge« in der Orthodoxie. ' Wie«. Folgende Erklärung orthodoxer Körperschaften wird veröffentlicht: « „Durch unsre Abstammung, durch unsre mehrtausendjährige Geschichte und insbesondere durch unsere heilige Religio» sind wir Juden eine allen anderen Völkern gegenüber geschlossene Volksgemeinschaft, zu der wir treu' und unerschütterlich stehen.' Diese Tatsache ist uns selbstverständlich und Unbestreitbar, daß wires nicht nötig erachten, das besonders zu betonen. Wir leben hier im Staate Deutschösterreichs, dessen treue und hingebende Bürger wir Juden sind und sein wollen; und dementsprechend verlangen wir > als solche den vollen, gleichen und dütch nichts beschränkteu Genuß oller Staatsbürgerrechte unmittelbar für jeden einzelnen. Keine Körperschaft Mt, ohne hierzu beauftragt zu sein/ das Recht, im Namen des gesamten Judentums das Wort zu führen-oder für dasselbe Forderungen zu stellen. Die orthodoxe Judenheit war^ während der zweitausendjährigen Goluszeit allein die Trägerin und Erhalterin des Judentums und wird es auch weiter stets bleiben. Wir verlangen daher, daß bei allen Vorarbeiten für die Neugestaltung der. Kultusgemeinde die von uns namhaft gemachten Vertreter beigezogen werden (ähnlich wie bei den Vorbereitungen für das G.-U. über die Regelung d. Rechtsverb. d. I. vom I. 1890). Wir verlangen, baß bei der Umgestaltung der Kultusgenieinbe die berechtigten Forderungen der orthodoxen Juden die volle Berücksichtigung finden, indem ihnen der angemessene Teil der von ihnen geleisteten Abgaben rückvergütet wird und. das Recht der selbständigen Besorgung aller ihrer religiösen Bedürfnisse, wie Schechitah, Asikwah usw., insbesondere die Regelung und Beaufsichtigung ihres Religionsunterrichtes in alleti Stufen eingeräumt wird. Die Vereine: Adas Jisroel, 2. Bezirk, Gr. Schiffgasse 8. Eines Weschulaum, ,2. Bezirk, Gr. Schissgasse 24. Jsr. Kranken-Nntvrstühungsverein, 2. Bezirk, Kleine Schiffgassc 8. Eumnas Ävcs, 14. Bezirk, Storchengasse 21. Verein zur Unterstützung jüd. Kleingewerbetreibende, 2. Bezirk, Malzgasse 1. Machsike Habas, 4. Bezirk, Wiedner Hmrptstr. 83. Talmud Thora, 2. Bezirk, Malzgasse 16. Ohcl Wraham, 9. Bezirk, Grünetorgasse 28. Marve Lanefesch, 2. Bezirk, Glockengasse 4. Ose Chesed, 2. Bezirk, Schisfamtsgasse 5. BethaUsverein, 6. Bezirk, Stumpergasse 42. Thora Ez Chaim, 2. Bezirk, Gr. «-chiffgasse 8. Verein zur Wahrung der vrth. Interessen, 1. Bezirk." Wie«. Auf Einladung des Bestandes der Ad aß- Jisroel (Schiffschul) fand hier eine große Versammlung statt. Es sprachen Rabb. Fürst, Dr. Reininger, Wolf Pappcnheim; Dr- Rappavort (Zürich). Dr. Ncktan Birnbaum, Mark. Unger (Prag) usw. Es wurde beschlossen, eine Kommission zu wählen, „die mit den anderen orthodoxen Organisationen in Verbindung zu treten hat zwecks Besiedlung Palästinas mit glaubenstreuen Juden". Ferner beschloß die Versammlung „die Gründung eines Vereines zur Beschaffung der finanziellen Mittel für die Aktion". Aus aller Welk. . Ungar». Budapest Allgemeine Jüdische Zeitung. Die seit 31 Jahre» bestehende ,,'Allg. Jüd. Ztg.", die einzige orthodoxe Zeitung Ungarns, ist aus dem Besitz und der Redaktion Leopold G r o ß b e r g s, der ihr 27 Jahre Vorstand, in den Besitz der Literarischen Anstalt „P e t ö s i", Kertetz und 16. übergegangen. Tie für die Uebernahme des Blattes gebildete Literarische Bereinigung „Esra" ist Herausgeberin, Dr. M » riz Zobel, früher Redakteur des einstnmligen Zionistischen Zentral-Orgnns „Die Welt", Redakteur. Die neue Redaktion schreibt,, daß auch sie fest entschlossen ist, „für die unveränderte 'Aufrechterlaltung der "Autonomie der Orthodoxie in Ungarn in ihrer Organisation und in ihren Institutionen mit aller Entschiedenheit einzutreten und sie gegen jeden inneren und äußeren Feind zu verteidigen." Großberg gibt als Grund der Hergabe seiner Zeitung finanzielle Schwierigkeiten an. hervorgerufen durch eine Preissteigerung der Herstellungskosten von neunhundert Prozent. Adolf Frankl, der Präsident der Orthodoxen Lanbeskanzlei, wollte eine Gesellschaft mit 150 000 Kr. bilden, mußte aber die Aktion als unausführbar aufgeben, während eine kleine Gruvpe Orthodoxer anderer Richtung, der sich Großberg aus prinzipiellen Gründen nicht anschließen wollte (Großberg meint die nunmehrigen Herausgeber keiner Zeitung, die aus Misrackiüen bestehen), in drei Tagen 50000 Kr. für einen Preßfonds aufbrachte und während die ungarischen Zionisten eine» Zeitungsfonds von 100 000 Kr. besitzen und ihrem Wochenblatte wöchentlich 1000 bis 2000 Kr. spende». Litauen. Wahle« zur Wilnaer jüdische« Gemeinde, Bei den Wahlen zur jüdischen Gemeinde wurden 15 187 Stimmen abgegeben, d. h. 30 Prozent aller Wahlberechtigten beteiligten sich an der Wahl. Auf Grund des Proporzes verteilen sich die 80 Sitze wie folgt: 1 Vertreter der Kauflcutc, 3 Sozialisten, 10 Volksvereinigung, 2 i e,notrate», 23 Bundisten, 24 Zionistenj, 3 Poalezion, 2 Zeire Israel (zion. orthodox), 2 Schomre-Thora, 7 Handwerker. Bon den im 'Auslande bekannte» Persönlichkeiten wurden gewählt für die Volksvereinigung: Obcrrabb. Rubinstcin, Rabb. Grodzensky und Dr. Rachmil i e w i t s ch; für die Demokraten: Dr. S ch a b a d, Schriftsteller R o s i n; für den Bund: I s b i d z k y; für die Zionisten : Unterstaatssekretär Rosen bäum L. Jaffc und Dr. Wigodski; für die Poale Zion: Schalit. Die Entscheidung darüber, ob die Gemeinde eine Kultusgemeinde oder eine auf nationaler Basis beruhende Sondcrbürgergemeinde sein soll, liegt bei den Handwerkern. Ken eröffaet. Vom Felde zarQck. Neu eröffnet. =Herannd llMiMMitt— A. Sehaff er, Zeil 107, Entresol früher Gr. Bockenheimerstr. 19. Leih 3 Scala - Lichtspiele Sch&fergaaae 29. ' Scüäfergasse 29. Modernes Theater Vorführung stets neuer und hervorragender Filme. Palästina. Jüdische Militärpolizei. Das Jüdische Korrespondenzbüro Bern-Zürich berichtet nach einer Meldung des Pariser „New-Herald" vom 2. Januar: Die aus Frankreich zurückberufenen jüdischen Soldaten 'Amerikas sollen nach Palästina gesandt werden, um dort Polizeidienst zu verrichten. Dia jüdische Militärpolizei für Palästina zählt bereits mehr als zehntausend Mann. Das britische Kriegsministerium fordert ebenfalls jüdische Soldaten auf, sich für diesen Dienst sreiwMg zu meldeir. Kurze politische Nachrichten. Wie«. kJ. P. W.) In der nächsten Woche beginnt unter dem Titel „Freiheit" hier eine deutsche Wochenschrift der jüdisch-sozialistischen Arbeiterpartei „Poale Zion" zu erscheinen. Budapest. Jn Romolt zwangen die Rumänen die 400 Seelen zählende jüdische Bevölkerung nach Mißhandlungen Und völliger Ausräubung bei grimmiger Kälte zur Auswanderung. Amsterdam. „De Telegraaf" entsendet Jakob Landau, Leiter des Jüd. Korrespondenzbüros iur Haag, als ihren Korrespondenten nach Palästina. Lwird vorher Prag, Wien und Lemberg besuchen, um dem Blatt über die gegenwärtigen dortigen Zustände und die P«- grome in Galizien zu berichten. L.'s Artikel werden gleichzeitig in der Londoner „Times" erscheinen. Haag. Der Parteitag der holländischen Zionisten, der 34 Gruppen mit 2461 Mitgliedern vertrat, faßte eine Resolution für die Einberufung eines jüdischen Weltkongresses. Lode. In verschiedenen Städten wurden jüdische Schüler und Schülerinnen wegen Teilnahme an Trauerandachten für die Lemberger Opfer d er S chule verwiesen. Lauda«. lJ.P W iDerSozial'stmführerWintschewSkd, Delegierterdes amerikanisch-jüdischen Kongresses für die Friedenskonferenz, der Redakteur des Rewyorker jiddischen Tagblattes „Vorwärts", Kahan und andere Korrespondenten der amerikanisch-jüdischen Presse sind hier auf dem Wege nach Paris eingetroffen. New flott. Auf einer Riesenprotestversammlung gegen die Pogrome in Polen sprachen Jac. Schiff S ch a l o m A s ch und Major London. — Die Jahreskonfercnz der jüdischen Farn'.e r stellte großen Fortschritt des Genossenschaftswesens fest und sagte sich von dem Einfluß der „Jca" los. — Ter angesehene Finanzmann B a r n ch ist zum Sekretär des Schatzamtes ernannt worden. Zionistische Nachrichten. Arankfnrt a. M. Die Zionistische Jnge«dgruppe führt ihr Winterprogramm erfolgreich durch. Es finden Pälästinakurst, gemeinschaftlich mit der Misrachi-JugendgruPpehebräische Kurse und Einzelvorträge statt. Das Heim, Unterlindau 21, vereinigt die Mtglieder der verschiedenen hiesigen nat.-jüd. Vereine auch an den Abenden, an denen keine offiziellen Veranstaltungen sind. Freunde und durchreisende Gesinnungsgenossen sind stets willkommen. * Die neue Zeit, die für den Zionismus hcrangebrochen ist, mit allen ihren verheißungsvollen Symptomen,, bas sichtliche Fortschreiten des Nationalisierungsprozepes auch innerhalb der Judenheit Frankfurts und der eng damit verbundene ansehnliche Zuwachs der Zionistischen Ortsgruppe Frankfurt a. M. au neuen Mitgliedern, gaben der am 11. Januar — zum ersten Mal seit Kriegs-, ausbruch — einberufenen ordentlichen Generalversammlung bas Gepräge. Der Besuch war stark, das Interesse überaus rege: und aus allen Reden sprach, der Wille zur freudigen Mitarbeit an der Verwirklichung der großen Aufgaben, die die Gegeiuoart an die jüdische Gesamtheit stellt nnd die Zukunft iu noch größerem Maße stellen wird. Auf die einleitenden Worte des .Herrn Direktor Dr. S o n d h e t m e r folgte die Erstattung des Tätigkeitsberichts für die verflossenen vier Kriegsjahre durch den ersten Vorsitzenden. Herr I. L. Gotte in gab ein: .Bild von der Arbeit, die der Vorstand ungeachtet aller Kricgsnötc in den Jahren des großen Bölkerstreites, wenn auch mitunter in bescheidenem Umfange, geleistet habe. Die Gründung eines 'eigenen Heims, die viele Mühen gekostet habe und nur unter vielen Schwicrigkfeiten durchzusetzen war, sei kein geringer Erfolg der Leitung der Zionistischen Ortsgruppe. I» finanzieller Hinsicht sei ebenfalls eine steigende Kurve in der Entwicklung festzustellen : die geldlichen Leistungen dxr Mitglieder hätten gegenüber den früheren Jahren eine beträchtliche Steigerung erfahren. Dieser Umstand hängt nun wiederum mit der zahlenmäßigen Stärkung der Ortsgruppe in den letzten Jahren, mit der Gewinnung von vielen neuen Anhängern, die die Zahl der organisierten Nationaljuden Frankfurts (der verschiedenen nationalen jüdischen. Vereinen), wie Herr I. Wolfs ausführte, auf rund 1000 anwachfeu ließen. Nicht berücksichtigt seien aber hierbei die Tausende, die im Laufe der letzte» Jahre eine Wandlung zum Nationalen durchgemacht haben und nicht allzn

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