Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1919)
- Date
- 1919-01-03
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2692297-2693126-2693127--10563-2705910- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr h '■i Schäfergasae 28. - Sctiafergasde SS. Modernes Theater Vorführung stets neuer, und hervorragender Filme. und mit welchem Rechte, könnten gesetzestreue Juden uns angeblichen wirtschaftlichen Gründen die Preisgabe des eigenen nationalen Empfindens und die Berzichtleistung auf dieses, so bedeutende und überaus wichtige Bindemittel der jüdischen Gemeinschaft als Volk predigen? Was die Juden im Osten anbetrifst, so haben sie erst kürzlich ohne Unterschied der Parteirichtung neuerlich. den Beweis dafür geliefert, daß sie auch heute noch wie - in den früheren Jahrhunderten, als noch die Macht der Finsternis die Welt regierte, stets bereit sind, ihr Hab und Gut, Blut und Leben auf dem Altäre ihres Volkes zu opfern. Ter galizische und polnische Handelsjudc zeigte, daß er wohl mit so manchem Schacher treibt, nur nicht mit Gewissensfragen. Ter Ostjude ist allerdings Bolljude und Nurjude sowohl im Fühlen, als auch im Tenken und Handeln und kommt gar nicht in die Versuchung, sein Judentum einer chemischen Analyse zu. unterziehen zwecks Feststellung, aus wieviel Prozent religiösen und wieviel Prozent nationalen Extraktes dasselbe besteht.'. Für ihn ist eben bas Ablegen eines fremdnationalen Bekenntnisses gleichbedeutend mit dem formellen 'Austritt aus dem Judentum. Man kann aber berechtigtes Vertrauen zu dem noch abseits stehenden Teile der Orthodoxie mich im Westen haben, daß er früher oder später schon aus Gründen religiös-politischer Natur das tun wird» was die Ostjuden aus dem innersten EMpsinden heraus rein instinktiv tun. Es ist übrigens mit Sicherheit vorauszusagen, daß alle diese Mißstimmungen,, die sich anfangs durch die Anerkennung der Juden als selbständige Nation in manchen Ländern herausbilden werden, nur voriibergehender Natur sein werden. Tenn die verschiedenen Völker werden sich über kurz oder lang mit dieser Tatsache abzufinden wissen und . bei einer späteren Entwicklung, soweit der unausrottbare Antisemitismus dies überhaupt möglich machen wird, an unserer nationalen Sonderheit ebenso wenig Anstoß nehmen wie an unserem blonderen Glauben. Tie Folge unserer nationalen Anerkennung wird sicherlich nach garnicht langer Zeit eine Klärung. zwischen uns und den anderen Völkern - sowie ein etwas mehr gegenseitiges Achten und Verstehen sein. Der zionistische Delegierteutag. 140 Delegierte und 1600 Gäste füllten den Kaisersaal des Rheingvld zu Berlin, als Dr. Arthur Hantke den Delegiertentag eröffnete. Tr. Hantke protestierte in seiner Eröffnungsrede gegen die Pogrome und führte dann folgendes auS: Erst, wcim das jüdische Martyrium beendet sei, Ivürde man von Gerechtigkeit im Völkerleben sprechen können. Doch auch unsre Kräfte seien gewachsen, Erez Israel 'werde wieder unser sein, Mer auch die Fragen , des Tiasporajudentum dürften von uns nicht vernachlässigt werden. Sie müßten behandelt werden unter Führung der Zionistischen Organisation, die einheitlich geblieben und ihre Kräfte vervielfacht habe. Palästina müsse nicht nur wirtschaftlich und kulturell eine Blüte erleben, sondern auch den sozialen Ueberlieferungen unsres Volkes entsprechen. Hebräisch sei die Sprache, in der wir wieder schöpferisch werden könnten. Tie notwendigen Mittel zum Ausbau des Landes würden unzweifelhaft Zusammenkommen, vor allem durch Stärkung des Nationalfonds, aber auch durch das zur Akitarbeit bereite Privatkapital. ' Auch das Tätigkeitsgebiet des deutschen Zionismus sei weit über die Grenze» der früheren Arbeit hinausgewachsen. Immer stärker sei die Palästinatendenz auch in Deutschland geworden- - Ein besonderes Palästiuaress v r t werde eingerichtet werden, dem die Fragen der Berufsberatung und Berufsumschichtnng unterstehen sollen. Der deutsche Zionismus bestrebt sich jetzt, alle Kräfte, die sich zum jüdischen Volke rechneten, zu einem- Kongresse züsammenzufasseu, der als ein Teilkongreß ein Glied in der Kette der jüdischen Kongresse sein würde, bis der Weltkongreß zustande kommenkönne. Justizrat Dr. Boden he i m e r hielt die Gedenkrede auf Tschlenow, Heimann und Pelz. Max Wollstein er, der Leiter der deutschen Sammelstelle des Nationalfonds, wies auf die.- Notwendigkeit hin, für diesen in Deutschland im-nächsten Jahre eine Million zusammenzubringen. Sodann wurde das Präsidium mit Dr. Hantke als Vorsitzenden, gewählt. * Nach Begrüßungsansprachen Professors Marburg namens desEÄC. und Rechtsanwalts Rosenbaum, Wilna, namens des litauischen Judentums, schritt der Delcgiertentag zur Generaldebatte über die allgemeine politische Sage. Es beteiligten sich an ih!c u. a. Dr. Klee, der vor Beginn seiner Ausführungen dem Präsidium Reste verbrannter Thorarollen und Gebet- Mäntel aus Lemberg übergab, Trietsch, Berger, Dr. Arnold Barth, Dr. Auerbach und. Dr. Hantke. Dann wurde folgender Antrag einstimmig angenommen: „Der 15. Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland dankt dem $31(5, daß es ihm gelungen ist, im Kriege die Einheit und Neutralität der Organisation zu wahren.' Er gibt der Ueberzeugung Ausdruck, daß die ungeteilte Einheit der Zionistischen Weltorganisation auch fernerhin in jeder Hinsicht aufrechterhalten wird. Er fordert dir möglichst schnelle Einberufung des Zionistischen Zentralkomitees." Ferner wurde eine Protestresolution gegen die Pogrome einstimmig angenommen. Die Nachmittag-Sitzung dieses Tages und die Vormittag-Sitzung des zweiten Tages ersülltedie P'a l ä st i n a - Frankfurter Israelitisches Familierchlaü. Leite 3 btzbatt.e, die sämtliche Fragen bt& Äufbaus von Crez Israel in einem Umfange und yrit einer Gründlichkeit und , Sachkenntnis erörterte, wie sie bisher rmr' .selten auf' Kongressen, niemals aber auf Delegiertentagen der Landesverbände stattgefunden hüben. - ‘ Eingeleitet wurde die Aussprache, durch ein fast zweistündiges Referat vo Richard - Licht heim! Es gilt, so etwa, führte Lichtheim aus, das „Fünfzehn Millionenvvlk" mit dem wirtschaftlich rückständigen, in seinem Raum beengten Palästina zu vereinigen. Da seien die Fragen der Grenzen, insbesondere die der Nordgrenze von größter Bedeutung, für welche er den 30. Breitengrad vorschlägt, d. h. eine Linie, die Sidon mit den Jordanqnellen verbindet, , ein Gebiet, auf dem im ganzen etwa 5 Millionen Menschen leben, können. Um die Einwanderung in geregelte Bahnen zu lenken, sek die $ r - r ich t u n g eines Einwander u n gsamtesiuPalästi'na und zahlreicher Auswanderungsämter im G a l u t h erforderlich- Letztere hätten die 'Aufgaben, die jüdische. Bevölkerung über die Möglichkeiten Palästinas aufzuklären, um eine überstürzte Einwanderung zu verhindern, die Auswanderungslustigen in Gruppen zusammenzuschließen, die sich gemeinsam beruflich auf Palästina vorbereiteten, - eine Auslese zu treffen und die Uebersiedlung der Geeigneten in jeder Weise zu fördern. Es kämen für Palästina in erster Reihe landwirtschaftlich tätige Elemente, ferner Arbeiter, Handwerker und Lehrer in Frage, während, für andere Berufe, insbesondere Kausipute und Aerzte der Bedarf kein großer sein werde. Ruppin denkt sich die zukünftige palästinensische Bevölkerung beruflich etwa nach dem Schema zusammengesetzt, daß 50% Landwirtschaft treiben, 30% in Handwerk und Industrie tätig sind und je 10% im Handel und in Heien Berufen. Um dazu zu gelangen, ist eine Berufsumschichtuug notwendig. Es werde möglich sein, in den ersten 10 Jahren etwa 70000 Personen, in den ersten dreißig Jahren etwa 420000 in der Landwirtschaft anzusiedeln, ebenso veile in direkt von der Landwirtschaft abhängigen Berufen, ebensoviel in städtischen Berufen, sodaß in dreißig Jahren etwa I1/? Millionen Menschen angesiedelt werden könnten. Die Kosten für die Ansiedlung von 100000 Familien dürsten etwa 2% Milliarde betragen. Eine industrielle Entwicklung sei zunächst für die landwirtschaftliche Produkte verarbeitende Industrie (Obst- und Gemüsekonserven, Marmeladen, Seife usw.) möglich, ferner auch für diejenigen Industrien, in denen Juden schon in Europa tätig sind (alle -'Arten von Kraft- und Berkehrs- . anlagen, Kunsthandwerk, Möbeltischlerei usw.). Was den zur Ansiedlung erforderlichen Boden! anbetrifft, so gäbe es in Palästina etwa 200000 Hektar Staatsländereieu und herrenloses Land, das wir für uns beanspruchen müßten. Zur -Durchführung der genannten Änsiedlungspläne aber sind etwa 380000 Hektar, nach Oettinger eine noch höhere Summe erforderlich, sodaß wir Land aus Privatbesitz erwerben müßten. Dieser Erwerb müsse durch die Expropriierung des agrarischen Großgrundbesitz erfolgen, während die arabischen Bauern geschont werden müssen. Älller Grund und Boden in Palästina müsse Eigentumdes jüdischen Volkes sein und in Erbpacht weggegeben werdeu. Die Betriebsform müsse eine intensive sein, einseitige Kultur sei zu vermeiden, immerhin müsse man berücksichtigen, daß die Juden zum Pflanzungsbau besonders geeignet seien, genossenschaftliche und Einzelsicdelungen hätten beide ihre Berechtigung. I» der Debatte standen vor altem drei Gesichtspunkte im Vordergründe: Einmal die Frage der Kapazität des Landes, wo insbesondere von T rietsch der «otandpuukt vertreten wurde, daß eine Einwanderung in viel, schnellerem Tempo als von Lichtheim angegeben möglich sei, während andere Redner,.wie Dr. Auerbach-Haifa, Dr. Rawratzki, Walter Moses den Standpunkt -des Referenten vertreten. Die Frage der Orthodoxie wird von vielen Rednern erörtert, vor allem aber nimmt die Frage der Sozialisierung des palästinensischen Wirtschaftslebens einen großen Raum hin. Entschieden sprechen sich für eine Sozialisierung insbesondere Berger, Goldman»!, Max -L-tranß uiid 2krlosorosf aus, andere vertreten den vermittelnden Standpunkt des Referenten, während einige sich mit großer Entschiedenheit dagegen wenden. Am Schlüsse der Debatte ging der einstimmige Wunsch der Versammlung dahin, den Ortsgruppen Gelegenheit zu geben, die zahlreichen und bedeutsamen Anregungen dieser Debatte zu verarbeiten und zu ihnen Stellung zu nehmen und im Verlause von zwei Monaten einen neuen Delegiertentag einzuberufen, der sich ausschließlich mit der Palästliiasrage zu beschäftige» habe und der von einer uenngliedrigen Kommission sachlich und technisch vorzubereiten sei. Im übrigen gelangte' folgende Re sol ut.ion einstimmig zur Annahme: »Der Delegiertentag fordert von der Friedenskonferenz die Anerkennung Palästinas als nationale Heimstätte für das jüdische Volk und die Schaffung aller Möglichkeiten für den ungehinderten , Aufbau eines jüdischen Gemeinwesens im Lande. Er fühlt sich mit den Zionisten aller Länder einig, daß die Besiedelung Palästinas mit Aufbictung aller Kräfte und so schnell als die Verhältnisse des Landes es gestatten durchgeführt werden muß unb daß. der innere Aufbau der jüdischen Siedlung auf Grund des Selbstbestimmungsrechtes dem jüdischen Volke selbst, überlassen bleiben soll, das seine zukünftige Heimat den in ihm lebenden Tendenzen entsprechend zu entwickeln wünscht." Die Fragen des deutscheu FudLntums und speziell die Fragen des jüd. Kongresses in Deutsch- Kaffee Kaisergarte n am Opernplatx Erstklassiges Familteii-Kafte e Täglich von 4 Uhr ab. JKftnstler- Konzert. -i-».^.BiaiifciiiMB^iiiiiiHmnnaiiiBininBiaiUMimiiiiB>TWi«Hini]|^iunBM»lrtlilMMWllilllffllttlM1IWMIIlWHl||IIMWMIllBei| Dar jahrelang bewährte &HthnQTUTigSpUly6r > |; der Schwarten- Jfpotheke frankfuita. jtt. ist vonf diesen in bester friedensquatrtät lieferbar. '. 5>bse-v<* <2.-1 undJL 3.-, ebenso dasßüssige-6nthaarungsmiifeluJEashers^ £nthaarungs-Creme“ flasche Jt h.—. _J land behandelte Kurt Blumenfeld am Donnerstag Nachmittag. Die Entwicklung habe dazu geführt, daß um den ständig wachsenden Kreis der organisierten Zionisten sich'eine Gruppe peripherer Elemente gebildet habe, die vielfach nicht bereit seien, der Zionistischen Organisation beizutreten, aber sich zu der unzerstörbaren Einheit des. jüdischen Volkes zugehörig empfinden und in dieser Erkenntnis gemeinsam mit uns zu arbeite« bereit sind. Es handele sich dabei zunächst um die ostjüdischen Elemente, deren Zahl und Bedeutung ständig wachse, dann aber auch um die Orthodoxie, die den nationalen Charakter der jüdischen Gemeinschaft jetzt anerkenne. Gerade jetzt, wo der Aufbau Palästinas beginne, sei die Existenz einer; von echtjüdischem Leben erfüllten Diaspora erforderlich. Eine Scheidung der Geister müsse stattfinden; doch nicht die Palästina frage dürfe das Kriterium sein, da viele für ein jüdisches Palästina einträten, ohne für sich persönliche Konsequenzen daraus abzuleiten. Wir verlangten das Bekenntnis zum jüdischen Volkstum und den Willen,. ein neues jüdisches Leben in Deutschland in dieser Erkenntnis aufzubauen. Mit allen, die sich dazu bekennen, werden wir den jüdischen Kongreß machen, zu dem die Zionistische Vereinigung für Deutschland von-der Palästina- und der AütonomiesordKcung abgesehen, folgendes Programm aus» stelle: Als wichtigste Forderung die jüdische Schule; dann die Umwandlung der Kultusgemeinden in Bolksgemeindeu» die alle Aufgaben des Kultus, der Schule, jüdischer Wissenschaft, Politik und Sozialpolitik zu erfüllen habe und auf Grund des allgemeinen, gleichen, direkte«, geheimen Proportionalwahlrechts für alle mehr als 20jährigen Juden und Jüdinnen ausgebaut sein müsse. Die Bolksgemeiude hat sich als lokale Organisation der jüdischen Gesamtheit zu fühlen «ad deshalb an allen Aufgaben der jüdischen Gesamtheit teilzunehmen, so an der Palästinaarbeit, der sozialen Fürsorge und anderen. Nationalpersonale Autonomie würde nicht gefordert, aber nicht aus politischen Bedenklichkeiten, sondern wegen der fehlenden zahlenmäßigen Voraussetzungen. Wie in allen Ländern so werde auch in Deutschland ein jüdischer Kongreß zustande kommen, als ein Teil der zukünftigen jüdischen Konstituante in Jerusalem. An der Debatte über das Referat beteiligten sich etwa 20 Redner. Es zeigte sich, cdaß alle Delegierten! . derselbe entschlossene Wille beseelte, an einer nationalen Umgestaltung des jüdischen Lebens in Deutschland durch Herbeiführung eines jüdischen Kongresses mitzuwirken und eine demokratische Neuordnung der jüdischen Gemeindever-' sassung herbeizuführen. Tie Aussichten der zionistischen Propaganda wurden überall als äußerst günstig bezeichnet. Mit großem Interesse wurden ferner die Ausführungen der Herren Schocken und Calvari über die Arbeiten. des Kult uransschusses ausgenommen, zu denen verschiedene Redner eingehend Stellung nahmen. Am Schlüsse der Tebatte wurden eine Reihe-von Resolutionen, sämtlich mit Einstimmigkeit angenommen. In der wichtigsten von ihnen erklärt sich der Telegiertentag mit aller Entschiedenheit für einen jüdischen Kongreß, der alle Juden vereinigen soll, die im Bewußtsein der Zugehörigkeit zum jüdischen Volke an einem lebendigen Judentum Mitarbeiten wollen und für den die deutschen Zionisten folgendes Programm Vorschlägen : Tie nationale Heimstätte in Palästina, volle tatsächliche Gleichberechtigung, nationale 'Autonomie für die Juden in den Ländern der Massensiedelnng und in denjenigen Gebieten, wo die Juden sie fordern, Aufhebung aller Ausnahmebestimmungen gegen ausländische Juden, insbesondere Aufhebung der Grenzsperre endlich, die Umgestaltung des jüdischen Gemeindelebens in demokratisch«« Sinne und nationaljüdischem Geiste. Es wurde ferner beschlossen, in einen Kampf für die Durchführung des allgemeinen, gleichen, geheimen, direkten ProportioUlpk» W ahlrechts für alle Juden und Jüdinnen über 20> Fahre bei den Gemeindewahlen einzntreten. Ferner wurde beschlossen, ein besonderes Ressort für die Propctgiesrüng des Hebräischen zu eröffnen. Der Schekel wurde entsprechend dem heutigen Kursstand auf ML 2.\- erhöht, der Landesbeitrag auf Mk. 5.—, für 'Angehörige der Jugendorganisationen auf Mk. 2.— festgesetzt. Dann erstattete Rechtsanwalt Köllen scherden Bericht der Permanenzkommission. Auf Grund der vou dieser gemachten Vorschläge wird zunächst Dr. Hantke einstimmig zunr 1. Vorsitzenden der Zionistischen Bereinigung für Deutschland unter großem Beifall wiedergewählt, dann nach Annahme der notwendigen Statutenänderungen ein aus Klee, Blnmenfeld,Goldmann. Licht he im. Pick, Rosenberg, Rosenblnth und Wollsteiner bestehender ge sch äfts führender Aus fchnßund ein vierziggliedriges Zentralkomitee gewählt. Der jüdische Kongreß in Amerika. Tas Jüdische Preßbüro in Stockholm erhielt aus Philadelphia folgendes Kabeltelegramm: Ter Jüdische Kongreß wurde am 15. iu höchst eindrucksvoller Weise mit Absprachen von Nathan S tr anß und Richter Julian Mack eröffnet. Zum permanente^ Vorsitzenden wurde Julian Mack, der Präsident der zionistischen Organisation Amerikas, gewählt Ehrenvorsitzender ist der Philanthrop Nathan Strauß. Montag, den 16. nahm der Kongreß die Berichte! der Kommissionen über die Judenfrage in den verschiedenem Länder entgegen. Tie vom Kongreß eingesetzten Komitees^ ^weisen eine überwältigende zionistische Mehrheit auf.