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Neue jüdische Presse · 1918-12-27 · Heft 50 (27.12.1918) · p. Seite 4

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
16 (1918)
Issue
Heft 50 (27.12.1918)
Date
1918-12-27
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Sette 4. Frankfurter Israelitisches-Famüienblatt. Nr. 50. Geschichte und büotifi «in Unrecht wieder giit macht, das nicht WstnEndes der; Grund für die Verwilderung und Unmoral tm Staastnstben ist, dann muß das jüdische Volk für diese Wenbrmg in feinem Geschick vorbereitet sein. Und diese Vorbereitung ist nicht einfach. Sie »erlangt damit er die Kraft für die harte Arbeit und daS jüdische Verständnis für die Zukunft hat, die eS in Palästina anfzu- Lauen gilt. . ' Diese Gckmnken sprachen die Redner deS Abends aus. Den R«en schlaft sich eine kurze Aussprache an. , MS»che«kl«b. Der Mädchenklub ehrte das Andenken seiner heim-, gegangenen Leiterin, FrL Neumüller, mit einer Traue» fnu. Nach einem von Frl..Claire Levi gesungenen Psalm rezrtierte eine Dame des Vorstandes, eine treue Ärbeitsgenossin der Heimgegcmgenen, den Psalm SO, der bei den Anwesenden ebenso mächtige Bewegung «islöste, wie die formvollendete Gedächtnisrede der Vorsitzenden, die btm künstlerisch veranlagten TMenschen, dem gütigen selbstlosen Herzen, der begabten Lehrerin gerecht wurde. Zwei junge Klubmitglieber betrauerten tiefbewegt die Heimgegangene Freundin und Lehrerin, die dicken Heimat und Mutterherz zu ersetzen wußte, und die sich in all den jungen Herzen ein unvergängliches Denkmal gesetzt hat. Nochmaliger Gesang eickete die Feier. ) Israelitische Religionsgesellschaft. Die Rechnung der Ist. Religionsgesellschast schließt mit einem Fchlbettage von 27 000 Mk. , . . Von den Einnahmen der Synagoge ergaben Sesselmiete "«1.019 Mk. (1000 Mk. mehr), Mizwaus 18 756 Mk. (7000 Mark), Chijuwim 1889 Mk. (500 Mk. mehr). . . - - Statt der bewilligten 18000 Mk. wurden 66 743 Mk. Teuerungszulagen gewährt. Für Äriegsfürsorgezwecke wurden 70000-3)3. verausgabt. Der Zuschuß zur Fleischkafse betrug 4000 Mk-, der zu Badekosten 1500 Mk. mehr als.im Vorjahr. Die Schulkasse erforderte einen Zuschuß von' 25000 Mk. Für Lehrgehält« wurden 160000 Mk., für Pensionen urw Witwengehalte 17000 Mk.' verausgabt. Berck« „Dfereth vachart«.'' Tr. Rab in führte in scknem Vortrage .M a r t i n Buber unlb seine Gedankenwelt" folgendes ans: Wenn man sich in den Gedankewgang Bubers versetzt, ergibt sich bas Merkmal des orientalischen Geistes und daß der Orientale nicht sensorisch.- sondern motorisch erkennt und 'schasst. Sensorisch nennt Buber diejenige Richtung, bei ba der Mensch «äle äußeren Erscheinungen mit einem gewisstu Abstand gegenübersteht; in diesem seelischen Prozeß tritt besonders eins hervor, der Drang zu bilden und zu a^alten. Bei dem motorisch gerichteten Mensch wird jede Erscheinung erlebt. Erfassen der Gotteihett ist diesem motorisch gerichteten Menschen möglich. Buber gibt eine ’ Reihe von Gegensätzen an, worin er die Unterschiede vom Hensorisch und motorisch gerichteten Menschen kennzeichnet, fee meint, wenn jeder einzelne Mensch sich selbst als Mittelflunkt der Welt betrachtet, dann ist ihm die Welt durch diese Art des Erfassens von vornherein wohl nicht gegeben, aber Nur Bearbeitung dargeboten. Ter mvtorich gerichtete Mensch «lcht den Weg von Zweiheit zur Einheit zu finden. Bei dieser . Zweiheit besteht der Drang, ja die Notwendigkeit, sich durch» ansttzen, den Weg zu finden zuein« Einheit, einer Verwirklichung der Welt. Wir können die Welt zur Einheit machen, indem wir der Welt die Richtung geben. In jedem Menschen ist die Kraft der Ekstasis, das heißt sich Gott nähern und dadurch zur Erkenntnis deS Wesentlichen kommen und in den Dingen «kennen; was in ihnen Göttlichkeit ist: waS in Ihnen von ewigem Wert" ist. Buber behauptet, baß diese Kraft in jede,» Menschen iß.' Kraft ist-das, was uns aus der äußeren Welt gegeben ist. Mehr noch <üs dst Kraft ist die Richtung. Jeder einickist Meusch lebt inur ein relatives Leben, er kann aus seiner Jett nicht heraus. Er wird immer nur etwas Begrenztes ' flat, wovon er weder Anfang noch Schluß sieht. Er wird von einem fernhalten müssen — von der Zufriedent; er muß sich realisieren, .nicht nur orientieren.; Fragen wir bst Idee der Zukunft in' uns, dann ist der Grund, warum dst jüdische Nation in all den Wand- Rungen ihres Schaffens den richtigen Weg zu einer steten Neuerung .nicht verloren hatte, der Messianismus als Schlußstein des ganzen menschlich-seelischen. Prozesses. > ' - Äcker ist in erster Linie Dichter und vielleicht noch mehr Künstler-als Denket Er ist in all seinen Ausführungen Unbefriedigt; er spricht von der Erneuerung der Nation. JSSkS soll in einer ewigen Umformung begriffen sein. .Mir Pick", sagt Buber, „in dry letzten Jahren in die Irre gelangen und wir haben keine Richtung, wir haben keine Kraft. Dir müssen diese Richtung finden, — und wie können wir Ist suchend' „Es gilt "'nicht den Versuch, es gilt den Sprung!" - ’ Stleine-Statfet«.; Dst Ortsgruppe Frankfurt a. M des jüd. Fr a n e.n - B und c s , Vorsitzende Frau. Paula Nassauer; «heinstr. 85, beabsichtigt, eine Frankfurker jüdische : Fwanenspende sÄ die von den Pogromen betroffenav' galizischen Juden in die Wege zuleistn. Tie gleiche Ortsgruppe veranstaltet SämStag, nachm. S Uhr, Längste. 30 II. eine Versammlung. Tagesordnung: Hausangestellten und die Nationalversammlung." ' : ■ Dst im Fckbe gefallenen hiesigen jüdischen'Soldaten können Mlftuchme in bas Memmorbuchber Börncp^atz-Syn'agvge finden. Anmeldungen, bei Herrn Dr. stk. Freima n n, Langstr. 1: -! ' >i'i,i. Die Mitgift. Novelle von S. Luß-Mannheins. (Fortsetzung.) Der zehnjährige Aron wurde angewiesen. Riest in der Woche, so'oft es ginge und am Sabbat den ganzen Nachmittag Anleitung in der Kunst des Hebräischlesens zu geben. Aron war stolz darauf, daß ihm eineso große Schülerin zugewiesen wurde, daß er sofort eine Fibel holte und schon während des Geschirrspülens neben Riest stand, um sie in das Geheimnis der Lesekunst einzuweihen. Und als das Geschirr wieder auf dem Anrichtebrett stand, konnte Aron seiner Mutter stolz-verkünden: „Drei Seiten kann fst schon , lesen." Am dritten Tage sägte die Frau Lehrer zu Riest: kannst dableiben, und wenn Du ordentlich bist, kannst Tu alle Arbeften lernen."; Riest begann zu weinen. ,Marum weinst Tu?" ,Zch glaube, ich kann nicht bleiben." „Ach so, der Wandertrieb! Tu hast schon Rene," sagst die Frau Lehrer enttäuscht.; „Nein," sagst. Ricke, „ich möchte schon bleiben, aber Sie behalten mich nicht, wenn ich Ihnen alles sage." ,Mas ist das?" - „Sie haben mich nach meinem Vater geftagt, da habe ich geantwortet: „Ich kenne ihn nicht," ich brauche nicht" jedem alles auf die Nase zu hängen, aber wenn Sie mich im Haus behalstn wollen, dann will ich nicht mit einer Lüge anfangen, ich stnne meinen Vater sehr gut." ,M« ist es?" ' ,Menn Sie mich zwingen, - will ich es sagen, — aber . bann behalstn Sie mich nicht. Am liebsten möchte ich's für mich behalstn." ,Mas liegt mir an Deinem Vater? Ich will cs gar nicht wissen. Aber es ist recht, wenn Du immer die Wahrheit sagst." - Der Frauenverein beriet und kam zum Beschluß, daß bst Ausstattung Riests sich nicht mit den Statuten des Vereins vertrage. Doch wann sind jüdische Frauen über solche Kleinigkeiten je in Verlegenheit geraten? Esther, die Vorsteherin, sagst einfach: Meine Tochter ist gerade so Kroß und hat gerade ein Kleid abgckegt, das noch gut ist. Sie kennen es alle, das Hellblaue mit der schwarzen Spitze um den Hals, sie wlll es nicht mehr stagen, das kann hie Riest an einem guten -Schabbes noch für gut tragen." . Sofort meldest sich Süßchcn, die-einen Unterrock und Täubchen, dst Strümpfe übrig hatte, — und ehe man sich's versah, war Riest so reichlich ausgestattet, als hätte eine vorsorgliche Mutter sie zu ihrer Herrschaft in Dienst geschasst. Sogar ein Koffer fehlte nicht, da Vögel zu guterlebt sich erinnerte, daß ihr Mann von der letzten Messe noch eine'verschließbare Meßkiste stehen hakst. Die paar jüdischen Mägde in der Gemeinde, die am Sabbat zusammen spazieren gingen, waren weniger vorurteilslos; sie beschlossen, daß sie mit einem Mädchen, bas so von der Chaussee hergelaufen sei, nicht gehen würden, das sei doch unter ihrer Würde. Ihr Beschluß war gegenstandslos, denn Ricke hatte gar nicht die Absicht spazstren zu gehen. Als die Frau Lehr« am Sabbatnachmittag meinte, sie solle, solange sst nicht lesen könne, anstatt spazstren zu gehen, den Sabbatnachmittag zur Uebung in dstser Kunst benützen, Aron könne auch zu Haus.: bleiben, bis sie die wünschenswerte Uebung erlangt habe, bemerkte Riest erstaunt: Spazstren gehen? Ich'bin genug auf der Chaussee und in den Feldern herumgckausen, — aber spazieren bin ich uoch nie gegangen. Am Sabbat habe ich in den Orten, wo ich gerade war, den ganzen Tag gesessen, und ich Hab nie begreifen können, wie die Leute ein Vergnügen darin finden können herumzulaufen. Stillsitzen ist ein Vergnügen!" , Sst saß still bei" ihrem Keinen Lehrer Aron, der am Abend, swlz auf seine große Schülerin, erzählte: „Ricke kann schon bst ganze Fibel lesen." Sn der Gemeinde war Art und Grund von Rickes lang bekannt; deshalb Janb es auch niemand auffallend, daß dst Frau Lehrer"- sich eine Magd anqeschafft hätte, obgleich das Einkommen des Gemeindeanqestellten so schmäl war, daß er; selbst auf dst im Belieben der Mitglieder liegenden Nebeneinnahnrcn angewiesen war. Niemand legst das der immer fleißigen Frau als Hang zur Bequemlichkeit aus, selbstHerr Jakob Lichtensstin nicht, der reichste Mann der 'Gemeinde und der eingebildetste, unangenehmste Protz auf viele Meilen in der Runde. Dem Protz waren die Verhältnisse so wohlbekannt jtie den andern; aber um seine eigene Wichtigkeit in, ein "twas helleres Licht zu setzen, konnte er es nicht unterlassen, einige anzügliche Redensarten hören zu lassen, dst er für gifte Witze hstlt. Er meinte, die jüdischen Lehrer würden in letzt« Zeit so vornehm wie'die Superintendenten, , es löst'ihm leib, daß er seinen Sohn Wolf nicht habe Lehrer werden lassen. „Na," fügte er hinzu, „ich hoffe, er kann auch mit d«m, was « einmal von seinen'Elter» bekommt, ganz bequem leben und sich, eine,Mflgd halten, so fein . wst bst Frau Lehrer." “ 7; ' . ' ' * Jakob Lichtensstin war der einzige"ifl der Gemeinde,) mit dem dst kluge Frau Lehrer.hstr^.und.da ln.'eine spitzige Wortsechkerci 'gerstt; . hjcil .sst sich^ bst protzigen,' verstecktem Bösheiten) nicht' gefallen lä ssefl? wÄÜe . So gab sst iwck diesmal eine kurze, abwehrende; Antwort.' Das' ärgerst den Protzweil" es "vor der Synagoge in Gegenwart vieler Gemxinbemitglieder geschah, dst über' dst verdienst Abweisung lächelten. I ' _ .Mas fallt Ihnen ein, Frau -Lehr«?« sagte dH Protz, „glauben Sst, in Kahls*) Haus könnten Sie hereiünehmen, wen Sst wollten? Da hat Kahl auch noch mist zureden, und Kahl, das bin ich, ich bezahl die meisten Steuern// „Es sind außer Ihnen noch mehÄ Leute in Kahl," sagst die Frau Lehrer, und alle Herumstehenden brummten ihr Beifall, weil sie sich nicht so behandelt sehen wollten/ als wenn Lichtenstein der einzige Steuerzahler wäre. ,! ,Menn.auch noch andere Steuer bezahlen," lenM Lichtensstin ein, „ich bin wenigstens halb Kahl/' : l „Dann tun Sie mir leib," antwortete, die Frau'Lehr«.- „Es tut Ihnen leid?" pustete Lichtenstein, „warunt braucht es-Ihnen leid zu tun, daß ich halb Kahl bistbas verstehe ich nicht, ich bezahl' alles so nobel 1 ■ „Ich meine nur-wegen der unangenehmen Gesellschaft; in der sie sich befinden, wenn Sie halb kahl sind."- ,Mstso? wie meinen Sie das?" ' . „Ich meine, wckl auch die Pudel jetzt im Sommer halb kahl sind." ' ' Der Protz eilte wütend in die Synagoge, und das munstre Lachen der anderen schallte ihm unangenehm in die Ohren.^^ Dauernd^übelgenommen wurde nichts in der Gemeinde, man war zu sehr aufeinander angewiesen, und dem Protz gönnst man bst Abfuhr. Der halb, jüdische, halb deutsch« Witz gefiel allen so gut, baß man ihn sich noch acht Tage lang in der Umgegend erzählte. Riest stöhnte auch an den folgenden Sabbaten ihrem Vergnügen am Stillsihen, und einige Wochen später sollst sie dazu auch an einem Wochentage Gelegenheit finden. ^-Eine alte Frau war gestorben. Die Gemeinde unterschieb sich außer in Manchem andern auch darin von allen Gemeinden umher, daß es keinen Verein gab, der" dst Krankenpflege oder die Fürsorge in Trauerfällen in seinen Stgtustn ausgenommen hätte. Diese jüdischen Pflichten waren seit unvordenllichen Zeiten hier als Gemeindepflichstn, angesehen worben, dst jedes Mtglstd zu übernehmen ge-' zwungen war, wst es seine Steuer bezahlen müßte. Esc war dazu keine Willens«Kärung und keine ausdrückliche Uebernahme «forderlich, und daß ein Mitglied sich selbst äusschloß, war undenkbar. Erkrankst jemand so' schwer,-: baß eine Pflege nötig war, so wurde der Mann oder dst Frau, die an der Reihe war — die Liste hatte der Lehrer zu führen — vom Synagogenbien« geheißen, und er oder sie hatst drei Stunden am' Krankenbette» die Pflege zu übernehmen, bis die Ablösung kam. Bezahlter Ersatz "war nicht gestattet. Die Totenwache mußst in. derselben Weise als Pflicht übernommen werden, nur mit dem Unterschied, daß die Wache sechs Stunden dauerte, daß bei Nacht zwei zusammen zu wachen' hatten, und daß man sich cknen Vertreter. nehmen durfte.;■ Bei dem diesmaligen .Trauerfalle traf die Frau Lehrer die erste Nachtwache, und sie schickte Meke als-ihren Ersatz, um von sechs Uhr abends.bis Mitternacht zu wachett. Mit Riest zugleich kam Hannchen, die Magd des He«n Jakob Lichtensstin, um für ihre Herrin die Totenwache zu übernehmen. . ' Hannchen bildete sich ein, daß es für sie, die Magd' des reichsten Mannes in der Gemeinde, eine Unehre wäre, mit der unter so eigentümlichen V«hältnissen engagstrteu Magb des Lehrers zusammen zu sitzen. Sie, .die Tocht« eines nicht unvermögenden Viehhändlers, sollte zusammen . wachen mit einer von b« Landstraße ausgeleseuens Schnorrcrin? Trotzdem sie sich herabgewürdigt fühlte durch die Gemeinschaft mit Ricke, hatte sie Gründe, ein freundlichcsj- Gesicht zu machen.und' ein Gespräch mit der nicht an«u kannst» Kollegin zu beginnen. „Gefällt es Ihnen hi«?" > glaub' ich; wenn bei einem Lehr« die Butter auch nicht so dick geschmiert wird wie bei einem reiche» Mann, so ist es doch immer bess« als schnorren gehen." - Riest gab kckne Mitwort. . ,Gott, wie dumm ist die," dachte Hannchen,„diä. sollte doch froh sein, daß ich mit ihr spreche! Doch viellckcht ist sie bckeibigt, daß ich vom Schnorrengehen gesprochen habe? Dst braucht stolz zu sein, sie tragt am SchäbbeÄ ein Kstid, das unser Fräulein abgelegt hat." . - Hannchen war bas Wachen bei der Toten ungemütlich,, deshalb beugte sie ihren Stolz und setzte, trotzdem Rstke. ihr keine Antwort auf ihre letzte Bemerkung gegeben hatte,', bst Unterhaltung leutselig fort. „Fürchten Sie sich nicht, bei einer Tost» zu wachen?" fragst Hannchen) um die Unterhaltung Wied« in Gang zu bringen. „Bor Tvstn fürchte ich mich nicht, ich fürchte mich! nur vor lebendigen Bauern," antwortete Ricke. Hannchen mußte über diese un«wartest 'Antwort lachen, obgleich der Ork nicht zum Lachen angetan war. „Die ist aber fürchterlich dumm," dachte-Hannchen, „wie kann man sich nur vor lebendigen Bauern sürchstn; mein Bastr handelt das ganze Jahr mit Bauern, mit einer so dummen Person kann man schon etwas riskieren," setzst Hannchen ihre Gcktanken fort. ' . .Mürben Sie sich auch nicht fürchten, ganz allein hi« zu wachen?" ftagst sie am Schlüsse ihrer Ueberlegüng. „Nein." - „Wirklich nicht? Würden Sie nichts dagegen haben, wenn ich nach Haus ginge und mich zu Bett legte?" „Nein, dagegen hätte ich nichts/^ „Dann , wünsche ich gute Nacht," sagst Hannchen und ging fort. ' . - .. 1 ' Draußen konnte sst sich mmeir noch.nicht von ihrer, Verwunderung über Rickes große Dnmmheistn erholen, flick deshalb ging sst nicht gleich nach Hause, sondern eilst -zir ihren Freundinnen, die bei H«z Lllienfckd und bei Manes ' Kaufmann dienten, da .sie wußte, daß dstse die Wache Han - Mitternacht bis sechs Uhr morgens zu hätten hatten: Sie; *) Kahl, richtig Kahal. — Gemeinde. '

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