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Neue jüdische Presse · 1918-12-27 · Heft 50 (27.12.1918) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
16 (1918)
Issue
Heft 50 (27.12.1918)
Date
1918-12-27
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Mt. 50. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Seite L. erzählte den Freundinnen, so viel von Riekes grenzenloser Dummheit, daß man beschloßt sich diesen Mangel an Klugheit" zu Nntzen zn machen. Mitternacht kam, aber Jbic. Ablösung nicht. Ricke mußte bis morgens sechs allein die Totenwache halten. Ricke hätte nicht darüber gesprochen, sie liebte es, wenn .sic nicht anstrengend zn arbeiten hatte, still zu träumen/ doch hätte ei»» aufmerksamer Beobachter bemerken können, baß ihr Denken auch dann, wenn «sie scheinbar träumte, von einer ernsten Sache in Anspruch genommen war, daß* es nicht Dummheit war, wenn sie so'nachdenklich vor sich hinstorrte, sondern daß ernste Gedanken hinter diesen träumerischen Blicken hin und her wogten. Manchmal schimmerte «ine Träne in den aufgerissenen 'Augen, und düstere Trauer veränderte ihre Züge; manchmal fing sie mitten im Traum' an, heftig zu zittern; bann plötzlich ballte sie die Fäuste, und mit verzerrten! Gesicht schien sie die ganze Welt zum Kampf heraussordern zn wollen. (Fortsetzung folgt.) Literarische Chronik. Die Zukunft Palästinas. Ein Mahnruf an die zionistischen Juden in der ganzen Kultnrwelt, von Tr. Me hemcd Em i n Efendi. 40 Sekten. 1 Mk. Ver- ' lag I- Känffmann, Frankfurt a. M. Der pseudonyme Verfasser fürchtet bei der Gründung eines Judenstaates in Palästina für die Zukunst des Landes und jeine Kultur und traut nicht den Versprechungen der Mächte. Aiich die Form der Selbständigkeit macht ihm Kopfzerbrechen. Wie kann man sich bas Land der Väter als „modernes" Land denken? Dies würde Pietätlosigkeit, Abgeschmacktheit für uns bedeuten, die wir uns Palästina nur als heiliges Land vorstellen. Der Verfasser kann sich nicht vorstellen, wie bas Land mit den Fortschritten der 'Kultur in seinem Ganzen aussehen werde. Er macht deshalb den Vorschlag, daß es ein Sanktuarium werde, „an dessen Toren die uioderne Kultur mit ihrer abscheulichen Uniformierungssncht, mit ihrer grausamen Unterdrückung jeder Eigenart, mit ihrer stupiden Verständnislosigkeit gegenüber anderen Kulturstufen und Kulturformen Halt machen muß." „Keine Großstädte mit Banken und Börsen, keine Warenhäuser und Mietskasernen, keine Fabriken mit Schornsteinen, üsw." ,Der Zauberhauch einer Vergangenheit, die die mächtigsten, erschütterndsten Eindrücke auf die Menschheit hervorgebrächt, soll nicht von plumpen Barbarenhänden verwischt werden. Der Hirte und der einfache Bauer, der Handwerker, der Fischer, der Karaivanenführer, — sie sollen in 'bescheidenen Grenzen ihr Unterkommen dort weiter finden, der Einsiedler mag dort seine Heilung suchen, wo er Herzensfrieden und inneres Glück zu finden hofft, auch Forschern, Gelehrten und Künstlern soll das Land zugänglich sein." Der Verfasser geht zu weit in seinen Forderungen. sEin fphch' idyllischer Mdenwinlel, wie er ihm vorschwebt, ist heute nicht möglich Wer mich die Zionisten wollen es verhindern, daß in Palästina ein Wglatsch Europas entstehe. Getreu dem Geiste des Judentums soll der Boden des Landes Gemeingut bleiben Und damit von vornherein ein gerechter sozialer Ausbau, ein glückliches Leben seiner Bewohner gewährleistet werben. Messias spuren von Dr. Jsaac Breuer. 132 S. Frankfurt a. M-, Rudolf Leonhard Hammon. . . Nicht der Wille zum jüdischen Sein, sondern der Wille zum jüdischen Sollen, der Wille zn Gottes Recht ist ihm der jüdische Wille,, der Wille zum Judentum, und dieser Wille schließt „Äutoiwmie" bestimmt und entschieden aus. Nicht personale Autonomie, sondern personale Gottesdienerschaft läutet die Forderung des Messianismus. Die Möglichkeit, Gottes Recht zu erlernen und Gottes Recht zu gehorchen, verlangt er für alle, die dem Staat ihren Willen zn Gottes Recht erklären. Schonungslos verwirft er den sträflichen Leichtsinn, der mit der Forderung politizistischer, weil nicht auf Gottes Recht bezogener 'Autonomie unbedenklich in den Wettbewerb der Nationen tritt und auf die Frage, wie es mit Gottes Recht stehe, vergnüglich schmunzelnd erwidert: „Erstmal und vor allem die Autonomie — —: alles weitere wird sich finden." Es wird sich garnichts finden. 'Autonomie als solche mag dem im Sein kläglich verharrenden Zionisnms den rechnenden Verstand bewegen, das schmückende Herz hüpfen lassen. Dile Seele der messianischen Nation bangt nur um «Glottes Recht. Gottes Recht zu sichern, ist ihr nnselbstische Sorge. AilcS weitere wird sich finden." Vorstehende Sätze dürften den Kernpunkt der Breurrschcn Ausführungen bilden. Breuer schafft einen Gegensatz zwischen . deni Willen zum jüdischen Sollen und dem Willen zum jüdischen Sein, während für uns beide in enger Verbindung zueinander gehören. Was bedeutet der Wille zum jüdischen Sollen, wenn der Wille zum jüdischen Sein allmählich schwindet. Der Wille zum jüdischen Sein ist erst der Boden, auf dem sich per Wille zum jüdischen Sollen entwickeln kann. Jes chstru ii. 5. Ihr., 10. Heft. Berlin X. 24. Inhalt: Nachbemerkungen zu „Gottes Volk" (N. Birnbaum). — Stefan Zweig's „Jeremias" (A. Blau). — Charakterbilder unserer großen Gcfetzeslehrer (S. Eppenstein). — Bon den litauischen „Moralisten" (I. Weinberg). — lieber „Authau w'eth bnau" (S. Kaatz). L. K'ahan: ,/D-ie Volksbildung bei den anderen und bei uns"; Verlag des „Volksblatt" in Lodz, 75 Seiten, 1 Mark. , Das erste Bändchen der vom Verlag des „Lodzer Bolksblatt" herausgcgeben Jüdischen Volksbibliothek gibt einen gedrängten Ueberbkick über die geschichtliche Entwicklung und den heutigen Stand des Schul- und Bolksbildmigswesens bei den verschiedenen Völkern und innerhalb des jüdischen Volkes und sucht die daraus gewonnenen Erfahrungen in Form, von Richtlinien für die Gestaltung der Zukunft der jüdischen Schule« festzuhalten. Tie Wbeit, als reine Musklärungsschrift gedacht, will dem besseren Verständnis für die Erfordernisse der Stunde inbezug auf die Schaffung und den Ausbau einer nationale» jüdischen ' Volksschule dienen. Wenn auch die allzu statistikrnhafte' und zum Teil übertrieben ausführliche Art der Darstellung zu bemängeln ist — muß doch hierdurch'notwendigerweise manch wichtiges Moment in der Behandlung des Stoffes verschwimmen, wenn auch ferner die Lehren Und Folgerungen, die sich aus der Ueberprüftliig der Ziele und der Resultate europäischer Volksbildung ergaben, nicht in der wünschenswerten Vollständigkeit und Breites gezogen und dargelegt sind, so rmß doch jede Schrift wie diese, die in der Richtung sachlicher Urteilsbildung innerhalb der jüdischen 'Allgemeinheit und Schärfung der Einsicht in die Notwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft für .das jüdische Schulwesen wirken kann, als nützlich ftnd der Sache förderlich angesprochen werden. —z. lOffenbaeiier Druckluft-Anlagel lilfiUlbaeha.1. Telefon 123. (Anschluss mitgrankfmt).| bewährteste TupDlchralaliracg (100,000 qm jährlich)! |aowie unübertroffene Batttadarnraliilgiuia mittels«! Druckluft and Wasserdampf. Woche»-Sale»der. Samstag, 28. Dezbr. (25, TetmS). Sabbat-Anfang in Frankfurt 4 Uhr. Sabbat-Ausgang in Frankfurt 5 Uhr 20 Mn. Wochenabschnitt: Schewaus. — Die Knechtung ve» Kinder Israels in Aegypten. Moses. Donnerstag, 2. J«^: Rausch-Chandesch Schewat. Wochengottes dienst in Frankfurt- Morgens 7 Ubr in den meisten Synagogen . (Hauptsynagoge 772 Uhr, Königsteinerstr. 71/* Uhr). Abends 4 Uhr in den meisten Synagogen (Königsteinerstraße 7 Uhr, Hauptsynagoge 4 Uhr). Vereirrs-Kalertder. Jüd. Frauenvereinigung. Sonntag, 5Va Uhr, Hörsaal Friedb. Anlage: Prophetenwort und Gesetzeslehre (Dr. Jos. Breuer). .... Verein ,Mekor Chajim". Freitag abend, nach Schluß der Synagoge: Mikro (Willy Wolff). Sonntag, 6 Uhr: Ms der jüdischen Geschichte (Redakteur Schachnowitz). Verein Montefiore. Sonntag, .29. Dezbr., 3V* Uhr, Bleichstr. 70: außerordentliche Mitgliederversammlung. Frankfurter Frnuiliemrachrichle». Verlobte. Meta Silberstein, Hölderlinstr. 18 mit Max Lanbsberg, Berlin. — Trude Oppenheimer, Untermainkai 19 mit Julius Heß, München. — Leni Schwärz. Raesfeld mit Leo Noßbamn> Kantstr. 11. G e storben. Ferdinand Maas, 77 I., Liebigstr. 3. — Heinrich Hirschberger. 20 I., Theaterplatz 5. — Frnny 1ÄCmann geb. Odenheimer, Seilerstr. 9. — Alfred Nußbaum. 22 I., Uhlandstr. 38. - Wolf Fuld, 50 I. Auswärtige Familieuuachrichte». Verlobte. Lola Offenbacher, Nürnberg mit Dktzl.- Jng. Paul 'Adler, .Aschaffenburg. — Minna Lehmann, Leybschutz mit Max/Bachrach, Ratibor. — Bally Mchels, Cöchew mit Siegfried Friedland, Berlin. — Drna Fuchs. BruMrl mit Norbert Ledermann, Cassel. Briefkasten. A. G. In Hollcschau (Mähren) hatten des Nachts, angetrunkene tschecho-slowakische Soldaten in der Judengasse sämtliche Läden ausgeplündert. Zwei Juden, der Kriegsinvalide Grünbaum und Hugo Graeher wurden getötet. Bon den mehr als 200 Familien der jüdischer» Gemeinde haben die meisten, ihres Bermögens beraubt, di» Stadt verlassen. Letzte Berichte. Wilna (Litauen). Rechtsanw. Rosen bäum, den bekannte Zionist, wurde zum Unterstaatssekretär des Aeußern, Dr. Rachmiliowitsch zum Unterstaatssekretä» des Handels und Dr- W y g o d s ki zum Minister für Misch» Angelegenheiten ernannt. Die vorläufige litauische Rem», rung hat die nationale Gleichberechtigung der Jude» anerkannt. . * Zürich- Aus Jassy wirb der .Z.P.Z." geschri»- Regierung setzt de» Jst,dew bei der Naturalisation dauernd Hindernisse entgegen. 3ournal-£ese-Zirkel Frankfurt a. M., Tkeaterplatz 8. Eintritt täglich. deutsch, französisch, englisch. Alle Neuerscheinung««»- - - - . Prospekt umsonst and portofrei. Gegründet 1828. Telefon Hnnen 9365. 100?afsehlid«n8 Zeitsehriftsn nach M» «nl in fiaten ZnsammuutiUnngta. Gewissenhaften Nachhilfeunterricht erteilt erfahrene Kraft. Arbeitsnachweis der weibl. 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