Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 16 (1918)
- Issue
- Heft 40 (18.10.1918)
- Date
- 1918-10-18
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 40 Aus aller Welt. I Deutsche- Hteuv. U!; Nattonaljüvtfcher Jngendtag. ., Uebm' den. in. Berlin unter dem' Vorsitz' von Fe l i x Rofendlüth nnd mit Martin Buber, Walter Wofes., 3Kio seA.Calvaxh und Kerdin«.»dOprer> t ag ^als. Referenten stattgehabten Nationatjstü, Jugendtag schreibt die-„Jüd. Rn n dscha,»" u. a.: ' / >,ZM ersten Mal traf sich die jüdische Jugend Deutschlands, nicht bhoß ihre Mertreterschaft, sah sich jeder einzelne! Verband im Rahmen der Gesamtorganiscchion, war Gelegene heit - AWrteitz' unter .absichtlicher BeiseiteschiehDyg rein orAamsächxischer Fragen sich mit den bewegendest Gruyd^ stiMmüngen gegenseitig durch das Mittel des lebendigen Wortes 'bekanntzumachen. Die Hanptströmungen — wenn man-twn'solchen sprechen darf—sind, wenn auch in verschiedener Wtärke, zum Wort gekommen und haben zur Stellungnahme gedrängt. Gleichgesinnte haben sich gefunden, Gegner-sich erkanP. Triotz manchem, was keine genügende Klärung fand, war. die Luft am Schluß, der Tagung ge- ' rtiNiglch:. Die Gegensätze würden nicht in billiger Schlußstiinmüüg verwischt. Die innere Front, die durch die Aussprache sich deutlich ergab, ist nicht um des lieben Friedens willen ihrer prinzipiellen Bedeutung entkleidet worden. Jeder, der vom Jugendtag kommt, weih, wofür und wogegen er in seinem Wirküngskreis zu kämpfen hat — oder stellte es wenigstens wissen." ' i Frankfurter Israelitisches Familienblatt. eines Streikfonds und die Organisation eines Rates zur Leitung der wirtschaftlichen Arbeit des Vereins beschlossen worden. Die Versammlung habe eine Protestentschließang gegen eine jüdische Mittelschule angenommen, die an Stelle der streikenden jüdischen Lehrer christliche. Lehrer eingestellt habe. . . Zionistische Nachrichten. Wie«. Kaiser Karl empfinge Dr. ChajeS, den Oberrabbiner von Wien, und unterhielt sich mit ihn: u. a. über die zionistischen Bestrebungen und über die Palästinafrage. . DavoS. Hier ist ein zionistischer V er ein gegründet worden. Präsident:A. Graupe. Der.Verein will eine Lesehalle'und Bibliothek eröffnen. Ans der Misrachi-Bewegnng. Warschau. Das- Zentralwahlkomitee des - Misrachi beschäfttgte sich .in einer .Vollsitzung mit den Wahle» zur jüdischen Gemeinde. Es wurden drei Ausschüsse gebildet, und eine große öffentliche .Versammlung beschlossen.? Der Krieg «nd die Inden. Breslau. Walter DiSmann-Gleiwitz und Flugzeugführer Gustav Herzbera- Kgl. Rehwalde erhielten das Eis. Kreuz 1. Kl. Seite 3 Stratzbur». Aui Antrag des Universitätsvrofeffors Dr. D r e Y f u ß hat der Synagogenvorstand der Straßburger Kultusgemeinde den Beschluß gefaßt, drei Prozent vcin; Jahresbeitrag aller Gemeindemitglieder zur Zwecken des Aufbaues von Palästina zu verwenden. Breslau. Dr. Sternitz - Beuthen wurde zum Amts, g e r i ch t s r a t ernannt. 'Amtsgerichtsrat Geh. Justizrat Glogauer-Breslau erhielt den K r v n e n o r d c n 3. Kl. Die Sammlungen für den Grundstock des Jüd.» Th eolog. S emiyars belaufen sich bereits auf 271,060 Mark. In Gnesan feierte Frau Amalie Harry ihren 90. Geburtstag. Sode«. Jda Beith. seit 32 Jahre« Oberin der Israelit. Kuranstalt, ist verschieden. Warschau. Sechs jüdische Studenten des Polytechnikums, die sich an einem Protest gegen: die Schließung der national-jüdischen Studentenorganifation „Gegenseitige Hilfe" beteiligt hatten, waren entlassen worden und hatten dagegen beim Kuktusdepartement.Beschwerde erhoben. Der Senat hat feinen Entschluß gegen zwei der Studenten aufrechterhalten, den übrige» vier den Besuch des Polytechnikums wieder gestattet. Warschau. Im Stadtrat fand eine feierliche Sitzung statt, die dem baldigen „freien und unabhängigen Polen" MUß ää&i mi L. / /~-\ M * jf MM ma SÄ-f' Willst Du roMUch öem Uatertanöe, öem Du altes, taas Du. bist. üeTöantft, 6as Darlehen verweigern.E öae es Dich in schroererZeit bittet — für bas eer Du hohe 2insen tzewohrt? Würbest Du so hanbeln,t)u. TDorest kein Ventsoher! —Datum^eichne! „Nach allen:, was auf dieser Tagung sichtbar wurde, . kann unserer Jugend kein größerer Dienst getan werden, als auszusprechen, was ist. Ein Teil dieser Jugend, und gerade der, auf den wir große Hoffnungen setzen, ist in tiefe Verwirrung geraten. Er ^erklärt jegliche Tradition — auch die nationalkul-, turelle — für sich völlig uiwerbindlich. Er weiß über nicht, daß er, wenn er mit dieser '.Auffassung Ernst machte, die Grundvesten des Zionismus, den er zu verwirklichen wähnt, erschüttern und vernichten würde. Nur die Hoffnung, baßes mit der Verwirklichung dieser Losung — wie mit mancher änderen — noch seine .guten Wege hat, läßt die Gefahr geringer erscheinen. 'Aber diese Hoffnung ist ein schlechter Trost. Es gilt, eine wichtige zionistischeAufklärungs- - arbeit zu leisten." - Pole«. Warschau. 7Streik jüdischer Lehrer. Das „Volksbl." berichtet, paß die Lehrer der Schulen der Warschauer jüdischen Gemeinde am 6. Oktober den Unterricht eingestellt hätten, da ihre Forderung nach einer Teuerungszulage von 100»/» nicht bis zum -4. Oktober erfüllt worden sei. Dasselbe Blatt berichtet über eine stürmische Versammlung des Vereins jüdischer Lehrer, die sich mit den Vorgängen, des' noch andauernden Streiks der Lehrer der-jüdischer: Mittelschulen befaßte. Drei -Lehrer seien aus dem Verein, ausgeschlossen worden, bä sieden Streik gebrochen.hätten: Weiter seidie Gründung Ahlem. Däs^ Oldenburg. Verdien'ststrezu 1. Kl. erhielt Julius Stein aus Mellrichstadt i. B-, Lehrer und Erzieher an der Israelitischen Erziehungs-Anstalt zu Ahlem, während zwei ehemalige Schüler der genannten: Anstalt» Willi Spei er aus Hof bei Cassel und Albert Tresper aus Berlin, mit dem Eis. Kreuz 1. Kl. ausgezeichnet wurden. . Freiburg. Leutnant Alfred Kah« erhielt das Eis. Kreuz 1. Kl. Flehiage«. Viktor Weingartner erhielt das Ei si Kr eu z °2. Kl. Wie«. Blochs „Wochenschrift" verreichnet folgende Auszeichnungen an Jüden: IjEif. Krone 3. Kl., 9 Ritterkreuze des Franz Josef-Ordens, 10 Militärverdienstkreuze 3. Kl., .29 silb., 50 bronz. Signum laudis, 45 gpld., 21 silb. Berdienstkreuze. Generalmajor Tr. Leopold Austerlitz wurde mit deM.Rlitter kreuz des Leopoldordens mit der K r i eg s d e kor a t io n ausgezeichnet. Personalien «. kleine Mitteilung««. Berlin. Als Oberin des Berliner Vereins fürs ü d ifcheKranken'pflegeri n n en wurde Frau Margarete Suransky eingeführt. Stadtrat Geheimrat Prof. Dr. Albert Mosse erhielt den Kroneuprden 2. Kl. i galt. Es wurden 14 Erklärungen abgegeben, darunter 5 von den jüdischen Ratsmännern. * Als Vertreter der jüd. Orthodoxie sprach Wegmei st er den Wunsch aus, -Polen möge ein Reich des Rechts' werden. Der Assimilant Eiger und der Neoassimilant Goldstein sangen natürlich begeisterte Hymnen auf Polen.. Plrilntzki, als Vertreter der jüd. Volkspartei, forderte für die Juden „nationalkulturelle Autonomie"; wenn den Juden jetzt ihr Recht werde, dann würden sie die schreckliche Vergangenheit vergessen. In ähnlicher Weise sprach sich Seidemann sür die Zionisten aus. 1 Lodz In der Sitzung der jüdischen Gemeindeverwaltung wurde beschlossen, M. 30,000 zur Anweisung der rückständigen Zuwendungen ' an die Wohltätigkeitsanstalten laut dem Haushaltsplan 1917/18 zu bewilligen. Es sollen Etats für das Kimerheim und Jrrenasyl aufgestellt und der Armendeputation vorgelegt werden. Der Schriftführer der Gemeinde wurde beauftragt, die Heberolle sür 1919 aufzustellen; als Grundlage soll die Einwmmensteuer dienen. Auf Grund einer Bitte des Schulinspektors wurde eine Kommission zur Qualifizierung der Religivnslehrer gebildet. Die Rückstände an Gemeindesteuern betragen: für das Jahr 1913 M- 59,641, 1911 M. 69,857, 1915 M. 97,822. 1916 M. 107.704, 1917 M. 132,345, 1918 M. 235,047. Diese Summen werde» zwangsweise eingezogen werden.