Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 16 (1918)
- Issue
- Heft 39 (11.10.1918)
- Date
- 1918-10-11
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Frankfurter Israelitisches Familienblau. Nr, 39 Aus -er „Agudas Jisroel"-Vewegü«g. Leipzig Die Leivziper Agudos-Jisrvel Hot bereits 5 Gruppen ins Leben gerufen, deren jede sich durch eine Mitgliederzahl von 30 jungen Leuten bezw. Kindern als lebensfähig erweist. Durch , die Dr. Cärlebachsche Realschule stehen genügend Dozenten und Räume zur Verfügung. Die Jugendgruppe I hält an 6 Abenden der Woche (am Sabbat zwei Mal) einen Schiur ab, die übrigen 4 Gruppen bis zu den 8jährigen Kindern" herunter 2, 3 und 4 Mal, während des gleichen Zeitraums. Der Unterricht erstreckt sich auf alle Zacher jüdischer Disziplinen. Friedrich Werner, Berlin — er sei zur Nachahmung empfohlen — hat den jungen Gruppen M. 500 überwiesen. ' Der Krieg uuv vteJuveu. Berit«. Der K. C. im Kriege — Nach den bis z!Em 1. Juli 1918 eingegaugenen Meldungen stehen bezw. standen von den 1290 Mitgliedern des K.C.-. 1052 im Heeresdienst. Hiervon gehören bezw. gehörten dem Feldheere 902 an. Nur diese sind nach den loioLüber bestehenden kaiserlichen Erlassen als Kriegsteilnehmer zu bezeichnen. Den Heldentod starben 90 K.C.er. .Vermisst sind in letzter Zeit 3 Kb. Kb.: Leutnant Fritz Heymann, der zuletzt verwundet von seiner Truppe gesehen wurde, seit vier Monaten, Kb. Feldunterarzt Siegfried Salomon und Rudi Fürst. In Kriegsgefangenschaft befinden sich 22 K.C.er. 51 Kb. Kb. sind mit dem Eis. Kreuz 1. Kl. ausgezeichnet tvorden, 518 mit dem Eis. Kreuz 2. Kl., 3 mft dem Eis. vorzüglicher Dienstleistung in der Kriegszeit den Stern zum Kvmturkreuz des Franz Josef-Ordens verliehen. Wien Blochs Wowenichrift verzeichnet in ihrer letzten Nummer folgende Auszeichnungen an Juden: 4 Orden der Eis. Krone 3.. Kl., 4 Ritterkreuze, des Franz Josef-Ordens, 17 Wftlitärverdienstkreuze 3. Kl., 6 silb., 70 bronz. Signmn laudis, 25 gold. und 10 silb. Berdienstkreuze. Perfonatte» «. kleine StttteUuuge». Berli«. Der Verein für jüd. Geschichte und Literatur hat für das'Winterhalbjahr folgende Vorträge vorgesehen: Die Juden in der neueren Philosophie (Prof. Dr? Ludwig Stein), Hundert Jahre Wissenschaft vom Judentum (Rabb. Dr. Perles), Das religiöse Volkslied der Ostjuden (Arno Nadel, Leo Weidmann, Jan Cargher), Litauische Juden (Rabb. Dr. Baeck), Die Juden und das Lheater (Herbert Eulcnberg), Die Ehrfurcht (Prof. Dr. Gvldstein), Rezitationen aus Arnold Zweigs Werken (Johanna Meyer), Entstehung der Psalmen (Prof. Tr. Gunkel), Palästina (Prof. Dr. Ballod). Die Firma Aron Hirsch hat bei Eberswaldc' ein Gut von 1400 Morgen, das 3000 Arbeiter mit Gemüsen usw. versorgt. Auf dem Gute werden unter Leitung des palästinensischen Agronomen Dyk achtzehn jüdische junge Leute, darunter auch junge Mädchen zu Landwirte» a us g e b i ld et. : Stratzburg. Der Philosoph Professor Dr. Georg Simmc l ist Versch iedtu. Bromberg. Geh. Kommerzienrat Arons.o hu, der bekannte fortschrittliche Lanbtagsabgeordnete und'Handelskammer-Präsident, wurde zum Ehrenbürger von Bromberg ernannt. ' . Bocholt. Frau Rosalia Cohen, infolge ibrer Frömmigkeit und Wohltätigkeit eine Zierde der hiesige» lüüischcn Gemeinde, beging den. 80. Geburtstag. Eötben. Rabbiner Dr. Seligkowitz ist plötzlich verschieden. Er ' wirkte hier 26 Jahre. Wien Das Küdrs che Jugendamt (Zirkusgasse 33) eröffnet Um 15. Oktober ein al.lgemeines jüdisches Pädagogium in zwei Abteilungen, Abteilung l .für Kindergärtnerinnen- Abteilung 2 für hebräische Sprachlehrer. Warschau Der am 4. August begonnene jüdische Druckerstreik ist nunmehr beendet. Gleichzeitig haben die BMter ihren 'Preis erhöht, 30 Pfennig für die Wochentags- und 40 Pfennig für die Sabbatnummcr. Petersburg. Der ermordete Volkskommissar für innere Angelegenheiten -Moses S a l v in o n v w i t s ch U r i z k i (1873 .geboren) entstammte einer ärmlichen jüdischen Gelehrtenfamilie im Kiewer Gouvernement. Seine Kindheit war dem eifrigen Studium des Talmud gewidmet. Natürlich fehlte ihm nicht der „revolutionäre Zensus" sämtlicher jetziger Machthaber Rußlands, b. h. er wurde, als er nach Absolvierung der juridischen Fakultät der.Kietver Universität zum Militärdienst einberufen worden war, bereits drei Tage »ach dem Eintritt ins Regiment wegen Zugehörigkeit zur sozialdemokratischen Partei nach Sibirien verschickt. Jni Revolutioiisjahre 1905 wurde er befreit, 1906 aber aufs;*S «5* ISJl^VSy ■ Sf T. ■*1-0.0 o * 3um Zeichnen von ftrieQsanleihe. Aüsx tooo. 500, 300, t oo OltoF Fann jeher öeichnen.^iete Millionen ORarf ergeben öiefe öunöerftaufenöe fleiner 2eicNnurigen unö berDEilen öen^errv öeh,oafc aiich bei beT^eunten” das öeutTche Volk g es ch IpTT £ n M öen Seictin'anQsrtbaltern geeilt ist. H . y 19 Halbmond, 212 haben ändere Kriegsauszeichnungen erhalten. 110 K.C.er sind während des Krieges zu Offizieren des Beurlaubtenstandes befördert worden, 8 K.C.er ge-' hörten bei Kriegsausbruch als Offiziere des Beurlaubtenstandes dem bayerischen Heere an. 3 K.C.er sind zu preußischen Feldwebelleutnants befördert worden. Frankfurt a. Pt. Hermann Seckbach, Berwaller des Gumpertzschen Siechenhauses, der Minka von Goldschmidt-Rvthschilb-Stiftung und des Vereins-Lazaretts 33, erhielt die Rote Kreuz-Medaille 3. Kl. und Stadtverordneter .Sanitätsrat Dr. med. W. Hanau e r das Berdienstkreuz für Krictzschilfe. ' ttelttbanfen. MarthaStrauh, Tochter des Lehrers Strauß, seit Beginn des Krieges Hilfsschwestrr vom Roten Kreuz, erhielt die Ro te Kreuz Med ai lle 3. K l. WSrzbarg. Dem Distrikts-Rabbiner Nathan Bamberger wurde das Berdienstkrcuz für Kriegs Hilfe verliehen. Mannheim. Offizierstellvertreter Ralph JsakoWitz erhielt das.Eis. Kreuz 1. Kl. , BreSlan. Vizefeldwebel Sieg mund Loewe, Edgar Sachs-Breslau, Leutn. stud. Hans Tokus- Kreuzburg, Gefr. Ernst-Tichauer-Friedrichsdorf und §eldarzt Dr. G v r z e l a n z y k - Samter erhielten das is. Kreuz 1. Kl, . Stettin, Feldbllfsarzt. Brun» Rehseld erhielt das Eis. Kreuz 1. Kl. " Wie». Der Kaiser bat dun Generaloberstabsarzt Universftätsprvfessor Dr. Alois P i ck in ■Anerkennung- BreSlan- Dr. Jsaac Heine mann-Frankfurt a. M. ist an das hiesige iJ üd i s ch-Th eolo g i sch e Sem i »ar berufen worden. . D.r. S. C. Freund wurde unter Uebcrspriugnng der Vorstufe als Sanitätsrat zum Geheimen Sanitätsrat ernannt. . < Hier, wo er seit Ausbruch des Krieges weilte, starb im Mer von 66 Jahren Sigismund Manasse, ein Mitbegründer der bedeutenden Lvdzer Industrie. Breslau. Die „Jüdische Bolkszetmng" schreibt zu der Berufung Dr. Heineinanns an das. hiesige Jüd.-i t h e o l. S e m i n a r: 'Ter neugewählte Lehrer am jüd.-theol. Seminar, ist zu Frankfurt a. M. am 5. Juni 1876 geboren, also 42 Jahre alt. Er ist der Sohn des Schulvorstehers Tr. Heinrich Heinemann, der zu den Männern des sog. „Kompromiß" gehörte, auf Grund dessen die Frankfurter Gemeinde nach dein Lasterschen Mustrittsgesetz (4876) den orthodoxen Mitgliedern durch Einsetzung einer Ritnalkommission und Berufung eines orthodoxen Rabbiners entgegcukani. Sein Vater war Vorsteher der Synagoge am Börneplatz, in der Ziabb. Dr. Heinemann amtierte, und gehörte zu seinen entschiedenen Parteigängern. Der.Sohn besuchte das Käiser Friedrich-Gynasiuin zu Frankfurt a. M. und die Universitäten Straßburg, Göttingen, Berlin, auf denen er klassische .Altertumswissenschaft und Geschichte und sp. Theologie ' studierte. Er hat die Absicht, am Seminar in folgenden Fächern zu lesen: a) Talmud, b) Homiletik verbunden mit praktischen Uebungen, o) Religiönsphilosophie. Tie Bestätigung der Kgl.. Re9>^u"9 ist in diesen'Tatzen cingetrosfen. neue verschickt, und nur krankheitshalber wurde ihm. die Auswanderung nach Deutschland' gestattet, wo er die Zeit bis zur letzten Revolution verbrachte. Als besonderen Vorzug heben -die offiziösen proletarischen Blätter an ihn« dcu große» Idealismus und vollkommenen. Mangel an persönlichem Interesse hervor. Madrid. Dr. Max Rordau wurde zum korrespondierenden Mitglied der-medizinischr» Akademie ernannt. Der bekannte Zionist Professor R i ch a r d G o t t h e i l in Newyork und der Antiquitätcnforscher Ignaz Bauer in Madrid wurden zu korrespondier c n de n Mi t g l icd e r n d c r h i st or i sche n A k a d e in i e ernannt... Frankfurter Berichte. Verein Mekor Chasim. Anläßlich der Eröffnung des Wintersemesters sei-di.' Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf die S-o-nd ersetz iurim gelenkt, die unter der Äegide des Vereins „Mekor Chajim" stattfinden. Infolge des Krieges ha«: diese-Einrichtung, die sich sehr gut bewährt hatte, leid.'r eine Unterbrechung erfahren müssen. Es soll nunmehr versucht werden, diese Sonderschinrim wieder auszunehmen. , Da es nicht.möglich ist, dem einer genügenden Vorbildung entbehrenden Hörer in den großen Schinrün' eine solche Aufmerksamkeit zu schenken, daß er nach einiger Zc" dem Gemoroh- oder Mschnahvortrage mit vollem Be> stäiidnis solgen kauiz,. dürste es a„n Platze, sein)-diel-