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Neue jüdische Presse · 1918-09-13 · Heft 36 (13.9.1918) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
16 (1918)
Issue
Heft 36 (13.9.1918)
Date
1918-09-13
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 D« Bettvaltac kann und 'darf ader Kimip oilM i sich eHsondern er vpH jein rein sa chlichas Programm haben!, UnwWürtuh gcht «nem die Frage durch Hen Kops, warum bloßüu' aller Well die /Pundiswn",' „Poale-Zwn" und „Bereinigte" sich die „Linke" nennen. Haben doch geradc die sinken" durch ihre Taten gerade das Gegenteil ihrer schönen Reden bewiesen. Sie brüsteten und brüsten sich noch Heute mit ihrer „Demokratie", und dabeibeinLhen sie sich, die .Zionisten, die eine so grundlegende, i demokratische Forderung wie gleiche Behandlung stellen, zu „Reaktionären", ,Aontrercvolutwnären" und „Totengräbern der Autonomie" zu stempeln. , Aber andererseits ist es der sinken" nicht zu verdenken. Die bereits teilweise stattgefund enen, Wahlen zeigen ihnen das mit aller Klarheit, daß die Zeit ihrer Diktatur vorbei ist, und sie möchten doch, nicht so sangnnd llangbos untergehen. Daher soll es wenigstens heißen, daß eine Reaktion sie besiegt hat, daß, sie zwar mutig gekämpft, daß aber die Kräfte der ,Idntrerevolutionjäre" zu stark und zahlreich waren und sic, die Märtyrer der Demokratie und der Autonomie, niedergczwungen haben. Mit dem „Gesetzprvjekt über die zeitweilige jüdische nationale Versammlung" kam die" dabei wichtigste Frage der ' Kompetenz dieser Versammlung. Und wieder das altbekannte Bild: Die Linke »«sucht so viel wie möglich zu begrenzen, der Bersamm- ' lung die Hände zu binden, urch W „Rechte"" fordert ins Gegenteil, die Kompeftnz des Vorparlaments so weit und so groß wie nur irgend möglich zu gestalten. Als man bei Behandlung des Kompetenzpunktes im Gesetzesprojekt anlangte, schlugen die Zionisten vor, daß „die zeitweilige jüdische nationale Bersammumg ihre Kompetenz s c l b st bestimmt und bis dahin alle Angelegenheiten des jüdischen Volkes verwaltet. Die sozialistischen Parteien waren natürlich dagegen. Die „Volksparün" war chafür, und so ergab die Abstimmung 35 für und 25 gegen. Da cs sich aber, wie die Linken erllärten, um einen „konstitutionellen"", zweidrittel Mehrheit verlangenden Punkt handelte, wurde der zionistische Vorschlag als abgelehnt erklärt. Ties ries natürlich ungeheuere Erregung unter den Zionisten hervor, es begannen scharfe Reden, es folgten persönliche Angriffe von hüben und drüben, und schließlich verließen die Zwnisten und „Achdus" di» Sitzung unter glächzeitiger Zurückerziehung ihrer Vertreter aus dem Präsidium. Ueber den zionistischen Vorschlag wurde in zwei Hälften abgestimmt. Die zweite Hälfte, also: „bis dahin verwaltet... alle Angelegenheiten. . tvurde erst ans der nächsten Sitzung abgestimmt und ebenfalls abgelehnt und zwar mit der Begründung, daß der Ausdruck: alle Angelegenheiten" gar nichts besage, man müsse „konkrete"" Punkte nennen. Schlagfertig machten die Zionisten gleuh einen anderen Vorschlag: „Bis dahin verwaltet die nationale Versammlung alle jüdischen Angelegenheiten, darunter Bildung, Statistik, soziale Hilfe, soweit die Jntereffen der jüdischen Nation innerhalb der 'Grenzen der Ukraine davon berührt werden." Dieser Vorschlag versetzte die „Linke"" in doppelte Verlegenheit; denn erstens war in der neuen Formulierung eine Aufzählung „konkreter"' Punkte vorhanden, und zweitens war genau derselbe Vorschlag vor einigen Monaten durch die „Vereinigten"" selbst gemacht worden. Aber man - sand rasch einen Ausweg. Da man nämlich inzwischen eine geringfügige Wortänderung im § 6 des Gesetzes besprochen hatte, erllärte der Vorsitzende (Sllbersarb) und mit ihm die linken 30, daß sie aus formellen Gründen eine Rückkehr znm § 5 (d. h. zum Komprtenzpunkt) nicht mchr für möglich hüllen. Man stimmte, ob der zionistische Vorschlag zur Abstimmung gestellt werden kann, und mit 30 gegen 30 wurde „nein" gesagt.' Die Zionisten blieben dann auch die Antwort -nicht schuldig und wiesen in energischen scharftn Worten auf die heuchlerische, verbrecherische Politik der „Linken" hin, die über ihre eigenen Resolutionen nicht abstimmen lassen und das „Rettung der Autonomie" nennen. Die „Vollspartei" schlug darauf nach Beendigung der Lesung des ganzen Gesetzes einen neuen Punll vor, und zwar: „Die zellweilige nationale Versammlung hat das Recht, Beschlüsse tzu fassen, um das ganze Gesetz zu ändern und übergibt diese dem Minister für jüdische Angelegenheiten zur Durchführung ans dem gesetzgeberischen Wege." Auch das wurde abgelehnt, weil keine zw-eibrittel Mehrhell dafür war. Diese Ablehnung ist verständlich und läßt toieSer die wcchre Absicht der sozialistischen Parteien durchschauen, besonders wenn Man noch! den Vorschlag kennt. Len „Poale-Zwn" und „Vereinigte" in einer Sitzung des Präsidiums des Nationalrats machten, nämlich, „daß die durch den alten Nativnalrat festgelegte Kompetenz durch die Nationalversammlung selbst nur mit zweidrittel Mehrhell geändert werden kann". Me Ungeheuerlichkeit dieses Vorschlages wird immer llarer, wenn man sich, vergegenwärtigt, daß dadurch der Nationalrat, der sogar nach. seiner Rekonstruktion ans mehr oder minder zufälligen ernannten Parteimenschen bestcht, der kommenden gewählten nationalen Versammlung von vornherein die Hände binden will. Ich muß hier noch etwas. Wichtiges nachholen inbezng auf die Bestimmung, daß eine ganze Reihe von konstllutioncklen Punkten nur durch eine zweidrittel Mehrhett geändmt werden können. Die Gefahren — besonders die äußeren —, die der jüdischen Autonomie drohten und drohen,. waren groß. Die linken Parteien bliebest trotz khrer Hilflosigkeit hartnäckig und lieber geneigt, die nationale Autonomie vernichten zu lassen, als auf engherzige Parteiprinzipien zu verzichten. Und da bi« Zionisten im größten Teil der Fragen mit den sozialen Parteien im Wesen zu einer Uebereinstimmung gekommen waren, wollten sie nicht — uM keine Minute der kostbaren Zell zu verlieren — die ganze Frage wegen den „konstitutionelle!» Garantien" aufvollen. Sie begnügten sich mit einer Erkssti-nng.in der ersten Sitzung des neuen Nationalrats, Laß sie im allgemeinen die Bestimmung wegen zwei MÄtck nicht anerkennen, daß sie aber bereit sind, alle Frankfurter Israelitisches FamiUenblatt. Beschlüsse des alten Nationaipats zu stützen, .m i t Ans - nähme derjenigen, die-die Statuten des Vorparlaments bettessen. ■ ..; : , ■ So standen nun die Mritze bis zur Sitzung des |3. Q-HIi. Diese Sitzung brachte wieder alle schon so .lange, so ausgiebig und so fruchllos beratenen Fragen ans die Tagesordnung. Zunächst das Gesetz wegen des VorpaÄaments, dann die Wahl eines Verwalters und schließlich das Gesetz wegen des Steuerrechts der Gemeinden. Das Präsidium — es besteht nur noch aus Vertretern der Linken — hatte lange mit der Einberufung der Sitzung gezögert, aber schließlich konnte sie doch nuht mehr verschoben werden, denn auf einer der vorherigen Sitzungen waren die Wahlen zum jüdischen Vorparlament auf den 1,4.„ 15. und 16. Juli bestimmt Morden. Bis -dahin tznuß also das Gesetz wegen des Vorparlament ausgearbeitet und von der Regierung bestätigt sein. Dazu muß natürlich der Verwalter gewählt sein und schließlich muß auch bis dahin die finanzielle Grundlage der autonomen Anstalten der einzelnen Gemeinden, des Korparlameitts usw. gesichert werden, damit endlich alle diese Einrichtungen aufhören, in der Lust zu hängen; denn in de» dreivierteh Jahren iher Alleinherrschaft haben die Linken nicht das mindeste zur Schaffung dieser Grundlage geleistet. (Sie hatten ja auch keine Zeit, es mußte doch soviel geredet werden!). Ad 1 erklärten die Zionisten, daß sie der Formulierung der Kompetenz, wie sic durch die linken Parteien gemacht wurde, unmöglich zustimmen können und schlugen von neuem ihre Formulierung vor. Sie wurde abgelehnt. Darauf schlug die Volkspartei wieder — in anderer Reaktion — vor, daß bas Vorparlament allein Aenderungen im Statut vornehmen kann, die der Minister für jüdische Angelegenheiten durch die gesetzgeberischen Einrichtungen dnrchzuftihren hat. Das konnte den Zionisten — nach den bösen Erfahrungen mit den „konstitutionellen- Puntten — nicht genügen, "und nachdem nach langen Debatten schließlich der Punkt zur Abstimmung gestellt wird, erklären die Zionisten, baß sie überhaupt nicht stimmen werden; die „Bundisten" erllären dasselbe, 'und so geht der Vorschlag der „Volkspartei" mit zweidrittel .Mehrheit durch: es stimmen 18 für und 4 gegen (24 Zwnisten, 6 „Achdus", 8 „Bund" stimmen überhaupt nicht, es stimmen also nur 22 Mitglieder des Rates). Man kommt zur Wahl des Verwalters. Mit Zlllsuahme der Dolkspärtei, die Herrn Latzki verschlägt, nennen die anderen Parteien keine Kandidaten. Lazki' bekommt das Dort und erklärt, baß er bei-Annahme des Vorschlags seiner Partei sich des historischen Augenblicke? und der großen Verantwortung bewußt ist. . Als Verwalter wird er — trotzdem seine persönlichen Anschauungen über hebräisch und jüdisch bekannt sind — in diesen Punkten sich an keinerlei Programm halten. Das jüdische Ministerium, erklärt er, hat niemals Beschränkungen in der Sprachenftäge gemacht (starker Widerspruch ^chtsl, und er wird auch weiterhin keinerlei Begrenzungen vornehmen. Er wird sich mit gleicher Aufmerksamkeit zu allen kulturellen Anstalten beziehen ohne Unterschied der Sprache. Doch die vorsichtig gewordenen Zionisten verlangen klare Worte: Lazki soll crllären, ob er unter „gleicher Aufmerksamkeit"^ auch gleiche (materielle) Stütze versteht, und -ob er außerdem dafür sorgen wird, daß die Kulturorgane in den - Tlnfgabenkreis der Gemeinden übergehen sollen. Da keine befriedigende Antwort erteilt wird, erllären die Zwnisten, daß Lazkis blutloses Programm sie nicht zufrieden stellen kann, daß sie sich aber in Unbettacht der Lage der Abstimmung entölten werden (als Fraktton, den einzelnen Mitgliedern aber fteie Hand lassend), um die Möglichkeit zu geben, daß endlich ein Verwalter gewählt wird. Mit 29 für und! 8 gegen (einige Z.-Z. und einige „Achdus") wird Lazki sodann gewählt. Heber das Ge setz pro je kt wegen des Besteueruugsrechts der Gemeinden, worüber auf dieser Sitzung zum Schluß nur einige Bemerkungen gemacht wurden — das nächste mal. Heute wirb diese Frage ausgiebig behandelt werden, und ich beeile nrich, um noch rechtzeitig zur Sitzung zu kommen. Ich habe mich bemüht, nicht cinseittg zu sein und der Linken soweit wie mög« lich gerecht zu weiden, aber es ist wirttich kein „koscherer" Faden an ihr zu finden. Xll.Lairdeskoufereuz der rmgarlimdischeu zionistischen Organisation. . Die 12.. Land esko nferenz der Ungarlänbischen Zionistischen Organisatton tagte in Budapest. Das Präsidium führte Dr. Leopold Ostern, unter dessen Leitung die Konferenz zu einer würdevollen Manifestation der ungarischen Zwnisten sich gestaltete. Nach dem Kassenberichte des' L. C. Mitglieds Herrn David Kohn legte Beregi dem Kongreß folgenden Beschluß-Antrag zur Annahme vor: 1. „Me Uugarländische Zionistische Organisation nimmt mit Befriüiigung zur Kenntnis, daß -sämtliche Regierungen der Großswaten der jüdischen Bewegung gegenüber sich sympathisch verhalten und das zionistische Programm (als die einzig möglicherichtige Lösung der Jndenfimge betrachtet. 2. Demgegenüber stellt die Landeskonferenz .mit . Bedauern fest, daß die ungarische Regierung, abweichend von der österreichischen und deutschen Regierung, sich dem Zwnismus gegenüber noch immer ablehnend verhält und die Statuten her Organisatton seit 14 Jahren unerledigt liegen läßt. , - .. 3. Mit tiefem Schmerze will» seitens der Konferenz festgestellt, daß das ungarische. Judentum sich bisher fremd und kühl gegenüber dem Schicksale seiner Brüder verhielt, abseits der jüdischen Bewegungen swnd und — im Partei- Hader versinkt — nicht eimnm das Bestreben zeigte, eine ,. chr. 38. chitsprechcndc s-Plattfoxm - für '7 gemeinsames Arl-viteih utler indischen Fraktionen gnschaffen. ‘ s ... .4- Mt Entrüstung stellt Lie Kvnftrenz fest,.daß wäh. rend der Kriegtzjahre aw Lie Stelle des'Iraditwnellen Ängarifchen Liberalismus der krasseste Antisemitismus,! ttat welche Erscheinung um so trauriger ist, daderselbe seitens der ungarischen Regierung geduldet wttd. Die.sKonfereyz weist mit'-Stolz darauf hin, daß das Mische' Volk Ungarns im Lebenskampf: der Nation ehrenhaft seinen Posten behauptete und gibt, ihrer Erwartung Ausdruck, daß die Regie.rung das Umsichgreifen der antisemitischen Propaganda verhindern wirb." . . y Die Resolution wurde mit Ernst und Begeisterung angenommen. 1 Hiernach meldete sich Herr Dr. Blank, .Maramaroßzigei, zun: Worte und berichtete über das Zustandekommen der Jüdischen Verlagsanstalt, die durch seine Initiative ins Leben gerufen wurde. Die Konferenz nahm mit Freude zur Kenntnis, daß ds der unermüdlichen Agitatwn des Herrn Tr. Mank gelang, eine Aktiengesellschast mit einem Kapital vom Kr. 200,000.. zu. obigem Zwecke zu gründen. Nach Annahme des neuen Organisationsstatutes schritt die Konftrenz zur Wahl der neuen Leitung. Gewählt wurden: Dr. Adolf Strauß, Professor an der Orientalischen Akademie zu Budapest, als Präsident, zu Mitgliedern des Priäsidiums: Dr. Paul Blau, Moritz Guttmann Philipp.Mayer und Elemör L6ränd. Dem Präsidium gehören an: Desider Nc.tonek; Direktor bei der Newyorker Gerniania in Ungarn und Vorsitzender des Preßkomitees, Dr. Moses R i ch t m a n n, Professor am Lehrer-Seminar zu Budapest. Nach den großangelegtcn Programmreden Dr. Nichtmann und Moritz Guttmann ergriff Ing? Moses Bissekiches das Wort und sicherte der neuen Leitung die vollste Unterstützung der ungarlänbischen Zionisten zu. Die Zahl der Jude«. In Hest 1/2 der von Buber herauSgegebenen Zeitschrift „Ter Jude" veröffentlicht Dr. A. Ruppin, der bekannte Verfasser der Bücher „Die Juden der Gegenwart" und „Syrien als Wirtschaftsgebiet" eine interessante Studie über die Zahl der Juden."- Hiernach betrug die Gesamtzahl der Juden in der ganzen Welt im Jahre 1915 13% Millionen, eine Ziffer die in keiner früheren Epoche der jüdischen Geschichte auch ' mur annähernd erreicht worden ist. Die Volkszahl der Juden bettug im Beginn der christlichen Zeitrechnung 4% Millwnen. Diese Zahl, die später.ständig sank, ist erst im 19. Jahrhundert wieder erreicht worden und hat sich im Laufe des einen Jahrhunderts etwa verdreifacht. Der außerordentliche Bevölkerungszuwachs der Juden in dem letzten Jahrhundert wird besonders deutlich, wenn man sich vergcgenwärttgt, daß es am Ende des 17. Jahrhunderts nur l1/» Millionen Juden gegeben hat. Wenn man die Zahl von 13% Millwnen mit den Bevölkerungsziffern anderer Natwnalitäten vergleicht, so ist festzusteklen, daß die Polen (in Rußland, Oesterreich Opd Deutschland) etwa, 17 Millionen, alle christlichen Balkan- Völker (Rumänen, Bulgaren,.Serben, Griechen) zusammen etwa 17% Millionen, die Irländer (in Irland und Amerika) etwa 7 Millwnen, die Armenier (in Rußland und der Türkei) etwa 3 Millwnenzählen. Würbe das ' Wachstum der jüdischen Bevölkerungszahl anhaltcn, - so hatten die Juden in wenigen Generatwnen die großen europäischen Natwncn an Zahl eingeholt. Da sich aber das Wachstum in der letzten Zeit mehr und mehr verlangsamt, so kann mit einer ähnlichen Steigerung wie im 19. Jahrhundert nicht mehr gerechnet werden. Immerhin ist es nicht unwahrscheinlich, daß die Zähl der Juden im 20. Jahrhundert auf 25 (ober auch auf 30 Millionen ansteigen wird. Die größte relative Bevökkerungsziffer erreichen die Juden in Palästina. Dort leben 100,000 Juden, gleich 1400 unter 10,000 der Gesamtbevölkerung. Die von Ruppin gegebene Gesamtzifser von 13%- Millionen muß nach einer neusten amerikanischen Zählung, die Ruppin noch nicht kannte, noch um mindestens 500,000 erhöht werden, so daß sich die Gesamtzahl gegenwärtig auf .14% Millwnen stellt. Nach der erwähnten neüöü amerikanischen Zählung erreichte die Zahl der Juden allein in den Vereinigten Staaten im Jahre 1917 3,012.141 gleich 3 Prozent der Juden, in Chicago 250.000, in Philadelphia 175,000. Das jüdische Viertel in Newyork bildet eine Großstadt für sich mit ausgeprägtem eigenen jüdischen Leben. ' , Aus der „Agudas Jisroel"-Bewegung. Leipzig. . Es kann niemand einen Stein durch un- 'fruchtbare Schlreibttscharbeit oder durch bas Prollamieren inhaltsloser Jmperattve ins Rollen bringen^ Eine Bewegung muß, wenn sie innere Potenzen unt/ Werte birgt, an ein bestimmtes Ereignis anknüpftn, das Flammen erzeugen und Begeisterung in vieler Herzen pflanzen kann. Das war die Wirzburger Agudahtaguna! Auch einige junge Leipziger ließen sich ansrütteln, schüttelten die Gleichgülttgkeit von sich üNd fuhren, mit dem der Jugend eigenen kurzen Entschluß nach Würzburg. „Lernt Tauroh/' Das war das mächttge Postulat, das das Alter an die Jugend stellte, und freudig, freiwillig und begeistert nahmen die jungen Schultern das schwere Joch auf sich' „wir wollen!" Man kam zurück, und die, mächtige Flamme, die entfacht, war stark genug, um andere, Wseitsstehende zu erwärmen. Der Agudcchgedanke erwies sich als lebenfähig, auf hartem, steinigem BÄ>en! . Leicht gewinnt man die Jugend, die ein Ideal noch sucht, schwer das Alter, das abgeklärt. Das sah man ein. Trotz großer beruflicher Ueberbürdung scheute Rabb. Dr.

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