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Neue jüdische Presse · 1918-08-16 · Heft 32 (16.8.1918) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
16 (1918)
Issue
Heft 32 (16.8.1918)
Date
1918-08-16
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 32. So»L» - Lichtspiele SchäfergasBe SS. _ Schäfergasse LS Modernes Theater Vorführung stets neuer und hervorragender Filme Der Krieg mto Oie Jude«. Berüu Dir Aerzte Dr. Aron Petuchowski und D». Hans Plasterk erhielten das Eiserne Kranz 1. Klasse.- ' - ' München Unteroffizier Hans Sielmann erhielt des Eis. Kreuz 1. Kl. BreStau. Vizewachtmeister Julius Kleemann, Dizemachtm. Dr. Samo sch-Breslau, Leutnant Paul Chapp-Hvhensalza und Fliegeruntervff. Hans Lnstig- Radzionka erhielten das Eis. Kreuz 1. SM. Wien BlochS „Oesterr. Wochenschrift" verzeichnet fistgende Auszeichnungen an Juden: 4 Wtterlreuze des Franz Josef-Ordens, 6 Militärverdienstkreuze 3. Kl., 15 silb., 33 bronz. Signnm laudis, 57 gold., 20 silb. Derdienstlreuze, 1 silb. Tapferkeitsnnckaille l. und 6 2. JUL und 4 bronz. Tapserkeitsnredaillen. .: Dr. Artur Nimhin, Bürgermeister von Stanistau erhidlt das Offizierskreuz des Franz J osef- Ordens mit der Kriegsbekyration. PersomMe» «. kleiue Wttteiw«ge». Berlin. Den Bemühungen des Rabbiners Dr.Meier Hildesheimar ist es gelungen, 120 Kindern aus verschiedenen deutschen Großstädten einen Sommeraufenthalt in der Schweiz zu ermöglichen. Bon den Kindern sind etwa neunzig aus Berlin. Die Mittel zur Unterbringung der Kind«: sind zum größten Teil von einer bekannten Persönlichwit der. Adaß-Jisroel-Gemeinde zur Verfügung gestellt worden. Breslau. Der 87 jährige Weinhändler' Moses Maier erlag einer Gasvergiftung. Der Kaufmann Georg Moses verübte Selbstmords weil seine Frau ihr Kind nicht-auf dem jüdischen Friedhofe beeidigen.lassen wollte.; tztriegau. Unter den Opfern der Eisenbahnkatastrovhe hin Landsberg a. W. befindet sich auch ein schlesisches Ehepaar, der. aus Striegau gebürtige Kaufmann Max Silb e rst ein mit Frau, der vor einiger Zeit nach Bromberg Verbog. Während Frau S. bald nach, dem Unglück verstarb, bksiudet sich .der tMemann schwer verletzt in ärztlicher Behandlung.. - - -. Wien. Der im Alter von 8t Jahren verstorbene OberjahbinerDr.Güdemann wurde in Hildesheim als Sohn, eines Metzgers geboren) besuchte 1854—62 das Breslauer Rabbinerseminar, war 1662—67 Rabbiner in Magdeburg und kam dann nach-Wien. Er war eine sehr vornehme Erscheinung, ein kluger. Mensch und ein überaus fleißiger, -tüchtiger Gelehrter. - , Bon seinen Schriften seien hier genannt: „Jüdisches im Christentum des R^ormations-Zeitalters" (Wien 1870), .Das jüd. Unterrjchtswesen :während der span.-arab. Periode" (Wien l873),-,--Religjvnsgeschichtliche Htudien" (Leipzig 1876),.^Mschichte des Erziehungswesens und der Kultur der abendländischen Judenwährend des Dlittelalters mW. der neueren Zeit" (3 Wände, Wien 4880, 1884, 1888), ^Quellenschriften zur Geschichte des Unterrichts und der Erziehuug bei den.deutschen JÄ>en" - (Berlin 1892), „Nationaljudentum" (1897), .„Das Judentum in seinen Grundzügen und nach seinen geschichtlichen Grundlagen dargefpTft" (Wien 1302). .; ■ Wien. Anlo.u Geiringer. der langjährige Direltionssekretär des Deutschen Bolkstheaters, erhielt den Bwl.ka-if-.er.li chier .Rat.,.. . < ■ Baden der Wien. Auf der Ausstellung des -hiesigen, Kunstvereins, wachen zwei jüdische Sujets berechtigtes Astlfsehen, .Katalog Nr. 76 (Preis 2800 Kr.) Oelgemälde von, Samuel B ru n ne r -Brünn „Altar-Tempel in Holleschau" und Nr. 268 (Preis 20v0 5tt.) Studie - zum Bilde -,Der junge Grübler^ von David Ko hn-Baden. Das erste Bild gibt eirwn Blick in bas stimmungsvolle Hvlleschaner Bethaus, und einige im Gebete versunkene Andächtige-erhöhen die Stimmung noch. Das. zweite Bild zeigt einen Talmudschüler über einem Buche sitzend... , :: * Lodz In der Sitzung der jüdischen.Gemeindeverwaltung wurde die Bilanz für den Monat-,Juni bestätigt. Sie weist an Einnahmen die Summe von 182,017 Mark und an Ausgaben 164,564 M. auf. Es flössen für den Unterhalt.des Jränafhls 3000.M. vom Magistrat ein, für vcrwahrwste Kinder 7Ä0 M., an Gemeindesteuer für 1917 71,038101. Verausgabt wurden für das Jrrenasyl 6791 M., für verwahrloste Kinder 12,124 M., für die Instandhaltung des Friedhofes 5603 M., für Unterstützungen 1735 M. Im Kinderheim der Gemeinde,. Zawadzka 53, befinden sich gegenwärtig -150 Kinder. Weitere Kinder können wegen Platzmangel nicht aufgenommen werdrn. ..... KnmkfttrtekWerichte. Per Würzburger Bundestag. .Die Agüdas-Jifrvel-Ingen d-uMäbchengrnppe veranstaltete einen Abend -zur Berichterstattung über' Würzburger Bundestag der Organisation. ' sOie> gut besuchte Versammlung wurde von Engen Ne über gär eröffnet: Er wies in seinen Worten ans den ersten Jugendtag der Agudas-Jisroel in den Chanukatagen 1913 in Frankfurt hin, der die A.-J.-Jugendorgaulsativn begründete nnd gedachte besonders des Gründers dieser Organisation, Martin Feist"s. A. Lichtigseid.beschäftigte sich mit den Ergebnissen 'der Würzburger Tagung. Siebabe die Begeisterung unserer. Ägudvh-Jugend gezeigt, der Thora in weit ausgedehnterem Maße als bisher in Deutschland dia-beherrschende Stellung für das Leben des thoratreuen Juden eingeräumt, sehr wohltuend durch die rückhaltlose Offenheit in den Debatten berührt und das Kameradschastlichkeitsgefühl gefördert. Isaak Rvsenheim und Jda Katz gaben.svdann einen Ueberblick über die von 450 Mitgliedern und 800 Zuschauern besuchte Würzburger Tagung. Kleine Notizen. In „Agüdas-Jisroel Jugendu. Mädchen-- gruppe" hat Max Landau die Leitung des Gemöro- Schiurs für Schüler übernominen. (Wiederbeginn Samstag, . 17. August 5% Uhrl Redakteur S. Schachnvwitz nimmt den jüdischen Geschichtslehrgang (für Herren und Damen) am Montag, 19. August, abends 9 Uhr, wieder auf. IHsfon. Der Min. Bon Leopold Kompert. (Fortsetzung.) . Das war ein schöner brauner Bursche mit schwarzen Haaren, kühngeschwungenen Augenbrauen, eher groß als klein, dabei.von gedrungener, fester Gestalt, die er aber durch lange Gewohnheit etwas „heraus", d. h. gebückt trug, so daß man ihn für klein gelten lieft. Aber dafür galt,Kobi" nur auf der Gasse und unter den Leuten; wenn'er aber über die Schwelle seines Hauses trat, reichte er fast bis zur Blätterkrone eines der Nußbäume hinauf. Ueb'erh-aupt hielt man nicht viel von ihm; den meisten erschien er blöde nnd nichtsheihend. Ein schön bemaltes Stück Fleisch, sagte man von ihm, aber was dahintersteckt, ist nicht viel'wert. Immer jedoch gibt es Leute,, -die mit schärferen Angen versehen sind als die anderen, und so kann es uns nicht befremden, wenn der Vater des wilden „Davidls", Koppel Friedmann, schon frühzeitig das Urteil über „Kobi" fällte: „Ihr werdet sehen, das Jüngel wird sich ganz auf Wolf „Min" hinauswachsen; heißt mich einen Lügner, wenn der nicht ein noch ein größerer „Min" wird, als sie alle zusammen sind." Es ist merkwürdig, wie solch ein Ausspruch, wenn er halbwegs ein Recht zum Leben hat, sich an dieses Leben klammert und immer höher und höher schwillt. Als „Kobi" vierundzwanzig Jahre alt geworden war, stand das Urteil der scharfsichtigen „Gasse" fest; es lautete gerade so wie bei Koppel Friädmann. N. Nur zwei Personen gab es in der Welt, die, wie sich von selbst versteht, in dieser Hinsicht anderer Meinung waren. Es waren dies Kobis Eltern, selbst. Ihnen war der Sohn in seinem ganzen Wesen eben recht; leuchtete ihnen doch ihr eigenes daraus entgegen. Was die Leute bespöttelten und belachten, das war ihnen ja selbst eigen, das besaßen sie selbst. Kobi war dazu im „Geschäft" wohl erfahren, ging nicht müßig, und was er ins Haus schasste,. das hatte )Hand und Fuß"., Dennoch blieben auch hier die Meinungsverschiedenheiten nicht aus, selbst Wolf „Min" fand seinen Kobi zu still; er hatte ihm nicht Mut genug, er war ihm nicht „Barjin" genug, wie jene selbständigen, auf sich und ihren Kopf angewiesenen Naturen des Ghettos heißen, die eine- Welt erobern könnten, — wenn sie nicht eben der „Gasse" angehören würden! ,Hast du schon von ihm einmal gehört", hieß es,in ^nianch traulicher Stunde zu Perl, seiner Frau, „daß cr ans etwas Größeres denkt? Hast du von ihm schon gehört, daß, er auf die „Beschall" gehen wlll? So ein schöner.Jung' . .' gewachsen wie ein Baum und schon vierundzwanzig Jahre alt, und läßt jüngere Leute, fast Kiirdcr gegen ihn, sich vorangehend „Geh, geh!" sagte dann jedesmal Perl darauf mit verdrießlicher Miene, „möchtest du nicht haben, er soll sich schon jetzt die Sorgen von einer Familie aufladen? Laß ihn doch sein Leben genießen, es'läuft ihm nicht fort ... und wenn ihm „eine" bestimmt ist, so lebt fix gewiß schon." „Das meinst du nur so", widerlegte Wolf gewöhnlich lächelnd. „Wenn ich' gewartet hätte, hätte ich dich dann bekommen? Tausende wären mir zuvorgekommen." „Spaß nur", meinte dann Perl dennoch mit eineiig leisen Anflug von Schamröte, die ihr gut stand. „Wer sagt dir, daß ich spaß-'?" rief er gegen seine Natur fast heftig. „Ich sag' dir, das Kind wird's zu nichts bringen. Still sein und in der Welt kein Gelärm machen, : das ist recht, und ist auch meine Natur . . . aber zu still ] darf der Mensch nicht sein!" „Laß ihn nur seinen Weg gehen", fiel dann Perl bc-- schwichtigend ein. „Auf meinen Kobi laß ich nichts kommen, was auf ein Quentel geht. Du wirst sehen, in dem Jüngel steckt mehr, als du und die Welt glaubt. Still ist er, das ist wahr; aber willst du, er soll ein Flausenmacher sein, soll den „Barjin". spielen und etwas aus sich machen, was er nicht ist? Denk daran, dein Weib hat es gesagt, aus unserem Kinde, wenn es auch jetzt sich noch nicht dazu schickt, wird etwas werden, an was du gar nicht denkst." , . ,)Er ist zu still'/, wiederholte stets Wölf> „wer gar kein Lärnr macht, von dem weiß man nicht, ob er' auf der - Welt ist. Er braucht ja nur die Hand auszustrecken, so gibt - ihm Eitel Hann ihre Tochter mit zweitausend Gülden und - Jefct iljii nod) in ©efdjäft ein." 2£ Kaffee Ruhland ~ \ Kaiserstrasse 56 . ’ Kaiserstrasse 56 - TSglich - erstklassige WM" Unterhaltungsmusik ' . Gesangs -Einlagen. ------------- E. T. Rodehan, Herrenschneider Frankfurt a. Hain, Friedensstrasse No. 1 Telephon: Römer 3650. ’; FESKSIE lüASS-SCHNEIDEREI. Anf Wünsch koschere Verarheitnng. - 0 „Das rotköpfige Bügele soll er sich nehmen?" ries fe Perl, der sonst jeder Spott ferne lag, mit einer Art von; Hohn aus. „Solang' man's denkt, ist in unserer Familie niemals ein rot Haar angetroffen worden. Und gerade bei meinem Kobi soll das anfangen? Ja, dafür ist mir doch mein Junget zu gut." -„Setz ihm nur solche Sachen in den Kops", meinte dann verdrießlich Wolf. „Du' wirst noch erleben, wie er sich als „alter Jung" wird himmelhoch freuen müssen, wenn ihn eine alte „Mad" oder eine Witwe mit fünf unversorgten Kindern wird nehmen wollen!" d> Das Mutterherz ist ein eigentümlich Ding. Stark und todesmutig wie kein Held in der Schlacht, wenn es gilt, ein Kind zu verteidigen, sei es vor wirklicher Gefahr oder selbst vor-der kleinsten Nachrede, wirb es doch zaghaft, feige beinahe, wenn es die Geflchr erst ahnt. Als Perl die Zuw kunft ihres „Jüngels" in solcher Weise festgestellt hörte, konnte sie sich doch eines leichten Schauers nicht erwehren; , sie erschreckte sie mehr, als sie sich den Anschein geben " wollte. - lr „Meint man nicht, wenn man dich so reden hört", rief sie eifernd, „unser Kobi muß sich eine große Pauke um den Leib schnallen, um damit die alten „Maden" zusammenzutrommeln?"! „Ich sag' dir, er ist zu still", endigte gewöhnlich eine solche Beratung, die wie die meisten solcher Art jeden Teil nur fester in seiner Ueberzeugung bestärkte. Belauscht und unbelauscht kamen solche Reden an Kobis - Ohren, aber sie machten ihn nicht lauter nnd schienen ihn: wenig anzuhaben. Ein Lächeln, ein Achselzucken war oft die ganze Antwort, In gutgearteten Häusernhat man. vor Kindern keine Geheimnisse; man läßt sie mitraten und mitreden, soweit dies angeht;-läßt-sie aussprechen)-was sie - drückt und bewegt, und lernt sie so frühzeitig kennen mit allen Tugenden und Unarten. Gewöhnlich wird dann ihr Sinn so aüs'gebildet, daß sie auf halbem Wege erraten und ahnen, was in der Eltern Seele vorgeht, woran sie mcht " teilgenommen haben. -; S» wußte Kobi jedesmal, wenn von ihm die Rebe war; er erriet haarscharf den Gegenstand ihrer Besprechung,; aber er „machte sich nichts wissen". Kobi war ein schlauer; Junge; er wußte, sein Vater würde doch nie Zwangsmittel; anwenden und wenn das rotköpfige Vögele, noch-zweitausend Gulden mehr hätte. Die Mutter aber stand auf seiner Seite; im bittersten Kampfe, hoffte er, würde sie ihn. mit dem Schilde ihrer Liebe decken. Jedermann wird wissen, was eine solche >Schutzwehr in brennenden Augenblicken zu bedeuten hat; die größten Schlachten sind damit gewonnenworden. Vielleicht wußte Kobi aber selbst nicht, warum er sich den Plänen seiner Eltern widersetzte. Wer kann in der Seele eines „Mins" deutlich lesen? Seit einiger Zeit war - jedoch eine Art Waffenstillstano eingetreten; Vater .Wolf ließ das. zu „stille Jüngel" den Weg gehen, den es grade ging, und das rotköpsige Vögele war allmählich in.den Hintergrund getreten; cs war „Ruhe" in das ohnehin so ruhige Haus gekommen. Aber eine Zeit kam, die die stille Wunde Wolfs ivieder bluten machte. Es war nämlich wieder „Cholhamoed" gekommen, jene schöne Halbfesttagszeit, die'zweimal des 'Jahres wiederkehrt, am Pessach- und Laubhnttenfcst. Fröhlich, lustverheißend, mit glänzendcn Schwingen gleitet sie nieder, in die „Gasse", weckt Tausende von Herzen, junge und alte,. . Mütter mit Söhnen nick» Mütter von Töchtern. Aengstlich, frohen Gefühles, unter Bangen nnd Hoffen wird sie erwartet, sieht man' sie allmählich kommen. Ist fie. endlich; da,- so ist's beinahe, als wäre unsichtbar-und ungekannt ein Fürst eingezogen, zu dessen Ehren man den- Stuben, und Fenstern und sich selbst das schönste Feiertagskleib? anzieht. Bei wem wird er einkehren? In welcher Gestalt' wird-er erscheinen? Manche Mutter, manch zagendes-Mädchenherz . möchte das wissen, begnügt sich aber, wül sie es nicht kann, damit, die „Ausstattung" wieder und noch einmal dürchzumustern; denn von Augenblick zu. Augenblick kann an der Tür gepocht werden. Es ist nämlich die Zeit der. „Beschau" gekommen: Frühmorgens an diesem Tage fragte Wolf seinen Sohn so von oben herab, das eine Auge forschend auf ihn . gerichtet, während das andere sich sorgfältig geschlossen hielt. „Skun? und du, gehst du heut' nirgends hin? Weißt du nicht, was heut' für ein'Tag ist?" ' „Soll ich das nicht wissen?" warf Kobi leicht, lächelnd hin. „Cholhamoed ist." „Und?" sagte Rebb Wolf und hielt dann inne. Kobi aber ertrug diese lauernde, wie ein jäher Pfeil auf ihn gedrückte Frage; ganz gelassen sagte er: „Nün, und was ist dann?" „Jir den Gasthäusern", meinte Wolf schlau, „wimmelt's heute von lauter „Gelegenheiten",*) es wird bald kein Platz mehr dort sein." „Was du nicht sagst!" rief Kobi verwundert aus. „Und heute in aller Frühe, man hat.noch nicht in „Schul" getlopft, habe ich schon drei oder vier vorbeifahren sehen", fuhr Wolf fort, ohne sich durch die verstellte Miene der Verwunderung stören zu lassen. . „Werden etwas Vorhaben", meinte Kobi ganz trocken; ' „Und du, leider Gottes, hast gar nichts vor", brach es endlich mit gewaltigem Aerger aus Rebb Wolf, „da mag. ich reden,- bis mir der Hals zerspringt, du rührst dich von dem Flecke nicht weg, als hätte dich, einer mit Wachs angeklebt. Die ganze Welt kommt, geht auf die Beschau;, wer aber nicht geht; das bist du. Warum nimmst du dir keine Gelegenheit, ziehst dich schön an, sagst zum Kutscher: Fahr mich dahin oder dorthin?- Ich will mir-, eine .beschaueny . *) Wagen. . - ■ - , . >

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