Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 16 (1918)
- Issue
- Heft 29 (26.7.1918)
- Date
- 1918-07-26
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Soala- Iiiohtiyfttlt 8«hftfers««M fft. Schlfrr*um W. Mod«rm«s TbMt«r Vorführung «tot« neuer und hervorragender Filme Ausnahme solcher Verhandlungen uderhaupl lieg!, Au druck zu geben und die ^rivarlnng ansH« sprechen, daft die türlische Regierung bei diese!» Verhandlungen gros^ügig vergeben und sich von der wirklichen Erkenntnis der grogen »neUpoliti scheu Bedeutung de5 Palastinaproblein? leiten lassen wird. Die Türkei muß verstehen, das; die Palästinasrage in diesem Kriege zu einer tvelkpolitischen ,Tr age getvorden ist, die siche dich in positivem Sinne gelöst werden muß. das; die jüdischen ,\m dernngen in irgend einer Weise ihre Erfüllung sinden müssen. Nichts Klügeres kann die Türkei tun., als ihrerseits diese "Forderungen zu erfüllen, und damit die Interessengemein schttit wischen her türkische!» und jüdischen Politik, wie sie vor dem Kriege bestand, und wie sie an . sich auch heute noch besteht, aufs nette zu kräftigen und für die Zukunft in bleibender Weise zu stabilisieren. Wir hoffen auf das zuversichtlichste, das; die türkische Regierung die Einsicht und vorurteilslose Energie haben wird, eine solche Politik ,>n treiben und damit der alten Tradition eines gegenseitigen Ber trauen- und gegenseitiger Sympathie zur Basis auch der knnstigeil Beziehung zwischen der türkischen Regierung und den« Judentum zu machen. Bier A«hr« Wrltkrt«,. Zum vierten Male jähe! sich der Tag, an den« die Fackel eines Weltenbrandes entzündet wurde, und noch winkt kein Hoffnungsschimmer, daß die verheerende Flamme verglimme, MiUivnen btül^nde Menschenleben sind gekniar worden, iiber Millionen schlvebt das Schwert der Vernichtung, denn nocli ist kein Ende. Deshalb ist der vierte Erinnerungstag des WolikriegsbeginnS lein Tag stillen Versenkens in die Vergangenheit, sondern alles Denken, das er am egt, alles Sehnen, das er auiwühlt, gilt der Znkunst, gilt der Frage nach dem Ende dieses furchtbaren Jammers. Uns Inden darf das Suchen ttach Antwort nicht schwer sein. Wir tmben ein Puch, durch das der Welischöpfer und -Lenker zu uns fvricht. Dieser Krieg hat nichts Neues gebracht. Wenn die Böller sich nach dem Frieden sehnen und doch nicht zum Frieden gelangen, weil ihr Schicksal einem kleinen Kreis von Menschen preisgegeven ist, der den Frieden noch nicht wtlt, so wiederbott sich darin nur der Menschheit Geschichte iinii ungezählte,k Male. Man hatte nur bis zrrrn Ausbruch des Krieges sich in der Täuschung gesaunt, das sittliche BerantwortlirtFeitsgenihl der Menschen für einander sei endlich so stark geworden, das? die Böller in diesem Bewußtsein selbst in den kritischsten AugenbliAen den Frieden zu wahren wissen. Doch dies war eine Täuschung,und so so ift der Malmrus unseres grauen Lehrers Maies bar dreieinhalb Iahrlaufeitden, nie Augen zu ong^t? „ud sich zu fragen, rvie es denn moalicl! sei, dag weui-g^ms Tchi.lial von vielen raufenden Menschenbrüdern, d,e das gteici^ Au recht!vie s:e haben, ihr Leben glücklich zu leben, nach »!: r e nr Fureresie beftinnnen, kwnre nocr; ,o dereckrigt uüe damals. Wäret ihr vernünitig, ,'agr unser großer Lehrer Mvst's,?a muhtet ihr die Ursache für die Disharmonie in der Menschheit iu euren eignen Handlungen suchen. Nur weil eu-er Lebet, nicht gerecht und liebevoll gegen eure Mit m.'nfdH’u ist, wert ihr Gon rncht zu euren, Hon gemacht!:ab!, har euch chan vrerc-gegeben' Und in den, Abschnitt, de-e an dem diesivöcheutlicheu Tabva: in Israel O'.ottes Häusern au s der Thora verlesen ■■-■ii?'. darr u wir :\v oses folgendes zu uns sagen: ,.!! nd nun, Is raei, rvas ver lat! g! ft. dein Gott, vo: ii;-y Nichts . als Ilut so zu er. r»>irc!ueu. daß Du iu allen 2cn; en Weg cn ipaudrlst und , Put liebst j*itD Ihm dienst mit r einem ganz en >'erzen und T '.'tu er gatt reu Seele, daß am OP'ttrc Gei'v re und seines 0ü Int es, die uli Tir heute gebtere, zu Telnet!t > 'igeveu Besten büt oft. . . Gott berückst chi :gt ketu Ansen en und nimmt keine Bestechung. l Er schafft der Veaise und i der Witwe Recht und ireb: den Fremdling, ihm Brot und tünnand zu geben. Wenn ihr Galt liebt und Ibm mir ganzem Herren und ganzer Seele dient, so wird Er 'hegen eurem Lande Frag und Tvütregen, zur rechten Zerr geben. . . Huret ihr Gottes t^ebo-r, lieb, ihn und wandelt irr innen Wegen, ja rvird Er oirre Feinde vor eucl? ver uerben. . Also lautet d e Antwort ans die Frage nach einem Wegweiser nt de >. dn'allen .hur, die wir gegenwärtig durchleben, an >eden Tob», des 'Haltes Israel, aber auch in weile rem < «nne an leaeu Me„s,l,e„. In, Frieden hallen utu* nie in wie jeüt im Kriege den Hegen des Regens zur rechten -seit und den Fl»«>? des :>>'egens zur llizcu eiuviuude». Und wer ieku'u will, sieln aucli t» de, Wengeichiciue, die tan' lehl in einer ihre, ereignisrei,hsle>« .'»eiten dmm lebeu, nue die EniscM'idungen nicht in Menschen»,mül, ,an deru iu enter höheren Hand liegen. Nach dein Willen dtesee höhere» Mach! zu leben, ist der einzige Weg, der« nur zu gehen lgrbe», dainil »ns der? eg. » des Friedens ruerde. Möge der vierjährige tOedenliag des Uriegsbeg,unrecht viele Herzen finden, die sich endlich der Summe j!,res besseren Ichs assue». )dur mit tKerechtigkeir und Menschen liebe erwirbt man sich de» Hegen des Friedens, den Hegen eines segenlntilgenden glücklichen Lebens. Aus alter Wett. Reich. Oumlnrg. tte*rifeiiUKt(itr«le*i«w kr Be»tkch LkrnelMsche« •tiwiNk. Der tslemeiiidevorstand hat dem Beschlüsse des Repräsetttantenkolleginms betreffs Begründung einer Hinterb k i e b e n e n f n »sorg e zngeftimmt und überreicht dem Kollegium die Wahlaufsäste, die inzwischen von den Grün dnngskörperschasten, den 2 Logen, der Wvhlsahrtstom-- inission der Deutsch-Fsr. (Runeirrde rind denr Isr. humanitären Franenvercin eingereicht tvnrden. Die bei einem Erat von M. mit einem Fehl betrag vvit l8,OLL M. abschließende Abrechnung der Getveinde für INI7 wnrde einer Konunissivn lAlired Lisser, Mor. Mrlsberg, Alb. Wolsi) zur nähern Prüfung überwiesen. Die F c ii t r a l w o h l s a h r t s st e l l e s e r D e n l scher« Juden har sich urit Hinblick ans die grasten Ans gaben, welche in der nächsten Feit von ihr zu erfüllen sind, wie Zusammenschluß aller Waisenhäuser, .Einrichtungen und Stiftungen, welche sich mit Waisenpskege befassen, zu einem ^veckverband und die Einführung 'der Sainmelvormund - sähaften in den hiersür geeigneten Hrlen, an den Gemeinde-' Vorstand mit der Bitte mm Beivilligung eines größeren Betrages gewandt. Der Porstand beantragte .'>00 M., das Kollegium stimmte einmütig zn. Den« B e r b and d e r D e n t s ch e » F n d e n ivnrde als Beihilfe zur Besoldung der Feldhikfsgeistlichen 50 M. monatlich, rücktvirkend ab l. Januar 1018, einstimmig ohne Debatte bewilligt. c Der Antrag des Gemeinde-Borstandes ans Aenderung der Sahungen der F s r. Töchterschule, wonach diese analog den Einrichtungen der Volksschulen, statt der bis-- herigen 8 Klassen in Zukunft ans 0 Klassen bestehen soll, wurde einstimmig angenoinmeir. «»Rche«. «S»che»«r Brief. Das s r e i g e w o r d e n e N a b b i n a l München soll in Bälde wieder beseht werden. Zu diesem Pehnie «inst die Kulrusvenvaltung um eine Anzahl Mitglieder verstärkt iverden, welche durch allgemeine Wahl erfolgt. Aamen werden bisher nicht genannt, doch dürfte die Zahl der Bewerber sicher nicht allzu gering sein. Es ist zu hoffen, dast der Friede in der Gemeinde, um den sich der verlebte De. 2$ c r « e v so sehr verdient gemacht hatte, auch unter dein Nachfolger erhalten hleibt, und inan sich daher auch ans allen Seitcn bemüht, einen „Friedenss,testen" zu erwählen. In den lchteit LLochen wnrde durch einen Drrsansschnß für das P a l ä ft i n a H i l f s iv e x k eine groß zugige HamuOung vorgenviilmelt, welche bisher riahezri Hh'.i» M. erbraclu haben soll. Um die Provaganda baden sich Ktiaben und Mädchen des „Indischen 'Wanderbnndes 'Zlan-'Weist" recht verdient gemacht. Daß unsre jüdische Jugend auch in sportlicher Beziehung ihren Mann ,jh stellen rveiß, zeigt eine Leistung, welche der „I ft d i s ch e a n r n - n. Sport- P e r e i n" München zu verzeiclmen hat. Bei den zum Anstrag gebrachten olympischen Svielen in der letzten 'Woche, haben verschiedene Mitglieder dieses Vereins bei großer und scharfer Konkurrenz einige erste und zweite Preise errungen. Auch der „I ft d i s ch e 'W a »der b u n d B l a n - 'W e i ft" entwickelt reges Leben und dftriren an lfunderr Knaben und Mädchen unter Führung tüchtiger Kr-äste allivöchentlich in freier Natur Körper und tyeist starken. Auch in vstjüdischen Kreisen WOmchens macht sich lebhafte re Tätigkeit bemerkbar: doch darüber ein andermal mehr. L. Vefterretch-U»»«»«. «im. $d«raw«nttation. Bl ochs H esterr. W'vchen schritt schreibt: ^,Tie gegen die öffentliche Aftrhe und Qrdnllng geric!;rere Tätigkeit der 'Wiener Anliseiniren nimmt immer bedrohlichere Formen an. Hie ist um t'o gefährlicher, als sie mir einer Herichelei und Urrelirlichkeit in gesel.u wird, die maischen, der nicht tu der Lage ist, deWkrttgeir aus den Grund zu sehen, leifttt verblenden und irresfthren töurne. 'Wälireud aut der einen Seite die Führer der Partei so um, wie wenn sie den 'Brrrgsrieden, wenn auch widerwillig, gerrenlicb hüten, werden im Parlament Pogrom reden gehalten, rvird der juden blutgierige >l n n schal., dieser von sadistifctwm 'Wahn besessene Voltsverführer, von Beriammtniig -MEP'rsamminng auf die ohnehin erregten Volksmassen losgelaisen, um die selben gegen die Juden aufzureizen." Ueber den gleichen tHegenstand schreibt die „Znd. zstg Der populärste Mann in 2Lien wird bald rwr La »desaiisschuft K niischak sein. Er hat mit einem allerdings nicht besondere Begabung noranSselzenden ^t>m>!!-!>.! er könnt, durch ivelcl-es Mittel man heutzutage wüten lann und die Massen von 29ien begeistert. Wie einst »eui groftes 'Vot bild Dr. Liieger im entsch'idenden Moment lferattsjand. das: niaii nur einige geiliigelre 'Worte gegen die Juden in die 'Versammlnugen werfen must, um sich selbst ans dielen Fittichen in die Hülw zu schrvingen, so bat Kun»chak die IndeiiheNe schon geradezu zu einer GrammophottplaUe vce arbeitet, die er bei jeder passenden und unpassenden <>re legenheil spielen läßt. 'Wenn B. von arldemsilfer Seite anridynastische Oie rüchle in Hesterreich verbreitet rverden, so hält Kunsthak eine pairiotische Rede und hält diesen Anlas? für geeignet, um insanre Hetzereien gegen die Inden mit der albernen Be schnldignng vorzubringei!, das? der Kriegswncher eine jü dische Erfindung sei. In dieser Huldignngsv.'rsainmlung für das Hans Habsburg bricht dann die ganze fanakinerke Menge in den orgiastisclien Ans aus: „Nieder »m den jüdi scheu 'Wucherern!" Durch solche Mittel sncbt man die Ans- Mlrksamkeit von der Stelle abzulenken, von der in Wahrheit die Gerüchte ausgestreut wurden. Eit« andermal wieder spricht Kunschak von christlichen Arbeitern, preist die großen Leistungen der Bauernschaft ldie natürlich vom Kriegsivncher nteit cntsernr ist- und kommt dann wieder zit seinem Iudengrammophon. Die Inden sind nicht nur Kriegsgewinner, sondern auch „Frondeure", und wieder einmal zeigt sich das traurige Bild, wie die „Arbeiter-^Zeitnng" eine fruchtbare Quelle für rhrist lichsoziale Demagogie wird. Denn die „Arbeiter-Zeitung" hat gelegentlich der Ausstandsbewegung die „Jünglinge ans dem Osten", was Kunschak richtig mit Inden überseht, denunziert. Und so geht es weiter. . . v«DOtz«ft. . fkt U«nf«1A1sN«».LeUOt fM« et« jttzifch«» Seifcwf««# In Arad starb vor kurzem im hohen Alter von SO Jahren die 'Witwe Elise Fisclter, die in ihrem Testamente ihr mehr als fünf Millionen Kronen betragendes Vermögen für jüdische Aohlfahrtsanstalten vermachte. Viereinlmlb Millionen Kronen bestimmte sie für die Errichtung eines jüdischen Mädchen-WaisenhauseS in Arad und mehr als eine halbe Million Kronen für die Errichtung einer Augenkliriik in ihrer Heiniat. Frau Fisclier führte in den lehtcn Jahren ein sehr besclzeidenes Leben, wohnte in einem ei>ifachen Parterrehaus, da sie, wie sie sich wiederholt äußerte, die WKrisenkinder nicht durch ihr eigenes kostspieliges Leben in der Erbschaft verkürzen wollte. t«alizirn). •iAe Hier hat eine polnische jüdische Tageszeitung - zu er scheinen begonnei», die „N o w y D z i nt n i!". In dem programmatischen Aufruf der ^itung heißt es: „Eine Gruppe jüdischer Bürger, die mit ganzer Seele an ihrem Volke hängen, geht daran, eine polnische Tageszeitung hcrcstiszugeben. Wir stellen diese Tatsache so klar und deutlich fest gleich an die Spihe unseres ersten Programmartikels, nm verschiedenen „wohlmeinenden" Menschen die schwere Mühe des Erraten» und Entdertens zu er sparen. Juden werden diese Tageszeitung herausgebeii. Juden, die treu und wachsam an der Wacht der Interessen dev Juden in Polen zu stehen, fest entschlossen sind. Eine so erhebliche Minorität, die rund 3 Millionen Seelen beträgt, was ca. 1ö"<» der Gesamtbevölkerung ausmacht, soll, glan ben wir, eine eigene Tribüne haben, von der aus sic irnbchindert soll sprechen können. Sprechen - zu wem? Zum polnischen Bvlkc! Wir dcnien nämlich, daß nun endlich die -^eil gekommen ist, das; sich die Völker direkt mit einander verständig, rr sollen ohne heuchlcrischc und unehrliche Vermittler von innen und ohne ungebetene und nnberufenc Vormünder von allsten. Diese Vormünder ganz besonders möchten >vtr am schnellsten und gründlichsten loswerden. Wir wollen nicht mehr die nnndcrfährigen Mündel und Schüplinge aller Welt sein. Wir loben nicht in Marokko und nicht im verkrachten Rumänien. Jawohl, wir erklären uns hiermit volljährig und wollen mit eigener Hand unser Geschick führen. Von dieser neuen Tribüne soll das jüdische Volk zum polnischeti Volke sprecl^en, ihm wird es sein Leid und Weh Nagen und aufrichtig alles mitteilen, was es will nuo erstrebt.' 'Wir glauben an das polnische Volk, wenn wir auch zu dessen Führern nicht das-geringste Vertrauen haben. Soviel vorläufig über die Indensrage. Außerdem gibt es alwr noch eine unübersehbare nitd nnerschüpslichc Zulle von Problemen der Landes- und Welt. Politik, in denen wtr das Wort ergreifen wollen, um t,ab.n gehört zu werden. Der vierjährige Krieg, der graufamne, furchtbarste, blutigste und . gestelfi'n wir offnt tv< barbar i s ch e st e aller Kriege, . dieser Krieg hak etnen geradezu bodenlosen Abgrund von moralischer Verkommenheit des Menscliengeschlechrs ansgedeckt. Was hat man nicht alles verbrochen in diesen cinien licben vier Jahren! Heuchelei und LügH Verrat und ^ie:r brnch, t^ransamkeir und rücksichtslose Tyrannei. . 0ud ganz würdig haben sie sich die Hand gereicht dar iug-ud stolze Amerika und das „altehnvürdige" Eurvva. W-tW haben sie bankrottiert mir ihrer polierten Kultur, unk u-:e. klinaenkeu und hohlen Phrase. Nach dieser Katastivr-!.e aber^ in der die halbe Welt eit; wüster Trümmerhaufen :u, Kaiawatrwjse 56 KaiwrttrM*« 56 TS^lich entklusife fl^ UntnrhalUMfimailk 7 .rurtac GeMBfS -KHllacen. 'li'iriiiiiiiiiiif ‘