Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 16 (1918)
- Issue
- Heft 29 (26.7.1918)
- Date
- 1918-07-26
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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M» i $iünff»i!er 'Zfraelilisches Familienblatt. tu* »*■ i r H t uni I» I >>»' S,U*os\!ul)fi ii iv!'«'I>, « a- )!u>, jiitj*ili' iM■li.iot iiiiijkI;. u .} i,hruti)iii}d)ni Miilin.uiuu ii .yi»Kii( o»i|i i i (ji’ijt’iiiu«i111»;»' 11in ')*iiOoi lu'liitblu!)»‘ n'»i 11 UMl'l U' 'H.-jjii linijt m dllni ih.flni iut) bte nljoin n iV> I iMMtllllllJji'll ')lVj)H’Ulil|) Ijill, ÖU* h'i! .«iln',»!!ii!»'U i'UU'ii om){niiiclKi» etancm! l»<t U( H 5 ubi'i leben m ’^i u ii Io ii ft nicht eutui bnnoeniiuiiiiii»»' mm Ztldeu, jonhoiM elum jüb»j»»)e /wmuiieii, und zwar in den «hibien v>elfinj)|oi\>, II(io und Fibecg. die. U'ie jede» vor urieUsiose Meniier de» 'iseiljolini)ie anerkennen iniij;, juv Die iimt|il;o)ilnl)e ^eomiji be*» Mondes aiiKevoibeullulj inel jieleijtei Imbeii. Tiefe jüdischen Familien leben nuniiielji niesen bei beinufieljenben 'iMilieibiuijj in de» rtibjuen Verzu>eisl»>»ig und wenden sich »in d?e nmlineiie Well um Beistand." Vlnß diesen Mitteilnnge» gelu ljervor, d»r>! die suinisilje Nesiietung dieselbe Montbo.ic. zu fpielen be»chsi,l,l,>,«. die aus bei rumänischen Zude»«srage 3111 iVni'nje befnnni ist Bon den einzelnen Juden wird die mdibidnelle Ratnralisation vertangl, die n.iluijsemnsl in den jellenslen Lullen ge,tiäh,l iimb, und die nbriften werden alS JHeuibe onb den» l'nmV ne«wiesen Sch!ii»«me> Hut eS die niimv nische Regrernng mul) itiemals fleüuibrn; schlinmie ree isi den Juden nuch in den dunkelsten Zeiten des Mittelalters nicht angeta»» worden, nnd Wenn diese Rachitchle»» richtig sind, woran kann» zn zweifeln ist. so muss eis, Schrei der Empöintch ditrch die Zn den heit aller blinder, tibcv nuri) durch olle »echilich denkenden kreise Europas und Ame> iit.,e gehe»», ein schrei der EmpArnng gegen nnnljöne Untedn, das hie» der jüdischen Bevöllernng Fi»»nlands angetan werden soll. ^vltte,di»»gS Hoden sich die offiziellen Be»> lretnngen der finnischen Regiernng im Anslande beeilt, diese Rachrichlen zu dementieren. Die sjnuische Gesandtschaft in Berlitl Hut in verschiedenen Zeilnngen erklären lassen, „daß es nnrrchtig sei. wenn behauptet wird, nur solchen finnischen Znden werde die siunische HtaatsangehS»,gleit zue»lun,ik. die »ii de» Reiten der weiMN Garde gekämpft hüllen, hingeger, wird bestätigt, bnft nme» den am* dem Lande »vegen der Lebens» miuethot auSgetvieseueu Russen sich auch eine Menge russischer Juden besi»»de^ Und die sinn,- s.he Veclreumg ,n StoMüm lässt noch kategorischer dir ganze Nachricht als vällig falsch erttären Wir gestel^r» jedoch. da st nur zu dem fuuit scheii Dementi lein rechtes Zutrauen haben. Man kennt ganz gm den Wert solcher Dementis; amidie rumonifche Regierung pst egte reges mäßig jede Nachricht übet irge»idwel»he Versolguitgeii der n\* mänischen Zadenheu zu oenrenueren; und zudem gibt che siunische Ges»indlfchajt in Berlu, ^u. dag in der ^at eu,e Menge rnssisäxr 'Zudeu ans dem Laiide ausgewiefen werde»» Wen»» das mit der i.leben\Mmuelnoi begründe! w,rd. io ift diese ^e-> ginadaug u.utirlich ke,i»ex>s»rN'> stichhaltig. Denn die entscheidende Zrage ist. n>as dre finnische Re gcec ang unter ..rujstjchen Zudeu rer steht. Ltey tandvuuktio an »ich die Zuden sie »ins dem yt in <riniU»ind fremde sind, so s,nd mr; diesen rusi» scheu Zudeu. die nach der Erklärung bin fuimschen Geiandtfüwit ausgewieretr werden, n»itiirtrch die fcniufän'n gemeint, also Zuden. d.e lauge Zeu bereits \\\ Zinutand ivebnen und das Recht de iiye»r, f,ch als srnrufche Bürger und ci>rngefe;!e»ie zu berr»rchlen a'e wird also notwendig sein, noch genauere Rachnchren aber die rrrnzeUwuen eee> Ganzen ob vmnuteu, bevor man zu eurem endgültigen uno adschtreirenden Urteg kommt Doch scheint es nnS bereits icyr jeftzugediur. d.uz dre srnnnche Reg»e^ wiw,} nicht gewillt ,lt ur lovaler und ernÜdarter Weoe die Glerchberechtigung der jüdischen Bevöi l-ca'rg Zinnlands dnrchzniübren »oudein begrua:, durch aller ler Kchachzüge und Drrks sich dreier relbn'oer'randtich,'« moralischen Bermuchrnng zr. eru z.eben Wrr hotten, dag die eijivmhcix Meinung Zrnnlando und dre masMdend^m Burschen Zar uneu eure vl.be Mwdv rxrdruderu ux’.beu Dre Zuureu V^en aru> den laugen Zähren rdr»v> ZreztzihrechrMvtoS derr Wer. der Ä>mvatNe der rarer ■ narronaien dtseml'.äxn Meinung zu ieturnen gelernt E l\t mHk« gierten, nne 'uchgdl.ch und ge WMhH ds thluen »rxrderr kann mm ne durch W WN dor Au» dn,zr WlV^ stch b*e .ZyMpaMeR aller iiiiMinibtjV’n nno huwoueu Mreiie i-tmonao und VlmentiK' w rfcheizen und mit Ruwauien da§ em z,g» üJm)1 I sein weid»'n, oo? den Zuden die elemeu itue diirgeiliche Gleichbeiechuguug iw rem hüll. Wt> hossen, das; das sinniiche Bol! nicht zugebeu wird, das; seine Regiernng sich uno ihr lj'ol! um einem solchen cl»recht belüdi, vielmehr seine Machthaber zwinge» wird, o»rS Berfpiechru, das den fiumfchen Zndcn erteilt worden ist, loyal und ehrlich einzuldselt. Das sinnische Voll wirb sich wohl darüber klar sein, d»rs; die Zeit, da eine solche Zudeiipolitil, ivie sie das zaristische 'iiuhlaud und das alte Rtunäuie« getrieben hat, inchi mehr möglich ist, und das; es die selohversläudliche Psticht eiiies jeden Volles, das sah Mulniruolt nenn(, isi, die jüdische Gleichberechti^ gnug restlos mrd konsequent durchzusüh-ren. Die Z-iitiieii haben deti Ruf, eilt t-ochelltwilreltes .Ünl> tu » voll zu fein. Das Judentum aller Länder hos't und erwartet, das; es diesen Ruf nid t durch eine ungerechte und barbarische Iudeupolitir beschmuhen wird, sondern auch in der Lösung seiner Judentrage sich seiner Tradition und faun* Rufes würdig zeigen wird. Die Türket »»* Ne f «Ulftt« Ans Konstantinopcl sind m lehter Zeit iuid>- lige und bedeutsame N.nhnchirn gelangt. Die türkische Regieri«ng .hat an eine Anzahl jüdischer l?rganisatioiten. an das „Zionifltfche Aktions- Komitee", die „Vereinigung jüdischer Organisatiomen Deutschlands" miD die „Freie Vereinigung für die orkhodoz'en Interessen des ZudemumS" Einladungen ergehen lassen, Vertreter nach Konstaulinopel zu eittsenden zum Zwecke der Verhairdluitgen über die Gestaltung nnd Regelung de» Prx lästinasrage. Vertreter dieser Organijaiionen sind bereits icach Palästina gesahreit und mau must für die nächste Zeit mit der Ausnahme der Verhaudlimgerr zwifchen der türkischen Regierung mtd dieseil Delegationen rechnen. Dir türkische Regierm,g hat dafür eine spezielle Kommiffüm ernannt, die die Verhandlungen führen soll. Diese Tatsachen sind, wie gejagt, von autzerordemlicher und weitreichender Bedeutung. Sie. stellen einen völtigeit Kurswechsel der türkischen Politik in der Palästinasrage dar. Dieser Kurswechsel wurde schon eingeteitet durch die hckanue ren Erklärt,ngett Taalat Paschas, die er vor einigen Monaten einem Vertreter der Vvsfischen Zeitung abgegeben lWt und mit denen er die Shmvathien der lürkifchen Regierung für die jüdische Kvlvni'- fmion in Pal »ist irr a zum Ausdruck brachte und cu U»1vte, das; die nnkrf.be Regierung Mastnahmen treffen werde, um dre günstige Emwictlung der Kolonifarion mi( allen Mitteln zu jördecn. Die Einladitttg der Regierung au die Vertreter der jüdi-- .scheu Organisationen und die Einleitung von Ver» hmidlnugeu über die prakrischen Mastuahuren, die genossen werden sotten, bedeuten die Einlösung des Versprechens, das Taatak Pascha seinerzeit n> terli dal und stellen den ersten praktische« Schritt auf dem neuen Wege dar, den die türkische Regierung ru der Patastinasrage emgejchlagen h^tt Mau kam» vom jüdischen Standpunkt mcht genug Freude über diese Wandlung der türkrjchen Voluit empfinden. Es war immer ein Grund» iaj. »rNer jüdischen Organisationen und darunter vor aUem der zwnisuschen Organchrtionen^ su ihrer Va;,chstrnamüin! jrch von den Gesühttn der LoMiüär mrd Zvmvarbre für die Türkei leite»» zu lassen. Es waren mehr als nur Verstandesnräsuge Gründe, dre dreien Grnndfah derauSentwickeit bauen. Es v.uen VMclmebv »nrch Momente getrDüsmästiger Ar», dre dazu geiüdr! huttten. Zahrhnndr'nelange Dradi- '.reuen baueu zrvrichen Türken urrd Zuden em BerMUtMS der nvchrhasren Ireunchchazt und Schmv.'.tbre derauvv.ed..d.n' dre Türke» war rn aller» Z.rl'rvurrder'.en eure ZnNuchrsstaue für »Me ver rolgreu Zuden genxien; m ternem Lande derben ne jrüd and >o restlos wahrtzaiv E^erchOerrech ngnug erv-aUen wie nt de» Türkcn Alle dune Tat v.lvu da den ru den Herzen de» Zuden alter Welt xr: langer Zer^ rui wh.av^Hu aW'»Ab»e de» Zreandichax uv dre T Äcker euMeden bv G» alle Zerren tn\ irenudrchastlrche» Verhälrurs Mtzsrtze« de« WdZrtze« KM mfr tzeckcher,,. WMV« ve^pvbcheu Lecher M m® ft*w» MWtzee MW Zaltocen in bei Türkei im Verlaufe des u» iitoud)»'-’ gefchehen, was geeignet war, dieH hältnis zu trüben nnd für oie Dauer in zu stellen. Wir wollen heute diese Ereignisse,T zur crlenüge bekannt sind, nicht noch einmal L zählen, nnd man must auch zugebe», daW türkische Regierung als solche nicht umnittr an diesen Ereignissen die Schrtld tragt. Jmmvf hm sie nichts getan, um sie zu verhindern. wa>: das wichtigste war, sie hat es bis vor hiß umerlafsett, in der Palästinajrage eine und aktive Politik zu betreiben. Es scheitit, ob die türkischen Skaatsmämler zu Beginnr Krieges nicht früh und N.rr geling die groste \ politifib»' Bedeutung des jüdischen Palästinas lens erkannt haben, oder, falls sie e^ getan da st sie in diesem Punkte nicht die notige Energie und Entschlossenheit aujgebrachl ßc um eine Politik zu treiben, die der weltpolitist Bedemuttg der Angelegenl)eit entsprochen hß Sie »vählten statt dessen den Weg, sich Passim verhalten u»td die Paläftinasragc so gut »vie ignorieren. Die Fotgc davon war, dast die« teilte, die die groste politische Bedeutung» Problems sehr bald erfaßt haue, mit allen daranging, daraus Kapital für sich zn st und eine grosGÜgige und überaus Auge in der Palästinasrage einleiiete, deren eil Stadien bekannt sind, nnd die ihr sür die in immer stärkerem Grade die Synkpathien «Kreist zusühren mußte. Jeder, d rtbestand undder Vertiefung des^f. schastlichen Verhältnisses zivischeu der Türkei dem jüdischen Volle gelegen »var, mitßte die vital der türkischen Regierung austerordentlich dauern und mustte mit lebhaftem Schmerze Ion] Heren, daß, wenn auch die jüdische Politik solche immer neutral war und neutral gebliel ist,-doch die Gefahr immer näher rückte, daß jüdischen Sympathien sür die Türkei abnehK und vielleicht sogar ins Gegenteil Umschlägen lot len; daher begrüßte man cs in allen jüö Krristn mit außerordentlicher Freude, als.Dt'H gen Moitaten der türkische Grvstvesir einen Wechsel in der türkischen Patästinapolitik am digte, nnd begrüßt man es jexit mit noch > Freude, daß die türkische Regierung nun YH daran gegangen ist, diese Ankündigung zu wirkliclstn. « Die Verhandlungen, die jetzt in KonstM beginnen »verden, sind, »vie gesagt, .von I ordentlich weittragender Medeulung. Ihr HA es sein, eine Verständigung zwischen den und Juden hinsichtlich der Palastinafrage zusühren. Die jüdischen Forderungen in Valnstin».srage sind klar und bekannt. Das ji sche Volk verlangt das Rocht ungehinderter friedlicher Emigration und Kolonisation in lästina, das Rec* der inneren Belbstbeftimmi nnd de» sreien »»»lturelten EnttviMnng. W langt, m»ß die türkische Regierung ancrstnnr, Palästina ein Zentrum des Judentums im He» gen und moralischen Sinuc immer war uns irr praktifstrem nnd konkretem Sinne jW nrrrl soll Es braucht nicht stneder dargckegt ztz ■■muH:' schon »NHWige Mate gezeigt rvorde« daß zwischen diesen Forderungen und den rer essen der Türkei auch nicht der geringste sap bestebr, daß vielmehr die Verrvirklichung Forderrrngen sü» die Türkei von außerordentti« Rügen llnd grösuem Werre werden muß. CT ö» nichi wieder gezergt zn werden, rvelche eine groste jüdische Einrvanocrung nach Mal für die Türkei haben muß, und welche in» SE!»n»g des : ürkischeN StimtOwestM die M! eines starken »»'»ditchen Zentrums in Pslüs deuten muß Es braucht dies heute «M st? nochmals gezeigt zn werben. Äs die WentUche Meinung und die deutschen «mW den vot»tikchen Xrerse schon serr tangeM gesehen und ersaßt haben nnd Äs fa auM. rürtriche Regrerrrng nun zn diestm StanSpnnch G'tcmgr sem dürste. Ä'och ist es nicht an der Zeit, über die denen der Verhandtnuge« in KonstuM»» ivrectnn Man wird ja woPi in »ähe«M »chon «der Ne die sie ndtz res e»strtzren und Ar Nur M» sttzr t«%* es,