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Neue jüdische Presse · 1918-06-14 · Heft 23 (14.6.1918) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
16 (1918)
Issue
Heft 23 (14.6.1918)
Date
1918-06-14
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr 23 Soala - Iiicht spiele SchSfergasse SV. Sohäfergaase SO. Modernes Theater Vorführung stets neuer und hervorragender Filme dafür gekommen, besondere Maßnahmen zu ergreifen, die die Ansiedelung von jüdischen Arbeitern auf dem Lanoe in Palästina ermöglichen." Redner legte sodann die hohe soziale Bedeutung der Prinzipien des Jüdischen Nationalfonds dar, hob weiter die Wichtigleit des Pionierbeitrages für die jüdische Arbeiterschaft hervor und appellierte an die Poale-Zion, für diesen Zweck zusammen mit dem Jüdischen Nationalfonbs ohne jeden Aufschub Sammelamonen zu organisieren. Die Hechaluz-Bewegung, die jetzt in vielen Ländern erstarkt, sollte Okkupationsgruppen organisieren. Jede Gruppe hätte aus 20—25 Mitgliedern zu bestehen, die ca. 25000 Frs. benötigen wird. Dieser Betrag wird ihnen vom Genossenschaftsfonbs des INF. für die Zwecke des Erwerbs des erforderlichen Inventars geliehen werden. Dem INF. sollten zu diesem Zwecke Einheiten von 25000 Francs fließen, und es ist zu hassen, daß die jichisthe Arbeiterschaft die Wichtigkeit des Pionierbeitrags jetzt erkennen uwd mithelfen wird, das Ziel „Jüdische Arbeit auf jüdischem Grunde" zu verwirklichen. Ein großer Strom von Einwanderern werde nach dem Kriege sich vor allem aus Rußland nach Palästina ergießen, und es wird die Aufgabe des Jüdischen Nationalfonds sein, bas erforderliche Land zu beschaffen. Zur Ehrung des Andenkens des verstorbenen Tr. Tschlenows ist beschlossen worben, eine Kolonie auf seinen Namen zu begründen, und die Vorbereitungen zur Aufbringung der erforderlichen Summe sind bereits in den meisten Ländern im Gange. Die Odessaer jüdische Gemeinde hat ebenfalls beschlossen, eine Million Rubel für die Begründung einer genossenschaftlichen Kolonie in Palästina aufzubringen. An Mrs. Fels, deren verstorbener Gatte ein bekannter Förderer her Single-Tax war, ist der Nationalfonds mit einem entsprechenden Kolonisationsplan herangetreten, und es besteht die Wahrscheinlichkeit, daß sie den Betrag von einer Million Pftlnb für eine Kolonie in Palästina stiften werbe. Bor dem Kriege besaß der J4iF. 20000 Dunam Land aus den 40000 Dünam, die Juden jn Palästina gehören. Es ist bemerkenswert, daß auf den Besitzungen des INF. nahezu 25°/« aller jüdischen Arbeiter in Palästina beschäftigt waren. Der in Volkseigentum befindliche Boden muß nnt größter Beschleunigung vermehrt werden. Bis jetzt war die Propaganda bloß auf die Massen beschränkt. Rimmehr ist die Zeit gekommen, wo, die wohlhabenden Juden bei der Aufrichtung der nationalen Heimstätte in Palästina entsprechend ihre», Vermögen beitragen. Der K. C. im Kriege. Nach den bis zum l. Mai eingegangenen Meldungen, die auf Vollständigkeit keinen Anspruch erheben, stehen, bezw. standen von den über 1150 Mitgliedern des K. C. unter Einrrechnung der Gefallenen und infolge von Verwundung oder Erkrankung als dienstunbrauchbar Entlassenen 1010 im Heeresdienst. Hiervon gehören bezw. gehörten dem Feldheere 845 an. Nur diese sind nach den darüber bestehenden kaiserlichen Erlassen als Kriegsteilnehmer zu bezeichnen. Es bedarf dieser Hervorhebung, weil bei vergleichsweise» Zusammensteflungen in manchen studentische» Organen — ob mit «der ohne Absicht, sei dahingestellt — auf der einen Seite bei anderen Korporationsverbänben die Zahl der im Felde Stehenden, bei dem K. C. aber systematisch die Zahl der im Heeresdienst Stehenden angegeben und in Vergleich mit der Zahl der Gefallenen usw. gesetzt wird, obwohl in unser» Mitteilungen stets klar und deutlich die Zahl der im Heeresdienst Stehenden getrennt von der Zahl der dem Feldheer Angehörenben angegeben wird. Den Heldentod starben 84 K. C.cr. Jn Kriegsgefangenschaft befinden sich, nachdem die Kb. Arthur Hirsch und Julius Boehl ans der Gefangenschaft entkomme» sind, nur noch 20 K. C.er. Eingerechnet sind hierin die Kb. Tr. Glaser, Marineassistenzarzt auf S. M. S. „Dresden", der in Spanien, und Oberleutnant Tr. Max Schohl, der in St. Gallen interniert ist. Durch die neuerlichen deutsch-französischen Vereinbarungen dürsten die Kb. Kb. Assessor Ernst Heymann, Gefr. Referendar Ernst Jonas, Unteroffizier' Willy Lamm, Unteroffizier Referendar Dr. Gerhard MÜUer, Geft. Felix Simson nach Deutschland zurückkehren können, wogegen die Kb. Kb. Leutnant Dr. Eduard Glaser und Leutnant Dr. Otto Levy zur Internierung in die Schweiz gelangen dürften. 24 Kb. Kb. sind mit dem Eisernen Kreuz 1. Kl. ausgezeichnet worben, 489 mit dem Eisernen Kreuz 2. 5kl., darunter 3 am weiß-schwarzen Bande) 2 mit dem Eisernen Halbmond, 191 haben andere Kriegsauszeichnungen erhalten. 100 K. C.er, darunter 86 im preußischen, sächsischen und württemburgischen-Heere, 14 im bayrischen, sind während des Krieges zu Offizieren des Beurlaubtenstandes befördert worden, 8 K.C.er gehörten bei Kriegsausbruch als Offiziere des Beurlaubtenstandes dem bayrischen Heere an. Jn diese Beförderungen sind nicht eingerechnet diejenigen zu Sanitäts- und Veterinär-Offizieren. Der Mische Natioualrat in Rußland. Um den Plan zur Bildung eines j ü d i s ch e n Nationalrates für Großrußland zu verwirklichen, wurde vor Monaten auf die Bemühungen der Herren Krön in, Rosow und Grünbaum eine Versammlung in Petersburg einberüfen. Nach den Erklärungen der. maxt- Franksurter Israelitisches Familienblatt. Seite 3 malistischen Regierung zum jüdischen Kongreß war das Bestehen eines solchen Nationalrates, dem die Vertretung der jüdischen Interessen in der gegenwärtigen schwierigen Lage dringendes Erfordernis der Stunde geworden. Tie jüdischen Parteien beschlossen daher nach gemeinsamer Uebereinkunst, an die Gründung eines Nationalrates zu schreiten. Tie Grundlage, auf welcher der jüdische Nationalrat aufgebaut ist, stellt sich folgendermaßen bar: l. Ter jüdische Natioualrat ist eine provisorische Körperschaft, die bis zum Zusammentritt des jüdischen Kongresses in Rußland bestehen bleibt, ll. Tie Aufgaben des Rates scheiden sich in 1. die Arbeit für die möglichst baldige Einberufung des jüdischen Kongresses und 2. die Ausarbeitung aller politischen, die Juden betreffende» und berührenden Frageir. III. Tie Beschlußfassung des Rates erfolgt durch Stimmenmehrheit, durch absolute Majorität. IV. Ter Rat setzt sich aus 70 Mitgliedern: 28 Zionisten, 12 Orthodoxen, 9Poale Zion. 7 Bereinigten Sozialisten, 8 Vertretern der Bolkspartei und 6 der Volksgruppe zusamnlen. Ter Bund nimmt an den Beratungen des Nationalrates nur zu informativen Zwecken teil. V. Als Mitglieder des Rates kommen nur Telegierte des jüdischen Kongresses in Betracht. Ei» fünfgliedriges Präsidium wurde auf der ersten Sitzung des NationalrateS gewählt, bestehend aus den Herren Alejnikow, Dubnow, Brnzkow, Sljosberg und Tr. Eisenstadr. Girre Erklärung der italienische« Regierung zum Zionismus Ter italienische Botschafter in London hat Herrn Nahum Sokolow folgende Erklärung übermittelt: „Im Aufträge Sr. Exzellenz des Barons Svnnino, des Ministers des Auswärtigen Seiner Majestät, habe ich die Ehre, Sic davon in Kenntnis zn setzen, daß die Regierung Seiner Majestät die Erklärung bestätigt, die durch ihre Vertreter in Washington, Haag und Saloniki bereits abgegeben wurde: daß sie nämlich alle Anstrengungen machen wirb, um die Errichtung eines jüdischnationalen Zentrums in Palästina zn erleichtern, wobei verstanden werde, daß dies die rechtliche und politische Lage, die die Juden in allen Ländern genießen, in keiner Weise beeinträchtigen wird." Das „Kopenhagener Burealt der Zionistischen Organisation" hat ans Aickaß der Veröffentlichung dieser italienischen Regierungserklärung zugunsten des Zionismus folgendes Telegramm an die italienische Zionistensöderation gerichtet: „Wir bcglückivünschen Sie aufs wärmste anläßlich der vom italienischen Botschafter in London soeben mitgeteilten offiziellen Versicherung der italiemschen Regierung, daß sie ihr Bestes tun wird, um die Errichtung eines jüdischnaiionalen Zentrums in Palästina zu erleichtern. Wir begrüßen es mit dankbarer Genugtuung, daß Italien, das seiner jüdischen Bevölkerung von jeher vollständige Freiheit ilnd Gleichberechtigung nicht nur im Gesetz, sondern auch tatsächlich gewährt hat, nunmehr auch den zionistischen Zielen seine Förderung verheißt, deren vollständege Verwirklichung mit Zustimmung aller Völker und Regierungen das jüdische Volk in naher Zukunft zu erleben hofft. Jacobfohn." Aus aller Welt. Deutsches Reich. Kurf«» für Apologetik. Ter Verband der Deutsche» Inden beabsichtigt fiir die Zeit vom 1. bis 6. Oktober in Berlin einen Kursus zu veranstalten, in dem geeignete Kräfte zur apologetischen Behandlung jüdisch-religiöser Themen herangebildet werden. Die Vorlesungen werden folgende Gegenstände umfassen: 1. Das Judentum zur Zeit der Entstehung des Christentums. 2. Die Grundlehrcn des Judentums und aiiderer Religionen. 3. Geschichte und Methode der Judeninission. 4. Eingriffe auf das jüdische Schrifttum. 5. Angriffe auf die Glaubens« und Sittenlehren des Judentums. Als Lehrer sind bisher gewonnen: Rabbiner Dr. Baeck, Dr. S. Bernfeld, Rabbiner Dr. Hochfeld, Rabbiner Tr. L i e b e r m a n n. Es wird auf eine Zuhörerschaft aus den Kreisen der jüdischen Theologen, Lehrer und Lehrerinnen, Mitglieder der jüdischen Studentenverbindungen und Jugendvereine und gebildeter Glaubensgenossen, die für diese Fragen Interesse haben, gerechnet. Ihn weiten Kreisen die Tmlnahme an dem Kursus zn ermöglichen, wird nur eine Einschreibegebühr von 3 Mark erhoben. Meldungen fiir die Teilnahme werden mündlich oder schriftlich in dem Büro des Verbandes der Deutschen Juden, Berlin IV. 35, Steglitzerstr. 9, entgegengenommen. Oesterreich-Ungarn. Men. Bereinigung -er orthodox-nationalen Jugend „Lirei-Jsrnel". Im Anschluß an den Verein „Jischub Erez Israel" hat sich eine Vereinigung der orthodox-nationalen Jugend mit dem Namen „Zirei Israel" gebildet. Die Ziele dieser Vereinigung sind : Verbreitung der Kenntnis des Hebräischen und allgemeinen Wissens, Pflege der alten und neueren hebräischen Literatur, das Emporheben Palästinas znm Mittelpunkt des Lebens und Strebens der orthodoxen Jugend und die Arbeit für die Volksmassen in der Diaspora. Ans der. konstitnierenden Versammlung wurde folgender Ausschuß gewählt: Simon Federbusch, Obmann; Jsak Friedmann, 1. Schriftführer; Osiaö Weiß, 2. Schriftfilhrer; Jsachar MädfeS, Kassier; ferner Israel Älter, Jsak Schapira und Weiß (soa.). In Przemyfl und Sambor haben sich bereits Ortsgruppen gebildet. Adresse: S. Federbusch, Wien, II. Robertgasse 2/11. Pole«. Gemeinüewahlen I» Ezeustochan. Die Wahlen, die Ende April stattgefunden haben, . ergaben laut dem „Czenstochauer Tageblatt" einen Sieg der Liste des Bereinigten Wahlkomitees (Zionisten, Nationalisten, Orthodoxe) und eine vollkommene Niederlage der Assimilanten. Schweiz. Zürich Verein für jüdische Lungenkranke. In der Generalversammlung führte der Präsident, M. Horn, n. a. folgendes aus: Wir unterstützen gegenwärtig 35 Kranke mit 5500 Fr. mcuatlich, müssen also schon jetzt jährlich 60 000 Fr. aufbringcn. Wir hoffen, bald in Davos ein eigenes Heim erstehen zn sehen. 100 000 Fr. sind schon gezeichnet, aber ein mehr alS doppelt f» großer Betrag ist für den Ban nötig, und die laufenden Ausgaben verlangen wohl auch 1ÖÖ000 Fr. jährlich. Wir hoffen auch, in einigen Wochen in Davos einen jüdischen Friedhof zn erhalten. Es fanden sodann die Statutenberatungen statt. Tie Statuten sehen auch eine streng orthodoxe Ritualkommisftoii vor und diese Bestimmung der Statuten darf nie geändert werden. . Zum Schluß fanden die Wahlen statt. Die Versammlung wählte mit lebhafter Akflamation Herrn Horn. Die übrigen Wahlen gingen nach dem gedruckt vorliegenden Vorschlag von statten: Für Baden L. Wyler; für Basel Dreysuß-Brodski, Sally Guggenheim, Josef Kaller und Victor Wyler; für Biel Dr. Camille Levy; für Luzern! Stadtrat Simon Erlanger; für St. Gallen Sally Meyer und S: Lewin; für Winterthur Gustav Bernheim; für Zürich Dr. S. Bollag, M. Chotzner, Sally Harbnrger, H. Heinemann, Rabb. Dr. Littmann, A, I. Rom, W. Simon und S. Teplitz für Davos. Ans der „Agndas Jisroel"-Bevegung. Köln. Der geschäktsführende Ausschuß der Rugud a» Jisroel Jugendorganisation hatte sich in seiner letzten Sitzung mit mehreren äußerst wichtigen Anträge:» des Organisationsvorstandes zn beschäftigen. Bor allen Dingen war es der Eintrag, im Laufe dieses Jahres einen Bundestag abzuhalten, der seiner Wichtigkeit entsprechend nach allen Seiten geprüft, und der von einem anwesenden Vertreter des Vorstandes eingehend begründet wurde. Man wies sowohl auf die enormen Schwierigkeiten hin, die einem solchen Unternehmen in heutiger Zeit entgcgcnstehen und seine Durchführung fast unmöglich erscheinen lassen, betonte aber anderseits die riesigen Vorteile, die der Organisation aus einem. Bundestage erwachsen würden, sowohl innere Kräftigung als auch propagantistische Wirkung. Da der voraussichtliche Erfolg die Schwierigkeiten bei weitem übertraf, wurde der Antrag eins» stimmig angenommen. Man einigte sich vorläufig auf Halberstabt als Ort und die letzten Tage des Juli oder die ersten Tage des August als Zeit für die Tagung. Die Organisierung hat der Borstand übernommen, und es wird gebeten, alle Korrespondenzen, Anträge und Vorschläge an Max Cohen, Cöln, Mauritiuswall 108 zu richten. Es wirb sich vorderhand vor allen Dingen darum handeln, festzustellen, ob Zeit und Ort zweckmäßig gewählt sind, so daß auf guten Besuch gerechnet werden kann. Alle Interessenten wollen sich daher umgehend an oben genannte Adresse wenden. Verhandlungen wegen Fahrpreisermäßigung sind eingeleitet. lieber die anderen in dieser Sitzung behandelten Anträge wird später berichtet. Berlin. Dem Jahresbericht ist zu entnehmen, daß von den 170 Mitgliedern der Jugendgruppe zwei Drittel im Heeres- und Hilfsdienste standen und von den 160 Mitgliedern der Mädchengruppe «in erheblicher Teil in Kriegsorganisationen beschäftigt war. Trotzdem fanden regelmäßig Schiurim und Diskussionsabende sowie des öfteren Vortragsabende statt und wurde durch die Pflege der Geselligkeit — Ausflüge, Purim- und Chanukkahfeier — der Zusammenhalt gefördert. Die Liebesgabenkommission sandte Lebensmittel und jüdisch-literarische Kost ins Feld. Ein Schnl-Nachhflfszirkel vereinigte 15 Kinder. In den Ferien wurden die Kinder jeden Nachmittag nach Tegel hinausgeführt. Für Knaben von 9—15 und Mädchen min 12—16 Jahren waren Lehrkurse (Talmud, Dinim, Jüdisch schreiben, hebräische Grammatik usw.) eingerichtet. A«S -er Mi-rachi-VeAe-nug. Zürich. Ser MiSrachi-Berein bereitst eine Schweizerische Landeskonferenz, verbunden mit einer Wohltätigkeitsver» anstaltung zugunsten der Tachkemonischule in Jaffa, vor. Zionistische Nachrichten. Krotoschi». Rechtsanwalt Siegfr. Nothm ann, Vorsitzender der Zion. Ortsgruppe, ist im Westen gefallen. SP Kaffee Mniiland 3* Eaiseratraaaa 56 Euaerstraas» 56 Täglich erstklassige 9V* Unterhalt*» gsmnslk "*fa

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