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Neue jüdische Presse · 1918-05-24 · Heft 21 (24.5.1918) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
16 (1918)
Issue
Heft 21 (24.5.1918)
Date
1918-05-24
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 "" **i* Frantsurrer Israelitisches Famrüenblau. z»r..2tzur' .Ruhe Üömstien. ^-Aber such ' MH aus nnern- £n||m Grunde Habens Litäperwie >^uflche eim JutereM'Erder FeMehückg dieser Gleichverechtgümg. Jeder!-Versuch,.-die LiMe^^u'r"Wrschenden Nation iu dem »eg gegründeten Sttzässe M machen, muß Polen) Judeir unftMeißruthene» poüKsch ,usammenschweißen: ob das für die Entwicklung Litauens im besonderen und für die an unserer Ostgrenze entstehenden Staaten in, allgemeinen nützlich wäre, darf billigerweise bezweifelt werde». Das neue Litanei, kann, wenn cs überhaupt als Staat organisiert werden soll, nur als Nationalitätenstaat zu einer gedeihlichen Entwicklung gelange» und die vollständige bürgerliche, politische und. nationale Gleichberechtigung der aus seinem Territojrtuin wohnenden Böller müßte eine der erste» und wichtigsten Verfcstsungsgrundlagen werden. Geschieht das nicht und wird das neue Litauen von leidenschaftliche» Rationalitätenkämpfen durchwühlt, so wird dadurch auch ein Anreiz für Nüssen und Polen geschaffen, sich in diese Verhältnisse. eiuznmischen; Litauen wird dann auch kdincslvcgs die wirtschaftliche Vermittlerrolle zwischen Deutschland und Rußland erfüllen können, die man von ihm erwarte,. _ Unseren ablehnenden Standpunkt gegen die politisch verfehlte Methode der Pfufferslaatciibildung halten wir selbstverständlich aufrecht. Wen» aber dennoch diese Politik auch in der litauischen Frage siegen sollte, so mögen diejenigen, die in den nächsten Monaten die staatlichen Grundlagen Litauens zu schassen berufe» sind, die oben angesührtcn Tatsachen beherzigen. Nur als ausgesprochener Nationalitätenstaat, der allen seinen Völkerschaften die gleichen Rechte zngesteht, wird Litauen, wenn überhaupt leben und vonvärtslominc» können: das Fehlen dieser Voraussetzung .würde .allein schon genügen, um cs zu eine», Herd ewiger Unruhen und Zwistigkeiten zu machen: den» cs ist, verbürgten Nachrichten zufolge, absolut ansgeschlosscii, das, die übrigen drei das litauische Gebiet bewohnenden Nationalitäten sich der Alleinherrschaft der Litauer fügen werde». Vielleicht stehen wir binnen kurzer Zeit vor. einer vollständigen Erneuerung des litauischen Landesrats. Dann mögen , die deutsche» Protektoren Litauens dafür sorge», daß er nach den in diesem Aufsatz erwähnten Grundsätzen zustandekommt, sonst 'kann es nicht gut um den litanischcn Staat bestellt sei». Vertreterversammluug des Verbandes LerjüsUchenJugeudvereine Deutschlands. - In Berlin fand eine erweiterte Vorstandssitzung des Verbundes der jüdischen Jugendvercinc Deutschlands statt, zu der 40 Derbandsvereinc. die Großloge für Deutschland, der Deutsch-Israelit. Gemeindebund, der Zentralvereir, deutscher Staatsbürger süd. Glaubens, der Jüd. Frauenbund, der Allo, deutsche Rabbinerverband. und der Verband der Wd. Lehrervereine Vertreter entsandt hatten. Ans der Eröffnungsrede des Vorsitzenden, Dr. Alfred Apfel- Berlin, ist folgendes hervorzuheben: Die Jugend- Vereine müssen entpolitisiert iverden. Um aber den .vielen tausenden herangcwachsenen Mitglieder» der Verbandsver- Äne Gelegenheit zu gebe», die. Gedanken der neutralen Jugendbewegung innerhalb der jüdischen Oesscntlichkcit zur Geltung zu bringen und um das Band, das die Gemeinde /,dcr Freunde der Bewegung" »»i'schliiigt, zu festige», wird der Gedanke der Bildung einer g r vß cn Berei nigung ehemat.iger Fugendvercinler analog den Mt-Herrcnverbändcn der studentischen Korporationen erwogen. Die heutige Tagung soll insbesondere dazu diene», di« positive Erziehungsgrundlage der Bewegung zu betonen und die Vereine aiiznhaltei,,.cs als ihre oberste Pflicht' zu betrachten, wirkliche K e „ » t n i s s c über das Judentum zu verbreiten, das jüdische Bewußtsein zu iteden und die Mitglieder zu möglichster Schlichtheit i», Denken und in der Lebensführung anzuhälte,,. ... Mit außerordentlicher Spannung, wurden die Mitteilungen Aber die geplante „Vcrständigungsgemrinschaft der jüdischen Jugendorganisationen in Deutschland" ansgenontmen. Dr. Apfel sagte, daß die Behauptung, daß die Kerständigungsgemeinschast „gescheitert sei, nicht ganz zutreffend sei, er fei sich der ungeheuren Verantwoirtung bewußt gelvesc», als er am denkwürdigen Abend des 5>. März z,im Schluß kurzerhand namens des Jugeiidverbandes erklärt habe, daß dieser eine Berständigungsgenieinschaft mit solchen Führern nicht eingehen könne, von denen man annehmen müsse-, daß sie sich nicht mit loyalen Absichten an den Verhandlungstisch setzten. „Es liegt leine Veranlassung vor, das Mchtzustandekoninie» von unserer Seite zu einer frischfröhlichen Zionistenhetze zu benutze». Wir glauben sagen zu dürfen, das; der Zionismus als solcher für den Ausgang nicht verantwortlich zu mache» ist, sondern baß in weiten Kreisen des Zionismus das Werhalten der Hauptwortführcr Helle Empörung a u s g e l ö st hat. Diese Hauptwortführer sind zum Teil erst kurz vor der Tagung durch ein Terror sondergleichen von einer bestimmten Clique gezwungen worden hie Vereinbarungen nicht innezuhaltcn. Im Augenblick, kvo sich eine nmnhafre Gruppe der am Abend des 5. März dissentierenden Kreise bereit erklärte, wirklich ernst an einer Verständigung initzuarbeiten, wird der Jugendverband gern M neue Verhandlungen hierüber eintrcten. Wir habewes für wichtiger gehalten, statt unsere Arbeit in unfruchtbare Äompromißverhandlungen zu verzetteln, einmal in benga- Mcher Beleuchtung zu zeigen, welche Verhetzung von sogenannten Jugendführern in unsere Jugend hineingetragen wird. Wir erwarten von dem gesunden Sinne der anderen zind speziell unserer Feldgrauen, daß hier gründlich Remednr geschafjen wird. Wir aber wollen inzwischen dem Gedenken der Verständigung unsere ganze Kraft leihen." Bemerkenswert war, daß sich die anwesenden Zionisten gleichfalls gegen das Verhalten der zionistischen Wortführer mh b. März aussprachrn, daß die Frage nach d«n „Prinrat" des Judentums allseitig als unnötig abgelehnt, und daß ferner der Gedanke der Bildung einer „Rumpfverständigungsgemeinschaft" abgelehnt wurde. Auch sonst' warfen die Verhandlungen ' interessaate i Schlaglichter äikf die Stiminnng der jüdischen Jugend Deutschlands. Jnstizrat Dr. Brodnitz;- Vertreter des Zentralvercins rm Vorstand des JugeudverbandeL,! chatte .mitgeteilt;- daß der Zenträlverei»-beschlossen habe, -Dr. Apfel niid Frl. Dr. Berliner in seinen Vorstand, wenn auch nur als Privatpersonen, so doch wegen ihrer führenden Eigenschaft in der Jugendbewegung hineinzuwählen. Mcht nur von zionistischer Seite, sondern selbst von einem Mitglied des K. C. wurde es als verfehlt betrachtet, ivpnn die beiden genannten Personen die Wahl annehnlen würden, da nach Ansicht der Redner der Zentralverein keine neutrale Organisation sei. Mir der Hinweis darauf, das; man von Geheimrat Fuchs eine Führung des Zentralvereins erlvarte, die den Verein nicht in den Kamps gqjgen bestimmte Richtungen dränge und die Hoffnung, dag die Nvngewählten eine unnentrale Haltung des Zentralvercins nicht mitmachen würden, vermochte die Delegierten zu bewegen, von bestimmte» Anträgen'abzusehen. Ueberhaupt kam eine ziemlich gereizte Stimmung gegen im Verbandsvorstand vertretene Großorga ni satt v n e u zum Ausdruck, denen unter Beifall der Versammlung vorgeworfen ivlurde, das; die lokalen Unterorganisationen zwar Vst schöne Worte, aber keine Taten für. die so bedeutungsvolle Jugendvcreinsarbeit aufbrächten. Ein geistiger Höhepunkt der Tagung wurde eii, eingehendes Referat von Dr. Gustav L o c f f l e r - Frankfurt a. M. über die positiven Ziele der neutrale» Jugendbewegung.. Da dieses Referat, das einen tiefen Eindruck machte, besonders veröffentlicht werden soll sei nur mitgeteilt, daß Dr. Loeffler unter einmütiger Znstiminnng der Versmnmlung verlangt, die Verbandsarbeit in Zukunft in dem Sinne anfzufassen, das; die Jugendvereine als Erzichnngs- und Lcrnverciuc den Mitgliedern eine geistige Verankerung in jüdischer Weltanschauung, basierend auf »wglichst gediegenen Kenntnissen der jüdischen Schriften, ermöglichen. Als besonders bedeutungsvoll wurde die Forderung des Redners anertanm, auch den Fragen der sittlichen Lebensfü h r u n g, den Fragen derStärtu » g des Verantwortungsgefühls der Jugend erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Es wurde beschlossen, durch die Berbandsleitung in Verbindung mit fachkundigen Vertreter» der Bewegung den Verbandsvereincii Material zugängig zu machen, das als Grundlage für Kurse über Einsührung in die Gedankenwelt der jüdischen Geistes« Heroen dienen soll. Nach einem Referat von Fräulein Dr. Berliner! wurde eine Entschließung gefaßt» daß alle Wandergruppen der Jugendvereine unverzüglich einen geregelten Waicherbetrieb wieder aufnehmen müssen. Es sind genaue Feststellungen zu treffen über die Verhältnisse in den bestehende» interkonfessionellen Organisationen für Schülerwandern, insbesondere darüber, wieweit antisemitische Strömungen - in offener oder versteckter Form auftreten. Ueberall dort, wo jüdische Knaben und Mädchen im schulpflichtigen Alter nicht in die bestehenden Wanderorganisationen ohne Verletzung ihres jüdischen Ehrgefühls eintrcten können, ist der Wandergruppe des Jugendvcreins eine besondere Gruppe für ©chülerivandcrn anzugliedern. Diese Gruppen sind im Sinne der neutralen Jugendbewegung zu führen. Auf Grund von Vorschlägen von Landesrabbiner Dr. R i e g e r - Braunschweig und Albert Kaufmann- Berlin, wurde ein Appell an die jüdischen Gemeinden Deutschlands beschlossen, die Jugendvereins und die Errichtung von Jugendheimen z» fördern. Sämtlichen Gemeinden soll eine Denkschrift über die Notwendigkeit der Jugendpflege zugestellt werden. Die Errichtung von Jugendheimen soll zur dringenden Förderung erhoben werden. Diese Heime sollen besonders dazu dienen, den wiederaufzurichtcnden Gruppen Jugendlicher, unmittelbar aus der Schule entlassener Knaben und Mädchen eine Zusammenkunft zu ermöglichen. Den Vereinen ist cs seiner durch Verbandsbeschluß dringend ans Herz gelegt, den Verkehr mit den jüdischen Soldaten im Felde, in den Garnisonen und speziell in den Lazaretten zu pflegen und dafür zn sorgen, daß jeder znrückkehrende jüdische Kriegrx möglichst wieder eine», Jugcndvercin zugeführt wird. An denjenigen Orten, an denen sich zur Zeit ein geregelter Bercinsbetrieb nicht ermöglichen läßt, sollen sich die Vertrauensleute des Verbandes für den notwendigen Zusammenhang zwischen der Bewegung und den Feldgrauen durch Uebersendung von kurzen Berichten, Verbreitung der Verbandszeitschrift usw. einsetzen. Mit besonderem Dank erkannte die Versammlung die aufopfernde Tätigkeit der weiblichen Mitglieder während der Kricgszeit an. An vielen Orten ist die Ausrechterhaltung des Vcreinslebens überhaupt nur möglich -mit Hilfe und durch die Führerschaft der weiblichen Verbandsangehörigen. Um eine Aussprache über die speziellen Aufgaben der ,leiblichen Mischen Jugend herbeizuführen, soll im Laufe des Sommers (voraussichtlich in Heidelberg) eine Spezialtagung der weiblichen Jugendgrnppen und weiblichen Führer der Bewegung stattfinden. Die Errichtung besonderer Bezirksverbände für Württemberg, Baden, Sachsen sowie' die Reorganisation der mitteldeutschen Bezirksverbände und die Bildung einer zunächst losen Gemeinschaft der östlichen Berbandsvereine wurde vorgesehen. Vom jüdische« Natioualfovds. ' Die Einkünfte des Jüdischen Nationalfonds im A P r i l ergaben insgesamt Fr. 121, 840 und verteilen sich wie folgt : Oesterreich Kr. 76,477, Deutschland M. 15,965, dkord- Amerika Doll. 2897, Südslav. Länder Kr. 14,219, England Lstr. 294.3.7, Polen und' Litauen: österr. bes Gsebijet; Kr. 7532, deutsches bes. Gebiet M. 2095, Holland Fl. 2054, Schweiz Fr. 2479, Bulgarien Leva 3317, Australien Mtr^SS.KA Frcmkeich-Ar. LW. SW>eöeckhM.K47, Rumänien Lei 1444, ChinLDoll. 93. E l'L -M.. - 'Die. :Aüdische Kultusgemeintzei.»- Mahn. Ost rau hat sich bereit, erklärt, dem I. N. F.-sstr ©leb* lungszweckeIin IPälLstuiä den Betrag von Kr. 5k),000 in der Weise zur Verfügung zu stellen, daß sie 10 Jahre, hindurch alljährlich Kn. 5000 an-den Jüdischen Nationalfonds absühren wird. Diese Summe soll, soweit sie nicht durch Spenden beim Aufruf zur Thora und eventuell Sammlungen seitens der Kultusgemeinde aufgebracht wird, aus den Kultusstenereingängen unter dem Titel von Subventionen gedeckt werden. Der Beschluß der jüdischen Kültusgemeindc in Mähr. Ostrau ist die Folge eines Ansuchens, das die österreichische Saminelstclle des I, N. F. an sämtliche Knltusgeineinden, Rabbiner und KnltuspräsidenteN zwecks Unterstützung der „Aachläh"-Aftion gerichtet hat, wobei jede Gemeinde ausgefordert wurde, in kurzer Zeit wenigstens einen Baustein, d. i. Kr. 5000, welche dem durchschnittlichen BodenbcdÄrs einer jüdischen Familie in Palästina entsprechen, znsainmenzilbringen. Auch andere Kultusgemeinden, insbesondere in. Mähren, haben bereits die Gesuche des I. N. F. mit tleineren Subventionen beantivortet. Das Beispiel von Mähr. Ostraü ist deshalb bezeichnend, weil der gefaßte Beschluß die palä« stinafreundliche -Stimmung ansdrückt, welche heute weite jüdische Kreise auch außerhalb der zionistischen Bewegung durchdrungen hat. ' Unlängst ist dem Hauptbüro des Jüdischen Nationjalfonds nach längerer Unterbrechung eine Korrespondenz ans Saloniki zugegangen, in der cs n. a. wie folgt heißt: „Unsere Vereine, die seit dein Brande vonc 18. August beinahe nicht mehr existierten, beginnensich zu reorganisieren. Wir werden bald ein gemeinsainxs Lokal haben, und wir hoffen, die Arbeit zugunsten des Nakionalfonds wieder auszunehmen, die, wie Sie wissen, vor der Katastrophe, die drei Viertel unserer Stammssgenossen dem Elend ausgeliefcrt hat,' einen so viel versprechenden Aufschwung genominen hatte. Äiatürlich können wir nicht ebenso reichlich wie in der Bergangenheit ziun I. N. F. beisteuern, aber jedenfalls iverden wir es uns zur Ehrenpflicht machen, nicht darauf zn verzichten, daß Saloniki jetaii Monat in der Reihe der Länder figuriert, die an dem Wachstum unseres Volksschatzes beteiligt sind." Der auf dem Felde gefallene Assessor Erich R o t h ä nberg, Bleicherode, hat als letzten Willen dem Indischen Nationatfonds ein Legat von 2000 Mark hinterlassen. I I. Mseustadt (Barstlai), | Der namhafte palästinensische Schriftsteller Jehoschnah Eisenstadt (Barsilai) ist am 19. Jjar. — 2. Mai in Genf gestorben. Eisenstadt war einer unserer Pioniere und Vorkämpfer, wie sie, ganz eingenommen von dem nationalen Ideal in vollendeter Hingabe für die Erneuerung des Volkes und die Erneuerung des Landes käinpsten und wirkten. Und war einer der Borbauer, die nicht in der Arbeit im Galut stehen blieben, sondern die selbst Hand anlegten an dem Wiederaufbau, die Kolonisation des Landes, die das Volt für Palästina reif ntachen und das Land für die Aufnahme des Volkes instand setzen wollten. Schon in seiner frühen Jugend — er war im Minsker Gouvernement 1855 geboren — hing er kühnen Plänen und Entwürfen einer Rückkehr der Duden in das Land der Väter nach und weihte sich voll und ganz der nationaljüdisckwn Idee,' die doch damals in den. „Chowewe Zion" ihre Verbreiter und Träger gefunden hatte. Bon tiefer Sehnsucht nach dem heiligen Lande erfüllt, zog dann Eisenstadt im Alter von 32 Jahren nach Palästina. Wenn er bald darauf nach Europa ging, so war es allein in der Absicht, flir dieses Land, das er nun aus eigener Anschauung kennen gelernt, zu werben, sich für Palästina mit aller Kraft einzusetzen. In der Diaspora hat Eisenstadt vieles geleistet: Die mühereiche und aufopferungsvolle Arbeit im Dienst der „Bne Mosche"*), das spätere Wirten für die Ausbreitung des politischen Zionismus fügen sich seiner praktischen Arbeit in Palästina harmonisch ein. Hier hatte Eisenstadt seinen dauernden Wohnsitz anfgeschlagen und arbeitete ununterbrochen auf den Ausbau und die Festigung des neuen Jischule hin; hierher fällt auch die fruchtbarste Zeit seines literarischen Schafsens. In allen seinen Werken, ob reizvolle Schilderungen des jüdischen Lebens in -Palästina — ob Llufsätze und Abhandlungen in hebräischen Zeitschriften — ist ein eigenartiger Hauch und individueller Einschlag zu verspüren. Diese - Veröffentlichungen haben Eisenstadt zu einem, literarischen Ansehen verholfen. Aber vor allem: das völlige Aufgehen in der Arbeit für Zion, das Beherrschtsein einzig und allein von der grandiosen Idee der Erneuerung, die Wahrhaftigbeit und Begeisterung im Kampfe für dieses Ziel- — in all dem, ruht die eigentliche Bedeutung Eisenstadt's. Und diese Eigenschaften sind es, die ihn zu einem markanten Vorkämpfer in unserer nationalen Bewegung stempeln. *) Die Organisation „Bne Mosche", eine Gründung Ach'vd-Haam's, war als ein Bund der ideelsten und reinsten jüdischen Männer Rußlands gedacht. Die Mitglieder sollten als Boriampser der nationalen Idee dem Mischen Volke voranleuchten, sollten als „Kohnnim" in ihrer Lebensführung,,in all ihre» Handlungen dem Botte Erzieher werden, und ihnen den 'Weg zur Erneuern»^ weisen. Die Zahl der ,^8ne Mosche" war gering, ihre Arbeit aber umso intensiver und wirksanier. Zuletzt löste sich — nach einem Bestand von wenigen Jahren — die Organisation infolge zutage getretener Meinungszwiespältigkeiten auf.

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