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Neue jüdische Presse · 1918-05-10 · Heft 19 (10.5.1918) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
16 (1918)
Issue
Heft 19 (10.5.1918)
Date
1918-05-10
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr 1» , i ■■■■■■■■■ |UH H. R» ' > — Scala - Lichtspiele Schäfergasse 29. Schäfergasse 29. Üodernes Theater Vorführung stets neuer und hervorragender Filme darüber, daß sie nur in der Erinnerung noch lebendig sind. „Ghetto—gelber Fleck—Ritualmordbeschudigung—Berachtuirg—Bogelfreiheit" das ist die Kette derVorstellungen, die unlöslich zusammenhängt und die in sich das wesentliche dessen begreift, was die große Mehrzahl der Juden vom Leben ihrer Väter vor der Emanzipation weiß. Dieses Stadium überwunden zu haben, an der gleichen Stelle als gleichberechtigte Staatsbürger zu leben, wo die Väter als Reichskammerknechte und als Parias der mittelalterlichen Gesellschaft mehr gelitten als gelebt haben, das bildet bewußt oder unbewuU den Kern des jüdischen Selbstbewutztsetns. Und darum wird nichts so sehr beargwöhnt, als was in den Verdacht kommt, dem Rückfall in die Verhältnisse früherer Zeiten Vorschub zu leisten. Wer daher einen neuen Gedanken bei der Masse des deutschen Judentums gründlich 'in Verruf bringen will, kann keinen geschickteren Schachzug tun, als das Gespenst des „freiwilligen Ghettos" riesengroß an die Wand zu malen. Freilich, wer nur ein wenig geschichtliche Schulung besitzt, weiß genau, daß das Ghetto zu den für alle Zeiten überwundenen geschichtlichen Daseinsformen gehört, die kein menschlicher Wille zu neuem Leben zu erwecken vermag — weder ein jüdischer noch ein jubenfeindlicher. Und wer nicht ganz blind ist gegen logisch^ Widersprüche, kann nicht Vorbeigehen an der tiefen innerlichen Unehrlichkeit, die darin liegt, daß Man in widernatürlichster Weise den Begriff vom „freiwilligen" Ghetto zeugte. Ein „freiwilliges Ghetto" ist Unsinn, wie ein „freiwilliges" Zuchthaus oder ein „freiwiUiges" Sibirien Unsinn ist. Es gibt keinen Juden auf der Welt, der im Verein mit anderen Juden „freiwillig" ein Ghetto schaffen wollte. Es gehört das Gewissen des berufsmäßigen Demagogen dazu, das Wort vom „freiwilligen" Ghetto als polemische Waffe zu führen. Wollte man aber einen solchen Gespenstermaler in diesem Sinne festnageln, so würde man sicherlich ein sehr erstauntes und beleidigendes Gesicht, zu. sehen bekommen. Das sei natürlich mit dem Wort nicht gemeint, so dürfe das Wort vom „freiwilligen Ghetto" nicht ausgelegt werden. Vielmehr sei jenes Streben nach Absonderung, nach Abgeschlossenheit des jüdischen Lebenskreises gemeint, das dazu führen müsse, eine unsichtbare Mauer zwischen uns und der Mitwelt aufzurichten, die freiwillig, jene Schranken wieder herstellt, die das Ghetto durch au ßerenr Zwang errichtete. Und hier liegt wieder eine Unehelichkeit) Erstens kann keinem, der das Wort „Ghetto" in der angedeuteten Weise benutzt, verborgen bleiben, welche Vorstellungen von diesem Wort im Durchschnitt geweckt werden, und daß der Gedanke an die Geschlossenheit des jüdischen Lebens gänzlich zurücktritt hinter jener anderen Borstettungsreihe. Wäre dem nicht so, so würde man sich hüten, das Wort vom „freiwilligen Ghetto" als Schlagwort in die Debatte zu werfen, wo eben jener Gedanke der Geschlossenheit des jüdischen Lebens geächtet werden soll. Den» daß das Ghetto es dem Juden ermöglicht hat, mitten im Schmelztiegel des mittelalterlichen, gesellschaftlichen und geistigen Umwandlungsprozesses e r selbst zu bleiben, das ist jenes grandiose Gegenspiel geschichtlichen Wirkens, in dem wir das Walten einer Vorsehung verspüren. Es war der Segen des Ghettos, »daß es, wider seinen eigentlichen Sinn, das stärkste Bollwerk des jüdischen Lebensprinzips geworden ist. Das, was tendenziöse Entstellung das Streben nach dem „freiwilligen Ghetto", nennt, ist in Wirklichkeit nichts als der elementare, durch nichts zu hemmende Drang des jüdischen Lebens nach Vergemeinschaftlichung,der sich am imposantesten dort offenbart, wo er unbewußt in Erscheinung tritt. Man beachte die jüdische „Massengravitation". Man sehe, wie in den Großstädten jene Wohnviertel entstehen, die der Volksmund — und nicht zuletzt der jüdische — als „Neu-Jerusalein" deutlich genug kennzeichnet. Mau denke cm die „Millioneughetti" Londons und Newyorks und an das vergebliche Bemühen, diese Niesendnsammlungen zu zerstreuen. In diesen Riescnghetti ist der Lebenskampf des jüdischen Proletariats in geradezu erschreckende Formen ausgeartet, aber die zusammenhaltende Kraft des Gemeinschaftsgefühls ist stärker als der sonst mächtigste Feind aller geistigen Bedürfnisse: als der Hunger! Gerade diesen Sieg des Geistigen über das Materielle, diese selbstverständliche Entscheidung für den gemeinschaftlichen Hunger, gegen das Sattsein in der Vereinsamung erkennen wir und ehren wir als den wahren Geist des jüdischen Lebens! Pläne, wie der der' jüdischen Gartenstadt, bedeuten nichts-anderes, als die bewußte Betätigung des jüdischen Lebensgeistes. Sie wollen keine Abgeschlossenheit von der Welt herbeiführen — wie wäre die auch heute zu erreichen, selbst wenn sie wollte? — aber sie streben mit aller Macht zur Geschlossenheit des jüdischen Lebens. Das aber ist das' Gegenteil der Ghettoexistenz. Das Ghetto stellte das jüdische Leben abseits des Weltgeschehens und außerhalb des Weltganzen. Die jüdischen Gegenwartsmächte wollen das jüdische Leben als abgeschlossenes Ganzes hineinstellen in den Ring der Welt und in den Strom der Zeit. Wer aber ängstlich herumgeht und da, wo Juden sich zum gemeinsamen Werk zueinanderstellen, das warnende „Circulez, Messieurs" des.Verschwörung witternden Polizeiagenten flüstert, beweist, daß er allerdings noch nicht frei ist von den finstern Mächten des Ghetto, mit denen er — anderen droht. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Seite 3 «us de« Abgeordnetenhause Kaffee RuMand S (Sitzung vom 3. Mai.) Heins (kons. Hospitant): In Amerika und England ist nur ein Bruchteil der Wahlfähigen wahlberechtigt. Dort herrscht die Diktatur der jüdischen Geldwirtschaft, in Amerika die der Morgan, Cahn und Rassegenossen und in England die des Lord Northcliffe gleich Jakob Stern und des Barons Reuter gleich Josopaat. In Frankreich regiert die Börse durch die Advokatur. Die Hauptkriegshetzer sind in Italien der Bürgermeister Nathan, Minister Luzatti, Sonnino, Barzelari, d'Annunzio, die ärgsten unter ihnen sind meist ausgewanderte Juden aus Deutschland. (Der Redner wird bei diesen Ausführungen durch Zwischenrufe und Gelächter von der Linken unterbrochen.) Aus Rußland nenne ich nur Kerk gleich Kerenskij, Lederblum gleich Lenin, Sobelsohn gleich Radek, Braunstein gleich Trotzkij, Finkelstein gleich Literinow. Der letzte Botschafter in England wurde wegen Bankeinbruchs steckbrieflich verfolgt. Die Ostjudenfrage ist für uns gefährlicher als die Polenfrage. Zuerst kommen sie meist als Hausierer in die Ostmark, dann geht es über den Kaufmann, Bankier oder Advokaten zum Unterstaatssekretär und zum stellvertretenden Ministerpräsidenten. Bethmann stand vollständig unter der Herrschaft des Lllljudentums, von Rathenau und Ballin, Cohn, Haase, Aronson geführt. Warum ist der Kampf des Mjudentums gegen Preußen so erbittert? Goethe sagt: „Es ist Jeglicher im ganzen Land auf eine oder andere Art mit Israel verwandt und diesem schlauen Volk blieb ein Weg nur offen, solang die Ordnung steht, hat's nichts zu hofsew-7 f Darum heraus mit den Juden aus dem preußischen Wahlrecht. (Gelächter links, lebhafte Zwischenrufe links.) Dann will ich auch dem deutschen Volk das Vertrauen entgegenbringen, daß ich ihm das gleiche Wahlrecht geben kann. (Gelächter links). Bringen Sie dieses Opfer! Opfern Sie Ihre Juden! (.Heiterkeit.) Das Volk Gottes ist seit Jahrtausenden eine parasitische Pflanze auf dem Boden anderer Völker. Also bringen Sie dieses Opfer. Sie können vielleicht Ersatz noch in deutschen Männern finden. , Kanzow (Fortschr. Bp.): Die Konservativen lassen ' Herrn Heins reden. Herr Heins ist bedeutsam nur aks eine symptomatische Erscheinung in der neueren Entwicklung der konservativen Partei. Herr Heins ist bedauerlicherweise Vorstandsmitglied und Schriftführer des Evangelischen Bundes. Wenn er draußen gewesen ist und jetzt aus dem Schützengraben, von den blutbedeckten Feldern im Westen zurückkehrt, so weiß er, daß dort nicht nur Evangelische und Katholische, sondern auch die Juden dabei waren und ihr Be st es gegeben haben. Wenn Herr Heins ruft: Hinaus' mit den Juden aus der Politik, aus der Wirtschaft, aus dem Wahlrecht, so halte ick ihm nur die Berufung auf Walther Rathenau entgegen, der sich durch seine Ratschläge für die Organisation der Kriegswirtschaft den vorbehaltlosen Dank des Vaterlandes verdient hat. Ich verweise auf unseren allseitig geschätzten Kollegen Cassel. Nun hat Man von jener Seite noch gewagt, den Kanzler von Bethmann Hollweg als fremdrassig hinzustellen. Auch ein Vorfahre des Grafen Hertling soll nicht ganz rassenrein gewesen sein. (Heiterkeit.) Das Beste, was wir haben können, ist die nationale! Einigung; um so schlimmer und gefährlicher ist aber der nationalistische Geist, der sich in Aeußerungen ausdrückt, wie derjenigen des Berliner Professors, der die Deutschen als Helden, die Engländer als die Händler hinstellt^ Was ist das für eine Kinderei, wenn von dem englischen Kändlergeist gesprochen wird. In dem alldeutschen Programm heißt es: „Unsere Weltanschauung wurzelt in der Rassentheorie. Nur Deutsche dürfen an der Hochrichtung des deutschen Volkes Mitwirken." Die längst widerlegte Behauptung, daß Northcliffe ein Jude sei, lohnt kein Wort der Entgegnung. Chamberlain, den Herr Heins angegriffen hat, ist von anderen Konservativen sehr gerühmt worden, obwohl auch er jüdisches Blut in seinen Adern hat. Er ist mit dem Eisernen Kreuz dekoriert worden, und das Oberkommando hat als Zensurstelle ein Verbot ergehen lassen, diesen Mann anzugreifen. Der wirklich konservative Politiker Lagarde hat. gesagt, das Deutschtum liege nicht im Geblüt, sondern im Gemüt. Es wird der Widerruf des Judenediktes von 1869 gefordert. Für eine solche „Erneuerung" des Deutschtums danke Ich. Wilhelm v. Humboldt hat es ausgesprochen: Für mich faßt sich die ganze Judenfrage in vier Worten zusammen: „Gleiche Rechte — gleiche Pflichten." Cassel (Fortschr. Vp-f: Auf die Verleumdungen des Herrn Heins will ich nicht näher eingehen. Die preußischen Und deutschen Juden habe» krine Veranlassung, sich irgendwie vor Herrn Heins und seinen Reden zu fürchten. Es wäre schade, seine Kraft an einen Gegner, wie es Herr HeinS ist, zu verschwenden. ' Es ist nicht wahr, daß ich an den Kriegsminister! herangetreten bin, die konservative Statistik im Heer und in den Kriegsämtern nicht zu veröffentlichen. Der Kriegsminister hat vielmehr erllärt, daß in der heutigen Zeit in dein Verhalten der jüdischen Heerespflichtigen keinerlei Grundlage zu einer solchen Statistik gegeben sei. Es ist begreiflich, daß Herr Heins so etwas nicht erwähnt. Als der Krieg ausbrach, sind Tausende von Juden mit großer Begeisterung in den Krieg gezogen. Tausende haben ihr Leben gelassen. Tausende sind verwundet und verstümmelt worden. Welche Empfindungen müssen alle diese haben, wenn von der Tribüne dieses Haufts solche T. Bodehau, Herrenschneider Frankfurt a. Main, Friedenestrasae No. 1 Telephon: BSmer 3650. FEINSTE JHASS-SCHNBKDEBEI. Auf 'Wunsch koschere Verarbeitung. Kaiserstraaae 56 Kaiserstrasse 56 Täglich erstklassige UM* Unterhaltungsmusik "MM ... : Gesangs-Einlagen. - i s Reden geführt werden können, wenn das Andenken so vieler Tausender gefallener jüdischer Krieger so herabgesetzt wird. Welche Empfindungen müssen bei ml denen ausgelöst werden, die im Felde und in der Heimat alle Kraft für das Vaterland einsetzen. „Sehet, er schläft und schlummert nicht, der Hüter Israels!" Wir werden ruhig bleiben können, wenn uns keine andere Gefahr droht als die Worte des Herrn Heins. Wir haben im Krieg und Frieden unsere verdammte Pflicht und Schuldigkeit getan. Das taten wir aus Liebe zu unserem Vaterland. Wir werden uns niemals die Liebe zu unserem deutschen und preußischen Vaterland aus unserem Herzen reißen lassen. Der Krieg nud die Jude». Frankfurt a. M. Vizcfeldwebel, Referendar Dr. Fritz Oppenhe imer wurde zum Leutnant befördert. München. Oberarzt Dr. Felix Teilhaber erhielt das Eis. Kreuz 1. Kl. Aschaffenbnrg. Sr. Emil Goldschmidt. Sohn des Vorstehers der Israel. Gemeinde Aschaffenburgs und bis zu seiner militärischen Einberufung Oberlehrer an der Israel. Realschule in Leipzig, ist — 29 Jahre alt — nach vierzigmonatlichem LZienste als Oberleutnant gefallen. Swar ein idealfrommer Jude — sein Geld legte er in Zdokoh an!und seine freie Zeit füllte er mit Thoralernen aus — und ein ungewöhnlich begabter Mensch. Fnlda. Julius Birk wurde zum Leutnant befördert. Rilllbelm. Lugen Falkenberg erhielt das Eis. Kreuz und Albert Falkenberg eine Verdienstauszeichnung. Wien. Blochs „Oesterr. Wochenschrift" verzeichnet folgende Auszeichnungen an Juden: 1 Orden Eis. Krone 3 Kl.. 7 Ritterkreuze d. Franz Josef-Ordens, 19 Militärvcrdienstkreuze 3. Kl., 30 silb., 61 bronz. Signum laudis 73 gold., 30 silb. Verdienstkreuze, 8 silb. Tapferkeitsmedaillen 1. Kl. u. 42 2. Kl. Perssualieu «. kleine VMtettuuge». Berlin. Bertha Manheimer, Witwe des bekannten Philanthropen Moritz Mannheimer, starb im 82. Lebensjahre. — Auch Anna Ginsberg, Witwe von Tr. I. Ginsberg, eine gleichfalls auf dem Gebiets der Wohltätigkeit sehr tätige Frau, verschied dieser Tage. — Professor Dr. Otto Pniower, Kustos des Märkischen MuDums, wurde anläßlich seines 25jährigen Amtsjubiläum von der Stadt zum Direktor ernannt. KSnigSbsrg, Ser Borwurf der Drückebergerei wurde in einem anonymen Schreiben an das Stellv. Generalkommando dem jüdischen Viehhändler S. gemacht. In dem anonymen Schreiben hieß es, daß, S. „noch immer sich um den Heeresdienst herumdrücke' wie viele andere Juden. Abhllse wäre dringend erforderlich." Es gelang S., den Absender des Schreibens in der Person des sxühereu Rittergutsbesitzers H. zu ermitteln. Er strengte gegen ihn Privatllage am Das Schöffengericht sprach den Angeklagten frei, weil jene anonyme Eingabe nicht gemacht worden sei, um den Privatkläger zu beleidigen, sondern zu dem Zweck, daß das GeneralGmmando die Angelegenheit prüfe. Auch in dem Ausdruck „wie-viele andere Juden" hatte das Schöffengericht eine Beleidigung nicht finden können. S. legte gegen dieses freisprechende Urteil Berufting ein. Der Bellagte zog es vor, sich in zweiter Instanz zu vergleichen; er nahm die Beleidigung zurück, übernahm sämtliche Kosten und zahlte eine Sühnesumme an das Rote Kreuz. Nürnberg. DerBerein für jüdischeKranken» Pflegerinnen hatte im vergangenen Jahre zehn Schwestern unter der Leitung der Oberin Therese Markus, fünf in Lazaretten und fünf in Privatpflege sich betätigend. Die letzteren leisteten 597 Tag- und 584 Rächt- und 140 Vollpflegen, machten 39 Armenbesuche und leisteten in 278 ambulanten Fällen und bei sechs Operationen Hilfe. Der Kassenbericht für das Jahr 1917 schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 37116 Mk. Eschweqe. Zum Kretsrav Sin er wurde Dr Moritz Freier-Breslau, bisher Religionslehrer am dortigen Realgymnasium a. Zwinger, gewählt. Wien. Der Ksiser hot dem außerordentlichen Professor für Dermatologie und Syphilidologie Primararzt Dr. Salvmou Ehrmann den Titel und Charakter eines ordentlichen Universitätsprofessors und dem mit dem Titel eines außerordentlichen Universitätsprofessors belleideten Privatdozenten für innere Medizin Generaloberstabsarzt Dr. Wois Pick den Titel eines ordentlichen Universitätsprofessors verliehen, ferner den Privatdozenten Dr. Jak. Erdheim zum «außerordentlichen Professor für pathologische Anatomie ernannt. Der Privatdozent für Kinderheilkunde Dr. Bela Schick erhielt den Titel eines außerordentlichen Universitätsprofessors. Wien. Dr C h a j e s, Oberrabbiner von Triest, vorher Professor am Rabbinerseminar in Florenz, ist zum Rabbiner für den ersten Wiener Bezirk mit Nachfolgerecht auf die Stelle des Oberrabbiners der Wiener Israel. Kultusgemeinde gewählt worden. — Leopold Hilsner, das Opfer der Ritualmordlüge, hat im Israel. Versorgungshaus Seegasse seine Ruhestätte gefunden. Im Glücken dieses Bersorgungshauses befindet sich ein alter Friedhof mit den Gräbern des Rabbi Samuel Horowitz und Samuel Oppenheimers, des Rothschilds des 17. Jahrhundert.

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