Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 16 (1918)
- Issue
- Heft 18 (3.5.1918)
- Date
- 1918-05-03
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4. arbeiten, sind als tüchtige und arbeitsame Kinder bekannt." — Schweiz. Zürich -ei« für jüdische Lungenkranke. Die Vorarbeiten für das Heim schreiten fort. Die Statutenkvmmisston, die aus Drehfuß-Brodsky, Sally Gnggenheim-Basel, Saw Meyer-St. Gallen, Dr. Martin Bloch und A. I. Rom-Zürich! zusammengesetzt ist, hat einen Statutenentwurf ausgearbeitet, welcher der für den 12. Mai einzuberufenden Generalversammlung zur Genehmigung vorgelegt werden wird. In dieser Versammlung wird auch auf Grund der neuen Statuten ein Gesamtvorstand aus allen Kreisen den Schweiz bestellt werden, der unmittelbar darauf mit der Werbetätigkeit in der ganzen Schweiz zur Erreichung des großen Werkes einer Heilstätte in Davos cinsetzen wird. Großbritannien. Die Einziehung ruffischer Jude« z»m Heeresdienst. Wie man aus London mitteilt, werden russische Juden in England auch jetzt nach dem Ausfall Rußlands aus den Reihen der kriegfllhrenden Staaten zum Heeresdienst genommen, da die englische Regierung erklärt, da das Bündnis mit Rußland auch weiter bestehe, seien die russischen Untertanen militärpflichtig wie vorher. ftaterife. Ein Schriftsteller-Fonds. ,/Hatoren" berichtet über die Gründung eines neuen jüdischen Schriftstellerfonds in New York. Der neue Fond soll zur Hebung der Lage des jüdischen Schriftstellertums in Europa.dienen. Namhafte Dichter und Schriftsteller haben sich! an die Spitze der Gründung gestellt, wie Schalom Asch. Abraham Reisen, Prof. Nahum Slvuschz, David Pinski und Moris Wintschews- H. Die neue Aktion zugunsten der bedürftigen jüdischen Schriftsteller in Europa ist als ein aussichtsvoller Schritt auf einem Gebiete, auf dem die Judrnheit bisher leider vieles versäumt hat, zu werten. Ans -er WiSrachi-Bet»es««g. Amsterda« In Holland hat sich die Misrachi-Bkwegung im Laufe der letzten Jahre außerordentlich gut entwickelt. ES hat sich daher als notwendig erwiesen, ein Korreispondenz-Bureau für misrachistische Zwecke einzurichten. Seine Adresse lautet: „Algemeen Mizrachie Eorrespondenz-Cvmite, Amsterdam, Amstel 109." Vorsitzender des Komitees ist Rabbiner Cop enHagen, Sekretär L. De Bär, Beisitzender E. As scher. Basel- Die Misrachi-Gruppe bat sich nun konstituiert Der Vorstand besteht aus A. Stern (Präsident), I. Gutermann, B. Bloch, P. Buchs und P. SR. Gold schmid. Am letzten Sonntag sprach vor einem großen Publikum im Logensaal Prof, da Fano aus Zürich über „Israels Erwachen." Zionistische Nachrichten. Laudon. Aul der Jahreskonferenz der Englischen Zionistischen Föderation berichtete der Präsident Dr. Weizmann über den Plan einer jüdischen Universität in Jerusalem. Durch eine Spende des Herrn Isaak Goldberg habe bereits der Kau f des Bauplatzes erfolgen können. Sasel. Dir B'rbe e-iungen zum Delegiertentag des schweizerischen Zionistenverbandes sind in vollem Gange. Der Delegiertentag findet am 9. Mai im Saale des „Großen Rates" statt. Besonderes Interesse beanspruchen die Referate von Dr. Klatz ki n und Fürsprech Gvetschel Elfterer wird über die Arbeit in nächster Zukunft in Palästina mit besonderer Berücksichtigung der Aufgaben der Schweizer Zionisten sprechen; letzterer ein politisches Exposö über die gegenwärtige Lage des Zionismus erstatten. Der Krieg «uv die Jude«. Berlin. Leutnant Robert Reumann, Offizierstellv. Erich! Brasch-Berlin, Leutnant Felix Hehmann-Cöln, Oberarzt Dr. Lvewy-Graudenz, Qbe» arzt Dr. Hanau-Straßburg i. Elf. erhielten das Eis. Kreuz 1. Kl. Dem Großpräsidenten der Großloge für Deutschland IUI. U.O.B.B-, Geh. Justizrat Berthold Timendvrfer, ist die Rote Kreuz-Medaille .2. Kl. verliehen worden. Wien Blochs „Oeslerr. Wochenschrift"' verzeichnet in ihrer letzten Nummer folgende Auszeichnungen an Juden: 2 Eis. Kronen-Orden 3. Kl., 1 Ritterkreuz des t:«mg Josef-Ordens, 7 Militärverdienstkreuze 3. Kl., 7 silb., 2 bronz. Signum landis, 34 gold. Berdienstkreuze mit der Krone, 12 gold. Berdienstkreuze, 11 silb. Berdienstkreuze mit der Krone, 4 silb. Berdienstkreuze, 30 silb. Tapferkeitsmedaillen 1. Kl. und 205 2. Kl. . - Personalien «. kleine Mitteilungen. BreSlap. Am JobanniS-Gymnasium wurde Oberlehrer Dr. Kober, Bruder des von Wiesbaden nach Köln berufenen Rabbiners, angestellt. — Für Rabb. Dr. SaliLevi wurde Rabb. Dr. Neu - s.eld-Briesen 'zum Feldrabbiner ernannt. — Frankfurt«. Israelitisches Familienblatt. Moritz Kragen und Frau feierten die Goldene Hochzeit. — Hannover. Mit der kommiffarischen Keiwaltung deS Landrabbinats Hannover ist Landrabbiner Dr. L e w i n s - kh-Hildesheim von der Regierung betraut worden. Halberftadt. An die hiesige Nußbaumsche Stiftung wurde Rabb. Dr. Neuwirth-Mainz berufen. — Wien. Mtt einer Million Kronen hat die Witwe des Präsidenten der ChewraKädischa Salo Cohn bei der Jsr. Kultusgemeinde eine Stiftung errichtet, deren Zinsen zur Hälfte Familien, die ihres Ernährers durch den Kriegsdienst beraubt sind und zur Hälfte einer Heimstätte für verlassene jüdische Kinder zugewendet werden sollen. — SuczawaMngarnl. Landesgerichtsrat Lazar Rosenfeld, Obmann des Jüd. Nationalvereins, ist kurz vor seiner Ernennung zum Oberlandesgerichtsrat verschieden. * Warschau. Siad rat E N a t a n s o n hat dem ihm schrifilicq mitgeteilten Ansuchen um Niederlegung seines Mandates'nicht entsprochen, obwohl ihm seine Kollegen im Stadtrate, Eiger, Berenson und Kirschrot dringlich genug zu Gemüte führten, in welcher Weise die Gefühle der gesamten jüdischen Bevölkerung durch diesen Akt der Tause verletzt worden sind. Frankfurter Berichte. Der Zentralveraia deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens veranstaltete am 9. April zu seinem 25jährigcn Bestehen eine» Abend. Rabb. Dr. Felix Goldmann»Leipzig gab Rechenschaft über die Entwicklung und Tätigkeit des Vereins; er legte unter anderem die Ziele des Vereins dar, erklärte die Zustände, die in Deutschland damals herrschten, die seine Gründung nicht nur im Interesse der Judenheit, sondern auch in dem Deutschlands notwendig inachte. Der Verein kämpft, sagte Redner, für das Recht und sür das Ideal des Judentums, für das Recht der jüd. Allgeineinhcit. Der Zentralverein ist keine Partei und gehört keiner an. Seine Prinzipien sind echt jüdisch: Selbsthilfe und Bekenntnis zur eigenen Kraft. Der Erfolg ist zweierlei Art; äußerlicher und innerlicher. Aens-erlich ist er sehr groß. Der Zentralverein hat 40 000 Mitglieder, 200 Ortsgruppen, 15 Landesverbände. Biele Logen verdanken ihr Bestehen dem' Werein. Eine Zeitung wurde gegründet, die in 40 000 Exemplaren verbreitet toirb. Innerlich! hat sich der Jude auch geändert. Er ist selbstloser geworden und hat Vertrauen zur eignen Kraft und Stärke, deren er besonders nach dem Kriege bedürfen wird, um allen Anfeindungen stand halten zu können. Hierauf sprach Direktor Dr. Adler. Aus seinen Worten ging hervor, daß die jüd. Frage vom menschlichnationalen Standpunkt gelöst werden muß und daß, was am Judentum national, rein deutsch sei. A. O. Citte Lag Boaumerfeier veranstaltete der Montefioreverein in der Loge Karl am Montag, den 29. April, die zu verschönern auch bekannte jüd. Kräfte vom Neuen Theater halfen. Frl. Leontine Sag an trug eine Sage vom „hohen Rabbi Löb" aus Prag und aus „Arnold Zweigs" Jeremi as vor. Diesen mit vieler Kunst und Einpfindung vorgetragenen Stücken zollte das sehr zahlreiche Publikum großen Beifall. Einen ebenso großen Erfolg hat der „Einzug in Berditschew" von Schalem Al eich em, dessen Humor durch die wahrhaft künstlerische Vortragsweise des Herrn Groß mann hierbei vollständig zur Geltung kam. Frl. Gretl Hank hob sick> durch ihren „Frühlingstanz" hervor. Nach einer kurzen Pause folgte dann die Aufführung der beiden Lustspiele „Eigensinn" und „Fortunios Lied". Herr Fritz Emmel, Frl. Erna Bloch und Frl. Helene Lorsch zeichneten sich hierbei besonders ans. Auch dieser Abend befriedigte die Anwesenden vollauf. A. O, Talmud Thora-Verein. Auf mehrfachen Wunsch läßt der Talmud-Thora-Berein jeden Sabbat-Abend im Hörsaal der Synagoge Börneplatz im Anschluß an einen zweiten Mincha-Gottcsdienst eine Stunde vor SabbatauSgang volkstümliche Lernvorträge veranstalten. Die ersten Borträge hält Rabb. Dr. Nobel; sie beginnen kommenden Sabbat, 4. Mai, nach! dem 8y2 Uhr stattfindenden Mincha-- Gebet. Gäste sind wlllkommen. Personalte». Die Realschule der hiesigen israel. Gemeinde (Philanthrovin) hat durch den fortwütenden Krieg einen schweren Verlust erlitten, indem der Reallehrer Josef Krisch, der seit 1912 bis zum Wisbruch des Krieges, sowie kurze Zeit während des Krieges an der Schule wirkte, an der Westfiont den Heldentod erlitten hat. Der von seinen Schülern innig verehrte,-in den Kreisen seiner Kollegen hoch geschätzte junge Lehrer hat nur ein Alter von 27 Jahren erreicht; ein Bruder war ihm im Tode für das Vaterland bereits vor 2 Jahren vorangegangen. Der aufrichtigen Anteilnahme der Schule an dem bitteren Verluste, der die — in Berlin lebende — verwitwete Mutter erneut betroffen hat, gab Dir. Dr. Adler in einer von den Schülern und Schülerinnen am 25. d. Mts. abgehaltenen Traucrfeier wärmsten Ausdruck. Kleine Notizen. Der Geschichtskursus, den Rabb. Dr. L e w i» im Aufträge der Zion. Jugendgruppe gibt, ist unentgeltlich' jedermann zugangig. Nr. 18 Nr- 18 99 VICTORIA1* Erste Berliner Wäscherei und Glanz-Plätterei Hm» Tel. 2002. GullCülSlraSSB 18. Hanta Tal. 2002. Spezialität: Kragen, Mansehetten und Hemden. fenlefon. Die Prinzessin. Eine Geschichte aus der Mitte des IS. Jahrhunderts von Leopold Kompert. (Fortsetzung.) „Nun, Herr Doktor, waS sagen Sie dazu?" fragte Hannele und sah ihn dabei ängstlich an. „Ist er nicht merkwürdig?" „Sehr merkwürdig!" meinte der Doktor kurz. „Wie verstehen Sie das, Herr Doktor?" rief Hannele voll Unruhe und griff nach seinem Arme. „Er ist darum merkwürdig," sagte der Doktor, „weil ich nicht hoffen durfte, daß sie in so kurzer Zeit gesund wird." „Meinen Sie, Herr Doktor?" rief Hannele mit ungläubigem Lächeln. „Die wird gesund, Frau Ehrenfeld," sagte er mit dein vollen Klange seiner männlichen Stimme. Die Freude über diesen trostvollen Ausspruch des Doktors lockte für einen Augenblick ein sonniges Lächeln auf das Antlitz der Mutter; .dennoch war dieses nicht siegreich genug, um alle die Bedenken, die sich in ihr Gemüt seit dem mehrmaligen Durchlesen des Briefes geworfen hatten, mit einem Male zu überwinden. „Gott, lebendiger!" rief sie mit einem dankbaren Blick auf den Doktor, „wer wäre denn glücklicher als ich, wenn meine Rosa wieder gesund heimkäme? Ich habe ja nichts anderes auf der Welt als sie! Soll ich mir aber es nicht zu Herze» nehmen, daß sie so übermütig schreibt? Und wird es ihr nicht Schaden bringen, wenn sie zu lange auf dem Dorfe bleibt?" „Schaden!" rief der Doktor erstaunt, „wie soll ihr das schaden, was ihr Gesundheit bringt?" „Sie verstehen mich nicht, Herr Doktor. Ich meine nur, daß sie das Französische so vergessen kann, womit sich Herr Arnsteiner so viel Mühe gegeben hat, und die Sprachlehre und die ... Wie heißt doch, was so schwer sein soll?" „Die Partizipialkonstruktion!" ergänzte der Doktor. Hannele wollte das schwierige Wort nochmals anssprechen, aber sie brachte es nicht zustande. Wehmütig blickte sie den Doktor an. „Also all das schöne Lerne» soll rein verloren sein? Das, was mein Stolz war, woran ich mich in meinen Leiden aufgerichtet habe, das soll ich jetzt mir nichts dir nichts auf dem Dorfe unter den Bauern aufgegeben sehen, und nichts dazu tun?" „Gar nichts," rief der Doktor, und sein ernste» Auge ruhte mit bannender Gewalt auf der reichen Frau. „Wollen Sie Ihre Tochter kränker, als sie zuvor war, in Ihr Haus zurückerhalten? Sie ist jetzt in der ersten Genesung begriffen, hüten Sie sich hineinzugreifen." „Da sei Gott zuvor!" rief Hannele tief erschrocken. „Wie werde ich etwas tun, was gegen das Glück meines Kindes ist? Meinetwegen soll Rosa dort noch ein Jahr bleiben, bis sie ganz genesen ist." „Und wenn diese Genesung ein ganzes Leben dauern würde?" fragte der Doktor, indem er sie forschend anbllcktc. Die Frau verstand offenbar den Sinn dieser Frage nicht und schwieg. Der Doktor empfahl sich darauf und wollte gehen. Da rief ihm Hannele zu: „Noch eines, Herr Doktor," sagte sie, „es liegt mir so vieles auf dem Herzen, und ich weiß gar nicht, wo ich früher anfangen soll." „Was wollen Sie, Frau Hannele? Ich warte schon!" rief der Doktor. „Sie redt da in ihrem Brief in einem fort vd» einem gewissen Josef . . . das dritte Wort im Brief heißt: Josef. Was soll das vorstellen?" „Nichts, Frau Hannele. Auch das gehört zu ihrer Genesung —" sagte der Doktor und lächelte dabei. „Ich versteh' Sie nicht —" „Sie werden es schon einmal verstehen!;' rief er bedeutungsvoll. „Einstweilen lassen Sie Ihre- Tochter nur gesund werden. Sie ist in guten- Händen!" Dami I begriffen? Itrug der ihr selbst Briefe in Schm sdaS Dorf Im I Augenblick »Zeit der l I gehalten, 1 konnte eS I brachten d Isic ausgez I,licht klage »war die iFn der < I konnte mi »schweige I werden. So e I wollte, si »Garben r Ischwungen Ijortfuhren 1 Blicke, di Wer IZtunde v IweilS „Kr I können, e iTat sichtl einer gesn I kräftiger man gew würdige i Hauch in I einem A Wir I dieser W I folgt den 1 ihm am I deihen w I sie sich < schaft bef I einen Fu 1 etwas wi sie sich d dem and I Jeder Ge I pflanze ii Auf I dieser W licher ofj und Mäj Bauer, i lvenn er ime man für ein 1 | Mädchen I Fonnense auf, wer über der | Augen ii | wöhnlich trug, nn spräche \ niemals Rof Beleidig! allerding jedesmal Banernh litten w Bedcnkei daran t beleidigt Hofe m des Har Tun be daherges nur wei das ein „U, an, Rek /,J dieser n immer