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Neue jüdische Presse · 1918-04-12 · Heft 15 (12.4.1918) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
16 (1918)
Issue
Heft 15 (12.4.1918)
Date
1918-04-12
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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tzeite 2 hierbei befriedigende Erzeugungsmöglichkeiten ver wich' tigsten Nahrungsmittel (wie Butter, Eier, Fleisch usw.) fest. Eine bedeutende Rolle der in der künftigen Agrikultur Palästinas werden die großen Schätze an Kunstdünger, die gewaltigen Mengen von Phosphaten und Kalisalzen, die im Toten Meer gehäuft sind, spielen. Das Tote Meer birgt eine ungemein reiche und ergiebige Fundgrube von Kali, Kochsalz, Brom, Jod, auf dem Grunde Asphalt und vermutlich Erdöl. Ballod entwickelt hierauf einige Gedankengängc über die am besten zu wählende Art der Besiedlung und hält die Gründung von Ackerbaustädten für segensreich und erfolgversprechend. Auf die Stellung der Zentralmächte zum Zionismus übergehend, bezeichnet Ballod das Interesse Deutschlands und Oesterreich-Ungarns an der Verwirllichung der zionistischen Pläne als groß und ausgeprägt. Denn Deütschlünd könne eine Stärkung des türkischen Bundesgenossen, wie sie eine jüdische Kolonisation Palästinas Erstelle, nur begrüßen. Um die grundlegenden Arbeiten zu leisten und die schwierigen und so wuhtigen Aufgaben restlos zu bewältigen, schloß Ballod, müssen die besten und fähigsten Köpfe der Juden, die jüdische Intelligenz an die Spitze dieser Kolonisation Palästinas treten. Als Beamte, Leiter der Großbetriebs, als Lehrer, Aerzte usw. tätig, werde» »n erster Reihe sie dauerhafte Grundlagen für die Wische Besiedelung legen. Nur die Besten und Fähigsten sind imstande, das große Werk zu beginnen, zu versuchen und zu. volleren. Die neue Gemeinschaft in Palästina wird, will sie fest gegründet sein nnd ihr Ziel: die sittliche Erneuerung erreichen, eine Gesellschaft gleichberechtigter Mißlicher sein. Das^,Hammer- oder -Amboß-Prinzip", dem Europa so viel Unglück verdankt, wird hier ausgeschaltet werden, müssen. Als Nichtjude, der für den Zionismus brennend interessiert jist, bringe ich die Stimmung vieler anderer Nichtjudcn zum Ausdruck, „daß hier ein großzügiges volkswirtschästliches Programm aus rein idealistischen, ethischen Motiven heraus geboren ist. Wir.brauchen den Idealismus, er kann zur ethischen Wiedergeburt der ganzen Mlirschheit beitragen. Schließen wir mit Goethes sterbendem Faust: „Solch ein Gewimmel-macht' ich sehen, aus freiem Grund mit freiem Volke stehen!" M«e für -ie Wissenschaft des JnVentnmS. Geheimrat Dr. Hermann Cohen veröffentlicht in den „Neuen Jüd. Monatsheften" über _ die Frage der Begründung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums eilten Artikel, dem nachstehend die wesentlichsten Ausführungen entnommen seien: Unter allen Wandlungen, welche die religiös-kulturelle Verfassung des Judentums seit etwa hundert Jahren erfahren hat, ist keine so frappant wie die Verminderung oder gar das Verschwinden der jüdischen Gelehrsamkeit unter den modernen Juden. Es war ja ein soziologisch sehr interessanter Ausnahmezustand, der das ganze Mittelalter hindurch bis in die Neuzeit herrschend war, daß fast in jeder kleinste» Gemeinde sich Männer fanden, die als Handelsleute doch zugleich die volle Befähigung zur Berwaltung des Rabbineramtes besaßen. Seit hundert Jahren macht sich in der Produktion der jüdischen Forschung eine Stockung fühlbar, obgleich den- Rabbinern «n erstaunlicher Fleiß und eine bewundernswerte Schaffenskraft nachzurühmen ist. Sic konnten dennoch Mein den Bedürfnissen nicht Genüge leisten, welche die moderne Zeit an neuen Problemen und durch neue Stoff« znführ hervorrief. Und wenn es selbst einem isolierten Gelehrten gelungen war, eine literarische Arbeit zu voll- Dringen, so war es schwer, einen Verleger für die Arbeit zu finden. Es fehlten die Betriebsmittel, ohne welche ein wiffenschaftliches Leben sich nicht fruchtbar und wirffam erhalten kann. Um diesen Mängeln abzuhelfen, entstand vor einem Jahrzehnt etwa die „Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums". Schon der Titel läßt den Zweck erkennen, auf den diese Gesellschaft vornehmlich sich ««schränkte. Die Wissenschaft soll durch sie gefördert w«den. Dies dezweckt - sie, und dies leistet sie in ruhmwürdiger Weise, indem sie große Werke zur Publikation gebracht hat, und zwar nicht nur durch die Subvention von ihr angebotenen Arbeiten, sondern durch die Aufstellung von Plänen und Grundrissen für neue imd eigenartige wissenschaftliche Unternehmungen. So großzügig diese Leistungen der Gesellschaft sind, so beziehen sie sich doch immer nur auf die Hervorbringung und die Hervorrufung von wiffenschastlichen Werken. Diese Förderung der Wissenschaft ist ihr ausgesprochenes Ziel. Wie jedoch keine Wissenschaft, so darf auch die Wissenschaft des Judentums nicht ausschließlich in der Abstraktion von literarischen Produktionen gedacht werden. Wahrhaft lebendig wird sie erst in den Urhebern, in den Schöpfern der wiffenschastlichen Werke. Es kann daher nicht genügen, in den literarischen Erzeugnissen die Wissenschaft des Judentums zu fördern: sie muß vorab gefördert werden in den lebendigen Menschen, welche dieser Wissenschaft sich widmen, welche dieser Forschung obzuliegen zu ihrer Lebensaufgabe machen. Und es kann weder dabei sein Bewenden haben, daß die Rabbiner die alleinigen Träger der Wissenschaft des &xaitf$wieE Israelitischst Familisnbjatt. Judentums bleiben, noch daß zeitweise einzelne Gelehrte unterstützt werden. Von verschiedenen Seiten wurde daher schonseit geraumer Zeit dem Gedanken Raum g»zebc>«, daß etwas Neues geschehen müsse, um das Leben der jüdischen Wissenschaft und dadurch das der Religio» selbst vor der sonst unvermeidlichen Erstarrung zu schützen. Man nahm wiederum zu dem Gedanken der Fakultät seine Zuflucht, aber es war' schon sehr verräterisch, daß man sogar mit einer Professur an einer Universität vorlieb nehmen wollte. Wie sollte man aber mit einer solchen Einzelprofessur,, wie sollte man sogar mit einer Fakultät auszukommen hoffen, wenn als das Problem nicht sowohl das Abstraktum der jüdischen Wissenschaft erkannt wurde, sondern das konkrete Lebensproblem einer jüdischen Gclehrtenwelt! 1. Es ist nun das Verdienst des jungen Historikers und Philosophen, des Dr. Franz R o s e n z w e i g, der mit heiligem Glaubenseiser von seineni Felddienst aus in seiner Mhandlung „Zeit ist's" den Aufruf an die deutsche Jndcnheit richtete, der sicherlich von den Juden der gesamten Kultnrwelt ausgenommen werden wird: der größte Mangel und der tieffte Notstand, unter dein wir leiden, bestehe in diesem Personcninangel an jüdischen Gelehrten. Hierin liegt der Grund unserer Ohnmacht, unserer Unzulänglichkeit auch gegenüber den Verlockungen unserer Gegner, die uns vernichten wollen. Die Anzahl unserer Rabbiner, und wenn sie '»och so Treffliches leisten, sie reicht nicht aus, um alle die verschlungenen geistigen Fragen zur Lösung und zur Schlichtung' zu bringen, welche Geist und Gemüt des Jude» auf der Schule und auf der Universität bestürmen, um ihn vvn der religiösen Jsoliemng abwendig zu machen und für die scheinbar einheitliM moderne Kultur ihn zu gewinnen. Schon aus dem apologetischen Gesichtspunkte bleibt die Anzahl der Rabbiner unzulänglich, um den Geist des Jrrdentums gegenüber der Mannigfaltigkeit der modernen Kultur zu vertreten. Die lebendige Religion, als Knlturreligioi«, erfordert für ihre Behauptung und Fortbildung den freien Geist der Wissenschaft und demgemäß Männer der gelehrten Forschung, welche nicht zugleich die Träger des geistlichen Amtes sind. Der Unterschied der neu zu begründenden Akademie von allen bisherigen wissenschaftlichen Organisationen, und die Ergänzung, welche sie ihnen Men darzubietc» strebt, besteht sonach schlechthin darin: daß sie die Personen hcrbeizuschafse» sucht, welche jene, sei es als Lehrer, sei es als Forscher, für die herauszugebenden Werke erfordern. Es muß die Aufgabe der Akademie sein, durch die sic sich vollends von allen analogen Anstalten unterscheidet: gleichsam eine Verforgungsanstalt für die jüdischen Forscher zu werden. Der jüdische Student soll wissen, daß cs für die materielle Lebensstellung keine verlorene Sache sei, der jüdischen Wissenschaft seine Studien zuznivenden; daß er vielmehr die Aussicht habe, nach Vollendung derselben zu einer Besoldung zu gelangen, die ihn ziuiächst vor materieller Gefahr schützt und die ihm zugleich die Möglichkeit gibt, als Lebenswerk seine Studien und seine wissenschaftiiche Entwicklung fortznführen. Dian weiß, wie sehr die statistischen Erfahrungen über die Frequenz in den Lehrfächern von Jahr zu Jahr die öffentlichen Studienwahlen beeinflußt. Wie sollte cs in unsere» engeren und dürftigeren Verhältnisse» anders sein können? Wer bisher nur im Rabbinat die Möglichkeit seiner materiellen Versorgung sehen konnte, wird fortan ini Hinblick auf die Akademie sich frei entscheiden können, ob er unter den Geisteswissenschaften auch die der jüdischen Altertumswissenschaft sich zur Wahl stellen kann. 2. Dem Mangel in der jüdische» Gelehrsamkeit steht zur Seite der in der religiösen Bildung der modernen Juden. . . . Keineswegs ist etwa der Religionsunterricht, wie er gelehrt und wie er ausgenommen tvird, allein' an diesem großen Uebelstande schuld. Aber c§ darf nicht in Abrede gestellt werden, daß ein Teil der Schuld ihm allerdings hierbei zufällt. Es genügt hier auf die. bekannte Tatsache hinzuweisen, daß die Notwendigkeit seiner Verbesserung allgemein empfunden wird. Die Ärt dieser Verbesserung ist ein schwieriges Problem, zu dessen Lösung wir hier nur von dem Gesichtspunkte unserer Akademie beitragen möchten. -D)er unbestrittenste Satz der gesamten Untcrrichtslehre ist es, daß nur derjenige der richtige Lehrer sei» könne, der sein Lehrfach wissenschaftlich beherrscht, und bei der zentralen Bedeutung der Religion für das gesamte Innenleben des Menschen muß es daher um so dringlicher zu fordern sein, daß der Religionslehrer an der höheren Schule mit dem ganzen Umfange der Literatur und Geschichte des Judentums vertraut sei. ... Nun trifft es sich, wie für einander berechnet, daß die beiden sachlichen Interessen unserer modernen Religiosität, die Gelehrsamkeit und die allgemeine Bildung, mit den beiden technischen Interessen sich verbinden^ welche selbst ihrerseits in der Aufgabe der Akademie sich zusammenschließen. Wir haben das wichtige Moment der Besoldung in Betracht gezogen, welches die Akademie für die Berufswahl des jüdischen Studenten der Gcisteswissenschaften in Aussicht stellt. Diese Besoldung kann jedoch in absehbarer Zeit keine vollkommen ausreichende sein, sofern sic nur auf die theoretische Leistung einer Forschungsarbeit bezogen bleibt. Es ist jtun aber zu erwarten, daß der junge Mische Gelehrte von der Wichtigkeit der religiösen Bildung in unserer Jugend Einsicht gewonnen habe, und daß daraus das Pflichtgefühl in ihnl erwacht ist, nach unserer alten Losung das Lernen mit dem Lehren zu verbinden, um im Lehren wiederum in seiner eigenen Entwick- . lung innerlich zu wachsen. So verbinden sich in dem jungen Pflänzling der Akademie die Wissenschaft nnd die Bildung zu dem einheitlichen Zwecke der Stärkung unserer Gemeinschaft. Ebenso aber gehen auf diesem Wege mich die beiden materiellen Fragen der Besoldung zusammen. Wenn doch die Akademie sAbst für den vollen Lebensunterhalt ihrer Jünger vorerst nicht ausreichende Mittel zur Verfügung Nr. 15. haben dürste, so werden sich unter ihneit viele so berci, als geeignet finden, an die höheren Schulen der Provinz hinauszugehen, um dort den wissenschaftlichen Religionsunterricht zu übernehmen. Und in jenen Städten wird es den Gemeinden oder einzelnen Verbänden der Elter» ein leichtes sein, einen« solchen Religionslehrer ihrer Kinder in der Höhe des Mademiesoldes ein angemessenes Gehalt auszutvirkeil. Und durch die Summierung dieser beide» Besoldungen wird der juirge jüdische Gelehrte für de» Beginn seiner wissenschaftlichen Wirksamkeit eine«,, gesicherten Lebensunterhalt erwarten dürfen, der hinter dem des öffentlichen wissenschaftlichen Oberlehrers nicht zurü-lstehen dürfte. Der wissenschaftliche Betrieb aber tvird dnrcki die Bev bindung mit der Lehrtätigkeit in keiner Weise gefährde:. Denn diese Religionsoberlehrer tverden sich ebenso in einen, beständige» Ortswechsel bewegen rönnen, wie überhaupt in einem Persvnemvechsel, für den die Art nnd der Umfang der von den einzelnen übernoinmenen wissenschaftlichen Arrfgabe, wie der jeweilige Stand von deren Bearbeitung maßgebend sein wird. In dürrem Uinriß haben tvir hier das Bild der Akademie ini Verhältnis zur Wissenschaft und zur Bildung, sowie zur Berussstalistik. zu entwerfe» versucht. Möchten Sachverständnis und guter Wille diese Striche zu einem Idealbild«: unserer religiösen Zukunft ansgestaltcn. „Zeit ist's". Dieses Psalmenwort gilt es zu beherzigen. Es darf nicht länger gesäumt werden, an der rechten Stelle, i», Mittelpunkt unserer gesamten Kultnrläge das Hilfswerk anzu setzen. ... Bevor wir dieses geistige Bollwerk unseres Fortbestandes errichtet haben, werden wir uns gegen alle Anfechtungen und Verführungen nicht ausgerüstet haben. Denn ivir dürfen uns darüber nicht hintvegtäuschen, daß für den Abfall vieler von uns die vollständige Unkenntnis des Geistes des Judentums und seiner Bedeutung für uns nnd für die allgeineine Kultur nicht uinvesentlich «nitverantwortlich ist.*) Nr 1k Minderhei die Inden gestellt sei »er« Ji Der! Mark M Pflegegel! fertigte i Berpflegu Mark Gl trägt 13C 25 unveri Siet Vom saale ein dessen Zi Jugend S Eröffnum vertritt ftfrtt öe» Gemeinde wähle» in Rntziand. Ungeachtet der schwankenden und unsicheren Zuständen des Landes sind die Geineindeivahlen in Rußland aus Grund des neugestalteten Wahlrechts in den mcifh-ii wichtigen Städten durch geführt worden. Nachdei» die beiden Hauptstädte, Moskau, dann Petersburg mi, den Wahlen vorausgeganacn sind, folgen die andere» Großstädte nacheinander diesem Beispiel. In zivei- ««nddreißig weiteren Städten, darunter die bedeutende, Gemeinden von S a in a r a, Orcnbura, Ufa, Oriol, Saratow, Smolensk und Rjajan, ferner in S ch k l o tu, Hon« el, Lugansk, S i »«- fcropol, Jclijawetgrad und C h o t « n (Vergl. hierzu Nr. l, und 8 des Familienblattes. D. Red l haben sich die Wahlen zur neuen Gemeinde vollzogen. Insgesamt wurden 103t Kandidaten, Vertreter ' zehn verschiedener Richtungen nnd Parteien, gcwählt. Die Zionisten stehen mit weitem Vorsprung an der Spitze! 138 Sitze, über 42,3°/o der Gesamtzahl, sind ihnen zugefallen. An ziveite Stelle rückt die Orthodoxie, um 'sie in den Organisationen Chofesch, Umcssorah, 'Uezach, Jisrocl, Schloine, Einüne, Jisroel nnd anderen verkörpert ist, mit 139 Vertreter««,- d. i. 13o/o. In kleinen, Abstand folgt der „Bund" mit 124 Vertrcteri«, dessen .Wahlgegner die Vereinigte Sozialisten-Partei und die Poale Zion 78 bezw. 44 Vertreter in die Geineindc cntsender. Den letzten Platz nimmt die Volkspartei mi, 31 Sitzen ein. Einige «veniger zahlstarke Parteien, bk „Volksgruppe" Winawers, die D e n« o k r a t i s ch c Gruppe, die „N a t i o n a l e Partei" und einige örtliche Bünde/ z. B. der Lehrer- und Hausbesitzer, schlossen einen Wahlblock, der im ganzen 82 Sitze zu erringen vermochte. Aus alledem ist erkennbar, das; es beu Zionisten gelungen ist, wie in den größten Gemeinden Petersburg, Moskau und Kiew, 'so auch in den anderen Städten sich an die erste Stelle der neuen Gemeinde zu schwingen. Ebenso ist ihnen angesichts der nationalen Richtung der Orthodoxie und der Stclluugsiahmc der Poale Zion eine Mehrheit in den meisten Gemeinden sicher. Litauen nutz Sie Inden. Der Präsident des litauischen Landesrates und Führer der litauischen Delegation m Berlin, S m e t o m c äußerte sich in einem Gespräch «nit dem-Vertreter der „Voft. Ztg.", Prof. Ludwig Stein, über die Nationalitätenftage in Litauen wie folgt: Wilna, die vom Deutschen Reiche anerkannteHauptstadt Litauens hat nach einer im Jahre 1915 aufgestelltei Bevölkerungsstatistik eine Einwohnerzahl von 142,090 Seelen. Davon entfallen auf die polnisch sprechend- Bevölkerung 3 bis 4Ö00, die Litauer 33,000 und die Weißrussen 35,000 Einwohner. Die andere Hälfte de« Bevölkerung bilden die Juden mit 70,000 Seelen. Die Jude«« nehmen eine neutrale Haltung ein, werden jedoclj auf die Seite derer treten, die die Macht in den Händen haben. Und da die Litauer den Juden die gleichen Rechte wie den Deutschen, Polen und jeder änderen n pl Das erhielt vc über für wurden : iinbe Mord gi Ausbruch minister Vorsitzen! tierisö zweifelt. Auch In Gul< ermordet *) Hermann Cohen ist vor einigen Tagen verschieden. Sein Ausruf an die deutsche Judenheit zur Gründung einer jüdischen Akademie ist so gewissermaßen sein letzte« Wille geivorden. Eine ,Verwirklichung dieses Gedaukens dürste mancherlei Beftuchtung für das jüdische Leben Hervorbringen. Mr selbst vermögen ftellich «nit einer derartige» Akademie nicht die Hoffnungen zu verknüpfe», «oie sie Hermann Cohen gehabt hat, denn «vir sehen nur dort die Möglichkeit einer kraftvolle«« Entwicklung, wo die Traditio» des Judentums in Leben und Lehre die. unverrückbare Grundlage Ist. (Die Redakt.) New Die Teilnahn Vorsitzen! keil eine demok« in Euros

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