Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 16 (1918)
- Issue
- Heft 13 (27.3.1918)
- Date
- 1918-03-27
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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6aäe 4. 5-t*nffu*tec Usaslitisch«» FesettiLnAatt. Nr. IS 5> Das altbewährte Nervenpalrer Nerrinum Dr. Weil der Schwan »n - Apo> beke )n -Frankfnrt am Main, wird ärztlich gerne ▼ero'doei bei Krämpfen. Preis Mk. 4 80. Zn haben durch die Pririlwr, 8cb wsnen-Apotheke ln Frankfurt am Hain. Beat. 10% Haemoglob.81% Ewenbrom and 6% Enzianbitterst. Begriffen, her um das jüdische Theater im Osten wohlverhiente Theaterleiter und Schauspieler 3h Jizchok Kaminski. Durch zähe, anhaltende Arbeit hat es der Verstorbene vermocht, die jüdische Theaierbewegung aus ihrem dürftigen Stande zu größerer Bedeutung emporzuheben. Dreißig Jahre lang stand Kaminski feiner Truppe vor und errang hierbei viele Erfolge. Vetersbura E n jüdisches Sanatorium Die Familie des Petersburger Millionärs M. Garden hat eine Summe von 200 000 Rubel zur Gründung eines jüdischen Sanatoriums in der Krim gespendet unh zu diesem Zwecke ein größeres Grundstück bereitgestellt. Das Sanatorium soll der Behandlung jüdischer Lungenkranke» und Schwindsüchtigen gewidmet sein. Zürich De k«niwah»K"mm ifft o" der Agudas Jisroel" eröffnet am 15. April eine Lehranstalt für Talmud u. jüd. Wissen. Täglicher Unterricht: 3% Stunden Talmud, 1% Stunden Bibel, 1 Stunde jüd. Geschichte und 1 Stunde hebräische Sprache und Grammatik. — Für den neuen Verein „Genossenschaft Jüd. Heime" ist das Haus Talacker 50 gemietet worden. — Der ,Hilssverein für jüd. Lungenkranke in der Schweiz" errichtet über Peffach in Davos eine Restauration. Lnzern Nack Referaten von W. I. Rolle und Prof. G. da Fano-Zürich wurde hier eine Misrachi- Ortsgruppe gegründet. Es traten sofort 38 Mitglieder dem neuen. Verein bei. Zum Präsidenten wnrde Beni Dokov gewählt. ftofceaboarn. 9ln* dem Londoner jüdischen Dlatte „Die Zeit" ist in Mohrlew der in weiten Kreisen bekannte bundistische Schriftsteller M. Ter man gestorben. Der Verschiedene hat an der Verbreitung des Bundes in Rußland lebhaften Anteil genommen und war namentlich bestrebt, die junge Partei zu maßvoller und ausdauernder Arbeit zu erziehen. L -nban. Auf ein-r d-r kurzem abgebaltenen Versammlung des „Board vf Deputies" wurde nach verschiedenen Ansprachen ein Komitee mit Lord Rothschild und Laski an der Spitze, gegründet, in der 3lbsicht, den judenfeindlichen 'Angriffen der Gelben Presse die Spitze zu bieten. Das Komitee hat das notwendige gesamte Material zu sammeln und es der Advokatur und dem Parla- Mentskomitee zu unterbreiten.! Frankfurter Berichte. Kleine Notizen. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Nobel' nimmt am ersten Abend Peffach zwischen Minchoh- und Maariw- Gottesdienst in der Börneplatz-Synagoge die Erneuerung des Eruwei-Chazeraus vor. Die „Bereinigung jüd. Schüler höherer Lehr au st alten" veranstaltete Sonntag, den 16. März einen Vortragsabend des Herrn Paul Kornfeld „Ueber den beseelten und psychologischen Menschen." Die stark besuchte Versammlung eröffnete der Vorsitzende F. M i l l n e r mit einer kurzen Ansprache, die die Ziele des jungen Vereins skizzierte. (Ueber den Vortrag selbst, berichten wir au anderer Stelle dieser Nummer. D. Red.) In der Diskuffion-sprachen E. Fromm und W. Ffaae. Personalien. Wenn wir unser Morgengebet verrichten, daun bringen wir dem Schöpfer Dank dar, daß er uns eine Seele gab, die wir rein halten. Und solange die Seele in uns ist, wollen wir Gott danken als Meister aller Werke. Fürwahr, die schwere Zeit, die wir jetzt durchleben müffen, hat viele Ideale der Menschheit zertrümmert, und der Glaube an das Gute und Schöne im Menschentum ist angesichts des schweren Krieges erschüttert. Desto mehr erfüllt es uns mit Befriedigung, wenn unser Judentmn Männer in sich vereinigt, 'die als leuchtendes Beispiel reinster Menschenliebe uns vor Slugen stehen. Diese Gedanken sind es, die uns bewegen anläßlich des 60. Geburtstags dS Herrn Julius Goldschmidt. Die außerordentlich vielseitige Betätigung d'e'es seltenen Mannes zum Wähle der Allgemeinheit, sein vornehmes, gegen jedermann stets freundliches Wesen und nicht zuletzt seine wahrhafte, echt jüdische Lebensanschauung zeichnen ihn ganz besonders aus. Was aber Julius Gvldschmidt gemeinsam mit seiner edlen Gattin seft mehr als einem Vierteljahrhundert für das GumpertzscheSiechenhaus und für die Minka vonGoldschmidt-Rothschi.ld-Stiftung leistet, wie dieses seltene Paar den Kranstn und Hilfsbedürftigen in treuer Liebe zugetan ist, und wie beide allen Mitarbeitern in diesem Hause gleich nahestehen, das ist eine Seelengröße, die herzerfrischend auf jeden einzelnen wirkt. Und so versammelten sich am Schabbos Hagodaul nach Schluß des feierlichen Gottesdienstes in der Anstaltssynagoge die Kranken, Schwestern und Mitarbeiter der Anstalt, um ihrem verehrten Präsidenten mit ihrem Glückwünsche zum 60. Geburtstag Dank darzubringen für all die Liebe und Güte, die er sowohl als auch seine hochherzige Gattin in so reichem Maße ihnen zukommen ließen. Mft Recht wurde hierbei im Anschluß an die Sidro erwähnt, daß, wenn auch die Opfervorschriften für uns heute nicht in Betracht kommen, wir doch ein gottgefälliges Werk ausüben, wenn wir den Sinn der Opfergesetze richtig erfassen. Und in welcher Hinsicht dieses geschehen muß, das zeigt das Wirken des Herrn. Julius Goldschmidt. Möge es dem stillen Wohltäter und seiner verehrten Gattin vergönnt sein, sich noch urrzählige Jahre im Dienste der Nächstenliebe zu betätigen zum Segen der Leideichen. H. S. Irr die helle und jubelnde Mfsanstimmung dringt ein schriller und rauher Schmerzenslaut: Dr. Jakob Lange ist der Zeitlichkeit entrückt! Gütig und klar, echt und innerlich wahrhaftig, allem Schein und Tand abhold, nur dem Reinen und Göttlichen, ihm aber mit voller warmer Inbrunst zugewandt: so zog er und so schloß er seine Kreise. Seinen schweren ärztlichen Beruf adelte er durch nachfühlendes Mitlechen und durch ernsteste Pflichttreue und fand darin in seiner Gattin eine gleichstrebende Gefährtin. Sein jüdisches Wesen weihte er durch seine linde, lichte, jedweden Sturm und Braus meidende Art. durch die ebenmäßige Gesanimeltheit und Harmonie seines Wesens, durch die ganz im Geheimen reich und hoch blühende zärtliche und aufopfernde Fürsorge an den Armen. Seines Lebens Faden war nach Gottes Fügung kurz gesponnen ruck ist jäh gerissen, verknüpft aber war er vom geliebten und verehrten Elternhause an, dem so mannigfache Edelfrucht entsproßte, durch die Jugend und das Mannesalter hindurch unlösbar mit den heiligsten Gütern der Thauro und ist darum in die Ewigkeft hineingeschlungen. M. Sp. AgudaS AiSroel-JngendgruPPe. In dem soeben erschienenen Programm der A. I.» Jugendgruppe heißt es: - „Die Agudas Jisroel soll der Boden sein, wo für die thoratreue Welt die Waffen zu dem Kampfe der Geister geschmiedet werden. In ihr sollen sich alle Kreise zusammenfinden, die für Gott und sein Gesetz auf den Plan treten wollen. Die Jugendgruppen sollen die Jugend für diese wichtige Aufgabe innerhalb der Agudas Jisroel vorbereiten. Sie sollen in erster Linie Kenntnis der jüdischen Lehre verbreiten. Pflicht der Jugend ist es, die Veranstaltungen der Jugendgruppe durch rege Beteiligung lebensfähig zu erhalten. Auf jedem einzelnen xuht die Verantwortung für das Gelingen der großen Ausgaben, keiner kann sich ihr entziehen." Der Unterrichtsplau für das Sommer- Halbjahr sieht folgende Kurse vor: Propheten (Dozenten: Lehrer Unna, Direktor Dr. Lange, Mitgliedervortrag'), Mischnah (Lehrer Hirschberg), Talmud (Direktor Dr. Lange, Dr. Posen, Dr. Sondheimer), Dinim (Dr. M. Lange), Doroth Harischonim (Direktor Dr. Lange), Jüdische Geschichte (Redakteur Schachnowitz) und Aussprache-Abende. Für die Mädchengruppe: Thauro (Lehrer Hirschberg), Propheten und Doroth Harischonim (Direktor Dr. Lange), Französisch (Frl. Labinsky) und Jüd. Geschichte (Redakteur Schachnowitz). Mch Wegfall der bisher gebotenen Heizungs- und Beleuchtungseinschränkung sind nunmehr wieder sämtliche Räume — auch Klub- und Lesezimmer (mit jüdischen und deutschen Zeitungen, sowie Schreibgelegenheit) — bis 10 Uhr abends geöffnet. Das Beth- Hamidrasch mit reichhaltiger Seforimsammlung steht ständig zur Benützung frei. Gesellige Veranstaltungen und Ausflüge werden in einem der Zeit angepaßten Rahmen gemäß besonderer Ankündigung stattfinden. Den im Heeresdienst stehenden Mitgliedern und Freunden werden (Feldpostadresse' an das Büro, Hanauerlandstr. 17, erbeten) „Feldbriefe" mit Betrachtungen über den Wochenabschnitt und Sabbatzeitübersicht für alle Kriegsschauplätze, .sowie die „Blätter der Agudas Jisroel-Jugendorganisation" zugesandt. Lehrstellenvermittlung und Zimmernachweis kostenfrei: Dienstag abends 9—10 Uhr. Gartenarbeit und Agnd»p-Mä>chen gruppe. Der Gedanke daß wir Juden ein ackerbauliebendes Volk sind, bricht sich allenthalben Bahn, und gern ergreifen wir jede Gelegenheit, wo wir unserer Liebe zum Boden tätigen Ausdruck geben können. Bon befreundeter Seite ist unserer A. J.-Mädchengruppe ein Stück Land zur Verfügung gestellt worhen, wo sich unsere Mitglieder unter sachkundiger Leitung in Garten- und Feldarbeit beschäftigen können. Interessenten werden gebeten, sich bei Fräulein Emilie Rapp, Seilerstr. 19, bis 15. April schriftlich zu melden. „VICTORIA“ Erste Berliner Wäscherei und Glanz-Plätterei H»n«» Tal. 20' 2 lg Glltleulslrasse II. Ha-iaTa» 2002 Spezialität: Kragen, Hansel etten nnd Hemden. Die Prinzessin. Eine Geschichte aus der Mitte des 19. Jahrhunderts von Leopold Komp er t. (Fottschmtg.) Die stattliche Frau schien einen Augenblick über diese Antwort nachzudenken, dann rief sie mit einer Art strenger Entschiedenheit: „Komm ein bissel herunter, Korporal, ich brauch' dich." Kaffee Kaisergartc n am Opermplatz Ergfklaoslges Famillen-Kaffee Jeden Nachmittag Ton 4 bis 7 Uhr nnd Abend von _ 8 V* Uhr ab er - HLonzert. S Schi Vor „Gleich, mein Herr Oberst," kam es aus den dichten Zweigen des Baumes zurück, und es dauerte nicht lange, so stand ein kräftiger brauner Bursche, man wußte fast nicht, war er aus der Lust oder anZj dem Boden gestiegen, vor der Bäuerin. Er trug eine „Kommiskappe", die ihn als ehemaligen Soldaten bezeichnet; übrigens war er nach landesüblicher Sitte gekleidet. „Was wünschen der Herr Oberst?" sagte er, indem er sich kerzengrade vor .die Bäuerin hinstellte uns militärisch grüßend die eine Hand an die Kappe legte. Ueber das Antlitz der Bäuerin flog ein breites Lächeln: sie sah den braunen Burschen einen Augenblick mit Wohlgefallen an. „Bist noch immer der Alte," rief sie, „meinst, du bist noch in deiner Kaserne, Josef. Wann denn einmal wirst du das vergessen?" „Niemals, Mutter," rief Josef mit Bestimmtheit und lies die Hand von der Kappe los. „Ich Hab' einmal einen Feldwebel gehabt, der hat immer gesagt, in jedem Haus sollt' der Mann der Regimentsinhaber, von welchen! das Regiment den Namen führt, sein, die Frau aber der Oberst, der eigentlich kommandiert. Mutter, du bist der Oberst!" Die Bäuerin lachte hell auf, daß es weithin durch den Garten sch ill. „Soll ich leben nnd gesund sein," rief sie und stemmte ihre Arme in die Seiten, „dein Feldwebel muß einen Kopf von Eisen und Stahl gehabt haben." „Ein rechter Feldwebel muß auch einen Kops haben!" meinte oer ehemalige Soldat im Tone der tiefsten Ueberzeilgimg. Auf Ostern war es erst ein Jahr geworden, daß Josef seine achtjährige Dienstzeit vollendet hatte; weil er des Lesens und Schreibens kundig war, hatte er es schon in den ersten Monaten bis zum „Korporal" gebracht, und diesen Namen behielt er bei, als er nach erlangtem Abschied in das väterliche Haus heimkehrte. Man hatte seiner in dem großen Bauernhöfe bedurft, und trotzdeni er beim Militär hatte bleiben wollen, waren die Eltern daraus bestanden, daß er den rechtmäßigen Abschied bekam. Seitdem war der Korporal im Hause eine unumgängliche Notwendigkeit geworden. „Gut," sagte die Bäuerin, „du hättest ja auch einmal können ein Feldwebel werden, folglich mußt du doch Kops haben. Vielleicht kennst du dich da in dem Brief «ns; ich les' und les', und Gott weiß, wie das zugeht! Wenn ich von einer Zeile den Sinn herausgebracht habe, so find' ich den Weg zu der andern nicht, es ist mir immer, als möcht' einer vor meinen Augen!mit einer Peitsche Herumknallen. Dazu schreibt die heutige Welt eine Schrift, die ist so fein, wie wenn sie mit lauter Sand geschrieben wär'! Da sie her, ob das zu lesen ist, und zu guter Letzt ist's noch deutsche Schrift . . . wie ich die habe anfangen wollen zu lesen, hat die Sonne mit einer Gewalt geschienen ... die Augen hat sie mir fast herausgebrannt." Die letzten Worte hatte die Bäuerin, halb abgewandt, beinahe mit Verschämtheit gesagt. Der ehemalige Korporal nahm den Brief, den ihm die Bäuerin gab, mft einer etwas ungeschickten Handbewegung; es fehlten ihm nämlich an der rechten Hand die zwei mittleren Finger, die irgendwo .in Ungarn auf dem Schlachtfelde begraben lagen. Der Bäuerin zuckte es bei diesem Anblicke wie ein jäher Schnierz über das volle Antlitz. „Kannst auch vor der Sonn' nicht lesen?" fragte sie nach einer langen Pause, während welcher der einstige Soldat den. Brief nach dessen ganzem Inhalte durchzufliegen die Zeit hatte. „Geht's dir wie mir?" „Das nicht, Mutter/' meinte Josef, „die Sonn' liegt mir nicht auf, aber da am End' vom Brief steht etwas, das könnt' selbst mein Feldwebel nicht verstehe», der doch einen Kopf von Eisen und Stahl gehabt hat." „Du meinst das Deutschgeschriebene," rief die Bäuerin. „Kannst du denn Deutsches nicht lesen? Ich mein' doch,, du hast's gelernt?" „Mir nichts, dir nichts wird man kein Korporal," sagte der Soldat mit einem leicht erklärlichen Stolze. „Setz dich her zu mir, Josef," sagte die Bäuerin rasch, „und lies mir den Brief vor, wie er geht nnd steht. Zwei Köpf' wie ich und dir werden doch herausbrin dam I'chri dien gcfa nach bie etwc soll von mit Frei Ton ,,mö Frei Kops vor es I a»se Tag Zwi> das muß einer bin und hätte mir geseh Ham ganz Misst gemc wahr desse nicht z» .i Mal> in kl nicht „bra sieht der l des if? schiel wisse beste aber bcisa (mft auf I Mäd nicht, herzl dann mögl wiedi hat i Fahr und liebst Leb« gesuri .eine!