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Neue jüdische Presse · 1918-03-27 · Heft 13 (27.3.1918) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
16 (1918)
Issue
Heft 13 (27.3.1918)
Date
1918-03-27
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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I —_— 18 Ur«l»libisch»i 5«.ftiüi*as»t<iU. _seile der Mhe von Petrograd ein großer Bodenkomplex zitgewiesen, und man Hat bereits begonnen, Gärten zu pflanzen. In Charkow fand eine Konferenz von Hcchalnz- Lertretern aus 21 .Städten Rußlands statt. Die Mitglieder des Hechaluz sind verpflichtet, auf die erste Ausforderung des Komitees nach Palästina zu übersiedeln und sich dem Komitee für drei Jahre zur Verfügung zu stellen. In Odessa wurde eine Hechaluz-Schule für 75 Schüler auf einer Strecke von 75 Deßjatinen Bodens eröffnet. Die Schule steht unter Leitung des Agronomen Sußmann. führung des Pröportivnalsystems. 4. Vertretung der Juden im Rate der Krone und in den Ministerien, Einrichtung von jüdischen Referaten bei allen Zivil- und Landesstellen. 5. Aufhebung aller gegen den freien Gebrauch der hebräischen und jüdischen Sprache gerichteten Verbote. Ueber diese Forderungen entwickelte sich eine lebhafte Aussprache. Die beiden Minister sagten zu, die Angelegenheit wohlwollend zu prüfen und den vorgelegten Wünschen bei der Berfassungsrevision nach Möglichkeit Rechnung tragen zu wollen. Amerika. Aus aller Welt. »Nttiche» Reich. .:.DaS jüdische Bolksheim zu Berlin hat die Absicht, in diesem Sonlmer jüdische Kinder aus unbemittelten Kreisen auf das Land zu schicken. Es erübrigt sich wohl, auf die mit der Zeit immer schlechter werdenden Ernährungsverhältnisse in. der Großstadt hinzuweisen, die das schon S gefährdete gesunde Wachstum der Jugend auf das jerste bedrohen. Eine Bedrohung, die für unsere jiidischc Jugend um so gefährlicher ist, da sie von vornherein 5«f«t H. Schiff u«S Sie Leistungen »er „«erikanische» Jude«. Die großzügige Geldsammlung der Newyorker Judenheit zugunsten der jüdischen Kriegsleidenden Ende Dezember 1917 hat, wie man weiß, ein hohes Ergebnis: 5 Millionen Dollars gezeitigt. Die Seele dieser Hilfsaktion war Jakob H. Schiff, der allein mit einer Spende von 25V 000 Dollars voranging. In einer Zuschrift an den „American Hebrew" gibt Schiff-seiner Freude über den überraschenden Erfolg der Sammlung in folgende» Worten Ausdruck: Ich befinde mich in diesem Lande nahezu 53 Jahre. Noch keinmal habe ich einen solch herrliche» Augenblick erlebt. Ms ich nach Amerika kam, hätte ich nicht glauben können, die Gesamtjudenheit sei imstande, solche Geld- Persssalre» *. kleine Mitteilung«». Berlin. Der jüdische NollSlirdersänger M Kitz«iS veranstaltete hier am 4. März im Verein mit Frl. Seligfeld zum zweiten Male einen Abend jüdischer Volkslieder. Die Namen der Mitwirkenden, zu denen der Biolincellist F. R. Mendelssohn wie der Dichter und Forscher des.jüdischen Volksliedes Arno Nadel kamen, hatten eine ungewöhnlich große Menschenmenge aus allen jüdischen Kreisen Berlins, wie auch Mchtjuden, angezogen; Vertreter der Presse waren zugegen. Die alten, bewegenden Weisen, mit innigem Gefühl und vollem Verständnis gesungen, blieben nicht ohne tiefen Eindruck auf die gebannt lauschenden Zuhörer, die ihren Dank durch starken Beifall zu erkennen gaben. Das Reinerträgnis floß dem unter Protektorat des spanischen Botschafters gehenden „Komitee zur Beschaffung von Literatur für jüdische Kriegsgefangene" zu. Am 6. März gaben M. K i p n i s und Frl. Seligf e l d in Leipzig ein Konzert jüdischer Musik. Auch hier mar eingroßer Andrang zu bemerken; es erschienen, etwa 2000 Personen. Der Gesangvortrag wie die Vorlesung des hebräischen Dichters S. Schuäur aus unveröffentlichten Werken ernteten stürmischen Beifall. Der Reinertrag wurde der jüdischen Bibliothek und Lesehalle .zur Verfügung gestellt. j Berlin Im Haupiausfchuü des Reichstages bemerkte I Unierstaatssckretär v. d. Buss che bei Besprechung der { Ostsragen: „Für die Erreichung unserer Wirtschaft» RshsZssss- 3tt 4 Jhtltrfsrffstfeft ifi AsrröfstzLssrsOS sr>§sssVss«H StsrZsZ'sWsHKfSNckNZ'ssrrG um mm sNZIA f W eh??J mm issa WM^ÄMAisnen Ssr ftcherffr GchrMrrsr. - MrsGAsMsWs -siMssst, sMsx körperlich nicht besonders entwickelt ist. Weit über den Wert für die körperliche Entwicklung hinaus könnte aber ein Landaufenthalt auch in allgemein erzieherischer Hinsicht Bedeutung gewinnen, indem er unsere, in so ganz anderen Verhältnissen aufwachsenden jüdischen Kinder mit ländlichem Leben und ländlicher Arbeit bekannt macht. Welche rituell lebenden, jüdischen Familien an kleinen Orten wären bereit, ein bis zwei Kinder auf einige Wochen bei sich aufzunehmen? Für baldige, zusagende Antworten wäre herzlich dankbar das jüdische Bolksheim Berlin, Dragonerstr. 22. Desterreich-Nrrgar«. Wie». W«e be»eut«ugS»olle Souferenz. Abg. Dr. Straucher, Advlf Stand und Staatsbahnrat Robert Stricker als Vertreter der Zionisten Oesterreichs hatten eine Konferenz mit Ministerpräsident Dr. v. Seidler und Minister des Innern Graf Toggen bürg. Sie begründeten den Ministern gegenüber folgende Forderungen: 1. Anerkennung der jüdischen Nationalität, Gewährleistung der freien Bekenntnisses zu derselben sowie Konstituierung der jüdischen Nation durch Schaffung eines Neichsverbandes. - 2. Anerkennung des Rechts auf Erziehung der Fugend. 3. Vertretung der Juden entsprechend ihrer Zahl und Stenerleistung im Reichsrat und in allen Bertretungskörperv durch Bildung von Mischen Wahlkurien und Etwsumme aUszubringcn, wie sie jetzt die Newtzorler Jude» allein aufgesammelt haben. Schauet, wir weit uns Einigkeit und Organisation bringt. PalSftirr». Lemaan Zion Der in Frankfurt a. M. domizilierende Vorstand ves Vereins „Lemaan Zion" erhielt über die Schweiz die telegraphische Nachricht, daß seine Augenklinik in Jerusalem, die jährlich tausende Menschen vor dem Erblinden rettet, in Gefahr ist, geschlossen zu werden, wenn nicht sofort große Summe» angewiesen werden. Es ergeht deshalb an die Mische Oessentlichkeit das Ersuchen, der so segensreich wirkenden Institution (Vorsitzender: Rabbiner Dr. Nobel, Frankfurt a. M.) Spenden zuzuweisen. Der Krieg nrrv die Juden. Frankfurt a. M. Dem Dir'ktionSgeneralagenten der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs-Aktiengesellschaft Aioses (M. S.) Oppenheimer wurde das Berdienstkreuz für Kriegs Hilfe verliehen. Mainz. Flikgerlrunrant Richard Scheuer erhielt das Eiserne Kreuz I. Kl. Peüinge«. Sergeant Beruh. Hermann erhielldaS Eiserne Kreuz I. Kl.. lichen Ziele in der Ukraine werden landeskundige jüdische Händler verwendet." Berlin. -Di- Israel Gemeinde xicfim u- * folgende Zuwendungen an: Aron Hirsch 15000 Mk. für eine „Mally u. Aron Hirsch Bett-Stiftung" im Israel. Krankenhause, Gertrud Jsaacsohn 12000 Mk. für eine §immerstistung in der Mrersversorgungsanstalt. Georg ^isemnann 25 000 Mk. für erblindete Krieger und weitere 25 000 Mk. zur Erhaltung von drei Gräbern. Die Generalversammlung des Vereins für jüd. Geschichte und Literatur setzte einen Ausschuß ein, der die Einrichtung jüdischer Volkshochschule kurse nach der Art der Humboldt-Akademie organisieren soll. ' WürzSurg Salomon Bamberger, biS-zum Ausbruch des Krieges Rabbiner in Sennheim (Eff.), eine von hohem jüdischen Idealismus getragene Persönlichkeit, ist hier im Alter von 33 Jahren verschieden. Er war einer der letzten, die die so schwer heimgesuchte Ortschaft verließen. Essen. Rektor Graf begebt am 1, April sei» fünfzigjähriges D ienstjub iläuM. Essen. Pror. Dr. Han 8 Goldschmitt (Ellens wurde von der Technischen Hochschule in Dresden wegen seiner Verdienste um die Auffindung und Ausarbeitung, der Wuminothermie zum Dr. ing. hon. ernannt. Elugan. Dr. med. I. Gabriel, feit 1887 Stadtverordneter, verschied im 88. Lebensjahre. * Warschau. 14 März. In Lanz» starb, a»f einer Rundreise mit seiner Schauspielertruppe durch die Provinz

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