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Neue jüdische Presse · 1918-03-15 · Heft 11 (15.3.1918) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
16 (1918)
Issue
Heft 11 (15.3.1918)
Date
1918-03-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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I. cn Mi liion bei in jtänchbebi( srst- B-- D,Sinräkech! 'und taut, mer hirer lechi Ar benviri- Ver° gkeii - der nW° iirvr- :ant- >ische eben chbeal- I»u« sck>?n nchsition -ar!:i lung acht. »vär- Nr U. ' Großrussische, Wisch» und polnisch» Nationalitäten nrben von ihrem Recht auf national-personale Autonomie bereits Gebrauch gemacht. Andere Nationalitäten, und zwar die weißrussische, tschechische, rumänische, deutsche, holländische (Mennonitcn), griechische Wunen ihre Autonomie geltend machen, indem mindestens 10,000 Staatsbürger der Ukraine, die einer dieser Nationalitäten angehören, ein diesbezügliches Begehren in Form von schriftlichen Erklärungen durch Bermittlung von Gemeinden an den Generalgerichtshof stellen; letzterer veröffentlicht das Ergebnis nach Ueberprüfung der Erklärungen/'. . '- Tie jüdische. Bevölkerung der Ukraine hat gleichder großrussischen, und derpolnischen Nationalität vyn diesem ihrem Recht bereits Gebrauch gemacht..- Dies kommt in der Errichtung eines besonderen Ministeriums für . jüdische Angelegenheiten, an dessen Spitze Dr. M. Silberstarb steht, deutlich zum Ausdruck, ferner in der Einberufung eines jüdische» Nationalrates. Der K. C. im Kriege. .; Nach , .den bis zum. 15. Februar eingegangenen Meldungen, stehen-von den über 1100 Mitgliedern des KE., unter Einrechnung der Gefallenen und infolge von Verwundung oder Erkrankung als dienstunbrauchbar Entlassenen 091 im Heeresdienst. Hiervon gehören Lezw. gehörten dem Heldheere 825 an. Den Heldentod starben 77 K.Cer Vermißt werden seit langer Zeit 0 K.C.er. In Kriegsgefangenschaft befinden sich 22 K.C.er. 18 K.C.er haben ihre Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz 1. Kl., 466 mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl., darunter 3, am weiß-schwarzen Bande, 1 mit dem Eisernen Halbmond, 178 sonstige Kriegsauszeichnungen gemeldet. 88 K.C.er wurden während des Krieges zu Offizieren des Beurlaubtenstandes befördert, 76 in preußischen, sächsischen und «württembergischen, 12 im bayerischen Heere. Außerbein wurden 2 K.C.er im Preußischen^ 1 i,n sächsischen Heere zu Feldwebel-Leutnants befördert. 8 K.Cer gehörten bei Kriegsausbruch als Offiziere des Beurlaubte, standes dem bayerischen Heere an. Nicht eingerechnet in diese Beförderungen sind die Beförderungen zu Sanitäts- und Veterinär-Offizieren. ldct, daß ge» Be mm! i mit " zu wicl' a»dc iden, kon, wir sei tcib ätige . benfrfjc , « ieü.ii Isen. mir t der liner tt in Reden habe, von hnc» recht, OffCH eigen! geman : Beauch Aus. amii ineslngeationtarwürm cepu- und atio- Aus aller Welt. Defterreich-Urrgkr». Me«. Polnische Judenpogrome. Die Polen sind ungehalten, weil die Ukrainer durch den Friedensvertrag mit dem Merbund den Cholmer Landstrich zuerkannt erhielten, — und in ihrern Slerger schlagen sie die Juden. Tr. Straucher und Genossen haben im österreichischen Abgeordnetenhaus dieserhalb eine Interpellation cingebracht. Tie Interpellation stellt fest, daß „wohlvorbereitete Exzesse und Ausschreitungen gegen Inden und .jüdisches Eigentum sowie körperliche Mißhandlungen von Juden in Galizien, ungeachtet rechtzeitiger vorheriger Anzeige bei den politischen und Polizeibehörden, ja selbst bei der Staatsanwaltschaft, stattgefunden" haben, und daß selbst die Aufforderung der Lemberger Zeitung „Odzydzenic Polski", alle Juden aus Galizien auszutreibe», kein Einschreiten der Behörde veranlaßte. »e«. »riegswaisen Ter Verein zur Rettung verlassener jüdischer Kinder Galiziens und der Bukowina hat in Galizien 22 Kindertvaisenheime mit mehr als 1000 Kindern unter seiner Obhut. Er sorgt für die Bekleidung. Zur Erhöhung der staatlichen Beiträge für Kriegswaisen in Familienpflege zahlt er jährlich 60000 Kronen. Der Verein bekleidete im vergangenen Jahre mehr als 6000 Kinder und verausgabte für Bekleidungszwecke mehr als 300 000 Kr. Der jüngst abgehaltenen Generalversammlung des Vereines wohnte auch Prinz Lichtenstein, der Leiter des Kriegshilfsbüros des Ministeriums für soziale Fürsorge, bei. Rutzlavs. von »er Gemeinde in Moskau. Ter neugewählte Rat der Gemeinde in Moskau hat bereits ein Präsidium gebildet. Tie Wahl des Vorsitzenden fiel auf Rabbiner Dr. I. M a s e, die der übrigen Mitglieder auf die Zionisten I. Neiditsch, Hi. Slatopolski und I. L.evo ntin, die Volkspartei-Vertreter Dr. Pewsner und A. Frituin, den Rabbiner M. N. Nurok, Vertreter von .Mesores wecherut" und den Unparteiischen A. Fuchs. Zum Sekretär wurde der Zionist M. Kleinmann, zum Kassierer der Unparteiische Ponisowski und zu seinem Gehilfen der die „Mesores wecherut" vertretende Monassohn gewählt. Das Fehlen jeglicher Vertreter des „Bundes" und der „Vereinigten Sozialisten" im Präsidium ist auf den ausdrücklichen Wunsch dieser Parteien zurückzuführcn. I» einer Sitzung vom 20. Nov. (12. Dez.) nahm der Gemeinderat einen Beschluß an, zur Hebung der Flüchtlinge im Moskauer Gouvernement, die durch das Äufhöreu der Regierungshilfe eine weitere Verschlimmerung erfahren hat, den Gemeindemitgliedern eine Selbstbesteuerung nahezulegen. thare -der recht, 5^ Kaffee Bnhland Kaisersbrasse 56 Kaiserstrasse 56 Täglich erstklassige Unterhaltungsmusik Gesangs .Einlagen Nmtckktfcha» Seite 3 7^-"”—-v -KOMM ’SSfeeSS EM mm. WS?- EM vi>>: Dr. Tfchlenow. Jechiel Bm-Seew Tschleiww wurde 1863 in einem litauischen Städtchen geboren. Schon als junger Student gründete er zusammen mit M. M. Usfischkin, Rabbiner Dr. Mase und A D. Jdelsohn in Moskau einen palästinensischen akademischen Verein, den ersten seiner Art Nach dem ersten Baseler Kongreß trat er der zionistischen Bewegung bei und.'stand sofort an der Spitze der zionistischen Organisation in Rußland. Nach der Uganda-Abstimmung des sechsten Kongresses verließ er impulsiv den Saal, 12* Delegierte folgten ihm nach. So ward er der Führer der Palästinatreuen. Als er auf dem Wiener Kongreß 1913 in das engere Aktionskomitee der zionistischen Organisation gewählt wurde, verzichtete er. der berühmte Arzt, ans seinen Wirkungskreis in Moskau und fiedelte nach Berlin über. Bis zum Ende seines Lebens hat Jechiel Tfchlenow seine ganze Persönlichkeit mit ihrer ideellen und materiellen Kraft in den Dienst des jüdischen Volkes gestellt Er gab sein Ganzes, und was er gab. war so viel und so wertvoll, daß er sich in die Geschichte seines Volkes einschrieb Psle«. * Warschau, 1. März. Zentralisierung der Hilfsarbeit. Zur Zeit schweben Verhandlungen zwischen dem jüngst hier eingetrosfenen Abgesandten des Holländischen Hilfskomitees Dr. von Raalte und Vertretern der jüdischen Parteien, Organisationen und Instituten Warschaus zwecks Bildung eines Zentralen jüdischen Hilfskomitees, das die amerikanischen Gelder in einheitlicher geregelter Weise unter die jüdische Bevölkerung Polens verteilen soll. Zur Mitarbeit an diesen! für die Zukunft äußerst wichtigen Werke sollen alle jüdischen Bevölkerungsschichten herangezvgen werden. Die Gemeinde hat bereits vorbereitende Schritte unternommen, und ber Verwirklichung dieses Planes steht kaum ein ernstliches Hindernis im Wege. Auch für das gesamte Gebiet Ober-Ost war eine solche Hilfsorganisation geplant und ist bereits zur Tat geworden. Tr. von Raalte hat während seiner Reise durch Ober-Ost Gelegenheit gehabt, die jüdische Notlage kennen zu lernen und verschiedene Erfahrungen zu sammeln. In Wilna hat er mit dem dortigen zentralen Komitee zwecks Vereinheitlichung der Geldverteilung Fühlung genommen und das gewünschte Ergebnis erreicht. Tie. Zusammenfassung der HilfSarbeit in wenigen Händen kann bei dem Wiederaufbau des jüdischen Lebens im Osten sehr wichtige Dienste leisten. □ Lodz. 26. Februar. Vorkonferenz jüdischer Handwerker Der schon geramne Zeit in unseren Handwerkertreisen gehegte Wunsch nach Einberufung einer allgemeinen Konferenz der jüdischen Handwerker in Polen, hat in der Vorkonferenz, die hier am 24. und 25. Februar tagte, ieinen ersten sichtbaren Ausdruck gefunden. Diese Bestrebungen, die sich an verschiedenen Stellen bereits regen, zielen auf die zweifelsohne ivichtige Organisierung des jüdischen Handwerks und Sicherung seiner Interessen hin. Zur Vorkonferenz waren 50 Delegierte, allein 5 aus Lodz, erschienen, um die Abhaltung einer jüdischen Handwerkerkonserenz für Gesamtpolen, die im Mai d. I., und zwar in Warschau stattfinden soll, zu beschließen. Es wurden sodann eine Reihe anderer, mehr vorbereitenden Charakter tragenden Beschlüsse angenommen. Ukraine. Di« Jude« in der $ent«ntr*fca. Die Zentralrada der Ukrainischen Volksrepublik zählt unter 809 Mitgliedern 190 Vertreter anderer Nationalitäten, nämlich 94 Großrussen, 50 Juden. 30 Pole» und 16 Deutsche, Rumänen u. a. nt. Die jüdische Bertreterschaft seht sich aus je 13 Zionisten, Bundisten und Mitgliedern der „Vereinigten Sozialisten", 9 Poale Zion und 2 Volksparteilern zusammen. Rumänien. Bukarest. Antisemitismus. Aus der Stadt VaSlui wird berichtet, daß der dortige Polizeidirektor den Juden Lebensmittelkarten und ihren Synagogen das elektrische Licht — die einzige BeleuchtungSart — veriveigert. Auch verbot er der amerikanischen jüdischen Hilfskommission ihre Tätigkeit auszuüben. Grotzbritannie«. P«S Pslästina-Prodle». Zur Rede Lloyd Georges inbezug auf Palästina brachte die Londoner „Jewish Chronicle" vom 9. Januar interessante Ausführungen: „Lloyd George hat es in seiner Rede sichtlich vermieden, die Macht zu nennen, unter deren Oberhoheit Palästina künftighin stehen soll. In anbetracht des im übrigen offenen Tones seiner Rede könnte man daraus den Verzicht Englands auf die Herrschaft über Palästina entnehmen. Es scheint in der Tat möglich, daß Palästina formell unter türkischer Oberhoheit bleibt mit örtlicher Selbstverwaltung und unter einer Art Kontrolle. Aus verschiedenen Gründe» gewinnt die türkische Erklärung zum Zionismus an Bedeutung. Palästina ist noch nicht endgültig erobert und die türkische Haltung wird jedenfalls beim Friedenskongreß eine gewisse Rolle spielen." Amerika. Rem dort. «esetz»«1reuer RatzdinerverSanö von «merika Der gesetzestreue Rabbinerverband von Amerika beschloß einstimmig, den Präsidenten und den Kongreß der Vereinigten Staaten zu bitten, <mf dem künftigen Friedenskongreß für die nationalen Aspirationen des jüdischen Volkes einzutreten. Er beschloß ferner, die gesetzestreue Judenheit Amerikas im Namen der jüdischen Ueberlieferung, Geschichte und Hoffnungen aufzufordern, in die zionistische Organisation einzutrcten. Ein neuer PaläMna-Fa«VS. Eine großzügige Geldsammlung zum Los kauf palästinensischen Bodens har die zionist. Federation in Amerika vor kurzem eingeleitet. Ein besonderer Fond, der „Genlah"-Fond, sott diesem Zwecke dienen. Für die neue Gründung ist bereits eine ausgedehnte Agitation im Gange. Ter 13. Schewat wurde als Geulah-Sabbat bestimmt. In den meisten Synagogen hielten zionistische Rabbiner Predigten, die über die Zwecke und die Bedeutung der Sammlung ausllärten und zur lebhaften Beteiligung anfforderten. tfftttftteft. Sie («ne 1» Jerusalem. „Jewish World" berichtet über die Lage in Jerusalem wie folgt: „Jerusalem ist heute zufrieden. Nahrungsmittel sind nicht im lleberfluß, aber ausreichend vorhanden. Die wohlhabende Bevölkerung hat niemals Rot gelitten, aber während des Krieges stiegen die Preise so hoch und das Papiergeld war so entwertet, daß die ärmere Bevölkerung furchtbar litt, und man berichtet mir hier über mehrere Scala - Xiicbtspiele Sehäfenra*»e 29. Schfifergasw 2». Modernes Theater * Vttrfßittvuig stzei» neuer und hervorragender Filme.

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