Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 16 (1918)
- Issue
- Heft 9 (1.3.1918)
- Date
- 1918-03-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2692297-2693075-2693084--10227-2705533- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
G«tr 2. Deutschkänb, zu erhalten, „im prvpolnischen Sinne" beeinflußt hat! . j, ■' Möchte die Deutsche Verwaltung in Warschau nicht erst, wann cs zu spät ist, zu der Erkenntnis kommen, daß die Deutschen im Königreich Polen nur dann für die Zukunft wirksam geschützt werden können, wenn auch die anderen nationalen Minderheiten daselbst, namentlich die Juden, wirksam geschützt und zufrieden gestellt sind! i Und Myc noch ein Drittes, der eigentliche Anlaß zu diesem Schreiben. Die Bedeutung der jüdischen öffentlichen Meinung wird jetzt auch von unserem Auswärtigen Amt erkannt. Daher hat dessen stellvertretender Staatssekretär Freiherr von dem Bussche-Haddenhauscn am 5. .Januar zwei Vertreter des „Zionistischen Aktionskomitees" und drei des »Komitees für den Osten" (beide haben ihren Sitz in Berlin) empfangen und-ihnen folgendes erklärt: „Wir würdigen die auf Entwicklung ihrer Kultur und . Eigenart gerichteten Wünsche der jüdischen Minderheit in den Ländern, in denen sie ein stark entwickeltes Eigenleben haben, bringen ihnen volles Verständnis entgegen und sind zu einer wohlwollenden Unterstützung ihrer diesbezüglichen Bestrebungen bereit. Hinsichtlich der von der Judcnheit, insbesondere von den Zionisten verfolgten Bestrebungen in Palästina, begrüßen wir dckhtzr Lue Erklärungen, die der Großwesir Talaat-Pascha kürzlich abgegeben hat, insbesondere die Absicht der Kaiserlich Osmanischen Regierung, gemäß ihrer den Juden stets bewiesenen freundlichen Haltung die ausblühende jüdische Siedlung in Palästina durch Gewährung von schier Einwanderung und Niederlassung rn den Grenzen der Aufnahmefähigkeit des Landes, von örtlicher Selbstverwaltung entsprechend den Landesgesctzen und von freier Entwicklung chrer mlturellen Eigenart zu fördern." Ter erste Teil der Kundgebung des Auswärtigen Amtes erweckte in den Juden Polens die frohe Hoffnung, Latz ihre Rechte als nationale Mnderheit von jetzt an zu besserer Anerkennung kommen würden. Befrcmdlicherweise wird nun aber der wohlwollenden und wohlbedachten Absicht des deutschen Auswärtigen Amtes aus Warschau von seiten eines zur dortigen deutschen Verwaltung gehörigen Mannes entgegengearbeitet. Tiefer Herr benutzt seinen Einfluß auf die halbamtliche und durch die deutsche Verwaltung mehr oder weniger erhaltene „Deutsche Warschauer Zeitung", Um in Nr: 22 vom 23. Januar zu schreiben: Tie deutsche Regierung habe nicht die Absicht, „eine jüdische sprachlich-kulturelle Autonomie in Polen" zu schaffen: .Bielmehr wird der polnische Staat darüber zu entscheiden haben, ob die jüdischen Mitbürger in Polen, wie. dies von der jüdisch-nationalistischen Bewegung angestrebt wird, als besondere Nationalität behandelt und demgemäß eine sprachliche,Autonomie erhalten sollen. . . Deutschland kann in diesem Streit der Meinungen . . . sich nicht für eine bestimmte Regelung des Problcmes einsetzen. Die Stellungnahme ... muß der Entscheidung der zuständigen Instanzen des Landes überlassen bleiben." Diese Aeußerung des Reichstagsabgeordneten Herrn Tr. Haas, der sich Jude nennt, aber für wahrhaft jüdisches Fühlen kein Verstmwnis hat, steht in schroffem Widerspruch zu dem von dem Freiherrn von dem Busschc-Hadden- Hmsen Gesagten, und sie ist in hohem Grade geeignet, die Juden in Polen zu entmutigen, die in neutralen Ländern zu verstimmen und die in den Ländern des Merverbandes uns vollends feindlich zu machen. Tie Polen sind den Juden (wie mich Uns Deutschen) feindlich gesinnt und werden ungezwungen den Juden weder wirtschaftliche Bewegungsfreiheit noch national-kulturelle Autonomie geben. Deutschland aber hatte und hat als volle Rech t, in allen für Deuts ein entscheidendes Wort mitzusprechen. Vorstehende Ausführungen erhärten unsere schon des öfteren geäußerte Auffassung, daß, die Politik der Leiden Vertreter der jüdischen Orthodoxie Deutschlands in Polen eine verkehrte ist. Sie lenken aber auch den Blick auf den jüdischen Dezernenten bei der deutschen Verwaltung in Polen. So schätzenswert die Persönlichkeit des Dr. Haas sonst ist, für diesen Posten macht ihn schon das Fehlen jeglichen jüdischen Wiffens nicht geeignet; er muß stets nach seinem'Gefühl oder nach den Informationen, die er sich von anderen geben läßt, handeln. So kommt esj denn iauch, daß er die Hand dazu bietet, die Juden den Polen prriSzugeben. 8s* ier Wett Her GtzafßHt«. ' L»n THaim Bloch, Lelattz« (bjt. im l ». I HttrH. (Fortsetzung.-) Diese Anschauungen werden am besten durch eine Aeußerung des Wundertzltrnschen Rabbi Leib Saras charaktünsiert. Er sagte, daß er den Magid Rabbi Dow- Ber von Mesericz ausgesucht habe, nicht, um von ihm Thoradeutungen zu hören, sondern, um zu sehen, ivie er seine Schuhe ausziehe und binde. „Denn was sind Thoradeutungen? Der Mensch muß in seinen Handlungen, seinem Sprechen, seinem Betragen und seiner Verbindung mit Gott die Thora sein." In allen Taten des Menschen, Sprechen, Schauen und Horchen, Gehen und Stehen, Bleiben und Sichlegen sei das Schrankenlose eingekleidet, und Lehre und Gebet, Essen und Schlafen sind ein Dienst, die die Seele zu chrer Wurzel erheben kann. Der Weg zur inneren Verschmelzung mit Gott, die Brücke, die den Menschen zu semem Schöpfer, zu seinem Urguell führt, ist das Gebet. Eine Vorbedingung aber, diesen Weg betreten zu können, ist, daß man das Gebet „nicht als eine dufgegebene Arbeit, vielmehr als ein «chttndeS GWet nm die Barmherzigkeit und die Gnade Kotles verrichte"' („Väter", Pap. 2, KerS 13). Vorbedingung ^airßfurter Ul-apltkiW» KannlieMajj. ist ferner das Wschüttrln allernieder» Leidenschaften und eitlen Triebe. Dann erhebt sich der Mensch ans dem Chaos der Welt, aus dem Gewimmel der willenlos getriebenen Masse zur Stufe des Zadik und erwirbt sich so die Herrschaft des Genies. Es ist dies die in der kabbalistischen Lehre. so häufig vorkommende Definition des Groß- und Kleinhirns. Der Zadik, der sich von allem Gemeinen und Nied-, rigen lvslöst, schwingt sich zu einer Höhe empor, zu der nur noch ein Engel gelangen kann, zu den Hallen der ' Güte, der Gnade und der Liebe. Rabbi Eusel von Stryi, ein bekannter Chassidimgegner, sagte einmal zu Rabbi Juda Hersch von Rozdol: „Rozdoler Raw, ich glaube, das Werden eines Zadik sei gerade so ein Trieb wie jeder andere menschliche Trieb." Und der Rabbi antwortete: „Das ist wohl wahr, — aber man vermag zu diesem Trieb nicht eher zu gelangen, als bis man sich zuvor erst, von alle» andern Trieben freigemacht hat." Die Wirkung des Gebetes ist'von der Äestnnung, die bei der Handlung obwaltet, unbedingt abhängig. „Man mutz den Ewigen mit dem Herzen, mit der Seele und mit der Kraft dienen." Wenn daher der Mensch das Gebet verrichtet, so mutz er sich seiner gewöhnlichen Gestalt enthüllen und eine neue dem Schöpfer geweihte Gestalt annehmen. Wer aber an persönliche Dinge dabei denkt, dessen Gebet erreicht überhaupt nicht die Welt des Gebetes. Man erzählt: Rabbi Lewi Jizchak von Bardytschew trat einmal beim Nach-' mittaggebet an einige Leute heran und begrüßte sie mit „Schalom", als wären sie von einem fernen Weg angekommen. Als ihn die Leute erstaunt änblickten, sagte er:. „Wäret Ihr nicht, während Ihr das stille Achtzehngebet sprächet, in Euren Gedanken auf den Märkten und in den Kaufhallen?" Beim Beten muß auch jede Melancholie aus dem Innern gebannt sein. „Die Glorie Gottes ruht nicht dort, wo Düsterheit waltet", lehrten unsere Weisen. Daher vermag sich das Menschenhcrz nur durch Freude allein dem Vater im Himmel zu nähern. Wohl darf das jüdische gerz wegen des Golus des jüdischen Volkes und der Glorie ottes sowie der Zerstörung des Tempels schwermütig sein. Diese Schwermut darf aber beim Beten gebannt werden durch den Gedanken, daß wir durch Unsere Gebete in unserem Geist und in unserem Herzen einen geisfigen Tempel bauen. Tie Pflicht des Freubigseins wird durch folgendes Wort des späteren großen Ehassidimoberhauptes Rabbi Israel von Rushin gekennzeichnet. Er sagte, daß er die Czernowitzer Datschen^) beneiden müsse, weil sie durch Frohmütigkeit und Weltvertrauen nicht nur die irdische Welt genießen, sondern deshalb einst auch der Welt des Jenseits teilhoft werden. Mcht der Mensch ist Gott gefällig, der viel studiert und betet, sondern der gut fühlt. Ein Mensch, der nicht einmal lesen kann, aber gut fühlt, hat mehr .Ansehen im Himmel als ein gefühlloser Schriftgelehrter. Nicht das Wissen entscheidet über den Rang eines Menschen, sondern die Reinheit und Weihe seiner Seele. Zur Zeit des Ropszycer herrschte eine peinliche Aufregung. Es waren innerhalb eines Jahres mehrere junge Frauen in Kindesnötcn gestorben. Jede Frau im Zustande der Mutterschaft sah mit zunehmender Angst ihrer heranrückenden Stunde entgegen. Der Rabbi vermochte nicht, den Würgengel, der sich diese junge Frauen zum Opfer ausersehen hatte, zu bannen. Doch dm Erew-Jomkippur verrichtete ein iniwissender Dorfsmann sein Nachmittaggebet, und er irrte sich im ..stillen Achtzehngebet" bei den Jahressegen. Er las „iwurech ne schufen»-), kann schind), Hatowes liwrachah, boroch ata haschem meworcch h a n u s ch i nt"*) (Und segne unsere Weiber wie die guten Weiber, gepriesen bist du Ewiger, dir segnest die Weiber). Ws der Ropszycer das stille Gebet beendet hatte, wendete er sich zur Menge und fragte: „Wo ist der Mann, der jetzt so inbrünstig das „stille Achtzehngebet" verrichtete und anstatt meworech haschunim — meworech hanuschim gesagt hat? Der Mann hat oas im himmlischen Gerichtshof auch für das' neue. Jahr beschlossene Verhängnis über die Weiber rückgängig gemacht, und was die Zadikim abzuwenden nicht vermochten, ist nunmehr abgewendet worden." — Diese ideale Lehre kann noch durch folgende chassidische Geschichten veranschaulicht werden. An einem Sabbat, da bei Rabbi Meier von Przemyslany viele Chassidim anwesend waren, wurde ein Rabbiner, der nicht in besonders gutem Rufe stand, zur Thora gerufen. Er hatte die Thorarollenholzgriffe mit in den Gebetsmantel eingewickelten Händen angefaßt. 'Als nach ihm ein Dorfjude aufgerufen wurde, glaubte dieser in seiner „Schüchternheit ebenfalls die Hände einwickeln zu müssen. Da sprach der Rabbi: „Du Narr, bei einem Rabbiner kann cs sich treffen, daß er mal Bestechung nimmt, da muß er die Hände einwickeln, du gibst Zedokoh! (Almosen) mit deinen Händen, darfst also die Thora dreist anfassen." Rabbi Lewi Jizchak von Bardytschew übernachtete einmal in einem Gasthaus, wo mehrere Kausleute wegen des Jahrmarktes anwesend waren. Niemand kannte den Rabbi. Am Morgen, da die Kaufleute auf den Marktplatz gehen wollten, verrichteten sie das Gebet. Weil aber nur ein Paar Tfilin im Gasthaus vorhanden waren, verrichteten sie, damit sie sich nicht verspäteten, das Gebet sehr eilig, wodurch die Deutlichkeit der Anssprache herabgemindert wurde und die Worte in einem nnverstäitdlichen „Ba, ma" ausklangen. Das verdroß den Rabbi. Er rief die Leute zu sich, und als sie vor ihm standen, begann jer zu murmeln: ,Ma ma, ba ma". Die KanfleUte hielten ihn für einen Verrückten und kchrten ihm den Rücken. Da sprach der Rabbi zu ihnen: „Ihr versteht nicht nwine Worte? Habt Ihr doch selbst mit solchen Worten das Gebet l) Deutschen, moderne Juden. richtig schrwsenu (unsere Jahren). 3) richtig laschunim (wie die Jahren). -*) richtig Haschunim (die Jahren). Nr. 9. -- . — ■ -— - vor cheM-WiMen:WeUenschöpfer verrichtet und mit oiesc» unvÄstäNdliHen Lauten den Ewigen angrfleht?" Einer der Kaitflcute erwiderte: „Seht Ihr mW, wie daS säugende Kind in der Wiege liegend plappert: „Ba ma, ba ma", und wenn'alle Weisen der Welt kommen, werden sie , nicht verstehen, was das Kind verlangt, — doch der Vater und die Mutter wissen es gleich. Nun, wir sind ja die Kinder Gottes, und er ist unser Vater, daher versteht er auch unser Plappern, wenn wir es nur mit Herz und Innigkeit verrichten." Der Rabbi war über diese Antwort außerordentlich erfreut rnid erzählte diese Geschichte von Jahr zu Jahr am Neujahrsfest vor dem Schoferbkasen. Aber nicht nur das inbrünstige Gebet, sondern jede Handlung, die mit Innigkeit verrichtet wird, rührt die hohen Regionen und vermag im Himmel Eindruck zu machen. Die Tochter des Baalschem Hudel war viele Jahre kinderlos. Sic drang immer wieder in den Vater: „Tn segnest Weiber, und Dein Wort geht in Erfüllung-, segne auch mich." Doch Baalschem vermochte ihr, seinem Fleisch und Blut, nicht zu helfen. Als einmal am Simchas-Thora die Chassidim sich in stille Verzückung und große Extase hineingetanzt hatten, zerriß dem einen sein Pantoffel, und er schrie zu Baalschems Tochter in ruthenischeir Sprache: „Hudel, gib mir eine» Pantoffel, so wirst du ein Kind haben." Als Baalschem dies vernahm, sprach er zu seiner Tochter: „Schnell, gib ihm einen Pantoffel!" Sir lief, suchte überall nach einem Pantoffel, kehrte, aber mit leeren Händen zurück. Inzwischen, zerriß dem Chässid der zweite Pantoffel, und er sprach nochmals „Hudel gib mir zwei Pantoffel, und du wirst zwei Kinder haben." Sie gab ihm ihre Pantoffeln und zog sich barfüssig zurück. Kein Jahr war vorüber, und Hm>el hatte ein Zwillingspaar geboren. Es sind dies die später berühmtgewordenen Brüder Rabbi Mose-Chaim-Efraim von Sdilkaw, Verfasser des Werkes ,Me Fahne des Lagers Efraim", und Rabbi Baruch ’ von Medziborz. Die Sätze der Weisen: „Die Nächstenliebe überwiegt die ganze Lehre", — „Alle Juden sind Bürgen für einander", und „Ein Jude, wenn er auch Sünder ist, blerbl dennoch Jude", fanden in Baalschem ihren treusten Vertreter. Als ihn eininal eilt Cyassid um Rat fragte, da sich sein Sohn von'Gottes Wegen abgewendet hatte, antwortete er: „Du sollst ihn mehr lieben." Und als er als Gesandter der Rabbinen im Jahre 1759 sich, am Disputmit Jakob Frank beteiligte und die Worte dieses Bösewichtcs, der seinen ehemaligen Glauben verunglimpfte, vernommen hatte, äußerte er sich weinend: „Solange ein Glied am Körper haftet, lebt >es, und wäre es noch so krank, und cs lebt dre Hoffnung, daß es gesünde. Schneidet man es aber ab, so hat man jede Hoffnung auf Gesundung abgeschnitten." Denn bis dahin hoffte er noch immer aus die Umkehr Franks und seiner Anhänger. (Fortsetzung folgt.)! Brief an» vert Tru trgu ist, msß gier die vers nisd sche Pox spn der „cck zeid kam für nur im der nad Wal ver! neui hält schli das Har hat, Ort grla ortl Jisi tun; run mit beit Zio tori Par die Boi Ter Krieg mit Rumänien dauert nun schon bald 18 Monate. Wenn man sich bereits über «in Jahr in dem'von deutschen Truppen besetzten Gebiete aushält, so wird man sich als Jude natürlich in erster Linie für das Leben seiner Stammesgenossen interessieren. In nähere Berührung mit ihnen bin ich eigentlich erst kurz vor dem vorigen Pcssachfest gekommen. Als meine Nachbarn — säst durchweg Kaufleute — damals erfuhren, daß ein jüdischer Soldat in ihrer Nähe wohnte, da hagelte es förmlich von Einladungen für die Sederabende. Diese große Gastfreundschaft, die ich seitdem immer der auch an anderen Orten bei ' ~ ' - wieder auch an anderen Orten bei den Juden antraf, ver, dient ganz besonders hervorgehoben zu werden. Man muß nämlich dabei die Verhältnisse-berücksichtigen, unter denen die Juden Rumäniens seit der Okkllpatron zu leben ge zwungen sind. Der Uebersluß hat aufgehört, die Ernäh rungsverhältnisse sind außerordentlich schwierig geworden. UM so höher sind daher auch diese Einladungen , zu bewerten; sie zeigen, wie stark in allen diesen Schichten das jüdische Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt ist. Selbst in den assimiliertcsten Kreisen, in denen ich auch viel verkehrt habe, genügt es, Jude zu sein, um mit beson. derer Freundlichkeit ausgenommen zu werden. Noch nie ist es mir so zum Bewußtsein gekommen wie hier in Rumänien, daß-außer den gemeinsamen Berfolgungen als wichtiges Bänd die Stimme des Blutesdas jüdische Herz, uns so innig mit binanber' verbindet. Wozu sich, Jed reg« frei Sn Ger und Mit nat erhi den eini der» U, 4 u Ru, stig die So Wa St< Rai Bu in biei lau Plr da erst viel theoretisieren, ob die mchtdeutschen Judev»> w mtfovj» fftrfihpi*-fttih Ttbor ntrfifO <7\a2 unsere Brüder sind oder nicht? Das kann-man nur, praktisch selbst erleben. Dann steigt einem erst eine Ahnung auf, welche Bolkskräft in diesen jüdischen Massen 'sitzt. Aber gerade deswegen fürchtet sie die rumänische Regierung, siefürchtet vor allem diejüdische Intelligenz. Man tann sich: wirklich kaum einen Begriff machen, wie sehr der „echte" Rumäne den Juden verachtete DerZigeuncr kann alles .werben; aber der intelligente Jude'hat bereits die größte Schwierigkeit-beim Eintritt in ' das'Gymnasium zu überwinden. Erst werden die rumänischettMüder berücksichtigt, bleibt dann noch,ein Platz, siei,.so-kann nach Genehmigung des Kültusmiinskers auch ein jüdischer Schüler zugrlassen wcrden. Ganz zu schweigen von der Zulassung zum medrigsten Staatsamt, zur. Advokatur und anderen Berufen. Hier sind Juden-eo ipso Ausgeschlossen. Man könnte noch viel erzählenvon derjüdischen Volksschule, von der dauernden-Belästigung durch-: den rumänischen Inspektor; obgleich die Regierung, nicht «inen Pfennig beisteuert. Auf dem'Lände rst den-Juden 'der ' Erwerb jeglichen Grundbesitzes verboten,' - sossa^dLs Blöße Wohnew-in Len TPrfern-istsihnen Metzttch nichp^estattet. Wo.es doch-einmal, ausnahmsweise-vorkommt, .da.--,schwebt Mru«H7LM'Schwert der 'AaswüMgMber 'MÄnOLDe, üdiefn4M^lMichM-fiW»ÄM«tNrn^Vdn der WnnM»Kjewetligen Kräfenen abhängig. Or (88 D Mi jüt mö der ble bis der Kr bei go ich mr