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Neue jüdische Presse · 1918-01-04 · Heft 1 (4.1.1918) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
16 (1918)
Issue
Heft 1 (4.1.1918)
Date
1918-01-04
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 8. Auch das wirtschaftliche Leben der polnischen Juden war sehr deprimierend. Jeder Jude war der Laune seines Puritz (polnischer Edelmann, Ritter), des Gutsherrn, ausgesetzt. Das eine Mal muhte er ihm ma jufis (ein Sabbattafellied, das von den polnischen Juden mit besonderem Pathos gesungen wird) singen, ein anderes Mal als Zielscheibe seines Unmutes zu allerlei Späjsen — nicht selten auch, daß er ihm den Hut vom Kopf herunterschob! — dienen oder wurde wegen nicht pünktlicher Einzahlung der Pachtrate für das Wirtshaus mit Weib und Kindern ins Gefängnis geworfen. Die Seele des schwer geprüften Volkes schmolz dahin aus Mangel an Vertrauen, aus geistiger Unsicherheit, aus innerer Unordnung und äußerer Bedrängnis, — es fehlte ein Führer dxs dem Sinken nahen Schiffes. Es war ein Glück für das Judentum, jedenfalls für das Ostjudentum, daß gerade um diese Zeit Rabbi Israel Baal-Schem-Tow (1698—1759) auftrat, der eine geistige Revolution hervorrief, indem er einen neuen Weg zu Gott bahnte, der besonders auf den einfachen Mann berechnet war. Denn er pries nicht die Gelehrsamkeit, sondern die gute Tat als die höchste Leistung des Menschen. Ein inbrünstiges Gebet galt ihm mehr als ein theoretisches, andachtsloses Vertiefen in den Talmud. In der Brust Rabbi Israel Baalschems glühte eine wundertätige Liebe zu seinem Volke, die nur wenigen auserwählten Volksführern eigen war, und er, der seit seiner Kindheit ein Freund der Pflanzen, der Kräuter und Wurzeln war, ging aus, Pflanzen, Kräuter und Wurzeln zu sammeln, um innerhalb seines Volkes ein neues geistiges Leben anzupflanzen. Der Lehrergehilfe, der „Behelfer" von Ollrp, grub nach Quellen, die lange verschüttet gewesen waren, um die verdurstende Seele seines Volkes zu erquicken. (Fortsetzung folgt.) Der koumirude Friede und die Judeusrage. Pa«l Axelrod, Altmeister des Sozialismus in Rußland und Vertreter der Menschewiki und.des Arbeiterrates im Organisationsiomitee der Stockholmer Konserenz: ,,. . . Die nationale Anerkennung und Gleichbcrechtigung der Juden ist für das demokratische Rußland ebenso selbstverständlich als ihre Gleichberechtigung als Bürger. Was Rumänien betrifft, so könnte eine Aenderung im Verhalten des offiziellen Rumäniens zu den Juden nur durch eine wirksame internationale Kontrolle erzwungen werden. Eine solche Kontrolle zu schaffen, ist Aufgabe des internationalen Sozialismus. Wird der Friede unter dem Einfluß des internationalen Proletariats, zustande kommen, so wird man von der rumänischen Regierung weitgehende Verpflichtungen in bezug auf die Behandlung der Juden erlangen können. Bon einem durch Diplomaten ohne Einfluß der Demokratie geschlossenen Frieden dagegen sind hier keine wesentlichen Verbesserungen zu erwarten. Mit der Judenfrage in Polen und Galizien muß sich das internationale Proletariat ernst befassen. Ich stehe hier vor einem Wtsel. Ich kann es nicht begreifen, wieso man in einem Lande, wo eine proletarische Partei seit so vielen Jahren bestehtdie noch marxistisch sein Kill, dem Antisemitismus gegenüber so tolerant.sein kann. Daß der Antisemitismus rohester Art den Geist eines Volkes umnebeln konnte, das so Anspruch erhebt auf seine zivilisatorische Rolle in der Menschheit und das ja tatsächlich auf große Traditionen Hinweisen kann, kann ich mir gar nicht erklären. Leider bestätigen mir durchaus vertrauenswürdige Beobachter und einwandfieie Dokumente, daß der Antisemitismus eine ungeheure Macht über die Geister in Polen erlangt hat. Das internationale Proletariat wird hier einschreiten müssen. Die Internationale wird sich bei Liquidierung des Krieges getreu ihren Ideen für die Züchte der Juden in Polen mit stärkster Energie einsetzen müssen. Ich denke hierbei sowohl an die bürgerlichen Rechte der Juden als auch! an ihre Rechte als der zahlreichsten nationalen Minderheit in Polen. Möge doch der polnischen Arbeiterklasse die Tatsache zum Bewußtsein kommen, daß das jüdische Proletariat für die Freiheit sowohl in Rußland als auch in Polen die schwersten Opfer gebracht hat, und daß es schon deswegen darauf Anspruch, hat, in seinem Kampfe für die jüdischen Rechte von seinenpolnischen Klassengenossen kräftig unterstützt zu werden. Was von den Polen gefordert werden muß, ist vor allem, daß sie die Juden leben lassen, dann aber auch die Anwendung des Prinzips des nationalen Selbstbestimmungsrechtes auf die jüdische Bevölkerung, die nationale Autonomie auf personaler Grundlage. . . . Was den Zionismus betrifft, so hatte.ich leider keine Gelegenheit, diese Frage gründlich zu studieren und muß gestehen, daß nicht zwei, sondern drei und vielleicht mehr Seelen in meiner Brust kämpfen. Wenn ich mich dem Traume von einer glücklichen vereinigten Menschheit hingebe, so scheint es mir, daß es um die Energie schade ist, die die Juden auf ihr Kolonisationswerk in Palästina verwenden. Aber angesichts der harten Tatsachen der Wirklichkeit, der Pogrome und Judenverfolgungen aller Act, regt sich in mir das Gefühl für Palästina und der Wunsch, die Verwirklichung des Zionismus als eines Rettungsankers für das unglückliche Volk zu sehen. Wie oft scheint mir das Schicksal des ärmsten Volkes der Erde beneidenswert, das auf eigener Scholle sitzt und ein bestimmtes Territorium als sein unbestrittenes historisches Eigentum bezeichnen darf. lieber die Aussichten des Zionismus traue ich mir kein festes Urtell zu. Die konkretes Forderungen der Jichen in bezug auf die Palästina-Kolonisation aber, wie sie in der Erklärung der 'Delegation des Jüdischen Sozialistischen Arbeiterverbandes Poale-Zion zu der Swckholmer Konferenz formuliert wurden, halte ich für durchaus berechtigt. Die unbehinderte kolonisatorische Betätigung der Juden in Palästina muß jedermann fordern, der auf dem Boden der demokratischen EmigrationSpolitik steht." > Aehnlich äußern sich Gustav Möller, Sekretär der Sozialdemokratischen Partei Schwedens und Reichstagsabgeordneter, ferner P. A H a n s s e n, Ehefredakteur des Stockholmer „Sozialdemokraten", endlich S. Z o r i a n, Delegierter der Revolutionären Armenischen Föderation, zur Stockholmer Konferenz, der besonders die Notwendigkeit und die Möglichkeit der jüdischen Kolonisation Palästinas hervorhebt und von ihr eine günstige Rückwirkung auf die Lage und das Ansehen der Juden in allen Ländern erwartet. Zar Lage der russischen Jade«. Von S. Abramowitz (Mendele Mocher Seforim), Odessa. Folgender dem Odessaer jüdischen Blatte „Unser Leben" entnommener Aufsatz des dieser Tage verstorbenen Nestors der jüd. Literatur ist äußerst kennzeichnend für die berauschende Wirkung der Judenbefreiung auf die besten Söhne des Judentums in Rußland. Das Zurückdrängen der von der ganzen zivllisicrten Welt in der letzten Zeit angeschnittenen Palästinafrage seitens solcher russischen Juden erscheint uns dennoch! nicht ganz gerechtferttgt. An meine lieben Juden und Bürger des großen befreiten und die Welt befreienden Rußlands! Bei der Betrachtung euerer Lage während der Befreiung von der gräßlichen jahrhundertelangen Knechtschaft und der großen Gefahr, die nach der Befreiung besonders über euch, jüdische Kinder, geschwebt hat, kommt mir unwillkürlich ein Vergleich eurer jetzigen Lage mit der Lage der Juden bei ihrem Auszug aus Egypten, da ihnen die Gefahr drohte, wieder in die Hände ihrer Feinde zu geraten, wieder Knechte zu werden Und aufs neue in das Joch gespannt zu werden.' Ich sehe in Gedanken lebhaft das BUd jener Zeit: eine Landschaft mtt kämpfenden Truppen; ein rauschendes Meer, das vom Geschrei und Geheul tausender von Menschen übertönt wird. Da wimmelt es von Juden, die miteinander streiten und sich wie verrückt gebärden. Ein niedergeschlagenes, verkrüppeltes und abgehärmtes Volk, das jahrhundertlang in tiefster Sllaverei schmachtete, steht wie eine scheue Schafherde mit gesenkten Köpfen und in Verzweiflung gefalteten Händen. Sie spähen nach einem Fleck, wohin sie sich flüchten und ihr Leben retten könnten, aber vergebens ist ihre Mühe. Vorn das Meer, hinten im Rücken stark bewaffnete Heerscharen, beritten und zu Fuß, die mit Spieß und Bogen den Juden nachsiellen. Ein Tumult, ein Gewirr und Gemurr ringsumher. Das Volk flieht kopflos nach allen Seiten. Da ertönen einige Stimmen aus der Menge: Soll dieser unser Führer sein? Ans Meer hat er uns gebracht. Sag uns nun, Rabbi Mosche, wo ist denn dein versprochenes Land Chanaan, wo sind denn deine Felder und Weingärten? Ruhen sie vielleicht hier auf dem Meeresgrund? Eine andere Schar unter der Leitung von Dathan und Awiram hetzt das Volk auf, an Mose die Frage zu richten, warum er die Juden nicht den näheren Weg durch das Land der Philister geführt hat. Hört nicht auf die Rädelsführer, Aufhetzer, ertönt die Stimme einiger älterer, ehrbarer Juden. Da, lest, was in der Zeitung der Philisterstadt Gath steht: Sewed, Schuselach und Oeser gingen einmal auf den Weg nach dem Philisterland, da wurden sie von den Einwohnern von Gath niedergemetzelt, und ihr Gebein wurde auf den Sttaßen verstreut. Ihr alter Vater Esiaim trauerte über sie eine lange Zeit. ' Nieder mit Mosche! Nieder mit seinen Anhängern, die das Volk beherrschen wollen, schrie ein Haufen aus dem Volke. Lieber wollen wir Knechte bei Pharao sein als diesen Tyrannen Folge zu leisten. . % Die Juden stehen mit gefalteten Händen, sie tvissen nicht was sie sollen, und wollen auf die Sttmme der Aeltesten nicht hören. Moses ist erzürnt, schreit, versucht im guten und bösen die Juden zu beschwichtigen, aber alles ist vergebens. Was schreist du zu mir! — vernimmt er die Stimme Gottes. — Durch Schreien und Wehllagen wird euch! nicht geholfen werden. Rede zu den Kindern Israels da§ herbe und entscheidende Wort: Ziehet hin, fort, ins Meer hinein!" : Und Moses tritt hervor mit einer begeisterten Rede an das jüdische Volk: Stellt euch in Reih und Glied und seht Gottes Hilfe, die euch heute zuteil werden wird. Ins Meer hinein . . . Jetzt ist die entscheidende Stunde eueres Lebens und des Lebens eurer Nachkommen bis in alle Zeiten. Faßt alle eure Gedanken und Sinne zusammen, daß ihr euch nicht verrechnet, freie Bürger. Zweierlei Gefahr schwebt vor euch: Vorne das Meer, dort droht euch die Gefahr des Ertrinkens. Hinter euch ist Pharao mit seinen Heerscharen, die euch wieder in die Knechtschaft bringen, zu Tieren, zu ewigen Sklaven machen wollen. Nun überlegt euch, meine lieben Brüder, und wählt eines von beiden: Jetzt seid ihr, Gott sei Dank, keine Knechte mehr, sondern freie Menschen. Ich!, euer Freund, der euretwegen sein Lüben der Gefahrausgesetzt, der für eure Befreiung sein Leben aufs Spiel setzte, der euch nur gutes wünscht, ich euer Freund und Führer, rate euch! vom ganzen Herzen: Ziehet in Gottes Namen ins Meer; furchtlos im Gottvertrauen könnt chr alles erreichen. Gelingt es euch, das jenseitige Ufer des Meeres zu erreichen, dann bleibt ihr unsterblich, geehrt und gepriesen in der Geschichte aller Zeiten. Ihr, eure Kinder und Kindeskinder werden nicht nur selbst befvett, sondern auch Weltbefreier werden; gesegnet von Gott und den Menschen. Ar. 1. Nun werdet ihr einwenden: Vielleicht'gelingt es nicht? — Aber was kümmert eS euch! Lieber noch als freier Mensch untergehen, denn als Knecht, als Vieh hinaufzukommen. Hört nicht auf das Gerede des Pöbels.vom eigenen Boden und dgl-, wozu die Zeit noch nicht gekommen ist. Sie sind wie das Küchlein, das erst aus der Schale geschlüpft, die Welt noch, nicht ordentlich angeschaut hat und doch schon auf seine Scholle spuckt und in einen finsteren Winkel sich verkriechen will. Dathan und Aloiram sind nicht nur Bösewichter, sondern auch große Toren. Da kaum erst der Baum der Freiheit gepflanzt worden, wollen sie schon seine Früchte genießen. Wie die Kinder rütteln, schütteln und zerren sie den Baum hin und her, damit er entwurzelt zu Boden fällt. Soeben vom Joche befreit, wollen sie es wieder auf sich nehmen. Jnr Gottes Namen, sage ich euch, fort ins Meer, marsch, marsch, liebe Brüder! Kucharzewski und sie Juden Polens. (Bericht unseres Korrespondenten.) ' Warschaus 20. Dezember. Die polniich-jüdischen Beziehungen haben in den vergangenen Monaten keine merlliche Aenderung erfahren. Nichtsdestoweniger ist eine Entspannung der bestehenden Verhältnisse immer dringender geworden. Es ist jedem Einsichtigen llar, daß die Milderung des Gegensatzes zwischen Polen und Juden eine Voraussetzung für eine gesunde Kvnstittlierung der polnischen Staatsstruktur ist. Aber der gute Wille, ftiedliche Nachbarn zu werden, wohl bei den Juden vorhanden, oft und deutlich betont, mangelt offensichtlich dem großen Teile der Polen. Polnische Politiker haben tatsächlich eine feindselige Haltung gegenüber den Juden eingenommen, was oft — und darüber klagte jüngst ein polnisches Blatt — einer erstaunlichen Unwissenheit der jüdischen Wünsche und Verhältnisse entsprang. Bei der Einsetzung des provisorischen polnischen Ministeriums blieb die Frage offen, welche Stellung diese zeitweilige, dennoch der Bedeutung nicht entbehrende Staatsbehörde gegenüber den Juden, die doch eine Minorität von 15»/v bilden, einnehmen würde. Eine Antwort auf diese allgemeine Frage in großen Umrissen versuchte der neue polnische Ministerpräsident Jan Kucharzewski in einem Gespräch, das er am 4. Dezember Vertretern der jüdischen Presse Polens gewährte, zu geben. Das provisorische Ministerium war damals noch nicht im Amt, so daß die Ausführungen des Ministerpräsidenten, wie er selbst sagte, als seine persönlichen Ansichten aufzufassen sind. Die Grundsätze, die das neue Polen gemäß seinen demokratischen Prinzipien gegenüber den Juden anwenden .werde, ist laut Kucharzewskis fester Meinung die bürgerliche Gleichberechtigung und die Schonung kultureller und religiöser Eigenart unter Wahrung des polnischen Charakters und der polnischen Einheit im künfttgen Staate. Kucharzewski kam auf die Dumawahlen 1912 und seine hierbei gespielte Rolle zu sprechen, die bekanntlich ein unangenehmes Aussehen in weiten Kreisen der polnischen Judenheit erweckt hatte und verwahrte sich gegen das dmnals gegen ihn als einen „Feind der Juden" verbreitete Mißttanen. Seine Stellung zur Judenfrage in jener Zeit sei der heutigen gleichgeblieben, da er auch damals aus dem Standpunkt der jüdischen Gleichberechttgung gestanden habe. Auf die gegenwärtigen Verhältniffc zurückkommend, drückt der Ministerpräsident seine Freude über die loyale Haltung der Rabbinerkonferenz aus. Die Stellung der Juden Polens zu dem neuen Polen ist gerade zur Zeit ein außerordentlich wichtiger Punkt, und gerade Las den Juden zum Bewußtsein zu bringen, sei eine Pflicht der jüdischen Presse. Der Ministerpräsident ist der festen Ueberzeugung, daß jede von außen kommende Regelung der polnisch-jüdischen Beziehungen nutzlos und als ein Eingriff in die polnische Unabhängigkeit angesehen werden würde. Er hoffe, schloß Kucharzewski, daß das polnisch-jüdisch: Verhältnis in dem selbstständigen Polen eine normale Regelung! sinden werde. - >•= •' ■ : Die;Aeußerungen Kucharzewskis dürfen als ein Versuch, mit den polnischen Juden in nähere Verbindung als bisher zu treten, gewertet werden. Zweifellos ausiichtig gemeint, sind sie deshalb zu begrüßen, weil hier zum ersten Mal eine offizielle polnische Persönlichkeit es bekundet, offen zu den polnischen Juden zu sprechen und sie nicht mehr mit möglichstem Stillschweigen zu übergehen. Was den praktischen Inhalt der Rede Kucharzewskis anbelangt, so ist ein gewiffes Entgegenkommen bezüglich der bürgerlichen und religiösen Rechte zu bemerken, nicht aber der nattonaljüdischen Forderungen. Er will nur einen Einheitsstaat. So steht -die nattonale Judenheit Polens dem polnischen Ministerium mit abwartender Zurückhaltung gegenüber. Ihre wettere Haltung hängt selbstverständlich von den Ereignissen und den Taten der Regierung, von der Berücksichtigung ihrer aus dem Geist der Zeit geborenen nattonalen Forderungen ab. Einige. Tage darauf erschien beim Ministerpräsidenten eine Rabbinerdelegatron im Namen der neugegrünbeten „Agudat horabonim". (Bergl. hierzu den Bericht über Lie-Rabbinerkonferenz im „Familienblatt" Nr. 47 vorigen Jahres D.. Red.) Kucharzewstt äußerte sich ihr sieundlich gegenüber und antwortete auf die Reden der Rabbiner aus Lodz und Kalesy unter anderem: er keime wohl die Notwendigkeit im jetzigen entscheidenden Augenblick eine Einigung aller Bürger Polens herbeizuführen und werde bestrebt sein, auf die besonderen religiösen, kulturellen und sogar gewisse andere Bedürfnisse der Juden Rücksicht zu nehmen, im Rahmen der vollen polnischen Staatseinheit. Aehnlich sprach sich Kucharzewski einem Vertreter der „Voffischen Zeitung" über dieJudenfrage in Polen aus. ' ' l' .j,

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