Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 15 (1917)
- Issue
- Heft 47 (14.12.1917)
- Date
- 1917-12-14
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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I r \ Sette'2. X :r . P ' iwinjB, aleichsm» eät 83fer Sfran», fiten 6<n Hbriö«« KL» Juden rnä Einheit schreiten mußten. Im Knnpf um die jüdische Kultur war es das ausgesprochene Gemeinschaftsgefühl, daS dieHasmonäer gegen den so mächtigen äußeren Feind: die griechische Kultur kämpfen und Len Kampf gewinnen ließ. ~; - Nur fobmge die nationale.Idee rein und bewußt blieb, konnte das Judentum sich in der geschilderten Bahn bewegen. Mit..der Abnähme, dieses Gefühls trat eine Stpgnätion. ein. W fehlte das belebende und erhebende nationale Bewußtsein. Erst mit dem Wiederbeginn des Na- ÄmrälisimrS.seit N. Krochmal, Rappapor.t (Schir), S. D. Lüzzat, Zunz m a.,'ward Her zerrissene Hoden wieder anßeknupst. . Das nationale Bewußtsein gab den Makkabäern die . Möglichkeit, gegen die anstürmende verlockende griechische Kulvüc.rhr eigenes Geistes- und Volksleben zu verteidigen. Das gegenwärtige Geschlecht wich es befähigen, das Judentum, zu verinnerlichen und zu neuer Blüte im Lande der Väter zu bnstgen. ' den Jeyhune. Die Euteute ««d der Zionismus In der Unterhaus-Sitzung vom 19. November stellte ein Abgeordneter an den Außenminister Balsour die Frage, ob der Wunsch der englischen' Regierung, ein nationales Heim der Juden in Palästina zu errichten, den vechündeten Regierungen bekannt sei. Die Antwort lautete: Betreffs dieser Angelegenheit ist den verbündeten Mächten keine offizielle Mitteilung' gemacht worden, doch glaubt die Negierung Seiner Majestät, daß die verbündeten Regierungen darin mit der englischen Erklärung übereinstimmen. Die Regierung S. M. hofft, daß ein Ergebnis dieses Krieges die Schaffung eines nationalen Horms für das jüdische Volk in. Palästina sein wird. - ' Au dieser Frage bringt die* „RusKja Wjedomosti" in Petersburg eine wichtige Meldung aus London: Auf einer zionistischen Versammlung.teilte Wedgewood mit, daß die französische Regierung mit dem Plan eines national-jüdischen Staates in Palästina sympathisiere; sogar der Vatikan habe hierin, sein Wohlwollen bekundet. f Der Widerhall der evglische» ErklLruvs für de» Zio«iSmus. In-. ' - Englmid Y»ahm nach einem Telegramm des Stockholmer jüdischen Preffebuveaus die allgemeine und jüdische Presse hie Er» rlä rung Balftrurs, daß England bereit sei, dem jüdischen Volke zur Errichtung eines nationalen Heims in Palästina xn verhelfe», mit großem Beifall auf. Unter der Juden- . heit Englands rief die Erklärung eine allgemeine Be- - geisterung hetvor.' Eine große..Anzahl von jüdischen Organisationen richtete Dankresolutionen an die Regierung. In vielen Synagogen wurden zur Feier der offiziösen Erklärung' Gottesdienste abgehaltcn.. . In ' V :• ' - Amerika hat die offiziöse, englische Ikunbgebung, .wie der. „Nieuwe Courant in dem Haag", laut.einem Washingtoner Bericht der ^,Times" mewet, unter der dortigen Judenheit eine - ungewöhnliche Begeisterung erweckt Der Zionismus umfasse 90$» der Juden Amerikas. v ’ Das neutrale Ausland. Die neutrale Pptzse nimmt fast durchweg zu der eng- , wüschen Sympathie^rktärung für den Zionismus eine freiznd- Y liche Stellung und betrachtet in längeren Aufsätzen. die Bedeutung des Balfourschcn Briefs und die Aussichten - des Zionismus. - Ae deutsche Presse hat zum großen Teil die englische Erklärung wiedergegebeu und beginnt, sich zu diesem Ereignis und im Anschluß daran zn den Plänen Des Zionismus zu äußern. Die „Berliner MorLenpost", dir „Berliner Allgemeine Zeitung" mch die berliner Börsenzeitnng". befafsen sich eingehend mit dem Briefe Balfvurs und der Stellungnahme der deutschen Zionisten. Hierbei werden .die Erkmrungen der „Jüdischen Rundschau", die bei aller Betonung der großen Wichtigkeit der englischen Erklärung «ne strenge Neutralität bekunden, geprüft und gewürdigt. Die. genannten Blätter verhallen sich diesen Ausführungen gegenüber durchaus freundlich und wünschen ein« Förderung der zionistischen Bestrebungen seitens der Mittelmächte. - Ebenso bringen bie berliner Bolkszeitnng", 6ei Rudolf Mosse verlegt und die „Deutsche M o rgonzeitung" ausführliche, informierende Aufsätze über den Zionismus und schließen mit einer Aufforderung an die Zentralmächte und die Türkei, die zionistischen Pläne zn ihrem eignen'Wohl zu unterstützen. Äon besonderer Bedeutung erscheinen die- Aeußernngen des angesehenen Zentrumsblattes »^kölnische B vl k sz e i t u n g". Nachdem das Blatt die Haltung der deutschen Zionisten festgestellt hat, schließt es wörtlich: ,Man darf annehmen, daß die MittelmächteAriesen Wünschenmit Wohlwollen geaenüberstehen, natürlich immer in der Voraussetzung, daß Palästina Bestandteil eines starken und gesicherten türkischen Reiches bleibt und allen Bekenntnissen gleiche Bewegungsfreiheit bietet." y-,' Der fü-ische Ratiovalfo«dS. ..Das Grundprinzip deS.J.N.F., seinen Boden nicht verkaufen, sondern ihn zur Bearbeitung in der Form. Dauerober Erbpacht zu vergeben, bildet dw Erfül- ,ber Gebote der Bibel: ^.Jhr. sollt baS' Land nicht .«oiLljch^ -dMw MKsMrdaS Hemd.Mr Md wt* Lanbsaffen und Snsiedlßr bei mir." Der »igentllch» Beeder beS JN.F., Thoodor Kerzl, erblickte im nationalem neigentum das sicherste' Mittel, damit die jüdische Neubesiedlüng Palästinas zur Einrichtung nicht nur einer neuen, sondern auch einer gerechteren Gesellschaft führe.!n ■ ■ .. .. . Y;- Aber auch dieses Grundprinzip allein gibt die Mög- Mkeit, in.Palästina diejenigen Elemente Xdes jüdischen Volkes anzusiebeln, aus denen die freien jüAschen Farmer und Landarbeiter, welche das Land mit ihren e i g ein c n Händen bearbeiten, hervorgehen werben. Denn nur/ wenn jüdische Hände in Palästina den Pflug führen uyddie Hacke schwingen, wird das Land jüdisch sein. Um ein Land zu kolonisieren, sind drei Dinge erforderlich: Boden, Kredit und Dauern. Andere Völker bedürfen nur der zwei ersten Faktoren: an Menschen, die fähig sind, den Boden zu bewirtschaften, haben sie kttne'n Mangel. Wir müssen nicht nur für den Boden und den nötigen Kredit sorgen; uns fehlt auch der fertige, sozusagen-geboren« Farmer. Er kann nur im Prozesse der Arbeit entstehen. In dem Maße wie' dchn jüdischen Einwanderer Arbeitsmöglichkeiten verschafft werden, in dem gleichen Maße wird das Menschenmaterial geschaffen, aus dem der jüdische Landbebauer entstehen wird. Der J.N.F. sorgt für die zwei wichtigsten Faktoren einer systematischen Volkskolonisation — für das Land und seine Bebauer. Die Wirtschaften des J.N.F. sind die wichtigsten Stützpunkte der jüdischen Arbeit im Lande geworden. Der Landbesitz des J.N.F. ist noch! nicht groß, im ganzen etwa l°/ö der. gesamten jüdischen Erde in Palästina. Aber er beschäftigt 20—25°/, aller jüdischen Arbeiter Palästinas und gibt weiteren Hunderten von jüdischen Arbeitern durch seine Arbeitersiedlungen die Möglichkeit einer Existenz als Lohnarbeiter in den privaten Kolonien. Zu diesem wichtigen Regler der jüdischen Landarbeit ist der J.N.F. geworden durch das kombinierte Zusammenwirken mit seinen drei Zweigfonds, die im .Laufe der.Jahre entstanden sind: dem Baumfonds (Herzlwald), dem Genossenschaftsfonds (inkl. Pionierbeitrag), dem Arbeiterheimstättenfonds. Einige Zahlen werden am besten die kolonisatorischie Arbeit des J.N.F. in der ersten kurzen Periode von 6 Jahren (1908/9 bis 1913/14) veranschaulichen. Ende 1914 besaß der J.N.F. ein Vermögen von 5,130,000 Francs; damit hatte er das Grundkapital (von 2 Millionen Lstr.) erreicht, mit dem bei seiner Gründung (30. Dezember 1901) gerechnet worden war. Es ging nicht so schnell, wie-Theodor Herzl sich das Wachstum der von ihm geschaffenen Volksinstitutionen vorgestellt hatte. Es dauerte fast 13 Jahre. Don den über 5 Mtllionan Francs waren Ende 1914 in Palästina ca. 3/?Ö0,000 Francs Francs investiert, oder fast 72°/,. 25°/, seines Vermögens muß der Nationälfonds ständig in Reserve halten. Die Investitionen des J.N.F. in Palästina lassen sich in fünf Gruppen einteilen: 1. lieber 1 Million Francs sind in den Ländereien investiert, die durch Arbeitergenossenschaften bewirtschaftet werden (Hittin, Daganiah und Kinereth, Merhavjah, Gan Schimuel, Beer-Toviah). Dazu kommen nahezu 150,000 Francs Kapital des Genossenschaftsfonds. ( ( N 2. Zirka 1 Million Francs sind in den Ländereien und Pflanzungen bes Herzlwaldes (Ben-Schemen, Huldah, Hederah) investiert. ' 3. Zirka (4 Million Francs hat der J.N.F. mit Hilfe von Stiftungen für Arbeitshäuser (Wolffsohn-Fond, Halperin-Stiftung u. a.) in Arbeitersiedlungen investiert (Rachliel b/Hederah, Machneh-Jehudah b/Petach-Tikwah, Schomre-Thorah b/Rehovoth, Moschaw Cahane b/Ben« Schemen), strner in Häusergruppen für Arbeiterfamilien, sowie in Ledigenheimen in verschiedenen Kolonien in Galiläa, Samaria und Judäa. % 4. Ueber 850,000 Francs hat der J.N.F. an Darlehen für Tel-Awiw mit Rachlah Benjamin, für Agrarkredite an judäische Pflanzer, der LandentwiKungs^esellschast und dem Technikum in Haifa gegeben. ' 5. Mit über 350,000 Francs hat sichl der J.N.F. an städtischen Kultur-Attstalten beteiligt (Gymnasium ,Herzliah" in Jaffa und Kunst^ewerbeschnle .Bezalel" in Jerusalem). Den Rest von 200.000 Francs bilden Anzahlungen für noch nicht abgeschlossene Bodenkänfe. In dem Zustand der Vorbereitung für eine größere kolonisatorische Tätigkeit, am Beginne größerer Aufforst, üngsarbeiten, die den Bergterassen Palästinas ihre grüne Herrlichkeit znrückgeben und die Sümpfe in den Niederungen austrvcknen sollen, bei1 Erprobung der Methoden moderner Arbeitergenossenschaften, bei der Lösung der Wohnungs- und Familienfrage der Landarbeiter in den privaten Kolonien, bei Einführung der neuesten technischen Arbeitsmethoden in den Wirtschaften, um die palästinensische Landwirtschaft auf die nötige Stufe der Intensität zu bringen, kurz, inmitten einer Reihe schwerer Arbeiten, die das Land für die Menschen und die Menschen für das Land vorbereiten sollen, hat der Krieg' die Anfänge des Nationalfonds vielfach unterbrochen. Wir können aber ruhig sagen,- daß er die ihm auferlegte Prüfung bestanden hat.. An alle Freunde des Volksschatzes erging der Ruf, die schwer, errungenen Positionen zu erhalten, den Palästina- Pionieren Hilfe durch- Arbeit zu leisten! Der Ruf ist nicht ungehört verhallt. ES ist gelungen, alle Wirtschaftsbetriebe weiterznführen und alle' Arbeitskräfte zn erhalten; außerdem ist der J.N.F. vielen Arbeitslosen durch Notstandsarbeiten zn Hilfe gekommen. Die Aufwenwendungen' des J.N.F. zur: Erhaltung seines SiedlungSwerkes während der verflossenen jkriegsjahre erreichendie Höhe, von 1,200,000 Francs, davvn ca. 100,000 Francs für Notstandsarbeiten wurden vom J.N.F ilkerung. F im laufenden Wirtschaftsjahre 1917/18 wckt» 100/000 Ctosuf tßwillh «schöpft sich oSec ££nffioq9'6& F.N.F. in der sthweren AriegSzeit. Schön jetzt muß dafür Sorge getragen werden, daß die Palästina-Arbeit größer, systematischer, schneller wird. Im Mittelpunkt der künftigen Arbeit müssen wie bisher die zwei Hauptprobleme der mationaten. Kolonisation stehen — die LandfrageYnnd die Menschenfrage. In Uebereinstimmunb damit, wird sich hie Ardeij. für den J.N.F. auf, seine zwei Hauptzwecke. Fonzentrierey. müssen bot eigentlichen Landfönds oder die .Nachlah und. a^ den P io.'n i.exb eitr a'g, des GenossenschafisfondSY. 1 - Wollen/ wir aber,, daß der J.N.F. der-Regulatyr/ uüd aüsschlaggebendei Faktoren der palästtnensischei^ ^ämpoip tik, der Ländgeber, für dir große, nicht- oder minderbemittelte Masse werden soll, dann müssen wir ihm viel größere Kapitalien als bisher zuführcn. Der erste agronomische Fachmann des J.N.F, Agr. Ing. I. Oet tin« ger, hat berechnet, daß der Wert des Bodens im Durchs schnitt V« der Ausgaben für die Kolonisierung einer Familie Larstellt.*) Um z. B. 30, Kolonien zn 100 Famflien nach den von ihm ausgearbeiteten Plänen zu begründen, sind ca. 75 Millionen Francs erforderlich Davon sind für Boden und die notwendigen Ameliorationen 25 Millionen Francs aufzuwenden. Mit anderen Worten, wolle» 'wir in den ersten Jahren nach Friedensschlnß insgesamt 30 Kolonien begrünen, d. h. eine jüdische Dorfbevölkerung von etwa 30,000 Menschen, wozu sich erfahrungsgemäß die Städte um weitere 30,000 jüdische Einwanderer oermehren würden, wollen wir auf diese Weise eine Existenzbasis für etwa 60,000 Juden in Palästtna schaffen, dann müssen wir dem J.N.F. wenigstens 25 Millionen Francs zur Verfügung stellen! Das ist an sich durchaus nicht viel. Vor 15 Jahren ' stellten wir uns als Ziel, einen Betrag von ö Millionen aufzubringen. In diesem Zeitraum hat der J.N.F. seine Organisation aus gebaut und den Weg zu den'jüdischen Massen gefunden. Die Opferbereitschaft des jüdischen Volkes ist, insbesondere nach den Kriegsleiden, bedeutend gewachsen. Wir wissen, daß, wenn,wir wirflich Palästina durch Arbeit erobern wollen, wir den J.N.F. nicht mehr mit kleinen Spenden äbftnden dürfen. Das Minimum voll 25 Millionen Francs für den Boden von 30 ^Kolonien ist darum eine durchaus reale Möglichkeit. Schon vor dem Kriege hat der J.N.F. eine Jähreseinnahm>e von 1 Million Francs erzielt, und während des Krieges ist im laufenden Jahre 1917 der Rekord schon übertroffen. Es - ist keine Utopie mehr, daß der J.N.F. eine. gesicherte ständige Einnahme von 3, 5 und 10 Millionen Francs ^jährlich in absehbarer Zeit erlangen kann. Dann wird er auch an größere, umfassendere.Pläne herantreten können. Agr. Oetkinger berechnet, daß zur Ansiedlung von hunderttausend landwirtschaftlich tätigen Familien mit einer halben Million Seelen (was der Schaffung einer jüdischen Dorfbevölkerung von etwa einer Million entsprechen würde) rund zwe,i Milliarden Francs nötig wären. Der Anteil des Jüdischen Nationalfonds für den erforderlichen Boden (ca. - % Milk Hektar) würde sich auf 600 bis 700 Millionen Francs belaufen. ' Der Plan, in den nächsten Jahren 30 größere Kolo- , men auf N.F.-Bvden zu begründen, wich bloß ein guter^ Anfang systematischer Kolonisation sein, bei der.wir von dem Lehrgeld profltieren werden, das wir bisher gezahlt haben. Welches Volk, selbst ausgerüstet mit einem starken staallichen Apparat, Lat keine Fehler beim Kolonisieren von Neuland gemacht? Alle haben aus ihren eigenen Jrrtümern . gelernt. Mr werden dasselbe in Palästina machen. So werden wir' vor allem nicht wie bisherkleine Kolonien ans fleinem Raum ohne genug Reserveland zur Ausbreitung schaffen, mit einer Keinen Zahl von Familien, die unter der Last großer Gemeindeausgaben (für Schulen, Arzt usw.) zusammenbrechcn. Wir werden Bodenkomplexe erwerben, groß genug, um 100 Kolonisten- und Arbeiterfamilien anzusiedeln, mit der nötigen Landreserve auszustatten, die der Kolonie die Möglichkeit, des Wachstums und der Ausbreitung geben soll. Das Land soll den Kolonisten nicht, in einem unvorbereiteten nichtameliorierten Zustande gegeben werden, wie dies bisher geschah, ausgesogen und ausgeraubt durch die veralteten arabischen extensiven Arbeitsmethoden. Man wird den Boden für moderne Bewirtschaftung instandsetzen, durchs Verbesserungen auf eine bestimmte Stufe der Produktivität bringen müssen. Mit den dazu erforderlichen Investitionen kann man die neuen 5kolonisten nicht belasten. Der J.N.F. soll sie tragen und zum Werte des verbesserten Bodens bei Berechnung der ihm zu zahlenden > Pacht schlagen. Das Menschenmaterial werden wir streng auswählen. Nicht über Nacht und nicht durch die Palästinaluft allein kann aus einem jüdischen Städter ein Farmer oder Landarbeiter werden. Er muß früher in der palästinensischen Landwirtschaft arbeiten, um ein selbständiger Farmer oder ein nützliches Mitglied einer Arbeitergenossenschaft zn Werden. Wir werden von unseren Erbpächtern vor allem Selbstarbeit verlangen. Sie-müssen imstande sein, ihr Besitztum mit den eigenen Händen, mit Hilfe der Familie zu bewirtschaften. Dadurch wird am besten die Frage der Fremdarbeit-vermieden weroen. Für die Wirtschaften, die Lohnarbeit nicht entbehren können, wird durch Ansiedlung von Arbeitern als Halbkolonisten -in der nötigen Anzahl in jeder Kolonie gesorgt werden müssen. Aber jeder Arbeiter soll die Möglichkeit haben, vom J.N.F. mehr Boden in Pacht zn erhalten, um, falls er die Mittel und Fähigkeiten besitzt, von einem Halbkolonisten zu einem selbständigen, freien Farmer aufzusteigen. Ebenso wird der J.N.F. Gie Genossenschaften von Arbeitern fördern,, die sich auf seinem Boden ansiedeln wollen, und der Arbeiter- Kasse die Möglichkeit geben, zur kollekttven Selbständigkeit zn gelangen. ' ' " *) Ing. Agr. I. Oettinger: ,>Methoden und-!kapitalbedärf -- —,, o-erv«. thek! Nsti»naH»nßS, :f jüdischer Kolonisation in Palästina." J.N.F.-Bibliö- Nr. 3, herauSgeaeben vom Lauptbüro beS JÜdischül