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Neue jüdische Presse · 1917-11-16 · Heft 43 (16.11.1917) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
15 (1917)
Issue
Heft 43 (16.11.1917)
Date
1917-11-16
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Sk 43 Scala-Lichtspiele SoMfergasse 29;'; Schäfergasse A». ModernesTheater Vorführung stets neuer und hervorragender; Filme Diesem Aussprüche muß allgemeine Geltung zuerkannt werden. Mag die Gefch-ichtsschreibung eine parteipolitische, eine tendenziöse, eine: snojektive oder — was auch nicht ganz, ausgeschlossen, ist — eine objektive seich das tatsächliche geschichtlich« Ereignis als soliAs kann nicht weggelengnet. werden.- Ein. gewisses Wahrheitslkcht ist als geschicht-- .KcheraKeru-ilü j^d er Geschichte enthältan. Daher erwirbtsich \ . jeder /.nationale^;Geschichtsschrerher um den geschichtlichen! Werde- und Entwicklungsgang seines Volids dauernde Jerdieuste. ' "XY'"''\ ' a \ Ein solch großes MrKenst um d as jüdische Volk: hat sich die Persönlichkeit) deren hundertsten Gedenktag wir in diesen Tagen feiern, Heinrich Graetz, erworben. ■ Graetz steht im Mittelpunkt aller jüdischen Geschichtsschireibung. .Wohl hat es schon vor Graetz jüdische Geschichtsschreiber gegeben. So hat Flavins Josephus im Altertum eine jüdische Geschichte in griechischer Sprache, und haben im 19. Jahrhundert I. Basnage und I. M. Jost solche in deutscher Sprache geschrieben. Allein die Schöpfungen dieser Historiker waren'. Mosaikarbeit. Graetz aber hat eine zusammenhängende, einheitliche und systematisch durchgearbeitete, von den ältesten Zeiten bis auf das 19. Jahrhundert heraufreichende jüdische Geschichte dem jüdischen Volke gegeben. ' Seit Flavins Josephus bis auf Jost, einem Zeiträume, von nahezu achitzehn Jahrhunderten, schlief die jüdische Geschichtsschreibung. Dieses läßt sich psychologisch aus zwei Gründen erklären. Nach dem Untergange des jüdischen Staates wurden die Juden auf der ganzen Erdenrunde zerstreut. Sie sprachen die Sprächen der Völker, in deren Mitte sie -lebten und nahmen ihre Kulturen an. Ein einheitliches nationales, Band gab es nicht. Die verstreuten Dolksglieder wurden ausschließlich durch die Religion zusammengehalten. Im Mittelpunkt alles geistigen Lebens stand das Studium der Heiligen Schrift und des Talmuds. Sämtliche literarischen Produktionen seiner Zeit bewegen sich: auf diesem Gebiete, freilich bereichert und genährt von den allgemein herrschenden Wissenschaften. Die Juden erreichten in keinem Lande ihrer Zerstreuung eine wirkliche Heimat. Bald wurden sie in einem Lande ausgenommen, bald wurden sie aus demselben wieder vertrieben. Sie gelängten zu keiner politischen Realität und hatten keinen festen Boden unter ihren Füßen.' Ohne Schutz und Schirm, ohne Rechte und Freiheiten stand'das jüdische Volk sozusagen.vogelfrei da. Es. ist begreiflich, daß unter solchen Verhältnissen ein Volk sein Dasein in eine intelligible Welt verlegen muß. Im Mittelalter wiederum, als die Juden nach! den Verfolgungen der Kreuzzüge in die Ghettis und engen Judengassen eingesperrt worden, sind, wurde ihnen Luft, Licht und freies Atmen versagt. Sie wurden zu Parias der Gesellschaft mit dem Kainsmal auf der Stirn gebranbmarkt. Jede Anteilnahme am Aufschwung des modernen europäischen Kulturlebens wurde ihnen yerschjlossen. Wenn irgendwo, so bewahrheitete sich hier der Ausspruch: des Dichters: „Im engen Raume verengert sich der Sinn." Kunstsinn, Schönheitssinn und Geschjichtssinn wurden allmählich abgestumpft. ■' Erst im Zeitalter der Aufklärung und der darauffolgenden Judenemanzipation, als. den Juden der Eintritt in die europäische Kulturgemeinschaft gestattet wurde, ist die moderne.jüdische Wissenschaft und Geschichtsforschung zu neuem Leben erwacht. Kunstsinn, Schönheitssinn und Geschichtssinn feierten ihre Auferstehung unter den Juden. . Die Meister der jüdischen Wissenschaft standen aber einer schier unlösbaren Aufgabe gegenüber. Wie sollte die Lücke eines achitzehnhundertjährigeu Anachronismus wieder .ausgefüllt werden? Das Werk schien so überwältigend und unermeßlich! groß zu sein, daß man es kaum wagte, an das Unternehmen heranzutreten. In Anbetracht der nicht vorhandenen Vorarbeiten glaubte man, d.ie Zeit für die Jn^. angriffnahme sei noch! nicht gekommen. Wenn die Gei schichte der Juden nichts anderes sein sollte als ein Mosaikbild, das von aus Schjutt und Trümmern äufgelesenen Steinchtzn zusammengesetzt wird, so war die Wissenschaft für ein solches Geschichtswerk allerdings noch nicht reif. ' Graetz hatte jedoch' eine ganz andere Anschauung von der Geschichte der Juden. Er blieb nicht an dem einzelnen haften. Er überblickte das ganze als solches und durchdrang es mit seinem Geiste. Er ging mutig und unverzagt au das gewaltige Werk heran und blieb Sieger seiner Vorsätze. Hierin liegt seine überragende Bedeutung für das jüdische Volk. Heinrich Graetz wurde am 31 Oktober 1817 zu Xions (Provinz Posen) als Sohn eines. Metzgers geboren. Die Eltern zogen nach. Zeskow, wo der Sohn bis zum 13. Lebensjahre die Schule besuchte, um dann nach Wollstein, woher seine Mutter stammte, zu Rabbiner Samuel Seimoel Munk zu gehen. Wohl lauschte er als Talmudjünger voll Eifer und Fleiß den Borträgen seines Rabbi. Allein, sein reger Geist trieb ihn dazu, Werke der Literatur, wie die moralischen Schriften von Campe, geschichtliche Bücher zu lesen und ohne Lehrer und ohne Anleitung fremde Sprachen zu erlernen. Seine schnelle Auffassungsfähigkeit, sein hervorragendes Gedächtnis und seine rastlose Arbeitskraft ließen ihn bei allen Entbehrungen und materiellen Sorgen einen großen Wissensschatz sich aneignen. Bald erfüllten die Freiheitsideen der französischen Revolution und des Aufklärungszeitalters seinen Geist, er fühlte sich so innerlich , der traditionellen Lebensführung entfremdet. Ein Buch gewann ihn aber der Tradition . zurück. Es waren Samson Raphael Kirschs „Neunzehn : Briefe'/. Graetz faßte Len Entschluß, Schüler dieses Mannes .M! w«ck>en../iAm: 18. Mai 1837 traf er in Aldenburg, ein und fand im gastlichen Rabbinerhäuse Kost und Wohnung: Das reW theologische Wissen Kirschs, das mit Frankfurter Israelitisches Famllienblatt. llassischer Bildung und wahrer Herzenswärme gepaart, war,' versetzte den neuen Hausgenossen in Begeisterung. Unter, Leitung,des verehrten Rabbi trieb er nunmehr mit Eifer, biblische und talmichische'Studien, und zwar'in plan-: mäßiger, systematischer Weise, so daß sein Geist diszipliniert, seine sittliche und religiöse Kraft gefestigt wurde. Zur .Vollendung seiner Ausbildung ging Graetz daun nach den Universitäten' Breslau und Jena und erlangte 1845 den Doktorhut.. Er wandte sich'nunmehr ganz'und gar geschichtlichen Studien zu.' Die Resultate derselben veröffentlichte er in Frankt'sseit Oktober 1851 herausgegebenen „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums". Auch! ward ihm die. Freude, seinen Herzenswunsch erfüllt zu sehen, da Dr. Veit den Verlag;be8 vierten Bandes seiner „Geschichtch devl'Juden";'-der > 'zllerst'öje Presse verließ, ilbernahln. In - ihm. würde die! Zeit vom Untergang des-jüdischen Staates bis zinn^Zlb-- -schluß des Talmud (das ist vom Jahre 70 bis etwa 550 nach der üblichen Zeitrechnung) in farbenreichen Bildern von dem . geistigen Leben und Weben jener Epoche geschildert. Dieses literarische Ereignis war gleichsam die erste Probe seiner historischen Kunst. Und staunend sah man Band auf Band aus der stillen Werkstatt, des Gelehrten hervorwachisen. - ‘ * Es ist hier nicht der Ort, das monumentale Werk eingehend zu prüfen. Wr wollen hier nur einige Momente, die einen Lichtblick über das ganze Werk verbreiten, hervor- . heben. ./ : * - Es wurde gegen Graetz der Borwurf erhoben, er sei. nicht objektiv in seiner Geschichte der Juden gewesen. Er hätte das Buch mehr mit dem Herzen als mit dem Geiste geschrieben. Auch der Einwand einer Geschichtspoesie wurde ihm entgegengeschlendert. ' Däß Graetz sein Volk liebte, gibt er selbst zu. Daß die Liebe zu dem Volke, dem er durch! Geburt und Ueberzeugung angehört, seine Feder geführt, bemerkt er offen, wobei er aber hinznfügt, daß diese Liebe ihn nicht zu Parteilichkeit und Beschönigung verleitet habe. Mit diesem Geständnis hat er Ende des Jahres 1873 den ersten Band seiner Geschichte, der aber dem Erscheinen nach der letzte ist,, ansgehen lassen. Graetz hat eben seine Geschichte der Juden nicht allein geschrieben, sondern durchlebt. Graetz war traditionell religiöser und nationaler Jude zugleich!. Diesem Standpunkte ist er sein ganzes Leben hindurch treu geblieben. Um so mehr unverständlicher ist es, daß er, der die Geigerschd Reform bekämpfte und sie als Mobejudentum höhnte, in seiner Behandlung der biblischen Bücher idas Handwerkder Bkbelkritik anlegte. — Hierin hat auch Graetz sich vom Geist der Zeit und von der herrschenden Mode beeinflussen lassen. Es ist nur sehr zu bellagen, daß es sich! aus dep Reihen der traditionell-religiösen Kreise keine Persönlichkeit fand, die. an Graetz anknüpfen sollte. Au Stelle des Kampfes, der gegen Graetz unternommen wurde und anstatt der ganzen Äuti-Graetz-Bewegung wäre ein Anschluß an Graetz und. ein Fortentwickeln seines Werkes. für das traditionell-religiöse und. nationale Judentum von großem Segen gewesen. ' Durch die plastische Darstellungsweise, sowie durch die bilderreiche Sprache erlangte Graetz eine große Popularität, Nicht allein der Historiker Graetz, sondern der Künstler Graetz hat sich hier offenbart. Das Werk wirkte wie eine. Tat, wie eine Judaeodicee.- Es war nicht allein eine Geschichte der Juden, sondern es führte eine beredtel Sprache für die politischen Rechte der Juden.. Hier scheute Graetz es nicht, auf die politischen Rückstände und Vorurteile, die noch in Deutschland herrschen, auf die unerfüllte Gleichberechtigung der Juden in Deutschland, hinzüweisen. Dies rief freilich' den Zorn und das Ungehältensein der 'Deutschnationalen hervor. So trat kein geringerer als Heinrich v. Treitfchkel) in den Preuß. Jahrbüchern 1879 mit einer Schleift. ,Herr Graetz und sein Judentum" gegen Graetz auf. Graetz erwiderte hierauf in der „Schlesischen Presse 1879"-) mit einem Artikel, betitelt: „Und mein letztes Wort an Prof. v. Treitschke." Aber auch dem offiziellen Gemeindejndentum war diese ganze Polemik Graetz' gegen die Deutschjnationalen uicht angenehm, insbesondere war cs mit Graetz nachdrücklichster Betonung des Stammessudeniums nutzt zufrieden. Hermann Cohens) trat gegen Graetz auf, den er als den „Typus des Palästinensers" bezeichnete. So stand Graetz eigentlich ganz vereinsamt da, sowohl von deutschinational-antisemitischer als auch von jüdischer Seite bekämpft und angefeindet. Allein, es war, der markante Eharakterzug Graetz, seiue eigenen. Wege zi^ gehen. Er kümmerte sich nicht um parteipolitische Richtungen, bewahrte vielmehr seinen Standpunkt. In derselben Weise verfuhr er auch bei den internen Fragen des Judentums. Sein. Blick war nicht auf das Einzelne, sondern auf das Ganze, nicht auf das Mannigfaltige, sondern das Einheitliche gerichtet. Er wollte nicht die Form, sondern das Wesen, nicht die Attribute, sondern die Substanz der jüdischen Religion gewahrt wissen/ Daher hat er auch in großer Klarheit die Reinheit und Einheit des jüdisch monotheistischen Gottesbegriffes in seinem Werke dnrchgeführt. Graetz wurde im Jahre 1854 als Dozent an das jüdischtheologische Seminar in Breslän und später als Honorarprofessor für Geschichte an die Universität Breslän berufen. Die spanische Akademie der Wissenschaften Hai» jhn, den in schwärzesten Farben zeichnenden Geschichte der Juden .auf den Pyrenäen, zum Ehrenmitglied ernannte Am 7. September 1896, als Graetz zu Besuch bei seinem Sohn, dem Physiker Prof. Graetz in München weilte, erellte ihn der Tod. Trotz aller Kämpfe und Anfechtungen, die gegen ihn erhoben worden sind, hat sich Graetz. als der Angelpunkt aller jüdischen Geschichtsschreibung erhalten. Es gibt keinen neuzeitlichen Historiker, der nicht seinen Weg über Graetz x) Heinrich v. Treitschke, „Preußische Jahrbücher 1879", S. 572 ff. und S 666 ff. -) Schlesische Presse 1879, Nr. 859: „Und mein letztes WrUt an Pvyf.: v. Treitschke." 3) „Cohen, .ein Bekenntnis in der Jndenfrage", 1880, S. 16ff. . . genommen hätte. Er hat die weitaus größte Verbreitung aller jüdischen Geschichtsschreiber erlebt. -Er wurde in -. fast allen europäische» Sprachen, so ins Hebrnis^, Frau- <i zösische, Russische, Ungarische und Jiddische übersetzt. Graetz . / hat sich mit seiner. „Geschichte, der Inden" ün jüdischen : Volke, in der deutschsprachlichen Geschichtswissenschaft ein ewiges Denkmal gesetzt. . - '' . } '> Die S. Konferenz der politische» Mouiste«. '^|| ' (Vonunserem Berichterstatter.) « " .-Lg Der zweite Tag. f A f Die erste S itznng des 29.. Ö ktober wird kurz , /j.g nach elf von dem Vorsitzenden Aldo.- Ol schwanger et* f % öffnet. Auf der Tagesordnung stehen namentlich-hie Wahl , s'J eines-Präsidiums unf eines .Permanenz-Ausjchuffes. ’: *.Cj | Herr Leim - L e w r n - E p st ei n (Warfchäu) riHtet im V * | a Namen des ,',Misrachi" begrüßende Worte an'di^ Der-' t*f saminlnng. - ' Daraus schlägt der Vorsitzende für das Präsidium- - , -i 8 folgende Liste vor: Vorsitzender:S. Weizmunn, Bizevor- ' j H sitzende: A. L. Sch'alkowitsch, Rabbiner Slotnik, -Dr. I. Kahn und Schwarzwasser; Beisitzende:'Dr. , Ü Partner, Frau Dr. Brande und fünf andere Kandi- I daten; Sekretäre: Heftmann, Ersler, Tausn'er Z und I. Cemach. Der Vorschlag wird angenommen) d Z Nicht vhne Reibung geht die Wahl des Permanenzausjchusses,1 von 21 Mitgliedern . vor sich. Die gewisse Spannung, """ .fl' || die namentlich unter den Delegaten der Provinz herrscht, löst sich in, einen heftigen Widerstand gegen die becmtragt«: "Ä Wahl ans. Nach starkem Hin- und Herreden wird über jeden einzelnen Kandidaten äbgestimmt, nnd auch diese " '' Liste findet Annahme/ ' Einem allgemeinen Gefühle entsprach die durch Vize- . Vorsitzenden A. L. Schalkowitsch (Ben-Awigdor) ver- . lesene Wresse an das Skandinavisch-holländische Komitee in Stockholm, in der ihm das Eintreten für dienatio--/ -' nalen Forderungen des jüdischen Volkes in seinem tre**;? kannten Friedensmanifest (Nationale Autonomie in de« Galuthlänbern, Palästina) gedankt wird. Mv, Ql- ,; -z schwanger teilt einige ergänzende Angaben zunr Tätig- """" 1 keitsbericht des ,L. K." mit. Ein vollständiges Wld von . der Tätigkeit der, zionistischen Organisation in Polen gibt der ausf ührliche Bericht des Zentralkomitees, der in der „Hotze-rfirahl" des ersten Konferenztages' erschien: Ink ersten, , 3^ Kriegsjahre war eine ausgedehnte'zionistWje Arbeit in' «i Polen ausgeschlossen; die verschiedenen Kriegsumstände, hanptsäch'llch aber die Reaktion stcmden der Entwicklung^ des | Zionismus in Polen hemmend im Wege. Die Zionisten verlegten sich deshalb auf' die Hilssarbeit zur Hebung der . j?- Flücktlingsnot. Sie gründeten Asyle, Schulen für die 3 Heimlosen und Ähnliches mehr. Ein völliger Umschwung. 4 in der Lage trat mit der Besetzung des Landes durch die '-j Zentralmächte ein. An vielen Orten entstanden zionistische, ,, jt Vereine, Gruppen und andere Institutionen, in Warjchcm ' $ besonders der Merkas hazeirim (Die Jugendgruppe)/ Auf- /-I deni Gebiete der Hilfstätigkeit waren überaus große Erfolge L zu verzeichnen. Das Zentralkomitee Warschau hatte.sich,' ‘ | vermöge des weltumspannenden Charakters der Gesamt- -Jr i orghnisation, sogleich mit Amerika in Verbindung^ gesttzt - und einen Briefverkeh-r eröffnet. Die amerikamsche Sektion! beim ,L. K." hat im Laufe etwa zweier Jahre nahezu. 150000 Bitten um Geldunterstützung nach Amerika uni»-:. 60000 nach Rußland vermittelt. Auf diese Bitten hin hat. „f die Sektion eine Geldsumme von 1 200 000 Mark für; 1300Q-^,.£ Familien erhalten. . ~ , JC - Am 5. April 1917 hat die Zionist. Organisation in Pokew * offizielle Anerkennung gesunden. Wie weit her" Zionismus in Polen seitdem Raum gewonnen hak, beweist--.). die Zahl der Städte mit zionistischen Vereinen,-»die 2QfrJsj'vi'f beträgt. . - Wt 'ü Ein Punkt, dem das-,.Z. K." große Aufmerksamkeit..- s fortdauernd zuwendet, sind die Schulangelegenheitew- Das Bedürfnis nach Volksschulen, Analphabetenknrsen üsw. ist --- äußerst stark. Das „Z. K." tut sein Möglichstes, um allen ^/^,,, diesbezüglichen Wünschen entgegen zn kommen, lleberak».^. p. x gründen unsere Freunde Schulen und sind bestrebt, sie apf die Höhe der Schulen des Kuratoriumsin Wadchau zÜ7 stellen. Auch Mittelschulen, Gymnasien und ähnliches mehr. - sind erratet worden. In Warschau unterstehen dem Schul- „ ■ . kuraiorium 19 Volksschulen und -Institute mit 3112 weib- § lichen und männlichen Zöglingen. Aufschlußreiche, wenn -»-! auch unvollständige Daten bringt der Bericht über die Hilfsaktion für Palästina und die damit verbundene Unter- " )Tj; schriftensammlung für Palästina. Warschau hat 15000- ' , Mark aufgebracht und 98000 Unterschriften geliefert, die i- '■> Provinz (22 Städte, darunter Lodz nicht einbegriffen) 48000 Mark und 23F000 Unterschriften — ein erneutet Beweis für die Sympathien der jüdischen Bevölkerung. mit dem Zionismus. , N Ebenso ist der Verkauf des Schekels gestiegen; in diesen-".<>' ' Jahren wurden 26000 Schkolim 'ausgegeben. Die Ein»» nahmen des Nationalfonds betrugen in einem Jahr 59400 >>»!•) Mark. — Die Presse findet eine ansehnliche Verbreitung, Die Nachmittagssitznng bringt Debatten über den Be-» ' richt des Zentralkomitees. Vielfach wird die Unzufrieden-- ~ Ü heit mit der Leitung und ihrer bisherigen Taktik laut. Eswird allgemeine Demokratisierung ihrer Auflassungen ge- -)äh ■ fordert. Es sprechen n. a. die Herren I z k o w i ts ch, I. >1-'!! Freid, Räbb. Slot nik aus Gombin, Riwkin (Lodz) -. nnd Milejkowski. Das „Z. K." nehmen in Schutz; .! Dr. I. Gvttlieb, I. Berger und 2ldv.- schwanger. : - . > - Begrüßungen sind bisher von dem E--A. C. in Berlin, Herrn D. Farbstein nnd dem Kopenhagener Bureau ... der Organisation, von Jakobs oh u und Dr. I. SB. „ ik s Tschleuow unterzeichnet und vielen Zionistischen und :,Mis- - r rachi"-Bereinen der Provinz eingegangen. -

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