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Neue jüdische Presse · 1917-11-16 · Heft 43 (16.11.1917) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
15 (1917)
Issue
Heft 43 (16.11.1917)
Date
1917-11-16
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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€ttU 2 ’ Frm^rrter UraelitlWeS FamÄienblatt. K-. . 'i , r-* £. t->v?V P u ' |:v K‘. ' * - Siege der. polmfche» Logik der Ereignisse-' nicht verlieren. ,D«ei GiÄSrÄgMMpA.Wfte..Wve"tM-. leicht geeignet sein/ diesen M ich beschleunigen, mH ficr türkischen Regierung zu zeigen, ME.^stk.-Revffidn ihrer Stälungnahme zstm Zionismus heute notwendiger und gebotener als je ist. Welche politffchen Vorteile es für die: Snifei ijättei' ■:wenn - sie ihrerseits . ihrer Syucha- •; ttzie für dkm Zionismus .-Ausdruck geben' und öffent- - sich verMechen nÄrde, auch ihrerseits bei der: Verwirklichung' der zionistischen' Wünsche behilflich zu sein, braucht nicht erst ausgeführtzu werden. -Mir'besorckerer Genugtuung.lisk^es in. dieser Hin-, ficht,Hü' Ltgrüßen, tzLEchM'EMvchlWMlsours''kei-f neM: aggressive WpnouHen gegen Hie ^Türkei ent-!• . hält mid daß in Hr keine Rede ist von.irgendwelcher Loslösung Palästinas vom türkischen Staats- . wesen. Es büieutet dies eine sehr verständnisvolle Rücksichtnahrne seitens der englischen Regierung auf- ■ die neutrale Politik der ■ zionistischen Organisation' . Lind erleichtert der Türkei in .sehr hohem Maße eine Revision ihrer Haltung in der zionistischen Frage. Wir Hüffen .' auch, daß auch von. Seiten . Unserer deutschen Regierung in diesem Sinne aus Hie.Türkei eingewirkt werden, wird, und daß in . glicht zu ferner Zeit der offiziellen Anerkennung des Zionismus durch die Entente, die in dem Briese Balsours ausgesprochen ist, eine nicht minder deutliche und verständnisvolle Anerkennung seitens der Zentralmächte und vor allem seitens der Türkei folgen wird. Diese.Anerkennung wird, von .weitaus größerem politischem Werte sein, als die- . jenige .der englischen Regierung, als ja Palästina -.ein Teil der Türkei ist und bis heute im gesicherten Besitz der. Türkei sich befindet. Damit wäre erst der Prozeß der weltpolitischen Anerkennung nrw Durchsetzung ^er,. zionistischen Idee, der in diesem Kriege so rapide Fortschritte gemacht chat, ° zu Ende geführt, uno der Hoffnung des jüdischen Volles und.einer Erfüllung seiner helligsten rwtiostalen Wünsche , beim Wschluß dieses Krieges /diefeste und sichere Basis gegeben. ' Das nene polnische Schnlgesetz «nd die .? Eine Unterredung mit' Reichstagsabg. Dr? Ludwig > -- Haas,. Warschau. V . Bei einer Besprechung, die Reichstagsabg. Dr. ' Ludwig Haas, .der bei der Deutschen Verwaltung' irn GEralgouvernement . Warschau Referent für jüdische Angelegenheiten.ist, einem Korrespondenten der „Neuen JÄ. - Monatshefte" gewährte, erklärte Dr. Haus u. g. folgendes: Auf Polnischer Seite Hütte man eher dieUeber-? nähme des 'Schulwesens abgelehnt, als. daßman ein vom alhgemeinen' Schulwesen abgesondertes ' jüdisch-nationales Schulwesen zugestanden hätte. Alle ' polnischen Politiker lehnen eine Anerkennung der polnischen Juden als besondere Nationalität schroff * ab. Vom Standpunkt der deutschen Politik konnte - man unmöglich den weiteren Ausbau des polnischen ,.. Staates um deswildst unterlassen, weil mqn sich -diese Streitfrage,' die: säbst in jüdischen ' Kreisen in Polen zu lübhasten Kämpfen geführt 'hat, nicht hätte einigen körmen. Was. hätten im 4 Ädrigen, die jüdischm Schulen davon gehabt? Es wäre aber auch für Hie jüdische Bevölkerung in - Polen ein Unglück gewesen, wenn an dieser Mage die Fortführung der bisherigen' Politik gescheites tvare, fodaß man 'in Ppleu die Juden .als «st störendes Element in der Weiterentwicklung des ', polnischen Staates empfunden hätte. Die allgemeinen Bestimmungen des . Gesetz.es ' über religiöse Minderheiten erstrecken sich auch auf die Juden. Ursprünglich trug sich die - deutsche Berivaltung mit dem Gedanken, darüber hinaus noch Lesowrcrc Bestimmungen im Interesse des. jüdischen Schulwesens in das Gesetz aufzunehinen. .Es war. ihr aber dann durch Beröffenttichungen, - im-besondvce in der zionistischen Presse, klar geworden, daß man auch, mit weitgeheziden.Schutz?. L besfinrninugen apf dieser GrüMage doch nicht zuW Htt«» gewesen Wäre; man hätte sie/als ein- ■' fettige Parteinahme gegen die zionMsche .und nationalistische .,-PoliÄ angesehen. Andererseits wären auch die Assimilanten mit dieser Lösung nicht zufrieden gyoesen, weil sie keinerlei Einmischung der: LÄtschen Verwaltung in die Än- . KlegentzeiteN des pwlnischen Judentums, wünschen und. alles - der - Souveränität polnischer Instanzen überlassen wollen. '; - .- i - ... - Wenn das jüdische Schulwesen in Polen doch nicht als jüdisch-nationales ausgebäut wird, dann ist es .auch politisch. logischer, wenn kein deutsches Gesetz, -sondern ein polnisches die 'entsprechenden Bestinrnnmgeu über die Wischen Schulen enthält. Ich bin .'geynß> daß jÄe Schutzhestimmung, die Deutschland, zu. Gunsten der Wischen.Schulest erlassen hätte, die polnischen Politiker in ihrem nationalen Empfinden gereizt hätte, und halte es fiir besser,, daß nun die polnische Gesetzgebung die Befünunimgep über >die jüdischen .Schulen geschaffen. -had-:Jn : der' cSachewselbst bestimmil^jists ^pülnische - Schulgesetzdaß : das private Schulwesenweitr gehenvste Freiheit genießt. Oeffentliche Schulen - rnüssen für die Kinder 'aller Konfessionen errichtet werden. Bis däs öffentliche Schulwesen vollständig ausgebaut ist, ist an Chederschulen Elementarunterricht auf 'Kosten der polnischen Ge- -meinden einzuführen. ' . - Mir ist die^ Hauptsache, daß in genügender Anzahl jüdische Schulen geschaffen werden. Ich habe den Eindruck, oaß man aus ' politischen Gründen der Frage, welche Unterrichtssprache an den Schulen herrschen soll, eine viel zu große Bedeutung beigeuiessen hat. Dabei konrmt in Betracht, daß die Anhänger aller Richtungen darüber klar sind, daß die Schute die Wischen-Müder zur vollständigen Beherrschung der polnischen Sprache Wren muß. Meines Erachtens müßten allerdings die Wischen Schulen in Polen auf die Eigenart, der jüdischen Bevölkerung Rücksicht nehmen. Dabei denke ich nicht nuran die Sabbatruhe und einen äusgedchnteil, dem religiösen Bedürfnis der Masse entsprechenden Religionsunterricht, sorrdern auch daran, daß. die. jüdischen Schulen vor allen Dingen die Aufgabe haben müßten, die Wische Jugend körperlich zu tüchtigen Menschen zu machen. Gerade an den jüdischen Schulen in Polen scheint mir ein ausgedehnter Handwerksunterricht und Tllnmnterricht eine dringende Notwendigkeit zu sein. J Sehr viel wird davon abhängen, vb die polnische Schulverwallung sich auf dem Gebiete des jüdischen Schulwesens von »virllich geeigneten Persönlichkeiten aus deir Kreisen des polnischen Judentums beraten läßt.? Davon hängt vielleicht ^mehd ab, als von allen Bestimnmngen und allen theoretischen Auseinandersetzungen. Die tzoluische Judeuhett in Gegenwart »nd Ankunft. Ein wesentlicher Unterschied, wird .offenbar, wenn man die Entwicklung der -russischen uns polnischen Judenheit in diesem Kriege einander 'gegenüberstellt. Zunächst ihre Gemeinsamkeiten.- Beide Züdenheiten feierten, im Kriege ihre Befreiung: beide haben nach langem Kämpfen und .Hoffen ihre Freiheit erlmrgt, wenn auch in getrennten Zeiträumen und' unter verschiedeiren Umständen. Hier wie dort leben die Juden in ansehnlicher Zahl, wohnen an manchen Stetten in kompakten Massen und.nehmen in Handel und Wandel eine hervorragende Stelle ein. Hier wie Hort haben sie emen. geistigen Aufschwung geiwmmen, eine intelligente Schicht. hervorbringen können: dies alles trotz Mmmungen, trotz »nannigfacher Hindernisse. Doch zieht mair den Vergleich weiter,' über die vorletzten Ereignisse-hinaus,, dann entrollt sich vor uns^ jenes ungleichartige Bild, von dem wir oben sprachen.- - Wir haben in den verflossenen Monaten, als das zarische Reginre -eben in Trümmer gesunken war, das .erhebende Schauspiel erlebt, wie die russische Judenheit sich in diesem Umsturz schnell zurechtfand und entschlossen und geschlossen die -neuest Bahnenbetrat. Der neue Ausblick in die Zukunft schweißte die Juden RuMands zu einer Eilcheit zusammen.. Die Juden Polens aber, die doch früher einen Bestandteil der russischen Judenheit büdeten? Ihre -Entwicklung schlug entgegengesetzte Wege ein. Auch hier entstmch, naturgemäß in kleinerem Maßstabe, das intensive Leben/ das wir jetzt in Rußland in breiter Enffaltung sehen, ferner Ansätze zur Anpassung an die neuen Zustände. Aber hier, mag sich auch an einzelnen Stellen Organisationsdrang kundgegeben und ins. Leben umgefetzt haben, ßchlte' drr national» Nr. 43. Schstung, dtzr die amerikanischen und russischen Juden sv starE so "drangvöll ergriffen Mt. Polen <herrschte, vom^.etWn Tageder 'Befteiüng bis zum Legenivärtigen Tage »die gleiche - >Uileinigkeit...und Zersplitterung tvie ehedem, unter russischer' HeÄschstst. Nnd 'eiste' Einigung Ä Verständigung- -wie.. dies La» -Rußland-;■ mW:.-:Ähnflstka der Fall-warliegtdem- Mscheinnach . in . der .Ferne.- .. .. . Es »väre aber widersinnig und Z wider.- die .natürliche EnMstllung, wenn - die polnische Juderrheit angesichts und unter dem Eindruck» der großen ÄmwaMungen -i'n-Her; Welt wie. -irnWesaMWMtum' diesen^- ihremW^gweitep^beschreitöv-staollte. Ist Hm pulsierttrötz '-allemintestsives^-'Leben, das allmählich dringestde 'FoÄerungen wie' Hd'ch innen so »rach außen erheben wird. . Ae Idee des Zusammenschlusses, der in den meisteir Judenheiten mit elementarer Kraft sich vollzieht, wird auch die polnischen Juden, ob ftüher oder später, für sich-gewinnen. Dieser Änjstrß wird auch hier wie überall von nationaler Seite kommen. Der Plan eines Kongresses hat. fick schon, weitst auch schüchtern, hervorgetrilagt. .Er kam seitens: der nationalen „Volksgruppe", eigentlich aber, aus dem allgemeinen Gefühl und> Bedürfnis heraus. Dieses ..Gefühl. und dieser Ruf.,' stach Verständigung fanden dieser. Tage in der zionistischen Konferenz in Polen lebhaften Widerhall. Deutlich tratsn die Wünsche nach einer Verständigung mit den gegnerischen Richtungen hervor. Ae Kvngreßidee nahm die Konferenz größtenteils sür sich, ein. Es muß ein gemeinsames Programm, eine Grundlage, auf die sich alle Elemente der Juden einigen, festgelegt werden, und die weitere .Arbeit ist gegeben. Aese Grundlage muß aber national sein und die nationalen Kardinalforderungen mnschließen. „Das. Zentrallonritee ist beauftragt, die Initiative zur Einberufung .eines allgemeiir Wischen Kongresses in Polen zu ergreifen", heißt es in einer Resolution. Ae Zionisten gehen damit voran und; gehen den änderest entgegen. Der Zionismus ist berufen, unter seiner Fahne das Judentum zu vereinigen. Um das zu erreichen,' muß die zionistische Organisation demokratisch werden, hieß es überall, nicht nur den Standpunkt: PMstina betörten, sonder»: auch der 'Gegenwartsarbeit Energien tridmen. Sie muß auch an der Zukunft der Juden in .Polen nntwirken. Hier ist.zunächst Verständigung, wie oben gesagt, ' stotwerckig,. Entgegenkomnten gegenüber anderen Parteien uribj vielleicht als wichtigstes Ziel Aufklärung, .Gewinnung der Massen. Und auf der'zionistischen.Konferenz hat die demokratische Richtung gesiegt. Sie-will sich mit den anderen Nationaljuden verständigen und will mehr Gegenwartsarbeit leisten. Zu. .diesem Zweck wurde z. B. die Annäherung cm die „Volksgruppe" beschlossen, um gemeinsam vorzugehen. ^Es sind die Massen zu gewinne^ die Orthodoxie,^ den'Hauptteil der polnischen Juden bildet. Es muß eist geschlossenes Judesttum in Polen erstrebt unb erreicht werden. Die anationalen Teile, die dem widerstreben,, werden von selbst abgestoßen: die hoffnungslose Assimilation, ohne Wisches Denken und Fühle»:, und irregeleitete Anhängsel der Orthodoxie. Ae Orthodoxie, als Ganzes aber kann nicht dem altjüdischen Ideal serrckleiben. Und in der Tat ist aus vielen Anzeichen darauf zu schließen, daß im traditionellen Judentum Polens das. nationale Bewußtsein zu erwachen beginnt. Es suid so viele Aufgaben zu erfüllen, so wichtige Arbeiten zu leisten, daß, sie bei einer »räheren Fühlungnahme der einzelnen jüdischen Glieder in Polen befriedigend zu lösen siM Nach innen und nach außen hin ist vieles zu regeln und zu ordnest. Gar viel hängt die Zukunft der polnischen Juden von ihrer Haltung, von Hrem einheitlichen Auftreten ab. Der Weg ist gegeben! Heinrich Graetz zu seinem KM). Gebnrtstag van Salomon Horowitz. . ' In der klafflschen Literatur lautet eist Satz: „Histöria «st testia tempornm et lux-veritatisl (Die Beschichte -ist 8«utznD der goUan und Sag SM d«

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