Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 15 (1917)
- Issue
- Heft 42 (9.11.1917)
- Date
- 1917-11-09
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 43. Frarckfurter KsrMitisches JamilieMatt. Seite S. m, m, Dill gtr wir tjlc to sn, :ser ar-;tU' ber ntb ,af)l neu ng. schbe end üsfür sich sol- Scli= Bit m ten und Bit SDr. rrn' hm ittw lut Dr B H pto ner zen lde chtcech tflC1 odi end tsck!be G. esst hre rei ires . d ief lgt< dir hti :de we, nb< me e jtei Ko V sei* I Im. Krämer 88SAK Wmmohon, FSnban und Faponnionon allon Ant Herran- und Dumonbütui ■— Abholung und Lieferung freiins Haus. — I fession und Nationalität — jedermann mit gleicher Härte .treffen, der „böswilligen" besetzenden Macht in. die Schuhe zu schieben, oder aber, sie sind auf das Spiel ihrer eigenen Phantasie angewiesen. ' Wie armselig, ja geradezu ungeschickt diese „arbeitet", das erhellt mit aller nur wünschenswerten DeutÜchkeit aus einem „ „Die Lage in Bialyftok" ikberschriebenen 'Artikel, der sich in Nr. 33 der in Florenz erscheinenden politischen jüdischen Wochenschrift „Israel" findet. Danach ist in Moskau ein Brief eingetrpsfen, der von einer jungen Dame«-die sichit«ch/jder Reise nach/Amerika befand, im doppelten Boden einer Milchbüchse,mitgeführt worden war, und^n dem sie ein Bild von 3>en in Bicllystok herrschenden Zuständen entwirft. Zunächst ist. es ein Versuch am uutang-, lichen Objekt, ausgerechnet!-eine nach Amerika reisende' Dame, also ein lebendiges ZeugnÄ deutscher Weitherzig^' feit, die es Landeseinwohnern ermöglicht, während des' Krieges ihre Angehörigen in den Vereinigten Staaten zu erreichen, zum Kronzeugen barbarischer Verwaltungsmethoden aufzurufen. Doch ganz abgesehen von, dieser — sagen wir einmal — journalistischen Ungeschicklichkeit: man greift sich Nach der Lektüre des belastenden Schriftstückes an den Kopf und ftagt sich, ob wohl der doppelte Boden einer Milchbüchse notwendig war, um die fürchterlichen „Enthüllungen" der jungen Dame jedem unberufenen Auge zu verbergen. Soweit der Inhalt des Briefes'die tatsächlichen ,Verhältnisse wiedergibt, von erheblicher Teuy-' rung, ungewöhnlicher, Armut und dergleichen berichtet, ist er keineswegs originell. Gleiches ist in jeder Zeitung zu lesen und gllt wohl für größere und mittlere Städte aller kriegführenden Länder, geschweige für die Städte der besetzten Gebiete. Unverständlich und das.Geheimnis der Verfasserin bleibt es, wie aus diesen bedauerlichen, aber selbstverständlichen Begleiterscheinungen des Krieges der besetzenden Macht ein Strick gedreht werden kann. Wenn dann weiter geschildert wird, daß die Mehrheit der gebildete» Personen auf der Straße zwangsweise arbeitet, Hunger urid Kälte leidet,' die Gräbesskimmung verbreitet usw., so.kann man diesen Ergüssen einer ausschweifenden Phantasie den Vorwurf nicht ersparen, es' mit der.Wahrheit 'sehr wenig ernst genommen zu haben. War die betreffende Dame wirklich in Biälystok, dann dürste es ihr nicht entgangen, sein, 'daß bis zum heutigen Lage zwei Theater, ein deutsches und ein jüdisches, allabendlich vor ausverkauftem. Lause spielen, von den stets gefüllten Lichtspieltheatern und ähnlichen Unternehmen ganz zu schweigen. Die. große'Menge Bialystoker Einwohner, die den häufig! stattfindxuden Militärkonzerten lauscht, .veÄreitet alles an-' dere denn Grabesstimmung, und ein «paziergang durch die Hauptstraßen der Stadt an den herrlichen Tagen und. Abenden der letzten Wochen läßt das gerade Gegenteil erkennen. ' . Kein Einsichtiger wird leugnen wollen, daß Not und * Hend, .Hunger und Teuerung auf einen großen Seit her Be-! volkerung des besetzten Gebietes schwer lasten, er wird sogar Innen Anstand nehmen, , zuzugestehen, daß Mißgriffe unter- , geordneter Organe in der Behandlung der Einwohner vor-! kommen können, die sicherlich nicht im Sinne deutscher .! Behörden liegen. .Wogegen er sich jedoch mit aller Entschie- : dercheit zur Wehr setzen wird, das ist die jeder Begründung : entbehrende und unwahre Anklage, als feien alle unschönen Erscheinungen die Früchte des ausgeklügelten Systems einer . judepfeindlichen Verwaltung. Die Folgeii des Krieges treffen ' alle! mit gleicher Härte, und der Kenner .der Verhältnisse j wird sich stets erinnern, daß Armut und Hunger unter ' russischer Herrschaft in seligen Friedenszeiten ebenfalls geherrscht hoben, gewiß nicht erträglicher. durch die unentgeltliche Zugabe der russischen Knute, -die seit über 2 Jahren verschwunden ist. Die Grundsätze der Judenpolitik der Verwaltung Oberost find in Deutschland bekannt und., von dort «ms ins neutrale und feindliche Ausland gedrungen. Sie anerkennen dem jüdischen Stamm vollste Gleichberechtigung neben den auderegr im besetzten Gebiet vertretenen Völkerschaften und Hennen keinerlei Ausnahmegesetze. Die schon eingangs erwähnte Errichtung des jüdischen Referats verbürgt der großen Anzahl Juden des .Gebietes des Oberbefehlshabers Ost eine ständige Berücksichtigung ihrer berechtigten Sonderinterefsen. ' Sollten die Juden in. feindlichen Ländern wahrhaft das Bedürfnis empfinden, fich ihrer bedrängten Glaubensge.nvssen anzunehmen, dann möchte mau sie zunächst einmal auf das furchtbare Schicksal der jüdischen Flüchtlinge aus Rumänien aufmerfiam machen. In der „Neuen Zürcher Zeitung" vom 24. 8. 1317, . also au einer durchaus nnverdächitigen 'Stelle, findet sich unter der lleberschrift „Jüdische rumänische Flüchtlinge in. Rußland"- ein herzzereißender Wehschrei, in'dem die Leide», von 150,000 Juden, die aus den/rumänischen Städtenevakuiert und unter den furchtbarsten Begleitumständen nach' Rußland ab transportiert wurden, geschildert werden. Auf russischem Boden angelangt, wurde ihnen von den Behörden des varrevolutionäoen Rußland jede Unterstützung verweigert. 'Nach Odessa würden sie überhaupt nicht hineingelassen, sie mußten vielmehr auf einer sumpfigen Ebene vor der Stadt lagern und erhielten als Nahrung trockenes Brot und schlechtes Rohgemüse- Biele wurden nach Asoff, aridere nach Rostow geschickt, wiÄerum anderemach Omsk und Tobolsk verpflanzt. Die Zahl der Kranken und Toten unter diesen Unglücklichen war aus den angeführten Ursachen eine sehr große. Wich nach der russischen Revolution haben sich die Leiden der rumänischen Juden eher vergrößert-als. vermindert; alle jüdischen /Zeitungen sind voll von Herzzer- «eißeuLen Berichwn; wir mutet» Ktze «*»•« hwr WW» Mord von Dr. Wechsler! .'. . Die L. ÄVuferenz der Mutsche« ZiuutsM. lBvn unserem Korrespondenten.) , Warschau, 31. Oktober. D er erste Tag Kein Ereignis des letzten Jahres hat. das jüdische Leben in Polen so stark berührt und erregt als die 3. Konferenz ' der polnischen Zionisten. Seit Kriegsausbruch ist es das erste Mal, daß die zionistische Organisation, in Polen eine große Tagung zusannnenruft. um Rechenschaft abzulegen um, über die zu lösenden Aufgaben zu beschließen. Im letzten Jahre hat der Zionismus in Polen eine fortschreitende Entwicklung durchgemacht. Mein die - ca. 400, Delegierte sind ein Beweis für das Anwachsen der zionistischen Bewegung, namentlich in „ der Provinz, wo vielfach keine oder-doch!-nur Gse i Fühlung mchdent ZentMÜtzgAeej besteht. Das Interesse an der> Kvchevenzi war viÄseftig.' unh rege; auch hier war in den letzten Tagen eine erwartungsvolle Stimmung von seiten, verschiedener Kreise zu bemerken. Bon den 4 hiesigen 7 Kandidatenlisten wurden 40 Delegierte gewählt nach der Anzahl der Schekelzahler. Der Borsäende des Warschauer Zentralkomitees H. Färb stein konnte, da er zur Zeit im Aufträge des Magistrats im Ausland weilt, nicht zur Tagung erscheinen. Ihn vertrat als' Vizevorsitzender Adv. Ol schwanger, der auch die Versammlung.eröffnete. '■ Bereits vor der Einberufung der Konferenz war eine lebhafte Opposition gegen die Leitung wahrzunehmen.. Unter der Jugend mit dem „Merkas" an der Spitze wie., auch unter den demokratisch gesinnten Elementen breitete sich eine Unzufriedenheit mit der bisherigen Taktik des Z. K. aus/ Kurz vor Zusammentritt der Konferenz hielten ' . die Delegierten der Jugend vereine, etwa 40 an Zahl, Beratungen ab, in denen das Programm des Merkas angenommen wurde, das eine national-kulturelle Autonomie und Demokratisierung im Land fordert. Der zur Sprache gelangte Plan, eine besondere Jugendfraktion zu bilden, wurde im Prinzip angenommen. . Um 7 Uhr abends wurde in dem imposanten Saal des „Gigant*', der reich mit Fahnen und Blumen geschmückt war, die zionistische Konferenz eröffnet. ' Adv. Ob schw anger begrüßte die Versammelten, an die 1500 mit den zahlreich Herbeigeströmten Gästen, in warmen Worten. Auf das mächtige Wachsen des zionistischen Anhangs in Polen - hinweisend, hebt Redner die günstige Gesamtlage des Zionisinns im allgemeinen nach! Innen wie nach Außen herpor. Der halbe Weg, der zu unserem Ideal führt, ist znrückgelegt, die Stunde, von der Herzl träumte, natzegerückt. Denn der Tag, da unser Programm, unsere Hoffnungen in das Bewußtsein des jüdischen Volles und-das. Bewußtsein der herrschenden VölLr eindriNgen werden,' ist gewmmen und wir sind der Erfüllung.unseres Traumes nähe. Redner richtet begrüßende Worte an die polnische Nation,,die eben ihre Befreiung feiert. Das jüdische Volk versteht die- Gefühle der Polen so gut wie niemand und hofft, daß Las neue Polen mit ihm in Recht und Gerechtig-. keit leben wird, ' , ' ' Nach dieser kurzen hebräischen Rede ergriff Dr. I. G o tt lieb bas Wort. Er gibt einen Ueberblick über die Entwicklung. des Judentums wie des Zionismus. (Wir bringen diefi wichtige Rede nächstens ausführlich. D. Red.) Der Reih« nach behandelt er die Judenfrage in Polen, die polnischjüdischen Beziehungen, die Zukunftsmöglichkeiten, geht dann von den Juden'Rußlands und Rumäniens,-an die er warme Grüße richtet, über, zu den Juden Palästinas, deren Leiden er in aufrichtigem Schmerz gedenkt und die er zum ausharren ermahnt. Nachdem, er die Loyalität des/jüdischen Volkes der Türkei gegenüber betont/hat, betrachtet er die ökonomische Lage der polnischen Inden und schlägt' zu deren Hebung eine großzügige Hilfsarbeit vor. ‘ Als sich der stürmische Beifall legt, erhält Dr. Rose-nblatt (Lodz) das Wort zu einigen begeisterten Ausführungen in polnischer Sprache.' ■ Adv. O?schwa nger verliest die Namen der in letzter Zeit verstorbenen Zionisten und hervorragenden Indens genannt seien I. Katzenelson, Sch Frng^ Josef Halevy, I. Lewner, den Schpmer Finkelst e i n Schm, J e l l i n. (Die Versammlung erhebt sich.). . Dr. Klnm e-l (Warschau) begrüßt'im Namen des. Z.'K. die Anwesenden und wünscht der Tagung guten Verlauf und Erfolg.. Mit dem-Gesang der ,Hatikwah" . und anderer zionistischer Lieder wirch die erste Sitzung geschlossen. Während, der. siebentägigen Dauer der Konferenz erscheint , das' hebräische Wochenblatt ,Legefirah" täglich Auch werden tägliche Berichte in jidischer Sprache herausgegeben. Tagung der ^oale-Iro« in Rußland. Die 3. Konferenz der russischen Poale- Zion trat «m 26. Ang. (8. Sept.) 'in Kie-w zusammen. Eröffnet wurde die Tagung, zu der rund 160 Delegierte teils aus entlegenen Orten Sibiriens 'und des Kaukasus erschienen waren, durch den alten Parteigenossen Tenenb anm mit einer kurzen Begrüßung. Verschiedene Parteien und Körperschaften ließen der Versammlung' durch Vertreter ihren Gruß entbieten: Die Sozialrevolntio-- näre, die Ukrainische Zentralrada, - die Jgi Kaffe© Itukiand Kaiaerstrasae 56 TSglidi erstklassige, jjv Gesangs' Euaeratraäae '56 ' UnlerhaltiiiigainiiHlk Einlagen. Scala - Iaiclitspiele Schäfergasse 29. . Schäfergasse 29. Modernes Theater Vorführung stets neuer und hervorragender Filme ukrainischen Sozialdemokraten, View Vereine und Heeresverbände. Auf die Begrüßungen folgte die Wahl des Präpdinms, in das folgende Herren gingen:,B. Bornchow, Kandscherski, M. Barn, M. RasakkeS, A. Rewntzki, A. Tenenbanm, Dr. Asfarckan und Eh. Lew in. * ■ Auf wärmsten Wunsch der Versammelten wurde. B. Bvruchow zum Ehrenvorsitzenden bestimmt. Es ist dies ein geringer Teil der Dankesschpld> die die Poale- Zionisten eineni ihrer Begründer und hervorragenden Köpfe abzntragen suchen. Boruchow, vor Jahren zum Per' lassen Rußlands genötigt, befand sich die letztch Zeit hrn- - durch in Amerika und kehrte erst jüngst nach Rußland " zurück. . , ■ Die Rede Boruchow,'von starik« Beifall oft untere brocherh ging nach einigen begrüßenden Wodten zur Lage der Poäle-Zion tzn gegenwärtigen. Augenblick über. Wir stehen -jetzt vor einer wichtigen Aufgabe, vor der Erreichung des jüdischen Palästmaideals. Und die Poale-Zion werden nicht auf halbem Wege stehen; sie werden auch weiter ihre Kräfte diesem Ziele widmen. In der letzten Zeit haben unsere Joee'n in der Welt an Boden gewonnen,, namentlich in Amerika, wo man unsere Organisation in richtigem Maße würdigt. Auch hier in Rußland müssen wir uns durchsetzen, daß man mit uns als mit einem poli-- tischen Faktor rechnet, daß man auch auf unsere Meinung hört. Man hat den Juden Rußlands Gleichberechtigung gewährt, man hat sie fier gemacht, doch damit/die Juüen- ' fiage noch nicht geregelt. Wrr verlangen die Aufrollung des Einwandernngsprvblems und seine befriedigende Lösung. Unser Verband hat indessen große Ausgaben auf sich genommen. Wir hoffen in Stockholm der allweltlichen Sozialdemokratie unsere Forderungen darzulegen und sind von Erfolg begleitet gewesen. Denn dort versteht, mach daß wir ein Voll sind, das leben will und dazu das Recht hat. In Rußland haben wir eine Ausbreitung unserer Ideen anzpstreben und zu verwirllLhen. Und auch wir können das Motto des großen Führers - des Zionismus uns aneignen: Wenn Ihr wollt, so ist es kein Märchen! - Die folgende kirrze Debatte kam wieder in Fluß nach dem Referat von Kandscherski über die Stellung der russ. Poale-Zion zum alljüdischen Kongreß in Rußland. Das Zusammengehen mit den Zionisten uns dem Kongreß befürwortete Polonik ans dem Grunde, well die anderen Si^ialistenparteien nicht die freie Emigration nach Palästina unterstützen würden. Einen Block mit den „Bereinigte!: Sozialisten" wünschte Händler, während Abramowiez jedes ^mpromiß.als schädlich bezeichnete. Rewntzki stellte die Umnöglichkeijt fest, sei es mit' den Zionisten in allen Punkten, sei es mit dmi „Bund!' und de». Vereinigten teilweise «inen Zusammenschluß Pr erreichen. Aus aller Well. Deutsches Reich. Berlin. ^Erklärung der ehemaligen konservativen ReprSseutanten. Auf die'iu der letzten Repräsentantensitzung der jüdischen Gemeinde verlesene Erklärung derliberalen .Repräsentanten sandten die. früheren konserva- Üven Repräsentanten an den Gemeindevorstand und den Vorstand des Repräsentantenkollegimns eine Gegenerklärung folgenden'Inhalts: Der Brief vom 3. Juli, in welchem die Gründe für den beabsichtigten Rücktritt mitgetellt und Wege gezeigt waren, nm diesen verantwortungsvollen Schritt zu verhindern, erhielt eine so kurz und' in der Hauptsache ablehnende Antwort» . daß der Entschluß unabwendbar wurde. . Die Differenzen im Repräsentantenkollegium sind nicht neuen Datums. Schon in früheren Jahren war oft Grund zur Verstimmung und Verbitterung auf konservativer Selle vorhanden, und sie vertieftem sich nach den Repräsentantenwahlen im November 1916. Um bei diesen Wahlen während des-Krieges einen Kampf zu vermeiden, gingen wir einen Kompromiß ein, der uns nur ein bescheidenes Maß von Einfluß durch drei neue Kandidawn sichern sollte, damll wenigstens ein Drittel dey Stimmen im Kollegium konservativ, wäre. Gegen diese feste Vereinbarung wurden kurz vor der Wahl Wahlzettek verteüt, auf ' denen die Namen der konservativen Kandidaten entfernt waren, sodaß dadurch! unsere Kandidaten nur als letzte Stellvertreter gewählt wurden. Bon Beginn des Jahres 1917 an traten die Unstimmigkeiten zwischen den Parteien sowohh im Plenum, als auch in den geheimen Sitzungen und in den.Kommissionen immer häufiger auf; und sie nahmen eine immer, jchfirfere Form an. Den konservativen Repräswltanterr' kam M-ßo immer mehr zum Bewußtsein, daß bei einzelnen Mitgliedern der Liberalen das Machtgefühl stärker, als -der Wille' zum Frieden war, und bei vieler; wichtigen Anlässen! war es kein Verhandeln mehr, da die Liberalen mit fertigen Frak» twnsbeschlüssen kamen. Es soll besonders hervorgehoben werden, daß 8er. Gemeindevorstand nach guter,, alter Tradition beinüht war, den Bedürfnissen aller Anschauungen innerhalb,der/.Gemeinde gechcht zu werden, daß diese Aufgabe aber in jüngster Zeit immer erschwert wurde, weil hie liberalen Repräsentanten zu sehr vom PaÄeigchfi^ befangen waren. Unter anderem wurde gleich »ich der/Konstituierung des Kollegfinns im Januar 1917 ein konservaüves/Mit» -> .