Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 15 (1917)
- Issue
- Heft 42 (9.11.1917)
- Date
- 1917-11-09
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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E-L2. - / "V, ' ■ v:-V lassen, svrchein solch em Ansinnen west von sich weisenchtztzch DaS "-jüdische -Volk, düs air diesem Kriege-innerlich unbeteiligt, ist, kann seinen /ge- ' säurtest HMichte und seinen Zukunstshoffnungen nach «int 'aiüifral verbleiben. Neutral ist es bis heute genikserr/und neutral wir^, es bis /zunr-. LE LeAMrieg'es bleiben, trotz, aller Versuche der LntentepolE, es zu irgendwelcher einseitigen Hcllimgnahme in diesem Kriege zu verführen. . L ' " '■&*&• Mamberlai«^); ■ Die Nummei vom 13. "Juni der „Mitteilungen"! führt iirtzem.Aufsatz „Jüdische Hilfsbereitsihast und Opferwillig-' k«t"-einige Sätze aus dem .Goeth^Buche 'H. St. Chamberlains auszugsweise an. Gestatten Sie, daß ich Ihren Lesern diese unverkürzt' vgrleM Sie lauten (ChambÄcbrin S. 692) : -fd. ,, - ,,;>Dchon in früherer 'Zeik/Hatde es mkuuut,1die fkeitdjg! zu begrüßende NNb zu befördernöeDulbsämLut der christ- - licheu KvnMionen, untereinander stehe nicht auf einem-' Pfane mitAedtBÄrohung, der „bürgerlichen 'Verfassung", welche ,',Düldfamkeit gegen die Juden" heraufbeschwöre . . , Gerade infolge seiner genauen Kenntnis der jüdischen GeflAchtr sah er eben hier bis auf den Grund. ' . Und dieses schlaue Volk sieht einen Weg nur offen, SÄang die Ordnung sieht/ solang hat's nichts guhoffen. Man soll ein solches Wort/das den Kern aller jüdischen Tätigkeit in der Politik anfdeckt, nicht darum für ‘ einen bloßen Scherz halten/ weil es in einem Puppeuspiel steht. Ebensowenig die Behauptung: < Sie haben einen Glauben,' - , , ' . Der sie berechtigt, die Fremden zu berauben, —-da dies'einfach von genauer Kenntnis zeugt; Leviticus- Kap. 19, Vers 11 bestätigt ausdrücklich/ die Gebote: ,Hhr sollt nicht stehlen noch lügen, noch fälschlich handeln", seien nur für die Israeliten „Einer mit dem Anderen" verbindlich"." IN einer Anmerkung wird hinzugefügt: „Die Rabbiner gehen im Talmud noch weiter und behaupten, das Gebot /Ätzt sollst nicht stehlen" .bezöge sich nur auf Menschendirwstahl (vergl. Sanhebrin £ 86a); im übrigen ist also der Jude frei, nachs Herzenslust zu übervorteilen." ■ Wie steht es um diese Behauptungen? Man ^sollte glauben, daß der große Dilettant wenigstens einigermaßen gewissenhaft ist, da wo er Goethe selbst zum Zeugen anruft. . Die von Chamberlain herangezogenen - Goethe-Worte find«» sich in dem Jahrmarktssest zu Plundersweilern, und der sie spricht, ist Haman, der biblische Gesinnungsgenosse Chamberlains. Wir möchten darum Herrn Chamberlain empfehlest, doch lieber gleich zur Bibel . selber zu greifen. Und da "er ein so gründlicher Kenner feg Talmud und des Midrasch, der gesamten jüdischen Ueberliestrung,' ist — was verstände Herr Chamberlein - eigentlich nicht. —,, möge er weiterhin anführen, was die 'Robbinen "gar noch alles dem .alten Haman in den Mund stgen. Der Moderne und feine Gesinnungsgenossen hätten ihre helle Freude daran. Schade nur, daß «^ohnehin nicht gtÜ angeht, Goethe und den alten Haman'in dieser Hinsicht auf eine Stufe, zu stellen. Chamberlain eiweckt den Schein der Zuverlässigkeit durch die Sätze, welche die zwei Goethebezw. Haman-Worte zugleich! trennen und verbind«». Das Doppelzitat soll Eindruck machen Und das Bedebken verscheuchen, baß hier „bloßer Scherz", vorliege. Indessen, der hier scherzt, lügnerisch, und böswillig scherzt, und den Leser durch den eingefügten Zwischensatz irrefühern will, das ist Herr Chamberlain.' Er unter-. Wägt, daß Ahasverus auf die Behauptung Hamans: Sie hoben einen Glauben, Der sie berechtigt, die Fremden zu berauben, . Und der Verwegenheit stehen deine Völker bloß,/ O König,' säume nicht! Denn die Gefahr ist groß, erwidert: •' ’ ’ ' . Wie .wäre denn das jetzt so gar auf einmal kommen? Von'Mord und Straßenraub Hab' ich lang nichts ver- , \ :v . nommen. Chamberlain verschweigt, daß Haman' sich nun genötigt sicht, seine erste Behauptung ein klein wenig umzumodeln: - Auch ist's das eben nicht, wovon die Rede war; . Der Jude liebt das Geld und fürchtet die Gefahr. . Er weiß mit leichter Müh und ohne viel zu wagen, . Durch Handel und durch! Zins, Geld aus dem.Land zu " tragen,.. und er unterschlägt vor allem, daß Ahasverus schließlich "entgegnet: , :. ' Ich weiß das nur zu gut, mein Freund, ich bin picht - - ' blind, Doch.das tun andere mehr, die unbeschnitten sind. Herr Chainberlain -hat recht: Das Puppenspiel treibt, «inen bloßen Scherz, und schon dpr junge Goethe sah auch hier wircklich ,-bis auf-de», Grund". Also, Mit Haman^oethe Ist's nun einmal nichts. Doch Herr Chamberlain will Haman Ahasverus gegen« - über zu Hilfe eilen durch den Hinweis auf. Bibel .und //Talmud. Er fügt feiner gelehrten Anmerkung in Klammern hinzu, vergl. Sanhedrin f. 86a/ Wir folgen feiner /Einladung: Wie lauten die bezüglichen Worte?. ' Die Rabbinen haben gelehrt: Das Verbot ldes Dekalogs): Du-sollst nicht stehlen, bezieht sich-auf den , MenschendiÄstahl. Wolltest du es aber auf den Gelddiebstahl deuten, dann lerne von den 13 Dentungsregeln, »mch! welchen bi« Thora erklärt wiL: Ebenso wie die aridere« dort ge-" *) In einer der letzten Nummern der „Mitteilrmgen aus dem Bereu» zpr Abrvehr des Autstemitismus" lesen wir den' folgenden. BÄrag zlir Charakteristik H. St. Chämberlains aus der Feder des Herrn Rabbiner 8W. Horovitz. Wiewohl die Ausführungen inzwischen mich von anderen jüdischen ZejUmgen übcrrwinmen worden'siiid, dürsten sie doch dem größten TE.unserer.-Leser noch nicht bekannt üiü» /tzäho» willkommen sein. - . ..i. . . / ^ankfurterZsraeliHchksHdEstmblM. nannten Verbote starr sollst rächt' morden, dir sollst nicht, ehebrechen) von unmittelbaren Verbrock«;« gegen Mensche« sauf welche die Todesstrafe steht, s.Raschlz. St. und Mcchilta zu Exodus) handeln, -so. anch hier. Eine-ändere Barasthä lehrt: Das. Verbot: Ihr sollt nicht stehlen (Lcvitieus 19, 11) bezieht stch auf den Gelddiebstähl. Wolltest dm es aber von dem jMenschendiebstähl verstehen, dann lerne von den" 13 Deutungsttgeln, nach welchen die Thora erklärt wird: Ebenso wie die anderen dort genannten Verbote sich auf Vergehen gegen das Eigentum beziehen, so auch hier. /-'-'Es würde zu wert -führen, wollte ich die talmubisthe Methode' der Schrifterklärung näher und in größerem. Zusammenhang beleuchten. Nur dies sei noch! hervorgehoben, daß . ngmhafte. räbbinische Bibelerklärer, Nachmanides, Sstorno u. a. auch in dem Gebote des Dekalogs : du sollst nicht stehlen, bas allgemeine. Verbot des Diebstahls, ja sogar das Verbot des „Diebstahls der Gedanken", d. i. der Täuschung durch- Worte ausgedrückt' scheu. Nur daß dieser Satz sich allerdings in erster Linie auf.,den Menschendiebstlchl kziehe. EinstimmigicherrschLz aLer-. auch, von ^dieser.Auffassüng wbgeseheu, die Ansicht, baß?bxr Dialog vü»f den Verbrechen,gegen das Eigentum ausdrücklich -spricht.'-Das geschieht ja schone dadurch^ daß er selbst die bloße Begierde »mch fremdem:^ Besitztum in dem bedeut«, samen letzten Gebote verbietet: Den zehn Geboten Eignet übrigens nach talmudischxr Auffassung leine größere Heiligkeit als anderen Gesetzen des Pentateuch, so daß es in dieser Hinsicht unwesentlich ist, ob der Sachdiebstahl in dein Dekalog oder anderwärts verboten ist. In seinem Uebereifer vergißt Chainberlain ganz, daß die eine irreführende Behauptung, welche er aufstellt, die andere Lügen straft. Bezöge sich das' Verbot: Ihr sollt nicht stehlen, nur auf Diebstahl, der an Israeliten begangen wird, und spräche ebenderselbe Satz. — Chamberlain übersieht, daß es sich um zwei verschiedene Sätze ha^lt — von» Wenschcudiebstahl, dann wäre es ja nach seiner Dcutungskunst . üi»d Logik, den Juden von Religions »vegen gestattet, auch ihre Glaichensgenossen „nach Herzenslust" zu betrügen. Aber der Talnruü Chulin 94a lehrt: Es ist verboten, die Gedanke»^ der Geschöpfe zu.stehlen, atichi die Gedanken eines Götzendieners. Man sieht, die Goethe- und die Talmud-Zitate Eham^ berlains stehen bisweilen auf einer Linie: er reißt hier wie dort aus dein Zusammenhang ein Wort heraus, das ihm gerade für seine Zivecke geeig»»et «scheint. Der Talmud bezeichnet»: ein solches Verfahren als Diebstahl. Und wie steht cs-Mit dem Bibelexcgeten? Die Erklärung, daß die Worte „Einer mit dem Andern" die betreffenden Gebote 'als nur für die Israeliten verbindlich bezeichnen wollen, gehört Herrn Chamberlain an. Aberer vergißt, weiß nicht oder will niL wissen, daß jene Worte sich Aerhaupt nicht aus das Gebot: Ihr sollt nicht stehlen, begehen, sondern ausschließlich, auf jene Gebote, die Herr - Chamberlain^ nach Luther übersetzt: noch> lügen, ' noch fälschlich ha»»deln.' Das wird ihm jeder Bibelkommentar bestätigen. Vergl. den Urtext und dazu Leviticus V, 21. Und er tri»»nrphierte nicht! Exodus 23, 7-heißt es: Bon einem Worte der Lüge , halte dich fern. Dort steht nicht: Einer mit dem Andern. Es wäre wünschenstvert, daß, der englische Ueberdeutschje diesen Satz in seine neuge»Ma»nsche Bibel aufnehme, unL wir »vvllen hoffen, daß er ihm beileibe nicht Len Zusatz gebe- „Einer mit? dem Andern". Wie diese Worte in der. Chamberlainschen Bibel zu deut«» wären, dürfte memand bezweifeln. Mit dicsex Probe habe es für diesesmal sein Bewenden. Sie steht nicht allein. Chamberlain erinnert einmal an ei»» Wort, das Goethe einst an Charlotte von Stein schrieb: Gott hat den Mensihen einfachj genracht, aber »vie er gewickelt wird und sich , verwickelt, ist schwer .zu sagen. Er weiß nicht, daß dieser Satz eigentlich! nirr eine. Wiedergabe vom Prediger VII, 29 -ist. Wollte er ein wenig über ihn nachldeirken! Er möchte dann erkermen, wie sehr er/sich - durch seine redselige und selbstgefällige -Keckheit", an welcher es ja nach! seiner Meinung /,nnchrlich den Zeit-; geiiossey nicht fehlt", auf Schjritt und Tritt verstrickt und vervyckelt, und wie sehr. seine hochmütige, anmaßlichä Gebärde es dem.-Leser erschwert; das Schöne und Gute zu geriießen und. zu würdigen, das au»h sein Gocthe-Biüh in manchen Teilen, trotz allen langatmigen Weitschweifigkeiten nnd gehässigen Abschweifimgen, namentlich! auch über. Goethe -den Naturerforscher zu sage»» weiß. Rabbiner Dr. Horovitz-Frankfurt a.M. Der bekannte Rabbiner Moses R^velskr aus lln ge.ni an der rumänischen Grenze berichtet in der Moskauer Tageszeitung „Haam" über seine Reise in Rumänien: ■ Das Schlimmste, was einem Juden in Jassy passieren kann, ist, wenn er beim Gebrauch, der jüdischen Sprache, .ertappt wird. Ich wandte mich häufig an ein«» Juden aust der Straße, bekam aber nie eine Antwort; die Leute liefen in Schrecken davon. Nachher 'erklärte inan mir, daß ich offeiwar nicht wisse, daß rnan für ein einziges Misches Wort, das zufälligerweise gehört Verden könnte, ins Ge- . fängnis geschleppt wird. Die „Soroganca", .das schlinunste Gefängnis für Kriminalverbrecher, ist" überfüllt mit solchen; jüdischen „Verbrechern". Rur mit gimßer Mühe konnte ich un Hause eines Juden Wohnung finden. Jeder znge-, reiste-Jude Mird irämlichi ftrfort als Spion verdächtigt. Schpn am-irächsten Tage gab man mir authenti^hes Material über die'Greneltaten gegen die J»»den in R»m»äm«M. Ich will nur einzelne krasse Fälle herausnehmen-:; *!©ü» Mann, Leon Wechsler, ca.. sOjährig, tvurbe in Jassy -einberufen und hatte.aus Unkenntnis versäumt, dem Offizier, den ersvrdexllchen Gruß zu geben. Alle Bersuche des -J»»den> feim jlnschuld zu benieisv») seine -Betenerüngen, baß er den Offizier' nicht »Mtzeitig bemeE habe, bliwen, erfolglos. . Er Lmrdh öffentlich, mü «c'Prügelfstäfe gezstch-' tigt. .Nmh -der Bestrafung verwurrdets der Lsutpant den Nr. 42.. Juden: schwer, mit einen» Räsiern«ssar. MeWlcr ftar-b nach drei Mgem . . " " Arkwa- Pvlakkr erchattete mit folgenden, Bericht: ‘ „Nachdem mein Sohn einberufe»» war, erhielt ich »nehrere Monate, deine Nachricht, Schließlich erhielt ich von einenr 5lomma»»danten, namens Raspinski, eine Nachricht folgend«»- Inhaltes: „Ich beglückwünsche Sie, ArMa. Polakli, Ihr Sohn ist -verwundet nwrden in Erfüllung -feiner vaterländischen. Pflicht als treuer Soh»» seines Vaterlandes. Jch/selbst habe ih»n seine. Wmiden verbunden." Me erschreckt war ich, als ich nach einigen. Tagen in einer ofsjziellen ruinänischLi» Zeitung las, daß'' in der Nähe von Grusisti 10 Juden als Spione hiugerichM wurden; und darunter den Namen meines Sohnes^ fand. Ich begarrn sofort nachzuforschen, und erhielt schließlich von genaniitem Konnnandanten Rafpiirskr folgende Auskunft-: An -demselben Tage, wo mein Sohn, Albert Polakki, verwundet wurde, sind noch! 10 Inden und ca. 90 Rnmänen verwundet worden. Als man die Berivnndeten auf den Verbandplatz brachte, erklärten einige Sanitätsbeamteir, daß die Verwundungen dep Juden nicht, vo»r KuMn herstammt^Misondern aus' Selbstverstü»nmelmigen. znrückzuführen.-fcMS< mm sich dem Militärdienst zu entziehen: Dllrauf .wurden sie alle zum Tode-verurteilt.- Ein Augenzeuge berichtete, daß "die Soldaten es abgelehntihcchen,/den Juden Albert'Polakki, /den sie als guten und treuen Kameraden kmrntrn, zu erschießen, woraus ein -Leutnant-ihm eine Kugel, durch den Kopf jagte." * Der Rabbiner Revelski hat diesen Vorfall am nächsten i Tage,den» Minister Joneskü berichtet, der versprochen hat,- eine- Untersuchung einzuleiten. Seitdem findbereits dr« Monate verflossen, ohne daßirgend ^welche Resultate | bekannt wurden: ■ Jüdisch-Pädagogische Kurse itt Wie«. Die speziellen Kurse behandeln: 1. Zur jüdischen Kulj turgeschiichte: Realia des jüdischen Altertums (Prof. DrZ , S. Krauß); Das Leben der Juden im. Mittelalter (Dr. BI Wachstein), Einführung in die Bibel (Privatdozent Dr. Hl Tor^yner), Einführung in den Talmud (Prof. R. Aptok witzer). Feste und Kultus (Rabbiner Dr. Taglicht); ferner] Jübischie Volkskunde (Das Leben-der Ostjuden-der Gegen! wart, Geschjichte der Juden Wiens, Jüdische Heimatskunde» 2. Zur Pädagogik: Die Probleme des Religionsunterricht (Rabb. Dr. Täglich^); ferner: Lehrmittelkurrde. Besprecht ungen über Lektüre, Spiele- Sagen usw:, Besprechpngel über die Methodik der Kinderheime uno -horte, Methodik des hebräischen Sprachunterrichts, Umgang mit Jugend lichen, Musik (Irdische und hebräische Lieder)! f- .tr -r P d< et bi JU M D fci in 3 lü D ke K er m >a gr ar Ein 5kuratorium, bestehend aus Adolf Boehm, Regierungsrat Prof Dr. Wilh e km Je ru.s-a lem, Adolf. Stand und Frau An.i-tta Müller, will jiid.-padagoA. Kurse errichten und begründet dies wie folgt:! . ,/Die Erziehnngssrage ist für das Judentum — §o wie für alle Völker — vielleicht die wichtigste und enischewenstc der Gegenwart und nächsten Zukunft. Zahlreiche Institutionell; Schjulen, Sprachkurse, Kinderheime; Horte, Gärten, Waisenhäuser, Ferienkolonien und dergl. widmen sich diesers bedeutsamen Aufgabe, und es ist mit Sicherheit zu erwarten, daß bald noch mehr solcher jüdischer Erxiehungsinstitutionen «rrstehen »verden. Ihre fruchtbare Entwicklung aber! ist sehr gehemmt Lurch den Mangel an geeigneten L«hrmnd Erzieherpersönlichkeiten. Es fehlt die ^rügende Anzahl von solchen, in denen sich modernes pädagogisches Können und Mssen vereinigt »nit gründlicher jüdischer Bildung.! Diesem Bedürfnis zu dienen, ist der Zweck der jüdisch-! pädagogischen Kurse. Sie sind sowohl für alle jene be-I rechnet, die, aktiv im Erziehnngstvesen stehend, in irgend! biner Hinsicht empfinden, daß sie der Fortbildung oder Aus«! bildung bedürfen, als auch! für jene, dieihre Wahl für! den jüdischen Erzieherberuf getroffen haben und nun sich] eine geeignete Vorbildung erwerben möchten." ' In den vorgesehenen allgemeinen Kursen werden folgende Stoffe behandell: 1. JüLische Geschichte und Religivnsphilosophie von Dr. Joel Obermann und Dr. Wilhelm Stein; 2; Hebräische Sprache und Literatur, für Anfänger und- BoLgeschxittene von Moses Rath und H. Distenseld; 3. Pädagogik; a) Allgemeine Unterrichtslehre und Aufgaben des Erziehers von Regierungsrat Prof Dr. Wilhelm Jerusalem, d) Ziel der jüdischen Erziehung von Dr! j Abraham Sonne, e) Jugendkunde von Dr: Siegfried Bern? selb; 4. Jüdische Frage und Betvegung von Adolf Boehm^ 5. Wesen und Technik der sozialen Arbeit von Anitt Müller. «i „< zu fä ru ist zu all be « sei Be da bil H' 1 e tri nu Tl au spi Di fta de Hc W ^» vo ke» Bi de en Er ju! all wi ru he rid vei oft ne d« ti bi Zur Lage der Jude« i« Dverust *) Just-im gleichen Augenblick, in bem durch, die beut,' und neutrale Presse die Nachricht geht, daß der- Obe befehlshaber Ost für die seiner Leitung unterstelltem Gl biete ein eigenes jüdisches Referat geschaMn und än desst Svitze eine Persönlichkeit berufen hat,, oie sich seit Jahll des uneingeschränkten Vertrauens weitester jüdisch«: Krei! .in allen Ländern erfreut, finden-sich in der feindlichen P<re'' offene und versteckte Angriffe gegen die Verwaltung d im Osten besetzten Gebiete, insonderheit gegen die-von diesl angeblich vertretene Judenpolitik. Die damit verfolgt, Absichten liegen llar zutage. Die Errichtung eines best»: deren jüdischen "Referats unddas damit! zum' Ausd gelangte Bestreben, Sonderwünschen, soweit sie -berechn sindin möglichst weitem Unffange gerecht zu werde mußte Lenendie Kreise störe»», die für ihre duicklen Zwe einen grausamen, Ärcht und Sitten mit Füßew tretend Gegner brauchten. Liefert er ihrem. Bedarf an Schaue! Nachricht«» keine tatsächlichen Unterlagen, daim sehen si sich entweder genötigt, die Schuld an unliebsamen Beglei! ersiheinungen des Krieges, die — unabhängig von Ko ni de hä S. da ge.> au R» dä rir W> Lei ba tm la» R» de! ", *)- AuS dem Heft 2' des zweiten? „ . ,Maien JHdischerv Monatshefte'' vom 25: M jährlich 2,vv M «»itzelheft L0 Pstz. au hn m» sitz pf> Ur gv dii Mi