Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 15 (1917)
- Issue
- Heft 41 (2.11.1917)
- Date
- 1917-11-02
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 41 Schilfe rgasse 29. . Schäfergasae 29. Modernes Theater Vorführung stets neuer und hervorragender Filme. Aus «Mer WeLt. Deutsches «eich. Verli« . ' - veprSseutauteusitzung -er jüdischen Gemeinde. In her Repräsentantensitznng verlas Pros/ Blaschike ein von sämtlichem anwesenden Repräsentanten Unterzeichners Sch>reiben, das die Amtsniederlegung der konservativen Repräsentanten bmanert und als fachlich ungerechtfertigt betrachtet. Beweggründe für den Schritt seien nicht mitgeteilt worden. Die Repräsentantenversammlung habe stets den konservativen Wünschen im weitgehenden Maße Rechnung getragen. Den Beamten der Gemeinde wird mit Wirkung vom 1. Juli 1917 «ib eine Kriegsbeihilfe gewährt, die, 600 bis 1000 Mk. beträgt. Verheiratete erhalten zudem noch für jedes Kind 10°/° der Beihilfe. - Äon den Zuwendungen, die zur Annahme gelaugten, seien erwähnt: 300000 Mk. für eine Salo und Natalie Cassirer-Altersversicherungsaustalt. Berlin. # Witwen- und Waisenkaffe der Rabbiner Dentschlaud». Eine außerordentliche Mitgliederversammlung wählte Professor Dr. Maybaum, der aus Gesundheitsrücksichten den Vorsitz niederlegte, zum Ehrmvorsitzendm und Räbb. Dr. Freuden t h a l - Nürnberg zum Vorsitzenden. Dr. Freudenthal berichtete über die Umwanblung in eine Ruhegehalts- und Hinterbliebenenversicherung. Die Kasse sei jetzt in der Lage, ein Ruhegehalt von 1200 Mk. zu gewähren. Der Satzungsentwurf wurde einstimmig «angenommen. , «utzla«-. Petersburg. Die Rechte der Rabbiner. Die Regierung hat verfügt, daß die Rabbiner die gleichen Rechte wie die christlichen Geistlichen haben sollen. . Jude« auf hohe« Posten. Zum Gehilfsmiukster im Innenministerium ist das jüdische Mitglied des Arbeiter- und Svldatenrates Surewitsch ernannt worden. Dem Oberbefehlshaber des Petersburger Militärrayo» ist der Poale-Zionist Rutenb er g als Gehilfe beigegeben' worden. Die Stelle von Friedensrichtern' haben die Herren Trachtenberg und Brodski erlangt. Konfereureu und Veranstaltungen. / .Inkurzem wird auf Initiative des hebräischen Dichters Eis. N. Bialik eüte große Bilderausstellung jüdischer Künstler Rußlands und des Auslands in Odessa stattfinden. Mit dem Organisieren dieser Ausstellung ist der Odessaer Kunstmaler Kischinewski betraut-worden. Dieser Tage wird eine Tagung der Gesellschaft für Hand« und Erdarbeit der Juden stattfinden, an der 60 Delegierte, Vertreter professioneller Schulen, -Werkschaftm und Patronate der Gesellschaft teilnehmen werdm. Es ist wahrscheinlich, daß die Tagung infolge der letzten Kriegsereignisse nach einer Stadt der Provinz einberufen wird. Eine am 2. (15.) September in Petersburg abzehaltene Beratung jüdischer Mittelschüler befaßte sich, mit dem Plan einer allgemeinen Zusammenkunft der jüdischjen Mittelschüler Rußlands. . Die Wahlen zur russische« Konstituante und die Jude«. -Das Jüdische.Pressebüro in Stockholm berichtet: Der Versuch dm Zionisten, zusammen mit den anderen bürgerlichen jüdischen Parteien einen Block für die Gouvernements der. alten „Tschprtu" zu bilden, um das Maximum jüdischer Stimmen 'auf die jüdische Wahlliste zu vereinigen, -mißlang, da die Führer der BvlEpartei und der Volksgruppe nicht darauf vernichten wollten, auch auf nichtjüdischen Wahllisten zu kandidieren. Trotzdem ist ein Zusammengehen der Zionisten mit den anderen Parteien , in de» einzelnen Wahlkreisen nicht ausgeschlossen, da die zionistische Organisation allen Lokalkomitees die Losung ergehen ließ, überall, wo es möglich ist einen nationalen Block zu bilden. Plattform: Bildung einer jüdischen Fraktion in der Konstituante, die sich in jüdischen Fragen den Beschlüssen des jüdischen Kongresses zu unterwerfen hat. * . Verschiedenes.; In Charkow, Tambvw, Bonderi, Perojäslvw und anderen Plätzen fanden Judenhetzen statt, wobei es Verwundete- und Tote gab. Regierung und Arbeitemat haben einer Abordnung des Jüd. Militärverbandes versprochen, eine Wiederholung der traurigen Vorkommnisse zu verhindern. Die jüd. Militärorganisativnen wollen einen jüd. Selbstschutz bilden. — ■ Dom 16. bis 18. Dezember sollen die Wahlen zum Jüdischen Kongreß stattfinden. Der Kongreß selber soll am 10. Januar beginnen. — ‘ ■ - Dem Vorparlament gehören an: Aloinikoff, Bruzkus, Gold stein (Zionisten), Sliosberg (Kadett) und einige jüdische Sozialisten. — . In Moskau wurden in die Leitung der jüd. Gemeinde gewählt: 7 Orthodoxe, 18 Zionisten, 5 Bundisten, 3 Vereinigte Sozialisten, 5 Bereinigte Demokraten und 1 Avale Zion. (Mid. Pressebüro, Stockholm) ' Krankfuvtsr KsrselitischaS Kamilimblatt. Seite i- GroßLrttamrie«. Judenhetze. Das Jüd. Kvrrespondenzbüro im Haag berichtet: Die „Morning Post", durch die Ereignisse in Rußland mißgestimmt, findet es in ihrer Nummer vom 9. Oktober für angebracht, den Soviel als eine Gruppe von.jüdischdeutschen Agenten darzustellen, deren deutsche Namen ihre Gesinnung schon von der Ferne vematen, die aber auch mit deutschem Golde, operieren und nur deswegen ihre unheilvolle „demokratische" Tätigkeit entfalten, um die russische Armee zu zersetzen und sie der Sache der Alliierten zu entfremden. Das Märchen, von der jüdischen Abstammung Lenins wird wieder aufgetischt und die ganze russische revolutionäre Demokratie als eine Jntrigue deutscher Juden hingestellt. Die biedere „Morning Post" sehnt ohne Scheu das alte Regime herbei und verheißt den Juden Rußlands die volle Vernichtung. Des weiteren ärgert sich die „Morning -Post" über die indische Politik des Ministers Montag», wirft ihm. seine jüdische Abstammung und auch seine aus' dieser erklärbare Politik der rein egoistischen Interessen vor, die .er ans Kosten des britischen Staates durchsetzen wolle. Das Blatt schwenkt das. rote Tnch, indem es vor einem indischen Irland warnt, das durch die Schuld Montagus und seiner Freunde in der Regierung und der Judenpresse herbeigeführt werden könnte. Nachdem die „Morning Post" schon öfters durch solche Angriffe auf einzelne und Gruppen von Juden ihre wahre Gesinnung gezeigt hat, würde man sich' über ihre letzten. sinnlosen Anschuldigungen nicht wundern, wenn sie nicht gerade in einer Zeit erfolgten, in der die russis«hjen Juden in England in Massen in die englische Armee eintreten. Protest russischer Juden gege« die Heereüeinziehnng. Russischen Zeitungen zufolge haben etwa 10,600 russische Juden in England einen Protest gegen die gewaltsame Einstellung von russischen Juden jus englische jHeer gerichtet, doch vergebens. Gleichsam als -Gegenleistung hat jedoch England der Bitte der russischen Regierung zugestimMt, die in Rußland weilenden Engländer znm russischen Heeresdienst heranzuziehen. Praktisch ist dies wertlos geblieben, da die englischen Untertanen im. militärpflichtigen Alter sogleich bei Bekanntgabe des bezeichneten Befehls nach Japan gereist sind. Italien. Die Bewegung „Pr» Israel". (JAK.) Die Bereinigung „Pro Israel" in Italien, in der sich hervorragende 'christliche Persönlichkeiten vereinigt haben, um die Wahrnehmung der jüdischen Interessen auf der Friedenskonferenz zu erwirken, hat eine Aktion eingeleitet, um sich in eine internationale Organisation mit Zweiganstalten in 'verschiedenen Ländern zu vernmndeln. In der Schweiz wuxden in Genf und Lausanne Vereine „Pro Israel" begründet. Auch! in Frankreich, England und Amerika sind gleichartige Organisationen in Bildung begriffen. Das holländische „Allg. Handelsblad" publiziert in seiner Nummtzr vom 17. Oktober einen Artikel, - worin zur Bildung einer holländischen Gruppe „Pro Israel" aufgefordert wird. Der Organisation gehören in Italien' führende Persönlichkeiten des Geisteslebens an, wie Pietro Bonfante, der bekannte Rector magnificus der Milanischen Handelsuniversität und der Professor an den Universitäten' von Rom und Pavia, Ettore Fabietti, der bekannte Abgeordnete Cappa. Prof. Guiseppe Ricchieri, die Schriftstellerin Elga Qhlsen und die gefeierte Dichterin Ada Negrian. „Pro Israel" will alle nichtjüdischjen Freunde des jüdisch:» Volkes ohne Unterschied der Konfession und der Parteistellung umfassen. In ihren Statuten verlangt sie, daß der Judenheit die Möglichkeit geboten werde, inP «lästina in Uebereinstimmmrg mit ihrer historisch gewordenen Art ein nationales', «mtonomes Zentrum zu formen. Desgleichen fordert sie, daß den Juden volle bürgerliche und politische Gleichberechtigung überall und nätionalkulturelle Autonomie in den' Nationalitätenstaaten mit jüdischer Massensiedlung gewährt werde. Rumäuieu. Die Lage der Jude«. Die Lage der Juden Rumäniens hat' sich äußerst verschlimmert. Nicht nur, daß alle Juden als Fremde betrachtet werden, man bezeichnet sie. samt und sonders als Spione und Verräter. Diese sinnlose Bezichtigung fällt auf fruchtbaren Boden, und die über Niederlage und wachsende Not erbitterte rumänische Bevölkerung wird immer judenfeindlicchr. Für diese aufs höchste gereizte Stimmung der Rumänen zeugt die Tatsache, daß als gröbste Beleidigung der Zuruf: Jude, d. h. Spion gilt. Die verbrecherische Politik der rumänischen Regierung zu beseitigen, gelten die Bemühungen der russischen Juden; ob sie bald unseren unglücklichen Brüdern Erleichterung und Befieiung bringen werden, wird sich in der nächsten Zukunft zeigen. Die Reglern«, über die Judenverfolgungen. Die rumänische Regierung hat in Stockholmer Zeitungen die Nachrichten über Judenverfolgungen als unwahr bezeichnet. Das Gegenteil sei wahr, denn die jüdische Bevölkerung werde gerade jetzt besonders, rücksichtsvoll behandelt. Der Ministerpräsident habe in der Kammer erllärt, die Juden würden die Gleichberechtigung erhalten. Kaffee Kaisergarten am Opernplatz Erstklassiges Famillen-Kaffee Jeden Nachmittag ton ch bis 7 Uhr und Abend von _ 8V* Uhr ah ' MT; ELünstler-ELonssert. Kaffee Buhland 55 Kaiserstrasse 56 Kaiserstrass» -' Täglich erstklassige BV* Unterhaltungsmusik -MW —— Gesangs «Einlagen. - >»>.'.» Dr. Rakowsky, der in Stockholm weilende Führer der rumänischen Sozialisten, bezeichnet die Erklärung der rumänischen Regierung als dreiste Lüge. Der russische Arbeiter- und Soldatenrat habe eine ganze Sammlung von Anklageakten bezüglich der Mißhandlungen der Juden in Rumänien. In der Kammer habe der. Ministerpräsident nur erklärt, daß man den Juden die Gleichberechtigung werde geben müssen, wenn Rumänien Transilvanien bekomme, denn es gehe nicht andann die Juden im alten Rumänien schlechter zu behandeln als in dem neuerworbenen Gebiete. Amerika. Der 10 vrillioneu-Dollar-FoudS. Nach dem Bericht des Jüdischen Hilfskomitees sind, bisher für den 10- Millionen-Dollar-Fom» 5200000 Dollars aufgesammelt worden. Der großzügige Plan zur Unterstützung der jüdischen Kriegsleidenden geht mit raschen Schritten der Verwirklichung entgegen; das Komitee glaubt» die ganze Summe vor Ende des Jahres 1917 ausbringen zu könnend ' Der Krieg und die Jude». Berit«. Stadtverordneter Arnold OberSkh und Dentist Hermann Katz erhielten die Rote Kreuz- Medaille. München. Leutnant Walter Frankenberger und Dizefeldwebel Leo Adler erhielten das Eiserne Kreuz 1. Kl. Fürth. Sigmund Holzinger stittete der Stadt znm Andenken an seinen Sohn, den Fliegerleutnant Max H., 50000 Mk. mit der Bestimmung, daß zwei Drittel der Renten für 'christliche und ein Drittel für jüdische Arme verwendet werden sollen. Der Entschlafene selbst hat in seinem Testament 5000 Mk. für Kriegsblinde und 2000 Mk. zu einer Stipendienstistnng an der Israelit. Realschule hinterlassen. Fulda. Unteroffizier r^Hugo Sichel erhiell das Eiserne Kreuz 1. Kl. Die Referendare Salli Goldschmidt und Jul. Sonn aus Gelnhausen wurden zu Leutnants befördert. VreSlan. Oberarzt Dr. Herbert Stranz «hielt das Eiserne Kreuz 1. Kl. Zahlmstr.-Stellv. OskarHeinrich.FranzWiener, Julian Gadial, l^terofs. Emil Wulkau, Bizefeldwebel Ernst Brännthal-Breslau, Unterofst Paul Holzer, Richard Moses-Benthen, Erich und Albert Neustadt-Glogau erhielten das Einser ne Kreuz 2. Kl. ' Georg Mottek-Breslau und Southeimer-X Glogau wurden zu Leutnants befördert. Wien Blocks „Oettern Wochenschrift' bringt in Nr. 41 folgende Auszeichnungen an Jude«: 1 Eiserne Krone 3. Kl., 1 Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens» 14 Militärverdienstkreuze 3. Kl., 12 silb. und 39 bronz. Signum laudis, 27 gold., 6 silb., 158 eis. Berdienstkreuze m. d. Krone, 6 gold., 2 silb.. 165 eis. Berdienstkreuze, 2 silb. Tapferkeitsmedaillen 1. Kl., 6 silb'. 2. Kl. und 83 bronz. Tapferkeitsmedaillen. Perso«aNe» «. klei«e Berlin. Der Verband der deutsche» Jude« wählte in der Sitzung seines Gesamtausschusses Geh. Justizrat Cassel zum 1. Vorsitzenden (für den verstorbenen Justtzrat Horwitz) und Geh. Justizrat Fuchs und Justizrat Makower zu stellv. Vorsitzenden. München. Juttizrar Abravam O fner, der im 67. Lebensjahre verschiedene Vorsitzende der Israelit. Kultusgemeinde, hatte sich durch sei« Wirken ans humanitärem und sozialen Gebiete sehr verdient gemacht. Königsberg. Pr Scmitä-Srat Dr Hugo Honve. ein in Königsberg und darüber bekannter Nervenarzt, eifriger Zionist und Verfasser der Broschüre .hervorragende Nichtjuden über den Zionismus", -ist im 57. Lebensjahre verstorben. Weiteren streifen war Dr. Hoppe hauptsächlich durch e: entschiedene Stellung in der Alkoholfrage bekannt. t nur hat er in früheren Jahren hier und andererorts zahlreiche öffentliche Borträge zur Bekämpfung jeden Alkoholgenusses gehalten, vor allen Dingen' warmer literarisch tätig, und manche seiner alkoholgegnerischew Werke, wie die „Tatsachen über den Alkohol", ein Werk, welches in vier Sprachen übersetzt worden ist, haben, man darf wohl sagen, den Weg über den ganzen Erdkreis gesundem Auch auf psychiatrischem Gebiete ist Dr. Hoppe schriftstellerisch tätig gewesen; seine Schrift: „Ein Gang-durch das Irrenhaus" ist viel gelesen worden. Slmütt «m l. November find es 25 Jabr», seitdem Rabbiner Dr. Berthold Oppenheim, Vorsitzender des mähr.-schles. Rabbinerverbandes, das hiesige Rabbinat verwaltet. ' Posen. Daß oemeiniame Heim der zionistischen und national-jüdischen Vereine Pofens befindet sich Berlinerstraße 5.. Hier in Garnison stehende oder durchreisende - Freunde werden um ihren« Besuch gebeten. Das Heim ist täglich von' 2—11 Uhr nachmittags geöffnet. , * Warschau. Der »nlmsche L-mdwirriwasiliche Verband hat letzteüs seine Tätigkeit «ms das österreichische Gebiet ausgedehnt unk» fir den größeren Städten Zwcngvereine gegründet. In einer Ausammenkunst dieser Vereine Umwe