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Neue jüdische Presse · 1917-11-02 · Heft 41 (2.11.1917) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
15 (1917)
Issue
Heft 41 (2.11.1917)
Date
1917-11-02
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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' Oeüe 3. Frankfurt« Uraetit^cheS KamÄierÄätt Nr: 4l Nr.4! nicht scnrst nnd Höflich, und wir verlangen gerviß nichts- Uebermenschliches und wollen nicht jede Entgleisung nnd? jedes schnelle Wort tragisch nchmen: aber das muß einmal in allem Ernst gesagt werden, daß unsere Jungen draußen oft seelisch schwer leiden, und daß es manchem Vater, der den seinen Shergeben mußte, den Schmerz vergiftet und den Stolz vergällt, wenn er an, gewisse Dinge denkt' öder andere hört. Wir sind doch eben auch nur Menschen! . Rur andeuten darf man heute, was diese antisemitische Stimmung gegen die , Juden des Ostens gesündigt hat. Das ist ein langes Kapitel und kein erfreuliches. Gewiß: so langer und harter Krieg macht nicht sanft und höflich; gewiß: fremde Art ist nicht leicht verständlich, und diese Art nicht besonders ansprechend, zumal gerade der Dialekt reizt, der deutsch und doch kein deutsch ist; gewiß: der Jude des Ostens, hat auch die deutsche- Art nicht gleich verstanden und hat of. angestoßen, weil, er nur den Russen gewöhnt war, dessen Ehrbegriffe wesentlich — anders sind als die des deutschen Offiziers und Beamten; gewiß: es war oft harte -Notwendigkeit, die dazu zwang, die Bevölkerung, des eroberten Gebietes in ihrer Bewegung einzüschränken, aus schmälste Kost zu setzen, zu Zwangsarbeit heranzuziehen: aber oft hat .es auch an allem guten Willen gefehlt, an Gercchtigkeit und :— Menschlichkeit, und vieles, was geschehen ist, wird Deutschlands Rechnung auf Jahre hinaus schwer belasten. D>er Burgfrieden ist nicht gehalten worden. Wer ihn zuerst brach, haben wir gesehen: diejenigen, deren Privilegien vor dem Geiste des Burgfriedens nicht Bestand haben konnten^ wenn er der Geist des - neuen Deutschlands wurde.. Man sagt uns täglich, daß wir unmöglich wirtschaftlich dort wieder an- - knüpfen können, wo wir am 1. August 1914 stan.- den, und hat recht damit: aber politisch, vor oflem innerpolitisch, denkt man dort wieder anzu-" fangen. Auch das ist. wunöglich, aber der Herrenstand Alt-Preußens wird alles daransetzen, es zu" tun. Die antisemitische Hetzmeute kläfft wieder fast ungehemmt durch alle Gassen; auch Herr Werner- Gießen steht, wo er stand. Wir werden den Burgfrieden halten bis ginn Frieden. Das sagt nicht, daß wir jede Beleidigung. dulden werden. Aber wir wissen, daß wir nach den. Kriege nichts anderes zu erwarten haben als den alten Kampf, in verschärfter Form. Und wir alle wissen jetzt, wir alle, Pas des Kampfes Ziel ist. Wir können nur frei atmen, wenn wir Vollbürger sind. Was uns über das Vollbürgertum weigert, ist der Geist des allen. Eroberertums, ist der Geist des patriarchalischen Großgrundbesitzertums, das nur so lange blichen kann, wie es den Menschen als Objekt fremden, stall als Subjekt seines eigenen Willens betrachtet. Was uns beleidigt und in unserer Ehre kränkt, ist der üble, aber für diese - Art von Betrieb unerläßliche Ton des Gutshofts. Dieser Geist und.dieser Ton werden unten bis in die tiefsten Schichten nachgeahmt werden, immer gröber und plumper, so lange wie die oben die Herrenklasse sind. ' Wir haben den Blutpreis ehrlich bezahlt, und wir werden um unser Recht kämpfen, das man uns freiwillig iridjt gibt. Und wir wissen — gegen . wen! Aorrserenz -er nationale« sozialistische» Parteien Rußlands. (JAK.) Ende August fand in Petersburg eine' vom Rat der nationalen sozialistischen Parteien einberufene Konferenz der ihm angeschlossenen Parteigruppen statt. Auf der Kvnserenz waren die folgenden Parteien durch je drei Delegiertevertreten: Die weißrussische „sozialistische Gromada", die lösche sozialistisch-revolutionäre Partei/ die litauische sozialistische Partei, die Partei der litauischen Bolkssozialistät, die grusinische sozialistisch fosderalistische Partei, die jüdische sozialdemokratische Arbeiterpartei (Poale Zion), die vereinigte jüdische sozialistische Partei, die esthnische sözial-revolutionäre Partei, die.polnische sozialistische Partei (revo-- lullonärc Fraktion) und die Partei der russischen Bolkssozialisten. Me Konferenz beschloß prinzipiell, daß, der Rät der nationalen soziaüstischenParteien überall, wo mindestens eine der chm yngeschlossenen Parteien -eine Organisation besitzt, sich an den Wahlen - zNr Konstituante durch eigene Kaichidäten beteiligen. soll. Wahlabkommen mit anderen sozialistischen Parteien, die die Forderungen des Rates unterstützen, sind erwünscht. Nach den Referaten von J a hr b lu in (Poale Zion) und Anim (Vereinigte jiü>. Soz. Partei) über „Die Stockholmer Konferenz und die Reorganisierung der Internationale" wurde-beschlossen, daß alle auf der Konferenz vertretenen. Parteien die Stockholmer Konferenz beschicken sollen. Den Delegierten dieser Parteien wurde empfohlen, eine einheitliche Delegation zu bilden und die Umgestäi-. tung dersozialistischen Internationale auf Grund des nationalen Prinzips, das heißt' der Vertretung ' aller sozialistischen Parteien aller Nationen, unabhängig von den staatlichen Grenzen, zu fordern. Eine von der Konferenz eingesetzte Kommission wurde beauftragt, einen Organisations-Entwurf der - Internationale auf dieser Grundlage auszuarbeiten. I Die Z»de»fr»»e im Frteve»sm«mifest-rS! HollSudtsch-Ska«-i»avjsche» Komitees. (JAK.'i Das Friedensmanifest, - das die Dele-! gätionen der? skandinavischen Länder und Hollands im Aufträge des Organisationskomitees der Stockholmer sozialistischen Kvnserenz an die der Inter- - nationale angeschlossenen Parteien erlassen haben, . wird in den jüdischen Volksmassen ein freudiges - und hoffnungsvolles Echo wecken. Vor allem des-; wegen, weil in diesem Dokument nicht nur die j Friedenssehnsucht der gesitteten Welt Zeinen so wür- ' digen und überzeugenden Ausdruck findet, sondern - auch, weil hier konkrete Bedingungen für einen Verständigungsfrieden formuliert sind, die zweifellos eine gute? Grundlage für den Beginn der Verhandlungen und die Beendigung der Menschenschlächterei bilden können. Dieses Manifest, ist aber für das jüdische Volk noch außerdem von ganz besonderer Bedeutung. Es; entspricht nämlich in vollem Maße den 'Erwartungen und Wünschen der jüdischen Demokralle. Die Forderungen des Manifestes zur Judenftage lauten: „Internationale Lösung der Judenfrage: Personalautonomie in den Gebieten. Rußlands, Oesterreichs, Runläniens, Polens, wo "bie Juden in geschlossenen Massen wohnen; Schutz der jüdischen Kolonisation in Palästina." Ferner wird bei der Forderung - auf Errichtung eines freien und unabhängigen Polens ausdrücklich die Notwendigkeit der „Sicherung der wirtschaftlichen Entwicklung und Autonomien der jüdischer: und anderen Minoritäten" betont. Der jüdische Kougretz in Rntzland. (JAK.) Am 11. Januar 1918 tritt der Kongreß der russischen Juden zusammen. Das Organisativnskomitee erläßt folgenden Aufruf an alle Juden Rußlands: „Bürger! Juden! Das jüdische Volk in Rußland steht jetzt vor einem Ereignis, das nicht seinesgleichest hat in der jüdischen Geschichte seit zwei Jahrtausenden. Nicht nur hat der Jude als Individuum, «cks Bürger Gleichberechtigung bekommen — was ja muh in andern Ländern geschehen ist —, sondern die jüdische Nation steht vor der Möglichkeit, natnnmle Rechte zu erlangen. Niemals nnd nirgends durchlebten die Juden einen so ernsten verantwortungsvollen Moment wie den gegenwärtigen, — verantwortlich vor dem lebenden und zukünftigen Geschlecht. ’ , Aber diese Verantwortlichkeit schreckt uns nicht, denn wir können mit allem Recht sagen, daß die Juden sich der vollen Bedeutung der historischen Aufgabe, die uns zufällt, wohl bewußt sind. Das zeigte sich klar auf der Konferenz, die vom.iß. bis 21. Juli (31. Juli bis 3. August) in Petrograd imter Mitwirukng vyn Vertretern aller großen Gemeinden nnd «fl« jüdischen Parteien und Rich-. langen Rußlands stattfand. Diese Konferenz beschloß, in möglichst kurzer Zett einen Mlrussischen Jüdischen Kongreß von gewählten Vertretern der gesamten russischen Juöeichett nach Petrograd einzuberufen. Diese von jedem Mitglied der Konferenz empfundene Verantwortlichkeit für die jüdische Zukunft in Rußland führte dazu, daß das Programm des bevorstehenden Kongresses . einstimmig angenommen wurde. Die Punkte des angenommenen Programms lauten wie folgt: ( 1. Ausarbeitung der Grundlagen der nationalen Selbstbestimmung der Juden in Rußland. 2. Bestimmung d« Rechtsgarantien für -die nationale jüdische Minderheit. 3. Festsetzung der Uebergangsformen der Gemeindevrganisation der russischen Judenhett.. 4. Sicherung der bürgerlichen und nationalen Rechte der Juden: a)in dem unabhängig erklärten Polen: V d) in Palästina; ' e) in Rumänien. . In Welch« Weise und in welchem Umsänge das indisch: Volk.in Rußland 'sich organisieren muß, welche Ziele die Juden kraft ihrer Organisation -erreichen kölnisch das alles muß der bevorstehende Kongreß bestimmen. Das bedeutet, daß der Kongreß die nationalen Rechte zu formulieren» haben wird, deren Verwirklichung die jüdische Nation aus -der russischen Konstituante fordern wird. Der Kongreß muß die Rechtsnormen, die das Leben der russischen Judenheit regulieren sollen -und die Organisationsformen, die für unsere nationale Existenz notwendig sind, entwerfen. Auf diese Weise -wird der Kongreß den Willen des jüdischen Volkes und seine nationalen Bestrebungen von der ganzen Welt proklamieren. Dieser vom Allrussisch-Jüdischen Kongreß ausgedrückic nnd formulierte Volkswille wird uns die nötige Straft verleihen, um den Kampf für unsere nationalen Rechte so lange führen zu können, bis wir uns die volle Möglichkeit zur Gestaltung unseres sozialen nnd nationalen Lebens, den Interessen unserer nationalen Existenz gemäß (erringen. Um den Kongreß so zu organisieren, daß «'die Ergebnisse, die die russische Judenheit zu erwarten berechtigt ist, verwirkliche, hat -dir Konferenz ein aus vierzig Personen bestehendes Organisationskomitee eingesetzt, welches die gesamte für die -Einberufung des groAn in Rußland bisher, einzigartigen 5kongvesseszu leistende Organisationsarbeit 'übernehmen soll. D« wesentliche Teil der -Arbeit müß getan werden und will) auch tatsächlich getan, da, wo die -kompakten jüdischen Massen wohnen. Deshalb reicht unsere Arbeit hi« im Zentrum bei weitem -nicht -aus, wenn wir nicht überall nnt« euch das' Äare Bewußtsein der ganzen' historischen Tragweite dich« Organisationsarbeit finden. 'Wir -beginnen diese Arbeit rm 'Glauben, dätz jeder Jude, sowie jede Gruppe, Organisation od« Partei, welcher Klasse oder Richtung sie auch angehören, wo und unter welchen Bedingungen sie sich auch befinden mögen, alles was in ihren Kräften liegt und erforderlichenfalls auch üb« ihre Kräfte tun werden, um uns zu helfen, den Kongreß so zw organisieren, daß er wirklich! den -Willen und das Streben des Volkes zum Ausdruck bringt. Wir glauben, daß jeder selbstbewußte Jude es» einsieht, daß die Fragen, die dem Kongresse zur Beurteilung und Beschlußfassung vorgelegt werdennnd -die Ergebnisse, zu denen er führen muß, die -allerwichtigsten dringendsten Lebcnsinteressen eines jeden Juden sowie der jüdischen Gesamtheit in Rußland berühren. Bon jedem einzelnen Juden, der iin genügenden Maße das bürgerliche und politische Bewußtsein für den gegenwärtigen historischen Moment besitzt, jedem Juden, der das - eigem aktiven gesellschaftlichen Arbeiter notwendige Verständnis und die «forderliche Energie hat, rufen wir zu: Trotzet an die. große -nationale Organisationsfarbrit heran! Die Stimmung iu de« Bereinigte« Staate». (G. §.) Berichte aus Amerika lassen eine sinne Stimmung erkennen. Es.zeigt sich dies in Finanzkreisen wie. auch in den Zeitschriften. Die flackernde Kriegslohe hat merklichabgenommen. Das große Publikum wird bedächtig, runzelt die Stirne in Anbettacht der ungeheuren Milliarden-Dollar-Änleihen (Pump.) für die Ententemächte, die noch größeren Aufgaben für kriegerische Vorbereitungen und “last but most” die Opfer, die der.Krieg kosten wird. Die „New Jork Times" vom 18. v. M.' scheibt: „Anläßlich des gestern (17. Sept.) stattgefnndenen j ü d is.chni Fei«tages (Rvsch-ha-schona) hatten 80V' israelittscke Rekruten, die zwecks militärischer Ausbildung in den Kriegslag«n nahe New-Iork sich befinden, llrlanb erhalten und nahmen an dem Gottesdienst in verschiedenen Synagogen der Stadt New-Uork teil. In der Sonth-Boulevard-Synaj- ' gvge hielt der amerikanische Botschafter bei ter Türkei, Abram L. Elkns, eine Rede vor derversammelten-Gemeinde, unter der 300 dieser Rekruten-Urlauber sich befanden. Der Botschaft« wies darauf hin, daß seine Glaubensgenossen — die amerikanischen Inden — -ihren Plichten gegenüber der Nation inr Krieg wie, im Frieden stets Neulich! «Mlt haben. Er gedachte der vorjährigen Fei«, der « in ein« Synagoge in Konstanttnopel beigewohnt hatte, und besprach!, vergleichsweise, die Lage seiner Wau« bensgerwssen in der Türkei unt> irt d« Großen Republik. ,^hier," sagte er, „stehe ichim Lande des Sonnenscheins, wo alle Menschen frei sind und des' Glückes genießen, das der Freiheit entsprießt." Im" Finanzteil derselben Zeitungsnunrm« steht die Antwortdie d« Hauptleit« einos 5er größten Fintmzinstitute New Aorks dem Redakteur d« ,M I. Times" g<w, als dies« ihn über seinen Besuch bei den Regisrnngsbehörden in Washington befragte. Der Bankleit« sagte: „Vor dem 5kriege "konnte ein Bankier, wenn er von Washington zurü'cknun- -einige interessante MenigkeiteN Mitteilen, mindestens war er -bereit, sich.ich«'Sachen «u^ulassen, die chm in Washington.zu Ohren Lrmen. Aber jetzt haben sich die Zustände derartige.geändert, 'Laß er üb«haupt nicht zugeben will, in Washington gewesen zu sein, denn die chm Hort gegebenen Befehle waren.-streng e irgendeine.Jnformationsabgabe. We wiederhokwn hnungen, er soll alles geheim halten, was -ihm wo» Regierungsbeamten mitgeteilt.wurde, machten auf chm einen tiefen Eindruck. Jed«nnmn, mit dem er 'Gespräche jührte, warnte ihn, das Gespräch lwvtttrzugeben. Und-auf feiner Heimreise überlegte er -sich, ob «es nicht im Interesse der Nation am besten.sei, seine Anwesenheit in. Washington zu verheimlichen!" ^. Diese Erklärung des Bankleiters stimiM.gar, .picht ürit der oben aimeführten-Ausfässang des BotschaftchZ'ElkuS bezüglich Les Bestaitdes won -lichtsttcchlsnder 'Fttsyeit in den Bereinigten StaiiteM 8vdLkvi-ga Voicküdrw « «er», . »epri In Le ein von si netes SW konserv als fachliä den Sch-ril tantenversc inr weftge Den i 1. Juli 1 600 bis 1 noch für; -Bon i laugten, ß Natalie C verlsi Witwe«- Eine Professor ftdjifc« der Rabb. ®r. Dr. I eine Ruh« Kasse sei j zu gewähr genommen Peter Die! gleichen R Zum jüdische A witsch ern Dem der Po woroen. Die < Trachte Künstler! ftnben. 21 Odess a, Dies« Handuni gi«te, Bc Patronate scheinlich, nach eine Eine Beratung ein« allg, Rußlands Die Weh! - Das Versuch d lichen jüd der. alten bischer S -mißlang, . gruppe n jüdischen scünmenge , den einze nistische S gehen sie Block zu tion in den Besch In . j aslvw statt, wo und Arb« verbände- Borkomw tivnen n - Vom Jüdis«! . soll am < - Dem Br uz ki dett) nn! "In Gemei disten, 3 und 1 Z

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