Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 15 (1917)
- Issue
- Heft 40 (26.10.1917)
- Date
- 1917-10-26
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 40 G ^ite 2. 7 Frankfurter Zsräelitffches FamMeMatt. , SK. 40 Dabei imijsen 'sich die Polen chewüßt Mni, daß, weM: auch,, durch den Uebergang der Venpckt» lung in 'ihre Hände Pe jetzig Herren der Situation geworden sind, die polnisch-jüdische Frage doch nach wie vor eine internationale Frage blecht, daß die gesamte öffentliche Meinung der, Menschheit an ihr interessiert ist.. Eine brutale Vergewaltigung der polnischen Juden, wie sie; die antijxpnüschcrr Politiker ÄNtev "deck Polen beabsichtigen, npärde natürlich nur ein Ptovisoriunr blechen müssen Die pÄmsche Judenheit würden den Hampf dagegen mit Er Energie soMsetzen müssAl. gMs Jüdentuür der gesäurten Welt wird sie dabei in der energischen Weise uNteMützen, -und man darf schon heute mit Sicherheit sagen, ' daß.,, die Demokratie und alle freiheitlichen Elemente in Europa und.Amerika rauf Seite der jüdischen Wünsche stchen werden Erst. dieser. Tage hat sich' dies wieder gezeigt in Lein Manifest des StoHolmer Sozialistenkomiiees, in dem die Schasstmg eines selbständigen polnischen Staates Mordert wird, aber mit der. ausdrücklichen -Bimrerbrng,' daß^. die jüdische Minorität dort Auto-' nomie echalten müsse.Wir hoffen, daß die Polen llug genug sein werden, ' zu verstehen, daß die Ausnutzung des gegenwärtigen Moments, in dem sie alleinige Herren der Lage sind, sie nicht dazu verführen darf, die elementaren Grundsätze der natio- Iwlen Selbstverwaltung, die von Tag zu Tag jetzt mächtiger werden und"-beim Friedensschluß sicherlich einen leitenden Grundsatz der Neuregelung der Welt bilden werden, zu verletzeil und sich damit' in. Widerspruch zu den besten und fortschrittlichsten Mästen in der gesamten Wcll zu setzen. Die nächste Zeit wird bereits zeigen müssen, was man von dem Gerechtigkeitssinn und der politischen Klugheit der .Polen, erwarten darf. V Orgauifierimg der Juden der Bukowina In Erkenntnis ^er Notwendigkeit, der durch - die" Miegsereignisse irnter allen Volksteilen nra_ schwersten betroffenen Judeuschast der Bukowina eine Organisation zu schaffendie es ermöglichen soll; den polltischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau 'kräftigst zu fördern, -hat der aus der: zehn Mitgliedern beider jüdischen Parteien hKstehendc „Jüdische Landtagsll.ub" eingehende Beratungen gepstsgen. Auf feine-Einladung fand am 12. ds. Mts. eine vertrauliche Beratung statt, an der zahlreiche Vertreters beider Parteischatticrungen und aller Berufssrände teilyahmen. - Landtagsabg. Dr. Max Fekschaner und .Reichsratsnick» Landtagsabg. Dr.- Benno Straucher erstatteten Referate, - und es, wuroen sodann einhellig folgende Beschlüsse gefaßt:. , - „An Stelle der bisher /bestandenen zwei politischen jüdischen Parteien der Bukowina wird,eine einheitliche jüdischc Land.espMc.teigebildet, und mit der Wahrnehmung.nnd! Vertretung der Rechte und Interessen der Judenschaft ein Parteiausschuß betraut, aus dessen Mitte ein AtLeitsausschuß del^iert^ wird, der bis zurtzestnitiven.Zusammensetzung.der. Parteiorganisation sich nntden oorbereitendeN Arbeiten für den Wiederaufbau zu beschäftigen haben wird." In diesen Arbeitsausschuß churden. entsendet: Konnnerzialrat Max Ritter von Anhauch, meinderat Dr. Friedrich Billig, Gemeinderat Dr. Mäher Ebner, Großindustrieller'Nathan Midinger, Pemchnderat -P e r nh. Flemming.e r. Mg. Dr. M ax. Fekschaner, Gemeinderat -.Adolf Hart, Kommerzialrat Äbg? Jak. Hecht, ' Kauzleivorsteher J äkob Hilsenrad, Wvokat Dr. jSfil o m o n K a ß ner,Abg. Dr. I s i.d ö r K a tz Advokat Dr. ..H einrichiLupul, Kommerzialrat .^Äbg. Salomon Rüdich, Abg. Dr. Benno 'Skr a u ch e r, Handelskanunerpräsident Wilhelm -.Titt i ngc r, Gemeinderat' A d o l st W allst e in, Äbg<-Bürgermeister Dr. Salo von Weißelberger und Abg. Dr. NeuMann-Wende. Zum Präsidenten des Parteiausschusses wurde Dr. Straucher, zum Vizepräsidenten Abg. Dr. -Max Fekschaner und zum ständigen Referenten Ado Ist Wallstein und Dr. K aß ne r gewählt. Der - Arbeitsausschuß ' Hat . seine Tätigkeit bereits ausgenommen.- ' Die Berner Friedeuskouserenz und die Judenfrage.; . 2tm 12. November findet in Bern eine von der „Zentralen Organisation für einen dauerhaften Frieden" einberufene Friedenskonferenz statt. Her- . vorragende Politiker aus allen Ländern so der Generalsekretär der interparlamentarischen Union Uh r i st k a n^L ä.p g e . -aus Norwegen,-, der Leiter, per schwedischen^ Libfralen Baron ,,A d e l.w ü-rd, .iidid > holländischen ehemaligen Minister H eemskerk und van £$)fi, die deutschen Reichstagsabgeordneten Scheipcmann- Bernstein, Gothein, Erzberg e x und Minister a. D- D e r n b u'r g, der bekannte österreichische Völkerrechtslehrer Lama sch, der ungarische Parteiführer Graf Karolyi, dix italienischen Professoren G h i s l e r i und Michels, der Cambridger Gelehrte Dickinson —. haben ihre Anwesenheit zugesagt. Der Präsident der Organisation, der holländische Abgeordnete und ehemalige Staatssekretär , im Justizministerium, Dr. H. C. Dresse 13} uys, äußerte sich zu einem Redakteur des Jüdischen Kvrrespondenzbureaus im Haag über die Bedeutung. dieser Konferenz für das jüdische Problem wie folgt:. ._ . „Die Berner Konferenz hat die Aufgabe, dqs Minimumprogramm, welches April 1915 auf einer' Konferenz von - Vertretern verschiedener Länder im Haag ' ausgearbeitet wurde und. die Grundprinzipien eines dauerhaften Friedens in. wenigen programmatischen Sätzen ausspricht, durch konkrete Formeln zu ergänzen, die dem Friedenskongreß als Basis seiner Verhandlungen - dienen können. Das Minimunuirogramm, das in allen Ländern diskutiert wurde und .allgemeine Billigung fand, sagt in seinem zweiten Punkt: - „Die Staaten werden den auf ihrem Territorium lebenden Nationalitäten bürgerliche Gleich-- berechtigung, religiöse Freiheit und den freien. Gebrauch ihrer Sprache gewährleisten." Selbstverständlich gelten diese Grundsätze auch für die Juden. Allerdings werden sie nicht ' allgemein zur Hinwendung. kommen können. Nur in jenen Ländern, wo-die Inden ln Masse siedeln und ihre Sonderart deutlich zu Tage tritt, wird ihnen kulturelle Autonomie ebenso gewährt werden müssen wie jeder anderen Nationalität des Landes. Das jüdische Mimmumprogramm, wie esvom Zionistenführcr Max Nordau formuliert wurde: 1... In allen Ländern, wo die Juden in geringer Anzahl leben, Völle Rechtsgleichheit; 2. Ueberall, wo sie ein ansehnliches, gegliedertes Bevölkerungselement bilden, Anerkennung ihrer Nationalität, sofern sie dies' wünschen, und Ausdehnung aller politischen und kulturellen Zugeständnisse auf sie, die in dem betreffenden Staat jeder anderen bewußten, differenzierten und organisierten Natiönalität gemacht werden; 3. Für die Juden, die unter sich national leben und nichts als Juden sein wollen, Palästina, das heißt das Recht der ungehinderten und unbeschränkten Einwanderung, Bodenerwerbung und Änfiedlung mit innerer Selbstverwaltung unter der Regierung, die in dem Lande die territorialen Hoheitsiechte ausüben wird; läßt sich darum ganz in das Kadre unseres Programmes einsügen. Wenn die., jüdische Bewegung, die heute in verschiedenen Ländern im Gange ist, als ihre Forderung die Anerkennung der jüdischen Nationalität in den Ländern jüdischer Massensiedlung . erheben wird, dann steht-nichts im Wege, unsere Grundsätze ans die Juden zu erstrecken. Wenn das naturgemäß in Holland nicht der Fall sein wird, so kann ich mir tvohl' vorstellen, daß den Juden dort, wo sie einen' eigenen Organismus' bilden, wie in Palästina, Polen oder Galizien, unser Programmpunkt, von Bedeutung werden wird. .' In unserer Organisation ist die jüdische Frage noch nicht besprochen worden, da bisher keine . 'Anregung von irgend welcher Seite in diesem Sinne erfolgte. Doch bestehen kerne Bedenken, daß sie in unserer Organisation angeschnitten und auch in Bern aufgerollt wird, wenn ein derartiger Wunsch geäußert werden sollte. Me verschiedenen Punkte- -'pafferes Programms werden in Bern zunächstin - Kommissionen beraten und die Beschlüsse der ein-, zelnen. Komitees dann in einer Generälversänun-' lung neuerlich überprüft werden. - Für die Beschlüsse -unserer Konferenz wird in allen Ländern planvolle - und zielbcwußte; Propaganda . eingeleitet werden^ Schon heute sind 10 Länder in unserem Verband-: vertreten, und wirken überall einflußreiche Persönlichkeiten für die Popularisierung ' unserer' Bestrebungen. Jüdische oder zionistische Organisatio-i neu. haben bisher keine Fühlung mit uns gcnominen. Es sind daher zur Berner Konferenz , keine Vertreter jüdischer Organisationen geladen. Doch» befinden sich unter den-Teitnchmern eine Reihe von Juden, die. wegen ^ihrer-;. bedeutsamen Stellung inn dem öffentlichen Leben-r ihrer Länoer z!lr Mitarbeit von uns herangezogeck wurden. Es besteht trotzdem die Möglichkeit; daß dP;.jüd'rsche Frage aufs Tapet kommt."!' Zum Schluß äußerte Dr. D r e s s e l-h u y s seine Sympalhirn für eine Autonomie der Juden in Palästina. Zunehmende Anarchie und Jndenfeind- Uchkeit in Rußland. Schon vor einigen Wochcii hatten wir Gelegenheit, die dunkle Pogromarbeit der reaktionären Elemente in Rußland zu beleuchten. Damals' hoben wir das Gefahrdrohende dieser Lage hervor, eine Gefahr, die durch offene Ausschreitungen und das Steigen; des Antisemitismus denk- -lich zu Demüte geführt wurde? Inzwischen haben die Bcsürchitungen noch keineswegs an Begründung,verloren; im Gegenteil: mit' der zunehmenden Zerrüttung und Zersetzung gewinnen die revolutionsfeindlichen lkräfte freieren Spielraum, der durch die Anarchisten — wenn auch nnvorsätzlichj — vergrößert wird. Zur jahrzehntelang eingepflanzten Abneigung der großen Massen, namentlich! der , Bauern, den Juden gegenüber, gesellt sich die Unwissenheit, die dieser jndenfeindlichen Hetze den Erfolg erleichtert. Die gute öwnomische Lage der Juden wird ebenfalls von her Landbevölkerung mit mißtrauischen und feindseligen Blicken begleitet. Das alles nützen, hie Reaktionäre, die von der Absicht ausgehen, die Ergebnisse der Revolution zunichte zu machen durch Vergrößerung der Anarchie aus: -Und diese Umtriebe, die mit allen Mitteln der Propaganda, durch Massenaufrufe, Reden und Verleumdungen ausgeführt werden, sind leider nicht erfolglos geblieben. Im Ministerrat erklärte kürzlich der Innenminister Ni kitin, ein vorsichtiger und verständiger Mann, die allgemeine innere. Lage werde , immer verworrener und kritischer. So haben in einzelnen Städten, wie I e k a t e r i n o s - law. Tambvw und Oriol, Judenprogrome stattgefunden, ernste Ausschreitungen, die durch Verbreitung von niederträchtigen Anklagen, — so z. B., daß die Juden den Lebensmittelmangel verursachen — hörvorgerufen wurden. In Kiew und Nikolajew wurden ebenfalls Pozromversuchje eingeleitet, doch rechtzeitig vereitelt. Man sieht, welche Gefahr die tvachsende Anarchie für die russische Judenheit in sich^ birgt. Die gegenw ärtige Lage nüd die Ansfichteu des Zionismus. Ueber die Lage und die Aussichten im Zionismus sprach in einer Versammlung der Zionistischen Ortsgruppe am 10. Oktober Herr Nachüm Goldmann-Berlin. Der Vortrag erweckte bei den zahlreich Erschienenen umsomehr Interesse, als der Redner, wie Herr Wolf einleitend sagte, seit Jahren dem Engeren Aktionskomitee der Zionistischen Organisation in Berlin sehr' nahesteht und er mit der Arbeit und dem Stand der Bewegung vertraut ist. Der 5lriem begann Redner, traf die zionistische Weltorganisation überraschend und unvorbereitet; wie ein Keulenschlag und ein Gefühl.drängte sich in jenen Tagen der Leitung wie jedem Zionisten auf: das Vorgefühl katastrophaler Ereignisse und die Erwartung einer mehr oder weniger starken Lahmlegung einer zionistischen Arbeit auf Jahrzehnte hinaus. Das Judentum wurde im Nu in feindliche Teile gespalten und das war der Ausgangspunkt seiner /Erwägungen. -Nach umsichtiger' Prüfung der Lage beschloß die Leitung folgenden, den einzig richtigen Weg zu beschneiten: Das urrbedingte Festhalten an der Neutralität, abwartende Haltung den Mäch,ten gegenüber, um den * Welt politischen Charakter, der Organisation zu wahren, und stete Loyalität zur Türkei, als der über Palästina und mithin unsere Kolonien gebietenden Macht. Diese Politik hot sich bewährt; ihr ist auch zu danken, daß die zionistischje Organisation fast die einzige ist, die mit ihren Gruppen - «t den verschiedenen Ländern volle Verbindung aufrecht erhalt. Jetzt, nach 40 Kriegsmonaten steht der Zionismus so kraftvoll und Nrächitig wie noch nie da. Zieht man die Bilanz des bisherigen Kriegsverlaufs, so muß man sie mit einem entscheidenden Plus für den Zionismus buchen. Die Judenftage ist zu einer internatibnalen Frage herangewachsen und damit der Zionismus, der doch die Lösung dieser Frage erstrebt, ein weltpolitischer .Faktor geworden. Welche Umstände haben diese Wendung in der Lage und Stellung des' Zionismus bestimmt? Zunächst die innerjüdischen Vorgänge. Es!wär der Rationali- : s i er u-n g s p r öz e ß, der im Gesamtjudentum eine gewaltige Wandlung vollzog«: hat. Von Amerika kaut der . große Anstoß, schjug nach England, wirkte in Italien und Frankreich nach und wurde von der befreiten Judenheit Rußlands aufgefangen und vervielfachst. Allerorten ' sind 'Kongreßideen entstanden, die stets einen nationalen Untergrund haben. Nichst s» in der Judenheit der./Zen - , tralmächie, die.durchaus, versagt haben-- teils in- ' fotze der Kriegsverhültnisse, teils aus Mängel an: innerer Lebenskraft. Doch mochen sich ondlich auch hier ünd-da Ansätze zu iveiter zu und derer schpn Wirt Diese Borbeding scheu Jdec Nastonalis scheu Dov Machd Zionismus Anerke nalität n a l e uU sichltliche sl Regier dem letzt« wobei ab« rück; z. 8 seitens d schien Wer! ihre Bed' nrüter die einzelnen erwarten' Am bestir zionistisch palästinev kündet. 5 schritte z lische Arl und ihr i zionistenf Engl leibüng sat Arab reichs si« reich beq Palästin« genährt, ist Erft« der/ Pap begegnet. tritt ein- And urteilen, ziehen, v gerecht - ist von ugd diki - palästim Psorte. die Gen nalität judenft« vorgehol in der zionistis« denr os naljüdis Nutzen " Dü einer zr solgung füllnng diesem unserer De wurde Dank Bersam Nr düngen > stehen > rechmur krankui dienste. 780 ai den dr mißter auch 8 wo e r AÄttei mißt - befind! berg « » 8 Kreuz 3 am Mond, K.C.er urlaul und' t Außer Heere bei Ki bayeri - runge . Ofsizi