Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 15 (1917)
- Issue
- Heft 36 (21.9.1917)
- Date
- 1917-09-21
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2692297-2693025-2693061--10043-2705328- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 2. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 36. Minister Treub: „Ganz abgesehen von diesen Gründen, ist Hollaich vom moralischen Standpunkt a» einer vernünftigen Lösung der Judenftage, wie sie das zionistische Programm anstrebt,. interessiert. Es ist begreiflich, daß darum auch weite Kreise in der Türkei und den ihr Verbündeten Ländern für. die Verwirklichung des Zionismus ciutrcten. Es liegt in der Linie der geschichtlichen Entwicklung, daß jedem Volk die Möglichkeit der freien Entfaltung seiner Kräfte geboten werde." Aus aller Welt. Deutscher Reich. Frankfurt a. M. Gnfnhrstelle für Ceder« und Palmen. Die Einfuhrstelle für Cedern und Palmen schreibt: Trotz aller Bemühungen von behördlicher und privater Seite ist es nicht gelungen, die Aufhebung des italicni- Was Esrogim betrifft, so ist die Einfuhr ausschließlichmif p a l n st ich, c n s i s ch e Ware beschränk worden. Griechische und italienische Esrogim werden daher in d JaAc sticht zu') haben sgijk.- " ss . gst»ze ... . . , Esrogim allein (Durchschnittsqualität) Lnlvwim allein Komplette Arba Minim (Durchschnittsware mit trockenem Lnlow, gebunden) bessere, ausgesuchte Ware Licbhaberware bis zu 1.- 11.— 14.— 25— Ziorristische Nachrichten. Zürich. Zum 20 jährigen Jubiläum des ersten Zionisten - longrcsses hätten die hiesigen zionistischen Vereine eine Feier veranstaltet. Der Saal war überfüllt, es dürsten an 600 Personen anwesend gewesen sein. Moritz Färber e M . AWWW Engündwetterzu- Nnwfm!—«Sie hä tnuMtte! Je I l I ekpWMysrM tvmniererhandÄ Mob vor \ BERN MftP.O und die inneren Feinde seiner neu errungenen Freiheit zu überwinden und,' sich zu' eih.em mächtigen und friedlichen Kulturvolke zu organisieren, darf man auch die Erwartung hegen, daß für die russische Judenheit uni ihrer Emanzipation eine neue Epoche anheben wird, in der sie die Möglichkeit haben wird, all ihre unerschöpflichen inneren Energien zu entfatten und auszuwirken. «w «enteric« Minister für »en Andenstaat. Das Jüd. Kvrrespondeuzbüro im Haag berichtet: Der holländisch^ Finanzminister M. W. F. van Tre ub äußerte sich' in einer Unterredung mit dem Pubuzlsten Ben Mose Zwi, die am 5. September im Finanzministcrium ftattfand, in sehr bemerkenswerter Weise zur Judenfrage. Minister Treub ist die kraftvollste Figur im gegenwärtigen holländischen Kabinett und die treibende Kraft in der Regierung. Da es nicht unwahrscheinlich ist, daß in der Stadt, die den Friedenspalast Carncgis beherbergt und in seinen Mauern die ersten internationalen Kongresse zur Entwicklung des Völkerrechtes, der DurchfühMtg der Abrüstung und der Sicherung des Friedens tagen sah, äu# der Völkerrat zusammentreten wird, der dem Weltkrieg folgen wird, sind die Sympathien Trends, der sich für die Errichtung eines Judenstaates in Palästina ausspricht, von Bedeutung für die jüdische Sache. Minister Trend begann wie folgt: „Ich! habe schon des öfteren mit Herrn Jacobus Kann, dem Führer der holländischen Zionisten, den Sie sicherlich kennen, über den Zionismus, seine Ziele und seine Bedeutung gesproch'en; er kennt meine Sympathien für den zwnisttschcn Gädanken. Die Judenfrage ist ein internationales Problem, dessen Regelung ei» Weltinteresse ist. Wenn die internallonäle Lösung der Judensrage möglich ist und eines der Ergebnisse des Kriegs die Bildung eines Judenstaates wäre, wäre es mir persönlich sehr sympathisch. Voraussetzung wäre natürlich — es versteht sich eigentliche von selbst —, daß diechristlichen helligen Orte in irgend einer Werse der Kontrolle einer chlristtichcn Behörde unterstellt oder internationalisiert werden. Doch' darüber,- denk ich, werden kerne Schwierigkeiten entstehen. Die Repatrierung des jüdischen Volks ist schon vom menschlichen Standpunkt ein «cstrSenswertS Ideal, sodatz jeder Menschenftaind wünschen muß, daß sich die Lösung' der jüdischen Frage im zionistischen Sinne vollziehe. In der Richtung der Wiederverpflanzung des jüdischen Volks in seine alte Heimat werden sich darum alle Anstrengungen jur Beseitigung dieser für die Juden und die Welt so schprerKichen Frage zu bewegen haben." Ben Mose Zwi: „Die jüdische Kongreßbewegung erstrebt die Schaffung einer legitimen Vertretung des jüdischen Volkes auf der Friedenskonferenz. Wie beurteilen Exzellenz die Aussichten dieser Bestrebungen? Minister Tveub: „Das ist für den Staatsmann eines neutrckwn Lands eine sehr schwierige Frage. Es' läßt sich heute nicht mit SicherheÜ sägen, welche Fragen auf dem kommenden Friedenskongreß angeschnitten werden. .Ob die Judenfrage hur Behandlung gelangen wird, wird von der Art äbhängeu, in der man die Friedenskonferenz abhalten wird. Es wird davon abhängig sein, ob man die Friedensverhandlungen nur .auf die wichtigsten Punkte konzentrieren oder den Versuch machen wirb, alle internationalen Fratzen auf der Friedenskonferenz zur Lösung zu bringen. Wenn das letztere der Fall sein wird, dann ist die Hoffnung gestattet, daß die Judenftage njchjt vergessen werden wird. Mir ist es als einem Staatsmann eines neutralen Landes schwer, mehr zu sagen. Wir können den Großmächten nicht . vorsch'reiben, was sie auf dem' Friedenskongreß behandeln sollen." ,Hier, in Holland," fuhr -er Minister fort, „haben wir keine Judenftage. Man findet hier den Juden sympathisch oder weniger sympathisch- Aber eine richtige antisemitische Bewegung, wie Sie sie in Deutschland oder gar in Oesterreich haben, kennen wir hierzulande nicht, und ich sage, Gott sei Dank, daß wir sie nichjt kennen. Ich persönlich hege gegenüber Jude« ganz gewiß kehle Antipathien. Es gibt unangenehme Juden und unangenehme Christen. Das wird wohl immer so bleiben. Umgekehrt gibt es auch sehr gute Jude» und sehr gute Christen. ■ Eigenschaften sind eben niM das Monopol einer religiösen oder nationalen Gemeinschaft Jeder Jude, der tüchtig ist, macht in Holland S'ensv seinen Weg wie .ein tüchfiger Christ. Der Jude hat hier freie Bahn urä» erfährt Line künstliche Hemmungen oder Einschränkungen wegen seiner Religion oder Zugehörigkeit zum jüdischen Voll. Das Talent ist hier die einzige erforderliche Legitimation zum Erfolg und der befähigte Jude bringt es bei uns z. B. auch zum Minister. Wir sind auf unsere freiheitlichen Traditionen stolz. Holland' kannte niemals Judenhaß oder Judenverfolgungen. SHontzUr Zeit, da Holland eine Republik war, unterschied es sich durch seine judenfteundliche Haltung von den andenen Staaten. Wären wir nicht so judenfteundlich gewesen, dann hätten wir auch keinen Spinoza gehabt." Be» Mose Zwi: „Das jüdischje Volk schätzt in Holland eins der gast- und judenfteundlichsten Länder. Hat ja Holland' selbst verschiedene Male auf Friedensftrngressen für Mische Interessen interveniert: Auch heute ist die Judenftage in Len akuten Formen, die sie im Osten, wo der Kriestdurch mehr als 3 Fahre im größten Judenzentrum berUMt wütet, angenommen hat, nicht ohne unmittelbare BSeutung für Holland'. Bleibt den Juden Palästina verschlössest, dann wird' sich der Strom der jüdischen Emigration trotz der neuen Möglichkeiten in Rußland auch näch den westlichen Ländern und dann vermullich in starken Motze «noch nach'Holland wenden, das schon während LesKrioges vielen Tausenden Juden gastfteunbliche Äuf- «chme gsWrte." Men AusftrhrverbotS für ftische Lulowim zu erwirken. Me sich herausstellt, g«ht das Verbüt von der Pariser Wirtschaftskonferenz der Entente aus, die dabei mich keinerlei Ausnahme für die rein religiösen Zwecken dienenden Palmen zuließ. Infolgedessen werden in diesem Jahre nur trockene Lulowim geliefert werden, wobei es uns gelungen ist, dem Handel zur Ergänzung seiner Vorräte ein gewisses Quantum in brauchbarem Zustande befindlicher trockener Palmen zur Verfügung zu stellen. leitete die Veranstaltung mit einigen trefflichen Worten ein. Der jüdischje Männerchor unter der bewährten Leitung des Musikdirektors Freund sang „Achdus" von Morris Rosenfeld. Alex Friedmann trug das Gedicht von D. Frischwann „Moschiach" -in hebräischer Sprache vor. Der in Genf wohnende bekannte Bolksschriftsteller Ben Ami hielt die Festrede. Milli Rothschild trug den Krönungsmarsch aus „Prophet" von Meyerbeer vor. Es sprachen sodann Dr. A: Braunstein, Dr. David