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Neue jüdische Presse · 1917-08-31 · Heft 33 (31.8.1917) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
15 (1917)
Issue
Heft 33 (31.8.1917)
Date
1917-08-31
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 33. I Nr Ceite 2. Mg-Kfc Ml Kllüm 1 gegenüber dem General-Anzeiger Vornehmes FamiJien-Kaffee DM- Nachmittags n. Abends Konzert. -WS Auf dem 6. Lkongreß wurde als Zweck des Jüdische» NationalsondS bestimmt, sobald ein Mindcstkapital von 200,000 Lstr. gesammelt ist, in Palästina Land als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes ztt erwerben, zu bearbeiten oder bearbeiten zu lassen oder zu verpachten. Als der NationalsondS seine Tätigkeit, in Palästina begann, befaß er folgende Grundstücke: Hättin, Kiucreth, Dagania, Hulda und Benscheinen. Dann kaufte er- Merchcrwjah für die Siedlungsgenossenschaft, und zu diesem Besitz kam noch das Geschenk des Odessaer Komitees von Gan Schmuck. Alle diese Grundstück lagen räumlich! voneinander getrennt, zum Teil in Judäa und zum Teil in Galiläa. Für Kvloniegründungen kam keines dieser Besitztümer in Betracht, dazu war tlyr Umfang zu klein. Eine Verpachtung an - jüdische Kolonisten kam nicht in Frage, dazu waren die Grundstücke von den bereits bestehenden jüdischen Kolonien nicht nahe genug. So konnte nur die eigene Bewirtschaftung in Frage kommen. Sie erlaubte, Landarbeiter ins Land zu ziehen und damit 4>ie Grundlage zur Entivicklung eines jüdischen L a n d - arbeiterstammcs zu bilden. Dieser Prozeß bedingte außergewöhnlich? große Ausgaben, so daß der SLationalfonds seine Haupteinkünfte zur Bewirtschaftung dieser Grundstücke verwenden mußte. So besaß er kein Geld, um weiteres Gelände zu kaufen, und sein Hauptzweck, der Landerwerb, trat mehr und mehr in den Hintergrund. Ländliche Grundstücke für jüdische Rechnung wurden in dieser Zeit eigentlich? nur noch durch die Vermittluugstätigkeit der „P.L.D.C." erworben, die einige größere Komplexe an Private verkaufen konnte. Im Zusammenhang mit dem Bewirtschaftungsproblem der Farmen entstand dann die Baumspende; im Zusammenhäng mit der Einwanderung der Jemeniten ein Fonds zur Errichtung von Ärbeiterhäusern; die Frage der genossenschaftlichen Ansiedlung führte zur Oppenheimerschen Siedlungsgenossenschaft und zur Bildung eines GenossenschchtSfonds beim Nätionalfonds. — Die Erkenntnis der Schwierigkeiten zur Bereitstellung neugekauften Bodens führte, zur Schaffung des Pionierfonds. Neuerdings entstand noch die Landspende, die bereits zum ursprünglichen Zweck des Nätionalsonds, dem Landerwerb, zurückführte. Außerdem wurde der Nationalfonds zur Bereitstellung von Krediten für städtische Siedlungen, vor allem zum Aufbau von Tel-Awiw, herangezvgen. Dann kcun der Krieg und schuf die Zeit, bas Geschaffene rückblickend zu prüfen und die Erfahrungen festzustellen. . Als eines der Resultate dieser Erfahrungen plädieren wir jetzt für die Errichtung eines neuen Fonds, dem wir den Namen „Nachlaß-Spende" geben wollen. Dieser Fonds ist dazu bestimmt, zum einfache» Nationalfonds-Gcdanken zurnckzuführen, dessen Bedeutung in den Jahren der Experimente oftmals verdunkelt wurde, dessen Wert aber immer fest umrissencr, immer unerschütterlicher sich durchgesetzt hat. Er beabsichtigt den Bodenkanf, aber diesen entwickelt an der Erkenntnis der bisheuigen Vorbereitungsarbeit, denn die Jahre der'Experimente waren fruchtbringende Jahre, und die Fehler wurden nicht nur gemacht, sondern es wurde auch an ihnen gelernt. Wir haben gelernt, daß Bvdenkäufe zur Entwicklung der nationalen Kolonisation nur dann einen Wert haben, wenn sie räumlich groß genug sind, nm geschlossene jüdische Siedlungen von einem solchen Umfange zu bilden, daß eine große Zahl von Siedlern zusannnenwohnen können, die dann auch in der Lage sind, die Ausgaben für Gemeindeverwaltung und kulturelle Bedürfnisse, die ja bei uns Inden sehr stark entwickelt sind, zu tragen, ohne die ökonomische Entivicklung der Siedlung zu gefährden. Wir haben ferner gelernt, daß bei jeder Kolonie genügend Reserveland sein muß, um ihre natürliche Ausbreitung zu ermöglichen, ohne daß man neues Land zu fast unerschwinglichen Preisen dazukaufen 'muß. Wir haben gelernt, bei der Auswahl der Grundstücke Rücksicht auf die TransportuudAbsatzverhältnissc der Produkte zu nehmen. Wir haben gelernt, daß die Vordereitungsarbcit bis zur ordnungsmäßigen Bewirtschaftung nicht dem einzelnen kleinen Ansiedler aufgebürdet werden darf, der unter dieser Last zusammcnbrechen müßte. Wir haben gelernt, daß für die Kolonisation in erster Linie Siedler heranzuziehcn sind, welche die Fähigkeit haben, den Boden selbst oder wenigstens zum Tell selbst zu bearbeiten, und wir haben endlich die Bedeutung der festen Ansiedlung von jüdischen Arbeitern innerhalb der jüdischen Kolonien begriffen. So kann als das Resultat unserer Erfahrung der geläuterte J-F.-Gedanke angesehen werden, wie er in der Nachlaß spende zum Ausdruck kommen soll. Nachlaß, d. ß. Erbteil. Jede Spende (mindestens 5000 Frks.) soll einer jüdischen Familie zu einem Erbteil im Land der Väter verhelfen. ' Der Nationalfonds soll also in Zukunft wieder in die Lage versetzt werden, Land zu kaufen als unveräußerliches' Eigentum des jüdischen Volkes, wie seine Zweckbestimmung lautet. Er soll es aber nicht selbst bewirtschaften, soweit es sich! mcht um sogenannte Aptierungsarbeiten handelt, sondern er soll es an erfahrene Siedler auf dem Wege der Erbpacht abgebien. Er soll aber nicht nur solches Land kaufen, das für die Heranbißdung von Arbeitern bestimmt ist, wie es heute bei den Faruicn der Fall ist, oder für die Ansiedlung jüdischer Proletarier oder Frankfurter Israelitisches FamilieMatt. für gemeinnützige Zwecke, >vic für Schulen, Volkshäuscr u. dergl.; er soll vielmehr in der Lage sein, auch nichtproletarischen Siedlern, die ihre Fähigkeit zur Landarbeit bereits erwiesen haben, Boden in Erbpacht abzugcbcn, und er soll darüber hinaus auch' — soweit die jüdische Privatinitiative Land im Wege des freien Kaufs erwerben will — regulierend eingreifcn, um den nationalen Zweck der palästinensischen Siedlung nicht zu gefährden. '. ' Tic jüdische Privatinitiative kaufte bisher, ziemlich planlos. Es wurde tvcder auf die genügende Größe der zu schaffenden Kolonie, noch! auf die genügende Größe der Differenzierung der Wirtschaftsartcn, noch auf die Sicherung genügender jüdischer Arbeitskräfte Wert gelegt. Für die Folge aber muß verlangt werden, daß der NationalsondS über genügend Mittel verfügt, um bei allen Bodciikäufcn — auch bei jenen ficr private Rechnung — mitznwirkcn und dafür zu sorgen, daß den nationalen Bedürfnisscir Rechnung getragen wird.; Der Nationalfonds muß ferner jedem erprobten jüdischen Landarbeiter in dem Aufbau seiner Wirtschaft behilflich sein und ihm so ein lockendes und erreichbares Ziel zur'wirtschaftlichen Unabhängigkeit geben. Das bildet einen gesunden Anreiz für die Entwicklung eines immer weiter ausgebreiteten Stammes jüdischer Landarbeiter, und damit wird dann, ohne alle erhitzten Diskussionen über die Landarbeiterftage, das Problem des jüdischen Landarbeiters gelöst sein. Denn dieser jüdische Landarbeiter, der sickj in der Kolonie fest ansiedelt, um seine kleine Wirtschaft selber zu pflegen, wird nebenher dem Kleinbauer oder dem Großbauer oder dem Pflanzungsbcsitzer, vor allem in der Zeitder Saisonarbeit, xine billige und erprobte Arbeitskraft abgeben, können. Dieser Landarbeiter wird keine Konkurrenz des arabischen Fellachen zu fürchten haben, denn sein Haupterwerb hängt nicht von der Lohnarbeit ab — das bewirkte bisher gerade seine ungünstige Stellmrg gegenüber dem.Fellachen —, und seine größere Gewissenhaftigkeit, seine höhere Intelligenz, seine erprobten Fähigkeiten sichern ihm ein für allemal den Vorrang vor dem Fellachen. , Aber damit ist das notwendige Maß der Tätigkeit des^N'ationalfonds noch! lange nicht et schöpst. (Schluß folgt). Jüdische Zeutralwohlsahrtsstelle. Der Dcutschi-Jsraclitische Gemcindcbund, die Großloge für Deutschland U.O.B.B. und der Jüdische Frauenbund wollen sich zur Schaffung eines von ihnen mit vereinten Kräften zu verwaltende» „I ü d i s ch e n Zentralwo h l - fahrtsstelle" znsammcnschlicßen. Sie Hoffen, daß ihr Beispiel befolgt werde, daß nämlich innerhalb der einzelnen Gemeinden sich! die vorhandenen Vereine und Wohlfahrtsstiftungen zu einem Verband der Wohltätigkeitsvereine zusammenschließen, wie das bereits seit längerer Zeit in Berlin, München, Tarmstadt, Mainz, Cassel, Hannover und Lübeck der Fall ist. Ter Vorteil soll folgender sein: die.Mitarbeiter treten in anregungsreichp persönliche Beziehung und täuschen ihre Erfahrungen über allgemeine Fragen und über Bittsteller aus, viele überflüssige Rechlerchen und unangebrachte Doppelunterstühungen werden vermieden und dennoch? wirksamere Hilfe als bisher geleistet. Ein Borblld ist die Deutsche Zentralstelle für jüdische Wanderarmenfürsorge, die ihren Mitgliederverbänden die höchste Freiheit läßt und doch unter Verbilligung des Fremden-Unterstützungswesens wirtschaftlich und moralisch 'größere Hilfe leistet als das planlose Alinosengcbcn in der Vergangenheit. Tie jüdische Zcntralwohlfahrtsstelle beabsichtigt, neben anderen bestimmte Gruppen von Vereinen und Stiftungen zu gemeinsamer Arbeit zusamnrenzufassen, beispielsweise nach dem Borbilde des Frauenbundes ein Bund der Männerwohltäsigkeitsvereine, der Handwerks-, der Darlehens-, der Brautausstattungsvcreine, der Arbeitsnachweise und Bcrufsberatungsstelken um Unterstützung auch an solchen Orten zu ermöglichen, wo cs an einem entsprechenden Vereine oder einer Stiftung gebricht. Es wird ferner beabsichtigt, eine S a in m l u n g a l l c n Materials an Satzungen, Ber.ichten u. dgl. nicht bloß für die Gegemvart, sondern auch für die Vergangenheit. Dieses Material bildet die Grundlage für die A u s k u n f t s e r t e i l n n g, die ein sehr dringendes Bedürfnis ist. Zugleich! aber treten bei einer klaren Ueberscht über die vorhandenen Einrichtungen auch die Lücken zutage. Das ist sehr wichtig, denn das Wohlfahrtsamt soll ja die Beratungsstcllo der Wohltäter sein, die bisher bei ihrein edlen Vorhaben lediglich? auf den eigenen Erfahrungskreis und den ihrer Berater angewiesen sind. Welcher Privatmann, der.eine größere Stiftung nmchcn will, denkt z. B. gleich? an die döotwendigkcit von Anstalten sür Epileptiker, Geisteskranke, an Krüppelhcimc, — alles dringend vermißte Institute! Ueberhoupt fehlt es bei uns vielfach noch an der Anwendung der großen sozialen Gesichtspunkte, wie sic bei der i n ter ko n se s si o nellctt W o h l tätig - seit alte Errungenschaften sind. Mit. dieser in stetiger Berührung zu bleibe», soll niemals außer acht .gelassen werden. Wer weiß, ob z. B. in unserem Kreise der hygienisch! wie sozial gleich glückliche Gedanke der Ucberführung der Kinder aufs Land erblüht wäre? Tie Mitarbeiterschaft unserer Glaubensgenossen an allen allgemeinen Hilsswcrken berechtigt uns, auch vor diesen anerkannt zu werden. Gerade in der letzten Zeit sind wiederholt Fälle vorgekommen, daß den Staatsbehörden und den großen interkonfessionellen Humanitätsvercinigungen nicht bekannt ist, welche jüdische Stelle für die einzelnen Aufgaben zuständig ist. Ter Deutsch-Jsiaelitische Gemeindcbnnd ist erfolgreich in die Lücke eingetretcn. Die jüdische Zentralwohlsahrtsstcllc als die von den führenden Körperschaften der jüdischen Wohlfahrtsstelle geleitete Vereinigung, ist sür die Zukunft die berufene Vertreterin der jüdischjen Charitas, wie nach innen, so nach! außen. Daß den Staatsbehörden selbst iliisere 'Mitwirkung erwünscht ist, geht auch aus einer Z, schrift des den anitlichcn Stellen nahestehenden. Arbeitansschusses der Kricgswitwen- und Waisenfürsorge an be ihm allgehörigen Deutsch-Israelitischen Gemcindebnnd he! vor, wo ein Zusammenarbeiten der ümtlich?cn und private! Fürsorge und ein Durchbringen der ersteren mit soziale,! Geiste angeregt wird. Ucbrigcns wird die F ü r s o r g für die Kriegshinterbliebenen auf lange Ze! hinaus ein wichtiger Programmpnukt unserer „Z e n t r a l w o h l f a h r t sst ekle" bleiben. ' s Als notwendige Ergänzung kommen da von Zeit 3] Zeit zusammentrctendc öffentliche K o n f e r c n z e! über die jeweils dringenden Fragen der Wohlfahrjspflcg! hinzu. Als Beispiel mag die kurz vor dem Kriege gemein) schaftlich vom Gemeindcbuild Und dem jüdischen Fraiieiibi», veranstaltete Erzichilngsko'nfcrcnz gelten. Die .Verbreitung großer sozialer Gesichtspunkte, di! keineswegs der Betätigung der Hcrzensgille abträglich sind! wird auch durch eine Periodische Ber e i ns ze i ch r if gehoben werden, die zugleich geeignet ist, die Mjtarbeitci an dem großen Werke miteinander inniger zn verknüpfen! und ihr Interesse zu beleben. | . Auch wird an die Sammlung eines a t f g c -] meinen W o ßl t ä t i g k e i t s f o n d s gedacht, der be stimmt ist, nicht ausreichend dotierte wichtige Wohltätig? keitsbcstrcbungeii zn linterstützen und für schlciidc Institutionen einen Grundstock abzngcben. Groß und vielseitig sind also die Ausgaben der Zcntralwvhlfahrtsstelle. Die praktische Tätigkeit wird sic noch! vermehren. Am 9. September haben die drei Gründers körperschaften ihre für die Ausführung geeignetsten Mitarbeiter nach Berlin zusammen berufen. Der Deutsch. Israelitische Gemeiildebund veranstaltet einen Verbands, tag der freiwilligen Gcineindcverbändc, der staatlichen Behörden für jüdische Angelegenheiten und der Großgemeinden, die Grotzloge beruft ihr General-Komitee und der jüdische Frauenbund versammelt seine Mitarbeiterinnen. Zu allen diesen .Versammlungen wird die Frage der Zentralwohlsahrtsstelle den hauptsächlichsten Berhandlnngsgegen-I stand bilden. Die Teilnehmer aller drei Versammlungen finden sich am Abend des 9. September aus Einladung des .geschäftsführendcn Ausschusses des „Verbandes fni jüdische Wohlfahrtspflege in Berlin" im Repräsentantensaal der Gemeinde zusammen, nin gemeinsam das Werl! des Zusammenschlusses zn .vollziehen. Gol inzrl Mach uit e Ä lljüd mgs 3 jenen ebsk. siede abb 'ussio I« rste 2 c h j elfte chicn Str c charj ei cs ühre ccßc raist icttit idoriii! ItC Ischlnc!har Die Konfereuz der orthodoxen Partei „Freiheit und Tradition." Die neue orthodoxe Partei „Msores .wechcrnt"! (Tradition und Freiheit) in Moskau hat daselbst, wie schon kurz berichtet, eine Konferenz veranstaltet. Die von 80 Delegierten, meist Rabbinern, besuchte Tagung regte ratu. Kam Idcr, 16 c r lund Idee : icitc Imüssi crwi! unte dauerte 8 Tage und hatte sich! sowohl mit den innerjüdischen wie den allgemein-politischen Fragen zu befasse». \? Der Vorsitz der Beratungen ivnrde Rabb. M. N.! Nnrok übertragen, der mit seiner Eröffnungsrede über die Notwendigkeit einer, klaren,' demokratischen Stellung-! nähme der Partei zu den verschiedenen allgemein-poli-! tischen Problemen eine lebhafte Debatte einleitete. Die, Ansichten der Delegierten waren geteilt. Doch, trat der! überwiegende Teil der Rabbiner, namentlich! der älteren,! für eine politische Parteitätigkeit ein. In der Debaiic! sprachen unter anderen Rabbiner Jzebe R a b b i n o w i t s ch aus Poniewiesz, eine markante Persönlichkeit der ^11^«»^ und als Wortführer der Minderheit Rabbiner Rein cs Schließlich siegte die erste Richtung, und die Konferenz trat zur Prüfung der einzelnen Programmpunkte der rußländischen Demokratie über — vom Standpunkt der talmudischsn Gesetzgebung. Eine erregte Debatte entspann sich, als die Agrarfrage zur Sprache kam. Die Negierung sei berechtigt, sagte Rabbi nowitsch, den Gutsbesitzer» das Land zu nehmen und es unter die Bauer» zu verteilen, da dieses Besitztum unrechtmäßig, ein „Gscla" (Raub) sei. Im Gegenteil, wies Rabbiner Feiwel Sohn nach, dürfe nach dem Talmud das durch Unrecht erlangte Gut nur dem ursprünglichen Eigentümer oder dessen Erben wieder zurückerstattet werden, nickst, wie -hier den? Bauern, fremden Menschen. Auch die anderen Fragen, wie der Achtstundentag, das'Streikrecht, die Gewissensfreiheit n. ä. erhitzten sehr die Gemüter. Endlich! einigte sich die Konferenz auf ein weitgehendes demokratisches Programm? Am dritten Tage der Konferenz ging man zur Behandlung der innerjüdischen Fragen über. Bald Nach! der Rede von Libermann über Propaganda wurden, wenn auch einzelne feindliche Stimmen gegen die hebräische Presse und Literatur laut, so wurde der Einfluß der „Hazefiroh" und der jidischen Presse Warschaus als verderblich für das Judentum bezeichnet, dkoch schärfer traten einige gegen die Nationale Erziehung ans. Besser Jüdisch ohne Hebräisch als umgekehrt; der Cheder mesukan mit seiner hebräischen Unterrichtssprache bilde eine Gefahr sür das Judentum, wurde behauptet. Aber ebenso scharf wurden diese Meinungen von anderen znrückgewiesen. In längeren Ausführungen forderte Rabb. Kosowski die Einführung des Hcbräischfin als Unterrichtssprache in den jüdischen Schulen. . Die.Bersammlung beschloß, eine große jüdisch-orthodoxe Presse zu gründen. Vorerst soll ein jidischxs Wochenblatt, das später in eine Tageszeitung nmznwandeln sei, dann eine hebräische wie auch russische Wochenschrift herausgegeben werden. i Weiter setzte die Bersammlung eine Kommission für die Erziehungssrage ein; die von dieser ausgcarbeitetcn Resolutionen, die dem Hebräischen den Vorrang vor allen anderen Sprachen.gewähren, wurden der Konferenz vorgelegt, dann, aber nach! 'starker Diskussion dem Zentralkomitee zur endgültigen Beschlußfassung überlassen, gleichwie der Plan zur Gründung orthodoxer Gymnasien. Einstimmig wurde ein Beschluß angenommen, Palästinaarbeit als besonderen-Punkt in das Parteiprogramm aufzunehnien. In der betreffenden Resolution wird im »mm schiel Unrc der! die!j abl Mel, ,mgn!die sesttz des sch c in a pari Rest gäbe Lehi die j zuzi> ströi Ersi jidij Red Sch widi binl hist. nun cmc zun lisch dun Sl letzt neh iüb: Chc .ich int oh t der zur? mii dest I Gri spri disc! ich' mit iLel Be, ent

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