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Neue jüdische Presse · 1917-08-17 · Heft 31 (17.8.1917) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
15 (1917)
Issue
Heft 31 (17.8.1917)
Date
1917-08-17
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 31 E. T. Rodehau, Herrenschneider Frankfurt a. Hain, Friedensstrasse No. 1 Telephon: Börner 3650. FEINSTE ffiASS-SCHNEIDEBEI. Auf Wunsch koschere Verarbeitung. Rntzland. Petersburg. Jüdische Erziehung. Der Unterrichtsminister hatden Vorstand der I ü d i - sichen Erziehungs--Gefellschaft aufgefordert, einen ständigen Repräsentanten zu ernennen, der den Verhandlungen im UnterriMsministeriunt beiwohnen soll. 'Das Budget der Jüdischen ErziehnngS-Gesellschlaft beläuft sich auf 1,300,000 Rubel, wozu der Staat eine Million Rubel beisteuert. — Eine Hochschule für Melamdim wird in Ekaterinvslaw errichtet werden, uw bin gut ausgebildetes Lehrermaterial für die Jüdisch-Nationmen Schulen h'eranznbildem — Ein Jüdisch-Nationales Gymnasium ist in Kiew eröffnet worden. — Die Regierung hat angeordnet, die ausländischen akademischen Diplome, die von tausenden russischer Juden während des alten Regimes erworben wurden, anzuerkennen. .• Gegen deu Antisemitismus im Heere. Gegen die Resolution des Moskauer Regiments, Inden von den Osfeziersstellen auszuschließen, erließen jüdische Studenten der Offiziersschule in Nishui-Nowgorod einen scharfen Protest, der die Entschließung als einen schweren Eingriff in die jüdischen Rechte bezeichnet und ein Entgegentreten der demokratischen Elemente erwartet. Nicht aus Ehr- und Borteilsucht, allein um die Rechte der Juden ins Leben nmzusetzen, sind die genannten jüdischen Studenten in die Offiziersschule eingetrcten. Sie halten es für ihrer unwürdig, auf den Vorwurf, die Juden ermangelten militärischer Eigenschaften, zu erwidern. Pole«. Vor der 3. Sonferenz der polnischen Zionisten. Das Zionistische Zentralkomitee beruft für die erste Hälfte des Oktobers die 3. allgemeine Konferenz der polnischen Zionisten nach Warschau. Der schwierige Fragenkomplex, der zur Behandlung kommen wird» verleiht der Konferenz weittragende Bedeutung. Die vrganisatorischdn Vorarbeiten sind schon int Gänge. So ist an die verWedeneu zionistischen Vereine in Gesamtpolen die Aufforderung ergangen, die notwendigen Formalitäten tunlichst bald zu erledigen und ihre Tätigkeitsberichte wie auch Listen der Schekelzahlcr anfzusteuen. Allem Anschein hat die Konferenz eine stark: Teilnahme zu gewärtigen.' Die HUfSaktioa für Palästina. Die Zionistische Organisation in Polen hat eine großzügige Hilfsaktion für die Nätleidenden in Palästina eingeleitet. Zugleich 'wird damit eine AbstimmUng über Palästina (ein Plebiszit) durchgeführt. Beide Arbeiten versprechen bedeutende Ergebnisse zu zeitigen. In allen Städten wurden Sammlungen veranstaltet, die sich des großen Interesses der jüdischen Einwohner erfreuten. Auch die Werbungstätigkeit für das Plebiszit geht erfolgreich vonstatten; trotz der Angriffe der.„Lebensfragen" — Organ des „Bundes" und des Blattes der „Agudat hoortodoxim", des „Jüdischen Wortes". Schätzungsweise beträgt die Zahl der bis zum 5. September in Warschau allein gesammelten Unterschriften 95 000, nahezu ein Drittel der Judenheit Warschaus. Auch aus den übrigen Provinzen treffen erfreuliche Berichte ein. Großbritannien. London. Protestversammlung. England tvill die russischen Inden nicht nach Rußland zurückkehrcn lassen, sondern sie zwingen, im englischen Heere als Kanonenfutter zu dienen. i Aus diesem Grunde fand unter dem Vorsitze von Lord Sheffield eine jüdische Protestversammlung statt. Es wurde nach mehreren Reden folgende Entschließung angenommen: i. 1. Die Versammlung protestiert gegen die völkerrechtswidrige Pressung russischer Staatsbürger jüdischen Glaubens zu Kriegsdiensten unter nichtrussischcr Fahne und verlangt Erleichterungen zum Zwecke der Rückkehr russischer Inden Und ihrer Familien nach Rußland. 2. Die englische Regierung verstößt gegen die von ihr offiziell vertretenen liberalen Grundsätze insofern, als sie es duldet, daß in England antisemitische Tendenzen Watz greifen, als sie nichts tut, um Tendenzen dieser Art, die sich in anderen alliierten Ländern breitmachjen, zu bekämpfen. 3. Die in englischen Militärdiensten stehenden russischen Inden sind, sofern sie cs wünschen, sofort zu besonderen Formationen unter nationalem Kommando zusammenzufassen und mit 'tunlichster Beschleunigung zur Verwendung an der russischen Frönt, im Falle der Frontdienstuntauglichkeit im russischen Hinterlande zu verwendet ' Ungeheure Aufregung bemächtigte sich der Versammlung, als Nachrichten über die pogromartigen Unruhen verlesen wurden, die in Leeds und anderen englischen Provmzstädten in wachsender Häufigkeit Vorkommen. Der Abgeordnete King hielt eine Rede,, in der er unter anderem ausführte, die e'nglischeDemokratie hätte sich während LS Kriegs so unglaublich verändert', daß sie gegenwärtig dem -arischen Rußland ähnlicher sehe als sich selbst. Er stellte eine scharfe Interpellation im Unterhaus in Aussicht und versprach, dafür zu sorgen, daß der Wunsch der Versammlung, sobald als möglich nach Rußland zurückzukehren, in Erfüllung gehe.' London. Das antizionistische Manifest des Conjoint Committee Affeciation. Infolge der Abstimmung im „Board of Deputies", der mit 36 gegen 51 Stimmen sich gegen das antizionistische CoMmittee aussprach, resignierten David Alexander, Präsident des' Board of Deputies, und alle die anderen Herren, die Amnter als Vertreter des Board im „Eonjoint Committee" einnahmen. Im Board vf' Deputies fanden infolgedessen Neuwahlen mit folgendem' Ergebnis statt: Sir Stewart Samuel (Präsident), Lord Rothschild, Sir Philipp Magnus (Bize-PräsideMen), Nathan Laski (Schatzmeister). Der Board beschloß, die Tätigkeit des „Conjoint Committee" einzustellen. Amerika. Rew'Bork. »Jung Judäa." Am 16. ßinti hielten die „A ou n g I u d a e a" Klubs ihre Jahreskonferenz in Newyork ab. Dr. D. de Sola übernahm das Präsidium. Richter Julian W. Mack sprach Aber den Fortschritt der jung-judäischen Bewegung in Amerika, ihre Aufgaben und Ziele. Die Organisation umfaßt in Mwyork 5000 Mitglieder, die in 32 Zentralstellen zusammengefchlossen sind. Außerdem .sind der Bereinigung 15 hebräische Sprachvereine angegliedert und eine Üuio» von Knaben-Gemcinden. Die Mitglieder haben nicht nur für ihre Ausbildung gearbeitet, sondern sich auch sehr aktiv mit dem Jüdischen N'ationalfonds und Sammlungen für die Erhaltung des hebräischen Schulwerkes beschäftigt. Die N'ewyorker Klubs haben mehr als 3500 Dollars für den Nationalfonds und 1200 Dollars für den hebräischen Schulfonds in Palästina gesammelt. Die 125 anwesenden Delegierten beschlossen, die Tätigkeit in den gewohnten Bahnen weiter anszngestalten und die Organisation immer weiter auszubauen. Palästina. Kolonisations-Arbeit. Die Moskauer Gesellschaft „Haboneh", die ins Leben gerufen wurde, um Bau-Materialien in Palästina zu produzierten und Bauten im Lande zu errichte», hatte bereits kurz nach! ihrem Entstehen im Ilpril dieses Jahres ihre 100 Anteilscheine, die sie ausgegeben und die das Gesaintvcrinögen der Gesellschaft in Höhe von f ü n f M i l - lionen Rubel ausmqchen, verkauft. Zionistische Nachrichten. Kopenhagen. D?r zweite Vorsitzende des engeren Aktioirs-Komitees Dr. E. W. Tschlenow ist zu längerem Aufenthalt hier eingetrofsen. London. Die (Union Befreundeter Gesellschaften in England mit einer Mitglicderschaft von rund 50,000 Juden hat eine Resolution angenonimen, die sich 'für die Schaffung einer öffentlich rechtlich gesicherten Heimstätte für die Juden in Palästina ausspricht. Es ist von großer Bedeutung, daß diese einflußreiche Organisation sich auf den Boden des' Basler Programms gestellt hat. Nach und nach nehmen auch viele Synagogen-Geineinden 'das zionistische Programm an, so kürzlich die Liverpool „Central-Synagoge of the Jslington Borough", die einflußreichste Gemeinde der Stadt. Diese Gemeinde verpflichtete sich zur Schekel-Zahlung für alle ihre Mitglieder. Petersburg. Die Konferenz der russischen Zionisten bildete das größte politisch^ Ereignis innerhalb des russischen JndentuuS. Die gesamte jüdische und »ichtjüdische Presse widmete der Konferenz ausführliche Artikel. Auf den Straßen, die zum prachtvollen Gebäude des „Musikalischen Dramas" führen, herrschte tagelang außergewöhnlich reges Leben. Zahlreiche Flaggen und Embleme in russischer und hebräischer Sprache schmückten das Gebäude und den Saal. 550 Delegierte erschienen zur Konferenz. Die Delegierten bildeten die Vertretung von 140,000 Schekclzahle r n aus 340 Ortsgruppen, die auf 680 Städte und Städtchen zerfallen. Ans Sibirien kamen ll Delegierte. Auch die bucharische» Juden und die Bcrgjuden waren vertreten. 24 delegierte Soldaten kamen direkt von der Front; letztere waren durch einen speziellen Tagesbefehl des damalkgen Obcrkdmmandi'erenden Generals Alexejew für die Konferenz beurlaubt worden, mit der gleichseitigen Verordnung, ihnen freie Hin- und Rückfahrt, sowie tägliche Diätengclder zu gewähre». Abgesehen von den Delegierten waren aus der Provinz 500 Gäste zur Konferenz gekommen; 1000 Gäste waren aus Petersburg anwesend. Sämtliche Einlaßkarten für die Gäste Ware» bereits einige Wochen vor der Konferenz vergriffen. Am Journalistentisch saßen etwa 90 Vertreter der größten russischen Residenz- und Provinzblätter. Aus der Reihe der von der Konferenz angenommenen Resolutionen ist in erster Linie die einstimmig .angenommene Erklärung über Palästina hervorznheben, die die wichtigste Kundgebung der Konferenz darstellt: „Ausgehend von dem Standpunkt, daß \ S£ Kaffee Bnhland Kaiserstrasse 56 Kaiserstrasse 56 Täglich erstklassige HF* Unterhaltungsmusik 'S« . Gesangs * Einlagen. — ■—= ■ Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Oefte 3. F. SAINT-DENIS. "ÄS?”*- ALLE REPARATUREN an UHREN (Sold and Silberaaren, Brillen und Zwicker. 1. das in allen Weltteilen zerstreute, seines eigene» Territoriums beraubte jüdische Volk nur durch Schaffung eines autonomen nationalen Zentrums in seinex historisch» Heimat Palästina imstande ist, für sich die Bedingungen für eine normale Entwicklung seines national-kulturellen und ökonomischen Lebens zu erreichen^ daß 2. das jüdische Volk seine Beziehungen zu ,einer historischen Heimat niemals abgebrochen hat, zu alle» Zeiten > nach Jictcit Besitz gestrebt hat, daß sÄne moralischen und historischen Rechte auf Palästina unantastbar und ihm unentreißbar sind, daß 3. die Erfolge der jüdischen Kolonisation in den letzten Jahrzehnten unter den Mvierigsten Bedingungen und großen Hindernissen den entschlossenen Willen und die Fähigkeit des jüdischen Volks für eine Wiedergeburt des durch Jahrhunderte verwahrlosten Landes deutlich bewiesen haben, daß 4. die so konkret hervorgetretenen, durch Jahrhunderte fortlebenden Bestrebungen des jüdischen Volks mit den großen Grundlagen des nationalen Selb st bestimm nngsrechtS, der Freiheit und Unabhängigkeit der Entwicklung aller Völker, die durch die Demokratie aller Länder proklamiert worden sind, vollkommen nberein» stintmen, spricht die 7. zionistische russische Konferenz einstimmig die feste Zuversicht aus, daß die Völker hei der Festlegung der Grundlagen des neuen national-politischen Lebens mit den: klar zu Tage getretenen Willen des jüdischen Volks rechnen werden, Palästina als sein nationalS Zentrum wieder zu besiedeln, und daß sie Bedingungen schassen werden, die die ungehinderte Entwicklung der Konzentrierung aller jüdischen Kräfte zur Wiedergeburt Palästinas gewährleistem Zwecks Konkretisierung der jüdischen Forderungen und zur vollen Willensäußerung dS jüdischem Volkes erachtet die Konferenz es für notwendig: 1. innerhalb des jüdischen BolkeS ein Referendum über Palästina zu veranstalten; 2. auf die Tagesordnung dS bevorstehenden russischjüdischen Kongresses die Frage wegen der Palästina-Förderungen des jüdischen BolkeS zu setzen; 3. die Zulassung einer Vertretung dS' jüdischen Volks zu der künftigen Friedenskonferenz zwecks' Kundgebnng der Bestrebungen des jüdischen Volks und Wahrnehmung seiner historischen und nationalen Rechte zu erlangen." Rew-Aork. Die JabreSkonferenz dS Unabhängigen Ordens Brith Shalom, auf der über 600 Delegierte anwesend waren, faßte folgenden Beschluß: „Da der Independent Order of Brith Shalom die zionistische Plattform dem Sinne und der Wirklichkeit nach angenommen hat und sich verpflichtet hat, ' alle die Prinzipien, für die der Zionismus einsteht, zu fördern, wird beschlossen, daß der „Grand Master" in jedem Jahre einen bestimmten Monat als „Schekel-Monat" festsetzt, daß.ein Schekel-Komitee in jeder Stadt eingesetzt werde, dessen Pflicht es sein soll, während dieser Zeit eine jede Loge zu besuchen und die Einsammlnng der Schekel zu fördern, die von den Mitgliedern der verschiedenen Logen zu entrichten sind." Newdark- Die erste amerikanische Zionisten-Vereinigung „Die Freunde von Zion" feierten am 3. Juni ihr 20 jährig es Be sie hem „The Friends of Zion" waren die Gründer und Organisatoren der Föderation amerikanischer Zionisten und der verschiedenen Orden. Die „Freunde von Zion" zählen nur 156 Mitglieder, die zu den ältesten, angesehensten und bewährtesten Zionisten Amerikas gehören. Der Krieg nnd die Inden. Berlin. Bataillonsmyt Dr. Rofenblatt. und Stabsarzt Dr. Moritz Salomonski, Bruder des Fcldrabbiners, erhielten das Eiserne Kreuz 1. Kl. Frankfurt a. 9R- Alle Besitzer vom entbehrlichem Machsorim für die Herbstfeiertage und vom Schoforos werden gebeten, diese dem Büro der Freien Vereinigung für die Interessen des ortyod. Judentums, E. B., Frankfurt a. M., Schützenstraße 14, zur Verwendung für FeldgotteSdienste und Gefangenenlager an den bevorstehenden Feiertagen zu übersenden. Außerdem wären T efi llin. nach denen in den Gefangenenlagern fortgesetzt größere Nachfrage besteht, überaus erwünscht. Würzburg. Leutnant Julius Katzmann erhielt das Eiserne Kreuz 1. Kl. Nürnberg. Isidor Föwensobn wurde zum Major, Paul Krakenberger und Emil Fechheimer zu Rittmeistern und Max Erlbacher zum Hauptmanu befördert. Hellbraun. Hermann Kern, wurde zum Leutnant befördert. Görlitz. Leutnant Artur Aronheim «hielt das Eiserne Kreuz 1. Kl. Wie«. Blochs's „Oesterr. Wochenschrift" verzeichnet in 4kr. 31 folgende Auszeichnungen an Juden: 3 eiserne Kronen-Orden 3. KIs, 5 Ritterkreuze dS Franz Josef-Ordens, 9 Militärverdienstkreuze 3. Kl., 13 silberne Signum laudis, 61 brvnz. Signum laudis, 45 gold. Berdienstkeuze mit der Krone, 10 gold. BerdienstkreuW, 6 sM. Berdienstkreuze mit d« Krone, 18 sW. Tapferkeitsmedaillen 1. Kl., 57 silb. Tapserkeitsmedaillen 2. Kl-, 115 bronz. Tapferkeitsmedaillen, 14 eiserne Berdienstkreuze mit der Krone, zusammen 356 Auszeichnungen; hievon 176 an Offizime und Kalotten des SolliatenstandS, 44 an Militärärzte und Militärbeamte, 136 an Mannfchaftsperfonem

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