Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 15 (1917)
- Issue
- Heft 24 (29.6.1917)
- Date
- 1917-06-29
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2692297-2693025-2693049--09949-2705222- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
IHM Seite 4. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Dir. 24 N 7 Kaffee Ituliland Kaiserstrasse 56 .Kaiserstrasse 56 Täglich erstklassige HF* Unterhaltungsmusik ~3M —Gesangs > Einlagen.' gebungen Ihre herzlichen Grüße. Wir sind glücklich. Ihnen DUttellung machen zu Wunen vom Wachsen unserer inneren Kräfte. Die Entwickelung der Zionistischen Bewegung im freien Rußland übertrifft alle Erwartungen. 530 Delegierte, viele Gäste nehmen an den Beratungen tell. Begrüßungen trafen ein vom Außenminister, Soldaten- und Arbeiterrat, Armcedcputierten. Viele jüdischen Gemeinden sandten Glückwunschtelegramme; alle großen jüdischen Organisationen arbeiten mit uns zusammen in freundschaftlichen Beziehungen. Mr hegen die größten Hoffnungen, daß die jüdische Wiedergeburt nicht weit ist. Das Präsidium Tschlenvw, Ussischkin." Aus der Agudas-Jisroel-Beweguug. Wien. Das Ministerium des flnnern hotte noch den Flüchtlingsbaracken in Deutsch-Brod, wo «000 Anden weilen, als Vertrauensmänner der Landesorganffation „Agudas Jisroel" den Präsidenten I. I. Thnmim und'Pabb. L Lei.ter-Trembowla delegiert. ' Bezirishauptmann Statthaltereirat Schneider empfing die Herren sehr zuvorkommend. Die Klagen über Mchtherücksichtigung religiöser Wünsche waren berechttgt; einige jüdische Vertrauensmänner hätten schnll» daran. Die Delegierten der Agudas Israel veranlaßten, daß die Küchen in den Barachnlagern streng rituell geführt werden, und daß die Sabbatheiligung vorschriftsmäßig gewahrt bleiben soll. ß§ wurde auch die Errichtung einer „Mikwah" und die Äwffnung einiger Chadorim angeordnet. Herr Thumim hätte auch Gelegenheit, in Gegenwart des BezirEhäuptmannes und seiner Beamten eine Vollversammlung der Flüchtlinge abzuhalten und an sie eine überaus warme Ansprache zu richten. Rabbiner Leiter wurde schließlich behördlicherseits als Vertrauensmann der „Agudas Jsroel" zum Rabbiner , der Barackenlager bestimmt und erhielt die Aufgabe, die Durchführung der angeordneten Maßnahmen religiöser ' Natur zu Überwachen und den Unterricht in den Chadorim zu leiten. Der Krieg «ad die Juden. Berlin. Die Stabsärzte Dr Heinr Rubemann, Dr. Karl fronet und Dr. Eduard Myslöwitzer, Oberarzt Dr. Arthur Prytek, Leutnant Herbert Jacob-Berlin, . Leutnant Fritz Czapski-Obra, Wochtm. Fritz Adler-Hindenburg, Leutnant Ernst Cassel-Hamburg und Fliegerlentnant Otto Erich Blvch-Emmendingen erhielten das Eiserne Kreuz 1. Klasse. ' . Frankfurt a. M. Unteroffizier Edwin Frank, Sohn des Kaufmanns Jakob Frank, Uhlandstr. 48, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Frankfurt a. M Willy Koschland. Leutnant der Arttllerie, Sohn des'Herrn Nachan Koschland, Körnerwiese 17, erhielt die Hessische Tapflrirkeitsmed aille, früher beretts das Eiserne Kreuz 2. Kl., sowie den Bayer. Militär-Verdienstorden. «irosteickolzheim. Friedrich Röttigheimer, Sohn des Metzgermeisters Samuel Bötttgheimer in Kleineicholzheim, und Siegfried Rosenthal, Sohn des Kaufmanns Moritz Rosenthal von Großeichvlzheim erhielten das Eiserne Kreuz. Alzey. Satly Srrauß, Inhaber der Hess. Tapferkettsmedaille und des Eiiernen Kreuzes, erhielt das Hess. > Verdienstkreuz. Wien. .Bloch's Wochenschrift" verzeichnet folgende Auszeichnungen an Inden: 7 Ritterkreuze des Franz-Jvseph-Ordens, 5 Militärverdienstkreuze 3. Kl., 21 silberne Signum laudis, 32 bronzene Signum laudis, 29 goldene .Verdienstkreuze mit der Krone, 17 goldene Verdienstkreuze, 16 silbacne Verdienstkreuzc mit der Krone, 6 silberne Verdienstkreuze, 11 silberne Tapferkettsmedaillen % Klasse, 48 silberne Tapferkeitsmedaillen 2. Kl., 170 bronzene Tapferkeitsmedaillen, 14 eiserne Verdienstkreuze mit der Krone,. 7 eiserne Verdienftkreuze, 3 belobende Anerkennungen des Armeeoberkommandos, zusammen 386 Auszeichnungen; hievon 98 an Offiziere, und Kadetten des SvLätenstandrs, 36 an Militärärzte und Militärbeamte, 252 an Mannschaftspersonen. Krakau. Feld, ad" D Gutta V'S i L e r wurde mit dem Goldenen Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille.ausgezeichnet. Persomrlie» «. kletue Mitteiluuge». Baden b-i Wien. Hier herschied, tzl Jahre alt, der Lftakaner Universttätsprostssor Josef Rosenblatt. Er - loar in Krakau Mitglied der Akademie der Wissenschaften, I Vizepräsident der Advokatenkammer, Gemeinderat usw. > Heidelberg DieZeutratefurUnterbringung von Stadtkindern bei isr. Familien auf dem Land — jüngst vom Oberrat der Israeliten begründet jhät allein ckns Karlsruhe nnd Leipzig bereits etwa 40 Kinder untergebracht. Hannover. Die hiesige Ortsgruvpe des Isr. Leh'r er innenheims wurde vor fast 20 Jahren be- ' gründet. Sie führt zwei Drittel der Beiträge nach! Berlin ab zur Erhaltung'des Lehrerinnenheims in Lichterfelde, in ‘ Stern 25 Lehrerinnen ans allen Tellen Deutschlands dauernd wohnen, das ober auch vorübergehend erholungsbedürftigen Lehrerinnen Aufenthalt gewährt. Ein Drittel und die Schenkungen fließen dem Verein zu, verbleiben der Ortsgruppe als Zuschüsse sür Ferienreisen, die gerade in dieser Zeit, die verdoppelte Anforderungen an die Spannkraft stellt, von ytätwendigkett sind. st« Dresden I. Evldmann erbieli das Ritterkreuz 1. Kl. des Alb rechtso rdens. Bosen. Rabb. Dr. Fr eim an n verlieh dem Rentier Gustav Goldschmidi anläßlich dessen 82. Geburtstages den Morenu-Titel. Verden. Am gestrigen Tage wurde im Hause des nach 24jähriger rastloser Tätigkeit aus dem Amte scheidenden, in allen Kreisen verehrten Lehrers der isr. Gemeinde, M. Braunsberg, seitens des Landrabbiners Dr. Grone-' mann-Hannover im Namen der Königl. Negierung unter einer Ansprache, in der er die großen Verdienste, das Pflichtbewußtsein, die Strebsamkeit, das Gottvertrauen und den stählernen Charakter des aus dem Amte Scheidenden hervorhob, der Hohenzollersche Hansörden überreicht. Gleichzeittg war eine Abordnung der isr. Gemeinde, unter Führung ihres Vorstehers' Bankdirektvr Lehmann erschienen, um auch' ihrerseits ihrem stets rührigen, pflichteifrigen Beamten ihren Dank zum Ausdruck zu bringen. Herr Lehmann führte aus, daß die Gemeinde mit großem Bedauern ihren Beamten, auf den sie so stolz war und ist, scheiden sieht nnd gab der Hoffnung Ausdruck, daß es dem Pensionär vergönnt sein möge, noch viele Jahre im schönen Verden inmitten-semer Gemeinde zu leben. Eine besonders innige Ehrung widmete die Gemeinde zur ewigen Erinnerung ihrem scheidenden Beamten in der Begründung einer Stiftung, an deren Zuständekommen sämtliche Gemeindemttglleder und viele Freunde mitgewirkt haben und deren Zinsen wohltätigen Zwecken innerhalb Verdens dienen sollen. Die Stiftung hat bereits die ansehnliche Summe von 1200 Mark. überschritten. Lehrer Rothschild-Achim schloß sich in aller Kürze im Aufträge des Lehrerverbandes den Wünschen der Vorredner an. Aussig «Bövmenl. I. Petschek spendete anläßlich seines 60. Geburtstages zwei Millionen Kronen sür Kriegs-. und Kinderfürsorge und für Wohltätigkeitszwecke. Budapest. Prof. Dr. Goldzieber istznmDekau der Philosoph. Fakultät gewählt worden. > Vndopekä D>e Ortboxe Schas-Chewra*h beschloß den Ankauf eines Hauses' für 160,000' Kr. und' wählte Meier Klein zum Präsidenten. Tie Wahl VaszowjA zum Justizminister ist im ganzen Lande, sogar bei den Anttsemiten, mit Genugtuung ausgenommen worden. Frankfurter Berichte. Personalien. Das langjährige Mitglied unserer Gemeinde, Lazarus Levi, Ostendstr. 3, stiert am 1. Juli sein 25jähriges Dienstjnbilänm als Totengräber der isr. Gemeinde. Herr Levi, der wetten Kreisen als strebsamer, fleißiger Mann, als vortrefflicher Gatte und Famüienvater bekannt ist, blickt an diesem Tage auf'ein Vierteljah'rhündert emsiger Arbeit, treuer Pflichterfüllung und eifrigen Emporstrebens zurück. ' - Zionistische Jugendgruppe Das Vereinslokal in der TaMenstraße ist täglich! von 8—lOVs Uhr. geöffnet; am Sabbat von 3—Ilä/e. Eine größere Anzahl von Zeitungen liegt ayf. Anmeldungen zn den Kursen Und Auskünfte im Heim. Jkiffeton. Die Geschwister. Erzählung aus dem fünfzehnten Jahrhundert von Ben-Avigdor. (Fortsetzung.) Clara wurde totenbleich. Ein kalter Schauer uberlicf sie vom Scheitel bis zur Zehe, ihre Hand glllt von seiner Schulter herab, uiü> sie trat unwillkürlich einige Schritte zurück. Ein unsagbarer Schmerz malte sich in ihren Zügen. Miguel ward plötzlich an die Szene erinnert, die sich zwischen seinem Lehrer und' Jsabella zugetrazen hatte. „Das ist also wirklich ein tteseingewurzelies Gefühl," fuhr ihm ein Gedanke durch den Kopf, „ein Produkt des Lebens, trotz ihrer Liebe bin ich ihr also ftemd!" „Aber was geht mich deine Religion an?" brachte Clara weinerü» hervor, nachdem sie sich etwas besonnen hatte; „ich liebe dich ja, so wie du bist! Hast du mich denn nicht selber gelehrt, daß vor Gott alle Menschen gleich sind?" Sie schnürte sich weinend sin seine Brust.. In. Miguels Augen blitzte ein sonderbares Licht auf. „Du bist eine Me Seele,", stammelte er tieferschüttert und sah ihr lange in die Äugen. Clara umklammerte ihn und preßte; ihn leidenschaftlich an die Brust: . „Ich halte dich fest, Miguel, obgleich du Jude bist!" Dieses Wort durchzuckte Miguel wie ein kalter 'Dolchstich; obgleich er Jude ist!... Diese. Scheidewand wird also immer unter ihnen aufgerichtet bleiben! Und das Wort seines Onkels kam ihm in den Sinn: : „Wenn auch der Riß zur Not verkleidet wird, das Flickwerk muß doch bei jeder Veranlassung auseinander gehen und zu einem harmonischen Zusammenleben kommt es nimmer!" So sprach der Weise, und welch tiefe, Wahrheit liegt in diesen Worten! Ein Rabe ließ sein Gekrächze in den Aesten vernehmen,' und Miguel erwachte wie aus einem Schlafe. Emilias Gestalt stand vor ihm, und er glaubte ihre Worte zu vernehmen: „Wenn Gott für Verräter Gnade hat, so möge er auch, dir beistehen!" Auch die Erinnerung an den Vater tauchte in ihm auf, den die Inquisition hingcrafst, sein toter Onkel, Louisa, Jsabella und Don Franco, alle die Gestalten traten vor ihm' hin und vermehrten den tosenden Sturm in seinem Gemüte.. Plötzlich ertönte ein.wildes Getöse von der Straße . her. Miguel ließ seinen Blick über die Planken des Gartenhauses hinausschwcifen, und ein fürchterliches Schauspiel bot sich ihtn dar. Eine große Staubwolke erhob sich und verdunkelte das Sonnenlicht; dahinter, halb verhüllt, erblickte man eine dichtgedrängte Menge, Greise und Kinder,' Säuglinge nnd Mütter, Männer und Knaben, Kranke und Gebärerinnen. Alle bewegten sich langsckm dem Stadttore zu; die Juden von Toledo verließen die Stadt. Miguel schwindelte, und er glaubte umsinken zu müssen. Das ganze Blut strömte ihm zum Herzxn, und .seine Schläfen hämmerten unausstehlich. Er fufjlte sich getrieben, wie von einer unwiderstehlichen .Macht gedrängt, hinauszustürzen und sich der Menge anzuschließen. Von allen Türmen der Stadt, erklangen die - Glocken;-sie verkündeten die letzte Stunde der Juden in Spanien. Vergebens stopfte sich Miguel die Ohren zu.. Das Läuten ward immer stärker, schwoll immer mehr an, und die fürchterlichen Töne drangen in seine Seele, machten sein Blut sieden, entzündete in ihtn eine verzehrende Glut.... Diese Glocken vertreiben auch ihn aus dem Lande. „Fort, unreiner Jude!" riefen sie, „für dich ist kein Raum auf Spaniens Boden!" Und von der Straße her drang das Stöhnen der Greise, das Wimmern der Kinder und das Klagen der Mütter nnd. vermischte sich und verschivamin zu einer erschütternden Klage, die zum Himmel erscholl. Miguels Augen unterliefen mit Blut; sein Gesicht flammte und bebte heftig. „Nein, ich bleibe nicht, ich muß fort!" f'n,‘; „Miguel, Miguel!" jammerte das Mädchen, als sie seine entstellten Zuge erblickte. „Was ist dir? laß uns fort von hier!" Da erscholl von außen her ein wildes Gejohle; das war die entfesselte Menge von Toledo, die tobend >und heulend hinter den Vertriebenen eircherlief und sie mit Kot und Steinen bewarf, schreiend: „Tod und Verderben den Juden!" Clara hielt Miguel in ihren Armen und wollte ihn fortziehen; er aber entwand sich mit einer raschen Bewegung ihrer Umarmung und rief: „Clara! soll ich diese Unglücklichen, die mein Fleisch und Mut sind, feige im Stiche lassen? Soll ich in Leinen Armen, schwelgen, während jene in die Verbannung gehen?" „Sprich nicht so!" flehte Clara und legte ihre Hände aus seine Lippen. „Vergiß mich, Clara! Lebe wohl!" rief er rasch und rille schnell davon. Die herzzerreißenden Klagelaute der Geliebten drangen zwar noch in sein Ohr, aber er beschleunigte. seine Schritte, und bald war er draußen. Er hatte sein Pferd bestiegen und ritt hinter der Schar der Vertriebenen einher. Zuwellen packte ihm die Lust, sich auf die Menge der Lärmenden zu werfen und sie zu zerstreuen, über er besann sich und wendete sich an einen der Polizisten, die in großer Zahl ausgestellt waren und forderte ihn auf, die Auswanderer von der Belästigung des Pöbels zn befteien, da es der deuttiche Befehl der Regierung war, die Emigranten! nicht zu behelligen. Seine Aufforderung tat ihre Wirkung und der Pöbel wurde zurückgckrängt. Dann lenkte er ein, und ritt durch viele- Sritrngäß'chen, bis er sich endlich außerhalb der Stadtmauern befand. Dort schloß er sich dem Zuge.an, und mischte sich unter seine BrWer. , . .. -,-ai mal letzte sollt« im! sie ir die i Weis der 5 weit wiese die n oder Thor die s, Volke und mehr erhebe Zutsch hm i 21 >ie ve sein in n« mng ,nt 3 ein, mf Kegne egen ,t i ier iränei t seit!hite errlick fj irrerich eit leige iuaba W »elfen rirb ämme »ater icht it < m hne idlich :wiß eine m A Ich i Fu iah» e N if sich a n ick » dic ckter mes be!