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Neue jüdische Presse · 1917-05-18 · Heft 19 (18.5.1917) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
15 (1917)
Issue
Heft 19 (18.5.1917)
Date
1917-05-18
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 19. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Seite 3. Kaffee Kaisergarten am Opernplatz Erstklassiges Familien-K affe e Jeden Nachmittag von 4 bis 7 Uhr und Abend von '' 8‘/* Uhr ab KM" Künstler-Konzert. welche erst allmählich immer neue Fabrikate einbeziehen, von vornherein jedoch mit modernen Verarbeitungsahparaten, hinreichenden Räumlichkeiten und tüchtigem Leitungspersonal versehen sind.; Für die' technische Verarbeitung, gleichviel, in. welchen Dimensionen, handelt es sich in Palästina hauptsächlich nur vier folgende Kategorien von Rohprodukten: 1. von Geinnsearten; 2. von Fruchtarten, die in rohem Zustande wenig haltbar find; 3. von haltbaren Fruchtarten bei solchen .Preiskonjuirkturen, die den Absatz roher Früchte iveniger rentabel erscheinen lassen, als den konservierter; 4. von Fischen. (Schluß folgt.) Wie die Dinge in Amerika liegen. - Die jüdische „Freie .Arbeiter-Stimme" tu New-Uork schreibt: „Es lvird hoffentlich nicht „verräterisch" sein, ivenn wir melden, daß die Kriegserklärung keine Begeisterung bei den Volksmassen hervorgerufeu hat. Das gebeir selbst die kapitalistischen Zeitungen zu, die bisher so stark für den Krieg '. gehetzt haben. Das Volk hat wenig Begeisterung für Wilsons Llppell gezeigt, in den Krieg zu ziehen für die höheren Interessen der Menschlichkeit und der Demokratie gegen die Aristokratie. Die großen Massen fühlen gar nicht so sehr die Segnungen der sogeüannte>n amerikanischen republikanischen Freiheit, daß sie sich gedrungen fühlen, sollten, ihr Blut zu wergießen, um diese gleiche Freiheit in Deutschland einzuführen. Die Massen haben nicht die Möglichkeit, diese ihre Mcinuitg offen auszudrücken, aber es ist Tatsache, daß sie dem Kriege gegenüber kalt sind. EI darf gesagt lvcrden, daß dieser Krieg der unpopulärste sein wird, den Amerika je gehabt hat. t Wallstreet hat sein Ziel erreicht. Dieses wird sein: Blut nicht vergießen im Streite zwischen (Deutschland und /Amerika, und goldener Regen lvird über Wallstreet und seine -Magnaten kommet!. Märt lvird neue Schiffe bauert, das wird viel Geld kosten. Von den Verträgen hierfür wird Wallstreet die Verluste ersetzen, welche sie durch die deutsche-! Unterseeboote, die bis zu einem gewissen Grade die Munitionsänsfuhr nach Europa verhindert haben, erlitten." Aus aller Welt. Deutsches Reich. Berlin. Aus dem Reichstag. Die Mvrgeirblätter vom 15. Mai melden: ... . Eine „kleine Anfrage" des Abgeordneten Dr. Cohn lautet: > „Eitdc März 1917 hat D j e m a l Pas ch a, der türkische Oberbefehlshaber der Siitaisront, angevrdnct, die jüdische Bevölkerung — darunter deutsche; österreichische, ungarische und bulgarische Staatsangehörige — aus Jaffa uitd aus dem vor Jaffa gelegenen Ackerbau^ kölonieu und Frrnhtpflanzungcn w e g s ch a f f e n zu lassend Militärische Rücksichten wurden als Grund der Akaßrcgel angegeben; der deutsche Generalstabschef Djemals Pascha hatte sich aber dahin ausgesprochen, das; solche Rücksichten die Räumung jener Wohnstätten nickst gebieten. Nach den hier eingcgaugenen Berichten sind 'unter den Augen der türkischen Behörden gegen die ausgetricbene Bevölkerung Gewalttaten Und Plünderungen verübt, viele Flüchtlinge getötet worden. Für die.Beförderung und die Ernährung der Vertriebenen haben nach jenen Berichten die türkischen Behörden nicht igcsorgt. Kennt der Herr Reichskanzler diesen Sachverhalt? Ist er bereit, ans die osmanische Regierung ün solcher Weise einznwirken, das; — soweit es noch möglich ist — in Palästina die Wiederholung der armenischen Greuel mit Sicherheit ausgeschlossen werden?" Ans die Tatsachen, die der von Dr. Oskar Cohn an den Reichskanzler gestellten kleinen Anfrage zugrunde liegen und die auch schon im Hauptausschus; des Reichstags besprochen Korden sind, haben wir schon in unserer letzten Nummer hingewiesen. Anfragen über die Vorkommnisse, die vom Zionistischen Aktioirskomitce an Dr. Thon gerichtet worden sind, haben bisher keine Antwort erhalten. : - .Dr. Thon befindet sich in Jerusalem. Von den zuständigen deutschen Behörden sind ebenfalls Nachfragen cingeleitet worden. . Wir hoffen, in der nächsten Nnnuner genauere Informationen erteilen zu können.- Bad Kisfingen. Kurhospiz für arme Israeliten. Im letzten Rechnungsjahre ivltrden 59 Knrbedürftige, darunter 11 Kriegsteilnehmer, mit einer Summe von 2785 Mk. unterstützt, und dennoch wurde das Vereinsvermögeu um 7180 Mk. 'vergrößert. Der Vorsitzende des Vereins ist Tistriktsrabbiüer Dr. S. Bambcrger. Pole«. HI Lodz, 9. April. Ein Mahnruf an die Lrthodoxen. Im Lodzcr „Bolksblatt" finden wir einen 2lnfruf eines als „Misrachist" tätigen Rabbiners von Suiiibi», au die Orthodoxe;!. Die autinationalc Haltung iveiterer orthodoxen Kreise tvird darin einer strengen Kritik unterzogen und mtf daS Falschs dieser Auffassung hingewiesen. Wohl haben manche bedeutende Rabbis ihre Anhänger zitr Bekkinpfnug des uatioitalen Gedankens aufgefordert, doch, die große Gelehrtheit dieser Rabbis hi,wert sie nicht an der.Verkennung der realen Zustände, wie das oft beobachtet wurde. In dieser so wichtigen Zeit muß, schließt der Aufruf, jeder Orthodoxe auf der nationalen Wacht stehen und sich dein Misrachi anschlicßen nur des Judentums willen. { Hier würde ein jüdisch-religiöser Verein, namens Sinai, gebildet. Rutzla«-. Petersburg, Ende Aprils Die Konferenz des „Bund". Zn her in .Petersburg äbgehaltenen K o n f e r e n z des ,;Bnnd" waren über 100 Delegierte aus Moskau, Jekaterinoslaw, Odessa, Kiew, 'Cherson und .vielen anderen Städten erschienen. 'Nach Verhandlungen über verschiedene Punkte der Tagesordnung iourde die nationale Frage angeschnitten. Man beschloß, an die provisorische Regierung die unverzüglich^ Forderung zu stellen, die nationalen Wünsche der Juden und iin besonderen der jüdische» Arbeiterklasse z;t befriedigen und eine politischkulturelle Autonomie der Juden Rußlands ins Leben zu rufen. Ferner wurden verschiedene Resolutionen, hinsichtlich der Stellung des Bundes zur provisorischen Regierung und zum Arbeiter- und Soldatenrat und der Frage eines allgemein-jüdischen Kongresses in Rußland angenommen. ( Die jüdische Presse. Wie >wir schon 'meldeten, stellen sich die' jüdischen Blätter itadf und nach wieder ein. I» Petersburg erscheint wieder die Tageszeitung „P e t r o g r a d c r Tageblatt", in Odessa das zionistisch^ Blatt „Unser Leben". Ebenso wie die anderen sozialistischen Parteien begann muh der „Bund" sei» Parteibhatt, die „A rbeite rstimme" wieder hermiszugebeir. Der „Sozialdemokrat", das Organ der Poale Zion, ist schon in einigen Nummern erschienen. . Die'Pogromliterasue des alte« Regime. Bei der Aufstöbcrung der Geheimdokninente der rraktionüren Verbände, Blätter uslv. wurden in dem „Verband des russischen Volkes" — dessen Leiter der berüchtigte, nun verhaftete Judenfeind Dinbrowin war, — reiche Funde an Pogromschriften geinncht. Prvvvkatorische- Aufrufe im Rainen der Sozialisten, eine ganze Pogromlitcratnr . wurde mrs Licht gebracht, ebenso eine Liste der im Dienste dieser Pogromhetze stehenden Studenten nitd Beamten. Auch in der Redaktion deS „echt-russischen" Blattes „Kolokol" wurden zahlreichePvgromanfrnfe und -Broschüren aufgefundcu. Kiew, im April. Delegierung von Juden in die Stadtduma. Vorsteher der jüdischen Organisationen in Kiew hielten am 18. (31.) März eine gemeinsame Sitznirg ab. Der, Zweck war die Wahl von jüdischen Vertretern irr den Rat der vereinigten gesellschaftlichen Organisationen. Kicivs. Der erste Redner, .Dr. Bichowski, schlug im Naineic der diese Versammlung einbernfenden Kommission vor, »ein Komitee von 40—50 Mitgliedern zrt wählen. Das Komitee sollte dann die geeigneteir Männer in. genannten Rat delegieren. Es sprachen .;,och Dr. H e i n d e l m a » n. H a l pe - rin, Masor, Roseustein und Wetnschelb a u m, die alle iinit Ausnahme von Sälperiu — die große Bedeutung dieses Komitees hervorhobcn und von verschiedenen Staiidpnukteir behandelten. Schließlich drang der Vorschlag durch, ein zeitweiliges Komitee zu bilden, das die Vorarbeiten für ein stärtdiges Komitee auSführcn sollte. In das prov. Koniitee Ivuvbcic gewählt: Dr. Bicho w s ki, Masor, Ftumi n, Dr. Fl ei schm aurr und Frankfort. Die Kiewer Stadt-Dnma hat auf Verlangeit der jüdischieu Bevölkerung die fünf obengenannten Juden als neue Stadtverordnete anfgcnommen. » In Jekaterinoslaw wurde ebenfalls die Stadtdnma um 10 Juden Und 10 Arbeiter vennehrt. Zionistische Nachrichten. Bom Jüdischen NationaNondS. Der Gesamtbetrag der;m April abgelieferten Spende,; beläuft sichl auf M. 90.093. Hierzu baben beigetragcn: Oesterreich. M. 30,570 (davon M. 5877 aus dem besetzte» Gebiet), Deutschland M. 18,072 (davon M. 7171 ans dem besetzten Gebiet), Nordanicrika M. 18,538, Ruß- I I». Krämer [Waschen, Färben und Faconnienon - Abholung und Lieferung frei ins Hans. - I Sr Kaffee Kuhland Kaiseratrasse 56 Kaiserstrasse 56 Täglich erstklassige Unterhaltungsmusik 'TK ■- 1 Gesangs Einlagen. i land M. 13,191, Holland M. 2395, Bulgarien M. 1834 England M. 1388, Schtüeiz M. 1099, Südslavisck-e Länder M. 819, Neuseeland M. 470, Ungar» M. 377, Dänemark M. 357,, Egypten M. 241, Schwede» M. 72 und Frankreich M. 40. Nachlah-'spende. Die BerwÄtung des' J.N.F. hat letztens in einigen Lmrdern eine Mtion begonnen, die die Ausbringung größerer Kapitalien für die Realisierung seiner kolonisatorischen Pläne nach Friedensschluß zum Ziele hat.- Zu diesem Behüfe iourde ein neuer Spendcutypus, „R a ch l a h" genannt, in Höhe von M. 4000 (Kr. 3000 bezw. Fr- 3000) festgesetzt, die die Durchschnittskoste;; für den Bodenanteil einer Ansicdlerfanrilie darstelle». Die Belgische Zionisten-Föderation hat bereits ein Nachlah-Koinitce zur Änfbringnng größerer Sunniten gebildet. Der Krieg ««d die Jude«. Frankfurt a. M. Dr. med. Julius Nutzbaum. Eschenheimer Anlage ' 20, Oberarzt und Bataillmwarzt, erhielt das Eiserne Kreuz. Frankfurt a.M Alfred Cahn. Sobn der Wwe. Cahu, Fasanenstraße, erhielt das Eiserne Kreuz. Rhina (Kreis Hünfeld). Samuel Katz, Sanitätsgefteiter. Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Kl., tm;rde niit dc;n Eisernen Kreuz 1. Kl. ausgezeichnet. Stuttgart- Leutnant Bernhard Stern, Inhaber des Eisernen Kre;tzes 2. Kl. und des würiten;bg. 3i;tterkreiizes 2. Kl., Sohn von L;tdw. Stern, erhielt das "iserne Kreuz 1.;s?l. Herford. Walter Meyer wurde zumLeutnant befördert. Illingen. Dr. RichardBarth wurde zum Leutnant befördert. ' ' Breslau Martin Jak obowitz, Bizewachtmeister und Kampfflieger, wurde mit den; Eisernen Kreuz 1. Kl. misgezcichiurt.- Dr. C u r t R o t h wurde zun; O b e r v e t e r i n ä r befördert. , ( Freiburg. Fliegerleutnant Dr. Franz Roiin erhielt das Eiserne Kreuz 1. Kl. Wien. Bloch's ..Oesterr Wochenschrift" verzeichnet in ilsrer letzten Nnnuner folgende A n s z e i ch n u n g e n a u 6 Ritterkreuze des Franz-Josef-Ordens, 7 Militärverdienstkrcrlze, 14 silberne Signum landis, 2t» bronzene Sigminl lmidis, 21 goldene Vcrdienstkreuze init der 'Krone, 11 goldmre Berdienstkreirze. 3 sitbenie Verdicnstkreuze mit , der Krone, 18 silberne T,rpferkeitsinedaillei; 1. Klasse, 144 silberne Tapscrkeitsmedaille;; 2. Klasse, 261 bronzene Tapferkeitsuredaillen, 3 eiserne Verdienstkreuzc mit der Krone, 1 eisernes Verdienstkrenz, znsainme;; 513 Auszeichnungen; hievon 159 an Offiziere deS Svkdaienstaiidcs, 26 an Militärärzte und Militärbcamtc, 330 au Mannschaftspcrsvncn. Budapest. Anläßlich der Versetzung des Oberstleutnants rop. S e b e ß - Fünikirchen erließ das Brigadckom-;;;a;ck>o einen Tagesbefehl, in dem es heißt: „In de»; heiße;; serbischen Känwfcn 1914 hat Oberstlentnant Sebeß. der ans imngster soldatischen: Ueberzeugnug und freier Gitschließnug ins Lager zog, an der Spitze seiner Soldate;; die Entbehrungen;;nd Gefahren mit kmncradschastlichcnr Genwingefühl auch mit seinen; letzten Manne geteilt. In den siegreicken Offensiven des Jahres 1915 führte Oberstleutnant Seben sei;; nunnrehr erprobtes Und KanlpfcSruhnr erworbenes Bataillon unter schweren Kän;psen über die Drina; in den Käinpfcn bei DriuSko und dem Teincle- Brobr warf das 9. Bataillon der 19er Landstürmer die in ihren Felscnhölwn eingenisteten montenearisckren Truppen über den Liinsluß, verfolgte;nit nnernrüdlicher Kraft den fliehenden Feind.;rach schlvereni, erschöpfendem Marsch Aber die schneebedeckte Ovce ptanina und;narschierte an; iinvcraeßlächeii 2. Tezeinber als Sieger in Plewlie ein. Die eiserne Willenskraft, das leuchtende Beispiel des Bataillonskonunandante» lmlsen der Mannschaft, die übernrcnschlichen MüHsalcn und Enibehruiigdii crtragem Die Brigade wird es aber nicinals vergessen, daß, Oberstleut;ra;;t Sebeß sowohl danrals, als auch spätes immer bedingungslos in der Stellung anshiclt, in tvclchcr viele jüngere Kommmidantcn infolge der Strapaze», Beschwerden Und Entbchrrmgen sicherlich zugrunde gegangen wären. Mit Bewunderung gedenkt haS Brigadekommando der anläßlich der dcnkivnrdigcn Erstürmnng des Lovcenberges am 9. Jaimar 1916 entfalteten Tätigkeit des Oberstleutnants Sebeß." ' Meran. Hier verschied Generalmajor Simon Vogel, Ehrcmnitgtied der Budapcster Chewra-Kadischc;. Er hinterließ, oh;;c jede Ehrel;bezrng;tng und ohne jeden Nachr;;f beigeseht zu lverden. Mailand. Luig'i Luzzatti erklärte dem .Jewish Mornmg Jmrrnal" von Rewhork, daß nach) feiner Meinung „die Inden überall die Freiheit verlangen rnüssen, deren sie sich in Italien und in den Vereinigten Staaten erfrmccn. In; bcfteiten Palästina sollen die Juden nicht herrschen, sondern als. freie Bürger das Land ihrer 2lhnen sr;tchtbar »rachen. Wcrm das Judentnm von der Bedrück;;;»; befreit sein wird, wird es nicht mehr ein Volk bilde;;, sondern eine Relichon wie alle andern." Wem; Luzzatti in andere» Frage» so oberflächlich wäre wie in jüdische», dann wäre es schlimm um ihn be-

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