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Neue jüdische Presse · 1917-04-05 · Heft 14 (5.4.1917) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
15 (1917)
Issue
Heft 14 (5.4.1917)
Date
1917-04-05
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Frawffurter MraelitiMeS Familiesblatt. S«k 3. oder Erkrankung aß dienstunbrauchbar Entlassenen, 910 im Heeresdienst. Hiervon gehören bezw. gehörten dem Feldheer 740 «n. Den Heldentod starbest bis 28. Feb'rüär>1917 67 K. E.er. In diese Zahl sind' zwei Bündeshruder'eingeschlossen, an" b^ren «Tod' kein Zweifel besteht--deren Namen aber auf Wunsch! der Fgmilien noch nicht veröffentlicht werden 'sollen. Vermißt werden ferner 3 A. Eier, Kb. Motteck, der sich' nach- 3maliger Verwundung zum L'.Male auf freiwillige Meldung ins Feld begeben hatte, seit Jitni 1916-im!Westen, Kb. Kurt Haas seit 26./L7. Sept. 1916 an der Somme und neuerdings" Kb. Hans Grüne- " Wald seit 27. Januar 1917 ebenfalls an der Somme. Dagegen ist der seit Dezember 1916 vermißt gewesene Kb. Oberarzt Dr. Walter Levy in französische Gefangenschaft gefallen. - - . 3 K. C.er haben ihre Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz 1. .Klasse/ 352 mit dem Eisiernest Kreuz 2. Klasse, 1 mit dem Eisernen Halbmond, 120 sonstige Kriegsaus- - zeichnustgen gemeldet. 52 K. C.er wurden während des Krieges zu Offizieren des Beurlaubtenstandes befördert. 43 im Preußischen Heere einschließlich des württembergis^tti Kontingents, 9 im bayerischien Heech, 2 K. C.er wurden im preußischen Heere'zu Feldwebel-Leutnants befördert, 8 K. : C.er gehörten bei Kriegsausbruch als Offiziere, des Beurlaubtenstandes dem bayerischen Heere an. Bresla«. Martin Golschiener, Alkred Iuliusberg, Dr. Hans Löwenstein und Qffizierstellvertreter Dr. Siegbert Sternbcrg II, * Dr. Jablonski erhielten das Eiserne Kreuz. Vizefeldwebel S o k o l o w s k h - Kattowitz wurde zum L e u t n a n t befördert. . Wien S'vch's „O''sterr. Wochenschrift" verzeichnet in ihrer letzten Stummer folgende Auszeichnungen an '2 Ritterkrerrze des Franz Josef-Ordens, 4 Militärverdienstkrenze 3. Klasse, 21 silberne Signum laudis, 33 bronzene Signum laudis, 19 goldene Verdienstkreuze mit der Krone, 16 goldene Verdienstkrenze, 21 silberne Vcrdienstkreuze mit der -Krone, 3silberne Verdienstkreuzc, 9 silberne Tapferkeitsmedaillen 1. Klasse, 12 silberne Tapserkeitsmedaillen 2. Klasse, 53 bronzene Tapferkeitsmedaillen, 10 eiserne Verdienstkrenze mit der Krone, 17 eiserne Verdienstkrenze, 3 belobende Anerkcinkungen, zu-' sammen 223 Auszeichnungen; hiervon 77 an Offiziere und Kadetten des Soldatenstandes, 31 an Militärärzte und Militärbemnte, 115 an Mannschaftspersonen. Perso»alie» «. kleine Mitteilungen. Berli«. Stadtverordneter Leopold I a c o b i ist verschieden. ' «erlt«. Bertha Manheimer, die Gattin des ine-Vorjahre verstorbenen Moritz Manheimer, beging ihren 80. Geburtstag. Sie hat gemeinsam mit ihrem Gatten die Altersversorgungsanstakt in der Schönhauser Allee, das Siechenhaus der Jüdischen Gemeinde in der Oranienburger Straße und das Kindergenesungsheim in Mad-Elmen begründet. Auch eine große Anzahl interkonfessioneller Wohlfahrtsinstitnte verdankt dem Ehepaar ihr Entstehen.. Anläßlich der goldenen Hochzeit im Jahre 1906 wurde Frau Manheimer im Aufträge Ihrer Majestät der Kaiserin eine kostbare Schale aus der Königlichen Porzcllanmanufaki tur überreicht. Berlin. In den hiesigen Gemeinde-Synagogen wurden Rabbiner Dr. Artur Licbermann und Dr. Abrades Vorstandes des Vereins junger Kaufleute, des 'Jsr. Armen-Hilfsvoreins usw.,'4 ist verschieden. * Warschaus 29. März Die Berwaltuna der jüdischen Volksküchen in Warschau hat-sich an das Rabbinat mit der Bitte gewandt; für den-kommenden Pessach. einer jüdischen Vnderküche den Gebrauch von Gries zu erlauben. .Mit Rücksicht auf die besonderen Umstände — denn es mangelt an nahrhaftere Speise-für diese 1800 Kinder — ist zu erwarten, daß das Rabbinat der Bitte Folge leisten wird. ^Warschau, 29. Mä>z. Das ziomsttlche Bwo hat die Erlmibnis erhalten, Briefe und Bitten um Unterstützung von Polen nach Nußland, zu befördern, und zwar nach dem Muster der Uebersendung nach! Amerika (über Berlin und Kopenhagen). Den jüdischen Notleidenden, die Verwandte in Rußland haben, ist damit eine große Wohltat, erwiesen. Bas-l. Dr. Lewandowsky.Hambu>g ist als Nachfolger des nach Zürich berufenen Prof. Dr. Bloch zum außerordentlichen Professor und Direüor der hiesigen dermatologischen Klinik ernawlt worden. E»WW>» .geführt. Berlin. DaS Rabbinat der Adaß Jisroel- Gemeinde bestimmte hinsichtlich der Hülsensrnchte am Pessach folgendes: * ' Als Ausnahme erlaubt ist der Genuß von Bohnen. Erbsen und Linsen unter folgenden 5 Bedingungen: 1) Wer aus Notmangel an sonstigen Lebensmitteln oder tvegen 5krankheit davon essen will, muß vorher eine Schaaloh machen. 2) Bei Notmangel oder Krankheit dürfen Kinder . mich phne Schaaloh davon essen, jedoch Knaben nur bis zu 12 Jahren und Mädchen nur bis zu 11 Jahren, jedoch nicht etwa, wie mancher angenommen hat, in Chomezgeschirr. 3) Wer glaubt, daß er am Pessach. auf genäunte Hülsenfrüchte angewiesen sein wird, muß vor Pessach die' voraussichtlich erforderliche Menge sorgfältig drei Mal Verlesen, damit iventgstens die etwa darunter befindlichen Getreidekörner alle entfernt sind. .4) Bor dem Kochen muß die betreffende Menge in siedendes Wasser gelegt iverden. 5) Die betreffenden.Nochtopfe müssen von dem übrigen Geschirr getrennt gehalten werden. Reis: Reis soll von Erwachsenen nicht gegessen'werben. In Krankheitsfällen ist Schaaloh Au wachen. Bei Kindern gm Ziffer 2. Hinsicht- ' lich der Verwendung gilt Ziffer 3—5. ' Horb. Bezirksrabbiner Dr. Schweizer ist mit dem Charlotten kreuz ausgezeichnet worden. München. Die orthodoxe Synagoge an der Herzog Rudolfstraße beging ihr 25jähriges Bestehen. Rabb. Dr. Ehren treu hielt aus diesem Anlaß eine Festpredigt. Nürnberg... Generalkonsul Kommerzienrat Sieg f r. Bochivurdc zum G.roßoffizier bestücktscheu Medjidie-Qrdens ernannt. Alleuftein. Am 1. April waren 25 Jahre verflossen,' seitdem Rabbiner Dr: Olitzki in unserer Gemeinde amtiert. ' ■ : < Leipzig. Dr. Goldmann-Oppeln wurde zum -ersten Rabbiner der hiesigen jüdischen Gemeinde gc- Pose«. In der Versammlung der Stadtverordneten widmete Justizrat Placzek dem verstorbenen Ehrenbürger der Stadt Geh. Kommerzienrat Michael Herz, der von 1875—1887 den Stadtverordneten und von da ab Bern Magistrat angehörte, warme Worte des Gedenkens. Ludwig B l ei st e i n, Mitglied der Repräsentanz -' der M. Gemeinde, der Deputation des Stadtkrankenhauses, kommt es an! Sage nicht: Andere haben mehr Geld uäl verdienen mehr als ichdie jollW Kriegsanleihe zeichnen! Gage auch nicht: Was macherr meine paG hundert oder paar tausend Mark at& da doch Milliarden gebraucht werdeÄ Änd sage noch weniger: Ich habe scho» bei früheren Anleihen gezeichnet ua$ damit meine Pflicht getan! Auf jede Mark kommt es an! Es ist wie bei der Nagelung unserer Kriegswahrzeichen,- jeder einzelne der -vielen tausend eisernen Nagel ist winzig. Aber in ihrer Gesamtheit umfangen sie , das Gebilde mit einem ehernen Panzer. So muß auch unser deutsches Vaterland geschützt und gesichert werden durch das freudige Geldopfer der großen und der kleinen Sparer. Ieht, in der Stunde der Entscheidung, darf keiner zögern - und keiner fehlen! ■iii Amsterdam. Rabbiner S.'Ond erwyzeS - ist zum Oberrabbiner getvählt worden. Rom. Lazzaro Levi-C-mo hat sein Vermögen für die Gründung eines Seeh'ospjzes für jüdische Kinder hinterlassen. Dm jüdischen Forschriften sind ' in dem Hospiz streng zu beachten. Der italienische Gesandte in Madrid hat dem „Verein für die Rechte des Menschen" mitgeteilt, seine' Regierung habe Maßnahmen getroffen, daß die sevhardischxn Juden, die noch türkische Untertanen sind, so wie die Angehörigen neutraler Staaten behandelt werden. DaZ Geschick machte es ihm nicht leicht, diese Stellung zu erreichen. Aus recht kleinen Verhältnissen hat er sich mühsam empvrgernngen. Als Sohn eines Kantors, der nicht das Glück hatte, mit irdischen Gütern gesegnet zu sein, wurde er in Sassöv (Oesterreich) geboren. Schon als zehnjährigem Knaben verschaffte ihm seine glockenreine--und.seelenvolle Sopranstimme Aufnahme als Mefchorer bei dem damals berühmten Kantor Jernchim Hakoton in Berditschewl Als solcher mußte er seinem Meister „zuhatten", d. h. frei ans eigener Stimmnng und. Erfindung zeitweise in den Gesang des Vorsängers einfällen. Darin konnte natürlich nur ein bedeutendes Talent mit feinem musikalischem Gehör etwas Wertvolles leisten. Nach mehrjährigem Aufenthalt ging ec'von dort zu dem in Odessa wirkenden Qberkantor Bachmann, wo er mit großem Eifer musikalischen Studien oblag und sich ein beträchtliches jüdisches Wissen aneignete. Reiche Anregung erhielt er dort von seinen Studiengenossen, von welchen ich nur die späteren bedeutenden Kantoren Duenmcmn-Wien, ' Stabinsky-Berlin ^und Minkorsky-Odessa nennen will. Im Jahre 1877 nahm rrnser Jubilar seine erste Stellung als Kantor an. Mach! wechselvollem Aufenthalt in Semlin,' Agram, Nensohl. Esseg und Teplitz (Böhmen), wo er sich in seinem Fache weiter ausbildete und vervollkommnete, xrhielt er 1889 einen Ruf an den großen Tempel an der Tabakgasse in Budapest. Sein Probevortrag, der für das empfindungsvolle Verständnis der Gebete zeugte, fiel glänzend aus. Großkopf begeisterte die Zuhörer durch feine ausgezeichnet geschulte, wohlllingende und umfangreiche Sttmme. .Ueber den Erfolg schrieben damals die ungarischen Blätter u. a.: „Wir glauben, daß die Pester isr. Gemeinde... den würdigen Vertreter des OherkantorS Prof. Friedmann gefunden hat. . . . Herr Großkopf ist nicht nur Sänger, sondern vor allem Baal t'filloh. ... Herr Großkopf hat den an ihn -gestellten Anforderungen vollkommen entsprochen und hat mit seinem Borttag nicht/' nur begeistert, sondern die Zuhörer förmlich hingerissen, . fodaß man glaubte, Friedmamr am Jomkippur vorbeten zu hören. Der große Tempel wurde von der wohllautenden und volltönenden Baritonstimme ausgefüllt und rief bei der ganzen Zuhörerschaft Begeisterung und Bewunderung hervor." ' Der große Ruf unseres Jubilars bewirkte, daß er im Jahre 1892 nach Frankfurt a. Mberufen wurde, wo er seither als einer der berühmtesten deutschen Kantoren zur . Verherrlichung des Gottesdienstes wirkt. Schon seine äußere Erscheinung und feine temperamentvolle, urwüchsige Wesensart erweckt bei jedem, der ihm gegenübertritt, den Eindruck einer Persönlichkeit. Die hohe Gestalt, der scharf geprägte Kopf, her lossene von Wohllvollen strahlende Blick, die fprndelndeLeberrdrgkeit seiner Unterhaltung verschafften seiner Person sogleich überall Beachtung und Wertschätzung. So erfreut er sich in der Frankfurter Gemeinde einer geradezu volkstümlich zu nennenden Be-, liebtheit. In Fachkreisen weiß man neben seiner .wunderbaren Stimmeauch seine gediegenen musikalischen Kenntnisse zu würdigen. Rach mißen hin ist Großkvpf wenig hervorgetteten. Bon seinen Kompositionen hat er nur wenige, wie z. B. sein „Hochgeitslied", dem Druck übergeben. Sern Hauptwerk „Semttoth L'Jakob", das nach sachverständigem Urteil „in rein musikalischer Hinsicht alle Anerkennung verdient, zeigt neben fließender Stimmführung und natürlichem musikalischem Satzban das ttefe religiöse Gemüt des Komponisten. Diese religiöse Empfindung verstand er auf seine zahlreichen Schüler zu übertragen, die, zum Teil in großen Städten amtierend, ihm ihre Ausbildung ver- So.ist es unserem Jubilar, dem für seine Verdienste ' um das Rote Kreuz im vorigen Jahr das K. u. K. Ehren-- zeichen 2. Klasse verliehen wiirde, beschiede». zurückzublicken auf eine mit großer Pflichttreue und Gewissenhastigkett und mit seltenem Erfolge ausgeübte Tättgkeit als erster Kantor an der Hanptsynagoge unserer Gemeinde. Er hat sich ein bleibendes Verdienst erworben, indem er es verstanden hat, dem Gottesdienst einen weihevollen, religiösinnigen Charakter zu verleihen. Mit dem -aufrichtigen Danke für seine Hervorragenden Leistungen mag er die Wünsche für ferneres Wohlergehen entgegennehmen. Möge es dem gütigen Menschen, dem Meister im Fache und lieben Kollegen vergönnt sein, bei geistiger Frische und körperlicher Gesundheit noch viele Jahre weiter zu wirken und sich der ungeteilten Hochschätznng und Verehrung seiner Gemeinde, Kollegen und Freunde noch lange erfreuen. S. Schenermani». Oberkautor Jakob Großkvpf zu seinem vierzigjährigem Amtsjubiianm. > Am 1. Mai d. I. feiert Herr Oberkantor Jakob Großkopf sein 25jähriges Ortsjubiläum in Frankfurt a. M. und am gleichen Tag kann-dieser weithin bekannte und von feinen zahlreichen Freunden hochgeschätzte Sänger aus. eine 40jährige Wirksamkeit als Kantor zurückblicken. 'Frankfurter Berichte. Persoyalien. Sttll und sein ist Frau Betty Strauß, geb. M e l a, stets ihres Weges gewandelt, und rasch und ruhig ist sie dahingegangen. Aie hat ihr Witwentum von frühen Jahren an rnit Würde getragen, sie warckte nicht, zagte nicht und klagte 'nicht, sondern faßte beherzt und vertrauend die schwere Aufgabe an, die ihr damit auferlegt war. Glück und Erfolg krönten ihr Mühenj; es gelang -ihr, ihre Kinder den besten und reinsten Tradittonen des Elternhauses and der Vorzeit getten großzuziehen. Aber über die Einzelpersönlichkeit hinaus — die nicht immer nrttäftige Einzelpersönlichkeit — wetteten sich ihr Gesichtstteis und ihr Tättgkeitsfeld; viele Hunderte jüdischer Soldaten im Felde, die die vom Mekor Chajim verschickten religiösen Bettachtungen über den Wochmiabschnitt mit Erbauung und Ergötzen lesen, danken diesen Genuß ihrer Arbeitsamkeit. Und so manche Arme wissen, von der lichten, linden und verschwiegenen Art zu erzählen, mit der sie ihnen nahte. Ihrer greisen Mutter, die von ihr zärtlich gehegt, unb Betreut wurde, ihren Geschwistern und vor allem ihren Knchern wttd die-Erinnerung an Mr hapseres und vornehmes Walten 05

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