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Neue jüdische Presse · 1917-03-23 · Heft 12 (23.3.1917) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
15 (1917)
Issue
Heft 12 (23.3.1917)
Date
1917-03-23
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 12- . , . . . Frankfurter Israelitisches Familienblati. Seite S. Kriege sich in Ostgalizien und Bukowina gestalten, wo viele Städte verwüstet sind,, sodaß vom ehemaligen Hausstand vieler jüdischer Familien keine.Spur übrjggeblieben ist. . .. ." . Au« Ser Sitzung, des Kultusvorstandes. . . In der'Aussprache über den Voranschlag sprach Landchschnlrat Dr. Markus Spitzer"über die Auf? gaben der Gemeinde. Während früher geistiges Leben in den jüdischen Gemeinden herrschte. bestehe heute ein Zustand des Stillstehens. und der Versumpfung. Jedes Volk suche die Kenntnis seiner geistigen <55ütei: hochznhalten, nur bei dein jüdischen geschehe'daschenhe nicht mehr. (Eindr der Vorredner habe die Besorgnis^ejcäu'ßert, das; 'später einmal, nur! Orthodoxe in 'diesem ^Saale.!tsitzeir werden. Die Reform erschöpfte ihre .Leistungen si»n>.Niederrcißcn. und Zertrümmern: das Ergebiris .ihres Wirkens waren die Massentansen,in den Gemeinden Berlin, Königsberg/und Breslau. ' ii'- Erst die Mäinier der jüdische» Wissenschaft vermochten es, der Fahnenflucht Einhält zu gebieten. Drei Männer unserer Gemeinde, Dr. Gruntoald, Dr. Wachstcin und Dr. TalgliMhaben, in ihren Arbeiten jene Gestalten vorgeführt, die während ihrer Anfangsgeschichte an der Spitze unserer Gemeinde wirkten. Wer j. ’S. das Testament eines Simsoii Wertheiiiier liest, gewinnt eine Vorstellung von der damaligen Tätigkeit'der Führer der Gemeinde für die Pflege des jüdischen Geistes. Redner ging, dann zu der heutigen Bedeutung der Ostjuden.für die Erhaltung des Judentums über, besprach die äußerst mangelhaften Resultate des Religionsunterrichts und behandelte zuni Schluß das Volksschnlwese». Pole«. * Warschau. 14. März ' Konferenz der ..Aaudath Haortoipxim". Ant 12., 13. und 14. März fand hier auf Initiative der „Agadath Hoortodoxini" eine Konferenz statt/ als deren Hanptanlaß die konnnendcn Geineindewablen a»zusehen sind. Zunächst behandelte man die Frage» der Orthodoxie betreffs ihrer Organisierung und der Aufstellung eines einheitlichen Programms. In den angenommenen Re'olntionen wurde bestiimnt, die dlufgabe der „?lgudath" begehe in dem Vereinigen aller gesetzestreuen Juden, in dem Verbessern der Beziehungen der christlichen und jüdischen Bevölkerung, dem Verteidigen aller jüdischen Angelegenheiten' auf friedlichem Wege tiud endlich im Beseitigen all dessen, was zur .Assimilation führt. Darauf, nachdem die Frage der Chcdariin betrachtet und eine Reihe von Beschlüsseit gefaßt wurde, ging mau zur Festlegung der Taktik der Orthodoxie bei.den Ge- - meindewahlen - Iber.. Hinsichtlich dessen wurde nach verschiedenen ReSen folgendes beschlossen : 1. Es soll alles aufgeboteir tverdcn, in den Oberrat und die Gemeinden mir Rabbiner and sonstige Thoragelehrte hineinzuwählen. . 2. Der Wahlkampf soll im Rahmen des Anstandes und Friedens geführt und dabei entstehende Reibungen sollen möglichst schnell beseitigt werden. Des ferneren beschloß man, öffentlich- Wahlmectinqs zur. Propagierung der Ansichten der ,/Agudvh" z» veraii-- stalten. Nach Beratungen über Hilfstätigkeit und Lehrmaterial der Orthodoxie wurde die Konferenz geschlossen. ' Was in den Resolutionen am meisten auffällt, ist der Beschluß, den Wahlkampf „im Rahmen des Anstandes zu führen". Eine Selbstverständlichkeit darf bei keiner Partei zum Beschluß erhoben werden, geschweige denn bei Thoratreuen: „Es soll der Wahlkampf im Rahmen des Anstandes und Friedens" geführt werden; —, eingesetzt hat der Wahlkampf noch nicht, und doch ans Grund mancher Zeichen und dessen was mm, von Warschau vernimmt, ist leider von den angeblichen Friedensbestrebungen mit den anderen Parteien herzlich wenig zu beinerken. Eine Kulturkonwrenz. An, '11. März fand aus Veranlassung der „Volksgruppe" die Gründungsversanunlung eines jüdischen „Volksklubs" statt. In den Rat des Klubs wurden n. a. gewählt: II. Prilutzki, Sch. Hirschhorn, H. Mombergs H. Zeitlin und Sch Stnpnitzki. . Der ,,Bolksklub" hat von den Behörden die Erlaubnis -.erwirkt/ eine jüdische' Kulturkonfercnz in Warschau znsaniinenznrufen. Die Konferenz, die erste dieser Art, wird vom 26. März an drei Tage dauern. Es werden sechs Sitz-- nngen abgehalten, in denen die jüdische Schnlfrage, dcr Stand und die Aufgaben, der Kulturarbeit, die jüdische und hebräische Sprache, jüdische Literatur,. die Theater und Bibliotheken und schließlich Orgaitisationsfragen usw. behandelt werden sollend An die Referate, welche N. Prilutzki. Zeitlin, Momberg und andere halten werden, schließen sich . Debatten an. Die Konferenz verspricht interessant zu werden. Lodz. 15. März? Hilfe für Pessach ' v.- Die jüdischen wohlhabenderen Kreise treffe» große Borlorge zu einer wirksamen Pcisachhilfe für die arme jüdische Bevölkerung. Die Gemeinde hielt schon mehrere Sitzungen ab, die dieser Frage gewidmet waren. Dijüdische» Volksküchen werden während des Pessachs billige Mittage mit ’ Mazzosbeigabe verabreichen, neue Küchen ivnrden eröffnet. Im Polizeipräsidium fand eine'.Beratung von Rabbinern der Umgegend mit hem Landrat v. Kessel statt. Man verhandelte über die Versorgung dieser Städte mit Mehl und Zucher; man beschloß, die Orte mit diesen Nahrungsmitteln zu versehen. . Es tmrd mit steigender Energie gearbeitet, nm den jüdischen Armen die Einhaltuitg des Pessach zn ermöglichen. Vom SkaatSrat. . .Der Ansführungsansschuß. des Staatsrates hat zur Aiitarbeit in de,: verschiedene» Departements zwei Juden zngezogen: Wvokat S. Run d st ein in den Rat des politischen Departements und Advokat R. Kempner in das Departement für religiöse und Bildungsangelegenheiten. Rußland. Petersburg. 5. März. . Hilfe für die Heimlosen. Das Zentrale jüdische Hilfskomitee hat jüngst eine Sonderabteilnng für. die Selbstbesteuerung der russischen Juden errichtet. In der ersten Sitzung der Kommission befaßte man sich mit dem Plan, während der Chaul-hamaued- Tage tm gesamten Rußland Büchsensaimnlnngen vorzunehmen, deren Ertrag den verschiedenen jüdischen-Hilfsorganisationen, Kindergärten-und -heinwn und ähnlichen Instituten zusließpii soll. rr ■, v. Es wurde beschlossen, ein,Zirkulär an die verschiedenen Hilfskomitee,i znsenden, als Aufruf an die jüdische Bevölkerung die Selbstbesteuerung in diesem Monat um 25 Prozent zn erhöhen, damit man den jüdischen Heimlosen nnd Kriegsleidenden eine besondere llnterstiltzung.für den kommenden Pessach gewähren könnte. Das jübiiltie PulyteMntkum in Jekaterinoslaw. Das neue jüdische Polytechnikum hat bereits zwei Abteilungen eröffnet: für Elektromechanik und für Ingenieure. Es haben bisher 200 Studenten die Aufnahme erlangt, — ein deutlicher Beweis für die Bedeutung dieser neuen Anstalt. Znm Direktor wurde der Prof. S a b o r o w s k i er- -,,uiuu,Hii,iii,|lli|lill|ll|l||j|jj[| Bargeld zu Hause anzusammeln und liegen zu lassen fff roeScn der Gefahr des Abhanden Isl IlmU/l fommen5ünf, wegen des Zm? verlusseo, ^'eil in 2' .jähriger Kriegsdauer ve. 'untrügliche Leweis erbracht ist. daß man im Äedar.sfalte gegen Kriegsanleihe immer Geld haben -kann, Allgemeinheit, weil unsre {11/111/1IU/ Feinde aus derVe zagtheitSchrvachmütiger stets von neuem die Hoffnung schöpfen, uns unterzukriegen. Was folgt daraus? Klug, vorsichtig und nützlich handelt nur, wer sein ganzes Geld in Kriegsanleihe.anlegt. —«uiHiuimiiiiiiuill DüIIIIilllllun«»'"" Schweiz. Basel, 14. März , Rituelle Nahrungsmittel. Dir Schweizer .Angehörigen, welche von dem Recht,. monatlich 5 Kg. für einzelne Personen, resp. 10 5kg. für Familie, Nahrungsmittel aus der Schweiz zn beziehen, Gebrauch machen und die Zu-endung ritueller Nahrnngsnritkel wünschen, wolle,, ihre Adresse an Kantor M. S ch w a r z - Licsthal b. Basel einende». Herr Schwarz ist Sekretär des „Vereins.zur Förderung des ge» setzest re neu Judentums in der Schweiz", welcher die Aufgabe übernommen hat, die rituellen Nahrungsmittel zu besorgen. Großbritannien. London Jüdische Hilfstätigkeit in China. Die „Jewish Chronicle" bringt folgende Meldung aus Shanghai: Hier wurde ein Hilfskomitee gegründet, welches Geld für die kriegsleidenden Juden aller Länder sammeln will. Weiter .plant man die Errichtung von Zweigabtej.- lungen in allen größeren Städten Chinas. Amerika. RewAork Für die Juden Rumäniens. Der Exekutivausschüß der „American Union of Rnmaman" hat seine erste Sitzung abgehalten. Nach einer Eröffnungsrede des Präsidenten Dr. S i g e l st e i n wurde die Wahl des Vorsitzenden des Komitees vorgenommen; gewählt wurde Dr. Belwer aus Philadelphia. Die Versammlung beschloß ferner, an alle mit dem Komitee in Berührung stehenden Hilfsorganisationen zu appellieren, man soll für die jüdischen Kriegsopfer in Iiumänien Spenden sammeln und die Geldsummen dem ..Joint Distribution Comitö" zustellen. Bisher sind je 300 Dollar von, Montreal Toronto-luich der „Rumanian American Joirng cheü Society", erhalten worden. Für diePropaganda ist ebevffalks ein Komitee gebildet worden. Zionistische Nachrichten. Pole«. * Warschau. 15. März. Scheke'tage- Das zionistische Zentralkomitee hat die vier Chaul-' hamauöd Tage zu „Schekeltagen" für ganz Polen bestimmt. Es wird, wie „Hazefirah" schreibt, zu diesem Zweck eine Propagandafchrift verbreitet werden. Die einzelnen Ortsgruppen Jollen öffentliche Agitationsversmnmlnngen für den zionistischen Gedanken-veranstalten, nm neue Anhänger zu gewinnen und der Sammlung zu einem vollen Erfolg verhelfen. Schwede». Stockholm. 26. Februar. Zionistische Jahresversammlung Am 25. Februar hielt die Stockholmer „Agudas hazionim" ihre Jahresversammlung ab. Nachdem der Bor.- sitzende des Vereins, M. Turschisch, einen Bericht über die Arbeit des Vereins im letzten Jahre erstattet hatte und lebhafte Debatten sich entspannen, schritt man zn den Wahlen hes Vorstandes. Es wurden gewählt: zum Vorsitzenden Herr Tarschisch, pn Vizevorsitzenden Magazanik, zum Kassierer Glück, ferner Cohn, Cogedon u. er. Der Krieg nnd die Inden. Mrankfurt a. M Unteroffisie'- Ernst Löb au« Monsheim erhielt das Eiserne Kreuz Mnd Gefreiter Ludw. Levi-Frankfurt a. M., Hansahaus, die Hess. Tapferkeitsmedaille. Berlin Haimtmann Walter Satinger. Mitin- Haber der Firma Salinger u. Leppinann, Oberstabsarzt Dr. Frankenpeiu und Leutnant Walter Ehaskel erhielten das Eiserne Kreuz 1. Kl. Frau Bankier DorisNathansohn, Frau Justiz, rat Mechelsohn und Frau Kommerzienrat Monheimer erhielten die Rote Krenz-Meikailhe und Hermann Abraham das Berdienstkreuz für Kriegshilssdienst. Wündicn. Dr (St--ft Lo eb-Manch-n.Dr. Samuel Moses-Landau,Dr. Alfred Löwenstein-Dillingen, Dr. Joseph Iacob-Zweibrückeu, Arnold Frankenau-Nürnberg. Dr. Rudolf Simon-Äof und W. Berb erich-Würzburg wurden zu S tabs ärzten bebefördert. «reslou Virekeidw W-'lt-r Deutsch mann, Gefreiter Max Baender, Fritz Mendelsohn- Breslau und Unteroffizi'r James Jacoby-Zobten erbielten das Eiserne Kreuz. Wi-N. Blach's . Cf"—. Wechenich-iL" ve-zei-stnet iu ihrer letzten Nummer folgende Auszeichnungen <rn Juden: 1 Offizierskreuz des Franz Josef-Ordens, 3 Ritterkreuze des Franz Josef-Ordens, 7 Militärvcrdienstkreuze 3. Klasse, 16 silberne Signum laudis, 31 brozene Signum laudis, 10 goldene Verdienstkreuze mit der Krone, 13 goldene Verdienstkreuze. 8 silberne Berdienstkrcuze mit der Krone, 1 silbernes Verdienstkreuz. 8 silberne Tapserkcitsmedaillen 1. Kl., 36 silberne Tapferkeitsmedaillen 2. Kl.. 51 brozene Tapferkeitsmedaillen.' 25 eiserne Berdienstkrcuze mit den Krone, 20 eiserne Berdienstkrenze, 6 belobende Anerkennungen, zusammen 237 Auszeichnungen; hievon 87 an Offiziere und Kadetten des Soldatenstandes, 32 an Militärärzte nnd Militärbeamte,. 118 an Personen des Mannfchafts-- standes. Wie». Znm O^erkeldrnbbiner für die van den österreichischen Truppe» besetzten Gebiete Polens ist Prof. Dr. Majer Balaban ernannt worden. Zn seinen Obliegenheiten gehört die Organisierung der jüdischen Feld-- seelsorge und ihre Vertretung gegenüber dem Oberkvm- - mando und' den Organisationen der beiden christlichen Bc.- kenntmsse. Balaban sollte schon im Jahre 1913 nach Russisch-Polen gehen, um als Vertrauensmann der „jüdischen Polen" Galiziens, der Gruppe Nathan Loewensteins, das „Märchen vom Boykott' zn widerlegen, lehnte aber damals die Mission ab. $*rtattalteit » kleine Mitteilungen. B-rtt-r. Die H il fska I sesü^iiraelit Kan'tore ■ undKultusbea m te. deren Witwen undWaisen in Deutschland, hielt unter dem Vorsitz von Stadtverordneter Louis Jonas ihre Generalversammlung ab. Da der Vorsitzende wegen Arbeitsübcrhäufung sein Amt niederlegte, so wurde Direktor Deutschland zum Vorsitzenden gewählt. Nach der Generalversammlung sprach. Oberkantor Felix Aj ch über die wirtschaftliche Lage der Kultusbeamten: Das Rabbinerseminar will neue Lehrkurse einrichten, neue Dozenten anstellcn. Es erhielt zu diesem Zwecke 100,000 M. von den Inhabern der Firma Aron Hirsch n. Sohn, Halberstadt-Berli» nnd 20,000 M. von Bankier Max Jaffe außer anderen Beträgen^ 7572^4432461

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