Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 15 (1917)
- Issue
- Heft 10 (9.3.1917)
- Date
- 1917-03-09
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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hobener Stimmung, in dem Gefühl, den gleichen Weg mit Krauen zu gehen, die mit zu den Besten unserer Gemeinschaft zählen, gestärkt in dem Willen, die Zeit und Kraft, die ihnen die Erfüllung ihrer nächsten und ersten Pflichten übrig läßt, zum Besten der Allgemeinheit zu verwenden, gestärkt auch in ihrer jüdischen Treue, in ihrem jüdischen Selbstbewusstsein. Ei« Htlfsmerk fnr Palästina. Kurz nach Kriegsausbruch hat eine Anzahl jüdischer Vereine und -Organisationen in Deutschland sich zusammengesch-lossen, um dieblühende jüdische Siedlung in Palästina, die Kolonisten und Arbeiter, die Handwerker und' Lehrer, kurz, alle Elemente der jüdischen Bevölkerung, die der AnZbruch. des Krieges in schwere Bedrängnis gestürzt hatte, zu stützen, vor dem Hunger zu retten und vor-dem vollständigen Zusammenbruch zu bewahren. ’. , Das Hilfswerk für Palästina hat vor kurzem seinen letzten Rechenschaftsbericht, erstattet vom Vorsitzenden des Berteilungskomitees in Palästina, der Oeffcntlichkeit übergeben. Cs geht aus .diesem Bericht hervor, dasdie Tätigkeit des Hilsswerkes in systematischer Weise erfolgt, sodaß sie den größtmöglichsten Erfolg bringen konnte. Bis zum.1. Dezember 1916 wnrden ca. 3)1 200,000 überwiesen. BiS zum 30. Juli 1916 wurden hiervon über 100,000 Fr. auSgegeben, davon ca. 80,000 Fr. für Darlehen. Diese Darlehen wurden an die von der jüdischen Bevölkerung organisierten Darlchnskasscn zur Förderung von Handwerk und Gewerbe, für Notstandsarbeiten, für Aersorgung der Städte mit Weizen tatb Mehl, für Krankenkassen, als Darlehen an Schulen, landwirtschaftliche Gesellschaften, Arbeitergenossenschaften) Kolonien und laudtvirtschaftliche, Betriebe, speziell auch! zur Förderung von Gemüsekulturen gegeben. Dadurch' wurde, so gut es ging, für die Erhaltung der wirtschaftliche» Existenzen gesorgt. Selbstverständlich. mußten auch Unterstützungen und Subventionen für -Arme, für die Familien, einberufener Soldaten, für : Krankenhäuser, Küchen usw.. gegeben werden. Der sehr aufschlußreiche Bericht konstatiert, das; dir - jüdische Bevölkerung Palästinas bewiesen hat, daß. sie die Hilfsgelder, die drucch! das Hilfswerk gesammelt wurden, in sozialer Organisation für die Bedürftigen aber auch gleichzeitig zur Erhaltung geleisteter Arbeit und zum Aufbau der jüdischen Gemeinschaft verw.end.en kann. Infolge der langen Dauer des Krieges und besonders mit Rücksicht auf die erschwerte Verbindung mit Amerika ist 'gerade jetzt eine Fortsetzung der systematischen Äilfstätigkeit für das Hilfswerk für Palästina erwünscht. (Spenden: Hilfs- Werk für Palästina, Postscheckkonto Nr. t 192, Berlin.) - Rituelle Magarine , Die Kriegskommission für rituelle Le-' bensmittel, G. m. b. H.'(Berlin W 8, FriedriMr. 79a) teilt hinsichtlich des Bezuges von ritueller Margarine folgendes mit: -- Jeder Israelit, der ' de» Nachtveis bisheriger ritueller Lebensweise erbringen kann, ist berechtigt, gegen Verzicht aus den . Bezug anderer) Fette (auch . Butter), rituelle Margarine zu beziehen. Es bleibt, dem Haushaltungs- Vorstände überlassen, fiir alle oder einen Teil der Haus- . haltmigsmitglieder von diesem Rechte Gebrauch zu machen. 1. Beim Borstand der Israelitischen Gemeinde müssen in Empfang genommen werden: . a) 1 Formular A zur Stellung eine» Antrages an den Borstand der Jsraelitschen Gemeinde. b) 1 Formular L zur Stellung eines Antrages an die Fettkartenausgobestelle (Brotkommission oder '. entsprechende Behörde). 2. Das Formular A ist vom Haushaltungsvorstand auszufüllen und innerhalb 24 Stunde» den, Vorstand der Israelitischen Gemeinde zurückzurcicheu. 3. Nach Ablauf von 10 Tagen sind bei dem Vorstande der Israelitischen Gemeinde die Bezugsscheine gegen Entrichtung von 5 Pfg. für jeden Wochenabschnitt in Empfang zu iiehmen. Anmerkung. Jeder Bezugsschein ist mit 5 Wochenabschnittryarken zu 30 Gramm versehen. Die Anzahl der Wochen, für welche Bezugsschein ausgestellt'werden, muß mit her Gültigkeitsdauer der in dein Ortsbezirk für den allgemeinen Fettbczug ausgegebenen Karten übercinstimmen. . Fällt die Abstellung von Bezugsscheinen in einen bereits begonnenen Gültigkeitsabschnitt der örtlichen allgemeinen Fettkartc, so ist der Bezugsschein nur für die restliche Zeit anszustellen. Die überzähligen Wochenabschnittc werde» vom Borstmide der Israelitischen Gemeinde abgetrennt. Für. jede Person des Haushaltes, die .au der Versorgung mit ritueller Margarine teiluchmen will, ist ein besonderer- Bezugsschein' (im Falle längerer Dauer der Bezugssrist mehrere Bezugsscheine) anszustellen. 4. Sodann sind.Formular -B und sämtliche Bezugsscheine anszufüllcn mit Ausnahme , der umrahmten Ru- 5. Das Formular Ij und sämtliche Bezugsscheine sind sodaim dem Vorstände der Israelitischen Gemeinde vorzulegen. Der Vorstand versieht das Formular 8 und die Bezugsscheine mit Stempel oder Unterschrift und gibt sie deni Antragsteller zurück. 6. Bei der Städtischen Fettkartenausgabestcllc (Brotkommission oder entsprechenden Behörde) ist alsdann abzngeben: ' - - das vom Vorstand unterschriebene oder abgestcmpeltc Antragsformular 8. Zugleich sind daselbst vorzuzeigen:, a) die ausgefüllten Bezugsscheine, b-die gleiche Anzahl von den im Besitz des A». tragstrllers befindlichen Fetikarten (oder diesbezüglichen Fettausweistn). ' Frankfurter Israelitisches FamLienblatt. 7. Bon der Fettkartenausgabestclle wird das Antragsformular S zurückbehälten und die ihr vorgelegten Fettkarten oder Fettansweise werden nngültig gemacht (entweder durch Sperrung oder durch Einziehung): dagegen werden die vorgelegten Bezugsscheine von der Fcttkartenausgabestelle durch« Abstempelung gültig gemacht und sofort wieder ausgehändigt. 8. Alsdainr ist der Bezugsschein unter Zahlung von 20 Pfg. für je 50 Gr. Margarine der zuständigen Verkaufsstelle oder einer Wiederverkausstelle (z. B. Kolonialwaren- oder Butterhändlung) auszuhändigeu. Bei direktem Postversand an den Besteller hat dieser das Porto zu tragen. Näheres ist ans der RnckseitedeS Bezugsscheines ersühilich. Aus aller Wett. Deutsches Reich. Jüdischer »ranken- und SiechentauS. Im Berichtsjahr 1915/16 wurhen 556 Kranke (333 Inden, 223 Nichtzuden) behmidelt, 283 in der 1. und 2. Klasse, 87 in der' 3. Klasse tuck 186 in der 4. Klasse mit zusammen 17,804 Berpflegungstagen. Das SieckMhaus beherbergte vier Frauen mit zusammen 1460 Verpflegungstagen. Insgesamt betrugen im Berichtsjahre die Ausgaben M. 140,388, die Einnahmen M. 136,385, 'sodaß aus Gemeindemitteln ein Zuschuß von M. 4003 geleistet Worden ist. Leitende Aerzte der Anstalt sind für die innere Station Sanitätsrat Dr. Caro, für die chirurgische Station Sanitätsrat Rosenstein; den ärztlichen Dienst im Hanse versieht der praktische Arzt Dr. Neumark. **U’etg‘ Jüdisches «urhostzttäl. Bis zum 1. Mai enthielt das Hospital ein Reservelazarett. Aber auch! während dieser Zeit galt sein Wirken seinem Aufgaben. Die Einnahme» und Ausgaben bilanzierten .im vergangenen Jahre mit M. 51,685. Es wurden in Freistellen 322-und-in Zahlstellen 149 Personen ausgenommen. An Verpflegungstagen wurden für die Pfleglinge 12,643 und für das Personal 1817 gezählt. Oesterreich-Ungar». Sitzung des KultuSvorftandeS. Der „Hilfskommission für Palästina 1915" werden Kr. 5000 zur Verfügung gestellt. Vizepräsident Dr. Leop. Koh »-erstattet Bericht über den Voranschlag 1917. ,Die Einnahmen sind mit 4,158,880 Kr., die Ausgaben mit 4,471,095 Kr. festgesetzt. Für Bethäuser, Kultus- und rituelle Angelegenheiten ist ein Zuschuß von 403,766 Kr. vorgesehen, für Unterricht ein solcher von .368,161 Kr., für Spital von 364,115- Kr., für. Versorgunasanstalt von 127,831 Kr., für Wohltätigkeit von 399,984 Kr. Der Friedhof soll einen Ueberschuß von 558,350 Kr. bringen. Hinsichtlich der Mazzvthversorgung führt Redner folgendes aus: Gegen 20 Waggons Weizenmehl im Vorjahre sind diesmal 15 Waggons Weizen und fünf Waggons Gerste (zur Mischung) bewilligt worden, was 15—16 .Waggons Mehl entspricht. Alle Bemühungen, mehr zu erlangen» waren erfolglos. .Dabei wurden wir verpflichtet, von dem uns zugebilligten Quantum auch au Niederösterreich- Steiermark und Triest samt Küsteirland eine» Teil abzugeben. Die Verteilung der Mazzoth an' die einzelnen Mitglieder unserer Gemeinde ist mit' außerordentlichen Schwierigkeiten verbunden, zumal nach den . bereit?'eingelangten Bezugsanmeldungeu und approximativer -Berechn»,rg höchstens ein halbes Kilo per Kopf für die gesamte -Osterzeit wird abgegeben werden können. - Pole«. " Warschau, März. «tue Adresse des „Orthodoxen Verbandes" an den StaatSrat. Dem StaatSrat wurde eine Adresse der „Agudath Hoorthödoxim" (Verband der Orthodoxen), zugestellt. Darin wird Folgendes gesagt: Durch) des Allmächtigen Willen ist der hundertjährige Traum des polnischen Volkes in diesem Kriege verwirklicht worden. Die Verkörperung der Unabhängigkeit Polens ist der Provisorische Staatsrat. Unser Verband ist bestrebt/ die strenge Beobachtung unserer religiösen Gebote zur heiligen Pflicht eines jeden Juden zu machjen. Wir begrüßen den Staatsrat warm. Wir vertrauen fest darauf, daß sei,« Tätigkeit von «Gerechtigkeit und politischer Klugheit getragen sein wird, im Sinne der Traditionen Polen? -uns die freie Ausübung unserer Religion zu gestatten. Die moralische Kraft, die uns tvährend tausender Jahre befähigt hat, an unserem Glauben festzuhalten, diese Kraft verbindet uns innig mit dem .polnische» . Königreich, das auch seinen Bürgern Rechte und Gewissensfreiheit ge-, währen wird. ), ' Wir sind überzeugt, daß unsere Tätigkeit, die tiefe Frömmigkeit ausbreitet, von großem Segen für unser gelebtes Land Polen sein wird. So erflehen wir das Heil des Allmächtigen auf den -StaatSrat herab. Möge Polen das Glück und Wohlergehen seiner Söhne stets anstreben. Die Verwaltung der „Agudath Hoorthbdoxim." Daraus ist folgende Antwort des' Staatsrats einge- An den jüdischen konservativen Verband „Agudath Hoorthodoxim." Der Provisorische Staatsrat hat mit. lebhafter Freude die patriotische Erklärung den Juden, die sich als treue Bürger Polens und fromme Anhänger ihrer Religion erklären, cntgegengenommen. Nr. 10 Das polnische Königreich, das jetzt im.Entstehen begriffen ist, wird durch religiöse Toleranz hie zerrissenen Fäden der gegenseittgen historsschien Beziehungen wieder anknüpfen und, wie diis seit jeher war. den« Juden Polens das Recht auf ihren nralten Gl aubein gewähren, in der Ueberzengung, daß die Juden als' gleichberechtigte Bürger die . bewährte Treue zu ihrer Religion auch' auf das unabhängige Polen.übertragen werden. ' -Krvnmarschäll N i e m o j e tpZ k i. Eine Hilfsaktion für jüdische Arbeitslose i« Pole». Die zionistischen Komitee» in Warschau, Lodz und anderen Städten haben von dem skandinavischen „Komitee zur Unterstützung kriegsleidender Juden" eine Meldung erhalten, die besagt, das Komitee, verfüge jetzt über die nötigen Gelder, eine großzügige Hilfsarbeit für che kriegsleidenden Juden Polens in die Wege zu leiten. Um aber eine durchgreifende Hilfsaktion durchzusührcn, beabsichtigt dcM Komitee, die Geldsummen iricht zur einmal,'geir, wenig nützlichen Verteilung, sondern für eine dauernde. Hilfsarbeit zu verwenden. Deshalb wird geplant, in dem okkupierten' Gebiete zahlreiche Arbeits-Einrichtungen zu gründen, in denen tausende durch' den Krieg arbeitslos gewordene jüdische Arbeiter und Handwerker ihren regelmäßigen Lebensunterhalt finden könnten. Deswegen fordert bas Hilfskomitee das zionistische Komitee auf, ihtn geeignete sachverständige Informationen über die Lage der jüdischen Arbeiter ünd Projekte zur Errichtung von Arbeitswerkstätten zuzustellen. Auf diese Nachricht hin hielt das' zionistische Komitee eine Sitzung ab, in der über Liesen Plan beraten wurde. Schließlich beschloß man, das' irötige Material zu sammeln und sichhierüber mit den Handwerkervereinen zu verstän- Ebenso faßte, tvie aus Lodz gemeldet wird, das dortige zionistische Komitee den Beschluß, sich mit Vm Handwerkerklub in Verbindung zu setzen. In Bälde werden die Projekte dem zionistischen.Komitee zugestellt werden. Der amerikanisch-jüdische Songretz und die kriegsbeschSdigten.Juden Polens. Das hiesige Zionistenkomitee erhielt vom amerikanischen Kongreß-Komitee durch Vermittlung des A. C. eine Nachricht, in der um die Registrierung der wirtschaftlichen Schäden der Juden in Polen angegangen wird. Das zionistische Komitee verbreitet nun in der jüdischen Presse einen Aufruf an die kriegsnotleidende jüdische Bevöllerung: In kurze», tvird der jüdische Kongreß in Amerika .znsammentreten. Die jüdische Lage der gesamten Welt wird den Diittelpunkt der Verhandlungen bilden, und prm, wird über die Mittel beraten, der jüdischen Not in den vom. Kriege heinigesuchten Gegenden,,besonders Polen, zu steuern. Zu diesem Zwecke wird vom Kongreß eine große Anleihe von 30 Millionen Dollars'geplant. Um über die jüdische Lage in Polen genau informiert zu sein, bittet uns das Kongreß-Komitee um nähere Angaben über die Materialschäden der polnischen Juden, sei es an Privat- oder Gemeindseigentum. Die Registrierung der Kriegsschäden ist von großer Wichtigkeit. Wir wenden uns -aher an die Vorsteher der polnischen Judenhcit, eine möglichst schnelle Zustellung des Materials zu bewirken. Es folgt ein Fragebogen, der im Einzelnen genaue ^Fragen enthält. - Litauen.- " Warschau. 25. Februar. Die BevüUeruuaSzatl Mluas. Eine Volkszählung in Wilna, die im Dezember v. I. durchgesührt wurde, ergab folgende Resultate: Die Gesamtzahl der Einwohner beträgt 138,817. .Davon entfallen ät,s die polnische Bevölkerung 74,466 Seelen,- d. i. 53o/o, auf die jüdische 57,516 oder 41«/o, der Rest verteilt .sich ans Litauer, Russen, Deutsch«: und andere. - Holland. I« Rotterdam 'zurückgehalteue jüdische Auswanderer. Wie dem „Komitee für den Osten" (Berlin W 8, Französischestr. 49) mitgeteilt tvird, hat sein Vertrauensmann im Haag jüdische Auswanderer aus Polen und Litauen in den Räumlichkeiten der Holland-Amerika- Linie in Rotterdam anfgesncht. Es sind über 100» Personen, die mit Ungeduld auf ihre Weiterreise tvarten.' darunter etwa 800 jüdische Passagiere, die mit dem holländischen Dampfer „Nieuw Amsterdain" fahren sollten. Der Danchscr tvar nur ein Tag . nach Amerika unterwegs; gleich! nach Abbruch der diplomatischen Bcziehnngen zwischen Deutschland .und den Vereinigten Staaten kehrte er nach Rotterdam zurück. Inzwischen sind noch andere Auswanderer aus dem okkupierten Gebiet in Rottcr-. dam eingetroffen. i Amerika. Rew-Aork, Ende Febmar. Der amerUanisch-russische Handelsvertrag und die Jude«. Die amerikanischs-russischen Verhandlungen zur Schließung eiiws Handelsvertrages sind wieder, wie aus. Washington berichtet wird, gescheitert, weil die russische Re- Srng nicht die Forderung berücksichtigen wollte, die e der nach Rußland fahrenden amerikanischen Juden anzuerkewien. HeLrAsch a» Lehrfach. Nach Mitteilungen jüdischer Zeitungen beschloß der Schulinspektor von Chicago auf einen Vorschlag - eines' Mitglieds des dortigen Erzielchngskomitees, Hebräisch als Lehrfach in die amerikanischen^Dtittelschnlei, einzuführen. Das Hebräisch! wird den anderen -llassischen Sprachen'gleich gestellt tverdeir., ,