Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 15 (1917)
- Issue
- Heft 10 (9.3.1917)
- Date
- 1917-03-09
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 3 Nr. 40 Frankfurter Israelitisches FamflienLlatr. JF .Kan’ee Ruhland 5 ' KäisersfraMe 56 r . ' Kaiserstrassa 56 Täglich erstklassige ,AM"' UtiterhaUnngsmnsIk . ~ Gesang« - Einlagen. 'Ln. Seine - Krakauer Zeitnilss ist voll von höchstl geistreichen und prächtigen. Aufsätzen und Berichten Mer die Anhänger der Bewegung/ die drei ersten; Kongresse, seine jüdisch-politischen Artikel,^ seine Reisebeschreibungen, sind auch heute vom Ktnellsten Interesse. Von einer aktiven Betätigung innerhalb der zionistischen Organisation zog er sich in den letzten Jahren zurück und weihte seine Kraft der jungen Agudas' Jisroel. ’ - ' Ich schließe'mit eurem Auszug aus einer der . bedeutenden politischen Uebersichten aus der Krakauer jüd. Zeitung,. Nr. .99'„Deutschland drängt mit ungestümen Drang an die See. Die Ostsee ist ein Binnenmeer, das durch seine kleinen und großen Nachbarn ringsum dasselbe gesperrt werden kann. Der kleine Raum der Nbe- Nnd Wesermündung ist vorr beängstigender Enge für seine Verhältnisse. — — Kann England dies hindern? Der dämonische Blick Bismarcks urteilte, als er nach Verlassen seines Londoner Postens den Ausspruch tat: ..j-i'^vZlntöi-is c’est un pouvoir fini.“ Möge Aron Marcus zum .Heile der jüdischen Jugend mit Eifer studiert werden.. Secher Zadik liwrocho. Bericht über die 5. Tagung des Jüd. Frauenbundes. .Erstattet von Frau Marie Höxter. Im Gegensatz zn den anderen Ortsgruppen .des I. F.-B. betreibt die O.-Frkft. keine praktische Fürsorgcarbeit, d. h. sie ist ein direkter Wohltätigkeitsverein. Die Aufgaben dieser Art werden in Frkft. a. M. von de» zuständigen Stecken selbständig geleistet. Die Ortsgruppe Frankfurt ist aus der Bundespropaganda hervorgegangen. Sie verfolgt lokal das' Ziel, ihre Mtglieder für allgemeine Frauenaufgaben zu interessieren. Die größten Frankfurter Frauen-Bereine sind ihr angeschlossen nnd durch Delegierte im Vorstand vertreten. *, Als ein Teil unseres Arbeitsprogramms kann die schon 1908 erfolgte Errichtung einer Kommission zur Gründung von Stellenvermittlungen und Arbeitsnachweisen und einer Kommission zur Bekämpfung des Mädchenhandels angesehen werden. Uuf.Anregung der ersten Kommission entstanden die Stellenvermittlungen in Karlsruhe, Köln-und Essen. Die Kommission zur Bekämpfung des Mädchenhandels beschäftigte sich - zunächst mit der tzersteckung einer Liste von. B e r t r a u e n s p c r s o n e n. Diese Liste von Vertrauenspersonen und Schutzadressen, die fortlaufend vervollständigt werden must, bildet eine Ergänzung zn den .von der evangelischien und katholischen Bahnhofsmissiyn herausgegebenen Eisenbahn-Plakaten. Unsere Ortsgruppe ■ sorgte dafür, daß dies Plakat innerhalb Unseres Regierungsbezirks in Eisenbahnwagen, Wartesälen, Stellenvermittlungen u. a. -viel besuchten Plätzen aufgehängt wurde. s Im Verfolg der Arbeit ergab sich die Notwendigkeit einer jüdischen Bahuhofshilfe, für die wir eine bezahlte Beamtin aUstellten. Seit April 1914 konnte diese unsere Bahuhofshelferin in 428 jüdischen Fällen ratend und helfend eintreten. Eine wichtige Ergänzung der Bahnhofshilfc bildet als vorübergehende Unterkunftsstellc ein ckeines Zimmer, das wir seit 1914 in der Burgstraste 19 gemietet und nrit 2 Betten und Zubehör einfach, möbliert haben. Seit Kriegsbeginn fanden dort 72 weibliche Personen solange Unterkunft, bis sie Weiterreisen konnten oder Arbeit fanden. - Zur gegebenen Zeit beteiligte sich die Frankfurter Ortsgruppe au der Abhaltung von Vorträgen, die von ‘ der Regierung zum Zweck einer kriegsmäßigen Ernährung gewünscht worden waren. Eine Veranstaltung größeren Stiles war die im Januar 1916 stattgehabte Kriegstagnng mit dem Thema: ..Jüdische Mitarbeit an den sozialen Aufgaben im Krieg." Die Referate behandelten jüdische Verimindetenfürsorge, Mutterschaftsversichernng, Hauswirtschaft, jüdische Armenpflege in Frankftirt, Jugendpflege und Kinderpflege. .Bon den für den Jüdischen Frauenbund im' engeren Sinne übernommenen Arbeiten nennen wir zuerst - die Herausgabe einer Bundes zeitung, welche uns > Bundesvorstand übertragen war. Ihr Zweck war, < engere Verbindung zwischen dem Bundesvorstand und den dem .Bund angeschlossenen Vereinen herzustellen. Durch den Krieg mußte die Herausgabe der Zeitung eingestellt loerden. - Unserer Pflicht der B uudes p r o p a g a n d a kamen wir während der beiden letzten Jahre nach, indem unsere Vorstandsmitglieder Reisen nach! Wiesbaden, Essen, Elberfeld, Bonn, Oberhausen, Bingen, Kreuznach und Worms unternahmen. . Gelegentlich solcher Reisen ist es uns auch gelungen, in manchen Städten Mitarbeiterinnen für die von uns .seit kni^em anfgenommene Bearbeitung . Zeituiigsinseraten, welche Adoptionen - Pf lege stellen betreffen, zu gewinnen. Derartige -Zeitungsannoncen haben sichin der Kriegszeit erheblich vermehrt, und chre Beachtung ist. ein Gebot des Kinder- und Mutterschutzes. Seit September 1915 haben wir 130 Jnserate ohne Ansehung der Konfession, beantwortet und 42 Erwiderungen erhalten. In der Erkenntnis der Tatsache, daß nur, tver das Wesen des Judentums und seine Geschichte kennt, tatkräftig und überzeugungstreu für. jüdische Interessen eintretenkann, haben wir fiir unsere Mitglieder einen Kursus übernsüdische- Geschichte eingerichtet. -Wir möchten gerije,.daß solche Kuxse in ähnlicherMorm^sür: einen,^erweiterten, Kreis zu .einer ' ständigen --Einrichtung). werden ' , und' sind bemüht, Interesse dafür wachzurufen.' Auch an der Fürsorge für die jüdischen. Gemeinden Ostpreußens haben wir uns beteiligt, indem wir der zerstörten Gemeinde Ortelsburg die Spende einer Thora für ihre neu zn errichtende Synagoge vermittelten. In der Erkenntnis des Umstandes, daß die rituell lebenden Familien unserer Stadt benachteiligt sind' durch die Unmöglichkeit, die allgemeinen Kriegsküchen zu beimtzen, haben wir die Errichtung einer rituell geführten Kriegs knche angeregt. In allerjüngster Zeit veranstalteten wir eine Tagung unter dem Titel „Arbeit statt Almosen"^ in der von berufenen Redpcriniien aiisgeführt wurde, daß in unserer Zeit eine durchdachte soziale-. Fürsorge anstelle.des gedankenlosen Almosengebens treten müsse. Ferner habe» wir Erziehungskonferenzen für die Beamtinnen jüdischer Vereine veranstaltet, um durch sie indirekt eine im besten jüdischen, Sinne zeitgemäße Einwirkung aus die Heranwachsende weibliche Jugend zu gewinnen. In mehreren Sitzungen beschäftigten wir uns mit der „Jndenstatistik". Schließlich aber .fügten wir uns deni Hinweis des Bundesvorstandes, der von jeder beunruhigenden Demonstration abriet. Monatlich einmal halten wir eine Besprechung über eine Neuerscheinung aus der Sittlichkeitsliteratur ab. um unseren Mitgliedern auch-einen Einblick in dieses besonders. in der Jetztzeit so wichtige Gebiet zu verschaffen. Wir haben die Absicht, auch die jüdischen Studentinnen zu ünserrn Arbeiten heran zuziehen; doch find wir hier noch in der Vorarbeit Gegriffen. In diesen Ausführungen glaubten wir den Nachweis erbracht zu haben, daß die Frankfurter Ortsgruppe ihren Weg gefunden hat, den Interessen des- Bundes zu dienen, ohne das Arbeitsgebiet anderer Vereinigungen zu berühren. Nachdem die Berichte der Ortsgruppen beendet waren, ergriff Frau Forchheimer-Frankfnrt a. M. das Wort zu ihren Mitteilungen über das Heim d'es Jüdischen Fra ne n- Bundes in Neu-Isenburg. Die Rednerin war bestens bekannt. Hatten doch bei der letzten Delegiertcn-Tagung ihre.warmempfnndenen Worte einen lebhaften Widerhall bei allen Anwesenden gefunden, als sie die Versaninilung ynt tatkräftige Unterstützung zur Errichtung eines Hauses, „zur Aufnahme von Mutter und Kind" gebeten hatte. Diesmal konnte sie schon zur allge- ' meinen' Freude von den guten Erfolgen dieses ziveiten Hauses berichten. Am besten erhellt sich seine Nottvendigkeit aus dem Umstande, daß das Haus stets voll besetzt ist, ja sogar manch dringender Fall abgewiesen werden muß. Im Verfolg der Arbeit ergab sich jedoch noch die .Notwendigkeit eines Hauses drei zur Aufnahme von schwach begabten weiblichen Personen, fiir das Frau Forchhcimer nun in herzlichen Worten um die Beihülse des Bundes bat. Wie diese gewährt werden soll, wird aus dem folgenden Bericht über die Einträge hervorgehe». . Den Anträgen war der Nachmittag gewidmet. Außer den beiden, über die Frau Kander bereits berichtet hat, lag ein Antrag — Breslau vor: „Der Jüdische Frauenbund wolle die Errichtung von i ü-, dischcn Haushaltungs- und Nochschulen seitens der Gemeinde oder privater Vereineanstrcben. da sich ' die unzulängliche hauswirtschaftlich: Ausbildung jüdischer Frauen und Mädchen besonders der'erwerbenden Klassen gerade im Krieg ganz besonders bemerkbar gemacht hat." Diesem reihte sich ein Antrag Hamburg an: „Der Jüdische Frauen-Bund möge seine angeschlossenen Vereine veranlassen, S t i p e n d i e n an weibliche Bewerber zum Zwecke der Berufsausbildung, nur zu vergeben, ivenn mindestens eine einjährige wirtschaftliche Ausbildung vorausgegangen ist." Beide Anträge wurden lebhaft diskutiert und schließlich den Antragstellern als Anregung mit in die Heimat gegeben. Der Vorstand des Jüdischen Frauenbundes brachte den Antrag der „Gründung eines Erziehungsheims f ü r T ö ch t e r. a l l e r S t ä n d e". Die Schaffting dieses Heims wurde beschlossen und eine Kommission zur Weitcrbcarbcitung der Pläne ernannt. Im Anschluß an die Frage der Berliner Ortsgruppe. ,I8elche Wege sind zu finden, um die Mitarbeit und das 'Interesse der angeschlossenen Vereine wachzurufe» und zu erhalten?" wurde ein Propdganda-Ko.m'itee gegründet, an dessen Spitze Frau Krämer- München trat. Die Ortsgruppe Breslau rühmte die vorbildliche Tätigkeit des I s e u b u r g e r H e i in s und brachte den Antrag: „Der Vorstand möge in der Delcgiertenvcrsaminlung darüber beraten', wie das pekuniäre Interesse fiir Isenburg onrch die Ortsgruppen nnd angeschlossenen Vereine dauernd bewiesen und die wirtschaftliche Sicherstellung von Isenburg erreicht'werden kami." In der Ansfübriing des Antrages schlägt Frau Oll e n d o r f f --Breslau vor: a) Leistung eines Beitrages von mindestens 50 M. alljährlich seitens der Ortsgruppen, b) Leistung eines Jahresbeitrags von mindestens 10 M. seitens der angeschlossenen Vereine, c) Eine jährliche Subvention der Gemeinden, an die dnrchl die Vertreter der angeschlossenen. Bereinc der jeweiligen Städte herangetretenwerden muß. Die Ortsgruppe Elberfeld bringt einen Antrag auf Körperkultur und vereinfachte Kleidung; der Antrag wird vvn der Jugend-Kommission übernommen. Frau Hopf-Nürnberg begründet den Antrag der bayrischen Landesvereine: „Der .Jüdische Frauenbund möge beschließen, baß die bayrischen Vereine sich zu einem bayrischen. Landesverband: zusammenschließen." Der Antrag wird bewilligt und dem neuen Gruppenverband die Rechte einer Ortsgruppe eingeräumt. Nachdem nun noch die Wahlen gefolgt waren,'nahni die^ neugcwählte erste Vorsitzende, 'Berta Pappenh e'i m, das Wort zu 'ihrer S ch l n st a n s p r a ch e: „Was Nur.braircheiM Ihre Worte kSnneninicht wiederholt werden: ab^r map kann von ihnen, sagen, daß sie der ganzen Tagung?rhrei^Stempel aufdrückten. ' iT' Wir brauchen, so führte sie aus, die Heranziehung immer Iveiterer Kreise zur Mtarbeit an den Zielen des Jüdischen Frauenbundes,- besonders, die Schaffung . eines tätigen nnd interessierten NachNmchscs. Die Mission des Bundes ist die Aufrechterhaltung der Ethik des Judentnms in Verbindung mit den Gaben deutscher Kultur. Die jüdische Frauenbewegung muß stets aus dem Boden der allgemeinen Frauenbewegung bleiben. Doch verlangt die Zeit von uns, daß wir uns fiir die Bekämpfung des Antisemitismus einsetzen. Ans der Erregung,, die die Jndenstatistik hervorrief, entstand aus dem Herzen von Tausenden von indischen Frauen der folgende Protest: „Die in Berlin am 28. Jamrar 1917 tagende fünfte Delegiertenversammlung des Jüdischen Frauenbundes, welche die Vertretung von 44>000 j ü d i s ch e u F r a ilcii in Deutschland'bildet, wünscht zum Ausdruck zu bringen. . wie tief schmerzlich die jüdischen Frauen als Gattinnen. -Mütter Bräute und Schwestern die Judenzähluug im deutsch?» Heere empfunden haben. Sie sind sich bewußt, daß Mänyer und Frauen der deutschen Judenheit in dieser für das deutsche Vaterland so schweren Zeit! mit voller Herzensbereitschaft an ihrer Stelle ihre Schuldigkeit getan haben. Sr: werden auch künftig unbeirrt weiter die ihnen teuren Baterlandspflichten erfüllen und sich durch keinerlei Kränkung in ihrer Hingabe an die Arbeit für.Deutschlands Sieg und Grüße beirren lagen.". Diese Protestresolution wurde einstimmig angenommen und die Versammlung hierauf geschlossen. Der nächste Tag war den Kommissions-Sitzung e n gewidmet. - Zunächst fand eine General-Versammlung des Kartells der Arbeitsnachweise statt, — In der Erkenntnis, daß die Arbeitskraft der Heranwachsenden jüdischen Jugend ein großes. Vermögen darsteckt, das wir Frauen mit zu verwalten haben, haben wir dafür zu sorgen.'daß - befähigte nnd technisch könnende Fracken an den Auskunftsstellen, den Arbeitsnachweisen und bei der Berufsberatung Mitarbeiten. Ein Vertreter des Zentral-Bereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, der zu der Versammlung delegiert war, erklärte sich mit der Annahme der folgenden Sätze einverstanden: Der Jüdische Frauenbund muß die Stelle 'bleiben, von der aus jüdischen arbeitsuchenden Frauen und Mädchen Rat zuteil wird. Die Wege zur Ausführung dieser Aufgabe des Jüdischen Frauenbundes bleiben der Verantwortung des Jüdischen Frauenbundes überlassen. Das Verhältnis zur Hauptstecke für Berufsberatung...der Juden soll nach folgenden Gesichtspunkten festgelegt. wer- ' den: Wo ine Hanptstelle es für notwendig findet, eine Zweigstelle für Frauenberufe zn Münden, ist der Jüdische Frauenbund schon zu den Vorarbeiten heranzuziehen. Der Jüdische Frauenbund seinerseits wird die zur Ausführung der Arbeit geeignetsten Frauen der betreffenden Stadt ausfindig machen und Vorschlägen; denn die Arbeit selbst kann für Frauen und Mädchen nur von Frauen geleistet werden.. Dagegen erckärt sich der Jüdische Frauenbund bereit, Auskunftsstelle» und Arbeitsnachweise für Männer, soweit männliche Kräfte nicht vorhanden sind oder nicht ausreichen, cinznrichten. _ .... - Hiernach fand die erste Sitzung der Kommi„ion zur das neu zn gründende Erziehungsheim statt. Das Heim soll weder eine Wohltätigkeitsarrstakt noch eine Erwerbsanstalt sein. In ihm sock?» .eine beschränkte Anzahl (höchstens 30) gesunde, normale Kinder zu selbständigen Menschen nnd guten Juden erzogen werden. Rach einiger Zeit sock das Hans sich selbst erhalten. Da seine Grundbedingung eine einfache Lebensweise ist> wird es. nur nötig sein, ein mäßiges Pflegegeld zn fordern. Die Kosten für die Einrichtung und die ersten Anschaffungen sollen durch . verzinsliche, 4«<,igv Anieilscheine aufgebracht werden. Das Heim sock auf dem Lande in der Nähe einer Kleinstadt mit einer jüdischen Gemeinde und einer Mädchen-Mittelschule errichtet werden; ein großer Nutzgarten nnd ein Wirtschaft!^ Hof socken dem zunächst kleinen Hanse angeschlossen sein. Eine Berufsausbildung wird nicht vorgesehen; die Kinder socken ländlich-hauswirtschaftlich ausgebildet werden. Die Vorarbeiten für die Errichtung des Heims übernimmt, eine Kommission. In der Sitzung der Jugend-Kommission berichtet die Vorsitzende Frl.. Werner von ihrer Tätigkeit. Sie läßt die jungen Mädchen schon bei der Schulentlassung zum Eintritt in eine Jugendgruppe durch Flugblätter aufsordern. Ihr Normalstatut sieht einen Vorstand von zehn. Personen vor, der aus allen Schichten der Gesellschaft. zusammengesetzt ist. Der Jahresbeitrag beträgt 1—2 M. Doch wird die Jugendgruppe auch noch vorn Mutterverein unterstützt. Die Mädchen erhalten die'Lesekisten vom Allgemeinen Deutschen Frauen-Berein, haben anregende Leseabende nnd halten (mitunter vorzügliche) Referate. — Die nächste Aufgabe ist, Jugendgrnppen zn gründen und besonders die vielen Mädchen, die nun infolge des Krieges anderen Idealen znstreben müssen als den ftüher erträumten, der sozialen Arbeit znznsühren, um ihrem Leben einen Inhalt zu geben. - So habe ich versucht, einen ergänzenden Bericht zn den Ausfilhrungen von Frau Kander über die Tagung des Jüdischen Frauenbundes zn geben. Wenn auch solch ein Bericht ziemlich trocken nnd reizlos amnntet, sokann ich versichern, daß die Stimmung der Tagung, obwohl nur einer reinen Geschäftstagnng, gerade entgegengesetzt war. Alle Teilnehmerinnen verließen den Sitzungssaal in ge-