Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 15 (1917)
- Issue
- Heft 5 (2.2.1917)
- Date
- 1917-02-02
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2692297-2693025-2693030--09777-2705031- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 5 I Erlanger laehf. Kalserhofslr.14. Wmmchan, FSfbon und Fagonnlofon altem A**t Horrah- und Danionhütom' Abholung' und' Lieferung frei ins Haus. I dieBefolgung der Gesetze verfangen wir weder Gold rrM Silbep,//noch Eppich-Kränze, aber es' erwartet ins. nach dem Tode: immer Mieder ein n e u e s D a - sein und ein besser^ Leben." v JÖCugJer; seiner tiefen Religiosität, verbunden mit dnWgeistigster -Weftanschflnüng und Religionswissenschaft, betmrndern wir an Josephäs' die unerschütterliche Festig, keit im Glauben an die Zukunft seines Volkes, welchen die', Trimer um den unersetzlichen Bxrlust des HeiligtunK und den Untergang des Staates ebensowenig zu erschüttern vermochte, wie bei den zeitgenössischen Weisen ütü» Oberhäuptern wie R Jochänan ben Sakkai. In Uebereinstimmung mit Täcitus Berichs erzählt der Talmud, daß, als plötzlich! die schweren Tore des Tempels von. selbst aufsprangen,R. Jo.chanan ben Sakkai sie strafend angesprochen habe: „Heiligtum, wozu erschreckst Du uns? Wir wissen, dftß Du zerstört werden wirst, denn der.Letzte..'.'der Pchpheten (Sechprja 21, 1) verkündet: Qeffhe, v Libanon, Deine Tore, damit das Feuer Dein Zsderngebäll zerstöre!" ' ' (Fortsetzung folgt.) . Aus aller Wett. / Pole«. (HLötz,. 2«. Januar, ritz Ergetniffe 3«t Wahle«. Die- Wahlen zum Stadtrat gingen hier mit großer Erbitterung vor sich. Wle Wählkomiteen arbeiteten während der letzten, entscheidenden Tage fieberhaft. Zähllöse Aufrufe wurden - verbreitet und Massenversammlungen - abgehälten. Daher war die Spannung des - gesamten Lodz auf die Resultate der Wählen außerordentlich groß. Die. Gesamtergebnisse sind nun endgültig sestgestellt. In allen sechs Kurien wurden insgesamt 60 Ratsmänner gewählt. Diese Zahl verteilt sich auf 10 Deutsche) 19 Polen, und 31 Juden. Unter den gewählten Juden befinden . sich 2 Assimilanten,. 4 Neo-Assimilanten und 3 -Sozialisten. Es sind .24 national-jüdische Kandidaten zum-Stadtrat Lurchgebracht, ein ungemein wichtiger Sieg der nationalen Judenheit über die Ässimilatton, die eine schwere Niederlage erlitten hat. Denn die wenigen Sitze, der Assimilanten im Stadtrat sind relativ unbedeutend. > * Das Zentrale jüdische Komitee, das die gewählten Natiönäljuden ausgestellt hat. beabsichtigt wegen der jüdischen Mehrheit mit den Polen einen Vertrag abzuschließen, dgß in dem Magistrat, dem Präsidium und alleii anderen Kommissionen je ein Drittel Juden. Polen und Deutsche vertreten sein sollen. Die Lodzer Wahlen haben im Gegensatz' zu den Warschauern. sehr' günstige Ergebnisse gebracht. Es wird sich, wohl bald zeigen, wie bedeutungsvoll dieser Erfolg für die' spätere Entwicklung der hiesigen Judenheit sein. wird. « R«tzla«d. «ctereinrg, anfangs Januar. % Die Jude« «»3 die Lede«s«ittettae»d-eit. Schön , seit geraumer Zeit werfen die „echten Russen" den Mischen Firmen .und .Kaufleuten die .Schuld an de^c .fühlbaren Lebensmittelknappheit vor. An vielen Ställen sind solche sinnlose Beschuldigungen erhoben, verbreitet und bon den Antisemiten zu ihren Zwecken aiEgemrtzt worden, ohne daß ihnen jemmid entgegengetreten wäre. Cs ist deshalb wohltuend, eine vernünftige russische Stimme z,t hören. Der Kontrolleur der Lebensmittelkommission hat unlängst erklärt, daß man nach seiner .Ansicht die Verdienste^ der jüdischen Firmen hoch anerkennen müsse und ihnen für ihre ehrliche und nützliche Arbeit beim Züstellen von Lebensmitteln für die Armee zu Dank verpflichtet sei. Wenn auch, sagte '/er zweiter, einige ' jüdische Kleinhändler ihren Nutzen aus' der entstandenen Lebeusmittelknapph'eit gezogen habe», sä' sind diese Fälle so vereinzelt, daß man gar keine Repressivmaßregeln gegen sie zu. ergreifen beabsichtigt. : . ~ Die Lage der Mische« St«3e«te« - Das Los. der jüdischen, znln Militärdienst herangezogenen Studenten ist noch - nicht bestimmt. Zwar hätte,-schon vor längerer Zeit der Kriegsrat den Beschluß gefaßtdie jüdischen Studenten für Sanitäterposten und als stellvertretende Beamte zu verwenden, doch bisher ist eine Bestätigung: seitens des Kriegsministeriums /noch nicht erfolgt:/ Diese Tatsache weist deutlich auf die Gleichgültigkeit der russischen Behörden gegenüber den Juden hin. . . . Das Warschauer Veterinär-Institut, das bei ' der Besetzung' dieser Stadt in das. zentrale Rußland abgejührt worden war, wurden jüngst in N o w o - T s che r - kask wieder eröffnet. Die -dortige Polizei erließ alsbald / eine Verordnung, die allen / jüdischen Studenten den Aufenthalt in der Stadt verbot. Alle Gesuche und Schritte der Juden blieben - zunächst fruchtlos. Erst als der Dumadeputat Friedmann die nötigen Schritte im Jnnermninisterinm nnternahm, .wurde" dort sches Leben nicht verdorben würde, anderseits die Anschluß Wünschenden keine abstoßende Behandlung erführen. Kriegsgefangene, zumal Weiber, sind vor Mißhandlungen /zu, schützen..- Tiere, die.wie schutzflehend in unsere Häuser flüchten, .nicht umzübringen. (Vergl. Talmud- Bericht über das' Schaf,- das unter den Mäntel des R Juda Hanaffi flüchtete.) r/:.\ Frankfurter Israelitisches Fmnilienblatt. Seit« r. bestimmt, daß den -fchon im Institut eingeschriebenen jüdischen Studenten das Wohnrvcht gewährt werden soll; neue Studenten aber, dürfen, solang das Institut sich in Nowotscherkask anshält, n i ch t ausgenommen werden Et«e Hocksckule für jüdische Wiff»«schaft. In der. Gesellschaft „Mefizeh Haskalah" (Bildungsverbreiter) .wird feit langem der Plan erwogen, eine Hochschule für jüdische Msseirschaft zu begründen. Die besondere Kommission, die. mit der Ausarbeitung dieses Projekts .betrmit wurde, hat die schon längere Zeit bestehenden „Kurse - für Orient-Wissenschaft" als unzureichend bejünden; denn der dort erteilte Unterricht ist Unregelmäßig und entbehrt nach der Ansicht der Kommission einer ernsten wissenschaftlichen Grundlage. Deshalb beschloß die Kommission diese Lehrkurse nicht mehrzu unterhalten, an ihrer Stelle dagegen ein« neue, anders organisierte Lehranstalt zn errichten. Die Aufgabe der neuen Hochschule soll in der Verbreitung jüdischer Kenntnisse bestehen. Die Dauer ist auf 4 Jahre festgesetzt worden. Davon wird in den ersipw^J Jahren der Unterricht einen elementaren Charakter trägen. Später werden die Lehrfächer in talmudische, philologische und historische eingeteilt werden. Die Zahl der Schüler soll genau festgesetzt und der Besuch der Anstalt. streng geregelt sein Von den Schülern wird' ein bestimmter Bildüngszens berlangt werden. Die' „Mefizeh Haskalah" hat vorläufig für die Ausgaben .der neuen Hochschule im ersten Jahr 40 000 Rubel und im zweiten Jahr 60000 Rubel festgesetzt. Außerdem hat die Gesellschaft beschlossen,' da es an Lehrkräften mangelt, einige simge Leute' ins Ausland zur Vervollkommnung ihrer Kenntnisse zu schicken. Die Gesellschaft für Statistik der Jude«. Die neugegründete „Gesellschaft für Statistik der Juden" hielt eine allgemeine Versammlung ab, in welcherder Vorsitzende M. Margolin einen Bericht über ihre . Tätigkeit gab. Wie er sagte, sind zwei Kommissionen eingesetzt worden: eine für Bibliographie, und xine für Forschung. Erstere befaßt sich mit der Zusammenstellung und Herausgabe eines bibliograhischen Handbuches der Literatur, über jüdische Statistik mnd Oekononiie. Die andere Konimissiyn hat eine Enquete über die ökonomische Lage der Inden in den kleinen Städten verfaßt und sie an 700 Städte des „Ansiedlnngsrayons" geschickt. Die Kommission, sammelt ferner Material über die Zahl der Juden in der Arinee. Die Gesellschaft wird in Nächster Zeit eine Unterftlchung über die Lage der jüdischen Handwerker in Petersburg vornehmen. Schwede«. Stockholm, 22. Januar. El»e jüdische Konferenz ' Heute begann hier eine jüdische Konferenz, zn tage», an .per größtenteils Heimlose der kriegführenden Länder tcilnehmen. Von Kopenhagen, Christiania, Stock- . Holm und Göteborg sind Vertreter einge/roffen. Di: Konferenz soll sich! mit den Mitteln zur Linderung der jüdischen Not in den kriegführenden Ländern befassen und ..über die Arbeit für die Entscheidung der jüdischen Probleme nach dem Kriege, verhandeln. Die erste Sitzung eröffnete der Stockholmer Rabbiner ' mit einer Begrüßungsrede. Die Konferenz ist auf Initiative des skandinavischen „Zentralkomitees zur .Hebung der kriegsnotleidnden Juden" zurückzuführen. Grotzbrttarmie«. Eine zionistische Legion. ' , „Zn den merkwürdigsten Vorkommnissen während dieses än Ueberraschungeir so reichen Krieges gehört ,,'a.he Zion nmle corpse", die zionistisch: Legion, welche Ende 1914 in Alexandria gebiünt wrrrde, von jungen Juden, um am Gallipolifeldzug' auf englischer Seite teilzunehmen. Diese Legion ist das erste wirklich: jüdische Kriegsheer seit der Zerstörung .Jerusalems. — In einem kürzlich heransgegebenen Brich „Mit den Zionisten auf Gallipoli", hat einer deren Osficiere, Oberst Patterson, die Erlebnisse. dieser Truppen geschildert. Ter Schriftsteller . berichtet von den schwierigen Verhältnissen auf der Gallipolihalbinsel, und er übt keine milde Kritik an der obersten Heeresleitung. Jlber er preist in starken Worten den unerschütterlichen Mut der Zionisten-Trüppen, welche trotz aller Strapazen die ausgezeichnetste .Arbeit leisteten, sowohl die Linientruppen, wie die Munitionskolonnen. „ Das Korps bestand ans junge», jüdischen.Männern, znm größten Teil Gymnasiasten und Studenten, welche von Rußland nach Palchtina eingewandert waren und welche bei Ansbruch des Krieges von der türkischen Regierung - wieder äüsgewiesen worden waren.: Tie jungen Juden, welch: sich freiwillig unter die Fahnen versammelten. wären nicht wenig, von der Sach: begeistert, zum ersten Male eine eigene jüdisch: Legion zu bilden, mit hebräischen Kommando-Worten und der, nationaljüdischen Fahne (Davidstern). Sie führten ihren schweren Dienst, wobei sie binnen kurzer Zeit mehr als die Hälfte ihrer Leute verloren, mit umso größerer Tapferkeit aus. als es galt, mitznhesfen, das Heilige Land zu erobern. Das wgr nämlich der Preis, der ihnen in Aussicht gestellt war für die Opfer, ■ die sie gebracht hatten. Nachdem der .ganze Gallipolifeldzug mißglückt war, wurde die zionistische Legion, von welcher nur noch 150 Mann übrig »geblieben waren, teils verabschiedet^ teils, traten die jüdischen Legionäre sreiwillig ein in die britische Armee. ,.; F, S AI MT - D EN I S. rgSgSSSS*! ALLE REPARATUREN an UHREN : Gold undSIlbennaren, Brillen und Zwfckar. I E. V. Bodehan, Herrenschneider , Frankfurt s. Kain, Friedensstrasse No» 1 Telepfion: Römer 3658. ' 1 ' FEIGSTE HASS-SCBX EI DEBEI. Auf Wunsch koschere Verarbeitung. Nunmehr ist infolge Agitation des jüdischen Schriftstellers Jabotinskr' in London fast zwei Jahre nach De» gründnng. der ersten jüdischen Legion der Gedanke wiederum aufgetancht, «ine jüdische Legion zu bilden, um die Interessen des jüdischen Volkes währWnehmen." AmerUlt. PhilaSrkphi«, anfangs Januar. Eine ftanfereni 3er rumänisch-jüdische» Drna»1sa1inne» Am 31. Dezember fand in. Philcchelphia eine Konferenz aller rumänisch-jüdischen.Organisationen und Vereine Amerikas statt. Die Konferenz erweckte ein großes Interesse bei den aus Rumänien stammenden amerikanischen Juden und war sta<k besucht. In der BeZcnnmlung wurde beschloffen, alle rumänisch-jüdischen Vereine und Kvrperationen zu einer Organisation ^n vcreinigen. Man beschloß ferner, die zur Unterstützung der jüdischen Kriegsopfer in Rumänien notwendigen Gelder herbeizufchaffen, und. die Erlaubnis für Pas Absenden einer besonderen Delegation nach dein okkupierten Rumänien zu erwirkeu. In einer anderen Resolution wird gesagt, man müsse, um die Gleichberechtigung der Juden in Mrmänien zu erreichen, durch Wort und Druck, die amerikanischen Juden über die unerträgliche Läge ihrer rumänischen Brüder aufkkären. PalSsti»«. Jerusalem, anfangs Januar. Eröffn««» »oa Letzrerkurse«. Der „Lehrervereiu" und der „Pädagogische Rat" haben Llbendkurse für Lehrer eröffnet. Die.Beteiligung ist ziemlich groß Und das Interesse für diese Einrichtung wächst. Ws Dozenten figurieren S. Schüler, der das Lesen über Psychologie und Geschichte der -Philosophie überiwmmcn hat, und Rabinowitsch, der über palästinensische Flora, allgemeine Botanik, und Astronomie lesen wird Viele Doktoren und Lehrer, die tagsüber voll beschäftigt sind, besuchen diese Kurse und hören aufmerksam, dis spät in die Nacht, den Lektionen zu. - ZioviMsche Rachrichlem Pole». ID Lodz, 23 Januar. Das hiesige Zionistische Komitee ordnete heute ein Bankett zu-Ehren Dr. HantkeS ein. Das Bankett, / das von etwa 200 Personen besucht war, wurde vom Vorsitzenden des städtischen Zionistenkomitees, Dr. Srmtbe; eröffnet. D<rrauf sprachen SRofenBtott, Dr. Hantke, I. Kähan, Uger und viele andere. , m Dr - Äantke fuhr noch heute Mend -nach Berlur. ab - Der „Waad Noironi" beschloß, Dr. H. in das „Goldene Bpch des Nationalfonds" einzntragen. Der Krieg ««L Sie Jude». Berlin. Der Kanonier Max Arons»n, Soh» deS verstorbenen vereidigten Bücherrevisors Otto Aronson. erhielt das Eiserne Kreuz T. Klasse. •' , , Frankfurt ». M. Musketier L e » L e s o r , Jnf.-Re-,. 260, Sohn ches Herrn E. Lesor, Hermännstr. 43, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. .. . Bochum. Erich Mosbach er. Brzereldwchel mt 23 Fuh-Art -Bat., Sohn des Stabsarztes, Herrn Sanitätsrat Dr. Mosbacher, wurde znm preußischen Offizier besörbert. ., _ Fulda. Kriegsrahnarzt' Dr Oppenheim. Sohn des Kaufmanns Salomo» Oppenheim, erhielt das . Eiserne Kreuz 2. Klaffe: . Bad Salzkchlirk Feldbäckmeister Salh Strauß erhielt dys Eiserne Kreuz 2. Klaffe, nachdem er bereits mit der Hessischen Tapserkeitsmedaille ausgezeichnet war., Fürth. Das Ebrentreuz des k. b. Mcvaelsorden wurde dem. k. b. Geh. Hoftat, Alfred Rat hau, verliehen. München- Der k Juinzrat und Syndikus der Handelskammer, Dr. Jul ins. Kahn, erhielt den k. b. Michaelsordeu 3. Kl. Der k. Mchaelsordeu mit der Kroire. wurde dem Generaldirektor und k. Bergmeister a. D., D r. Ernst Köhler, verliehen. _ Wien. Dr. Blochs „Oesterreichikche Wochenschrift' bringt in ihrer vorletzten Nummer folgende Äuszetchnungen: 2 Mtterkreuze des Franz Josef-Ordens, 6 Militärverdienst- . kreuze 3. Kl., 12 silberne Sißnum laudis, 33 bronzene Signum laudE, 13 goldene Berdienstkreuze mit der Krone. 8 goldene Verdienstkreuze, 9 silberne Berdienstkreuze mit> der Krone, 12 silberne Tapferkeitsmedaillen 1. Kl-, 24 silberne Tapferkeitsmedaillen 2. Kl., 29 bronzene Tapferkeitsmedaillen, 13 eiserne Berdienstkreuze »fit der Krone, 2 Eiserne Berdienstkreuze. 4 belobende Anerkennungen, zusammen 170 Auszeichmmgen, hiervon 78 an -Offiziere und Kadetten des Soldatenstandes, 23 än Mlitärärzte -und Perso«aHe« «. HeiueMttteU«»ge«. Berlin. Rahbiner Dr. L öwenthal von der Dammtor-Synagoge in Hamburg, wurde cW Nachfolger des verstorbenen Rabbiners Dr. Eschelbacher nach hier berufen. ,