Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 14 (1916)
- Issue
- Heft 47 (8.12.1916)
- Date
- 1916-12-08
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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3tr. 47. Ararckfmiter WraslitischeS FamilienblLtt. frankfurter SdelmetaUverwertnna Gorlaoh 1 Weis« Gold-uSilberscbeideanMtalt.Meiallurg.Laboratorium Tsnävitr. 28. Frank fort a. M. Tel.' Körner «743. Ankauf aller Edelmetall-Rückstände, Bruchgold u. Silber. ■ BarrenT — Feilang — Abfällen» Heiken immer wieder findet, sich von der Erfahrung des 19. Jahrhunderts— und dieses Krieges befruchten lassen? , Man hätte übrigens erwarten sollen, daß, ein derartiges .Reglement, das ein so bedeutendes Lebensgebitzt einer Zweimillionengemeinschaft zu ordnen sucht, nicht rhne Verständigung über die bestehenden Bedürfnisse mit den berufenen Vertretern aus der Mitte dieser Gemeinschaft selbst ab gef aßt worden wäre. Warum wurde niemand von den gewählten Repräsentanten der polnischen Juden selbst befragt? Die nationale Regelung aber sollte den deutschen Behörden um so leichter fallen, als es sich«, wie wir immer wieder betonen müssen, keineswegs um eine spezifisch jüdische Frage handelt, und als neben . eineinhalb oder zwei Millionen Juden (je nach dem Umfang des neuen Staates) auch mindestens eine halbe Million Deutscher ein brennendes Interesse daran haben. Der Schutz der nationalen Minderheiten, das ist die Forderung des. Tages in Polen Und wir erheben diese Forderung immer und immer wieder, nicht trotz, sondern wegen der Verordnung über die Organisation der jüdischen Religwnsgesellschast im Generalgouvernement Warschau." Zur Autonomie Galiziens äußert sich die „Jüd. Zeitung" in Wien wie folgt:' „Die Neugestaltung der Verhältnisse muß zur Katastrophe führen, wenn den Juden nicht durch die neue Verfassung ausreichender Schutz geboten wird, zur Katastrophe für die Juden, aber auch zur Katastrophe für das Land.Galizien und für den österreichischen Staatsgedanken. Die Gefahr der völligen Zertrümmerung des gallischen Judentums ist umso bedrohlicher, als die Kriegsereignisse die galizischen Juden wirtschaftlich völlig entkräftet und so ihre Widerstandskraft auf ein Minimum herabgedrückt höben. Die galizischen Juden müssen aus der Abhängigkeit gerissen, sie müssen vor dem Schicksal bewahrt werden, das ihnen bevorsteht, wenn sie auch iveiterhin..in den Kampf zwischen Polen und Ruthenen. in den gewalttätigen Kampf fremder Parteien verwickelt bleiben. Sie. müssen in die Lage versetzt werden, als freie Menschen für die eigenen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bedürfnisse .zu sorgen. Einzig und - allein die Gewährung des nationalen Selbstbestimmungsrechtes, die Errichtung der nationalen jüdischen Kurie in Galizien bildet das geeignete Mittel, um diesen Zustand herbeizuführen. Wer das Wohl Oesterreichs, des Landes und der Gesamtjudenschaft anstrebt, nruß den uationalgesrnnten Jude» im Kampfe um die jüdische Kurie beistehen. J i Aus aller Wett. Deutsches Reich. Tagung der jüdischen Tnrnerschaft. Berlin Am 5 November waren die Vertreter der Vereine im Deutschen Kreise der Jüdischen Turnerschaft zu einer Kriegstagung zusammengekommen, um über die Fortführung der Arbeit während des Krieges zu beraten. , Es hatten Vertreter entsandt: Der jüdisch«: Turnverein Bar Kochba - Berlin, der Jüdische Frauenbund für Turnen .und Sport-Berlin, der Jüdische Turnverein Bar Kochba-- Hamburg, der Jüdische Turnverein Posen, der Jüdische Turn- und Sportverein Nürnberg, der Jüdische Turnverein Breslau, der Jüdische Turn- und Sportverein München, der Jüdische Turn- und Sportverein Halberstadt, der Jüdische Ruderklub Jvria-Berlin. Die Tagung hatte es sich zur Aufgabe gestellt, alle diejenigen Maßnahmen zu treffen, die die Weiterführung der durch! den Krieg ins Stocken geratenen Tätigkeit des Verbandsausschusses in der Jüdischen Tnrnerschaft und des' Vorstandes in weiteren Kreisen ermöglichen sollen. Sie haben in den Verhandlungen, die die Vertreter den Tag über zusammen hielten, erwogen, welche Aufgaben aus der allgemeinen Lage heraus der Turnerschaft erwachsen und wie sie diesen Ausgaben gerecht werden kann. Bei dieser Gelegenheit haben sie ihr Augenmerk auf das Erstehen jüdischer Turnvereine in Polen gerichtet und die Aufgaben festgelegt, die -er - Turnerschaft dadurch erwachsen. Ms dringlichste Maßnahme haben sie die Wieder- - Herausgabe der Jüdischen Monatshefte für Turnen und Sport beschlossen. Die Frage der finanziellen Grundlage ihrer Arbeit wurde sehr eingehend erörtert, und obwohl die Verbandsstcuerkrast der Vereine durch die Einberufung der Turner sehr gesunken ist, haben sie doch die Auftechterhaltung des Büros als unbedingt notwendig beschlossen. Zur Erledigung der Geschäfte des fast ganz durch Einberufung abwesenden Berbandsausschusses und Kreisvorstandes wählten sie einen Kriegsausschuß, ihm gehören. an: Die Herren Georg Kareski und Julius Hirsch- Berlin, Dr. Tuch-Hamburg und die Damen Lene Eohn und Elsbeth Alterthum-Berlin. Nach der Erledigung dieser grundlegenden geschäftlichen Angelegenheiten kam Fräulein Johanna Toma- Kaffee Ruhland 5; Kaiserstrasse 56 . Kaiserstrasse 56 Täglich^erstklassige SHT*? Unterhaltungsmusik »MG 1 : Gesang«»Einlagen, a—■—t ltea.fi (JfftuS^öerlin) mit einem Referate über da» rrhÄtnis der Turnerschaft zur Zionistischen Organisation zu Worte. / Oesterreich-Ungar». Sälen, 26. November. Der To» des Kaisers. ' Der Tod des Kaisers Franz Josef hat unter der Judenheit Oesterreichs ivte auch Ungarns einen tiefen Schmerz Hervorgerufe». Ueberall werden Trauerfeiern seitens der Juden veranstaltet. Die Zeitungen widmen dem verstorbenen Monarchen gefühlvolle Artikel und gedenken seiner großen Judenfteundkichkeit, Mtterlichkeit und Gerechtigkeit in dankbaren Worten. Pole«. Warschau, 30. November Die Zioniften und die Rationalen. Man schreibt uns: Schon seit langem ist in unseren zionistischen und nationalen Kreisen der Wunsch geäußert worden, eine Verständigung, die unter den gegenwärtigen Umständen von unbedingter Notwendigkeit ist, anzubahnen. Denn einerseits waren die meisten Zionisten mit der Politik ihrer Warschauer Führer unzufrieden und haben Pas Kompromiß mit den Assimilanten als unnatürlich empfunden. Um so mehr,' da bald sich zeigte, in welchem Maße die Polen die Rechte der Juden Unberücksichtigt zu lassen trachten. In den Stadtratssitzungen, besonders den letzten, war die unheilvolle Wirkung der Totschweigepolitik eines Teiles der jüdischen Ratsmänner klar zutage getreten. Denn La erkannte man, daß die Polen den Juden nichts weniger als gut gesinnt sind. So ist - der Gedanke, eine Verständigung herbeiznfirhren, unter dem Zwang der Verhältnisse gereist, derart, daß es möglich! wurde, Unterhandlungen zu diesem Zweck einzuleiten. , Ihrer Grundlage zufolge bleiben die Parteien bei dem Programm ihrer Richtung, und dürfen ihre eigenartige Taktik beibehälten. Da sie jedoch im wesentlichen beide auf einem, und demselben Boden stehen, so werden sie das Trennende ausschalten und ihre Differenzen überbrücken. Zwar sind Unrtriebe im Gange, die die Verständigung hintertreiben wollen, doch besteht berechtigte Hoffnung, daß sie scheitern und zuschanden werden. <53 muß dabei rühinlichst der Bemühungen der zionistischen Leitung in letzter Stunde gedacht werden. Arbeitsmöglichkeiten für Juden- In einer gestern erlassenen Bekanntmachung rüft die Arbeitszentrale des Kaiserl. deutschen Polizeipräsidiums christliche und jüdische Arbeitskräfte auf, sich zum Arbeitsdienst zu melden, da! das Bedürfnis an Arbeitern stark gestiegen ist. Die Belohmmg' ist angemessen, Wohnung und Unterhaltung vollständig stei. — Auch junge Leute von 16—18 Jahren werden angenommen. Auf diese Weise ist' jedem Arbeitslosen die Möglichkeit ■ gegeben, Geld zu verdienen, um seine Familie entsprechend zu unterstützen. Lublin, 1. Dezember. Stadtratswahlen. Der Wahlkampf ist hier äußerst lebhaft geworden. Ueberall werden Vorbereitungen zur Wahl getroffen, jede Partei entfaltet eine ausgedehnte Propaganda fiir ihre Ziele. Auch die Juden entwickeln rege Werbetätigkeit. Besonders ragt darunter die nationale .Richteng hervor, die auch) die meisten Anhänger hat.» . Währenddessen haben die Assimilanten darauf hingearbeitet, ein Kompromiß zwischen Polen und Juden zu erzielen,. doch' vergebens. Hat man muh zuerst bei dem polnischen Zentralkomitee eine Verständigung erwogen, so ist jedoch bald dieser Plan verflogen, denn kurz daraus uahmen die Polen eine schroff ablehnende Resolution an, wonach das polnische Zentral-Wahlkomitee auf irgendwelchen Kompromiß mit den Indem nich t eingehen darf. Ein scharfer Schlag für die Affimilatoren! Die vier jüdischen nationalen Vereine Hatten Versammlungen einberufen zwecks Bildung eines nationalen Wahlen- und zugleich Volkskomitees. Insofern ist eine Einigung erreicht, als man den Beschluß faßte, das nationale Bolkskomitee dürfe bei den Wahlen dieselbe Liste aufftellen, welche die Warschauer Volksgruppe aufgestellt hat. ' . Man denkt, daß hier in einem günstigen Falle, der buch geeignetre Propaganda erreicht werden kann, etwa 20—25 jüdische Wahlmänner gewählt werden können. PetrUau. Stadtratswahle«. In Petri kan haben sich die Assimilanten und die Volksgruppe vergebens zu verständigen bemüht. Die Zahl der jüdischen Wahlkanbidaten, die gewählt Iverden können, beträgt 12. In Radom ist eine Verständigung zwischen der „Bolkspartei" und den Chassidim zustande gekommen; es hat sich zwischen ihnen und den Assimilanten ein erbitterter Kamps entwickelt. Es haben etwa 18—20 jüdische Kandidaten die Aussicht, gewählt zu werden, während man in der Stadt Kielce 18 jüdische Ratsmäimer durch'zubringen hofft. * . Cs ist zU ersehe», daß die nächstens stattfindenden Stadtratswahleu int österreichischen Berwaltungsbiet erneu harten Kampf zwischen Polen und Juden einerseits und den Natiottäljuden und Assimilanten andrerseits entfacht haben. Während die Polen jegliche Verständigung mit Inden ablehnen, so sind die Assimilanten, - nachdem sie das. Vergebliche ihrer Bemühungen zwecks Kompromisses einfehen, darauf bemüht, die Chäffidiin für Seite 3. II,. Krämer SÄ'!*1! Waacban, Färben und . aller Art Herren- und Damenbätem -Abholung und Lieferung frei ins Haus. —>—- >W sich zu gewinnen und nicht mit der BoWpartei zusammenzugehen. Man sieht, es 'find dieselben- "Teni. denzen wie bei den Wahlen in __ Warschau!. ' Die Assimilation will keine' Vernunft annehmen. Selbst in der Stunde der Gefahr, da Poch keine Be- T: schönigung mehr nutzt — ist doch der polnische Antises initislnns zu offensichtig — selbst da sind sie. f. Assimilanten weit davon, ihrem Volke beizustehen und treiben weiter ihre widerwärtige „Majofis"-Politik. Die nächste Zeit wird' darüber 1!kufklärung bringen, inwieweit-; die Macht der Juden reicht, und ob es den Nationalen . ':-t gelingen wird, für die spätere Zukunft der Juden in Polen genügend Vorsorge zu treten. Amerika. Bo« der »ongreßbeweanug. Nachdem das unter den Mitgliedern der Phila- . 1 delphier Vorkonferenz veranstaltete Referendum das von - I der Friedenskommission der beiden Organisationen, ge- | trosfene Abkommen . ab gelehnt hatte, traten die beiden < t Parteien in neue Verhandlungen ein. Am 2. Oktober . H gelang es auf einer 'Sitzung der dazu bestimmten y . Kommissionen, eine neue Mmachmrg zu treffen, die- '¥■ nunmehr alle Aussichten hat, von den Körperschaften J der beiden Parteien angenommen zu werden. _ Seitens •; des Kongreßorganisationskomitces waren bei dieser Berateng n. a. anwesend: Joseph Barondes, I. Karlinger, Richter Levy, 3£b. Goldberg, Louis Lipski, seitens des tz Komitees der jüdisch-amerikanischen Organisationen: Harry Cutter, Louis Marschyl, I. Masal, Ar. Frenk, Rosent Matt und S. Schuhmann. Nach genauer Untersuchung des Friedensvertrages vom 17. Juli und der Einwände . r ches Referendums beschlossen beide Parteien, sich gegen- - ' fettig möglichst entgegenznkommen. Die Vertreter des Konntet der jüdisch-amerikanischen Organisationen .er- ., klärten sich bereit, das Wort „Gruppeurecht", das^yen einmütigen Protest der nationalen Kreise. hervorgerusen hatte, den Beschlüssen der Philadelphier Vorkonferenz ge- - mäß durch das Wort „Volksrecht" zu ersetzen. Der zweite Streitpunkt, die Forderung der Vertreter des Komitees -;1| der jüdisch-amerikanischen Organisationen, 50 Prozent der Delegierten des Kongreffes ohne Wahlen zu bestimmen, ein Verlangen, das vom Referendum als Gefahr bezeichnet wurde, wurde dahin geändert, daß nur 25 Prozent der 1 Delegierten nach dem von dem Komitee der jüdischamerikanischen Organisationen vorgefchlagenen Modus bestimmt werden, während die übrigen 75 Prozent nach den Beschlüssen der Philadelphier Vorkonferenz durch demo- .; kratische Wahlen ansgestellt werden. Dagegen sahen sich die Kongressisten gezwungen, 'auf die Behandlung der Enrigrationsfrage wie auch der Frage der Permanenz Jl des Kongresses zu verzichten. Ws besonderer Punkt l. wurde „die Sicherung der jüdischen Rechte in Palästina" f' hinzugefügt. ~ Die beiden Parteien wurden beauftragt» ihren Organisationen dieses neue Abkommen vorzulegen, Das Kongreßorgamfationskomitee beschloß, durch ein z-oeiteS Referendum die Mitglieder der Philadelphier Borkonserenz um ihre Meinung über die neue Abmachung zu befragen. Die gesamte Presse, auch die misrachistische? und die poale-zionistische, die gegen die erste Abmachung ' einen heftigen Kamps geführt hatte, begrüßt das neue , Uebereinkommen, und & ist daher berechtigte Hoffnung vorhanden, daß die anr diese Weise gefundene Ber- ] ständigung die verschiedenen Kräfte der amerikanischen Jndenheit zur einheitlichen Tat vereinigen wird. 1- Der Krieg «»d die Jude«. Nhca»kf«rt a. M. Unterolfisier Willy Müller, Musikantenweg 6, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Frankfurt a. M. Z Wetzl er, Fnedberger Land» straße 81, erhielt die hessische Tapferkeitsmedaille. Das Eiserne.Kreuz 2. Kl. erhielt Moritz Linz, Landstnrmmann, Teilhaber der Metallwarenfirma Linz t & Reis. Kriegsfreiwilliger Gefi. Hermann Levy, Sohn des Kantors und Lehrers I. B. Levy, wurde lritt dem Eisernen Kreuz 2. Kl, ausgezeichnet. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt der Unteroffizier - Harry Goldschmidt, .Sohn des Herrn Leopold. i Goldjchmidt, Röderbergweg 26. f Berlin Das Eiserne Kreuz H. Kl erhielten: Erich Leopold, Georg Juliusbnrger, Gefr. Hans j Fraenkel, Gefr. Leo Stermberg., Benno Ber- > ger, Rechtsanwalt Dr. Franz Seligsohn, Unterj arzt Hermann Rosenthak, Bizefeldw. Bruno- Hastog, Gefr. Gerhard Meyerstein, Gefr. Si«K-> i mund Ginskiewicz, Gefr. Julius Jarnfch. - Bizefeldw. Bernhard Saalfeld, Hans Obersky, 1 Gustav Jacobsohn, Gefr. Paul Z.ondon, ^ize-! feldwebel Hans Aron. J Mannheim Frau FriedaJüdel echirlt vom. - Großherzog v. Baden das badische Kriegshilfe-Kreuz. - HarShrim'Bad n) G'i'lerLnIelmWerihenwer, ' Sohn des Lehrers E. Wertheimer, erhielt das E ifer-ne i Kreuz, nachdem ihm schon ftüher vom Groß^rzoz vow : Baden .die Große Silberne Verdienstmedaille verkiehew i wüche. ' - . - 1 H. l¥l«re9 Optiker, Liebfrauenstr. I.; Brillen, Flnceoea, Operuirtaser, Feldstecbert in iedd» , opt-neeluu. dglilwum | Preiabig^ Daapttauise(iifl«i. tatesa-Haftiea^ RiaBnBt^aeüi ^ö^. ' / ■