Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1916-09-22 · Heft 37 (22.9.1916) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
14 (1916)
Issue
Heft 37 (22.9.1916)
Date
1916-09-22
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2692297-2692975-2693011--09609-2704846
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 2. II- II gegenüber dem tteneral-Anzeigcr Vornehmstes Familien-Kaffee Bi» und entsandten Aerzte der Militärmission, um ein maß- Kndes Urteil über die inneren Einrichtungen und hie dhabung des medizinischen Dienstes zu gewinnen.' Die Aerzte tzaben ihrer außerordentlichen Zufriedenheit über' den Betrieb und über die hervorragenden Leistungen der Klinik Ausdruck, indem sie 'den Betrieb sin der- '• selben als einzig in der Welt dastehend erklärten. In dieser schweren Zeit hatdie Klinik die weitere Ausgabe auf sich genommen, durch ihre Aerzte Schutzimpfungen gegen Cholera vornehmen zu lassen. Lxsibst» verständlich wird auch diese Wohltat ohne Unterschied des Bekenntnisses allen zuteil. .Die Impfungen erreichen' an einzelnen Tagen Me Zahl tausend. Die Lympse wird der Klinik von der türkischen Regierung zur Verfügung gestellt. " '' Der österreichische Konsul, ebenso wie die Vertrauensmänner der Regierung haben der Klinik durch Rat und Tat Hllse geleistet. Die Verwaltung dieses außerordentlich wichtigen, humanitären Werkes befindet sich! in Schwierigkeiten, da die . Einnahmen in keiner Weise mit den außerordentlich gestiegenen Ausgaben gleichen Schritt halten. Sie er- - wartet die tatkräftige Hllse ihrer bisherigen Freunde und hofft, daß der Hinweis auf obige Tatsachen geeignet sein wird, neue Freunde zu erwerben. Der .Geschäftsführende Ausschuß desteht aus folgenden Frankfurter Herren: Rabb. Dr. Nobel (Vors.), Eli Michael (Stellvertr. Vors.), Wilh. S. Posen (Schriftführer), Jacob Dahlheim (Kassirer, Possicheck 2130), Herrn. Cramer, Sally Golds.chmsidt, Rudolf von Go ldschmid t-Ro thschild und Dr. Js. Hei ne mann. .Der Verwaltungsrat besteht aus den Herren: Hugo Bondi-Wien, Distrlltsrabb. Dr. A. Cohn-- Jchenhausen, Hermann Cramer-Fürth, Komm.-Rat Siegm. Fränkel-München, Moses Goldberg-- Karlsruhe, Emil Goldschmidt-Frankfurt am Main, Herma.nn Gumpertz-Hamburg, Dr. Emil Hirsch- Halberstadt, Wilhelm. Kober-Breslau, Obcrabbiner Dr. Löw-Szegedin, Ävmm.-Rat George Marx- Königsberg i'fv Dr.med. Hugo Salven di- Frankfurt a. M., Distrlltsrabb. Dr. Stein-Schwcinfurt. '-- Warschau. Mn »-egiustunuSaniprache Fai vnein's und Wahl Lewin-Epstein's zum Vorsitzenden wurde die - Gründungsviersammlung des Misrachsi in Polen eröffnet. Nissenbaum,. Kirschenbaum Bo° rowski, Dr. Hin des sprachen sodann. Der sofortige Erfolg war, daß sich. - einige hundert Herren als - Mitglieder eintrugcn, und daß ein sechsgliedriges Komitee — Rabbiner Leib Hutner, Leib Eisenberg, Moscheh Borowski, Menachem Rotlew, Achron Wald und Jeschajah Friedmann «— gewählt wurde. Amerika. Der Orden „Bne Brith". d'e Sliekte jüdische Organisation in Amerika, hatte gegenüber dem Exekutiv-Komitee der jüdischen Kongreßorganisation eine neutral Stellung eingenommen. Auf einer seiner letzten Beratungen erllärte er sogar, selbständig eine parallele Avbeit für die Vertretung der Juden auf dem .zukünftigen europäischen Friedenskongreß zu Heginnen. Wie ober das New Parker jüdische Wochenblatt „Das jüdische Volk" - meldet,' hat der Vorsitzende des Ordens, Adolf Kraus, dem Vorsitzenden des Friedenskomil«s H a r r i Kutler mitgetellt, daß das Präsidium des Ordens beschlossen hat, sich der jüdischen Kongrcßbewegung an zuschließen. Diese Erllärung des Vorsitzenden, des einflußreichen Ordens wird von der jüdischen Presse Amerikas einstimmig als ein bedeutender Schrllt. vorwärts auf dem Wege der Verwirllichung des Kongreßgedänkens betrachtet. » alnstiua. Jerusalem. Das diesig«- Arbeitsbureau hat im Verlauf seines kurzen Bestehens viel dazu beigetragen,. die Lage der Arbeiter in Jerusalem- und Umgegend zu erleichtern. Das Büro hat sich an den ' amerllanischen Hllsssond gewandt und von - ihm ein gewisses Budget für Arbeit verlangt. Das Geld wird wird in Form von Darlehen-denjenigen gegeben, die Arbeit zu vergeben haben, denen es aber an Geld fehlt, die Arbeiter zu bezahlen. Die Darlehen werden direkt dem Arbeiter laut dem Arbeitszettel seines Arbeitgebers gegeben. Das entllehene Geld wird dem Fond nach dem Moratorium -.zurückerstattet werden. Auf diese Weise ist es erreicht worden, daß Arbeiter und .Arbeitgeber - auch sin dieser Krisiszeit Arbeit und keine Almosen erhalten. Das Arbeitsbüro bemüht sich, von Amerika große Geldsummen zu, -bekommen, damit es . seine Hllsstätigkeit erweitern könne. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Der Krieg und die Jude«. Berlin. Bezüglich der Abhaltung von Gottesdiensten f.ü r die j ü d i sch en Kriegsgefangenen hat eine vom Kric gs min ist erium soeben erteilte Interpretation Interesse, die mit Rücksicht auf die verschiedenartige Stellungnahme der Lagerkommändanturen erbeten worden ist. - Das Kriegsministerium erllärt, „daß den in den Lagern bestndlichen jüdischen Kriegsgefangenen auch die Teilnahme an einem außerhalb des Lagers, am Lagerorte, zum Beispiel in der Ortssynagoge, stattsindenden Gottesdienst gest a tsie t werden kann." - Beglaubigte Abschriften der Verfügung können durch die Ortsgruppe Berlin der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums, Artilleriestraße 31, bezogen werden. (Fernsprecher: Berlin Amt Norden 421.) Berlin. Die Großroge für Deutschland VIII des U. O. B. iB. zählte jEnde vorigen Jahres 8766 Mitglieder. Von diesen standen 1366 im Felde, 47 waren zu Offizieren, 328 zu anderen Chargen befördert und 234 mit Orden ausgezeichnet worden (3 mit dem Eisernen Kreuz si. Kl.). Es -fielen 34 Mitglieder. Von den Söhnen der Mitglieder standen 1935 im Felde, von denen 59 zu Offizieren, 525 zu anderen Chargen, befördert und 297 mit Orden ausgezeichnet worden sind; 112 fanden den Heldentod. — . Kriegsgerichtsrat Dr. Martin Bruck ist mit dem Lippischen Kriegs verdien st kreuz ausgezeichnet worden. Frankfurt a.M. B'zefeldw. Referendar Dr.S.Fürth erhillt das Eiserne Kreuz. Heppenheim. Adrah m David', Sohn von Lazarus David, eines Veteranes des Krieges 1870/71, ist mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. München. Vzeieldw RechtspraktikanrJakobOsner, Sohn des Justizrats Abraham Ofner, starb den H c l - dentod. — Kommerzienrat Eduard .Hopf- Nürnberg bestimmte zur Erinnerung.. .an . seinen gefallenen Sohn 200 000 Mark für eine D r. Fritz H o p s 's ch> e S t i s - tuup zu Gunsten bedürftiger Hinterbliebener gefallener Krieger. , Breslau. Fritz Feige, Feldbilfsarzt Kur t Glaser, Leo Gottheimer-Breslau und Dr. Ludw. Wechsel m a n n--Kattowitz — letzterer inzwischen gefallen — erhielten das Eiserne Kreuz. Basen Die Sanuätsräie Dr. Oskar Pinkus und Dr. Leop. Caro erhielten das Eiserne Kreuz am schwarz-weißen Bande. Wien. Bloch's „Oeilcrr. Wochmschr." verzeichnet folgende Auszeichnungen an Juden: 4 Ritterkreuze des Franz Josef-Ordens, 3 Militärverdienstkreuzc 3. Klasse, 9 silberne Signum laudis, 38 bronzene Signum laudis, 8 goldene Vcrdienstkrcuze mit der Krone, 9 goldene Verdienstkrcuze, 13 silberne Werdienstkreuze mit der Krone, 1 eisernes i Vcrdienstkreuz mit der Krone, 2 goldene Tapferkeitsmedaillen, 8 silberne Tapferkeitsmedalllen 1. Kl., 34 silberne Tapserkcitsmedaillen 2. Kl., 71 bronzene .Tapferkeitsmedaille», 6 belobende - Anerkennungen, zusammen 203 Dekorationen; hiervon 71 an Offiziere des Soldatenstandes, 26 an Militärärzte, Seelsorger und Militärbeamte, 106 an Personen des Mannschaftsstandes. Louvo». Die englisaie Regierung hat 309 Juden aus Palästina, die bis jetzt in Aegypten waren, nach der Insel Cypcrn als. Gefangene verschickt, da sie sich! weigerten, in das englische Heer einzutreten. Peri,natte» n. Kleine Mitteilungen. Berlin. D 8 Ha'm, Gründer und Vorsitzender des Jsrael-Sephardischen Vereins) ist im 67. Lebensjahre verschieden. Der frühere ^Direktor des hiesigen Belle-Alliancc- Theaters und Schriftsteller Hermann S t e r n h e i m ist verschieden und in Hannover beigesetzt worden. Berlin. Justizr.t Dr Ignaz Cohn, konservalwer Repräsentant der jüd. Gemeinde, verschied 51 Jahre alt. — 'Der Nationalökonom Prof. Dr. Jgn. Jastrvw feierte den 60. Geburtstag und der Geh. Baurat Pros. Dr. Rich Wolssenstein den 70. Geburtstag. Bierftnöt. Am 15 Elul verstarb h>er der langjährige Vorsteher der hiesigen jüdischen Gemeinde, Moses Levy I im 78. Lebensjahre. Mit ihm ist wieder einer von uns gegangen, der sein ganzes Leben, nach! Thora und Mizwaus einrichtete, einer von denen, die, namentlich aus denk . Lande, immer. seltener werden. Sein Familienleben war mustergiltig harmonisch und in echt jüdischem Geiste erzögen er und seine ihm im Tode vorangegangene Gattin ihre Kinder. Wer das Glück . hatte, ihn in seinem Familienkreise die Sabbate und Festttagc feiern ‘ zu sehen, der empfand mit von der Weihe, die über diesen ausgebreitet war, gemäß dem Satze „Wckorossw loschabboß Auneg." Die Mizwos Tefillah.bezibbur ging ihm über alles, und nichts konnte ihn davon zurückhalten, diese Miz-, wob nach! Möglichkit auszuüben. Und wie in per Familie alles von harmonischer Eintracht beseelt war, . so war sein Amt als Vorsteher der Gemeinde uneigennützig, nur auf das Wohl der Gemeinde bedacht, und Emeß we'Scholaum waren die guten Engel, die ihn stets dabei leiteten. In Len 20 Jahren seiner Vorständsschaft war Wahrheit und Gerechtigkeit allen gegenüber sein. Grundsatz, von dem er niemals abwich. Er verstand es aber, als ein echter Ahronsschüler die . strenge Gerechtigkeit versöhnlich und - versöhnend anzuwenden, daß niemand sich dabei verletzt fühlen konnte und alle-gerne sichseiner selbstlosen Führung anvertrauten. ' Nr. 37 So war den» die Trauer bei seinem Hinscheiden eine allgemein echte," was 'bei der Lewajoh zum Ausdruck kam. Von nah und fern eilten sie herbei, Verwandte, Bekannte ' und Verehrer," Um jo ihre Verehrung für den Verstorbenen zu bekunden. Die beiden Rabbiner schilderten in meisterhafter Weise seine Persönlichkeit als Jude und Mensch, als Familienoberhaupt und Gemeindevorsteher. Mögen die Hinterbliebenen, die sein Leben in seinem Geiste fortzusetzen gewillt sind, in der allgemeinen Teilnahme. Trost finden, und möge sein Wirken für Familie und Gemeinde ihm -beistchen. ' Rg. 'Wöllstein: Im: 86. Lebensjahre verschrieb das frühere Vorstandsmitglied der jüd. 'Gemeinde Nathan Karger. - - ... ' Beelitz. SanitäiSrat Dr. S a l o m o n erhielt den Titel Geheimer Sanitätsrat. i . Breslau. KommerzienratAdolfSternberg hat anläßlich! seines 70. Geburtstages 250 000 Mk. zur Errichtung billiger Wohnungen und 200.000 Mk. für eine Familicnstistung gespendet und die Summen dem Vorstand der Synagogen-Geineinde mit der Maßgabe überwiesen, daß für jede der Stiftungen ein Kuratorium niedcrgesctzt wird. — Der Charakter als S anitätsrat ist den Acrzten Dr. C h o tz e n, Dr. Kornblum, Dr. K a r p e l-Breslau. Dr.. Cohn- Namsläu, Dr. Bucka -Strehlen und Dr. I a c o b i -Rückers verliehen worden. ' Rew-Uork. In einer stark besuchten Versammlung der Arbeiter-Vereinigung sprachen Meier. Berlin, der Generalsekretär des Misrachi, Josef Barondes und Advokat Königsberg über die Sabbasir u he. Es wurde der.Beschluß angenommen, durchzujetzen, dgß die vier Arbeitsstunden am Samstag auf die fünf Wochentage verteilt werden. Der Mitgiftdoktor. Ü ImiHeton Eine Erzählung von Clemens Berg. (Fortsetzung.) Es schien ihm bereits ein wenig eintönig, das legitime Glück. Maye besaß ganz vortreffliche Eigenschaften: sic war jung, sie war hübsch, wußte ihrein Mann viel Zärtlichkeiten zu bezeigcn und legte für ihre neue Hausfrauenwürde ejnen ungemeinen Eifer an den Tag. Anfangs amüsierte ihn die Wichtigkeit, welche sie auch den allerlle.insten Vorkommnissen des Haitshältes beimaß und der bedeutsame Emst, mit dem sie dergleichen Keller¬ und Küchenangelegenheiten zu besprachen Pflegte; aber ihre steten Wiederholungm ermüdeten ihn, so daß ihm einmal die aufs höchste gesteigerte Ungeduld den Ausruf entriß: „Höre endlich auf, wieder und immer wieder von den Alltäglichkeiten zu reden, — man sollte meinen, ich habe eine Köchin oder Waschfrau geheiratet." Sie hätte ihn darob verwundert angesehen und offenbar gar nicht begriffen, womit sie dm Unmut ihtes Mannes erregt habm mochte. Dieser Max! Steif und fest hätte sie darauf geschworen, ihn gründlich auszukennen.; jetzt sah sie mit Erstaunen, er verfüge reichlich über einen Teil Mucken und Grillen wie andre Bösewichter auch. Was verlangte er denn von ihr? 'Wmn ihn die Wirtschaftssorgen nicht interessierten, so konnten sie sich ja von andern Dingen unterhalten. Aber selbst für ihre Nachgiebigkeit wußte Max ihr wenig Dank.. Leider war sie auf die unglückliche Idee verfallen, eine Kritik ihrer engem und welleren Nachbarn uni» deren Tun und Treiben zum Gesprächsstoff zu erheben, Fraubasereieu und Klatsch,"womit sie Max in gelinde Verzweiflung jagte. Wieder verstand sie sein Verbot nicht, sich um Himmelswillen jeder Hineinmischung in die Angelegenheiten der lieben Nächsten zu enthaltm. Das war doch unerträglich. ~ Zu unintelligent und schlecht, erzogen, um strenge Selbstkritik an sich zu iüben und der cigenm Aufrichtigkeit eine gewisse Schuld an den zeitwelligen Mißfallensausbrüchen ihres Mannes anzurechnen, begann sie, in Max einen Tyrann zu sehm, der nichts als sie quälen wolle; sie beschloß daher, ihrerseits die Offensive zu ergreifen und verfiel auf den allerfalschesten Ausweg, den eine Frau einschlagen kann, sie wurde trotzig und wuüie böse. Allen Bemühungen ihres Gatten, ihren geistigen Horizont zu erweitern und ihr unglaublich mangelhaftes Wissen ein wenig zu vervollkommen, setzte sie höhnischen Widerwlllm entgegen. Sie rührte die Bücher, welche er ihr brachte, nicht an, gähnte krut, wenn er ihr vorlas oder einen ihr unverständlichen Begriff erllären wollte und bedeutete.ihn rund heraus: ermöchte doch die albeme' Schulmeisterei unterlassen, -sie sei derselben schon lange satt. Maxsprach, , selbst .imallerintimsten Verkehr,^ einreines und sehr gewähltes Schrifidmtsch.. Marie schalt

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.