Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 14 (1916)
- Issue
- Heft 32 (18.8.1916)
- Date
- 1916-08-18
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 32. Seite 3. für ihre „jüdische Frechheit", iwr dem polnischen „Pan" (Herr) sich nicht dcinütig zn bücken. Mit einer Hetze in den polnischen Zeitungen begann cs. Um den Teufel schwärzer zu machen, erzählte inan, daß die Nationaljndcn beim Ausruf „Es leben Polen!" nicht anfgestandcn seien. Es loac eine unverschämte Lüge, aber um die Wahrheit kümmern sich ja die Antisemiten nie. Die polnischen Iudenhetzer erzählen ja seit je, das; sie mit „den eigeiien Ohren" gehört haben, wie die Inden in bezug auf das polnische Staatswappen, den weiße» Mler, zur Zeit der Freiheitsbewegung 1Ö05/U, „Nieder mit der weißen Gans!" gerufen haben. Leider hat sich eine jüdische Zeitung gesunden, die die Fabel von; Ni.chtaufstehe» wiederholt hat, xs ist der „Haint". Bei der Zeituugsh'etze blieb cs nicht.' Die polnischen Chauvinisten wollten die „passende Gelegenheit" nicht versäumen, init den Nationaljndcn abznrochnen. Dies schic» ihnen umsomehr erlvünscht, als die deutschen Behörden in Lodz letztens der jüdischen Sprache ihr Recht zngesprochen haben, indem sie versügten, in einem Teil jüdischer Schulen in dem von den Polen so verachteten „Jargon" zu unterrichte». Auch der jüdische» Presse ist letztens die breiteste Möglichkeit gegeben worden, die jüdischen Rechte mit Entschiedenheit zu verteidigen. Um also an den.Nationaljndcn Rache zn nehmen, geschah folgendes: Ans der Sitzung vom 10. August machte der Borsitzende des Stadtrates eine svnderbare ,nnd in den Chroniken der Parlamente per ganzen Welt bisher unerhörte Mitteilung. Er ließ, einen Artikel des Mitglieds der Volksgruppe Rechtsanwalts Prilntzki, im „Moment" ins Polnische übersetzen und machte daraus einen vollständigen Anklageakt. Im' augeklagten Artikel stand — man höre und staune — nicht mehr und nicht weniger, als baß die „Nationalisiernng der Wirtschaft", die die „konsolidierten" polnischen Parteien in ihrer Erklärung verhießen, vom Ideal der echtrnssischen Reaktionäre und Antisemiten nicht nbweicht. Dies sah der Vorsitzende als eine Beleidigung des Stadtrats, für 'die polnische Nation und Gott ivciß für wen noch an! Bei dieser Gelegenheit bemerkte er, daß sich 'die Volksgruppe 'überhaupt beleidigend gegenüber den Polen auf der ersten Sitzung verhielt sd. h. weil sie ru hig saß, während vi-le Pole» bei der jüdischen .Erklärung zischten) und erklärte zum Schluß, er lwerde falls sich noch einmal ähnliches (das Sitzen oder das Artikelschreiben?! ereigne, hem Stadtrat Vorschlägen, Herrn Prilutzky ans der Reihe der ^tadtratsmitgliedcr ausznschließen! Es gibt freilich in der Stadtordnung ein Paragraph, demzufolge man eine» Ratsmann für eine schändliche Tat ansschließen darf, aber um darunter einen Zeitnngsanssatz oder ein zurückhaltendes Benehmen zn verstehen, muß, man eine reiche Phantasie haben! Damit nicht genug. Als die Ratsmänner der Volksgruppe um das Wort baten, um auch jjhren Standpunkt auseinandcrzusetzen, verweigerte ihnen der Vorsitzende dies, allem Rechte und alten Vorschriften zum Trotz. Ueberdirs begann der Vorsitzende, die Volksgruppe ans jedem Schritt und Tritt in der schroffsten Weise zn schikanieren. Und cs fand sich leider bisher kein Einziger unter den polnischen bürgerlichen RatsinKnncrn, der gegen dieses llnrecht sich verwahrt hätte. Nur seitens der Sozialisten wird rin Protest vorbereitet. Auch! die jüdische Volksgruppe beabsichtigt energische» Einspruch zu erhebe». Sv schwierig ist die Lage der polnischen Juden in diesem geschichtlichen Moment, in dem die Polen im Namen dies Rechtes und Gerechtigkeit uni die breitesten Freiheiten für sich flehen. Die Nationaljnden sind in den Rat gegangen, um sich über die Verfolgungen und Zurücksetzungen, die die polnische Jndenheit auSzustehen hat, zn beklagen, aber anstatt zn klagen, müssen sie nur Anklagen «»höre» und sogar für die Zurückweisung der letzteren wird ihnen der Pfund geknebelt! Aber eine» schlechten Dienst erlveisen die vermeintlichen policischrn Patrioten auch der polnischen Sache. Sie spiele» sich als die Schützer der polnischen nationalen Ehre auf; in Wirklichkeit aber beschmutzen sic diese Ehre. Beobachter.*) *) Die Anssassung des ArtikelschreiberS scheint »ns etwas zn weitgehend zn sein. Gerade ln dem gegenwärtigen geschichtlichen Augenblick für Polen sollte doch wohl eine geivijsc Vorsicht wenigstens der F o r m nach geboten sein. Damit wäre politisch manches gewonnen. Die Redaktion. Der Pogrom. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte des AI. Jahrhunderts von M. Niwkeß. (Schluß.) Zur Lösung dieses Rätsels erlaube ich, mir, dem Leser eine Geschichte zu erzählen: In Rußland herrschte einst ein Zar Iwan, genannt der Grausame. Diesen Beinamen gab ihm wahrscheinlich ein russischer Geschichtsschreiber mit der Einivillignng der damals herrschenden Zensur. — Die russische Geschichte erzählt von dem Zaren folgendes: Schon in dem Kinde zeigte sich eine wilde Bestie. Es sonderte sich stets von anderen Kindern auffällig .ab. Sein Licblingsspiel ivar Tierquälerei. Es machte ihm das größte Vergnügen, Katze», Hunde inid andere Haustiere ans großer Höhe hernntcrznwcrsen, steckte sic auf Spieße und trug sie herum. Mit heiße» Eisen stach er den Tieren die Angen ans, hackte ihnen lebendig die Glieder ab, schlug ihnen Nägel in die Köpfe nsw. , Keiner seines: nahen Angehörigen störte den zukünftigen Zaren. Niemand belehrte ihn eines Besseren. Im Gegenteil man förderte noch seine Neigungen. So verging Jahr um IJahr, und ans dein grausamen Kinde wurde der Zar von Mißland. Und mit seiner Macht als Zar ging er von der Tierquälerei zur Mcnschenquälerci über, worin er, abermals seine Befriedigung fand. Er »tarierte Menschen ans die grausamste Art, Ivarf sie von Türlncn herunter; uiitcn standen seine Knechte mit Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Spießen, tvoranf die ainnen Opfer aufgefangen wurden. Er ließ sie an Bäume festbinden, verstümmelte jeden einzelnen Menschen, schnitt ihnen die Nase ab, dem anderen wieder die Ohren, Finger nsw., sowie er cS früher mit den Tieren getan halte. Es machte ihm z. B. Spaß, scincin Opfer einen-Trichter in den Mund zn stecken und so lange Flüssigkeit hineinzngießen, bis der Körper platzte. Er erhängte kleine Kinder in GegenwaM der Mütter. Bei seinen Festmahlzciten war ihm die liebste Musik, das' angsterfüllte Geschrei von gepeinigten kleinen Mildern zn hören, die ihm als Herrscher nach Belieben zur Verfügung ständen. Ging er am Ufer spazieren, machte er sich ein Vergnügen daraus, unschuldige Müder ins Wasser werfen zu lassen und zuzusehen, wie die Mutter ihre Kinder vergeblich zn retten suchten. Seinen eigenen Sohn erschlug er. Empfing er jemand in Audienz, war cS seine Gewohnheit, sein Szepter in den Fuß des Besuchers hiiieinzustoßen lind so mit ihn, zn reden. (Die russischen Dichter schildern sogar noch heute die Grausamkeit dieses Zaren, z. B. in dem Gedichte „Fürst Knrbski". Den Kindern ivird davon in der Schule gelehrt.) Der Zar lind seine Gehilfen sind längst gestorben, aber seine.blutdürstigen Instinkte, die Bestie, hat sich im Volke vererbt. Sie geheil von einem Geschlecht zicm andern über. Ganz besonders in deir letzten Jahren hat diese Bestie einen guten Boden geftmdcn, sich, modern einznrichten. Sie hat ihre eigenen Büros, ihre Presse, tüchtige Angestellte, sie hat den „Verband echter Russen" geschaffen, er nennt sich schwarze Hundert, sie gründete auch den Verein „Zweiköpfiger Adler". So wird eifrig das System Ivan des Grausamen gepflegt. Es werden Pogrome verunstaltet. Wenn die Bestie die Uniform eines Ministers anzieht lind sic zum Zaren kommt und gehorsamst meldet: „Majestät, wir sind kriegsfertig, mit al(cm ausgerüstet!" dann entzündet sich in Europa ein höllisches Feuer. Tausende und Abertausende Menschenleben werden vernichtet. Die Bestie ist uncrsättlich, mit offenem Rachen schreit sie nach Krieg und Kriegsgcschrei. Ihr Leibvrgan, die „Noivoje Wremja" unterstützt diese Bestrebungen, lieber „Noivoje Wremja" sind die Meinnnge» sehr verschieden: diese Zeitung ist konservativ, antisemitisch nsw., — aber ich als langjähriger Leser dieses Blattes bin zu der Ucbcrzengilng gekommen, daß die „Noivoje Wremja" und ähnliche Zeitungen, ivelche noch in Rußland existieren, die Leiborganc von Ivan dem Gransamcn sind. Und diese Organe benützt die Bestie mit Erfolg für ihre Zwecke. Ereignet sich in Rußland ein Pogrom, so ist die „Noivoje Wremja" die erste Zeitung, die den Pogrom als eine Prügelei dastcllt. Und infolge dieses Signals ivird weiter gearbeitet. Der offizielle russische Bericht lind die Zensur geht Hand in Hand, damit die äußere Welt von den Geschehnissen in Rußland weniger erfährt. Der offizielle Bericht gibt ohne weitere Erklärungen die Zahl der toten und verwundeten Inden sowie der Christen bekannt. Mit diesen kurzen Erklärungen hat der offizielle Bericht feine Sache erledigt. Die „Noivoje Wremja" tritt besonders damit hervor daß auch Christen getötet und verwundet worden sind; — was ivollen also die Inden! Mer linier tvclchen Umständen Christen (Chnligans) getötet worden sind, darüber wird nichts gesagt. Hier spielt die Zensur ihre Rolle, sic läßt Einzelheiten über den Pogrom nicht an die Oeffcntlichkcit kommen. Jeder Gouverneur in seinem Gouvernement ist auch Zensor und verbietet auch provinzialen Pressen, über den Pogroni Näheres zu schreiben. Während dieser Zeit wird die Presse am meisten verfolgt und bestraft. Ich gebe der Wahrheit die Ehre: Auch Christen ivnrden ivährend des Pogroms verwundet und getötet. Mer unter ivelchen Umständen, darüber läßt man nichts verlauten. Wollen ivir die Tatsache rein juristisch feststellen! ' Wo hat mau die toten oder Verivundeten Chnligans anfgefunden, doch nur beim Juden im Haus, auf seinem Hofe oder vor seiner Tür. Welcher Mensch sucht sich nicht zu verteidigen, ivenn er sich einem Mörder gegenüber sieht? Eine Frau steht z. B. im Kampf 'mit Einigen Männern und ivehrt sich mit allen ihren Kräften, sie ivollen sie nicht tot schlagen, nur lebendig hiulegen. Ihr Solm, der die Mutter beschützen wollte, liegt tot auf dem Boden. Die Mutter ist mm ganz allein Nnt den Mördern im Zimmer. Sie ivehrt siib bis zur Erschöpfung, sie beißt, kratzt. Sie beißt. dein Mörder ein Stück -Nase, ein Ohr ab, beißt ihnr in den Finger, so daß er ihr im Mindc stecken bleibt. Auf diesen verletzten Finger läßt die „Noivoje Wremja" ihre Klagelieder ertönen. Sie teilt der Oeffentlichkeit mit, daß sich sogar die jüdische, Frau am Pogrom beteiligt habe, über unter ivelchen Uinständen, das läßt die Zensur nicht durch. Denn früher oder später will die Regierung im Auslande eine Anleihe mache», darum ist sic bemüht, so wenig wie möglich verlauten zn lassen. In meinen Kinderjahrc» habe ich'selbst einen Pogromschrecken erlebt: ich möchte ihn-dem Leser in kurze» Worten darstellcn: An cinenl frühen Morgen überraschte uns unser Vater bei seiner Rückkehr von der-Synagoge mit der Nachricht, daß in der Stadt ein Pogrom erwartet iverde. Er erzählte folgendes: Verdächtige Personen gehen in die Geschäfte, um angeblich Ware zu kaufen. ivvbei sie alles aufspionieren und versteckte Drohungen fallen lassen. Auf den - Straßen reinpcln sie die Jiidcn an, belästigen die Frauen und verhöhnen sie. Nach längerer Beratung mit der Mutter ivurde beschlossen, im Hause zn bleiben uud abznwarteir. Mein Vater kaufte eine große Eisenstange, um 'eine Waffe zn haben. Die Türen und Fenster sollten geschlossen iverden, und .jeder Eindringling sollte eins, mit der Eiscnstange auf den Kopf bekommen. Unser Leben, sagte 'mein Vater, sollte auch ihnen nicht billig zu stehen komincn. Auch meine Mutter traf ihre Vorbereitungen; sie sagte,! sie würde sich bis. aufs äußerste wehren. Mit dem heißeir Samovar-Ter würde sie den Mörder abbrühen, Leuchter an. den Kopf werfen, Asche in die Augen iverfcn nsw. Das ivar unser Tagesgespräch. Mir hatte meine Mutter iviederholt gesagt, mich immer ruhig zn Verhalten. Sie drückte inich immerwährend ans Herz und iveinte. Ich habe mich aber weniger für die ganze Sache interessiert. Entfprechend meinem damaligen Kinderverfland, erfaßte ich die Sache mehr als Sport. Was ich zu machen hatte, wußte ich: durch ein Fenster springen, ans dem Ofen liegen, auf den Boden sich verstecken, das alles war mir genügend bekannt durch meine Spielkameraden. Ilm besten hätte es nrir gefallen^ in der Schule auf dein Boden zu liegen um inich dort zu verstecken. Unsere Stadt hatte Glück, es war kein Pogroni. Wir haben nur ein paar Wochen in einem Pogromschrecken gelebt. Wie mancher nachher erzählte, war der Polizeimeister ein guter. Er tvollte nicht. Die reich:» Juden der Stadt hatten ihn besucht und mit ihm die Sachlage durchgesprochen. Am meisten hätte man es dem General Tot-Lcben zn verdanken, 'darüber wurde viel erzählt. Seiner Zeit sind''viele Städte durch ihn vom Pogrom verschont geblieben. Nehmen ivir den anderen Fall an, in unserer Stadt wäre ja ein Pogrom gewesen; Vater und Mutter verteidigen sich gegen die Mörder und es ergeben sich wirklich Opfer ans Seiten der Chnligans. Wie verhält sich dann die Regierung? Dann erscheint der offizielle Bericht und detailliert den Fall, „daß dieser oder jener Jude niit genauer Angabe des Namens so und so viel Christen totgeschlagen oder verletzt hat". Sofort wird der Vater verhaftet. Zeugen sind da, die alles bestättgen, und vor Gericht ivird er einfach verurteilt. Solche jüdische Mörder entdeckt die Regierung während des Pogroms sehr viele. Uut der Oeffentlichkeit gegenüber gerecht zu bleiben, wird auch ein Teil der Chnligans verhaftet, gegen sie wird auch eine Untersuchung eingelcitet, in de» meisten Teilen erfolglos. Die Zeugen iverde» durch, die Schutzleute oder Chuligauz selbst cingeschüchtcrk, sie sollen über das. was sie gesehen haben, keine Aussagen machen. Viele Zeugen bekommen auch Briefe, in denen gedroht wird, daß ein weiterer Pogrom folgen iverde, falls sie etwas.erzählen. si>ie Untersuchung zieht sich bis ins Unendliche! Biele ivandern in dieser Zeit nach Amerika, sterben, viele werden geistesgestört, und so verschwindet allmählich der Prozeße Am Ende beschließt die Regierung, auch ihre Opfer zn bringen und verschickt einige von den Chnligans nach Sibirien, nach Katorga sZuchthaus) nsw. Für diese Mörder ivird später von dem Verein des echt-russischen Verbandes gesorgt, und sic iverden auf allerhöchsten Befehl begnadigt. Jüdischer Nationalfonds. Im Monat Juli erreichte die Gesa m tfu m me der dem N. F. überiviesenen Spendcngclder den Gesamtbetrag von 84 403 Mk. Es haben heigetragen: Nordamerika 47 905 Mk., Oesterreich 12 064 Mk.. Deutschland seiiischließlich besetzter Gebiete) 8851 Mk.. Rußland 6681 Mk., Südafrika 3173 Mk.. Kanada 2125 Mk., England .4387 Mk.. Griechenland (Saloniki) 830 Mk.. Schweiz 601 Mk., Belgien 362 Mk.. Holland 246 Mk. und Aegypten 178 Mk. Der obenerwähnte Betrag ans Amerika rührt z. T. vom letzten Blnnicntage her. der, wie bei dieser Gelegenheit bemerkt sei, einen Reinertrag von 17 000 Doll, ergeben hat. Sowohl Nationalfondsals auch private Farmen in Palästina haben sich während der .Kriegszeit, indem sie Hie große Bedeutung der Geniüsekulturen für die Ernährung der Bevölkerung erkannten, in steigendem Maße dem A n bau von G e m ü i e gewidmet. Zur Förderung dieser Bestrebungen hat kürzlich der Nationalfonds 6300 Mark zur Verfügung gestellt, wovon ein Teil kür Prämien für besonders gut gepflegte Gemüsegärten bestimmt ist. Es wurde dafür gesorgt, daß verschiedenartige bewährte Samensorteii nach Palästina gelangen. In den verflossenen beiden Kriegsjahrcn sind vom N. F. für die Zwecke der Ungestörten Nufrechterhaltung seiner Farmbetriebe und sonstigen Untcrnehinnngen sowie fiir verschiedene Notstandszwecke über 700 000 Mark nach Palästina überwiesen worden. «US dem türkische« Reiche. Nach einer Verfügung der Generaldircktion der direkten Steuern tritt der neue Zolltarif am 1. September 1332 (4916) in Kraft. Alle von diesem Tage an ein- und' ausgehenden Waren werden nach den Sätzen des üeuen Tarifs verzollt. Mit Ausnahme der fiir Bulgarien bcstinrnrtcn Poststückc wird bei allen Sendungen nach dem Auslände der Satz von einen, Piaster e r h ö h t auf 50 Para l— lVi Piaster) und zwar: I. die erste 20 Kr. von gewöhnlichen Briefen, 2. als untere Grenze der Jrankatur für Geschäftspapicre, 3. die Einslbreibegehühr. 4. den Rückschein (ilmUhäber), 5. die amtliche Auskunft über Sendungen, die von keinem Rückschein begleitet waren, 6. als Frankatirr - von Geldamveisniig für je 200 Piaster oder den Bruchteil dieses Betrages. Der Miirister für -Handel und Ackerbau beabsichtigt am Platze Sultan Msmed in Stambul ein Jndnskriemuseum zu errichte»: die hierfiir erforderlichen Räume sind zunächst auf.die Dauer von I Jahren gemietet worden. Die Ungarische O r i en t z eu tra le in Ofen- Pest beabsichtigt, demnächst eine Konrmissioii zun, Studiunr der wirtschaftlichen Verhältnisse in der Türkei und der zur Belebung des Handelsverkehrs erforderlichen Maßnahmen zu entsenden. Die Wiener Union-Bank, die in enger Beziehung zu der Schiffahrtsgesellschaft ,O>esterreichischer Lloyd"