Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 14 (1916)
- Issue
- Heft 31 (11.8.1916)
- Date
- 1916-08-11
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Handwerkern möglich sein, die Beschlüsse dieser Vereine tu fiir sie günstiger Weise zu beeinflussen, damit die in diesen Vereinen anfgespeicherten Gelder gum Mtzeu des Handwerks unter den Inden Verwendung finden. 1 2. Im November soll in Hamburg ein anßerordentl. Licreinstag abgehalten werden. .Ws Beratnngsgegenstände werden vorgeschlagen: Wie erziehen wir dem Handwerk unter den Inden den richtigen Nachwuchs? Die Gründung von Lehrlingsheimen. Das Handwerk unter den Inden in und nach, dem Kriege. Würzbnrg. Just beim Beginne des furchtbaren Weltkrieges — am 3. August 1914 — sollte die 35. General- ' Versammlung des Israelit. Lehrerbereins in Bayern stattfinden. Es kam anders! Nun sieht es die Verwaltung doch als Notwendigkeit air, die in zweijähriger Pause tzehällsten schweren Aufgaben durch eine öffentliche Tagung zu erledigen. Am Montag, den 21. August findet die Versammlung im Hotel Goldschmidt-Würzburg statt. Beginn nachm. 2 Uhr. Tagesprogramm: 1. Begrüßung. 2. Berichterstattung des Vereinsvorstandes. 3. Bericht der Rechimngsrevisoren und Entlastung der Verwaltung. 4. Festsetzung des Unterstützungsteils für 1917/19. 5. Wahl der Verwaltring. I>. Unsere nächsten Aufgaben. (Berichterstatter: S. Dingfclder). 7. Freie Besprechung von Schul- und Standesangelegenheiten. ' . Die Versammlung dürfte trotz der Kriegszeit — oder besser gerade deswegen — rege Beteiligung finde». Leider hat der Weltkrieg auch blutige Opfer ans den Reihen des Vereins gefordert. Die pekuniäre Lage, namentlich der Religioiwlehrer, der Stand der „Revision" des Judenedikts von 1813, Hilfeleistung bei besonderen Notständen während der Kriegsdauer, bringende Standesängelegenheiten usw. geben reichlichen Stoff zu lebendiger Aussprache. Vorstand ist z. Z. Lehrer A. Man delb aum^-Würzbnrg, Schriftführer S. D ing felder-München. Möge die Versammlung fruchtbringend und segensvoll wirb:». . " M. in D. Köln a. Rh. Auf das 25. Jahr seines Bestehens kann das von Frau Rabbiner Dr. Plato begründete I s r.a e l i t. K i n d e r h e i nt znrückblicken. Sein ursprünglicher Zweck war, Kinder, deren Mütter ihrem Berufe nachgehen, zu beaufsichtigen. Bereits -im zweiten Jahre wurde eine Suppenanstalt fiir Schulkinder angegliedert. Drei Jahre später wurde dann der Kinderfjort „eröffnet, in dein Kinder nach Schulschluß Unterkunft Belehrung und Unterhaltung finden. 1897 jwjnrde das Hans Bayardsgasse '7 erworben. Dann würde die Haushältnngsschule und die Kochschnle begründet. Mit dem Inkrafttreten des Fürsorgeerziehüugsgcsctzes 1900 cröffnete der Vorstand das Kinderheim. Das erweiterte Hans nahm dan 1903 die Volksküche fand 1906 das Säuglingsheim! auf. ' 1907 vmrde der mit einem Kostenaufwand von 460 000 Mark errichtete Neubau in der Lützowstraße bezogen. Heute werde 140 Kinder vollständig erhalten und erzogen. Die Ausgabenim letzten Rechnungsjahre beliefen sich auf 76 700 Mark. ld" issi- P nnan sie die üd, der ild mel mienst hrc iter sich Mg keil fit hes Heu soll feit setzt mir icht Amerika. New-Aork. In Angelegenheiten des Jüdischen Kongresses läßt sich folgendes berichten: In einer Sitzung des Ausschusses der 9äew Parker Geineinde („Kehilla"). erklärte der Vorsitzende, in Fragen der jüdischen Politik sei die ,Kehilla" mit dem „Muericau Jewish Cornittee" vöUig einverstanden. Nachdem die Mehrheit beschlossen hätte, aus die Kongreßfrage nicht einzugehen und auch den Antrag, daß der Vorstand sich unabhängig von dem „American Jewich Cornittee" erklärt, ab gelehnt hätte, erklärten Louis Lipsky, der Vertreter, der Zionistischen Vereine, und Leo Wolfsohu der Vorsitzende des Verbandes der Juden Galiziens und der Bukowina, daß die von ihäen vertretenen Organisationen nicht mehr in der „Kehilla" bleiben könnten, worauf 60 Delegierte die Konftrenz verließen. Der Borsitzende der Zionistischen Föderation in Amerika Dr. Frieden Wald, einer der Gründer und ältesten Mitglieder des American-Jewish Committee, erklärte seinen Austrit aus dem Kk. I. C. Er begründete diesen Schritt mit der feindlichen Stellung des A. I. C. zü den demokrattschen und nationalen Bestrebungen im Judentum, eine Stellung, die in der Kongreß-Politik besonders klar zum Vorschein kam. Am 21. Juni fand unter dem Vorsitz von Louis Branders eine große Demoustratiousversammlung für den Kongreß statt. 1200 jüdische Körperschaften New Jorks waren vertreten. Als Redner trä- Frankfllrter Israelitisches Familienblatt. tett äuf: Rabbiner Dr. S tephan Wise, der Vorsitzende der Philadelphier-Konferenz Richter Hugo Pani, der Vorsitzende dies Ordens „Bnc Zion" Joseph Baroudes, her Führer der Kongreßbewegüng in Washington I. Peiser u. a. ni., ini Namen der national-sozialistisch:» Verbände Dr. Ch. Schitlowsky und B. Zuckerin a n n. Der Krieg und die Inden. Berlin. Leutnant Rudolf Masse, Sohn des der» torbenen Emil M., erhielt das Eiserne Kreuz 1. Kl. Berlin Arthur Mendelssohn stud. jur Gg. Steinthal, sind. chem.'Brunuo Perl, Sohn des Stadtverordneten Dr. P., Alfred Hirsch und Siegsr. Baschwitz erhielten das E i s e r n e K r e u z. Frankfurt a. M. Der D leg'erte Heinrich Lis - nt a n it vom Ausschuß für deutsche Kriegsgefangene erhielt das hessische silberne Ehrenzeichen für Kriegsverdien st e am blauen Bande und das württembergische Charlottenkreuz. Ru d. Lismaun, ebenfalls vom Ausschuß für deutsche Kriegsgefangene, wurde zum Delegierten des Kaiserlichen Kommissars und Militärinspektors ernannt. Frankfurt a. M- Unteroffizier Paul Moltke erhielt das Eiserne Kreuz. Utannhelw. Hans Loeb, Leutnant d. R.. Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Hess. Tapferkeitsmedaille, Sohn von Alfred L. und Frau geb. Hannover, starb den Heldentod. Köln. Adolf Berg, Sohn der Witwe Moses Berg, erhielt das E i s e r u e K r e u z. München. Karl Ettlinger, das „Karlchen der „Jugend", der als Unteroffizier im Westen stand, liegt' verwundet im Feldlazarett. Lppeln. Aff'ffor Dr. Han? Schlesinger. Sohn des Sanitätsrats Dr. S. erhielt das Eiserne Kreuz. Breslau. Stabsarzt Dr. Arno>d Fuchs erhielt das Eiserne K re uzl.Kl., Wizefetdw. E r n st S ch a e f f e r, Unteroffiz. Max Ruß und Gefreiter Otto Schaesser das Eiserne Kreuz 2. Kl. Gerhard Wittenberg, Kurt Glogowski und Martin Beuthner starben den Heldentod. Bosen. Eiserne Kreuze haben erhalten: Feldwebel Jakob'Baum, Sohn des Rentners Meyer B. in Moschin, Jakob Salomon ans Pohlow, Assistenzarzt Dr. Alberst Michaelsohn, Sohn des Medizinalrats Dr. M. in Meseritz, Louis Meyer aus Hohensalza, Jakob Spediteur in Jarotschin, Sergegnt Ferd Lewin, Unteroffizier Ernst Cohn, Sohn des Lehrers I. C. in Lissa, Leopold Mend elslfohn, Sohn des Louis M. in Hohensalza, Offiziersäspirant Georg Aron aus Brömberg, Alfred D ob rin und Max Joseph in Posen, Joseph Jaffe, Sohn des Stadtrats Abraham I. in Schrimm, Alfred Daniel ans Bromberg, Max Wiener ans Hohensalza und Georg Fuß ans Schrimm. Wie« Bloch's Oeiterr. Wochenschrift verzeichnet in ihrer letzten Nummer folgende Auszeichnungen an Inden: 1 Militärverdienstkrenz 3. Klasse, 7 silberne Signum landis, 14 bronzene Signum landis, 9 goldene Berdienstkrenze mit der Krone^, 9 goldene Verdienstkrenze, 12 silberne Berdienstkrenze mit der Krone, 6 eiserne Verdienstkreuze mit der Krone, 1 eisernes Verdienstkrenz, 1 silberne Tapferkeitsmedaille 1. Klasse, 9 silberne Tapferkeitsmedaillen 2. Klasse, 21 bronzene Tapferkeitsmedaillen, zusammen 84 Auszeichnungen; hiervon 23 an Offiziere und Kadetten des Soldatenstandes, 16 an Militärärzte und Militärbeamte, 45 an! Personen des Mannschäftsstandes. Prag. Kaiser!. Rat Adolf Ritter Bloch von B r o d ne gg ist 69 Jahre alt gestorben. Er war der Mitchef edr Firma David Bloch, Ritter der Eisernen Krone 3. Klasse, Mitbesitzer mehrerer Zuckerfabriken und Herrschaften. Als Förderer vieler jüdischer Vereine und Wohltäter wird sein Hinscheiden allgemein betrauert. 1. itt Al* Erlanger Haehf. ■ Aramer Kalserbflrslr.14 ■ Waschen, Färben und Faponnleren H aller Art Herren- und Damenhüto. ■ — Abholung und Lieferung frei ins Haus.-WM Personalien u. Kleine Mitteilungen. Berlin. Am Sonntag, den 13 August, begeht ein Mann seinen sechzigsten Geburtstag, der ein ganzes Menschenleben in den Dienst des Judentums gestellt hat. Gnstav Schwabe in Barel im Großherzogtnm Oldenburg. Mit ieinem Eifer ahne Gleichen hat er seit,'seinen Jugend in seiner Heimat die Fahne des konservativen Judentums hoch 'gehalten und hat es durch seine ganze Art verstanden/ Inden und Nichtjnden für das alte angestammte Judentum volle Hochachtung abznringen. Als der Zionismus im Werden begriffen war, hat sich ihm Gustav Schwabe rückhaltslos angeschlossen, und als dann Theodor Herzl die Bewegung in einer Gesamtorganisatition zusammenschloß, wurde Schwabe einer seiner Getreuesten. Er ist es wert, daß man seiner an seinem 60. Geburtstage zum Guten gedenkt. Möge sein Alter durch die . Erfolge seiner und seiner Gesinnungsfreunde Mühen mit vollem Erfolge gekrönt sehen. H. L. Lffenbach <t. M. Kantor Vogel ist nach mehr als 50 jähriger Tättgkeit, wovon 34 Jahre auf unsere Gemeinde entfallen, in den Ruhestand getreten. Die Pensionierung erfolgte durch die hessische Bearnten-Fürsorgekasse. Möge Herrn Vogel ein lmiger, heiterer Lebensabend beschiebe.it fein. Seite 3. frankfurter Cdelmetallverviertang I Gerlach Jk Heiss Gold-u ilberscbeideanstalt.Hetallurg.Laboratorinm Tannna.tr. SS. Franh fnrt a. SC. Tel. Römer S743. Ankauf aller Edelmetall-RflckstSnde, Bruchgold u. Silber. Barren — FeUiug — Selnilien — Abfällen. I Insterburg. Dr. Zlocisti-Pr. Stargard ist zum Rabbiner der hiesigen Gemeinde gewählt worden. Neustadt L.-S. Die am 28. Mai d. F. verst. Rentiere Cäzilie Deutsch hat der Stadtgemeinde 10000 Mk. vermacht und bestimmt, daß die Zinsen jährlich an verschämte Arme verteilt werdeir. Weiter hat sie eine Stiftung errichtet und hierfür 50000 Mk. gespendet. Die Stiftung soll den Namen Cäzilie DeutschStiftnng führen. Die Erträge sollen zur Errichtung eines Wöchnerinnennnd Sänglings-Fürsorgeheims verwendet werden. Schwersenz. Philipp Placrek, Revräientant der jüd. Gemeinde, verschied im .Mter von 63 Jahren. Bromberg. Stadtrat Martin Friedl-^mder wurde zum Leiter eines staatlicherseits eingerichteten Finanzunternehnrens uachWarschau berufen. Zürich- Folgende vernünftige Entscheidung entnehmen wir der „Schweiz. Juristenztg.": „Der ans Rußland stammende, in B. eingebürgerte Jsraelite S. wünschte die Bewilligung, den Bornamen Leo statt seiner Vornamen „Simcha Löb" rechtmäßig sichren und seinen Familiennamen deyen Endsilbe auf ^,ow" lautet, mit '„off" schreiben zu dürfen. Diese Begehren begründete er so: Seine jüdischen Vornamen seien mißverständlich und würden oft als Geschlechtsnamen angesehen, er habe tatsächlich von jeher den Vornamen Leo geführt; die Bornctmeit Simcha Löb hätten ihm schon Spott zugezogen; sie seien nur für Leute sinnvoll, die hebräisch verstehen, die Führung solcher Namen erschweren seine Existenz. Die Schreibweise seines Familiennamens wünsche er in der angegebenen Weise zu ändern, weil sie daun mit der richtigen russischen Aussprache übereinstimmen. Die Aendernng des Vornamens wurde nicht gebilligt. Die Seltenheit der Vornamen und der Umstand, daß ihr Sinn nur fiir einen engen Personenkreis deutbar ist, reichen nicht aus zu einer Aendernng, sonst müßte feine solche fiir zahlreiche andere Vornamen ohne weiteres zugestanden werden. Wenn Inden in roher Weise verspottet werden, so wird der Spott kaum durch ihre Bomamen herausgefordert. Die Aendernng des Familiennamens wurde bewilligt. Basel, Rg. R. 31. 3. 16 (Der Zivilstandesbeamte S, 218). Barcelona Seit 424 Jahren war -s das erste Mal, daß .auf spanischem Boden unter Chuppah und Talith eine Ehe geschlosien wurde. Pr. P ahudah, Professor a!^der Universität Madrid, nahm die Trmiung des jungen Paares (Jose Metzger und Frl. Cary Weil ans Basel) vor. PüilaSelpbia. Diel», zion Konferenz nahm einen eindrucksvollen Verlauf. Es wurden 25 000_ Doll, für ein Krankenhaus in Palästina und 160000 Doll, für die notleidenden Juden in den Kriegsgebieten gespendet. Bon den 400 Älbgeordneten sprachen sich nur 10 gegen den Jüd. Kongreß ans. Frankfurter Berichte. Meier Rothschlld s. «.*) Der Vater ein starkgeistiger Manu von unbeugsamer Energie änd fiaimnender jüdischer Glut. Die Mutter sanft, weich und von zarter Schmiegsamkeit. Die Kinder firotz, stark und wohlgeborgen im Schatten des Elternhauses heranwachsend. Der Heimgegangene Sohn Meier eine wundervolle Mischung des Besten von Vater und Mutter. Die starkgeistige Energie etwas gemildert und geklärt, die fiammende Glut ein wenig eingekapselt und umMllt, die -zarte Schmiegsamkeit vertieft und erweitert zur vollkommenen Demut. Feurig begeistert für sein Judentum, in ihm einzigen Lebensinhalt und höchsten Lebenszweck erkennend.-Thoraerforschung und rasche Bereitwilligkeit zu Mizwans, besonders, der Seele seines von liebreichem Erbarmen mit Bedürftigen vollen Vaters gemäß, heimliche Guttat, galten ihm als Inbegriff der Glückseligkeit. Und hingebende, grenzenlose Verehrung derer,. die die Thoraerforschnng sich zum Lebensziel erkoren, der Talmidei Chachomim, war die Krone seines Wesens. Da war ihm nichts zu schwer, nichts niedrig und entwürdigend, worüber die törichte Welt bei einem Mann lachen mochte, galt es, einen Talmid Chochom zu betreuen mit werktätiger Anteilnahme, ihm Ehren! zu erweisen. Er hatte sich so geformt und gemeißelt in diesem Betracht, daß die Demut ihn keine Ueberwindung mehr kostete, daß sie sich seinem Wesen beherrschend eingefügt hatte. Lluch seinen Eltern gegenüber erfüllte sie ihn in reichster Art. In stummer, heißer Liebe willfahrte er jeglichem ihrer leisesten Wünsche. So wanderte er hinaus ins Feld, der lautersten Gottes- . fiircht voll, die im Elternhaus geknospt hatte und dann vor Jahren im heiligen Lande in prächtigen Blüten aufgebrocken war. So litt er und so stritt er im Felde, bis zuletzt aufs Aenßerste bedacht, vom Gottesgesetz zu hüten, was nur zu Mten war. So starb er. Uns in der Erinnerung für alle Zeiten unverloren und vorbildlich. M. Sp. Angudas Jisro«! Jugend gruppe. Jetzt nach den Ferien ist der Lehr plan wie folgt wieder anfgenommen worden: Samstag, 11 Uhr: Gemorah (Dr. M. Lange); XVfe Uhr: *) Sohn des Herrn Joseph N. Rothschild, Obermain- Anlagtz 19. s ->r :rl „ y-l 'y! .-3 ■c : ■yy v -O £ »i